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  • Transsibirische Eisenbahn: Der Wilde Osten auf 9.288 Kilometern

    Sie ist die längste Bahnstrecke der Welt und ein westlicher Traum von Abenteuer. Doch hinter dem Mythos der Transsibirischen Eisenbahn steckt harte Machtpolitik.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg:

    • was die Pariser Weltausstellung von 1900 mit der "Transsib" zu tun hat,
    • wie viele Arbeiter beim Bau der Eisenbahn schätzungsweise ihr Leben verloren haben,
    • was Reisende seit mehr als 100 Jahren auf der Fahrt durch Sibirien erleben,
    • wie viele Kilometer, Zeitzonen, Kontinente und Bahnhöfe die Eisenbahn passiert,
    • weshalb die Transsib bis heute eine Schlüsselrolle in der Geopolitik spielt.

    Seit mehr als 100 Jahren beginnen Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn am Jaroslawler Bahnhof in Moskau. Für viele Menschen außerhalb Russlands steht die Strecke für endlose Wälder, Zeitlosigkeit und das Versprechen einer Reise durch zwei Kontinente. Diese Vorstellung ist jedoch nicht zufällig entstanden.

    Schon das Zarenreich bewirbt das Mammutprojekt gezielt im Westen, um Investoren zu gewinnen und Russlands Image zu verbessern. Hinter dem Mythos stehen harte Realitäten: extreme klimatische Bedingungen, Korruption und tiefgreifende Folgen für Sibirien und seine Bevölkerung. Die Transsib wird so zur Lebensader, aber auch zum politischen Werkzeug.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Nadine Pungs (Schriftstellerin, Düsseldorf)
    • Frithjof Benjamin Schenk (Professor für Osteuropäische Geschichte und Neuere Allgemeine Geschichte, Universität Basel)
    • Frithjof Benjamin Schenk: Mythos Transsibirische Eisenbahn. Der Traum einer Brücke zwischen Europa und Asien. Bonn 2022
    • Hans Engberding, Bodo Thöns (Hg.): Transsib-Lesebuch. Berlin 2002

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Transsibirische Eisenbahn
    • SWR: Von Irkutsk zum Baikalsee und Vom Baikalsee nach Moskau

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Daniela Wakonigg
    Redaktion: Emily Jeuckens und David Rother
    Technik: Alexander Buske

    15 min
  • Judenpogrome 1096: Kreuzfahrer bringen den Tod ins Rheinland

    Im Mittelalter lassen Kreuzfahrer auf dem Weg nach Jerusalem ihrem Hass gegen Jüdinnen und Juden freien Lauf. Auch in Köln eskaliert die Gewalt mit tödlichen Folgen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz:

    • wie der Aufruf zum Kreuzzug von Papst Urban II. eine unkontrollierbare Gewaltlawine lostritt,
    • warum jüdische Gemeinden am Rhein ins Visier der Kreuzfahrer geraten,
    • welche Rolle kirchliche Autoritäten spielen,
    • wie Chroniken das Pogrom von Köln bis Mainz überliefern,
    • weshalb 1096 als Zäsur in der Geschichte des europäischen Judentums gilt.

    Im Frühjahr 1096 erreicht der Erste Kreuzzug das Rheinland. Was als bewaffnete Pilgerfahrt ins Heilige Land beginnt, schlägt schon bald in hemmungslose Gewalt um. Unorganisierte Kreuzfahrerhaufen ziehen durch Städte und Dörfer und richten sich gegen jüdische Nachbarn, die sie zu Feinden erklären. Auch Köln bleibt nicht verschont. Trotz Versuchen der Obrigkeit, die Juden dort zu schützen, werden sie verfolgt, beraubt und ermordet.

    Chronisten schildern die Schändung von Häusern, Synagogen und Thorarollen. Das Pogrom dauert Tage und hinterlässt eine tief verwundete Gemeinde. Die Ereignisse von 1096 prägen das jüdische Gedächtnis über Generationen hinweg und wirken bis in die Gegenwart nach.

    Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin:
    • Dr. Christiane Twiehaus (Abteilungsleitung Jüdische Geschichte und Kultur, Landschaftsverband Rheinland)

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 11.12.321: Nachweis jüdischen Lebens auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands
    • Planet Wissen: Die Kreuzzüge - Krieg um die Heilige Stadt
    • ZDF: 1095 - Aufruf zum Kreuzzug

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Uwe Schulz
    Redaktion: Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Der Tag, an dem Barbarossa verschwand - und Italien gewann

    In der italienischen Hymne werden genau zwei Orte erwähnt: Rom - und Legnano. Ein Örtchen bei Mailand. Dort endet am 29.5.1176 die legendäre Schlacht gegen Barbarossas übermächtige Kaisertruppen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammmüller:

    • welches wertvolle Geschenk Kaiser Barbarossa dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel macht,
    • wer Alberto di Giussano ist und was es mit dem Fahnenwagen auf sich hat,
    • dass Kaiser Barbarossa während der Schlacht von Legnano plötzlich verschwindet und Tage später wieder auftaucht,
    • wie die Lega Nord noch heute den Mythos der Schlacht von Legnano für sich nutzt.

    Friedrich der Erste wird von den Italienern wegen seines roten Bartes "Barbarossa" genannt. Immer wieder überquert er mit hunderten von Panzerreitern die Alpen, begleitet von etlichen Bischöfen, die ihn militärisch und finanziell großzügig unterstützen. Das Fernziel ist Rom: denn der weltliche Herrscher will einen Papst, der ihm nicht widerspricht.

    Es kommt wiederholt zu Gefechten zwischen Kaiser Barbarossa und den Städten Norditaliens. In einer dieser Schlachten erleidet Mailand 1161 eine bittere Niederlage. In der Folge wollen die norditalienischen Städte gemeinsam Paroli bieten. In Pontida gründen sie 1167 den Lombardenbund. Wenn eine Stadt angegriffen wird, wehren sich alle gemeinsam.

    Am 29. Mai 1176 kommt es bei dem kleinen Dorf Legnano erneut zur Schlacht. Barbarossas Truppen werden vernichtend geschlagen. Er ist gezwungen, Frieden mit Papst Alexander III. zu schließen. Im Frieden von Konstanz erkennt der Kaiser 1183 dann auch die innere Autonomie der italienischen Kommunen an, welche ihrerseits die Oberhoheit des Kaisers akzeptieren.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Caterina Cappuccio, Mittelalter-Historikerin, Deutsches Historisches Institut Rom
    • Dr. Andrea Monaci, Festspiel-Direktor zum 850. Jahrestag der Schlacht von Legnano
    • Knut Görich: Friedrich Barbarossa, eine Biographie. München 2011
    • Helmut Hiller: Friedrich Barbarossa und seine Zeit - eine Chronik. München 1977
    • Marcel Pacaut: Friedrich Barbarossa. Stuttgart 1969

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Die Staufer - Friedrich I. Barbarossa
    • Zeitzeichen: 14.08.1167 - Todestag von Rainald von Dassel
    • Planet Wissen: Religion - Päpste

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    Autorin: Edda Dammmüller
    Redaktion: David Rother
    Technik: Martina Taube

    15 min
  • Zwischen Stalingrad und Fernweh: Heinz G. Konsalik

    Seine Romane über Krieg und Heimkehr erreichten Millionen. Heinz G. Konsalik (geboren 28.5.1921) erzählt vom Leid deutscher Soldaten - und schweigt über ihre Schuld.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:

    • wie der Zweite Weltkrieg Konsaliks Leben und Werk prägt,
    • welche Botschaft sich durch Konsaliks Kriegsromane zieht,
    • wie Konsalik ein Millionenvermögen verliert
    • was Konsalik von deutschen Literaturkritikern hält.

    Heinz G. Konsalik schreibt seine Romane über den Zweiten Weltkrieg in den 1950er und 1960er Jahren. Er beschreibt in diesen Büchern, was viele seiner Leser selbst erlebt haben und spricht so ein Millionenpublikum an. Als Autor setzt er sich nicht kritisch mit dem NS-Regime auseinander, wie es intellektuelle Schriftsteller wie Heinrich Böll, Thomas Mann, Wolfgang Borchert, Nelly Sachs oder Bertolt Brecht nach 1945 tun.

    In den 1970er-Jahren wechselt Konsalik das Genre, schreibt Arztromane, Abenteuer- und Liebesromane. Er will damit Sehnsüchte bei seinen Lesern wecken, sie in fremde Welten entführen. In den 1990er-Jahren thematisiert er das immer stärker werdende Umweltbewusstsein.

    Mit 71 Jahren lernt Heinz G. Konsalik während einer Asienreise die 44 Jahre jüngere Chinesin Ke Gao kennen. Sie bleibt die letzten sieben Jahre seines Lebens an seiner Seite. Die beiden ziehen nach Salzburg, denn neben dem Schreiben hat Konsalik noch eine zweite Leidenschaft: Er ist großer Richard Wagner-Fan, Dauergast bei den Bayreuther Festspielen. Heinz G. Konsalik stirbt im Oktober 1999 mit 78 Jahren in seiner Wahlheimat.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Christian Adam, Buchautor und Redakteur im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
    • Christian Adam: Der Traum vom Jahre Null - Autoren, Bestseller, Leser. Die Neuordnung der Bücherwelt in Ost und West nach 1945. Berlin 2016.
    • Heinz G. Konsalik: Der Arzt von Stalingrad. München 1994
    • Heinz G. Konsalik: Liebesnächte in der Taiga. München 1966

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 19. November 1942 - Sowjetische Offensive bei Stalingrad beginnt
    • Stichtag: 16. Juli 1985: Heinrich Böll stirbt in Kreuzau-Langenbroich
    • Zeitzeichen: 14. August 1956 - Todestag von Bertolt Brecht
    • Stichtag: 12. August 1955 - Todestag von Thomas Mann

    Unser Hörtipp: Wie eine junge Demokratie zerfällt, das zeigt Schriftsteller Lion Feuchtwanger in seinem Schlüsselroman „Erfolg", den gibts in ARD Sounds als Hörbuch - zu finden im Feed „Kult - Klassiker als Hörbucher“:

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    Autorin: Andrea Klasen
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Sascha Schiemann

    16 min
  • Der tödliche Reichtum der Osage-Indianer: Öl, Morde und das FBI

    Die wahre Geschichte hinter dem Film "Killers of the Flower Moon" spielt 1921: Sie erzählt von Gier und einem indiginen Volk, das eigentlich nur seine Ruhe suchte - und vom ersten großen Fall des FBI.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:

    • welche Gerüchte nach dem Tod der 34-jährigen Anna Brown entstehen,
    • wie der indigene Stamm der Osage eher zufällig unermesslichen Reichtum erlangt,
    • welche mörderische Idee der wohlhabende Viehzüchter William Hale hat,
    • wie das FBI die Ermittlungen im bis dahin spektakulärsten Kriminalfall der US-Geschichte aufnimmt.

    Am 27. Mai 1921 wird die halbverweste Leiche der 34-jährigen Anna Brown in einer Schlucht in der Nähe von Gray Horse gefunden. Einem kleinen Städtchen in Oklahoma. Die 34-jährige Angehörige des Stammes der Osage ist durch einen Kopfschuss gestorben. Sie ist das erste Opfer in einer Mordserie.

    Niemand scheint ein Interesse daran zu haben, den Mord aufzuklären. Zeugen werden bestochen, ermordet oder verschwinden spurlos. Im Sommer 1923 gibt es bereits 24 nachgewiesene Morde an Osage sowie an Weißen, die die Verbrechen aufklären wollen.

    Schließlich übernimmt der ehemalige Texas Ranger Tom White die Ermittlungen für das FBI. Er und seine Männer decken ein enormes kriminelles Netzwerk auf, bei dem es darum geht, das Geld der Osage zu veruntreuen. Die Ermittler decken nicht nur dieses Netzwerk auf. Sondern sie kommen auch den Mördern und ihren Auftraggebern auf die Spur.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • John Fox, Offizieller FBI-Historiker
    • David Grann, Journalist und Buchautor "The Killers of the Flower Moon"
    • FBI History: Osage Murders Case

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 10.05.1924: J. Edgar Hoover wird Chef des FBI
    • Planet Wissen: Völker - Indianer / Indigene Völker Nordamerikas

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Andrea Kath
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Naturforscherin Amalie Dietrich: Pionierin mit düsterem Kapitel

    Zehn Jahre reist Amalie Dietrich (geb. 26.5.1821) nach Australien: das Abenteuer ihres Lebens. Sie sammelt unbekannte Pflanzen und Tiere - und auch menschliche Skelette.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:

    • wer Amalie das Bestimmen, Präparieren, Trocknen und Pressen von Pflanzen beibringt,
    • wie Amalie sich zu Fuß quer durch Europa auf ihre Verkaufstouren begibt,
    • warum Amalie Dietrichs Lebensgeschichte der DDR-Führung so gut gefällt,
    • wieviele Vögel, Insekten, Reptilien, Meerestiere nach Amalie Dietrich benannt werden,
    • wie der Streit um eine Wasserquelle Dietrichs Ruf später schädigt.

    Als Tochter eines mittellosen sächsischen Handwerkers heiratet Amalie Nelle 1846 den Apotheker und Botaniker Wilhelm Dietrich. Die Ehe geht in die Brüche. Und so zieht Amalie Dietrich zum Broterwerb zu Fuß durch Deutschland, verkauft seltene Pflanzen und Sämereien an Apotheken, zoologische Gärten und wohlhabene Sammler.

    Ihre Kenntnisse auf diesem Gebiet überzeugen den Hamburger Reeder Johan Cesar Godeffroy. Der will ein eigenes Übersee-Museum aufbauen und sucht Menschen, die sich für ihn auf die Reise begeben. Als Amalie Dietrich Empfehlungsschreiben ihrer Kunden vorlegt, schlägt Godeffroy ein. Im Mai 1863 nimmt Amalie Dietrich für zehn Jahre Abschied von ihrer Tochter Charitas.

    Neben Tieren und Pflanzen schickt Amalie Dietrich auf Wunsch ihres Auftraggebers auch Skelette und Schädel von Eingeborenen. In Australien gibt es heute das Gerücht, Amalie Dietrich habe, um an diese Skelette zu kommen, Aborigines gezielt töten lassen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dietmar Lippert, Vorsitzender des Schulfördervereins Siebenlehn, der sich um das Andenken an Amalie Dietrich in ihrer Heimatstadt kümmert
    • Birgit Scheps-Bretschneider, Kustodin des Grassi-Museums für Völkerkunde zu Leipzig
    • Charitas Bischoff: Amalie Dietrich. Ein Leben. Hamburg 2012 (Neudruck)

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 09.02.1885: Todestag des "Südseekönigs" Johann Cesar Godeffroy
    • Planet Wissen: Übersichtsseite - Australien und Ozeanien
    • Planet Wissen: Evolutionsforschung - Charles Darwin

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Marko Rösseler
    Redaktion: Matti Hesse, Hildegard Schulte
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Mondlandung: Wie Kennedy das Space Race gegen die Sowjets dreht

    Am 25.5.1961 kündigt der US-Präsident an, innerhalb eines Jahrzehnts Menschen zum Mond zu schicken. Mitten im Kalten Krieg hat er nicht nur die Erforschung des Weltraums im Sinn.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann:

    • dass Präsident John F. Kennedy zu Beginn seiner Amtszeit andere Prioritäten als die Raumfahrt hat,
    • wie die Vereinigten Staaten im Rennen zum Mond zunächst hinter der Sowjetunion zurückliegen,
    • was Kennedy bei der Raketenentwicklung erst einmal vordringlich interessiert,
    • mit welchem Vorschlag der US-Präsident den Sowjet-Chef Nikita Chruschtschow überrascht.

    Als John F. Kennedy 1960 Präsident der Vereinigten Staaten wird, ist der Wettlauf zum Mond längst gestartet. Nach der Hündin Laika schickt die Sowjetunion mit Juri Gagarin am 12. April 1961 auch den ersten Menschen ins All. Kennedys Antwort auf Gagarins Flug kommt nur sechs Wochen später. Er beruft eine gemeinsame Sondersitzung des Senats und des Repräsentantenhauses ein, wie sie nur zu ganz besonderen Anlässen einberufen wird.

    Am 25. Mai 1961 gibt Kennedy die entscheidende Parole aus: Noch vor Ablauf der nächsten zehn Jahre solle ein US-Amerikaner den Mond betreten und gesund wieder auf die Erde zurückkehren. Kennedys Traum wird 1969 mit der Mondlandung der Mission Apollo 11 wahr.

    Neil Armstrong und Edwin Aldrin sind die ersten Menschen, die am 21. Juli 1969 den Erdtrabanten betreten. Bis zur Einstellung des Apollo-Programms 1972 sind es insgesamt zwölf. John F. Kennedy erlebt den Triumph nicht mehr. Er wird am 22. November 1963, zwei Jahre nach seiner Grundsatzrede, im texanischen Dallas ermordet.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Brian C. Odom, Chefhistoriker der NASA und Leiter des NASA-Archivs
    • John M. Logsdon: John F. Kennedy and The Race to the Moon

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 29. Mai 1917: Geburtstag von John F. Kennedy
    • Stichtag: 21. Juli 1969 - Neil Armstrong betritt als erster Mensch den Mond
    • Zeitzeichen: 11.12.1972 - Letzte Mondlandung der Amerikaner

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    Autor: Christoph Tiemann
    Redaktion: Carolin Rückl, Frank Zirpins
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Moskau brennt: Der Überfall der Krimtataren

    Am 24. Mai 1571 verwandeln die Krimtataren Moskau in ein Inferno: Menschen ersticken, Leichen treiben durch die Moskwa. Der Zar flieht. Zurück bleibt ein historisches Trauma.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg:

    • warum das Verhältnis zwischen Krimtataren und Russen bis heute problematisch ist,
    • in welchem Großraum über Jahrhunderte turksprachige Völker leben,
    • mit welch fragwürdigem Geschäftsmodell die Krimtataren Macht und Wohlstand erlangen,
    • wie der ESC dazu beiträgt, dass das aufgeladene Verhältnis zwischen Krimtataren und Russland einem breiteren Publikum bekannt wird.

    Im Mai 1571 legen die Krimtataren Moskau in Schutt und Asche. 60.000 Menschen sollen dem Brand zum Opfer gefallen sein, rund die Hälfte der damaligen Stadtbevölkerung.

    Die Stadt Moskau wird 1147 erstmals urkundlich erwähnt und ist zunächst Mittelpunkt eines Mini-Fürstentums. Doch seine Herrscher setzen alles daran, ihr Reich zu vergrößern. Im 16. Jahrhundert wird das geografisch massiv gewachsene Großfürstentum Moskau zum "Zarentum Russland" erklärt. Sein erster Zar ist Iwan IV., genannt "der Schreckliche".

    Iwans Mission ist es, das ganze Gebiet der ehemaligen Rus wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Er erobert tatarische Kleinreiche in der Region, führt mit Polen-Litauen Krieg um Ländereien und macht recht deutlich, dass er nicht vorhat, mit den Eroberungen aufzuhören.

    Auch den Osmanen ist das aufstrebende Russland ein Dorn im Auge. Und so fallen die mit ihnen verbündeten Krimtataren 1570 in Iwans Reich ein. Im folgenden Jahr durchbricht ein riesiges Heer der Krimtataren auch mit osmanischer Verstärkung die russischen Stellungen an der Oka und brennt Moskau nieder.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Mieste Hotopp-Riecke, Turkologe und Islamwissenschaftler mit Spezialgebiet Tataren
    • Sarah Reinke/Mieste Hotopp-Riecke (Hrsg.): Die Krimtataren. Geschichte Kultur Politik. Hannover Stuttgart 2025.
    • Kerstin S. Jobst: Geschichte der Krim. Iphigenie und Putin auf Tauris. Oldenburg 2020.
    • Heinrich von Staden: Aufzeichnungen über den Moskauer Staat. Hrsg. v. Fritz T. Epstein, 2. erweiterte Auflage. Hamburg 1964.
    • Stefan Albrecht/Michael Herdick (Hrsg.): Im Auftrag des Königs. Ein Gesandtenbericht aus dem Land der Krimtataren (1579). Mainz 2011.

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 04.04.1558 - Kolonisierung Sibiriens beginnt
    • Stichtag: 18. März 1584 - Iwan der Schreckliche stirbt beim Schachspiel

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    Autor: Daniela Wakonigg
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Jürgen Mönkediek

    15 min
  • Lebendige Pharmaziegeschichte: Deutschlands älteste Apotheke

    Der 23.5.1241 gilt als Geburtsdatum der Löwen-Apotheke in Trier. Vom Mittelalter bis heute - also seit bald 800 Jahren - werden dort Arzneien hergestellt und verkauft.



    In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz:

    • was über die Gründung der heutigen Löwen-Apotheke in Trier bekannt ist,
    • wie der Inhalt der Schenkungsurkunde von 1241 lautet,
    • wann die Apotheke in den Besitz der aktuellen Betreiber-Familie gelangt,
    • was das Wort Apotheke ursprünglich bedeutet.

    Die Löwen-Apotheke am Trierer Hauptmarkt ist kein Museum, sondern ein lebendiger Betrieb. Ihre Geschichte beginnt mit einer Schenkung: Ein Trierer Kellermeister überträgt seine Apotheke an ein Damenstift. Was genau dort verkauft wird, bleibt zunächst offen. Erst allmählich spezialisieren sich Apotheken auf Arzneimittel – ein Prozess, der eng mit neuen Regeln, Wissenstransfers aus dem Orient und der wachsenden Bedeutung von Wissenschaft verbunden ist.

    Über Jahrhunderte hinweg verändert sich das Aufgabenprofil. Aus Lagerstätten werden Werkstätten, aus Hausmitteln Rezepturen, aus Kräutern Chemie. Brände, Kriege und Krisen übersteht die Apotheke ebenso wie den Wandel zur modernen Gesundheitsversorgung. Während andernorts Apotheken schließen, arbeitet man in Trier weiter – auf Fundamenten, die fast tausend Jahre alt sind.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Claus Schmiz (Erbe der Familie, die seit 1660 die Löwen-Apotheke in Trier betreibt)
    • Elisabeth Schmiz (ehemalige Leiterin der Löwen-Apotheke und Mutter von Luzie Schmiz-Rölz)
    • Luzie Schmiz-Rölz (Leiterin der Löwen-Apotheke in elfter Generation)
    • Axel Helmstädter (Apotheker und Pharmaziehistoriker, Universität Marburg)
    • Peter Ditzel: Die Älteste … - Umbau der Löwen-Apotheke in Trier: Wie sich Tradition, Design und High-Tech miteinander verbinden. In: Deutscher Apotheker Zeitung vom 29.01.2015, S. 52-57

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Geschichte der Arzneien
    • Planet Wissen: Medizin im Mittelalter

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    Autoren: Markus Harmann und Joachim Heinz
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

    14 min
  • Der Muskatnuss-Kapitalismus von 1621 und die mörderischen Folgen

    Der Aufstieg der Niederlande zur Weltmacht und ein furchtbares Menschheitsverbrechen auf den indonesischen Banda-Inseln: Dahinter steckt der Kampf um Muskatnüsse.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff:

    • warum eine unscheinbare Gewürznuss zeitweise wertvoller ist als Gold,
    • wie die erste Aktiengesellschaft der Welt Handel und Krieg miteinander verknüpft,
    • weshalb der Niederländer Jan Pieterszoon Coen die Banda-Inseln gezielt entvölkert,
    • was das Massaker von 1621 mit dem "Goldenen Zeitalter" der Niederlande zu tun hat,
    • wie die Erinnerung der Überlebenden bis heute in Liedern und Versen weiterlebt.

    Muskatnuss ist im Europa der Frühen Neuzeit mehr als ein Gewürz. Sie ist Statussymbol, Spekulationsobjekt und ein Versprechen auf schnellen Reichtum. Genau deshalb geraten die kleinen Banda-Inseln im heutigen Indonesien ins Zentrum globaler Machtinteressen. Seit Jahrhunderten handeln die Einheimischen mit der begehrten Frucht, bis die niederländische "Vereinigte Ostindien Companie" (VOC) ein Monopol erzwingen will.

    Als sich die Bewohner der Banda-Inseln sich widersetzen, lässt der VOC-Gouverneur Jan Pieterszoon Coen 1621 die Inseln militärisch unterwerfen. Fast die gesamte Bevölkerung wird ermordet oder vertrieben. Zurück bleibt eine Plantagenwirtschaft, aufgebaut auf Sklaverei. Der wirtschaftliche Erfolg ist enorm, die moralischen Kosten verschwinden aus der europäischen Erinnerung.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Christoph Driessen (deutsch-niederländischer Historiker, Köln)
    • Fabian Scheidler (Historiker, Berlin)
    • Amitav Ghosh: Der Fluch der Muskatnuss – Gleichnis für einen Planeten in Aufruhr. Berlin 2023
    • Christoph Driessen: Geschichte der Niederlande. Regensburg 2009
    • Fabian Scheidler: Das Ende der Megamaschine - Geschichte einer scheiternden Zivilisation. Wien 2015
    • Sven Beckert: Kapitalismus – Geschichte einer Weltrevolution. Hamburg 2025

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 21.09.1629: Todestag von Jan Pieterszoon Coen
    • Zeitzeichen 17.03.1798: Die Ostindien-Kompanie wird verstaatlicht
    • Planet Wissen: Gewürze

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Pfaff
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Joseph Baader

    15 min

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