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WDR Zeitzeichen episodes

  • Höher, schneller, Empire State: Wettlauf der Wolkenkratzer

    Mitten in der Weltwirtschaftskrise blickt New York nach oben: Am 1.5.1931 öffnet das Empire State Building - und bleibt fast vier Jahrzehnte das höchste Gebäude der Welt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer:

    • warum das Empire State Building an sieben Stellen schmaler werden muss,
    • mit welchem Trick die Eigentümer den hohen Leerstand vertuschen wollen,
    • wie das Gebäude dank des Films King Kong zur Ikone wird.

    Ende der 1920er Jahre entbrennt in New York ein Wettrennen um den Titel des höchsten Gebäudes der Welt. Auch die finanzkräftigen Automobilbauer investieren in die neue Wolkenkratzer.

    Zunächst sichert sich Walter Chrysler im Mai 1930 den Rekord. Dank einer spektakulären, aufgesetzten Stahlkrone ragt sein Chrysler Building 318 Meter in den Himmel.

    Doch an der Fifth Avenue wächst bereits mit dem Empire State Building ein neuer Gigant in Rekordtempo heran. Hinter dem Projekt stehen der Finanzvorstand von General Motors, John J. Raskob, und der frühere Gouverneur von New York, Al Smith.

    Tag für Tag kommen mehrere Stockwerke hinzu. Am 1. Mai 1931 wird das Empire State Building mit einer gewaltigen Nutzfläche von 900.000 Quadratmetern eingeweiht - und mit seinen 381 Metern offiziell zum weltweit höchsten Gebäude.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Carol Willis (Historikerin, Gründerin und Direktorin Skyscraper-Museum, New York)
    • Wolfgang Sonne (Architekturhistoriker)
    • John Tauranac: The Empire State Building. The Making of a Landmark. New York 1995
    • Britannica: Empire State Building | Height, Construction, History, & Facts

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 20.09.1932 - Lunch a top a skyscraper
    • Zeitzeichen: 13.03.1893: Eröffnung des "Waldorf-Astoria"-Hotels in New York
    • It's History: Was the Empire State Building a Blimp Port? (Youtube)

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Erik Hlacer
    Redaktion: Christoph Tiegel, Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Michael Gartenschlägers Kampf gegen die DDR‑Todesautomaten

    Michael Gartenschläger beweist die Existenz der DDR‑Selbstschussanlagen. Doch bei seiner letzten Aktion am 30.4.1976 wird er von einem Stasi-Kommando erwartet und erschossen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Ulli Schäfer:

    • warum Michael Gartenschläger die Selbstschussanlagen an der deutsch-deutschen Grenze demontieren will,
    • wie aus einem unangepassten Jugendlichen aus Strausberg ein entschiedener Gegner des SED-Regimes wird,
    • weshalb sein Tod bis heute für viele als Symbol für das Unrecht an der innerdeutschen Grenze steht.

    Knapp 1400 Kilometer Metallgitterzaun, Stacheldraht, Minen, Wachtürme und tausende Selbstschussanlagen: Michael Gartenschläger kennt das System, mit dem die DDR ihre Grenze sichert.

    Der 1944 geborene Strausberger hört als Jugendlicher Westmusik, protestiert nach dem Mauerbau gegen das Regime und wird 1961 zu lebenslanger Haft verurteilt. Fast zehn Jahre sitzt er im Gefängnis, bis ihn die Bundesrepublik freikauft.

    Doch Gartenschläger schweigt nicht. 1976 demontiert er zwei Selbstschussanlagen vom Typ SM-70 und macht damit öffentlich, was die DDR leugnet. Als er am 30. April 1976 eine dritte Anlage abbauen will, gerät er in einen Hinterhalt und wird erschossen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Thomas Köckeritz, Neffe von Michael Gartenschläger
    • Freya Klier: Michael Gartenschläger. Kampf gegen Mauer und Stacheldraht, Leipzig 2012
    • Lothar Lienicke und Franz Bludau: Todesautomatik. Die Staatssicherheit und der Tod des Michael Gartenschläger an der Grenzsäule 231, Frankfurt am Main 2003
    • Andreas Frost: Michael Gartenschläger. Der Prozess. Mutmaßliches DDR-Unrecht vor einem bundesdeutschen Gericht, Schwerin 2002

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: Strafe in der DDR - Todesurteil für ein Flugblatt
    • Zeitzeichen: 03.05.1974 - Erich Honecker will auf Flüchtende schießen lassen
    • Zeitzeichen: Bau der Mauer in der DDR (am 13.08.1961)

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Ulli Schäfer
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Warum der Osteraufstand Irland geprägt hat

    Am Ostermontag 1916 starten irische Rebellen einen Aufstand gegen die britische Kolonialmacht. Er endet nach wenigen Tagen am 29. April 1916. Trotzdem stilisiert ihn Irland zur Geburtsstunde der Nation.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:

    • wie ein Pilzbefall der irischen Kartoffeln den Hass auf die Briten schürt,
    • dass während des Osteraufstands noch viele Iren Seite an Seite mit den Briten im Ersten Weltkrieg kämpfen,
    • warum Patrick Pearse und James Connolly zu Märtyrern werden,
    • wie die gescheiterte Rebellion zum nationalen Gründungsmythos avanciert.

    Als rund 150 irische Nationalisten am Ostermontag 1916 das Hauptpostamt in Dublin mit Waffengewalt einnehmen, feiern die meisten Iren gerade ein friedliches Osterfest mit ihren Familien. Die Zustimmung für den Kampf gegen die verhasste britische Kolonialmacht ist verhalten - zu groß ist die Angst vor den Briten.

    Die Befürchtungen bewahrheiten sich. Fünf Tage später, am 29. April 1916, sind rund 500 Menschen tot, darunter viele Zivilisten und Kinder, und die Anführer werden öffentlich hingerichtet. Das brutale Vorgehen der Briten erschüttert die Bevölkerung zutiefst und sie solidarisiert sich mit den Rebellen. Aus dem Schock von 1916 entsteht die irische Unabhängigkeitsbewegung.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professorin Katharina Rennhak (Bergische Universität Wuppertal, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin mit Schwerpunkt irische Literatur und Erinnerungskultur)
    •  Charles Townshend: Easter 1916. The Irish Rebellion. London 2005, 2015
    • Richard S. Grayson und Fearghal McGarry: Remembering 1916. The Easter Rising, The Somme and the Politics of Memory in Ireland. Cambridge 2016

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 06.12.1922 - Proklamation des Freistaates Irland
    • Der Stichtag: 23.12.1920: "Government of Ireland Act" verabschiedet
    • bpb: Unabhängigkeit Irlands

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Almut Finck
    Redaktion: Jakob Schiffer, Sefa Inci Suvak
    Technik: Annette Skrzydlo

    15 min
  • Die Piratin Mary Read: Seemannsgarn oder wahres Abenteuer?

    Mary Read stirbt am 28. April 1721 in Haft auf Jamaika. Brutale Piratin, mutiger als viele Männer, angeblich Geliebte von Anne Bonny. Doch was ist historisch belegbar?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:

    • warum Mary Read ein Leben als Mann verkleidet führt,
    • warum sie vor Gericht auf „nicht schuldig“ plädiert,
    • wie kurz ihre Karriere als Piratin tatsächlich ist,
    • weshalb ihr Ruf bis heute zwischen Mythos und Wirklichkeit schwankt.

    28. November 1720, Jamaika: Vor Gericht bestreitet Mary Read die Vorwürfe der
    Piraterie. Viel mehr als diese Prozessakten ist über sie kaum bekannt.

    Sicher ist: Im "Goldenen Zeitalter" der Piraterie kämpft sie an der Seite von Anne Bonny auf dem Schiff des Piraten John Rackham. Mit Pistolen, Entermesser und großem Mut. Vermutlich lebt Mary Read schon früh als Mann, dient als Soldat und fährt zur See. Für Frauen ist ein selbstbestimmtes Leben damals kaum möglich.

    Doch ihre Geschichte ist lückenhaft. Vieles stammt aus späteren Erzählungen, manches ist wohl ausgeschmückt. Nach ihrer Verhaftung wird sie zum Tode verurteilt und stirbt 1721 auf Jamaika. Ihr Grab bleibt unbekannt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Peter Lehr (Senior Lecturer in Terrorismusstudien an der Universität von St. Andrews/Schottland, Spezialgebiet Piraterie)
    • Roxanne Gregory (Sachbuchautorin)
    • Captain Charles Johnson: A General History of the Pirates. From Their First Rise and Settlement in the Islands of Providence to the Present Time, London 1724
    • Peter Lehr: Pirates. A New History From Vikings to Somali Raiders, New Haven 2019
    • Roxanne Gregory: A History of Women in Piracy. Life Under the Black Flag, Barnsley 2025
    • Robert Baldwin (Hg.): The Tryals of Captain John Rackham and Other Pirates. A True Copy of the Act of Parliament made for the more effectual suppression of Piracy, Jamaika 1721

    Weiterführende Links:
    • The Post and Courier: The true and false stories of Anne Bonny, pirate woman of the Caribbean
    • David Fictum: Anne Bonny and Mary Read - Female Pirates and Maritime Women
    • Zeitzeichen 06.09.2023: Die Piratin Grace O'Malley trifft Königin Elisabeth I.
    • Zeitzeichen 28.02.2025: Henry Every erklärt sich 1695 zum Piraten

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    Autorin: Andrea Kath
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Christina Gabriel

    15 min
  • Hunger und Terror: Die deutsche Wehrmacht besetzt Athen

    Am 27.4.1941 marschieren deutsche Truppen in Athen ein. Hinrichtungen, Plünderungen und Hunger werden Alltag. Aber es entsteht auch Widerstand gegen die Besatzer.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich:

    • wie der Einmarsch der deutschen Wehrmacht 1941 viele Griechen in Hunger, Gewalt und Plünderungen stürzt,
    • warum sich Athen schon wenige Wochen nach der Besetzung im Chaos befindet,
    • und wie erste Streiks und symbolische Aktionen den Widerstand gegen die Besatzung entfachen.

    Am 27. April 1941 marschieren deutsche Truppen in Athen ein. Anfangs schauen viele neugierig zu, doch schnell weicht die Neugier blankem Entsetzen. Die Besatzer plündern Geschäfte, errichten ein Terrorregime und treiben die Stadt in eine verheerende Hungersnot: Tausende sterben, allein in Athen bis zu 700 Menschen täglich. In Kellern der Besatzungsmacht werden Gefangene verhört, gefoltert und auf ihre Hinrichtung vorbereitet. Orte wie der Schießstand von Kaisariani werden zu Schauplätzen von Massenexekutionen.

    Gleichzeitig wächst der Widerstand. Aus Hunger, Verzweiflung und dem Willen zur Freiheit. Bis heute bleiben diese Orte Mahnmale: für das Leid, und für eine Erinnerung, die bleibt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Kostas Gavrilakis, Ehrenamtlicher Mitarbeiter Gedenkstätte Kaisariani
    • Ioulia Oikonomopoulou, Archäologin, Kunsthistorikerin und Mitarbeiterin Gedenkstätte Kaisariani
    • Menelaos Charalampidis, Historiker und Buchautor, Athens History Walks
    • Menelaos Charalampidis: εμπειρία της Κατοχής και της Αντίστασης στην Αθήνα (dt.: Die Erfahrung der Besatzung und des Widerstands in Athen), Athen 2012.
    • Ioannis Zelepos: Kleine Geschichte Griechenlands. Von der Staatsgründung bis heute, München 2014.

    Weiterführende Links:
    • Gedenkorte Europa 1933-1945
    • Athens History Walks: @menelaos.haralabidis
    • Rosa Luxemburg Stiftung
    • MOG Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland (Μνήμες από την Κατοχή στην Ελλάδα)

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Claudia Friedrich
    Redaktion: Sefa Inçi Suvak

    15 min
  • Vom Mittelalter zur Renaissance: Petrarca auf dem Mont Ventoux

    Aus Neugier erklimmt der Dichter den Gipfel. Sein Bericht vom 26.4.1336 beschreibt göttliche Erkenntnis, aber auch die schöne Aussicht - und gilt als kulturhistorischer Wendepunkt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Raoul Mörchen:

    • warum der Aufstieg auf den Mont Ventoux vielleicht nie stattgefunden hat,
    • wieso ein Dichter des 14. Jahrhunderts als moderner Mensch gilt,
    • und weshalb ein Gipfelerlebnis mehr über Zweifel als über Triumph verrät.

    Ein Mann macht sich auf den Weg, angeblich nur aus Neugier. Francesco Petrarca, Dichter, Gelehrter, ein früher Intellektueller Europas. Sein Ziel: der Mont Ventoux, ein windumtoster Riese in der Provence. 1336 soll er den Gipfel erklommen haben. Doch ob er wirklich oben war, bleibt ungewiss.

    Petrarca berichtet von Mühen, Umwegen und einem atemberaubenden Blick über Wolken und Berge. Doch oben angekommen, geschieht etwas Unerwartetes: In einem Buch des Kirchenvaters Augustinus liest er eine Mahnung, wer nur die Welt bestaunt, verliere sich selbst.

    Zwischen Neugier und Glauben, zwischen Naturbegeisterung und Selbstzweifel: Sein oft zitierter Ventoux-Brief erzählt weniger von einem Sieg über den Berg als von einem inneren Konflikt. Vielleicht war der Aufstieg am Ende kein reales Abenteuer, sondern eine Reise in die eigene Seele.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Andreas Kablitz, Romanist und ehemaliger Direktor des Kölner Petrarca-Instituts.
    • Francesco Petrarca: Der Aufstieg auf den Mont Ventoux (Fam. IV,1), in: Epistolae familiares, z. B. Stuttgart, 1999.

    Weiterführende Links:
    • Albertus Magnus: Der Bettelmönch, der alles wissen wollte
    • Der Namensgeber Amerikas: Großer Entdecker oder ein Hochstapler?
    • Gipfelstürmer und Geschichtenerzähler: Luis Trenker
    • James Cook entdeckt das Great Barrier Reef (am 11.6.1770)
    • Fahrrad und Feminismus: die irische Pädagogin Sophie Bryant

    Das ist unser Hör-Tipp:
    Tschernobyl. Die Katastrophe und wir

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Raoul Mörchen
    Redaktion: Sefa Suvak und Carolin Rückl

    17 min
  • Meilensteine der Weltliteratur: Homer schreibt Ilias und Odyssee

    Zwei Epen, ein Mythos: Ilias und Odyssee prägen bis heute das Erzählen von Krieg, Heimkehr und Sinnsuche. Wer war Homer - und warum wirken diese Geschichten bis heute?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:

    • warum Ilias und Odyssee schon in der Antike echte "Blockbuster" sind,
    • weshalb bis heute unklar bleibt, ob es Homer als einzelne Person überhaupt gegeben hat,
    • wie mündliche Erzähltraditionen zu zwei zusammenhängenden Epen werden,
    • wie Gewalt, Trauma und Rückkehr die Menschen damals wie heute beschäftigen.

    Es sind zwei Geschichten: Die Ilias erzählt vom Zorn des Achill und vom Krieg um Troja. Die Odyssee schildert die lange, gefährliche Heimfahrt des Odysseus nach Ithaka. Beide Epen entstehen vermutlich im 8. oder frühen 7. Jahrhundert vor Christus und treffen den Nerv einer Zeit voller Gewalt und Unsicherheit.

    Ob Homer ein einzelner genialer Dichter ist oder das Werk professioneller Sänger verdichtet, bleibt offen. Sicher ist: Die Geschichten verbinden individuelle Schicksale mit großen Fragen nach Ehre, Gemeinschaft und Identität. Genau darin liegt ihre bis heute ungebrochene Wirkung – als Ursprung europäischer Literatur und als Erzählungen, die immer wieder neu gelesen werden können.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Jonas Grethlein (Professor für Altphilologe, Universität Heidelberg)
    • Bernhard Zimmermann (emeritierter Professor für klassische Philologie, Universität Freiburg)
    • Homer: Ilias - Odyssee. München 2002
    • Jonas Grethlein: Die Odyssee. Homer und die Kunst des Erzählens. München 2017

    Weiterführende Links:
    • ARD alpha: Klassiker der Weltliteratur - Homer
    • Arte: Die großen Mythen - Ilias und Odyssee
    • ZDF: Superhelden - Odysseus

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    Autor: Ralph Erdenberger
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Frankreich zwischen Ruhm und Schuld: Henri Philippe Pétain

    Henri Philippe Pétain, geb. am 24.4.1856, wird als General im 1. Weltkrieg zum Nationalhelden. Im 2. Weltkrieg führt er das Vichy-Regime und kollaboriert mit Deutschland.



    In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz:

    • wie eng die Leben von Henri Philippe Pétain und Charles de Gaulle miteinander verflochten sind,
    • welche rechtsradikalen Ziele Pétain auch unabhängig von den Nationalsozialisten verfolgt,
    • wie das Vichy-Regime und die SS konkret bei der Judenverfolgung zusammenarbeiten,
    • wann Pétain jeden Rückhalt in der französischen Bevölkerung verliert,
    • wo im Juli 1945 der Prozess gegen den 89-jährigen Marschall und Politiker beginnt.

    Die Karriere von Henri Philippe Pétain beginnt im Ersten Weltkrieg. In der Schlacht von Verdun gilt er als besonnener Militär, der das Leben seiner Soldaten schont. Dieser Ruf macht ihn nach 1918 zu einer nationalen Integrationsfigur. Als Frankreich im Zweiten Weltkrieg von Nazi-Deutschland überfallen wird, erscheint der 84-jährige Marschall vielen als letzter Garant für Ordnung und Ehre.

    Pétain übernimmt 1940 Frankreichs Regierung und kollaboriert mit dem Angreifer. Das Land wird geteilt: in einen von den Deutschen besetzten Norden und einen von Pétain verwalteten Süden. Dort errichtet er in Vichy einen autoritären Staat, in dem politische Gegner verfolgt werden, antisemitische Gesetze gelten und man sich an der Deportation von Juden beteiligt. Nach der Befreiung Frankreichs wird Pétain zum Tod verurteilt, dann aber begnadigt. Er stirbt 1951 in der Verbannung.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Matthias Waechter (Historiker, Buchautor und Direktor des Hochschulinstituts CIFE in Nizza)
    • Matthias Waechter: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. München 2019
    • Wilfried Loth: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Frankfurt 1995
    • Michael R. Marrus, Robert O. Paxton: Vichy France and the Jews. Stanford 1995
    • Robert O. Paxton: Vichy France. Old Guard and New Order 1940-1944. New York 1982

    Weiterführende Links:
    • BR: Schlacht von Verdun - Pétains Rotationssystem "Noria"
    • Funk: Die Geschichte des Vichy-Regimes
    • DLF: Prozess gegen Pétain - Vom Kriegshelden von Verdun zum Hochverräter

    Das ist unser Hör-Tipp:
    Alles Geschichte: Leni Riefenstahl - Influencerin des Bösen

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    Autor: Joachim Heinz und Markus Harmann
    Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse
    Technik: Annett Bastian

    17 min
  • Aethelred "the Unready": Mythos eines schwachen Königs

    Ein Versager, unbereit, unfähig gegen die Wikinger: So lautet das Urteil der Chronisten über Aethelred (gest. 23.4.1016). Dabei erzählt sein Beiname eigentlich eine andere Geschichte.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:

    • warum König Aethelred bis heute als "der Unfertige" gilt,
    • wie ein ungeklärter Mord seine Herrschaft überschattet,
    • weshalb England immer wieder von Wikingerangriffen erschüttert wird.

    Aethelred, geboren um 967, kommt früh auf den Thron, nach dem gewaltsamen Tod seines Halbbruders. Ein Verbrechen, das nie aufgeklärt wird und wie ein Schatten über seiner Regentschaft liegt. Schon seine Zeitgenossen urteilen hart über ihn. Doch sein Beiname "the Unready" bedeutet wohl eher "schlecht beraten" als unfähig. Als junger König ringt Aethelred mit mächtigen Adligen, trennt sich von Beratern und trifft Entscheidungen, die für Unruhe sorgen.

    Die Lage eskaliert, als Aethelred 1002 ein Massaker an Dänen anordnet. Die Folge: noch heftigere Angriffe der Wikinger. Schließlich muss er ins Exil fliehen und kehrt doch zurück. Als er 1016 stirbt, ist sein Ruf längst beschädigt. Doch vielleicht, so vermuten Historiker heute, wurde auch ungerecht über ihn geurteilt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Dominik Waßenhoven, Historisches Institut, Universität Köln
    • Prof. emer. Hannah Vollrath, Historikerin
    • Ethelred the Unready
    • Ann Williams: Aethelred the Unready, Hambledon and London, 2003

    Weiterführende Links:
    • Richard III. wird englischer König (am 06.07.1483)
    • Mathilde von England wird mit acht Jahren römisch-deutsche Königin
    • Englands blutige Königin: Mit Gewalt gegen Protestanten
    • Karl der Große Britanniens: König Alfred von Wessex
    • Richard Löwenherz: Die Strahlkraft von Mythen und Legenden

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    Autor: Herwig Katzer
    Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins

    15 min
  • "Gottes Freund, aller Welt Feind": Die Störtebeker-Legende

    Der Freibeuter Klaus Störtebeker gilt als eine Art Robin Hood auf hoher See - erst recht nach seiner Festnahme am 22.4.1401. Wieviel Wahrheit steckt in der Geschichte?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:

    • warum die Legende um Klaus Störtebeker viele Ungereimtheiten aufweist,
    • warum manche Piraten zu Störtebekers Zeit ganz legal Schiffe kapern und Waren plündern,
    • wie selbst Störtebekers Hinrichtung zur Heldensage wird.

    Um 1400 macht ein Mann namens Klaus Störtebeker als Piratenanführer der so genannten Vitalienbrüder das norddeutsche Küstengebiet unsicher. Er überfällt Hamburger und englische Schiffe und verursacht einen immensen wirtschaftlichen Schaden. Auf Störtebeker und seine Mannen wird verstärkt Jagd gemacht.

    Nach erbittertem Kampf vor Helgoland wird Klaus Störtebeker am 22. April 1401 mit seinen Getreuen festgenommen und nach Hamburg verfrachtet. Dort erwartet ihn ein grausames Ende. So zumindest besagt es die Legende. Doch wieviel Wahrheit steckt in dieser Erzählung?

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Martin Krieger, Historiker, Universität Kiel
    • Prof. Gregor Rohmann, Historiker, Universität Rostock
    • Gregor Rohmann: Der Kaperfahrer Johann Stortebeker aus Danzig. Beobachtungen zur Geschichte der "Vitalienbrüder". Hansische Geschichtsblätter 07/2020

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: Henry Every erklärt sich 1695 zum Piraten
    • Stichtag: 16. Juli 1732 - Piratenjäger Woodes Rogers stirbt auf Bahamas

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    Autorin: Martina Meißner
    Redaktion: Frank Zirpins

    14 min

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