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WDR Zeitzeichen episodes

  • Der Priester, der den Urknall entdeckte: George Lemaître

    Als Lemaître (gest. am 20.6.1966) sein Modell des Urknalls vorstellt, sieht der Papst darin einen Gottesbeweis. In der Wissenschaft wird er erst verspottet - und dann gefeiert.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:

    • wie ein katholischer Priester die Urknall-Theorie entwickelt und damit die Kosmologie revolutioniert,
    • warum Lemaître Wissenschaft und Religion strikt trennt - trotz seiner doppelten Berufung,
    • weshalb seine Idee zunächst übersehen wird, während andere Forscher berühmt werden,
    • wie die Entdeckung der kosmischen Hintergrundstrahlung ihm posthum recht gibt,
    • warum der "Anfang von allem" bis heute ein ungelöstes Rätsel bleibt.

    Ein Universum, das sich ausdehnt, Galaxien, die auseinanderdriften, und ein Anfangspunkt, in dem alles enthalten ist: Georges Lemaître denkt das Weltall radikal neu. Als Priester und Physiker verfolgt er zwei Wege zur Wahrheit, ohne sie zu vermischen. Seine Theorie vom "Uratom" legt den Grundstein für das, was später Urknall genannt wird.

    Doch die Anerkennung kommt spät. Während andere Forscher Ruhm ernten, bleibt Lemaître lange im Schatten. Selbst als die Kirche seine Ideen als Beweis für Gott deuten will, widerspricht er entschieden. Für ihn bleibt der Glaube unabhängig von der Wissenschaft. Am Ende bestätigt ein kosmisches Echo seine Theorie. Doch die größte Frage bleibt offen: Was geschah vor dem Anfang?

    Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin:
    • Dr. Susanne Hüttemeister (Astrophysikerin und Leiterin Planetarium Bochum)

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 17.07.1894: Geburtstag von Georges Lemaître
    • Zeitzeichen 23.11.1951: Papst Pius XII.: Urknall ist Schöpfung

    Unser Hörtipp: WDR 5 Alles in Butter, der Genuss-Podcast

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Ralph Erdenberger
    Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

    16 min
  • Als die Bilder tanzen lernten: Filmkünstlerin Lotte Reiniger

    Ihre Silhouetten verzauberten die Leinwand, lange bevor Disney Filmgeschichte schrieb. Lotte Reiniger revolutionierte den Animationsfilm. Sie starb am 19. Juni 1981.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:

    • wie Lotte Reiniger mit Schere, Pappe und Kamera Filmgeschichte schreibt,
    • warum "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" als erster abendfüllender Animationsfilm gilt,
    • und wie aus dem "Silhouettenmädchen" eine international gefeierte Filmkünstlerin wird.

    Ein schwarzer Fleck erscheint auf der Leinwand, verwandelt sich in einen Zauberer, dann in einen Reiter. Was damals wie Magie wirkt, ist das Werk von Lotte Reiniger. Die 1899 in Berlin geborene Künstlerin entdeckt schon als Kind ihr Talent für filigrane Scherenschnitte.

    Mit den ausgeschnittenen Figuren entwickelt sie eine völlig neue Kunstform: den Silhouettenfilm. Mit beweglichen Schnittfiguren, die Bild für Bild fotografiert wurden, schafft sie märchenhafte Welten voller Zauberer, Prinzessinnen und Fabelwesen.

    Ihr Meisterwerk "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" feiert 1926 Premiere und gilt heute als erster abendfüllender Animationsfilm der Geschichte – elf Jahre vor Disneys "Schneewittchen".

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Rike Reiniger, Autorin eines biographischen Romans
    • Philipp Hanke, Kurator Filmmuseum Düsseldorf
    • Rike Reiniger: 24 Bilder pro Sekunde - Lotte Reiniger, Pionierin des Trickfilms, Berlin 2026
    • Rike Reiniger: Berliner Trickfilm-Pionierin Lotte Reiniger: Queere Küsse im Jahr 1929. Berliner Zeitung 12. Mai 2024
    • Melanie Letschnig: Es war einmal kein Ofen. Über die märchenhaften Silhouettenfilme von Lotte Reiniger. Diplomarbeit, Universität Wien 2006

    Weiterführende Links:
    • Film: Die Abenteuer des Prinzen Achmed (Deutschland 1926, Kurz-Animationsfilm)
    • Film: Der Scheintote Chinese (Deutschland 1928, Kurz-Animationsfilm)
    • Lotte Reiniger, Carmen (Deutschland 1933/1934, Kurz-Animationsfilm)

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    Autor: Maren Gottschalk
    Redaktion: Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Soldaten aus den Kolonien: Russland im Ersten Weltkrieg

    Die Kolonialmächte des frühen 20. Jahrhunderts schickten auch Menschen aus den Kolonien in den ersten Weltkrieg. Das Zarenreich zwang ab Juni 1916 Muslime in den Dienst.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:

    • welche Katastrophe der Erlass des Zaren in Zentralasien auslöst,
    • wie aus einer Rekrutierungsanordnung einer der größten Aufstände des Ersten Weltkriegs entsteht,
    • weshalb der Erste Weltkrieg auch ein kolonialer Krieg ist.

    Im Sommer 1916 greift das Russische Reich zu einer Maßnahme, die den Kriegsverlauf positiv beeinflussen soll, stattdessen aber eine ganze Region erschüttert: Erstmals werden muslimische Männer aus Zentralasien für den Kriegsdienst des Zarenreichs herangezogen.

    Die Entscheidung trifft auf eine Bevölkerung, die sich seit Langem von Moskau beherrscht und benachteiligt fühlt. Was als Rekrutierungserlass beginnt, entwickelt sich innerhalb weniger Wochen zu einem Aufstand gegen die russische Herrschaft. Die Gewalt erfasst weite Teile Zentralasiens und fordert auf allen Seiten zahlreiche Opfer. Die Folgen prägen das Verhältnis vieler Menschen in der Region zu Russland bis heute.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Franziska Davies, Osteuropa-Historikerin am Leibniz-Zentrum für Historische Forschung in Potsdam
    • Franziska Davies: Muslims in the Russian Army. New York 2025
    • Serge A. Zenkovsky: Pan-Turkism and Islam in Russia. Cambridge 1990

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: Niederlage an der Westfront im 1. Weltkrieg (am 08.08.1918)
    • Zeitzeichen: Transsibirische Eisenbahn - der Wilde Osten auf 9.288 Kilometern

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Heiner Wember
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Im Juni 1596: Wie Willem Barents ungewollt Spitzbergen entdeckte

    Eine Hochrisiko-Expedition ins Unbekannte soll 1596 die Nordostpassage nach China finden. Stattdessen schreibt sie Geschichte - hoch oben im arktischen Eis.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:

    • warum niederländische Kaufleute im Jahr 1596 ausgerechnet Kurs auf das arktische Eis nehmen,
    • wie eine Insel aus spitzen Bergen und weißen Schatten die Fantasie Europas beflügelt,
    • wie aus einer gescheiterten Expedition zugleich eine Erfolgsgeschichte und der Beginn eines großen Raubzugs wird.

    Am 17. Juni 1596 sichtet die Expedition des niederländischen Navigators Willem Barents eine unbekannte Inselwelt weit im Norden. Die schroffen Berge, die steil aus dem Meer aufragen, geben ihr bis heute ihren Namen: Spitzbergen.

    Eigentlich sind Barents und seine Mannschaft auf der Suche nach der Nordostpassage – einem Handelsweg durch das Polarmeer nach China. Stattdessen stoßen sie auf eine raue Landschaft aus Eis, Felsen und gewaltigen Gletschern. In seinem Tagebuch schildert der Maat Gerrit de Veer die Begegnung mit Eisbären, Rentieren, Walrossen und Walen sowie die Herausforderungen einer Reise in bis dahin weitgehend unbekannte Gewässer.

    Die Entdeckung Spitzbergens bringt den erhofften Weg nach Asien zwar nicht näher. Doch sie lenkt den Blick Europas auf die arktische Inselwelt – und macht sie schon wenige Jahre später zum Zentrum einer aufstrebenden Walfangindustrie.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Frederic Theis, Archäologe und Historiker, Deutsches Schifffahrtsmuseum
    • Gerrit de Veer: Warhafftige Relation. Der dreyen newen, unerhörten, seltsamen Schiffart, so die Holländischen und Seeländischen Schiff gegen Mitternacht drey Jar nach einander, also Anno 1594, 1595 und 1596 verricht. Noriberg Anno 1598.

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: Verschollen im arktischen Eis: Polarforscher John Franklin
    • Zeitzeichen: Henry Hudson entdeckt die Halbinsel Manhattan (am 11.9.1609)
    • Zeitzeichen: Kalte Einöde: Erstmals überwintern neun Frauen in der Antarktis

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    Autor: Marko Rösseler
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Zehn Songs für die Ewigkeit: "The Queen is dead"

    Für manche ist es das beste Album aller Zeiten: Mit "The Queen is dead" zeigen The Smiths am 16.6.1986, wie Popmusik auch relevant sein kann.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen:

    • wie "The Smiths" als ultimative Außenseiter-Band in den Mainstream vordringen,
    • warum ihr drittes Album als künstlerischer Höhepunkt und Gesamtkunstwerk gilt,
    • welche gesellschaftliche Sprengkraft in Songs über Monarchie, Arbeitslosigkeit und Einsamkeit steckt,
    • wieso gerade Jugendliche sich in Morrisseys Texten wiederfinden,
    • weshalb einzelne Songs bis heute als emotionaler Rettungsring für Hörer gelten.

    Die Smiths kommen aus Manchester, aus Arbeiterfamilien, geprägt vom sozialen Klima der Thatcher-Jahre. Ihr Außenseitertum ist Haltung und Inszenierung zugleich. Zwischen Selbstzweifel, Größenwahn und feiner Ironie entwickeln sie eine eigene Sprache für das Lebensgefühl der 1980er Jahre.

    "The Queen Is Dead" bündelt all das: politische Unruhe, poetische Rätsel und große Pop-Melodien. Das Album greift die britische Gesellschaft an und bleibt doch bewusst offen in seiner Deutung. Im Zentrum steht eine ungewohnte Botschaft für die Rockmusik - Sensibilität als Stärke und Freundlichkeit als Rebellion.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Simon Goddard (Musikkritiker)
    • Oliver Fröschke (Designer und Betreiber des Plattenlabels Le Pop)
    • Simon Goddard: The Smiths: Songs That Saved Your Life. Königswinter 2007
    • Simon Goddard: Mozipedia: The Encyclopaedia of Morrissey and the Smiths. 2010

    Weiterführende Links:
    • Rockpalast: Morrissey
    • Simon Reynolds: Review zu "The Queen Is Dead"
    • Morrissey Solo (Offizielle Website)

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    Autor: Uli Hufen
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Jürgen Beiner

    15 min
  • Jazz-Ikone Ella Fitzgerald: Vom Waisenkind zum Weltstar

    Vom Heim für "verwahrloste Mädchen" zur "First Lady of Jazz": Ella Fitzgerald dreht mit einer Amateurshow ihr Leben und verzaubert die Menschen mit ihrer Stimme. Sie stirbt am 15.6.1996.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Susanne Rabsahl:

    • mit welcher Bezeichnung Bing Crosby die Grand Dame des Jazz adelt,
    • von der ärmlichen Kindheit, in der Ella Jane Fitzgerald aufwächst,
    • wie sie in einer Züchtigungsanstalt landet,
    • wie der 21. November 1934 zum Wendepunkt in Ellas Leben wird.

    Ella Fitzgerald wächst in ärmlichsten Verhältnissen auf, kommt nach dem Tod der Mutter zu einer Tante in New York. Nach ihrem Bühnendebüt 1934 lässt der Durchbruch zunächst auf sich warten. Ella tingelt durch Gesangswettbewerbe und wird Mitglied der Apollo-Theater-Band.

    1939 nimmt sie ein Kinderlied im Swing-Stil auf: "A Tisket a Tasket". Für die von der "Großen Depression" bedrückten Amerikaner scheint der schwingende Sommerhit wie vom Himmel geschickt: Mehr als eine Million verkaufter Platten und wochenlange Chartplatzierungen verschaffen Ella Fitzgerald den Durchbruch.

    Die Leichtigkeit, die sie ihren Fans schenkt, findet sie selber nie. Fast völlig erblindet, dazu schwer herz- und zuckerkrank, zieht sie sich schließlich in ihre Villa in Beverly Hills zurück. Dort verbringt sie in zunehmender Verwirrung ihre letzten Jahre. Am 15. Juni 1996 stirbt der Weltstar, im Alter von 78 Jahren. Mit geschätzten rund 200 Tonträgern und unvergesslichen Auftritten ist die "First Lady of Song" schon zu Lebzeiten unsterblich.

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 17. Juli 1959 - Todestag der Jazzsängerin Billie Holiday
    • Zeitzeichen: 23.12.2007 - Todestag des Jazzpianisten Oscar Peterson

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Susanne Rabsahl
    Redaktion: Hildegard Schulte und David Rother

    15 min
  • Wie der Vatikan Bücher zensiert hat

    400 Jahre lang betreibt der Vatikan einen Index verbotener Bücher. Auf dieser Liste zu stehen, bedeutet für viele Autoren das Ende ihrer Karriere - bis der Index am 14.06.1966 auf kuriose Weise abgeschafft wird.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:

    • welche Werke und Autoren auf den Index Librorum Prohibitorum gesetzt werden,
    • warum sogar einzelne Fassungen der Bibel auf dem Index landen,
    • dass Martin Luther gleich doppelt auf die Verbotsliste gesetzt wird,
    • welches das geheimste Kirchenarchiv ist.

    1559 erscheint der erste vatikanische Index. 407 Jahre später, bei seiner Aufhebung 1966, enthält er über 6.000 Titel und Autoren. Er ist der Giftschrank gefährlicher Werke, die Katholiken nicht lesen, nicht drucken, nicht verkaufen, nicht besitzen dürfen.

    Bei der Indizierung geht es nicht nur um Theologie, sondern um alles, was mit dem Medium Buch verbreitet wird. Es geht um alle Wissenschaften, um Literatur, es geht um Medizin. Es geht um ein Wissensmonopol.

    Mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert verliert der Index zunehmend an Wirkmacht. Und im 20. Jahrhundert scheint er wie aus der Zeit gefallen. Längst lesen auch Katholiken die verbotenen Bücher, mal offen, mal heimlich.

    Mitte der 1960er-Jahre reformiert Papst Paul VI. die Verwaltung des Vatikans. Ihre oberste Behörde, die Glaubenskongregation, bis dato für den Index zuständig, soll entmachtet werden. In der Notifikation vom 14. Juni 1966 wird der Index aufgehoben. Es werden keine weiteren Bücher mehr verboten.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Hubert Wolf, Kirchenhistoriker, Universität Münster
    • Hubert Wolf: Index - Der Vatikan und die verbotenen Bücher. München 2006
    • Nicola Roßbach, Hg.: Zensur, Baden Baden 2024

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Der Streit zwischen Kirche und Wissenschaft
    • Planet Wissen: Martin Luther - Die Luther-Bibel
    • Stichtag: 25. Juli 1968 - Paul VI. veröffentlicht Rundschreiben "Humanae vitae"
    • Zeitzeichen: 20.05.1831: Heinrich Heine verlässt Deutschland und zieht nach Paris
    • Zeitzeichen: 25.12.1961 - Zweites Vatikanische Konzil einberufen

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    Autorin: Marfa Heimbach
    Redaktion: Jakob Schiffer und Frank Zirpins
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Der "rote Elvis": DDR-Country-Star Dean Reed

    In den USA erfolglos, zieht Reed in die DDR. Dort wird der marxistische Sänger zum Liebling von Publikum und Politbüro, aber nicht glücklich. Am 13.6.1986 wird er tot aufgefunden.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Rüdiger Weidenfeld-Kramer:

    • wie ein singender Cowboy aus Colorado im real existierenden Sozialismus landet,
    • dass Reeds Erfolg in den USA eher übersichtlich ist, dafür in Südamerika umso größer,
    • wie Moskau Reeds propagandistisches Potential erkennt,
    • was es mit dem "Woodstock des Ostens" auf sich hat,
    • wie die "Perestroika" Reeds Stern zum Sinken bringt.

    Dean Reed aus Colorado unterschreibt 1958 seinen ersten Schallplattenvertrag. Doch der Newcomer enttäuscht zunächst die hohen Erwartungen. Aber in Südamerika verkauft sich eine von ihm selbst geschriebene Teenager-Schnulze dagegen überraschend gut. Dean Reed folgt dem Erfolg und verlässt die USA Richtung Südamerika.

    Nach einem Putsch wird Reed aber 1966 wegen pro-kommunistischer Aktivitäten aus Argentinien ausgewiesen. Ein Grund, ihn in die Sowjetunion einzuladen. Dean Reed ist einer der ersten Künstler, der in der UdSSR lange verpönte Musik auf die Bühne bringt.
    Anfang der 1970er-Jahre zieht es Reed in die DDR. Er wird zum Dauergast in Radio, Film und Fernsehen. Immer zwischen Entertainment und Propaganda. Aber ab den 1980er-Jahren wollen immer weniger Menschen seine linientreuen Lieder hören. Die jungen Leute in der DDR sehnen sich nach "echten" US-Rockstars, wie etwa Bruce Springsteen.

    Reed jagt dem künstlerischen Erfolg hinterher. Die politische Haltung rückt in den Hintergrund. Hinter der Fassade des stets gut gelaunten Entertainers vergrößert sich die Trübsal. Am 13. Juni 1986 setzt Dean Reed seinem Leben selbst ein Ende.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Stefan Wolle, Historiker, langjähriger wissenschaftlicher Leiter des DDR-Museums, Berlin
    • Stefan Ernsting, Der rote Elvis, Berlin 2006
    • "Gewünscht, gespielt, gewonnen" mit Dean Reed 08.06.1984, Radio DDR
    • "Eine Stunde mit Dean Reed" vom 05.10.1982, Berliner Rundfunk

    Weiterführende Links:
    • Dean Reed - Politaktivist und DDR-Schlagerstar - DDR Museum
    • Zeitzeichen: 10.06.2004: Todestag des Musikers Ray Charles
    • Stichtag: 8. Januar 1935 - Geburtstag von Elvis Presley
    • Planet Wissen: Das Leben in der DDR - Alltag in der DDR

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    Autor: Rüdiger Weidenfeld-Kramer
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Menschen im Zoogehege: Kölns vergessene "Völkerschau" 1931

    Sie werden in der Südsee angeworben und dann im Kölner Zoo als angebliche "Menschenfresser" ausgestellt - am 12.6.1931 eröffnet im Kölner Zoo eine rassistische Show...



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:

    • was die Presse 1931 bei der Zurschaustellung von Menschen im Zoo gruselig findet,
    • wie der Kölner Zoo den Eindruck eines exotischen Zuhauses in Neukaledonien vermitteln will,
    • was heutzutage mit dem neuen Unterrichtsfach Geschichts- und Politikwerkstatt am Kölner Ursulinengymnasium gelehrt wird,
    • wie der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer die Völkerschau als nationale Eigenwerbung verteidigt.

    "Kannibalen aus der Südsee zum ersten Mal in Europa. 35 prächtige Gestalten von den Loyalty-Inseln", heißt es in einer Anzeige des Kölner Zoos vom 12. Juni 1931. Beworben wird eine so genannte Völkerschau. Der damalige Zoodirektor Friedrich Hauchcorne will damit den wirtschaftlich angeschlagenen Zoologischen Garten mit der Zurschaustellung von Menschen einer fremden Kultur wieder in die Gewinnzone bringen.

    So genannte exotische Völkerschauen kommen in Europa Mitte des 19. Jahrhunderts als Folge von Imperialismus und Kolonialismus in Mode. Zwischen 1878 und 1932 werden im Kölner Zoo sieben solcher Ausstellungen präsentiert. Insgesamt werden in Deutschland in diesem Zeitraum mehr als 300 Menschengruppen zur Schau gestellt - vornehmlich bei Hagenbeck in Hamburg, im Berliner Tiergarten und auf der Münchner Wies'n.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen:
    • Professorin Marianne Bechhaus-Gerst, Afrikanistin, Universität zu Köln
    • Judith Schoene, Geschichts-Lehrerin, Ursulinengymnasium Köln
    • Anna Shen-Hengsbach, Schülerin, Ursulinengymnasium
    • Sophia Rosario, Schülerin, Ursulinengymnasium
    • Didier Daenincks: Reise eines Menschenfressers nach Paris. Aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer. Berlin 2001

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Deutsche Kolonien - Aufarbeitung der deutschen Kolonialzeit
    • Planet Wissen: Geschichte der Zoos

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    Autor: Christoph Vormweg
    Redaktion: David Rother
    Technik: Thomas Bleul

    15 min
  • Die Hayden-Expedition und wie ein Nationalpark erfunden wird

    Der Yellowstone-Nationalpark in den USA zieht jährlich rund drei Millionen Touristen an. Zu verdanken ist dies auch einer Forschungsreise des Geologen Ferdinand Hayden. Sie begann am 11. Juni 1871.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:

    • wie zwei Maler und ein Fotograf maßgeblich Anteil daran haben, dass Yellowstone weltweit erster Nationalpark wird,
    • von der dynamischen und wirtschaftlichen Entwicklung nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs,
    • vom tiefen kulturellen Graben zwischen den Städtern an den Küsten und den Menschen im "Herzland" der USA,
    • von einem Geysir mit der Pünklichkeit eines Schweizer Uhrwerks.

    Reißende Flüsse, blubbernde Schlammlöcher, heiße Quellen, riesige Mammutbäume und fast 60 Prozent aller Geysire auf der Erde: Das ist der Yellowstone-Nationalpark im Nordwesten der USA. Heute kommen jedes Jahr rund drei Millionen Touristen. Zu verdanken ist dies vor allem dem Mediziner und Geologen Ferdinand Vandeveer Hayden.

    Siedler, Abenteurer und Schatzsucher ignorieren das schwer zugängliche Terrain mitten in den Rocky Mountains zunächst. Das ändert sich, als Hayden den Plan ergreift, die Region zu erforschen. Am 11. Juni 1871 bricht er mit 34 anderen Abenteurern, sieben Wagen und zwei Maultieren auf zum Fluss Yellowstone.

    Die Forschungsreisenden stoßen auf eine grandiose Vulkanlandschaft und unendliche Wälder voller Grizzlys, Bisons und Wölfen. Seine Erlebnisse notiert Hayden anschaulich auf den rund 500 Seiten seines Tagebuchs. Ende August 1871 ist die Expedition in Montana beendet.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professor Uwe Lübken, Amerika- und Umwelthistoriker
    • Volker Depkat, Historiker, Amerikanist, Universität Regensburg
    • Chris Magoc: Yellowstone. The Creation and Selling of an American Landscape. Princeton (PUP) 1999
    • Stephen Nash: Grand Canyon For Sale. Public Land versus Private Interests in the Era of Climate Change. Oakland 2017
    • Marlene Deahl Merrill: Yellowstone and the Great West: Journals, Letters, and Images from the 1871 Hayden Expedition. Lincoln 1999

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Gebirge - Rocky Mountains
    • Planet Wissen: Neuzeit - Amerikanischer Bürgerkrieg 1861-1865
    • Planet Wissen: Übersichtsseite Nationalpark Eifel

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    Autor: Almuth Finck
    Redaktion: Ronald Feisel und Frank Zirpins
    Technik: Annette Skrzydlo

    15 min

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Adoptivbrüder – mit Hannes & Jeremy by DASDING, Hannes & Jeremy

Adoptivbrüder – mit Hannes & Jeremy

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