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  • Alles für das Nichts: Otto von Guericke

    Wie lässt sich auf der Erde das Nichts darstellen, das zwischen den Sternen liegt? Die Frage bewegt Otto von Guericke ein Leben lang. Am 21.5.1686 stirbt er als Begründer der experimentellen Physik.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting:

    • wofür das Wort "magdeburgisieren" heutzutage sinnbildlich steht,
    • was Otto von Guericke mit Bier- und Weinfässern anstellt,
    • wie im 17. Jahrhundert eine Art wissenschaftliche Community entsteht,
    • wie Verhandlungen in Folge des 30-jährigen Krieges als Katalysatoren für die Wissenschaft wirken.

    Wissenschaft ist zu Otto von Guerickes Zeiten üblicherweise ein reiner Denksport. Der findet bei den Gelehrten seiner Zeit erst im Kopf statt und wird dann am Schreibtisch umgesetzt. Doch das stößt bei der Frage nach dem Nichts, dem Vakuum, an seine Grenzen.

    Von Guericke forscht nicht am Schreibtisch, sondern er tüftelt mit Metallbauern und Handwerkern an Vakuumpumpen. Er beginnt, zu experimentieren und vor allem, seine Arbeit zu dokumentieren - auch die Dinge, die nicht funktionieren.
    Im Sommer 1657 fügt Guericke zwei große Halbkugeln aus Kupfer mittels einer Dichtung zusammen und pumpt die Luft aus dem Inneren heraus. Anschließend werden vor jede Halbkugel nacheinander acht Pferde gespannt, die sie auseinanderreißen sollen. Es gelingt den Pferden nicht. Als die Kugeln wieder mit Luft gefüllt werden, fallen sie von allein auseinander. Von Guericke zeigt damit praktisch, wie ein Vakuum funktioniert.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Prof. Peter Reichling, Vorsitzender der Otto von Guericke Gesellschaft

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 23. Mai 1618: Zweiter Prager Fenstersturz eröffnet den 30-jährigen Krieg
    • Planet Wissen: Elektrizität

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Stephan Beuting
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Poet, Player, Provokateur: wie Heine mit Deutschland hadert

    Am 20.5.1831 kehrt der Dichter Heinrich Heine Düsseldorf und Deutschland den Rücken. Antisemitismus, Nationalismus und Skandale haben ihn ins Pariser Exil gedrängt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Richmann:

    • warum Heinrich Heine ein großer Fan Napoleons ist,
    • wie wenig charmant Heine die Bewohner Göttingens beschreibt,
    • warum Heine zuerst von der Uni und dann auch noch aus der Burschenschaft fliegt,
    • durch welchen öffentlichen Streit Heinrich Heine für die Verantwortlichen der Ludwig-Maximilians-Universität in München untragbar wird.

    Die Karlsbader Beschlüsse bedeuten ab 1819 Überwachung der Universitäten, Verfolgung politisch Andersdenkender und für Heinrich Heine: scharfe Zensur. Im Mai 1831 zieht er die Konsequenzen und emigriert nach Paris.

    Bevor er überhaupt das Schreiben anfängt, studiert er in Bonn, Göttingen und Berlin Jura. Allerdings interessiert er sich zu der Zeit mehr für Brauhäuser, Philosophie und Frauen.

    Während Heine studiert, wird Deutschland umgebaut. Napoleons Armeen sind vernichtend geschlagen. Auf dem Wiener Kongress beschließen Könige, Herzöge und Grafen, das Rad der Zeit zurückzudrehen. Viele Freiheiten werden zurückgenommen. Das bekommen neben Liberalen und Demokraten vor allem Juden, und damit auch Heine, zu spüren.

    Heine bekommt von der Augsburger Allgemeinen Zeitung das Angebot, als Korrespondent nach Paris zu gehen, welches er gerne annimmt. Deutschland besucht er nur noch zweimal, bevor er am 17. Februar 1856 im Alter von 58 Jahren in Paris stirbt.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Florian Trabert, Literaturwissenschaftler Uni Düsseldorf

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Romantik
    • Planet Wissen: Napoleon Bonaparte
    • Zeitzeichen: 15.08.1769 - Geburtstag von Napoleon Bonaparte

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Michael Richmann
    Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse

    15 min
  • Vier Minuten Meisterschaft: Der bitterste Tag auf Schalke

    Am 19.5.2001 ist Schalke 04 für einen kurzen Moment gefühlt Deutscher Meister - bis ein Freistoß in Hamburg alles verändert. Kommentator Manni Breuckmann erzählt  vom dramatischsten Tag seiner Reporterkarriere.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Gerdener:

    • wie aus einem ganz normalen Bundesliga-Finale ein großes Drama wird,
    • wie eine Falschmeldung ein ganzes Stadion in Ekstase versetzt,
    • welche Rolle Radios, Reporter und verzögerte Bilder spielen,
    • dass ausgerechnet dieser Moment Schalke bis heute definiert.

    Ein Fernduell am letzten Spieltag, ein ausverkauftes Parkstadion und eine Region im Ausnahmezustand: Der FC Schalke gewinnt, die Konkurrenz liegt zurück, die Meisterschaft scheint greifbar. Reporter verlieren ihre Neutralität, Fans stürmen den Rasen, Feuerwerk erhellt den Himmel über Gelsenkirchen. Alles deutet auf Erlösung hin.

    Doch das Glück beruht auf einem Irrtum. Während auf Schalke schon gefeiert wird, läuft das entscheidende Spiel noch. Ein später Freistoß, ein Tor, und die Wirklichkeit schlägt zurück. Die kürzeste Meisterschaft der Fußballgeschichte endet so abrupt, wie sie begonnen hat - und macht den 19. Mai 2001 zu einem Datum, das auf Schalke jeder kennt. Und viele nicht mehr hören wollen.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Manni Breuckmann (Sportreporter)
    • Rudi Assauer (Manager FC Schalke 04)
    • Huub Stevens (Trainer FC Schalke 04)
    • Michael Zylka (ehem. Präsident FC Schalke 04)
    • Andreas Müller (Teammanager FC Schalke 04)

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 18.05.1958: FC Schalke 04 wird deutscher Fußballmeister
    • Zeitzeichen 06.02.2019: Rudi Assauer stirbt in Herten

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Gerdener
    Redaktion: David Rother, Emily Jeuckens

    15 min
  • Armut und Affären: Franziska zu Reventlow und die Bohème

    Sie flieht aus adliger Enge in ein Leben voller Kunst, Literatur und unzählige Liebhaber. Franziska zu Reventlow, geboren am 18. Mai 1871, lebt radikal selbstbestimmt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:

    • wie aus der adligen Fanny zu Reventlow eine radikal selbstbestimmte Außenseiterin wird,
    • warum München-Schwabing für sie ein Versprechen von Freiheit und künstlerischem Leben ist,
    • wie Liebe, Mutterschaft und Geldnot ihr Leben immer wieder neu bestimmen,
    • wie ihr rastloses Leben schließlich zur Literatur wird.

    Im Kaiserreich ist der Lebensweg von Franziska Gräfin zu Reventlow eigentlich klar vorgezeichnet. Doch sie verweigert sich früh den Erwartungen an Herkunft, Ehe und Moral. Stattdessen folgt sie ihrer Sehnsucht nach Unabhängigkeit, Kunst und persönlicher Freiheit.

    In München, später in Italien und der Schweiz, lebt sie als Schriftstellerin, Mutter und Bohémienne am Rand der Gesellschaft. Ihre Erfahrungen fließen in Romane und Erzählungen ein, leicht im Ton, melancholisch im Kern. Ihr Leben bleibt ein ständiges Suchen zwischen Selbstbestimmung und Einsamkeit.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Ulla Egbringhoff (Literaturwissenschaftlerin und Reventlow-Biographin)
    • Ulla Egbringhoff: Franziska zu Reventlow. Reich bebilderte Monographie zu Leben und Werk. Reinbek 2000
    • Kerstin Decker: Franziska zu Reventlow. Literarische Biographie. München 2018

    Weiterführender Link:
    • Franziska zu Reventlow im Projekt Gutenberg

    Unser Hörtipp: Franziska zu Reventlow: Von Paul zu Pedro - WDR 5 Hörbuch

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Kosfeld
    Redaktion: Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Erik Satie: Revolutionär der Musik und seltsamer Außenseiter

    Erik Satie (geb. 17.5.1866) ist ein Außenseiter mit einem Leben voller schräger Anekdoten - und ein musikalischer Visionär. Er prägt mit radikal einfachen Klängen die Moderne.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Philip Ritter:

    • wie Erik Satie jahrzehntelang ein verborgenes Doppelleben in einem ärmlichen Zimmer führt,
    • warum seine Musik bewusst gegen Pathos, Dramatik und musikalische Erwartungen arbeitet,
    • wie ausgerechnet Einfachheit und Wiederholung zu seinem größten künstlerischen Markenzeichen werden,
    • weshalb Zeitgenossen ihn für einen Dilettanten halten und spätere Generationen für einen Visionär.

    Erik Satie lebt zurückgezogen im Pariser Vorort Arcueil. Als er 1925 stirbt, entdecken Freunde erst, was er all die Jahre verborgen hat: eine Wohnung voller Schmutz, Papierberge und Manuskripte. Darunter Werke, die man für verloren hält und die heute als Schlüsselstücke der Musikgeschichte gelten.

    Geboren in der Normandie, geprägt von frühen Verlusten, scheitert Satie am Konservatorium und findet seinen eigenen Weg. Musikalisch entzieht er sich konsequent den Konventionen seiner Zeit. Er schreibt Stücke ohne dramatische Steigerung, ohne klare Auflösung, oft mit irritierenden Spielanweisungen. Genau diese Weigerung, Erwartungen zu erfüllen, macht Satie zu einer Schlüsselfigur der modernen Musikgeschichte - und zu einem Rätsel, das bis heute nicht ganz zu lösen ist.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Caroline Potter (Musikwissenschaftlerin)
    • Tomas Bächli (Pianist)
    • Grete Wehmeyer: Erik Satie. Reinbek 1998

    Weiterführender Link:
    • WDR 3 Musikporträt: Erik Satie - Musikphilosoph und Klangasket

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Philip Ritter
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Sykes-Picot: Verrat an der arabischen Welt

    Am 16.5.1916 unterzeichnen Großbritannien und Frankreich das Sykes-Picot-Abkommen. Sie haben heimlich den Nahen Osten unter sich aufgeteilt. Mit spürbaren Auswirkungen bis heute.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:

    • wie Mark Sykes und François Georges Picot mit Lineal und Farbstift eine ganze Region neu ordnen,
    • warum ethnische, religiöse und historische Gegebenheiten bei der Grenzziehung keine Rolle spielen,
    • wie gleich mehrere geheime Absprachen einander widersprechen und Erwartungen enttäuscht werden,
    • weshalb Palästina eine internationale Sonderrolle erhält,
    • warum der Name Sykes-Picot bis heute als Symbol für Verrat wirkt.

    Europa steckt im Ersten Weltkrieg, das Osmanische Reich steht vor dem Zusammenbruch. Während an den Fronten gekämpft wird, verhandeln ein britischer und ein französischer Diplomat im Geheimen über die Zukunft der arabischen Provinzen. Auf einer Karte entstehen Zonen, Einflussgebiete und Sonderverwaltungen. Es geht um Macht, Seewege, Eisenbahnen und künftige Kontrolle.

    Doch das Abkommen bleibt nicht geheim. Nach der russischen Revolution wird es veröffentlicht und löst in der arabischen Welt Empörung aus. Gleichzeitig treten weitere Versprechen zutage, die kaum miteinander vereinbar sind. Aus den damaligen Entscheidungen entsteht ein Staatensystem, das Konflikte nicht befriedet, sondern neue hervorbringt und den Nahen Osten dauerhaft prägt.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Prof. Dr. Jörn Leonhard (Historiker, Universität Freiburg)
    • Dr. Guido Steinberg (Terrorismusexperte und Islamwissenschaftler, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin)

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 22.03.1945: Gründungsvertrag der Arabischen Liga
    • Zeitzeichen 20.03.1956: Tunesien wird unabhängig von Frankreich
    • Planet Wissen: Wie der Erste Weltkrieg die Weltkarte veränderte

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Marfa Heimbach
    Redaktion: Christoph Tiegel, Frank Zirpins
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Guanchen gegen Spanier: Teneriffas blutige Eroberung

    Auf den Kanaren erproben die Spanier ihre kolonialen Bestrebungen. Auf Teneriffa leisten die indigenen Guanchen aber unerwartet heftigen Widerstand - bis zum Jahr 1496.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer:

    • wer die Guanchen sind und woher sie kommen,
    • dass die Spanier mit einer katastrophalen Niederlage in den Krieg starten,
    • welcher strategische Fehler die Guanchen schließlich zur Aufgabe zwingt,
    • vom traurigen Schicksal der Guanchen unter spanischer Kontrolle.

    Lange kommen die Kanarischen Inseln aufgrund ihrer abgelegenen Lage vor der afrikanischen Küste im Gedächtnis der Europäer kaum vor. Das ändert sich 1402, als die Spanier mit ihrem Eroberungsfeldzug beginnen. 1494 ist mit Teneriffa nur noch die größte und bevölkerungsreichste der sieben Kanareninseln unabhängig.

    Der Widerstand der kriegerischen Inselbewohner, die sich Guanchen nennen, ist groß. Doch im Mai 1496 müssen sich auch die letzten Guanchen-Häuptlinge endgültig geschlagen geben. Seither gehören alle Kanarischen Inseln zu Spanien. Viele Guanchen verlieren bei den Schlachten ihr Leben. Die spanische Politik, die Guanchen sozusagen zu hispanisieren, sorgt dafür, dass das Volk nach und nach ganz verschwindet. Ihre Spuren finden sich aber bis heute in den Genen der Kanarenbewohner.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Conrado Rodríguez (MUNA Santa Cruz de Tenerife)
    • Julia Bühner (Universität Frankfurt/Main)

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 12. Oktober 1492 - Christoph Kolumbus betritt den amerikanischen Kontinent
    • Planet Wissen: Kolonialismus
    • Planet Wissen: Kanaren

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Tobias Sauer
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
    Technik: Holger Maerten

    15 min
  • Warum Karl IV. nicht der Friedenskaiser des Mittelalters war

    Karl IV. (geb. 14.05.1316) gilt als Verhandler, der lieber Geld als Waffen nutzte. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich ein anderes Bild über den Kaiser aus dem Mittelalter.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:

    • warum das Bild vom Friedenskaiser auf Karl IV. nicht zutrifft,
    • von zahlreichen Attentaten und Unfällen, die ihn zwar nicht umbringen, aber für immer zeichnen,
    • warum es Karl IV. nicht gelingt, seine Dynastie langfristig zu sichern.

    Mit dem Nachruhm mittelalterlicher Kaiser ist es so eine Sache: Karl den Großen kennt man und wohl auch Kaiser Barbarossa. Aber Kaiser Karl IV. bleibt weitgehend unbekannt, dabei hat er eine Menge Spuren hinterlassen. So geht etwa die Goldene Bulle, das langlebigste Grundgesetz deutscher Geschichte, auf ihn zurück. Mit der Universität Prag hat er die erste Hochschule im Heiligen Römischen Reich gegründet. Viele von ihm beauftragte Prachtbauten wie den Veitsdom oder die Nürnberger Frauenkirche kann man bis heute bewundern.

    Geboren wird Karl im Jahr 1316 als Sohn des böhmischen Königs. Anders als sein Vater ist er ein Meister des Taktierens und führt nur selten Krieg. Als Sympathieträger geht Karl IV. dennoch nicht in die Geschichte ein.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Olaf Rader, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
    • Olaf Rader: Kaiser Karl der Vierte - Das Beben der Welt. Eine Biographie. München 2023
    • Ferndinand Seibt: Karl IV. - Ein Kaiser in Europa. Frankfurt am Main 2003
    • Karl IV. Selbstbiographie. Hanau 1979

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 26.02.1361 - Geburtstag des deutschen Königs Wenzel
    • Zeitzeichen: 7. Mai 1398 - Der Kölner Brau-Monopolist und Geschäftsmann Hermann von Goch wird hingerichtet

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    Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.

    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Maren Gottschalk
    Redaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci Suvak
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Die Welt zu Gast bei Nazis - die große IOC-Fehlentscheidung

    Am 13.5.1931 vergibt das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Olympischen Spiele 1936 nach Berlin. Das Sportfest wird eine Propaganda-Show für das NS-Regime.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:

    • warum deutsche Turner von den Olympischen Spielen der Neuzeit nichts halten,
    • wann kurz zuvor schon einmal Olympische Spiele nach Berlin vergeben werden,
    • wie despektierlich sowohl Adolf Hitler als auch der US-amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt den Athleten Jesse Owens behandeln,
    • welches neue Element der Olympischen Spiele 1936 heute Tradition ist.

    Als Deutschland 1931 den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 1936 bekommt, ahnen wenige, wer zwei Jahre später die Macht übernimmt.

    Star der Spiele in Berlin ist sehr zum Missfallen der Nazis der afroamerikanische Leichtathlet Jesse Owens, der die Rassenideologie der Nationalsozialisten von der vermeintlichen Überlegenheit der "arischen" Athleten in Grund und Boden läuft.

    Nazi-Deutschland inszeniert perfekte Spiele - auch als Reaktion auf internationale Versuche, die Spiele nach der Machtübernahme Hitlers nicht stattfinden zu lassen. In den USA und auch anderswo gibt es Boykottbestrebungen. Anlass dieser Boykottbestrebungen sind Rassenideologie und Politik der Nazis. Juden sind schon damals weitgehend vom Sport und anderer gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Andreas Höfer, Deutsches Sport und Olympiamuseum Köln
    • "Olympia", Film von Leni Riefenstahl
    • Zeitzeichen: 01.08.1936 - Olympische Sommerspiele in Berlin

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Die Olympischen Spiele 1936 in Berlin
    • Planet Wissen: Geschichte der Olympischen Spiele
    • Zeitzeichen: 3. August 1936 - Jesse Owens sprintet zu Olympia-Gold

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    Autor: Ralph Erdenberger
    Redaktion: Emily Jeuckens/David Rother

    15 min
  • Zu radikal für Hitler: Nazi-Ideologin Mathilde Ludendorff

    Sie kämpft für Frauenbildung und predigt rassistische Thesen: Ludendorff (gest. am 12.05.1966) ist eine Vordenkerin völkischer Ideologie - die bis heute in rechten Kreisen wirkt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Melahat Simsek:

    • warum Ludendorffs Ideen selbst Hitler zu radikal sind,
    • dass ihr Weltbild sowohl für ihre Patienten als auch für die Deutsche Frauenbewegung inakzeptabel sind,
    • wie Ludendorffs völkische Thesen im "Bund für Gotterkenntnis" bis heute weiterleben.

    Mathilde Ludendorff wird als Mathilde Friederike Karoline Spieß 1877 in Wiesbaden geboren. Selbstbewusst fordert sie bereits in jungen Jahren die Gleichstellung der Geschlechter und die Anerkennung von Frauen in akademischen Berufen. Sie macht ihr Abitur, studiert Medizin und eröffnet eine eigene Praxis. Gleichzeitig zieht sie auch noch drei Kinder groß und verfasst erste Schriften. Viele ihrer Ansichten sind da bereits antidemokratisch und völkisch-feministisch.

    In der Weimarer Republik wettert sie schon vor der Heirat mit dem General Ludendorff immer offener gegen Juden und den Vatikan und erfindet eine neue Religionsphilosophie, fernab jüdisch-christlicher Religionstraditionen. Ihre neue Lehre nennt sie fortan "Deutsche Gotterkenntnis". Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Mathilde Ludendorff als NS-Aktivistin eingestuft. Sie stirbt am 12. Mai 1966 in München.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Dr. Sabine Hering (Sozialwissenschaftlerin i.R., mit Schwerpunkt Geschichte, Universität Siegen)
    • Dr. Annika Spilker (Historikerin)
    • Prof. Dr. Uwe Puschner (Historiker, i.R., Freie Universität Berlin, Neuere Geschichte)
    • Sabine Hering: Mathilde Ludendorff - Von der Steigbügelhalterin des Nationalsozialismus zur Gallionsfigur der Ludendorff-Bewegung. Berlin 2023
    • Annika Spilker: Geschlecht, Religion und völkischer Nationalismus. Die Ärztin und Antisemitin Mathilde von Kemnitz-Ludendorff (1877-1966). Frankfurt am Main 2013
    • Uwe Puschner: Die völkisch-religiöse Bewegung im Nationalsozialismus. Eine Beziehungs- und Konfliktgeschichte. Göttingen 2012
    • Mathilde Ludendorff: Der göttliche Sinn der völkischen Bewegung. München 1934

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 25. Mai 1961 - Die Ludendorff-Bewegung wird verboten
    • BR Retro: Proteste gegen die Ludendorff-Straße in Tutzing (1961)

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    Autorin: Melahat Simsek
    Redaktion: Carolin Rückl / Frank Zirpins
    Technik: Thomas Bleul

    15 min

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