ERF Plus - Bibel heute

Schön wär‘s!


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Das Königsgesetz und die Macht – ein aktueller Blick

Am Tag, als ich die ersten Gedanken für diese Andacht sammelte, meldete die Tagesschau: „Atom-Deal macht den amerikanischen Präsidenten reicher. Er steigt mit seiner Firma ins Kernenergiegeschäft ein. Das steigert sein Vermögen um 500 Millionen Dollar – und lässt die Grenzen zwischen Amt und persönlichen Interessen weiter verschwimmen."

Im gerade gelesenen Königsgesetz des Alten Testaments steht: „Nur dass er nicht viele Rosse halte und führe das Volk nicht wieder nach Ägypten, um die Zahl seiner Rosse zu mehren … er soll auch nicht viele Frauen nehmen, dass sein Herz nicht abgewandt werde, und soll auch nicht viel Silber und Gold sammeln."

Als die Israeliten zum Propheten Samuel kamen und ihn baten: „Setze nun einen König über uns, der uns richte, wie ihn alle Völker haben", missfiel es ihm und er betete zu Gott, um ihn zu fragen, wie er darüber dachte. Gott antwortete: „Gehorche der Stimme des Volkes, doch warne sie und verkündige ihnen das Recht des Königs, der über sie herrschen wird." Samuel tat es und setzte den ersten König, Saul, ein. Aber er sagte ihnen auch, dass die ganze Sache für sie sehr teuer werden wird.

 

Schön wär's – und doch gibt es Ausnahmen

Schön wär's. Wenn die Könige und Herrscher so wären, wie es das Königsgesetz beschreibt. In der Regel handeln sie nicht so, sondern unterdrücken oft das Volk und mehren ihren eigenen Besitz.

Schön wär's … nein: Schön ist's. Denn es gibt keine Regel ohne Ausnahme. Gott sei Dank gibt es Menschen, denen ein Amt anvertraut ist und die es dann auch – im Gehorsam gegenüber Gott – zum Wohl der Menschen ausüben. Und es ist schön, dass ich einige, mehr auf den unteren Ebenen der Politik, kenne, die so leben.

An der Stelle denke ich zurück an meinen Militärdienst in der Schweiz. Und dabei an einen Offizier. Der Offizier war weder König noch Politiker. Aber bei vier Begegnungen erlebte ich ihn persönlich und kann sagen: Er hat sich an das, was hier im Königsgesetz steht, gehalten. Seine Stellung hat er nicht für private Bereicherungen missbraucht und stand seinen Untergebenen sehr nahe. Ich erinnere mich an einen Appell mit 2.000 Soldaten, wo er fragte, was das Wichtigste in der Ausrüstung sei.

Nach Antworten wie: Das dienstbereite Gewehr, die sorgfältig gepflegten und marschbereiten Schuhe, die vollständige Gasmaske, … holte er eine Gideon-Bibel aus seiner Brusttasche und sagte: „Das ist alles wichtig; aber im Ernstfall gibt es etwas, was noch wichtiger ist: Gottes Wort, die Bibel."

 

Beten für die Obrigkeit – was einfache Christen tun können

Schön wär's; denn Menschen wie dieser Offizier sind die Ausnahme und leider nicht die Regel. Viele, denen Macht gegeben ist, nutzen sie zu ihren Gunsten aus.

Und ich frage: „Was kann ich da als einfacher Christ tun?"

Als ich 2012 meinen letzten Dienst als Pastor antrat, starteten meine Frau und eine Mitbeterin einer anderen Gemeinde das „Gebet für die Stadt". Sie nahmen die Worte aus Jeremia 29 ernst: „Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum Herrn." Genauso wie die Worte im 1. Timotheus, 2. Dort steht: „So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit." Paulus meinte damit nicht nur unser Wohlergehen, sondern auch die Offenheit der Regierung. So dass wir auch Gelegenheit haben, den Menschen von Gott, unserem Heiland, zu erzählen, „welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen" und Jesus Christus, seinen Sohn, kennenlernen.

Ist es ein Zufall, dass in unserer Stadt geht, was anderswo nicht gelingt, und Stadträte aus völlig verschiedenen Parteien zum Wohl der Stadt zusammenarbeiten? Der Ortsname wird nicht genannt. Und ist es ein Zufall, dass die Verantwortlichen der Stadt und Kultur uns schon mehrfach gebeten haben, beim Weihnachtsmarkt als Christen präsent zu sein? Gott hat unserer Stadt gute Leute geschenkt; aber vieles geschieht auch durch das anhaltende Gebet treuer Christen.

Ich frage noch einmal: „Was kann ich da als einfacher Christ tun?"

Zusammen mit anderen Christen kann ich Brüder und Schwestern unterstützen und für sie beten, wenn sie bereit sind, ein öffentliches Amt in der Regierung oder der Gesellschaft anzunehmen. Sie tun das, was ich vielleicht nicht kann, und ich bete für sie, dass sie die Kraft behalten, bei ihrem Dienst nach dem Willen Gottes zu handeln.

Und ich kann, nach meinen Möglichkeiten, Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen. Dafür muss ich nicht König, sondern kann ein einfacher Mensch unter Menschen sein.

 

Einladung zum Glauben an Jesus Christus

Darf ich Sie, liebe Hörer, noch einmal mit zurück zu dem Offizier nehmen, von dem ich erzählt habe? Im gelesenen Königsgesetz steht: „Und wenn er nun sitzen wird auf dem Thron seines Königreichs, soll er eine Abschrift dieses Gesetzes, wie es den levitischen Priestern vorliegt, in ein Buch schreiben lassen. Das soll bei ihm sein, und er soll darin lesen sein Leben lang, damit er den HERRN, seinen Gott, fürchten lernt, dass er halte alle Worte dieses Gesetzes und diese Rechte und danach tue."

Beim ersten Christustag in Bern bezeugte der Offizier bei seinem Grußwort vor 50.000 Menschen seinen Glauben an Jesus Christus. Und er scheute sich nicht, die Zuhörer, die noch ohne Jesus lebten, zum persönlichen Glauben an ihn einzuladen.

Ich glaube an Jesus Christus. Und ich glaube, dass er gekommen ist, um das größte Problem, das wir haben, für uns zu lösen. Mit seinem stellvertretenden Leiden und Sterben am Kreuz. Denn durch unsere Schuld und unsere Sünden leben wir getrennt von Gott und werden darum das ewige Leben verpassen. Es sei denn, wir glauben, dass Gott uns liebt und uns durch das Handeln seines Sohnes, wenn wir an ihn glauben, annimmt. Paulus schreibt, nachdem er uns zum Gebet für die Obrigkeit aufruft, weiter: „Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für die Erlösung." Darum lade ich auch Sie ein, an diesen Jesus zu glauben und ihn persönlich in Ihr Leben aufzunehmen.

Autor: Pastor Fred Gilgen

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