In diesem Interview spreche ich mit Barry unter anderem über die Zukunft der Suche und die Auswirkungen von KI auf die Publisher.
Barry Schwartz ist wohl eines der weltweit bekanntesten Gesichter in der SEO-Szene. Im Interview mit Christian Kunz von SEO Südwest beschreibt Barry Schwartz seinen Arbeitsalltag: Er steht um fünf Uhr auf, arbeitet erst die Geschäftsmails ab und schaut dann in seine Feeds. Fünf bis zehn Meldungen schreibt er an einem normalen Tag, für einen Blogpost braucht er im Schnitt fünf Minuten. Wie er das seit über zwanzig Jahren durchhält und welche Routinen dahinterstecken, erzählt er im Gespräch.
Er spricht darüber, woher seine Infos für die Blogbeiträge kommen. Foren wie WebmasterWorld verfolgt er weiterhin, die meisten Diskussionen laufen inzwischen aber über X, Bluesky und LinkedIn. Beim Zitieren achtet er konsequent auf Quellenlinks. Er erklärt, was ihn im KI-Zeitalter frustriert.
Ein Punkt, der viele SEOs beschäftigt: Woran erkennt man eigentlich, ob ein Google-Feature wirklich neu ist oder schon länger getestet wird? Barry Schwartz gibt zu, dass ihm das nicht immer gelingt, und nennt einen Grund, der mit den KI-Oberflächen selbst zu tun hat.
Er erzählt außerdem, wie er über die Jahre Kontakte zu Leuten wie Matt Cutts, Danny Sullivan, John Müller, Daniel Waisberg und Vanessa Fox aufgebaut hat, die er teilweise schon vor deren Zeit bei Google kannte. Und er sagt, wie er mit Google-Aussagen umgeht, die er nicht für die ganze Wahrheit hält.
Viele Publisher bekommen nach Ansicht von Barry heute weniger Traffic aus der Suche als noch vor drei oder fünf Jahren, und gleichzeitig steigen ihre Kosten. Er ordnet das neue Google AI Contribution-Programm ein, bei dem Publisher für ihre Inhalte in Gemini, AI Overviews und AI Mode bezahlt werden. Zur verbreiteten Idee, KI-Bots einfach auszusperren, bezieht er klar Stellung.
Dazu kommt die Frage, wie sich Sichtbarkeit in KI-Systemen überhaupt messen lässt. Barry vergleicht, welche Daten Google, Microsoft und OpenAI bereitstellen, und nennt die eine Kennzahl, die er sich von Google am dringendsten wünscht.
Zum Schluss geht es um den AI Mode als Zukunft der Google Suche, um alte SEO-Taktiken, die dort nicht mehr funktionieren werden, und um die Lage in Europa, wo der Digital Markets Act die Ergebnisse verändert hat. Seine Prognose für die kommenden zwölf Monate fällt kurz aus und dürfte einige überraschen.
Barry Schwartz ist im November auf der SERP Conference in Wien zu sehen, gemeinsam mit Chima Mmeje und Metehan Yeşilyurt.
Kapitelmarken
00:00 Intro: Wer ist Barry Schwartz
01:13 Ein Arbeitstag mit fünf bis zehn Meldungen
03:54 Woher die ersten Signale kommen
05:35 Ist ein Google-Feature wirklich neu?
07:47 Kontakte zu Google: Cutts, Sullivan, Müller
09:37 Warum Barry konsequent Quellen verlinkt
10:24 Google-Aussagen, denen man nicht glaubt
12:28 Wie sich die Lage für Publisher verändert hat
14:50 Googles Pilotprogramm: Geld statt Traffic?
16:16 Sollte man KI-Bots aussperren?
19:30 Das Datenproblem der KI-Sichtbarkeit
21:34 Die Kennzahl, die Barry von Google fordert
22:20 AI Mode und was das für SEO bedeutet
25:01 Europa, DMA und die Folgen für kleine Seiten
28:54 Prognose für die nächsten zwölf Monate