Science Busters Podcast

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By Martin Puntigam, Martin Moder, Florian FreistetterComedyScienceEducation
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Science Busters Podcast episodes

  • SBP014 - Der Wurm im Augapfel sorgt für Verzückung
    Hilft Schnaps gegen Reisedurchfall und muss man eine Antiobikapackung ganz fertig essen

    SBP014 - Der Wurm im Augapfel sorgt für Verzückung

    Hilft Schnaps gegen Reisedurchfall und muss man eine Antiobikapackung ganz fertig essen

    Kurzbeschreibung

    Ausgabe 14 des Science Busters Podcasts: Alkohol als Begleiter der Medizin – als Vorbeugung von Infektionen, Hilfmittel nach Impfungen und als Verstärker von Antibiotika?

    Publikumsfrage: Ist vor oder nach Impfungen Alkohol trinken verboten

    Beim Reisen wird oft behauptet, regelmäßiger Konsum eines hochprozentigen Getränks könne die Häufigkeit von Reisedurchfällen senken.

    Seltsamerweise gibt es keine direkt vergleichenden Studien zu diesem brennenden (oder gebrannten) Thema.
    Zwei widersprüchliche Argumentationslinien treffen sich: einerseits hat Alkohol eine unbestrittene desinfizierende, Keim-abtötende Wirkung. Allerdings erst bei einer hohen Alkoholkonzentration, am besten 60% oder mehr. Zudem sollten Bakterien und der Alkohol ausreichend lange zusammentreffen, kurze Einwirkzeit reicht nicht

    Die andere Seite sind die schädlichen Wirkungen von Alkohol auf die Magenschleimhaut. Während schwachprozentige Getränke, vor allem Bier, die Magensäureproduktion ordentlich anheizen, ist sie bei Hochprozentigem eher reduziert. Auch wenn Sodbrennen nicht nett ist, Magensäure ist bakterizid und eine wichtige Barriere gegen eindringende Bakterien.

    Wer nun zur Vorbeugung von Durchfall jeden Bissen mit einen kräftigen Schluck Wodka begleitet, wir früher oder später mit der Todesursache Nr. 1 auf Reisen Bekanntschaft machen: nämlich Unfällen. Nur bei älteren Reisenden wird das noch vom Herzinfarkt übertroffen. Das verwundert allerdings nicht, schließlich sind die Herz-Kreislauferkrankungen ja auch zu Hause die häufigste Todesursache.

    Die Frage von Georg ist vor allem rund um die Coronaimpfung häufig aufgetaucht.

    Es wurden sogar Zeiträume bis zu 8 Wochen genannt, die man abstinent bleiben müsse, um ja eine gute Wirkung der Impfung zu gewährleisten.
    Allerdings war es kein Russe, der ein Alkoholverbot rund um die Impfung ausgesprochen hat, wie leider fälschlicherweise im Podcast behauptet, sondern eine Russin, dafür 2 Wochen vor bis 6 Wochen nach der Impfung und nicht nur 4 Wochen danach

    Es ist unbestritten, dass chronischer Alklholmissbrauch das Immunsystem vielfältig schädigt.

    Aber ein Gläschen hat keine messbaren Auswirkungen, dagegen spricht daher gar nichts.

    Ein ärztliches Alkoholverbot bekommt man auch bei Antibiotika oft. Hier hat es tatsächlich einen handfesten Hintergrund. Manche Substanzen erzeugen in Kombination mit Alkohol äußerst unangenehme, ja teilweise sogar gefährliche Symptome

    Bei allen anderen Antibiotika jedoch stört Alkohol weder die Wirkung noch fördert er die Nebenwirkungen (in Maßen genossen natürlich)

    Räumen wir gleich noch mit einem anderen Antibiotikamythos auf: „Sie müssen es unbedingt FERTIG nehmen!“. Die Packungsgröße hat jedoch nichts mit der nötigen Behandlungsdauer zu tun, da spielen höchstens Marketingüberlegungen der Hersteller eine Rolle oder sie ist ohne größere Überlegungen gewählt. Wichtig für die Dauer der Behandlung ist die Art der Infektion, die man behandelt. Da gibt es eine Mindestbehandlungsdauer, die soll man einhalten. Mit der Anzahl der Tabletten in der Packung aber hat es nichts zu tun.
    Bei der Entwicklung von Antibiotika geht’s natürlich auch um die Frage, welche Dosis benötigt man und wie passt man sie an unterschiedliche Patient:innen an. Menschen sind ja nicht nur unterschiedlich groß sondern auch sehr unterschiedlich dick.

    Man verwendet meist überlieferte Korrekturfaktoren, um bei schwer adipösen Personen zur richtigen Dosis zu kommen: 100% vom Idealgewicht plus 30% vom Übergewicht (=Fett).

    Wichtig für die Wirkung eines Antibiotikums ist die Konzentration am Ort der Infektion, also meist irgendwo im Gewebe. In der Haut oder im Muskel oder in einem Organ.
    Solche Gewebekonzentrationen sind aber leider schwer zu messen. Bei Medikamentenstudien mit freiwilligen Proband*innen muss man die Proben mittels Stanzbiopsien entnehmen. Da werden kleine Mengen Gewebe mittels einer Stanznadel, die etwa 1-2 mm Durchmesser hat, entnommen. Möglichst zu mehreren Zeitpunkten über einen längeren Zeitraum. Das ist nicht angenehm.
    Eleganter lässt sich das mit einer Mikrodialysesonde messen. Das ist eine dünne Sonde, die man mittels einer Nadel ins Gewebe sticht, zB. in den Oberschenkel. An der Spitze hat sie eine semipermeable Membran, über die alle im Gewebe gelösten Substanzen, eben auch das Antibiotikum, das die Person genommen hat, in die Spüllösung diffundieren, mit der die Sonde durchspült wird. So kann man schmerzfrei die Konzentrationsveränderungen des Antibiotikums im Gewebe über mehrere Stunden messen.

    Bei schwer übergewichtigen Menschen sieht man bei solchen Messungen, dass sie Dosierungen benötigen, die auf das gesamte Körpergewicht berechnet wurden, nicht reduziert um irgendwelche Korrekturfaktoren. Nur so kommen ausreichend hohe Gewebekonzentrationen zustande. Dadurch entstehen aber kurzfristig sehr hohe Spitzenspiegel im Blut, die durchaus für mehr Nebenwirkungen sorgen können.

    Live-Termine gibt es für die Science Busters auch wieder mal anzukündigen: Wir spielen unsere Klimawandelshow “Global Warming Party” am 19.9. in München. Und ab 15.9. startet die neue Fernsehstaffel auf ORF 1. Aufgezeichnet wird auch am 28. & 29.9. an der Uni Graz, am 29.9. sogar bereits die 100. Ausgabe der TV-Show. Wer dabei sein will, kann hier Tickets & Infos finden. Alle Termine und Ticket-Links gibt es auf sciencebusters.at. Martin Puntigam geht mit seinem Soloprogramm “Luziprack” zum 15jährigen Jubiläum in Österreich und Süddeutschland auf Tournee; Termine und Infos gibt es unter puntigam.at.

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    1 hr 6 min
  • SBP013 - Rasende Feuerkugel, süßsauer
    Was macht der Penis der Hefe, wenn Justus Liebig schaut & wer war der wichtigste Wissenschaftler, den niemand kennt

    SBP013 - Rasende Feuerkugel, süßsauer

    Eine Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen

    In Ausgabe 13 des Science Busters Podcasts geht es um die Welt der Mikroorganismen. Wir können sie zwar nicht sehen und sie uns auch nicht. Aber das hält sie nicht davon ab, unsere Welt in jeglicher Hinsicht zu beeinflussen.

    Publikumsfrage: Können Bakterien in Gift leben

    Jakob hat uns eine sehr gute Frage gestellt. Vor allem weil man sie in zwei spannende Richtungen beantworten kann. 1) Gibt es Lebewesen, die mehr aushalten als wir? Und 2) Wir wissen ja, dass es auf anderen Himmelskörpern sehr viel lebensfeindlicher ist als auf der Erde. Wir können dort nicht leben - aber gibt es Lebewesen, die das vielleicht doch können und wenn ja, wo?

    Antwort 1: Wir Menschen sind Weicheier. Uns kann man leicht umbringen, wir halten nix aus. Aber die Mikroorganismen sind viel widerstandsfähiger als wir. Vor allem die Archäen, die wirklich cool sind und nicht umsonst zu den “Extremophilen” zählen. Dass es Archäen überhaupt gibt, hat Carl Woese erst in den 1960er Jahren entdeckt. Beziehungsweise hat man sie davor schon auch gekannt, allerdings für Bakterien gehalten. Dass es sich dabei um völlig andere Lebewesen handelt, die enger mit uns Menschen verwandt sind als die Bakterien, hat man allerdings erst dank moderner Gentechnik herausgefunden.

    Ein Beispiel für ein spannendes Archaeon ist Pyrobaculum calidifontis. Das heißt übersetzt “Feuerstäbchen aus der heißen Quelle”. Und in heißer Quelle auf Philippinen hat man es auch entdeckt. Es kann mehr als 90 Grad aushalten und Wasserstoffperoxid unschädlich machen. Das ist nicht nur praktisch für das Archaeon, sondern auch für uns Menschen, weil wir uns seine chemischen Tricks für unsere Wirtschaft zunutze machen können. Zum Beispiel bei der Herstellung von Kleidung.

    Oder Halobacterium noricense. Das hat man in einem Salzbergwerk bei Altaussee entdeckt, hunderte Meter tiefe Salzschicht. Es setzt bei Kontakt mit radioaktiven Materialen Phospat frei und kann radioaktives Material binden. Wenn uns also wirklich nichts besseres für unseren Atommüll einfällt, als ihn irgendwo zu verbuddeln, könnte dieses Archaeon als Wächter dienen, falls doch mal was damit passiert.

    Und um Jakobs Frage noch explizit zu beantworten: Im Jahr 2010 hat die NASA behauptet, ein Bakterium entdeckt zu haben, dass nicht nur in einem Arsenhaltigen See lebt, sondern das giftige Arsen sogar zum Aufbau seiner DNA nutzen kann. Das wäre eine Sensation gewesen, war aber leider trotzdem falsch. Aber dennoch gilt: Es gibt jede Menge Bakterien, die dort leben können, wo es für uns giftig ist.

    Antwort 2: Können Mikroorganismen auf anderen Himmelskörper leben? Vermutlich. Wir haben aber noch nix entdeckt. Aber wenn, dann ist der Saturnmond Enceladus ein guter Kandidat für eine Suche. Dort gibt es Kryovulkanismus mit Schneematsch statt Lava. Dort hat man auch Methan gefunden und all das könnte bedeuten, dass im Wasserozean unter der Eisdecke Enceladus’ Mikroorganismen leben. Ruth-Sophie Taubner von Uni Linz hat das Archaeon Methanothermococcus okinawensis untersucht. Es wurde in derTiefsee entdeckt, lebt bei hydrothermalen Quellen bei mehreren 100 Grad heißen Wasser und macht aus CO2 und Wasserstoff Methan. Könnte es das auch auf Enceladus tun? Das hat Taubner im Labor nach- und festgestellt: Es klappt! Um zu checken ob es “Alien-Archaen” gibt, müsste man aber auf Enceladus landen und unters Eis schauen.

    Die Forschungsarbeit von Taubner kann man hier nachlesen. Über Kryovulkanismus kann man sich in einer Folge von Florians Sternengeschichten weiter informieren. Und das Buch über die Taxonomie heißt “Die Kunst der Benennung”, ist von Michael Ohl und sehr empfehlenswert.

    Wer auch Fragen an uns stellen will, tut das am besten über unseren Instagram Account oder per Email an [email protected]

    Eine Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen

    Florian erzählt deswegen so viel über Mikroorganismen, weil er gemeinsam mit Helmut Jungwirth ein Buch darüber geschrieben hat: “Eine Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen”. Es ist sehr gut und erzählt 100 Geschichten über Mikroorganismen. Es ist kein Buch über Medizin, schon gar keines über Corona oder Krankheiten. Sondern ein Buch über die Vielfalt der Welt und die Vielfalt der unsichtbaren Lebewesen, denen die Welt eigentlich gehört; sind zahlenmäßig weit überlegen und überall zu finden. Es geht um Religion und die Feiertage, die wir den Bakterien verdanken. Es geht um Bier und angeblich Alkohol urinierende Pilze, es geht um Raumfahrt und Außerirdische, um Kunst und Architektur, um die Vergangenheit, die Zukunft, die Entstehung der Welt und den Weltuntergang. Um alles quasi.

    Nobelpreis haben Florian und Helmut dafür noch nicht bekommen, aber im Buch eine Geschichte über die Mikroalge Vibrio paxillifer erzählt, deren Skelette Alfred Nobel zur Sprengstoffherstellung verwendet und damit das Vermögen verdient hat, um die Nobelpreise zu stiften. Eine Leseprobe des Buchs gibt es hier

    Empfehlungen: Klima und Chemie

    Florian empfiehlt diesmal seinen eigenen Podcast. Bzw. seinen neuen Podcast “Das Klima”, den er gemeinsam mit der Meteorlogin und Professorin für Wissenschaftskommunikation Claudia Frick betreibt. Beide lesen den aktuellen Sachstandsbericht des Weltklimarates und fassen den Inhalt allgemeinverständlich zusammen. Da der Bericht fast 4000 Seiten lang ist, dauert das ein paar Folgen lang. Aber dafür weiß man danach auch fast alles über das Klima, was es zu wissen gibt.

    Das Buch kann man sich von den beiden Autoren am 14. September in der Thalia Buchhandlung Wien Mitte vorstellen lassen.

    Was man auch verstehen sollte, ist Chemie. Dazu empfiehlt Florian den Podcast “Stimmt die Chemie” der Chemikerinnen Antonia und Sophie. Kurze, launige Folgen mit jeder Menge Wissen aus der Chemie.

    Live-Termine gibt es für die Science Busters auch wieder mal anzukündigen: Wir spielen die Show “Corona special” Dienstag, 31.8. bei Usus am Wasser, in Wien, an der Neuen Donau 1. Unsere Klimawandelshow “Global Warming Party” gibt es am 4.9. im Stadtsaal Wien, am 9.9. in Melk und am 19.9. in München. Am 10.9 feiern wir “80 Jahre Heinz Oberhummer”, im Theater im Park, unter anderem mit Josef Hader, Franz Viehböck und vielen mehr. Alle Termine und Ticket-Links gibt es auf sciencebusters.at. Martin Puntigam geht mit seinem Soloprogramm “Luziprack” zum 15jährigen Jubiläum in Österreich und Süddeutschland auf Tournee; Termine und Infos gibt es unter puntigam.at.

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    1 hr 9 min
  • SBP012 - Weltkulturerbe Manspreading
    Wie arg ist Sexualdimorphismus und wann gibt es Glück in der Wissenschaft

    **SBP007 - Menschen machen Evolution **

    Weltkulturerbe Manspreading

    Kurzbeschreibung

    Publikumsfrage: Warum machen sich Männer in der U-Bahn so breit? Können die nicht ihre Beine zusammenhalten?

    Autofronten sind Gesichter

    Kulturenvergleich Autofronten

    Wir betrachten Autos wie Gesichter

    Kognitive Algorithmen

    Overperception Error

    Empfehlungen

    [Die angekündigten Umfragen sind bereits abgeschlossen]

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    Musik: Stefan Plattner-Deisenberger

    56 min
  • SBP011 - Wie reizend ist ein Reizdarm
    Wieviel Karat hat ein iGEM und gibt es FODMAPs auch als App

    SBP011 - Wie reizend ist ein Reizdarm

    Wieviel Karat hat ein iGEM und gibt es FODMAPs auch als App

    Ausgabe 11 des Science Busters Podcasts: Kabarettist Martin Puntigam und Denise Schaffer, Technische Chemie, und die Magdalena Haller, Biotechnologie, erklären, was man tun muss, um die Goldmedaille in iGEM zu gewinnen, welche Alkohole man bei gereiztem Darm nicht essen sollte und wer die vielen Videos anschaut, die beim PCR-Test "Alles gurgelt" entstehen.

    Publikumsfrage: Verzicht von FODMAPs oder Gluten?

    Anna hat eine Frage zum Thema Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten: Gibt es Studien zu den Auswirkungen beim Verzicht von Gluten oder FODMAPs bei Personen ohne (nachgewiesener) Nahrungsmittel-Unverträglichkeit?

    Um diese Frage zu klären müssen erstmal einige Begriffe geklärt werden:

    FODMAPs

    FODMAPs (Fermentierbare Oligo, Di, Monosaccharide und Polyole) sind unverdauliche kleine Kohlenhydrate (und Alkohole) bestehend aus 1-10 Zuckern. Damit haben FODMAPs aus biochemischer Sicht gar nichts mit Gluten, einem Eiweiß, zu tun. . Die bekanntesten FODMAPs sind wohl die Fructose, ein Monosaccharid (so nennen Chemiker:innen einen Einfachzucker), das v.a. in Obst vorkommt, sowie Lactose, ebenfalls ein Zucker, der in Milchprodukten enthalten ist. Daneben gibt es noch ganz viele andere Lebensmittel mit hohem FODMAP-Gehalt, wie Weizen, Roggen, Zwiebel, Knoblauch, Sojabohnen, Erbsen oder grüne Paprika. Trotz der Vielzahl an Lebensmittel, in denen FODMAPs in hohen Konzentrationen vorkommen, haben die meisten Menschen noch nie von FODMAPs oder FODMAP-Unverträglichkeiten (abgesehen von Lactose-Intoleranz) gehört.

    Reizdarmsyndrom

    FODMAPs können jedoch das sogenannte Reizdarmsyndrom auslösen (englisch: Irritable Bowel Syndrome, abgekürzt IBS). Das ist eine Funktionsstörung des Darms mit Symptomen wie Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Depression etc. Als Behandlung werden Diäten vorgeschlagen. In einem Review von italienischen WissenschaftlerInnen vom letzten Jahr wurden die bisherigen Studien zusammengefasst und es zeigt sich in mehreren randomisierten Doppel-Blind-Studien, dass der Verzicht von FODMAPs in einer sogenannten Low-FODMAP Diät (LFD) diese Symptome tatsächlich verbessern können.

    Neben der LFD gibt es auch Studien zu Darm-gezielten Hypnotherapie, welche zeigen, dass scheinbar auch die Psyche eine nicht ganz so kleine Rolle beim Reizdarmsyndrom spielt. Es ist eigentlich schon lange bekannt, dass die Psyche auf die Verdauung schlagen kann, aber trotzdem muss man diese Studien auch kritisch betrachten, weil es sich hier nicht um Blind-Studien handelt - es besteht also die Möglichkeit, dass die Wissenschaftler durch ihre Erwartungen die Ergebnisse beeinflusst haben.

    Vorteile und Nachteile von Low-FODMAP Diäten

    Zu den FODMAPs zählen auch viele präbiotische Kohlenhydrate und Polyole, also Stoffe die das Wachstum und die Aktivität der Darm-Bakterien (z.B. Bifidobakterien) stimulieren. Darum wurde vermutet, dass eine Low-FODMAP Diät die Anzahl der Bifidobakterien im Darm und darüber auch die Darmgesundheit beeinflussen könnte.

    Allerdings führt die Reduktion der Bifidobakterien bei einer Low-FODMAP Diät offenbar zu keinen nachteiligen Effekten, hat keinen Effekt auf die Diversität des Mikrobioms und die Reduktion der Bakteriendichte dürfte sich sogar positiv auf die Darm-Gesundheit auswirken.

    Das Problem ist jedoch, dass die LFD eine sehr strikte Diät ist und auf keinen Fall ohne einen Diätologen begonnen werden sollte!

    Gluten ist ein Eiweiß, das in einigen Getreidesorten, wie Weizen, enthalten ist. In den letzten Jahren hat es einen ziemlich schlechten Ruf bekommen, der allerdings unbegründet ist. Der menschliche Körper braucht zwar kein Gluten, aber die meisten Menschen vertragen es problemlos. Nur bei bestimmten Autoimmunkrankheiten wie Zöliakie muss wirklich auf Gluten verzichtet werden. Bei einer Gluten-freien Diät (GFD) besteht die Gefahr, dass zu wenige Ballaststoffe und Proteine, aber auch potentiell zu wenig Vitamine, wie B-Vitamine und Folsäure, aufgenommen werden, dafür wesentlich mehr Fette und Zucker. Alternativen in der GFD sind Reis und Fisch, welche jedoch metall-belastet sind und es so zu einer höheren Aufnahme von Arsen, Cadmium, Quecksilber und Blei kommt.

    Es zeigen allerdings auch einige Studien, dass eine GFD positive Effekte auf Diabetes Typ 1, Schuppenflechte und MS haben könnte. Hierbei fehlen jedoch noch randomisierte Doppelblindstudien.

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    iGEM

    iGEM (international genetically engineered machine) ist ein jährlich stattfindender Wettbewerb im Bereich der synthetischen Biologie mit jährlich mehr als 300 Teams (353 im Jahr 2019) aus der ganzen Welt, welche mit ihren Projekten und mit Hilfe von synthetischer Biologie versuchen, eine bessere Welt zu schaffen. Ziel von iGEM ist es, der Gesellschaft synthetische Biologie bzw. Bioengineering besser und vor allem sicher zur Verfügung zu stellen und die transparente Entwicklung der Methoden zu fördern.

    Eine weitere typische Eigenschaft von iGEM ist, dass alle Ergebnisse offengelegt und frei verfügbar für akademische Labore sind. Die Registry von iGEM enthält dabei bereits über 20.000 genetische Standard-Bausteine, sogenannte Parts. iGEM stellt damit einen wesentlichen Bestandteil der wissenschaftlichen Forschung.

    Das Wiener iGEM Team 2021, bestehend aus 26 Studierenden, möchte eine neuen Therapie-Ansatz bei FODMAP-Unverträglichkeit entwickeln und konzentriert sich dabei auf Fructane, Polysaccharide aus mehreren Fructose-Bausteinen. Ihr Ziel ist es, auf bisher vernachlässigte Darmerkrankungen wie das Reizdarmsyndrom aufmerksam zu machen, sodass in Zukunft mehr Behandlungsalternativen für Betroffenen geschaffen werden.

    Weitere Quellen

    UN Nachhaltigkeitsziele

    Gluten, Review 2017
    Gluten-verwandte Störungen, Review 2020
    Gluten-freie Diät, Review 2020
    Gluten-freie Diät, Review 2018
    Non-Celiac Gluten Sensititivy (NCGS), Review 2021
    NCGS vs. Reizdarmsyndrom, Review 2017
    NCGS vs. Reizdarmsyndrom, Review 2021
    Glutenfreie Diät bei Diabetes und Zöliakie, 2021

    Empfehlungen

    Informationen zu FODMAPs hat das Institut für Mikroökologie in Herborn, Deutschland, in Form eines kurzen Videos aufbereitet. Das Video gibt es hier.

    Ein längeres Video zum Thema Reizdarmsyndrom und FODMAPs aus dem Jahr 2017 vom Krankenhaus Waldfriede, Deutschland.

    Kontakt und weitere Infos

    iGEM Vienna 2021

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    Das Promotionvideo, welches das diesjährige Projekt vorstellt gibt es hier. Achtung Disclaimer: Es handelt sich bei Friendzyme lediglich um ein Studierenden-Projekt, nicht um ein tatsächlich erhältliches Produkt.

    Beginnend mit Anfang August gibt es eine Umfrage zum Thema FODMAPs Unverträglichkeiten.

    Außerdem werden Personen mit FODMAPs Unverträglichkeiten bzw. Reizdarmsyndrom gesucht, die bereit wären, an einem Interview mit uns, dem Wiener iGEM Team 2021, teilzunehmen. Bei Interesse, bitte einfach über unseren Instagram Account melden, oder ein Email an [email protected] schreiben.

    Bis Herbst gibt es einen monatliche Newsletter vom Wiener iGEM Team 2021, dafür anmelden kann man sich hier.

    Weiterführende Informationen zu König Sejong und sein koreanisches Alphabet “Hangeul” oder die Geschichte und Kultur Koreas allgemein sind auf der Website des Koreakulturhauses in Wien oder auf der Website der koreanischen Tourismusorganisation.

    Weiterführende Informationen zum “Alles Gurgelt” Projekt und der Lifebrain COVID Labor GmbH gibt es hier und hier.

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    iGEM Vienna 2021 dankt all seinen Sponsoren für die großzügige Unterstützung.

    1 hr 5 min
  • SBP010 - Gute Bewertung in Eichhörnchen-Tripadvisor
    Wie venusähnlich ist die Erde und kann man in der habitablen Zone immer überleben?

    SBP010 - Gute Bewertung in Eichhörnchen-Tripadvisor

    Wie venusähnlich ist die Erde und kann man in der habitablen Zone immer überleben

    Ausgabe 10 des Science Busters Podcasts: Kabarettist Martin Puntigam und Astronom Florian Freistetter besprechen, warum es auf der Venus zu wenig Stauraum gibt, wie erdähnlich eine zweite Erde sein muss und ab wann man die silberne Treuenadel vom Tourismusverband Mars bekommt. Mit Baumfuchsvisite live!

    Publikumsfrage: Was ist eine zweite Erde?

    Toni möchte gerne wissen, wie das mit der “zweiten Erde” ist? Was ist das, wann ist ein Planet eine zweite Erde und was führt dazu, dass ein Planet so wie die Erde wird oder nicht.

    Die Sache mit der “zweiten Erde” ist vor allem nervig für die Astronomie. Denn die Medien kriegen regelmäßig einen Rappel, wenn irgendwo ein Planet entdeckt wird, der eventuell erdähnlich sein könnte und verkünden mit Begeisterung die Entdeckung der “zweiten Erde”. Daran ist die Astronomie aber nicht ganz unschuldig. Denn der Begriff “terrestrial planet”, also “erdähnlicher Planet” ist ein Fachwort, das etwas anderes bedeutet, als man es sich außerhalb der Astronomie vorstellt. “Erdähnlich” ist zum Beispiel auch der Mars oder die Venus. Deswegen klären wir im Podcast zuerst einmal die Nomenklatur und die unterschiedlichen Arten von Planeten. Es geht lange um “Gasriesen”, was aber Teil der Antwort auf Tonis Frage ist, denn wenn ein Planet zu viel Masse hat, ist ihm ein Leben als Gasriese sicher und nicht als “zweite Erde”. Dazu braucht es sowieso noch viel mehr: Eine passende Atmosphäre, tektonische Aktivität, und so weiter.

    Es wird wohl irgendwo dort draußen eine echte “zweite Erde” geben. Noch sind wir technisch aber nicht in der Lage, sie auch zu finden. Das wird erst mit der nächsten Generation an Teleskopen gehen. Mit dem “Extremely Large Telescope (ELT)” der Europäischen Südsternwarte zum Beispiel oder dem “James Webb Space Telescope (JWST)”, das Ende des Jahres - hoffentlich! - ins All fliegen wird.

    Das im Podcast erwähnte Buch von Andrew Hunter Murray_ heißt “The Last Day” und doch bereits auch in deutscher Übersetzung erhältlich und wirklich sehr lesenswert.

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    Doppelvenus

    Um zu verstehen, was einen Planeten zu einer “zweiten Erde” macht und was ihn daran hindert, lohnt es sich, unsere beiden Nachbarn im All anzusehen. Rein technisch gesehen könnten nämlich auch Venus und Mars “erdähnlich” sein. Nach ihrer Entstehung waren alle drei Planeten einander sehr ähnlich. Überall gab es flüssiges Wasser; überall herrschten vermutlich lebensfreundliche Bedingungen. Heute ist nur noch die Erde lebensfreundlich, die Venus wurde zur Hitzehölle und der Mars zu einer Eiswüste. Den Mars haben wir in den letzten Jahrzehnten sehr intensiv erforscht; die Venus leider nicht so. Aber jetzt geht endlich was weiter! Die NASA hat sich auf zwei neue Missionen zur Venus festgelegt, die ESA auf eine. Wenn wir verstehen, was dazu geführt hat, dass die Venus heute so lebensfeindlich ist, verstehen wir auch, was die Erde so einzigartig macht. Die Venus ist aber viel schwerer zu erforschen als der Mars. Deswegen gab es auch so wenig Missionen dorthin. Es ist aber ein Fehler, so wenig Forschung dort zu machen und sich nur auf den Mars zu konzentrieren. Die Venus ist der Erde viel ähnlicher als der Mars. Man hat im letzten Jahr sogar kurz mal gedacht, dort Leben entdeckt zu haben! Das hat sich aber als Messfehler herausgestellt und vorerst ist es nix mit Leben auf der Venus. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Die Venusatmosphäre ist enorm komplex und wer weiß, ob da nicht doch irgendwas lebt. Wenn wir es herausfinden wollen, müssen wir dorthin fliegen. Was wir ja jetzt auch endlich wieder tun.

    Empfehlungen: Krautnah

    Florian empfiehlt diesmal, sich den Podcast Krautnah anzuhören. Darin geht es um Botanik, was an sich schon spannend genug ist. Immerhin gibt es auch viel mehr Pflanzen als Menschen. Aber auch aus astronomischer Sicht ist es wichtig, sich mit Pflanzen zu beschäftigen. Im Krautnah-Podcast gibt es außerdem noch Gartentipps und wunderbar gute schlechte Wortspiele in den Folgentiteln. Unbedingt anhören.

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  • SBP009 - Wolfram hebt richtig geil ab
    Über Hagelfliegen und das Bohren harter Bretter

    SBP009 - Wolfram hebt richtig geil ab

    Ausgabe 9 – Hagel und Hartmetall - Kabarettist Martin Puntigam und Chemiker Peter Weinberger klären:

    Wieso ist Hagelfliegen so eine unvorhersehbare Erfolgsgeschichte? Was passiert eigentlich in Gewitterwolken und was hat es so mit Keimen auf sich?

    Bildung für Keime? Oder doch lieber Keimbildung?

    Außerdem: Eine Hommage an eines der härtesten Metalle der Welt, Wolfram. Wie es gefördert und hergestellt wird, was man daraus macht und wieso WC kein stilles Örtchen der Chemiker ist.

    Quellen:

    Bildung von Hagelkörnern

    Hagelabwehr

    Hagelkanonen und (https://www.wlbt.com/story/3608868/residents-protest-hail-cannons/)

    Wolfram

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  • SBP008 - Flüssiger Arsch, genetisch optimiert
    Wie viele Immunsysteme hat der Mensch und welches hat wann Dienst

    SBP008 - Flüssiger Arsch, genetisch optimiert

    Ausgabe 8 - Kabarettist Martin Puntigam und Molekularbiologe Martin Moder klären:

    Findet unsere Evolution noch statt? Wenn ja, wie schnell läuft sie ab und könnte das zu Mutationen wie bei den X-Men führen?

    Warum hatten KreationistInnen tatsächlich ein gutes Argument?

    Sollten wir den Menschen genetisch optimieren? Und falls ja, woher wissen wir, welche Veränderungen die richtigen sind?

    Das Verhaltens-Immunsystem – Warum führt die unbewusste Angst vor Infektion zu Fremdenfeindlichkeit? Und weshalb sind ausgerechnet Schwangere besonders anfällig?

    Und die große Erotik-Frage: Wie lässt sich mit dem Furzspray „Flüssiger Arsch“ das Liebesleben optimal gestalten?

    Quellen:

    Sichelzellenanämie und Malaria in Zentralafrika.

    Sauerstoffversorgung bei tibetischen Kindern.

    Junkfood-Toleranz in den USA.

    Schizophrenie und Kreativität: Studie 1, Studie 2.

    Leckeres Schokocremetörtchen getarnt als Kot.

    Schwangerschaft und Fremdenfeindlichkeit.

    Bereits das in Erinnerung rufen von Infektionsgefahren reicht aus, um Fremdenfeindlichkeit zu fördern.

    Bringt das Verhaltensimmunsystem heute noch Vorteile?

    Reinigungsrituale gegen Fremdenfeindlichkeit.

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  • SBP007 - Wal-Pflichtfach Evolution
    Kann man bei der Evolution zuschauen und warum darf der Birkenspanner wieder zur Fete Blanche

    **SBP007 - Menschen machen Evolution **

    bei der Evolution kann man doch zusehen

    Kurzbeschreibung

    Publikumsfrage: Warum entscheiden sich so viele Menschen keine Kinder zu haben, obwohl es ja in der Evolution darum geht, sich erfolgreich fortzupflanzen?

    Konrad Lorenz Forschungsstelle Grünau

    Mitforschen bei Citizen Science Projekten unter

    Birkenspanner Industriemelanismus

    Wale entkommen den Jägern

    Oder leichter verdaulich

    TCM Pflanze Fritillaria

    Oder leichter verdaulich

    Empfehlungen

    PhD und PostDoc gesucht für WWTF Projekt zur Auswirkung von Kunst- und Grüninstallationen im urbanen Raum. Projektleitung Helmut Leder & Elisabeth Oberzaucher

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    1 hr 6 min
  • SBP006 - Ganzheitlich gegen die Erderwärmung
    Sollen wir Erde mit Drogen klimafit machen oder lieber ordentlich schmieren?

    **SBP006 - **

    Sollen wir Erde mit Drogen klimafit machen oder lieber ordentlich schmieren?

    Ausgabe 6 des Science Busters Podcasts! Kabarettist Martin Puntigam und der Astronom Florian Freistetter erörtern: warum lässt CO² die Wärme rein, aber nicht mehr raus aus der Atmosphäre? Was ist besser - Geo-Engineering oder Space-Engineering? Und wird es noch ein Glück gewesen sein, wie die Populisten der Welt noch Klimawandelleugner waren?

    Publikumsfrage: Warum funktioniert CO2 nur in eine Richtung?

    Levine hat eine fundamentale Frage zum Treibhauseffekt: Warum lässt das CO2 die Wärme von der Sonne in Richtung Erde durch, die Wärme von der Erde in Richtung Weltall aber nicht mehr?

    Wenn man verstehen will, wie der Treibhauseffekt wirklich funktioniert, muss man sich auf die Ebene von Atomen und Molekülen begeben. Da werden die Dinge zwar etwas komplex, aber so ist es halt immer, wenn man etwas ganz genau betrachtet. Kohlendioxid ist ein Moleküle, das aus Atomen besteht und Moleküle können schwingen. Und zwar immer, wenn sie von irgendwo her Energie kriegen, zum Beispiel durch Kollisionen oder durch die Aufnahme von elektromagnetischer Strahlung. Sie können aber nicht einfach irgendwelche Energiemengen aufnehmen, sondern nur ganz konkrete Energiepakete (das sind die “Quanten” der Quantemechanik). Wenn die Energie genau dem Energieunterschied zwischen Schwingungszuständen entspricht, nehmen die Moleküle die Strahlung auf und geben sie wieder ab, wie kleine Antennen. Bei welcher Energie ein Molekül absorbiert hängt also von der Konfiguration ab. Die Sonne gibt Energie vor allem im Bereich des sichtbaren Lichts ab. Das ist dem CO2 egal; das passt nicht zu den Schwingungszuständen und deswegen geht das Sonnenlicht durch die Atmosphäre durch. Die Erde wird davon aufgewärmt und gibt diese Energie in Form von langwelliger Wärmestrahlung ab. Und die kann das CO2 durchaus aufnehmen, tut das auch und gibt sie in alle Richtungen wieder ab, unter anderem auch wieder zurück zur Erde. Weswegen es bei uns umso wärmer wird, je mehr CO2 in der Atmosphäre ist.

    Wie das mit den Molekülschwingungen und dem Treibhauseffekt aussieht, kann man sich in diesem Video anschauen; Florian hat zum Treibhauseffekt auch eine Folge seines “Sternengeschichten”-Podcast aufgenommen.

    Wer auch Fragen an uns stellen will, tut das am besten über unseren Instagram Account, per Twitter oder per Email an [email protected]

    Erde on ice

    Wenn zuviel CO2 in der Atmosphäre ist und wir es nicht schaffen, weniger freizusetzen: Kann man dann die Erde nicht anders kühlen? Das ist die Idee von “Geoengineering”. Das klingt beeindruckend, kann aber auch simple Konzepte wie die Aufforstung bezeichnen. Je mehr Bäume, desto mehr CO2 aus der Atmosphäre wird von ihnen gebunden. Bäume kann man aber nicht überall hinpflanzen und wenn man nicht aufpasst, dann verrottet das Holz und setzt das CO2 wieder frei. Andere Geoengineering-Konzepte beschäftigen sich damit, CO2 aktiv aus der Atmosphäre zu holen und im Boden zu vergraben. Oder spezielle Chemikalien in die Luft zu bringen, die Sonnenstrahlung reflektieren, damit nicht mehr so viel Wärme auf die Erde gelangt. Das Problem: Wenn wir an der Erde rumbasteln, kann alles mögliche passieren und wir wissen nicht, was. Vielleicht wird alles nur noch schlimmer. Deswegen gibt es auch Ideen, schon im All für weniger Sonnenstrahlung zu sorgen: Zum Beispiel in dem man eine Art riesige “Blende” zwischen Erde und Sonne setzt.

    Das hat der Astronom Roger Angel in seiner Arbeit “Feasibility of cooling the Earth with a cloud of small spacecraft near the inner Lagrange point (L1)” genauer angeschaut. 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt könnte man einen gigantischen Schwarm kleiner Raumfahrzeuge freisetzen, die aus einer sehr dünnen Folie bestehen. Die blockieren einen Teil des Sonnenlichts und bei uns wird es kälter. Dazu bräuchte man 20 Millionen Tonnen an Material, das von der Erde ins All gebracht werden muss. Das wird teuer, und mit normalen Raketen geht das nicht. Man bräuchte neue Methoden um Dinge ins All zu bringen, es kostet mindestens eine Billiarde Dollar und man muss sich mehr als 10 Jahre Zeit nehmen. Und selbst wenn man das alles schafft, ist nicht viel gewonnen.

    Geoengineering mag wie ein “Plan B” aussehen, den man haben sollte, wenn der Plan A des Klimaschutzes nicht funktioniert. Man behandelt damit aber nur die Symptome. Das CO2 bleibt weiterhin in der Atmosphäre. Die Ozeane sind weiterhin übersäuert. Und wenn wir irgendwann mit dem Geoengineering aufhören würden, würde der Klimawandel schlagartig und erst so richtig heftig einsetzen. Geoengineering kann man erforschen, aber als Klimaschutz nutzt es nichts.

    Die Studie über die Verbindung zwischen Geoengineering und populistischer Politik heißt übrigens “Solar Radiation Modification ‐ A “Silver Bullet” Climate Policy for Populist and Authoritarian Regimes?” und stammt von Axel Michaelowa von der Universität Zürich.

    Empfehlungen

    Die Empfehlung in dieser Folge besteht einerseits aus dem Hinweis auf das deutsche Projekt [“Klima vor Acht”(https://klimavoracht.de/), dessen Ziel es ist, Fernsehsender davon zu überzeugen, “wissenschaftlich fundierte Klimaberichterstattung zu produzieren, die täglich zur besten Sendezeit ausgestrahlt wird und so viele Zuschauer wie möglich erreicht.” Wie so etwas aussehen kann, kann man sich in mittlerweile schon fünf Demo-Folgen ansehen. Die Empfehlung sich das anzuschauen ergeht aber nicht nur an die Hörerinnen und Hörer des Podcasts. Sondern auch an das österreichische Fernsehen, wo “Klima vor Acht” (oder “Klima nach Acht”) auch dringend nötig wäre. Eine österreichische “Klima vor Acht”-Initiative gibt es derzeit noch nicht, sollte aber auf jeden Fall existieren.

    Das Buch von Mojib Latif, das Florian im Podcast erwähnt, heißt “Heißzeit” und ist die dritte Empfehlung in dieser Folge.

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    1 hr 6 min
  • SBP005 - Brazilian Vaccine
    Conan, the Bacterium und wer im Pandemie-Quartett Supertrumpf ist

    SBP005 - Brazilian Vaccine

    Ausgabe 5 – Sputnik und die ärgsten Viren! Kabarettist Martin Puntigam und Molekularbiologe Martin Moder klären:

    Ist damit zu rechnen, dass noch ärgere Pandemien folgen? Wie tödlich sind die anderen Viren, die draußen in der Wildnis nur darauf warten, pandemisch zu werden? Und was können wir dagegen tun?

    Was geht eigentlich bei Sputnik V ab? Erst heißt es, das Vektor Virus im Impfstoff könne sich im Körper nicht vermehren. Dann sagen die Brasilianischen Behörden „Quatsch, die zweite Dosis kann sich sehr wohl vermehren“. Und dann sagen die Sputnik Leute „Ok, geben wir halt nur die erste und nennen es Sputnik Light“.

    Außerdem: Eine Hommage an eines der härtesten Bakterien der Welt – das Conan Bakterium. Dargeboten von Heinz Oberhummer, der am 19. Mai 80 Jahre alt geworden wäre.

    Quellen:

    Studie zur Covid19 Infektionssterblichkeit.

    Übersicht zu Covid19 Fallsterblichkeit.

    Studie zur Basisreproduktionsrate (R0) der Masern.

    Übersichtsartikel schnelle Impfstoffentwicklung.

    Curevac aber auch andere Hersteller arbeiten an „Impfstoff Druckern“.

    Cell Paper zur künftig beschleunigten Impfstoff Zulassung von Florian Krammer.

    Sputnik V Dosis 2 eventuell vermehrungsfähig.

    Sputnik Light mit nur einer Dosis.

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