Sinneswandel
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Sinneswandel episodes

  • Laut gedacht: Therapie oder Selbstoptimierung?
    Mit Olivia über psychische Gesundheit in einer kranken Gesellschaft

    Begriffe wie „Trigger“, „toxisch“, „Narzissmus“ oder „Trauma“ tauchen überall auf – auf Social Media, in Beziehungen, im Freundeskreis. Aber was passiert eigentlich, wenn wir anfangen, jedes Gefühl zu psychologisieren? Und hilft Therapie uns wirklich dabei, freier zu werden – oder manchmal auch nur dabei, in einer kranken Gesellschaft besser zu funktionieren?

    In dieser „laut gedacht“-Folge spreche ich mit meiner Freundin Olivia Acar, die als Psychotherapeutin arbeitet, über genau diese Fragen. Ausgangspunkt sind persönliche Erfahrungen und Beobachtungen aus ihrem Arbeitsalltag: Menschen mit Burnout, Depressionen oder Angststörungen, die das Gefühl haben, mit ihnen stimme etwas nicht – obwohl ihr Leiden oft eng mit gesellschaftlichen Bedingungen zusammenhängt.

    Wir sprechen darüber, weshalb viele Menschen Scham empfinden, wenn sie nicht mehr „funktionieren“, und was Erich Fromm mit der „Pathologie der Normalität“ meinte. Außerdem geht es um “Therapy Talk” und die Frage, ob therapeutische Sprache uns manchmal eher dabei hilft, Gefühle zu verwalten statt sie wirklich zu erleben.

    Shownotes:

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    ► sinneswandel.art

    Bei Suizidgedanken wähle den Notruf 112 oder rufe die Telefonseelsorge an: 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222 (kostenfrei & anonym). Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117.

    ► Olivia Acar

    ► Eva Illouz: Die Errettung der modernen Seele (2011)
    ► Erich Fromm: Psychoanalyse und Ethik (1947); Haben oder Sein (1976)

    33 min
  • Laut gedacht: Was ist eigentlich “normal”?
    Mit Hannes über die Kunst der Störung

    Ständig werden wir gestört – im Alltag, in Gesprächen, im Beruf. Und oft sind es kleine Momente, in denen etwas nicht so läuft wie geplant, die hängen bleiben.

    In dieser „laut gedacht“-Folge spreche ich mit Hannes – einem guten Freund von mir und Künstler – darüber, was wir eigentlich als Störung wahrnehmen und warum uns manche Dinge aus der Bahn werfen, während andere fast unbemerkt bleiben. Ausgangspunkt sind ganz konkrete Situationen: ein Geräusch, das plötzlich alles verändert, ein Moment, der irritiert – und dann doch etwas Neues in Gang setzt.

    Wir versuchen zu verstehen, was hinter diesem Gefühl steckt: Wie stark unsere Wahrnehmung von Erwartungen geprägt ist, warum wir Kontrolle so schwer loslassen und wann eine Störung nicht nur nervt, sondern produktiv werden kann. Dabei geht es auch um größere Fragen: Wer entscheidet eigentlich, was „normal“ ist? Und was passiert, wenn man eine Störung nicht sofort beheben will – sondern sie einfach stehen lässt?

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    Shownotes:

    ► Mehr zu Hannes Wienert

    ► Matsuo Bashō: Der Alte Teich
    ► Michel Foucault: Wahnsinn und Gesellschaft (1961)
    ► Pipilotti Rist: Pixelwald (2016)

    28 min
  • Astro-Hype: Sinnsuche oder Selbsttäuschung?
    Vom Feuerpferd über Horoskope und Camus

    Astrologie erlebt ein Comeback. Horoskope, Sternzeichen und Astro-Apps sind allgegenwärtig, besonders bei jüngeren Generationen. In dieser Folge gehe ich dem aktuellen Hype rund um das „Jahr des Feuerpferdes“ nach und frage, warum Astrologie gerade jetzt so präsent ist. Warum fühlen sich astrologische Deutungen oft so zutreffend an? Was suchen wir darin und was sagt das über die Gegenwart aus?

    Gleichzeitig lohnt sich ein kritischer Blick: Die Comiczeichnerin Liv Strömquist und der Philosoph Theodor W. Adorno zeigen auf, wie Astrologie zur Ware werden kann. Und schließlich stellt sich die Frage, wo kulturelles Interesse endet und Aneignung beginnt, wenn Traditionen wie das Lunar New Year zum Social-Media-Trend werden.

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    Shownotes:

    ► Liv Strömquist: Astrologie

    ►allesnbacher bericht (2001): Das Interesse an Astrologie und Horoskopen wird immer größer
    ►Statista (2021): Jüngere Deutsche glauben eher an Horoskope
    ►YouTube: Stimmen Horoskope? | Psychologie mit Prof. Erb
    ►Durchblick - Der Wissenschaftspodcast: Esoterik im Trend - Warum Astrologie auf Social Media boomt
    ►TUI Reisehoroskop: So reisen die Sternzeichen 2026
    ►YouTube: Liv Strömquist auf der Leipziger Buchmesse (2023)
    ►TikTok: sophngu - Kritik am Feuerpferd Hype

    14 min
  • Wem gehört meine Zeit?
    “Lifestyle-Teilzeit” als Utopie

    In dieser Folge des Sinneswandel-Podcasts gehe ich der Debatte um sogenannte „Lifestyle-Teilzeit“ nach. Ausgelöst wurde sie durch politische Forderungen, wonach Teilzeit nur aus „legitimen Gründen“ wie Care-Arbeit oder Weiterbildung erlaubt sein solle. Freizeit wird dabei moralisiert – und persönliche Lebensgestaltung zur gesellschaftlichen Bedrohung erklärt.

    Ich spreche über Arbeit, Erschöpfung und Produktivität: darüber, warum immer mehr Menschen ihre Arbeitszeit reduzieren wollen, warum vor allem Frauen in Teilzeit arbeiten und weshalb Burnout längst kein individuelles Problem mehr ist. Anhand von Stimmen aus Journalismus, Ökonomie und Pädagogik frage ich, ob mehr Arbeit wirklich mehr Wohlstand bedeutet – oder ob freie Zeit nicht ein zentraler Bestandteil einer funktionierenden Demokratie ist.

    Es geht um Ungleichheit, Erbschaften, Care-Arbeit und um die Frage, warum Erschöpfung privatisiert wird, während Produktivität öffentlich verhandelt wird. Und darum, ob eine wohlhabende Gesellschaft nicht weniger fragen sollte, wie sie Menschen zu mehr Arbeit bringt – sondern warum freie Zeit überhaupt als Problem gilt.

    Shownotes

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    ► sinneswandel.art

    ►Sinneswandel Podcast: Recht auf Faulheit: Zeit & Muße demokratisieren?

    ►Hannah Arendt (1958): Vita activa oder Vom tätigen Leben)
    ►Paul Lafargue (1883): Recht auf Faulheit)
    ► Mareice Kaiser
    ►Instagram: Raze Baziani
    ► Statistisches Bundesamt: Fast jede zweite erwerbstätige Frau arbeitet in Teilzeit
    ► MIT: Antrag Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit
    ► YouTube: Merz: "Müssen mehr arbeiten" ntv
    ►YouTube: “Lifestyle-Teilzeit”: Arbeiten die Deutschen zu wenig? Mit Marcel Fratzscher
    ► DIW: Schätzung Erbvolumen jährlich
    ► DIW: Auf dem Weg in die Gesellschaft der Privatiers
    ►ARD: Hart aber fair: Kein Aufschwung, Jobs in Gefahr: Wer muss jetzt mehr leisten?
    ►tagesschau (2024): Kleines Wirtschaftswunder dank Vier-Tage-Woche
    ►Focus (2024): Neue Studie zeigt: Gen Z ist bereit für Vier-Tage-Woche auf Gehalt zu verzichten
    ►Instagram: DIE DA OBEN
    ► Instagram: Julian Kamps

    19 min
  • Laut gedacht: Sind Utopien delulu?
    Mit Thomas über Präfiguration als solulu

    Utopien sind gerade nicht besonders populär. In Zeiten von Krisen, Klimawandel und politischer Unsicherheit wirken Ideen von einer besseren Zukunft oft unrealistisch oder überholt.

    In dieser Folge spreche ich mit Thomas über Utopien, Delulu, Solulu und das Konzept der Präfiguration – Begriffe, die auf unterschiedliche Weise beschreiben, wie Menschen über Zukunft nachdenken und sie sich vorstellen. Wir erkunden, wie Utopien heute funktionieren können, wie Anti-Dystopien als Gegenentwurf zur alltäglichen Krisenerfahrung wirken und warum der Weg in eine wünschenswerte Zukunft oft im Hier und Jetzt beginnt.

    Ein Gespräch über Zeitgeist, Vorstellungskraft, gesellschaftliche Perspektiven und das Spannungsfeld zwischen Idealvorstellung und Realität.

    Shownotes:

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    ► sinneswandel.art

    ► Mehr über Thomas auf seiner Website

    ► Präfigurativ Schreiben mit Thomas
    ► Hermann, I. (2025). Zukunft ohne Angst: Wie Anti-Dystopien neue Perspektiven eröffnen. oekom
    ► Sörensen, P. (2023). Präfigurative Politik: Eine Einführung. Mandelbaum
    ► Starodub, A. (2020). Lasst es glitzern, lasst es knallen: Politische Theorie und Praxis für die Utopie. edition assemblage
    ► Loick, D. (2024). Die Überlegenheit der Unterlegenen: Eine Theorie der Gegengemeinschaften. Suhrkamp
    ► Raekstad, P. & Gradin, S. (2020). Prefigurative Politics: Building Tomorrow Today. Polity Press
    ► Adamczak, B. (2017). Beziehungsweise Revolution. 1917, 1968 und kommende. Suhrkamp

    39 min
  • Neues Jahr, neues Ich?
    Was Psychologie und Philosophie über Neujahrsvorsätze sagen

    Zum Jahresanfang sind sie überall: Neujahrsvorsätze. Und gleichzeitig wirken sie auf viele von uns abgenutzt, moralisch aufgeladen oder wie ein weiterer Akt der Selbstoptimierung.

    In dieser Folge frage ich mich, warum wir ausgerechnet am 1. Januar neu anfangen wollen – und woher dieses Ritual eigentlich kommt. Ich spreche über den psychologischen Fresh-Start-Effekt, über die Geschichte der Neujahrsvorsätze und darüber, warum so viele von ihnen scheitern.

    Gleichzeitig geht es um philosophische und feministische Kritik an Vorsätzen: Um Selbstoptimierung, Care und die Frage, können Vorsätze auch solidarischer und weniger leistungsorientiert sein?

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    ► sinneswandel.art

    Shownotes:

    ► Nietzsche: Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben (1874)

    ► Sartre: Das Sein und das Nichts (1943)
    ► Byung-Chul Han: Müdigkeitsgesellschaft (2010)
    ► Sara Ahmed: Das Glücksversprechen. Eine feministische Kulturkritik (2010)
    ► YouTube: An ethic of care: a conversation with Joan Tronto
    ► TikTok: laurenwiltse
    ► Forsa-Umfrage der DAK Gesundheit zu Vorsätzen für 2026
    ► National Geographic: New Year’s resolutions aren’t a fad—they have endured for thousands of years
    ► YouTube: Interview mit Katy Milkman
    ► Langzeitstudie der Universität Scranton zu Neujahresvorsätzen (2021)

    18 min
  • Alles wird anders – und jetzt?
    Über Unsicherheit, Resilienz und warum Erschöpfung kein persönliches Scheitern ist

    Es ist die letzte Folge des Jahres, und ich spüre diese diffuse Erschöpfung, die viele von uns gerade kennen. In dieser Episode reflektiere ich über Wandel als kollektive Erfahrung: die Beschleunigung unseres Alltags, die Unsicherheit in Politik, Klima, Wirtschaft und Technologie, und das Gefühl, dass sich in den letzten Jahren alles verdichtet hat.

    Ich spreche darüber, wie wir mit Wandel [besser] umgehen können - Gleichzeitig hinterfrage ich die Idee, dass wir einfach nur resilienter werden müssen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Soziologe Zygmunt Bauman und seine Idee der „flüssigen Moderne“. Und die Frage, ob Wandel nicht nur etwas ist, das wir “aushalten” müssen – sondern etwas, das wir auch gemeinsam gestalten können.

    Shownotes:

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    ► sinneswandel.art

    ► Zygmunt Bauman (2000): Flüchtige Moderne, Suhrkamp

    ► Deutsche Psychologen Akademie: Die Kunst der Resilienz – Wege zur inneren Widerstandsfähigkeit
    ► HCU (2024): Community resilience: transformative capacity as driver for social cohesion and sustainable development
    ► Transition Initiativen: Was ist eine Transition Town Initiative?
    ► Frontiers in Ecology and the Environment (2003): Response Diversity, Ecosystem Change, and Resilience
    ► Bertelsmann (2013): Gestaltungsräume im Zeitalter der Komplexität

    18 min
  • Laut gedacht: Bin ich jetzt alt?
    Mit Denise über Millennials, Erwachsenwerden und das Gefühl, plötzlich ‚alt‘ zu sein

    Was bedeutet es eigentlich erwachsen zu sein? Diese Frage treibt mich – wie viele Millennials – schon eine ganze Weile um. Ich bin Anfang/Mitte 30, aber oft fühlt sich mein Leben eher nach einem ewigen „Dazwischen“ an.

    In dieser „Laut gedacht“-Folge spreche ich mit meiner Freundin Denise darüber, wie es ist, als Millennial groß geworden zu sein: mit MTV, Myspace, Röhrenjeans und Klapphandys – und gleichzeitig in einer Arbeitswelt zu landen, die von Unsicherheit, Prekarität und dauerndem Wandel geprägt ist. Wir sprechen über das Erwachsenwerden, Quarterlife-Crisis, Generation Y vs. Generation Z, über Nostalgie, Selbstzweifel und darüber, warum so viele von uns sich nicht wirklich „angekommen“ fühlen.

    Und wir fragen uns: Muss Erwachsensein überhaupt bedeuten, einen klaren Lebensplan zu haben? Oder geht es eher darum, mit Veränderung leben zu lernen?

    Shownotes:

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    ► Denise auf Instagram

    ► Denise Podcast Sind wir endlich da?
    ► Denise Stubstack BEIFAHRERSITZ

    ► sinneswandel.art

    32 min
  • Labubus, Matcha Latte – Wieso wird etwas zum Hype?
    Über Memes, Fomo – und warum Hypes so ansteckend sind

    Labubus, Matcha, Dubai-Schokolade – gefühlt entsteht jede Woche ein neuer Hype. Dinge, die plötzlich überall sind und genauso schnell wieder verschwinden. Ich frage mich: Was macht etwas überhaupt zum Hype? Und was sagt diese kollektive Begeisterung über unsere Gegenwart aus?

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    ► Annekathrin Kohout auf Instagram

    ► Georg Simmel (1905): Theorie der Mode
    ► Andreas Reckwitz (2017): Die Gesellschaft der Singularitäten. Zum Strukturwandel der Moderne. Suhrkamp
    ► taz (2025): Labubus: Das steckt hinter dem Hype
    ► Spektrum.de: mere-exposure-Effekt

    ► sinneswandel.art

    16 min
  • Laut Gedacht: Softness als Widerstand?
    Mit Daniele über Verletzlichkeit, Freundschaft und 'Radical Softness'

    In einer Welt, die auf Leistung, Härte und Resilienz setzt, scheint „soft sein“ fast ein Widerspruch. Aber was, wenn darin gerade eine Form von Widerstand liegt? Mit meinem guten Freund Daniele spreche ich über Verletzlichkeit, Fürsorge und die politische Kraft von Sanftheit.

    Shownotes:

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    ► Daniele auf Instagram

    ► Soft System Collective
    ► Lora Mathis (2015): Radical Softness as a Weapon
    ► Vice (2025): ‘Soft Clubbing’ Is the New Rave. Literally.

    ► sinneswandel.art

    36 min

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Sinneswandel ist ein Podcast zwischen Philosophie und Popkultur. Die Journalistin Marilena Berends spricht über Sinnsuche, Kreativität, Selbstzweifel, gesellschaftliche Brüche und das Leben im…

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