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Nachdem Jesus die Füße der Jünger gewaschen und sich wieder angekleidet hat, geht er direkt „in medias res“, das heißt, er kommt gleich zur Sache und fragt in die Runde: „Versteht ihr, was ich euch getan habe?“ Anders gefragt: „Habt ihr erfasst, welche Bedeutung ich dem Ritus der äußeren Fußwaschung habe zukommen lassen?“
Jesus stimmt Petrus in einem Punkt zu und sagt: „Ihr nennt mich Lehrer und Herr, und ich bin es auch – und doch habe ich euch die Füße gewaschen“. Damit bekräftigt er, dass ein Schüler nicht über seinem Lehrer steht, ebenso wenig wie ein Sklave gegenüber seinem Herrn eine überragende Stellung hat.
Damit nicht genug, Jesus erhebt „Füße waschen“ regelrecht zur Pflicht. Es soll nicht von Lust oder Laune abhängen, anderen in Liebe zu dienen. Jesus spricht hier die gegenseitige Reinigung in Form der gegenseitigen Vergebung und die Bereitschaft zum niedrigsten Dienst aneinander an. „Denn ein Beispiel habe ich euch gegeben, dass auch ihr tut, wie ich euch getan habe“.
Soll solch ein Liebesdienst auch einem Menschen wie Judas, der ein Verräter ist, gelten? Offensichtlich ja. Jesus lässt zudem keinen Zweifel aufkommen, dass er Herr und Auftraggeber ist und die Jünger seine Gesandten, die es ihm gleichtun sollen. „Ein Diener oder Sklave ist nicht größer als sein Herr und ein Bote bzw. ein Gesandter nicht größer als sein Auftraggeber“. Er fährt fort: „Weil ihr solches wisst, seid ihr selig, wenn ihr es tut“.
Mit der Fußwaschung der Jünger begeht Jesus vordergründig einen ungeheuerlichen Verstoß gegen die gesellschaftliche Etikette, was die Reaktion des Petrus erklärt. Petrus scheint nicht der Einzige zu sein, der nicht versteht, was hier gerade abläuft. Dass Jesus den Begriff „waschen“ im geistlichen Sinne gebraucht, kommt den Jüngern offensichtlich nicht in den Sinn, obwohl die symbolische Bedeutung der Reinigung im Judentum bekannt war, es also um die Reinigung von Sünden geht.
Dass Jesus auch die Füße von Judas wäscht, bezeugt nicht nur seine bedingungslose Liebe zu den nach Gottes Urteil sündigen Menschen, sondern auch, dass er schon früh wusste, dass Judas ihn verraten wird. Jetzt steht dessen Enthüllung und die Ausführung seines Planes, Jesus zu verraten und ihn an die religiöse Elite auszuliefern, nahe bevor. Darauf will Jesus die Jünger vorbereiten. Mit dem Satz „Ich weiß ja, wen ich auserwählt habe“ macht er unmissverständlich klar, dass der Verräter zur Auswahl der Zwölf gehört.
Das mag überraschen, dass Jesus seit der Berufung der Jünger weiß, wer der Verräter ist. Warum hat er Judas trotzdem berufen? Damit sich die Schrift erfüllt, wie Jesus sagt! Die Schrift ist das Gesamtwerk der heiligen Schriften Israels. Sie redet von Gott und ist wahr. Sie ist prophetisch und muss daher erfüllt werden. Die konkrete Schriftstelle, um die es hier in Vers 18 geht und auf die Jesus zurückgreift, ist aus dem messianischen Psalm Davids (Psalm 41, Vers 10): „Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich mit Füßen!“
Das gemeinsame Brotessen bei jener Mahlgemeinschaft deutet eine tiefe gegenseitige Beziehung untereinander an. Umso schlimmer ist der Verrat desjenigen, der mit am Tisch sitzt. Bis heute bleibt es wohl eine der schmerzhaftesten Erfahrungen, wenn aus den eigenen Reihen ein Verräter oder eine Verräterin hervorgeht. Noch schmerzhafter ist es, wenn dieser oder jene aus der Gemeinschaft begnadigter Sünder, sprich der christlichen Gemeinde, kommt.
Bevor es zu dem Verrat kommt, sagt Jesus: „Jetzt schon sage ich’s euch, bevor es geschieht, damit ihr glaubt, dass ICH es bin, wenn es eintritt“ (V. 19). Was bedeutet diese Aussage? Jesus sagt ja nicht: „… damit ihr nicht überrascht seid, wenn es eintritt.“
Dies ist nur vom Alten Testament her zu verstehen. Im Buch Jesaja, Kapitel 43, Vers 10 steht folgendes: „… damit ihr mir glaubt, dass ICH es bin.“
Daran wird die Größe Gottes erkannt, dass Gott die Zukunft im Gegensatz zu falschen Propheten richtig ankündigt. Gott als der einzige, lebendige Gott wird daran erkannt und gewinnt dadurch Vertrauen, dass er der Verkünder der Zukunft ist. Und das ist gerade Jesus! Jesus deutet Jesaja 43, Vers 10 also auf sich. Die Jünger sollen Jesus an der richtigen Prophetie erkennen und glauben, dass Jesus Gott ist – ein Messias göttlicher Natur. So dient dieser kleine Vers nicht nur der Vorbereitung der Jünger auf das, was kommen wird, sondern auch der Selbstoffenbarung Jesu.
Jesus unterstreicht als Nächstes, wie wichtig es ist, Gottes Gesandte aufzunehmen. Wer sie ablehnt, kämpft im Grunde gegen Gott. Von daher erhält der Verrat eine zusätzliche Bedeutung: Er ist nicht nur ein Vertrauensbruch, sondern zugleich aktiver Kampf gegen Gott. „Wer den aufnimmt, den ich senden werde, der nimmt mich auf. Wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat“.
Soll heißen: Im Jünger oder in der Jüngerin erscheint Jesus selbst. Wer einen bevollmächtigten Jünger bzw. eine Jüngerin ablehnt, lehnt Jesus ab. Wer ihn oder sie aufnimmt, nimmt Jesus auf.
Diese Regel gilt auch im Hinblick auf Jesus selbst: „Wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat, also Gott, den Vater“. Ein Jünger, der ihn verlässt oder verrät, lehnt letztendlich Gott ab. Judas hört quasi mit eigenen Ohren, dass er im Begriff steht, gegen Jesus und damit gegen Gott zu handeln.
Wie Jesus gehe ich jetzt „in medias res“ und fasse zusammen: Jesu Tod am Kreuz für die Sünden der Welt ist auch ein Liebesdienst an mir. Die persönliche Annahme dessen, was Jesus für mich getan hat, bringt mich in Beziehung zu Gott. Durch Jesu Blut wird mir Vergebung meiner Sünden geschenkt. Ich bin mit Gott versöhnt und gerechtfertigt vor Gott, also um Jesu Heilstat willen Gott „recht“. Aufgrund der Beziehung zu Gott bin ich Jesu Jüngerin und somit beauftragt, die gute Botschaft Gottes weiterzugeben, damit auch andere zum Glauben an Jesus finden.
Autor: Aline Jung
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By ERF - Der Sinnsender5
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Nachdem Jesus die Füße der Jünger gewaschen und sich wieder angekleidet hat, geht er direkt „in medias res“, das heißt, er kommt gleich zur Sache und fragt in die Runde: „Versteht ihr, was ich euch getan habe?“ Anders gefragt: „Habt ihr erfasst, welche Bedeutung ich dem Ritus der äußeren Fußwaschung habe zukommen lassen?“
Jesus stimmt Petrus in einem Punkt zu und sagt: „Ihr nennt mich Lehrer und Herr, und ich bin es auch – und doch habe ich euch die Füße gewaschen“. Damit bekräftigt er, dass ein Schüler nicht über seinem Lehrer steht, ebenso wenig wie ein Sklave gegenüber seinem Herrn eine überragende Stellung hat.
Damit nicht genug, Jesus erhebt „Füße waschen“ regelrecht zur Pflicht. Es soll nicht von Lust oder Laune abhängen, anderen in Liebe zu dienen. Jesus spricht hier die gegenseitige Reinigung in Form der gegenseitigen Vergebung und die Bereitschaft zum niedrigsten Dienst aneinander an. „Denn ein Beispiel habe ich euch gegeben, dass auch ihr tut, wie ich euch getan habe“.
Soll solch ein Liebesdienst auch einem Menschen wie Judas, der ein Verräter ist, gelten? Offensichtlich ja. Jesus lässt zudem keinen Zweifel aufkommen, dass er Herr und Auftraggeber ist und die Jünger seine Gesandten, die es ihm gleichtun sollen. „Ein Diener oder Sklave ist nicht größer als sein Herr und ein Bote bzw. ein Gesandter nicht größer als sein Auftraggeber“. Er fährt fort: „Weil ihr solches wisst, seid ihr selig, wenn ihr es tut“.
Mit der Fußwaschung der Jünger begeht Jesus vordergründig einen ungeheuerlichen Verstoß gegen die gesellschaftliche Etikette, was die Reaktion des Petrus erklärt. Petrus scheint nicht der Einzige zu sein, der nicht versteht, was hier gerade abläuft. Dass Jesus den Begriff „waschen“ im geistlichen Sinne gebraucht, kommt den Jüngern offensichtlich nicht in den Sinn, obwohl die symbolische Bedeutung der Reinigung im Judentum bekannt war, es also um die Reinigung von Sünden geht.
Dass Jesus auch die Füße von Judas wäscht, bezeugt nicht nur seine bedingungslose Liebe zu den nach Gottes Urteil sündigen Menschen, sondern auch, dass er schon früh wusste, dass Judas ihn verraten wird. Jetzt steht dessen Enthüllung und die Ausführung seines Planes, Jesus zu verraten und ihn an die religiöse Elite auszuliefern, nahe bevor. Darauf will Jesus die Jünger vorbereiten. Mit dem Satz „Ich weiß ja, wen ich auserwählt habe“ macht er unmissverständlich klar, dass der Verräter zur Auswahl der Zwölf gehört.
Das mag überraschen, dass Jesus seit der Berufung der Jünger weiß, wer der Verräter ist. Warum hat er Judas trotzdem berufen? Damit sich die Schrift erfüllt, wie Jesus sagt! Die Schrift ist das Gesamtwerk der heiligen Schriften Israels. Sie redet von Gott und ist wahr. Sie ist prophetisch und muss daher erfüllt werden. Die konkrete Schriftstelle, um die es hier in Vers 18 geht und auf die Jesus zurückgreift, ist aus dem messianischen Psalm Davids (Psalm 41, Vers 10): „Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich mit Füßen!“
Das gemeinsame Brotessen bei jener Mahlgemeinschaft deutet eine tiefe gegenseitige Beziehung untereinander an. Umso schlimmer ist der Verrat desjenigen, der mit am Tisch sitzt. Bis heute bleibt es wohl eine der schmerzhaftesten Erfahrungen, wenn aus den eigenen Reihen ein Verräter oder eine Verräterin hervorgeht. Noch schmerzhafter ist es, wenn dieser oder jene aus der Gemeinschaft begnadigter Sünder, sprich der christlichen Gemeinde, kommt.
Bevor es zu dem Verrat kommt, sagt Jesus: „Jetzt schon sage ich’s euch, bevor es geschieht, damit ihr glaubt, dass ICH es bin, wenn es eintritt“ (V. 19). Was bedeutet diese Aussage? Jesus sagt ja nicht: „… damit ihr nicht überrascht seid, wenn es eintritt.“
Dies ist nur vom Alten Testament her zu verstehen. Im Buch Jesaja, Kapitel 43, Vers 10 steht folgendes: „… damit ihr mir glaubt, dass ICH es bin.“
Daran wird die Größe Gottes erkannt, dass Gott die Zukunft im Gegensatz zu falschen Propheten richtig ankündigt. Gott als der einzige, lebendige Gott wird daran erkannt und gewinnt dadurch Vertrauen, dass er der Verkünder der Zukunft ist. Und das ist gerade Jesus! Jesus deutet Jesaja 43, Vers 10 also auf sich. Die Jünger sollen Jesus an der richtigen Prophetie erkennen und glauben, dass Jesus Gott ist – ein Messias göttlicher Natur. So dient dieser kleine Vers nicht nur der Vorbereitung der Jünger auf das, was kommen wird, sondern auch der Selbstoffenbarung Jesu.
Jesus unterstreicht als Nächstes, wie wichtig es ist, Gottes Gesandte aufzunehmen. Wer sie ablehnt, kämpft im Grunde gegen Gott. Von daher erhält der Verrat eine zusätzliche Bedeutung: Er ist nicht nur ein Vertrauensbruch, sondern zugleich aktiver Kampf gegen Gott. „Wer den aufnimmt, den ich senden werde, der nimmt mich auf. Wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat“.
Soll heißen: Im Jünger oder in der Jüngerin erscheint Jesus selbst. Wer einen bevollmächtigten Jünger bzw. eine Jüngerin ablehnt, lehnt Jesus ab. Wer ihn oder sie aufnimmt, nimmt Jesus auf.
Diese Regel gilt auch im Hinblick auf Jesus selbst: „Wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat, also Gott, den Vater“. Ein Jünger, der ihn verlässt oder verrät, lehnt letztendlich Gott ab. Judas hört quasi mit eigenen Ohren, dass er im Begriff steht, gegen Jesus und damit gegen Gott zu handeln.
Wie Jesus gehe ich jetzt „in medias res“ und fasse zusammen: Jesu Tod am Kreuz für die Sünden der Welt ist auch ein Liebesdienst an mir. Die persönliche Annahme dessen, was Jesus für mich getan hat, bringt mich in Beziehung zu Gott. Durch Jesu Blut wird mir Vergebung meiner Sünden geschenkt. Ich bin mit Gott versöhnt und gerechtfertigt vor Gott, also um Jesu Heilstat willen Gott „recht“. Aufgrund der Beziehung zu Gott bin ich Jesu Jüngerin und somit beauftragt, die gute Botschaft Gottes weiterzugeben, damit auch andere zum Glauben an Jesus finden.
Autor: Aline Jung
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