ERF Plus - Bibel heute

Ungeteilte Hingabe


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Neue Heimat, neue Kultur – Lernen durch Hinhören

Im Laufe unserer beruflichen Tätigkeit als Heilsarmeepastoren sind wir mit unserer Familie öfter umgezogen. Dabei haben wir im Norden, Süden und Westen Deutschlands gelebt, bevor wir vor drei Jahren schließlich in den östlichen Teil unseres Landes gezogen sind. Dabei haben uns die Wechsel jeweils deutlich gemacht, wie unterschiedlich die Kulturen sind in unserem vergleichsweise kleinen Deutschland. Wir haben uns angewöhnt, nach jedem Umzug, im ersten Jahr, zunächst einmal gut hinzuschauen und hinzuhören, zu beobachten und nachzufragen. Z.B.: Wie bestellt man hier Brötchen beim Bäcker? Verlangt man nach Rundstücken, Schrippen oder Brötle? Wie offen und direkt wird hier kommuniziert, miteinander umgegangen?

 

Israels großer Umzug – Gottes klare Anweisungen

Wir hatten viel zu lernen. Denn wir wollten nicht anecken oder gar, aufgrund von Unwissenheit, andere diffamieren. Sondern die Kulturen kennenlernen. In dem vor uns liegenden Text steht dem Volk Israel auch ein großer Umzug vor. Dabei ziehen sie nicht einfach nur um. Es beginnt für das gesamte Volk ein komplett neuer Abschnitt. Ihr ganzer Status ändert sich. Aus einem Nomadenvolk wird ein sesshaftes Volk werden. Gott bereitet sie darauf vor. Dabei gibt er einen detailgenauen Plan vor, ordnet Regeln an. Wir finden hier klare „Do's" und „Don'ts". Gott zeigt den Israeliten auf, dass sie mit anderen Kulturen in Berührung kommen werden, ja, sie werden sich zukünftig tagtäglich damit auseinandersetzen müssen. Gott ist dabei eines ganz wichtig: „lernt nicht, es den Gräueln dieser Nationen gleichzutun" (Vers 9).

Grundsätzlich ist lernen ja positiv. Wenn man etwas lernt, dann setzt man sich zunächst damit auseinander, übt es ein, um es sich schließlich zu eigen zu machen. In Bezug auf die spirituellen Gepflogenheiten der anderen Kulturen sollen die Israeliten aber genau das nicht tun. Ja, sie werden mitbekommen, vielleicht neugierig erstmal zusehen, wenn z.B. Totenbeschwörer zugange sind oder ähnlich okkulte Praktiken ausgeübt werden. Aber sie sollen Abstand davon halten. Sie sollen darauf achten, dass nichts davon Einfluss nehmen wird auf ihre eigene Kultur. „Lernt nicht", macht euch das nicht zu eigen. Haltet Abstand.

Gott will sein Volk schützen, bewahren. Ihm ist so wichtig, dass sein Volk sich seiner eigenen Identität bewusst ist und bleibt: Volk des lebendigen Gottes. Es soll sich an Ihm und seinen Wegweisungen orientieren und nicht durch viele andere Einflüsse den Blick auf Gott verlieren. Gott selbst weiß nur zu gut, wie schwer es uns Menschen fällt, seine Stimme wahrzunehmen, je mehr Stimmen, Meinungen und Einflüssen wir ausgesetzt sind. Deshalb spricht Gott hier so klar und eindeutig: „Diese Nationen, die du austreiben wirst, hören auf Zauberer und auf Wahrsager. Du aber – so etwas hat der HERR, dein Gott, dir nicht gestattet!" (Vers 14) Ehrlich gesagt empfinde ich diese Klarheit Gottes hier als sehr wohltuend. Die Israeliten wissen genau, was sie tun sollen bzw. vor allem, was nicht.

 

Ein ungeteiltes Herz – Orientierung im Stimmengewirr

Manchmal werde ich gefragt, ob man dies oder das als Christ tun darf, und dann tue ich mich mit dem Antworten oft schwer. Vieles liegt im Ermessensspielraum jedes einzelnen. Was für manche kein Problem darstellt, z.B. sich ein Tattoo stechen zu lassen, das geht für andere gar nicht. Oftmals hängt das von der eigenen Prägung und Biographie ab.

Der Vers 13 in unserem Abschnitt gibt in jedem Fall Entscheidungshilfe: „Du sollst dich ungeteilt an den HERRN, deinen Gott, halten." (ELB) Ungeteilt, mit ganzem Herzen. Hier klingt das wichtigste Gebot Gottes durch: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand." (5. Mose 6,5) Die Übersetzung „Neues Leben" hat den Vers 13 so übersetzt: „Ihr dagegen sollt so leben, wie es dem HERRN, eurem Gott, gefällt." Das hat oberste Priorität. Um zu leben, wie es dem HERRN, meinem Gott gefällt, muss ich mich mit ihm auseinandersetzen. Gott kennen, wissen, was ihm wichtig ist. Auf ein ungeteiltes Herz achten.

 

Gottes Führung durch Propheten – damals und heute

Wir haben heutzutage Gottes Wort als Grundlage dazu. Und den Heiligen Geist bei und in uns, der uns anleitet und immer wieder korrigiert, wenn wir ihm dazu Raum geben. Dem Volk Israel versprach Gott damals, dass er einen Propheten erstehen lassen wollte, auf den sie hören sollten. Den Israeliten war die direkte Begegnung mit Gott, das Hören seiner Stimme wohl zu heikel geworden. Sie hatten erkannt, dass sie gegenüber Gottes Heiligkeit nicht bestehen konnten, so wie es in Vers 16 wiedergegeben wird: „Ich möchte die Stimme des HERRN, meines Gottes, nicht länger hören, und dieses große Feuer möchte ich nicht mehr sehen, damit ich nicht sterbe!"

Und Gott ging auf ihren Wunsch ein. So wie Gott schon Mose als Mittler eingeführt hatte, so sollten jetzt Propheten Gottes Willen, seine Anweisungen weitergeben und damit dem Volk Orientierung und Klarheit geben. Einen praktischen Hinweis liefert Gott gleich noch hinterher, woran man erkennen kann, ob ein Prophet wirklich von Gott beauftragt ist oder nicht: „Wenn der Prophet im Namen des HERRN redet, und das Wort geschieht nicht und trifft nicht ein, so ist das das Wort, das nicht der HERR geredet hat. In Vermessenheit hat der Prophet es geredet; du brauchst dich nicht vor ihm zu fürchten." (Vers 22). Praktisch und klar. So führt Gott sein Volk.

Trauen wir Gott zu, dass er auch uns so praktisch und klar führt? Gerade in dem großen Stimmengewirr unserer Zeit? Vielleicht ist es an uns, sich dem einen oder anderen Einfluss zu entziehen. Manche Stimme leiser zu drehen. Sich immer wieder damit auseinanderzusetzen, ein ungeteiltes Herz zu haben. Und der Stimme Gottes Raum und Zeit zu geben.

Autor: Christiane Walz

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