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  • 80er-Mega-Star Prince: geniales Multitalent und King of Funk

    Am 21.4.2016 stirbt einer der innovativsten Künstler der Popgeschichte: Der US-Musiker Prince wird nur 57 Jahre alt. Sein Nachlass wird bis heute aufgearbeitet.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff:

    • von Prince' Kindheit in der "weißen" Stadt Minneapolis,
    • von seinem ganz eigenen Stil, der Rock-, Soul-, Funk- und Jazzelemente vereint,
    • warum der Sänger in den USA für Warnaufkleber auf Platten sorgt,
    • von seiner Zeit als "The artist formerly known as Prince" - einer Zeit zwischen Befreiung und kommerziellem Selbstmord.

    Prince Rogers Nelson, genannt "Prince", ist nur 1,58 Meter groß. Aber vielen Kritikern gilt er als eines der größten Musikgenies aller Zeiten. Er schreibt Hits wie "Purple Rain", "Kiss" oder "Nothing compares 2 U". Weltweit verkauft er über 100 Millionen Tonträger.

    Auf der Bühne wirkt Prince cool, sexy und extrovertiert - trägt High Heels, lilafarbene Jacken und Rüschenhemden. Sein Privatleben dagegen hält der Vollblutmusiker und Workaholic streng geheim.

    Prince stirbt am 21. April 2016 an einer Überdosis Schmerzmittel. Sein Einfluss auf die Popwelt bleibt bis heute enorm und lebt in zahlreichen Bands, deren Auftritten und Veröffentlichungen weiter.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Norman Müller, Prince-Experte und Moderator beim Internet-Musiksender Byte FM
    • Dave Hill: Prince. A Pop Life. New York 1989
    • Diedrich Diederichsen: Prince. Der Herr der Gegensätze. Die Zeit Nr. 19/2016

    Weiterführende Links:
    • NDR-Podcast "Urban Pop": Prince
    • Stichtag: 25. Juni 2009 - Michael Jackson stirbt in Los Angeles
    • Stichtag: 16. August 1958 - Popsängerin Madonna wird geboren

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Pfaff
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
    Technik: Nikita Sulzhenko

    15 min
  • Bargeld als Geschichtsbuch: Harriet Tubman auf der 20-Dollar-Note

    Wer mit Dollar-Noten bezahlt, der hält die Gesichter weißer Männer in der Hand. Die ehemals versklavte Harriet Tubman soll das ändern - seit dem Beschluss vom 20.4.2016 aber ist wenig passiert.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Marek:

    • warum die Entscheidung für Harriet Tubman weit mehr ist als ein neues Banknoten‑Design,
    • wie eine Analphabetin zur Schlüsselfigur der "Underground Railroad" wird,
    • weshalb Tubman als Spionin und Militärführerin in den Bürgerkrieg zieht,
    • warum ausgerechnet Andrew Jackson auf den Geldscheinen weichen soll,
    • dass der Plan aber vermutlich niemals umgesetzt werden wird.

    Harriet Tubman gilt in den USA als Freiheitsikone, in Europa ist sie kaum bekannt. Geboren als Araminta Ross wächst sie in Maryland in der Sklaverei auf. Nach ihrer eigenen Flucht kehrt sie immer wieder in die Südstaaten zurück, um andere zu befreien - organisiert, mutig und mit großem strategischem Geschick.

    Als die Obama‑Regierung 2016 ankündigt, Tubmans Portrait auf die 20‑Dollar‑Note zu setzen, entbrennt eine landesweite Debatte. Es geht um Rassismus, um nationale Mythen und um die Frage, wessen Gesicht ein Land auf sein Geld druckt. Die Banknote wird so zum Symbol für den Kampf der USA mit ihrer eigenen Vergangenheit.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Ernestine Wyatt (Nachfahrin von Harriet Tubman)
    • Angela Crenshaw (Rangerin, Harriet Tubman Underground Railroad Visitor Center)
    • Frank Noll (Historiker, Bureau of Engraving and Printing)

    Weiterführende Links:
    • WDR 3 Kulturfeature: Schwarze Jeanne d’Arc - Die Sklavenbefreierin Harriet Tubman
    • Zeitzeichen 20.08.1619: Erste Sklaven in Nordamerika
    • Zeitzeichen 02.10.1800: Nat Turner, Amerikas umkämpfter Held, wird geboren

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Michael Marek
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Desaster in der Schweinebucht oder: Der kubanische Stachel

    Am 19.4.1961 scheitert die Invasion in der Schweinebucht. Kuba ist bis heute ein Stachel im Selbstbild der US-Amerikaner - was bedeutetet das für die Zukunft der Insel?  



    In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe:

    • warum die CIA die Unterstützung für Fidel Castro auf Kuba dramatisch unterschätzt,
    • wie Präsident John F. Kennedy zwischen Kaltem Krieg und politischem Neuanfang gerät,
    • weshalb das Scheitern der Invasion direkt in die Kuba‑Krise von 1962 führt,
    • wie aus einer Geheimoperation ein globaler Machtbeweis wird, mit langfristigen Folgen für Lateinamerika.

    Die Invasion in der Schweinebucht ist von Anfang an riskant geplant. Rund 1.500 Exilkubaner landen im April 1961 an Kubas Südküste, ausgebildet und bewaffnet von der CIA. Doch Überraschung, Gelände und Rückhalt in der Bevölkerung fehlen. Fidel Castro ist vorbereitet, seine Truppen schlagen schnell zurück.

    Für John F. Kennedy wird das Fiasko zur ersten großen außenpolitischen Niederlage. Er verweigert den offenen militärischen Eingriff und lässt die Invasion scheitern. Kuba rückt daraufhin enger an die Sowjetunion, der Kalte Krieg spitzt sich zu. Nur ein Jahr später steht die Welt während der Kuba‑Krise am Abgrund eines Atomkriegs.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Dr. Andreas Etges (Amerika‑Historiker, Universität München)
    • Holger Meding (Professor für iberische und lateinamerikanische Geschichte, Universität Köln)

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 16.10.1962: Kennedy erfährt von Raketen auf Kuba
    • Zeitzeichen 22.10.1962: John F. Kennedy kündigt Kuba-Blockade an
    • Zeitzeichen 19.02.2008: Kubas Staatschef Fidel Castro gibt seinen Rücktritt bekannt
    • Planet Wissen: John F. Kennedy
    • Planet Wissen: Fidel Castro

    Das ist unser Hör-Tipp:
    • Alles Geschichte: Riefenstahl: Influencerin des Bösen

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Burkhard Hupe
    Redaktion: Matti Hesse

    16 min
  • Martin Luther verteidigt seine Thesen: "Ich kann nicht anders"

    Am 18.4.1521 riskiert Martin Luther sein Leben. Statt zu widerrufen, verteidigt "der Erzketzer" in Worms seine Kritik an Kaiser und Kirche - und besiegelt damit deren Spaltung.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer:

    • warum Luther trotz Lebensgefahr der Vorladung Kaiser Karls V. folgt,
    • wie Ablasshandel, Machtpolitik und persönliche Eitelkeiten in Rom zusammenwirken,
    • weshalb ausgerechnet ein Auftritt ohne Widerruf zum Wendepunkt der Reformation wird,
    • wie eine Scheinentführung Luther in Sicherheit bringt.

    Als Martin Luther im April 1521 in Worms einzieht, jubelt ihm die Menge zu. Der Theologieprofessor aus Wittenberg ist längst eine Symbolfigur geworden - für viele ein Hoffnungsträger, für Rom ein gefährlicher Ketzer. Vor dem Reichstag soll er seine Schriften widerrufen. Luther weiß, was auf dem Spiel steht: Ein Jahrhundert zuvor endet ein ähnlicher Konflikt für Jan Hus auf dem Scheiterhaufen.

    Doch Luther bleibt standhaft. Er verlangt Beweise aus der Bibel, nicht Befehle von Kaiser oder Papst. Mit seiner Weigerung scheitert er politisch - und siegt historisch. Denn aus der Niederlage von Worms entsteht auf der Wartburg ein neues Kapitel der Reformation: die deutsche Bibelübersetzung und eine Bewegung, die Europa verändert.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Volker Reinhardt (Historiker, Universität Freiburg, Schweiz)
    • Luise Schorn-Schütte (Historikerin, Universität Frankfurt am Main)
    • Volker Reinhardt: Luther, der Ketzer. München 2017
    • Luise Schorn-Schütte: Die Reformation. Vorgeschichte, Verlauf, Wirkungen. München 2017

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen im Mai 1525: Martin Luther ruft zur Niederschlagung der Bauernrebellion auf
    • Planet Wissen: Martin Luther
    • Die 95 Thesen - Anstoß zur Reformation
    • Zeitzeichen 19.04.1529: Protest der evangelischen Reichsfürsten auf dem Reichstag zu Speyer

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    Autor: Tobias Sauer
    Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Wie der Fall Vera Brühne zum Justiz-Krimi wurde

    Am 17. April 2001 stirbt Vera Brühne. Sie ist bekannt in der Münchner High Society, als sie Anfang der 1960er wegen Mordes verurteilt wird. Etwa 10 Jahre später machen neue Erkenntnisse den Fall zu einem Agenten-Thriller.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:

    • warum ein Mord am Starnberger See zu einem der spektakulärsten Indizienprozesse der Nachkriegszeit wird,
    • wie Boulevardpresse und Rollenbilder der 1960er‑Jahre das Bild der Angeklagten prägen,
    • weshalb Vera Brühne bis zu ihrem Tod ihre Unschuld beteuert,
    • welche Agenten‑Gerüchte Jahre später sogar Franz Josef Strauß in Erklärungsnot bringen.

    Ostern 1960: In einer Villa am Starnberger See findet die Polizei den Arzt Otto Praun und seine Haushälterin tot auf. Zunächst scheint alles klar. Doch die Entdeckung zweier Einschüsse im Schädel des Arztes ändert alles. Der Verdacht fällt auf Vera Brühne, eine bekannte Münchner Gesellschaftsdame, die im Testament bedacht wird.

    Was folgt, ist ein Prozess ohne direkte Beweise, getragen von Indizien, Widersprüchen und medialer Vorverurteilung. Vera Brühne wird zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt - und 18 Jahre später begnadigt. War sie Täterin? Oder Opfer einer Zeit, in der eine geschiedene, selbstständige Frau nicht ins Bild passte?

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Petra Cichos (Journalistin und Autorin)
    • Petra Cichos: Mordakte Vera Brühne. München 2017
    • Michael Gramberg: Die großen Kriminalfälle. Lebenslänglich für Vera Brühne. ARD‑Dokumentation 2013

    Weiterführende Links:
    • Deutschlandfunk: Die zu lebenslanger Haft verurteilte Vera Brühne wird begnadigt
    • BR: Kriminalfall Vera Brühne (Infos zum Hörspiel)

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    Autorin: Martina Meißner
    Redaktion: Jakob Schiffer und Frank Zirpins

    15 min
  • Verschollen im arktischen Eis: Polarforscher John Franklin

    Immer wieder fährt Franklin (geb. 16.4.1786) ins Eis. Er will Karriere machen, die Nordwestpassage finden und wird schließlich berühmt - allerdings nicht nur als Entdecker.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Joscha Seehausen:

    • warum John Franklin als "der Mann, der seine Stiefel aß" berühmt wird,
    • wieso modernste Technik der Industrialisierung seine letzte Expedition nicht rettet,
    • wie aus nationalem Prestige eine Katastrophe mit 129 Vermissten wird,
    • welche Rolle Inuit-Berichte, Kannibalismus und Bleivergiftung bei der Aufklärung spielen.

    Sir John Franklin ist ein Kind seiner Zeit: ehrgeizig, pflichtbewusst und überzeugt vom Fortschritt. Nach frühen Expeditionen wird er als Held gefeiert, obwohl sie viele Tote fordern. Sein Ruf als Arktisexperte wächst - ebenso sein Wunsch, für die britischen Krone ein letztes großes geografisches Rätsel zu lösen: die so genannte Nordwestpassage finden, eine viel versprechende Seeverbindung zwischen Europa und Asien durch das arktische Archipel im Norden Kanadas.

    1845 bricht Franklin mit den Schiffen Erebus und Terror auf. Sie sind vollgestopft mit Innovationen, Konserven und Hoffnung. Doch die Expedition verschwindet im arktischen Eis. Jahrzehntelang sucht man nach Spuren - und stößt auf verstörende Hinweise: gescheiterte Fluchtversuche, Kannibalismus, schwere Fehlentscheidungen. Erst moderne Archäologie und die lange ignorierten Erzählungen der Inuit bringen das Bild langsam zusammen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Katrin Kleemann (Umwelt- und Wissenschaftshistorikerin, Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven)
    • John Geiger (CEO der Royal Canadian Geographical Society)
    • Michael Palin: Erebus: Ein Schiff, zwei Fahrten und das weltweit größte Rätsel auf See. Hamburg 2019
    • Gillian Hutchinson: Sir John Franklin’s Erebus and Terror Expedition: Lost and Found. Dublin 2017
    • John Geiger und Owen Beattie: Der eisige Schlaf: Das Schicksal der Franklin-Expedition. München 2015

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 19.05.1845: Die letzte Expedition John Franklins
    • Zeitzeichen 12.08.1984: Öffnung des Grabes des Polarforschers John Torrington

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Joscha Seehausen
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

    15 min
  • Newton und der Apfel: Die Legende vom Geistesblitz

    Isaac Newton erzählt vom niederfallenden Apfel, der ihm am 15. April 1726 einen Geistesblitz bescherte - eingängig, aber wohl eher erfunden. Sein Weg zur Gravitation war deutlich länger.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:

    • dass Isaak Newton egoistisch, egomanisch und sehr streitsüchtig ist,
    • über die tiefe Gottesgläubigkeit des Wissenschaftlers,
    • wie Newton den Weltuntergang berechnet,
    • mit welchen Mitteln er seine Konkurrenten bekämpft.

    Während in London die Pest grassiert, flieht der 23-jährige Isaak Newton aufs Land. Dort soll der Student nicht nur vom fallenden Apfel zur Gravitationstheorie inspiriert worden sein. Er will auch gleich die Fluxionsrechnung und die Grundlage für seine optische Theorie entwickelt haben.
    "All dies trug sich in den beiden Pestjahren 1665 /1666 zu. Denn zu dieser Zeit befand ich mich auf dem Höhepunkt meiner Erfindungskraft", erzählt Isaak Newton kurz vor seinem Tod seinem Biografen - und feilt so im hohen Alter an seinem eigenen Mythos.

    Tatsächlich ist Newton als junger Wissenschaftler wohl weniger von der Einöde des Landlebens als vielmehr von den Ideen anderer beflügelt. Und auch sein Gesetz zur Gravitation veröffentlicht er erst zwei Jahrzehnte nach seinen angeblich so kreativen Pestjahren.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Helmut Pulte (Ruhr-Uni Bochum, Lehrstuhl für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte)
    • Florian Freistetter (Wissenschafts-Podcaster)
    • Florian Freistetter: Newton. Wie ein Arschloch das Universum neu erfand. München 2017
    • Richard Westfall: Isaak Newton. Eine Biographie. Heidelberg / Berlin / Oxford 1996
    • Sir Isaak Newton: Mathematische Principien der Naturlehre. Herausgegeben von J. Ph. Wolfers. Berlin 1872

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 03.01.1851: Léon Foucault testet erfolgreich sein Pendel
    • Zeitzeichen: 24.02.1810: Der Naturforscher Henry Cavendish stirbt in London

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    Autor: Marko Rösseler
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Moschee, Gottesdienst und Aristoteles: das Erbe des Averroes

    Im Jahr 1126 wird Averroes in Córdoba geboren. Der islamische Gelehrte übersetzt Aristoteles und prägt damit Europas Philosophie und das Werk Salman Rushdies.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen:

    • wie muslimische Denker das Wissen der Griechen und Römer ans christliche Europa weitergeben,
    • warum Averroes sich Aristoteles widmet,
    • über seine Verbannung nach Marrakesch,
    • welchen Einfluss Averroes auf Salman Rushdie hat.

    Der 1126 geborene Ibn Rushd, genannt Averroes, wächst in Córdoba in einem kulturellen und intellektuellen Umfeld auf, das mit Köln, Paris oder London zu der Zeit nicht vergleichbar ist. Geschult im islamischen Recht und belesen in allen Wissenschaften, arbeitet Averroes als Richter und Leibarzt des Kalifen.

    Berühmt wird er als Übersetzer und Kommentator von Aristoteles. Dabei sieht er keinen Widerspruch zwischen Religion und Philosophie. Schließlich heißt es im Koran: "Denkt nach, die ihr Einsicht habt!"

    Das sehen Religionslehrer anders. Averroes fällt in Ungnade am Hof, wird verbannt und seine Schriften verboten. Die christlichen Eroberer greifen später auf seine Kommentare zurück, um die antike Philosophie zu verstehen.

    Bis heute gilt Averroes als einer der großen Denker. Ob er ein Atheist, Rationalist, Religionskritiker oder früher Aufklärer war, darüber wird seit Jahrhunderten gestritten.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Carlos Fraenkel, Philosoph und Experte für die antike und mittelalterliche Geistesgeschichte, McGill University
    • Prof. David Wirmer, Professor für arabische und jüdische Philosophie, Universität Köln
    • David Wirmer (Hrsg.): Averroes: Über den Intellekt. Auszüge aus seinen drei Kommentaren zu Aristoteles' De anima, Freiburg 2008
    • Patric O. Schaerer (Hrsg.): Averroes: Die entscheidende Abhandlung. Die Untersuchung über die Methoden der Beweise, Stuttgart 2010
    • Carlos Fraenkel: Mit Platon in Palästina. Vom Nutzen der Philosophie in einer zerrissenen Welt, München 2016
    • Carlos Fraenkel: Imagine his dismay. London Review of Books, Vol. 38, No 4.

    Weiterführende Links:
    • Uni Köln: Digital Averroes Research Environment. A Digital Collection of Editions, Manuscripts, and Prints
    • H. Chad Hillier: Ibn Rushd (Averroes) (1126-1198), in: Internet Encyclopedia of Philosophy

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    Autor: Uli Hufen
    Redaktion: David Rother, Emily Jeuckens
    Technik: Max Scholpp

    15 min
  • Der wahre Erfinder der Eisenbahn: Ingenieur Richard Trevithick

    Trevithick (geb. 13.4.1771) bringt sich selbst Ingenieurskunst bei, erfindet unter anderem die Dampflok. Doch ihm fehlt der Geschäftssinn. Berühmt werden mit seinen Ideen andere.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau:

    • warum Richard Trevithick seinen Lehrern eher negativ auffällt,
    • welcher Zwist ihn mit dem Ingenieur James Watt verbindet,
    • wie ein Feuer und eine tödliche Explosion für Rückschläge beim Erfinden sorgen,
    • aufgrund welcher Wette die erste Dampflokfahrt stattfindet.

    Heiligabend 1801, die kleine Stadt Camborne im britischen Cornwall: Auf der steilen Straße zum Beacon Hill bewegt sich ein schnaufendes Ungetüm aus Eisen. Selbst Pferdewagen schaffen sie nur im Schritttempo. Das eiserne Ungetüm aber scheint nichts aufhalten zu können. Angetrieben durch Feuer, Dampf und den Erfindungsgeist eines jungen Mannes: Richard Trevithick. Er nennt die Maschine "The Puffing Devil", den schnaufenden Teufel.

    An den folgenden Tagen verlaufen die Tests ebenfalls vielversprechend. Doch als bei einer Fahrt über einen Gullydeckel eine Achse bricht, wird Richard Trevithick klar: Zum Fahrzeug gehört der Fahrweg und für sein empfindliches Dampfgefährt wären Schienen ideal. Schon bald ruckelt die erste Lok über die Schiene. Doch bei der Weiterentwicklung geht ihm das Geld aus. Auch als später überall in England Eisenbahnlinien entstehen, geht Trevithick leer aus, weil er keine Patente mehr hält.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Rainer Mertens (Historiker, DB Museum Nürnberg)
    • Francis Trevithick: Life of Richard Trevithick. London 1872
    • H.W. Dickinson und Arthur Titley: Richard Trevithick. The Engineer and the man. Cambridge 1934
    • Samuel Smiles: The life of George Stephenson and of his son Robert Stephenson. New York 1868

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Die Geschichte der Eisenbahn
    • Stichtag: 28.02.1815 – Erstes Stephenson-Patent für Lokomotive
    • Zeitzeichen: 04.10.1883 – Jungfernfahrt des Orientexpress

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    Autor: Thomas Mau
    Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

    16 min
  • Juri Gagarin: Als erster Mensch im Erd-Orbit

    Es ist ein Propagandaerfolg für die UdSSR und eine wissenschaftliche Sensation: Am 12.4.1961 umkreist Juri Gagarin als erster Mensch die Erde in einem Raumschiff. Fast wäre er nicht zurückgekehrt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann:

    • was Juri Gagarin kurz vor dem Start ins All an seine Frau und die beiden kleinen Töchter schreibt,
    • warum sein Abschied von den anderen Kosmonauten an der Startrampe unfreiwillig komisch ist,
    • warum der Steuerhebel in der Kapsel an der Raketen-Spitze mit einem dreistelligen Code gesperrt ist,
    • welches Lied Juri Gagarin während der Wartezeit in der Kapsel über Funk hört,
    • was Gagarin über den Ausblick im All sagt.

    Im Space Race hat die Sowjetunion die Nase vorn: 1957 hat sie den USA den Sputnik-Schock verpasst. Damals bringt die Sowjetunion den ersten künstlichen Satelliten in die Erdumlaufbahn. Noch im selben Jahr fliegt an Bord von Sputnik 2 die Hündin Laika ins All. Der Westen hinkt hinterher. Die amerikanischen Vanguard-Raketen erleben einen Fehlstart nach dem nächsten. Das soll sich ändern.

    1959 stellt die NASA der Öffentlichkeit sieben Astronauten vor. Einer von ihnen soll der erste Mensch im All werden. Doch es kommt anders. Die Sowjetunion hält ihr Raumfahrtprogramm geheim. Als am 12. April 1961 Kosmonaut Juri Gagarin und sein Ersatzmann German Titow geweckt werden, wissen nicht einmal ihre Familien, an welchem Projekt die beiden Testpiloten beteiligt sind. Um so größer ist der Triumph: "Hier spricht Moskau! Wie senden eine TASS-Meldung, die den ersten bekannten Raumflug der Welt bekannt gibt."

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professor Reinold Ewald (Physiker und Astronaut/Kosmonaut, flog 1997 zur Raumstation Mir)
    • Stephen Walker: Ins All - Die faszinierende Geschichte vom ersten Flug in den Weltraum. Hamburg 2022

    Weiterführende Links:
    • NDR Retro: Erster bemannter Weltraumflug von Juri Gagarin (1961)
    • ARD Retro: Ein Jahr bemannter Weltraumflug - Interview mit Juri Gagarin (1962)
    • SWR Retro: Juri Gagarin - Mutmaßungen über Gesundheitsschäden bei Astronauten (1965)

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    Technik: Moritz Raestrup

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