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  • Mythos Trümmerfrauen: Wer den Wiederaufbau wirklich stemmte

    Nach Kriegsende liegt Deutschland in Trümmern. Die Alliierten bestimmen am 10.7.1946 per Gesetz den Einsatz von Trümmerfrauen. Doch den Großteil des Schutts räumen andere weg.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Franziska Rempe:

    • dass schon vor Kriegsende in Deutschland Trümmer geräumt werden,
    • wie die Nationalsozialisten feststellen müssen, dass es zu wenige Menschen für die Beseitigung der Trümmermassen gibt,
    • wie in München Trümmerräumeinsätze zu Volksfesten werden,
    • was die Forschung heute zum Bild der "Trümmerfrauen" sagt.

    Im Mai 1945 liegt ein Großteil des ehemaligen Deutschen Reichs in Trümmern. Rund 400 Millionen Kubikmeter Trümmerschutt hinterlässt der Krieg auf deutschem Boden. Bis heute kennt man die Bilder derjenigen, die sie beseitigt haben sollen: Patente Frauen, die nicht nur zuhause, sondern im ganzen Land aufräumen.

    Die ersten, die nach dem 8. Mai 1945 in deutschen Städten Trümmer räumen, sind jedoch zum einen deutsche Kriegsgefangene und zum anderen ehemalige NSDAP-Mitglieder, die in den Städten von den neuen deutschen Stadtverwaltungen rekrutiert werden und Trümmer räumen müssen.

    Da viele Männer im Krieg getötet werden oder noch in Kriegsgefangenschaft sind, machen sich aber auch Frauen daran, die Trümmer des Krieges wegzuräumen. Ein Teil der Frauen übernimmt diese Aufgabe freiwillig, andere werden durch ein Gesetz des Alliierten Kontrollrates verpflichtet. Er erlässt am 10. Juli 1946 in Berlin eine "Anordnung über den Einsatz von Frauen auf Bauten". Ihre offizielle Bezeichnung lautet "Hilfsarbeiterinnen im Baugewerbe". Das Bild der selbstlosen, fleißigen "Trümmerfrau" passt vor allem in Ostdeutschland gut ins Bild - und entwickelt sich zu einem Mythos.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Leonie Treber, Historikerin
    • Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes, Essen 2014.
    • Harald Hähner: Wolfzeit. Deutschland und die Deutschen 1945–1955, Berlin 2019.

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Nachkriegszeit - Wiederaufbau
    • Planet Wissen: Nachkriegszeit - "Falscher Honig" und andere Nachkriegsrezepte

    App-Tipp:
    In der WDR-App "Zeitzeugen 1945" spricht die Berliner Trümmerfrau Helga darüber, wie sie nach 1945 zum Räumen im Tiergarten gezwungen wurde.

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Franziska Rempe
    Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak
    Technik: Jens Buchheister

    15 min
  • Die vielen Väter des Aluminiums - C. Halls Jahrhunderterfindung

    Am 9.7.1886 sichert sich Charles M. Hall ein US-Patent zur Aluminiumgewinnung, während Paul Héroult in Europa zeitgleich dasselbe schafft - ein Millimeter-Finish.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann:

    • warum Aluminium einige Zeit bis zum Durchbruch braucht,
    • wie kurz nacheinander gleich zwei Patente auf die Aluminium-Gewinnung eingereicht werden,
    • welche Rolle eine Nachricht zwischen Geschwistern im Streit um die Patente spielt,
    • welche Vision Forscher heutzutage von der Aluminium-Produktion haben.

    Mit etwa sieben bis acht Prozent ist Aluminium nach Sauerstoff und Silizium der dritthäufigste Stoff in der Erdkruste. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts suchen Naturwissenschaftler nach Wegen, um das Metall abzuscheiden oder aus dem Gestein herauszulösen.

    1886 gelingt dem College-Studenten Charles Martin Hall in der Kleinstadt Oberlin in Ohio ein entscheidender Durchbruch. Im Holzschuppen hinter dem Elternhaus richtet er ein provisorisches Labor ein. Mit selbstgebauten Batterien zur Stromerzeugung, einer eisernen Bratpfanne und dem Mineral Kryolith gelingt es ihm, das in einer Flüssigkeit gelöste Aluminiumoxid aufzuspalten.

    Mit einer Handvoll Aluminiumstücken geht Hall zu potenziellen Geldgebern, denn er ahnt, dass sich mit dieser Entdeckung viel Geld verdienen lässt. Sie gründen die "Pittsburgh Reduction Company", wo Hall sein Verfahren weiter verbessert. Jetzt kann Roh-Aluminium in großen Mengen gewonnen werden. Und die Herstellungs-Kosten liegen unter zwei Dollar pro Kilo. Am 9. Juli 1886 reicht Hall das Patent mit der Nummer 400.664 bei den US-Behörden ein.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Jörg Schäfer, Verband Aluminium Deutschland, Düsseldorf
    • Dr. Roman Düssel, Werksleiter TRIMET, Essen

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Werkstoffe - Metallrohstoffe
    • Planet Wissen: Industrielle Revolution und Umweltverschmutzung
    • Zeitzeichen: 24.03.1905: Der Science-Fiction-Pionier Jules Verne stirbt in Amiens
    • Zeitzeichen: 20.04.1808 - Geburtstag von Kaiser Napoleon III.

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Kay Bandermann
    Redaktion: Emily Jeuckens und David Rother

    15 min
  • Mitgefühl mit Sterbenden: Elisabeth Kübler-Ross

    Als Ärztin hört Elisabeth Kübler-Ross Sterbenden zu. Und sie gibt Menschen am Lebensende eine Stimme. Am 8. Juli 1926 wird sie geboren.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz:

    • wie Elisabeth Kübler-Ross aus ihrem Leben als Drillingsschwester eine prägende Erkenntnis für ihren Lebensweg zieht,
    • wie eine Schwangerschaft ihren beruflichen Werdegang lenkt,
    • dass sich die fortschreitende Industrialisierung nicht zur auf das Zusammenleben, sondern auch das Sterben auswirkt,
    • von den fünf Phasen des Sterbens.

    In den 1960er-Jahren beobachtet die junge schweizer Ärztin Elisabeth Kübler-Ross in Kliniken, dass Sterbende ihre letzten Atemzüge häufig allein tun, oft in fensterlosen, gekachelten Räumen. Unmenschlich - findet sie. Ihre Idee vom würdevollen Lebensende vertritt sie auch gegenüber ablehnenden Kollegen.

    Elisabeth Kübler-Ross trifft damals bei Sterbenden und deren Angehörigen auf offene Ohren. Und zugleich auf Unverständnis und Ressentiments bei der Ärzteschaft. Als ihr Vertrag in der Uniklinik Chicago nicht verlängert wird, widmet sie sich ausschließlich ihrer Vortragsarbeit und schreibt gegen das Tabu rund um den Tod an. Ihre Bücher verkaufen sich millionenfach.

    Sie selbst erkrankt am Ende ihres Lebens schwer, erleidet mehrere Schlaganfälle und wünscht sich sehnlichst den Tod herbei - wie so viele Menschen vor ihr, die sie auf diesem Weg selbst begleitet hatte. Sie stirbt am 24. August 2004 im Alter von 78 Jahren.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Kenneth Ross, Sohn von Elisabeth Kübler-Ross
    • Dr. Raymond Voltz, Direktor der Palliativstation der Uniklinik Köln

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Tod und Trauer - Sterben
    • Planet Wissen: Tod und Trauer - Selbsttötung
    • WDR5 Erlebte Geschichten: Die Palliativ-Medizinerin Ingeborg Jonen-Thielemann

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Jana Magdanz
    Redakteurin: Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Rudi Carrell: Zwei Gesichter einer Samstagabend-Legende

    Rudi Carrell war strahlender Showmaster, Perfektionist und Studiotyrann. Der Niederländer revolutionierte das deutsche Fernsehen - sein Publikum liebte ihn dafür bis zu seinem Tod 2006.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:

    • warum die Deutschen so begeistert sind vom Moderator aus den Niederlanden, während die Holländer ihm seine Karriere in Deutschland verübeln,
    • wie er immer wieder das deutsche Fernsehen erneuert,
    • von seinem zweifelhaften Ruf im Umgang mit Frauen.

    Sein Metier ist die Unterhaltung und die beherrscht Rudi Carrell perfekt. Zunächst witzelt er im niederländischen Radio, bevor es ihn über die Grenze noch Deutschland zieht. Der große Durchbruch kommt 1974: Mit der Spielshow "Am laufenden Band", in der Teams aus mehreren Generationen gegeneinander antreten, erobert er den Samstagabend.

    Es folgen weitere Erfolgsformate wie "Rudis Tagesshow", "Herzblatt" und "7 Tage, 7 Köpfe". Immer hat er den richtigen Riecher für die Trends der Zeit und gibt den lockeren, humorvollen Entertainer. Hinter den Kulissen zeigt Rudi Carrell oft eine andere Seite. Mitarbeiter fürchten seine Wutanfälle, er gilt als tyrannischer Chef.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Christoph Classen, Medienwissenschaftler, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung
    • Mareike Amado, Moderatorin und ehemalige Assistentin von Rudi Carrell
    • Burkhard Bergermann, Produzent

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 11.08.1947 - Geburtstag des Schauspielers Diether Krebs
    • Zeitzeichen: 27.04.1921 - Geburtstag von Hans-Joachim Kulenkampff

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Herwig Katzer
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Verändert die Welt mit himmlischer Mathematik: Regiomontanus

    Johannes Müller von Königsberg ("Regiomontanus") gilt als bedeutendster Mathematiker und Astronom des 15. Jahrhunderts. Sein früher Tod am 6.7.1476 in Rom gibt bis heute Rätsel auf.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau:

    • wie Kolumbus mit einem nautischen Jahrbuch von Regiomontanus auf Jamaika Nahrung erzwingt,
    • wieso Nürnberg für den Astronomen zum Zentrum seiner Forschung wird,
    • weshalb seine Druckerei entscheidend für den Erfolg seiner Werke ist,
    • warum Papst Sixtus IV. 1475 Regiomontanus nach Rom einlädt,
    • welche Gerüchte es um den Tod des Astronomen gibt.

    Johannes Müller, geboren und aufgewachsen im fränkischen Königsberg und deshalb später Regiomontanus ("der Königsberger") genannt, gilt früh als Ausnahmetalent. Schon als Jugendlicher erstellt er präzisere Kalender als viele seiner Zeitgenossen. Sein Weg führt ihn an die Universitäten Leipzig und Wien. In Italien studiert er in humanistischen Kreisen antike Texte und bewertet sie neu.

    In Nürnberg schafft er sich ideale Bedingungen für seine Arbeit: mit astronomischen Instrumenten und eigener Druckerei. Seine Werke finden große Verbreitung und prägen die Praxis der Navigation ebenso wie die Entwicklung der Astronomie über Generationen hinweg. Vor allem seine "Ephemeriden" (Jahrbuch der Planetenbewegungen) sind bei Seeleuten sehr beliebt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Hans Gaab (Astronomiehistoriker, Astronomische Gesellschaft in der Metropolregion Nürnberg e. V.)
    • Ernst Zinner: Leben und Wirken des Joh. Müller von Königsberg genannt Regiomontanus. Osnabrück 1968
    • Rudolf Mett: Regiomontanus - Wegbereiter des neuen Weltbildes. Leipzig/Zürich 1996

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 12.10.1492: Christoph Kolumbus betritt den amerikanischen Kontinent
    • Planet Wissen: Navigation - Geschichte der Schifffahrt
    • Planet Wissen: Astronomie und Weltraumforschung

    Unser Hörtipp:
    Wenn Sie erfahren möchten, was das Denken von Friedrich Nietzsche uns heute noch zu sagen hat, dann haben wir noch eine Podcast-Empfehlung für Sie: "WDR 5 Das philosophische Radio".

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Mau
    Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

    16 min
  • Francisco de Miranda: Vordenker der Revolution in Venezuela

    Am 5. Juli 1811 erklärt Venezuela seine Unabhängigkeit von Spanien. Hinter dem historischen Schritt steht auch Francisco de Miranda - heute oft im Schatten Simón Bolívars.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:

    • woran Simón Bolívars Traum von einem vereinten Lateinamerika zerbricht,
    • wie die Ideen der Aufklärung den Niedergang des Kolonialismus einläuten,
    • welche Kolonien als erste den Weg in die Unabhängigkeit gehen,
    • warum die Befreiung Venezuelas zunächst ein Elitenprojekt ist.

    Im Juli 1811 erklären einige Provinzen Venezuelas ihre Unabhängigkeit von Spanien. Zum ersten Mal sagt sich auf südamerikanischem Boden eine Kolonie von der spanischen Krone los. Präsident der ersten venezolanischen Republik wird der spanische Offizier und Revolutionär Francisco de Miranda.

    Die Geschichte der ersten Republik ist kurz. Ein Bürgerkrieg bricht aus. Kreolen kämpfen gegen die eingewanderten Spanier von der Iberischen Halbinsel. Republikaner gegen Royalisten. Städtische Eliten gegen Landbevölkerung.

    Es sind nicht nur die Venezolaner, die gegeneinander Krieg führen. Die spanische Kolonialarmee versucht die Macht des Königs mit Waffengewalt wieder herzustellen. Die Übermacht der spanischen Truppen ist zu groß. Am 25. Juli 1812 unterzeichnet Präsident Francisco de Miranda die Kapitulationsurkunde. Erst 1823 schaffen der südamerikanische Unabhängigkeitskämpfer Simón Bolívar und seine Revolutionstruppen, Venezuela für immer von Spanien zu befreien.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Stefan Rinke, Professor für die Geschichte Lateinamerikas, FU Berlin
    • Klaus Bodemer, ehemaliger Direktor des Instituts für Iberoamerikakunde, Hamburg
    • Margarita Lopez Maya: Zur Geschichte Venezuelas. In: Venezuela heute. Bibliotheca Ibero-Americana. Frankfurt 2011
    • Stefan Rinke: Geschichte Lateinamerikas: Von den frühesten Kulturen bis zur Gegenwart. München 2025
    • Stefan Rinke: Revolutionen in Lateinamerika: Wege in die Unabhängigkeit 1760-1830. München 2010

    • Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Kolonialismus - Europas Kolonien
    • Stichtag: 17. Dezember 1830 - Simón Bolívar in Kolumbien gestorben
    • Stichtag: 6. April 1789 - George Washington wird erster Präsident der USA
    • Planet Wissen: Warum heißt Amerika eigentlich Amerika?
    • Zeitzeichen: Der Namensgeber Amerikas: Großer Entdecker oder ein Hochstapler?

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Andrea Kath
    Redaktion: Sefa Inci Sufak
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Warum die Flugzeugentführer von Entebbe ihre Geiseln trennten

    Palästinenser und Deutsche entführen ein Flugzeug nach Uganda. Die Geiseln werden in zwei Gruppen geteilt. Dann startet Israel am 4.7.1976 eine Befreiungsaktion.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:

    • warum die Flugzeugentführung eng mit internationalen Terrornetzwerken und dem Nahostkonflikt verknüpft ist,
    • wie genau die Geiseln in Uganda voneinander getrennt werden,
    • weshalb die Auswahl der Geiseln nicht nur ideologisch, sondern auch strategisch motiviert ist,
    • wie eine spektakuläre Militäraktion Israels das Drama beendet,
    • wieso das Ereignis später von der "Landshut"-Entführung in der Erinnerung überlagert wird.

    Ende Juni 1976 entführen palästinensische und deutsche Terroristen eine Air-France-Maschine auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris. Das Flugzeug wird nach Uganda umgeleitet. Auf dem Flughafen von Entebbe beginnt für die Passagiere eine beklemmende Situation: Die deutschen Entführer teilen sie in zwei Gruppen – Israelis und andere Staatsangehörige. Das erinnert die jüdischen Geiseln an die NS-Zeit.

    Während Verhandlungen laufen, plant Israel im Geheimen eine Befreiung. Am 4. Juli 1976 endet die Krise in einer dramatischen Militäraktion, die weltweit Aufsehen erregt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Robert Wolff (Historiker, Landeszentrale für politische Bildung Hessen)
    • Robert Wolff: Im Schatten der "Landshut" - Die Geschichte der Flugzeugentführung nach Entebbe. Erscheint 2027

    Weiterführende Links:
    • DLF: 50 Jahre Entebbe - Wie verbreitet war der Antisemitismus in der radikalen Linken?
    • Zeitzeichen 13.10.1977: Die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut"

    Unser Hörtipp:
    Vom Geschichtspodcast "Zeitkapsel: Achim, wie hast du Menschen aus der DDR geschmuggelt?" gibt es jetzt alle Folgen in ARD Sounds und überall, wo es Podcasts gibt.

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Martin Herzog
    Redaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci Suvak

    16 min
  • Skandal und Startschuss: "Nicht der Homosexuelle ist pervers ..."

    Am 3.7.1971 feiert Praunheims Film auf der Berlinale Premiere und löst einen Medienskandal aus. Er wird zum Startschuss für die Schwulen‑ und Lesbenbewegung.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Gianna Scholten:

    • dass zwischen 1949 und 1969 doppelt so viele Männer wegen Homosexualität verurteilt werden wie noch während der Nazizeit,
    • warum Rosa von Praunheim das Wort "schwul" als selbstbewusste Eigenbezeichnung propagiert,
    • wie die ARD-Programmdirektoren zunächst die Ausstrahlung des Films verhindern,
    • weshalb er schließlich doch gesendet wird.

    Anfang der 1970er-Jahre ist für die meisten homosexuellen Männer undenkbar, offen schwul zu leben. Sie geben sich nach außen bewusst "männlich", um ihre Sexualität zu verbergen. Als größter Feind gilt die "auffällige Tunte", die sofort als homosexuell erkannt wird.

    1971 verschiebt Filmemacher Rosa von Praunheim die Perspektiven grundlegend. Seine zentrale Botschaft "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt", packt er gleich in den Filmtitel. Der Film wird heftig diskutiert, auch in der Schwulen-Szene, für die sich "schwul" damals noch nach Beschimpfung anhört.
    Praunheim hat damit sein Ziel erreicht: Sein Werk gilt als Initialzündung für eine neue, selbstbewusstere Schwulenbewegung.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Rosa von Praunheim, Anke Vetter: Rosas Rache. Filme und Tagebücher seit 1960. Berlin 2009
    • Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt. (Rosa von Praunheim Filmverlag, Berlin 2008)
    • Schwules Museum Berlin

    Weiterführende Links:
    • WDR 5: Erlebte Geschichte – Rosa von Praunheim
    • Zeitzeichen: 10.12.1991 - Rosa von Praunheim outet Prominente
    • ARD Mediathek: Glückskind - Der schwule Filmemacher Rosa von Praunheim
    • Homepage: Rosa von Praunheim

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    Autorin: Gianna Scholten
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

    15 min
  • Nostradamus: Der düstere Prophet aus der Provence

    Bis heute sind die Prophezeiungen des Nostradamus (gestorben am 2.7.1566) ein Kassenschlager. Aber hat er wirklich in die Zukunft geblickt oder einfach nur zu tief ins Absinth-Glas?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:

    • wie Pest und Kriege die Geschäfte von Nostradamus befeuern,
    • warum sein Geschäftsmodell noch heute funktioniert,
    • was moderne Wissenschaftler entlarvt haben.

    Nostradamus studiert zunächst Medizin und arbeitet als Pestarzt. Berühmt wird er jedoch für seine Prophezeiungen. Dabei formuliert er seine Verse so kryptisch, dass Ereignisse als von ihm vorhergesagt erscheinen.

    Das spricht sich bei den Mächtigen seiner Zeit herum: Karl IX. - König von Frankreich - und Königin Katharina von Medici suchen Rat bei Nostradamus und überhäufen ihn im Gegenzug mit Geld. Seine Kritiker vermuten ein lukratives Geschäftsmodell und schreiben seine nächtlichen Visionen dem Alkoholkonsum zu.

    Nostradamus selbst bleibt unbeirrt und gibt die Gültigkeit seiner Prophezeiungen mit "von heute bis ins Jahr 3797" an. Ganz Unrecht hat er nicht. Seine Verse füttern zumindest noch im 21. Jahrhundert zahlreiche Verschwörungen und Mythen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Michelle Huchon (Biografin, Professorin an der Universität Sorbonne)
    • Dipl.-Psych. Eberhard Bauer, Institut für Grenzgebiete der Psychologie & Psychohygiene e. V (IGPP), Vorstandsmitglied
    • Mireille Huchon: Nostradamus. Paris 2021
    • Frank Rainer Scheck: Nostradamus. München 2001

    Weiterführende Quellen und Links:
    • Kurt Allgeier: Nostradamus. Was jetzt auf uns zukommt. Rottenburg 2014
    • Elmar R. Gruber: Nostradamus. Sein Leben, sein Werk und die wahre Bedeutung seiner Prophezeiungen. Bern 2003
    • Legenden im Netz: Keine Prophezeiung der Corona-Pandemie (tagesschau)

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    Autor: Christoph Vormweg
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • 19, schwanger, Kapitänin: Mary Ann Patten bezwingt Kap Hoorn

    Am 1.7.1856 läuft die Neptune’s Car aus. Als der Kapitän krank wird, übernimmt seine Frau Mary Ann Patten das Kommando - und bringt Crew und Schiff um Kap Hoorn.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:

    • warum Kap Hoorn in Seefahrerkreisen berüchtigt und gefürchtet ist,
    • warum das ehrgeizige Unternehmen der Neptune’s Car von Anfang an unter keinem guten Stern steht,
    • und wie Mary Ann Patten als Kommandantin eine Meuterei verhindert.

    Am 1. Juli 1856 läuft die Neptune’s Car aus dem Hafen New Yorks aus. Mit an Bord, Kapitän Joshua Patten und seine schwangere Frau Mary Ann. Als ihr Ehemann schwer erkrankt, übernimmt die 19-Jährige nicht nur seine Pflege, sondern gleich das ganze Schiff. Mehr als 100 Tage ist Mary Ann die Kommandantin des amerikanischen Handelsschiffs - als erste Frau und ohne formale Ausbildung.

    Sie trotzt Stürmen und Eisbergen und verhindert ganz nebenbei noch eine Meuterei des 1. Offiziers. Auch das gefürchtete Kap Hoorn kann Mary Ann nicht stoppen. Nach 136 anstrengenden Tagen bringt sie Mannschaft und Schiff wohlbehalten ans Ziel - und geht damit in die Geschichte ein. Eine maritime Revolution löst sie mit ihrem Erfolg aber nicht aus.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Christine Keitsch, Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser
    • Tilar J. Mazzeo: The Sea Captain’s Wife. A True Story of Mutiny, Love, and Adventure at the Bottom of the World. New York 2025
    • Ursula Feldkamp: Frauen an Bord von Frachtsegelschiffen 1850 bis 1939 in autobiografischen Quellen. Bremerhaven 2014
    • Christine Keitsch: Frauen zur See. Weibliche Arbeitskräfte an Bord deutscher Handelsschiffe seit 1945. Flensburg 1997

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 29. Januar 1616 - Le Maire und Schouten umsegeln als Erste Kap Hoorn
    • Planet Wissen: Handelsschifffahrt

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    Autor: Wolfgang Meyer
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

    15 min

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