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  • "Nine-Eleven" von 1916: Deutsche Agenten erschüttern New York

    Eine der größten nicht-nuklearen Explosionen der Geschichte ereignet sich am 30.7.1916 auf der Black-Tom-Insel bei New York. Die Freiheitsstatue wird beschädigt - von deutschen Bombenlegern.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:

    • von einer der größten nicht-nuklearen Explosionen der Geschichte,
    • welche Rolle deutsche Seeleute, irische Hafenarbeiter und Spione in Nadelstreifen dabei spielen,
    • wieso die Bundesrepublik noch bis 1979 für die Schäden aus dem Jahr 1916 aufkommen muss.

    In der Nacht zum 30. Juli 1916 bebt in New York buchstäblich die Erde. Auf der kleinen Hafeninsel Black Tom ist ein Munitionsdepot explodiert. Die Folgen sind enorm: Mindestens fünf Menschen verlieren ihr Leben, im Umkreis von 40 Kilometern bersten die Fensterscheiben und auch die Freiheitstatue auf der benachbarten Liberty Island wird erheblich beschädigt - bis heute ist die Fackel für Besucher gesperrt.

    Dass man auf eigenem Boden so verwundbar ist, trifft die amerikanische Seele tief. Denn schon bald wird klar: Die Explosion ist kein Unfall, sondern Sabotage unter Beteiligung deutscher Geheimagenten.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Heribert von Feilitzsch, deutsch-amerikanischer Historiker mit Schwerpunkt Spionage und Geschichte der Geheimdienste
    • Heribert von Feilitzsch: The Secret War on the United States in 1915. A Tale of Sabotage, Labor Unrest, and Border Troubles. USA 2015
    • Jules Witcover: Sabotage at Black Tom. Imperial Germany’s Secret in America, 1914-1917. Chapel Hill 1989

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 07.12.1941 - Angriff auf Pearl Harbor
    • Zeitzeichen: 11. September 2001 - Die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon

    Hörtipp:
    Edo, die größte Stadt der Welt – Tokyo im 18. Jahrhundert: Radiowissen

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Almut Finck
    Redaktion: Emily Jeuckens und Frank Zirpins
    Technik: Annette Skrzydlo

    16 min
  • Eine Prinzessin als "Erlöserin"? Brasiliens Ende der Sklaverei

    Prinzessin Isabel (geb. 29.7.1846) beendet mit einer Unterschrift die Sklaverei in Brasilien. Doch wer hat die Freiheit von 700.000 Menschen wirklich erkämpft?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christina Weise:

    • wie Prinzessin Isabel zur Symbolfigur der Abschaffung der Sklaverei wird,
    • welche Rolle der Aktivist André Rebouças dabei spielt, Prinzessin Isabel für die Abschaffung der Sklaverei zu gewinnen,
    • wie eine breite Bewegung Druck auf Politik und Gesellschaft ausübt,
    • weshalb wirtschaftliche Interessen und internationale Einflüsse den Prozess prägen,
    • warum der Mythos der „Erlöserin" heute kritisch hinterfragt wird.

    Als Prinzessin Isabel im Mai 1888 das "Goldene Gesetz" unterschreibt, jubeln die Menschen in Rio de Janeiro: Brasilien schafft damit offiziell die Sklaverei ab. Die Kronprinzessin wird gefeiert, verehrt und glorifiziert. Doch der Weg zu diesem Moment ist lang und konfliktreich.

    Jahrzehntelang kämpfen Gegner der Sklaverei für die Freiheit. Viele von ihnen sind selbst ehemals versklavt. Sie organisieren Proteste, helfen versklavten Menschen bei der Flucht und erhöhen den politischen Druck auf Regierung und Parlament. Währenddessen wird Isabel zur Projektionsfigur – zwischen politischem Kalkül, religiöser Überzeugung und den Machtinteressen einer bröckelnden Monarchie.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Paulo Rezzutti (Forscher und Autor zahlreicher Bücher über die brasilianische Kaiserfamilie)
    • Philippe Arthur dos Reis (Historiker mit dem Schwerpunkt Stadtgeschichte, kulturelles Erbe und soziale Bewegungen)
    • Roderick J. Barman: Princess Isabel of Brazil: Gender and Power in the Nineteenth Century. Lanham, Maryland 2002
    • Ynaê Lopes dos Santos: Racismo brasileiro: uma história da formação do país. São Paulo 2022

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Sklaverei
    • Arte: Brasilien - Ein Tanz gegen die Sklaverei
    • DLF: Sklaverei in Brasilien - Das Erbe von Rio de Janeiro

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    Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Christina Weise
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Der "Nasenjoseph": Ein Berliner Arzt und die Schönheitschirurgie

    1896 führt der Berliner Arzt Jacques Joseph eine der ersten Schönheits-OPs durch. Er mindert Leid - und zementiert das, was wir heute "Normschönheit" nennen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer:

    • wer besonders von den ersten Schönheits-OPs profitiert,
    • von Schönheitsidealen und gesellschaftlichen Normen,
    • warum Joseph eine Professur für plastische Chirurgie an der Berliner Charité ablehnt,
    • dass auch er von der aufkommenden nationalsozialistischen Verfolgung betroffen ist.

    Im frühen 20. Jahrhundert werden chirurgische Eingriffe von der Medizinwelt verteufelt. Doch ein Mann verändert dieses Denken für immer: der Berliner Schönheitschirurg Jacques Joseph, genannt Nasenjoseph. Als Auszubildender operiert er 1896 die abstehenden Ohren eines Jungen - aus "Schönheitsgründen". Obwohl das Ergebnis begeistert, wird er von seinem Chef wegen des unnötigen Eingriffs ohne Rücksprache entlassen.

    Es ist der Startschuss für Josephs eigene Karriere. Er eröffnet eine Praxis und entwickelt Operationsmethoden, vor allem für die Modellierung und Verkleinerung der Nase. Damit befreit er seine Patienten von psychischem Leid, bekräftigt jedoch gleichzeitig die Normen, die dieses Leid überhaupt erst erzeugt haben.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Paula-Irene Villa Braslavsky, Soziologin
    • Ronald Gerste, Medizinhistoriker
    • Hans Behrbohm/Walter Briedigkeit: Jacques Joseph - Ein Pionier der plastischen Gesichtschirurgie. Berlin 2006
    • Fluter: Operation Seele. Wie der deutsche Chirurg Jacques Joseph die moderne Schönheitschirurgie erfunden hat

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 17. Dezember 1972 - Der deutsche Chirurg Gerhard Küntscher stirbt in Glücksburg
    • Ausgerechnet - Schönheits-OP

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Erik Hlacer
    Redaktion: Emily Jeuckens und David Rother

    15 min
  • Autorin mit Privatmuseum: Das bunte Leben von Gertrude Stein

    Die Schriftstellerin Gertrude Stein (gestorben am 27.7.1946) wird heute immer wieder auf einen Satz reduziert. Dabei hat ihre Geschichte so viel mehr zu bieten.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:

    • unter welchen Umständen Gertrude Stein in der US-Provinz aufwächst,
    • was ihr berühmter Satz "Rose ist eine Rose, ist eine Rose, ist eine Rose" bedeutet,
    • wie sie Künstler wie Picasso und Hemingway beeinflusst,
    • auf welche Weise sie den Zweiten Weltkrieg überlebt,
    • wie sie ein freies Leben führt und dennoch politisch widersprüchlich bleibt.

    Gertrude Stein schreibt unermüdlich, sammelt Kunst und wird zur zentralen Figur der Pariser Szene. In ihrer Wohnung treffen sich Maler, Schriftsteller und Musiker. Hier entsteht ein Netzwerk, das die Moderne entscheidend prägt.

    Ihre Texte brechen mit Konventionen: Wiederholungen, Alltagssprache und ungewohnte Bilder formen einen Stil, der viele fasziniert und ebenso viele überfordert. Während ihre experimentellen Werke lange als schwer zugänglich gelten, wird sie mit einer Autobiografie plötzlich international bekannt und zur literarischen Berühmtheit.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Ulla Haselstein (Professorin für Amerikanistik an der Freien Universität Berlin)
    • Ulla Haselstein: Gertrude Steins literarische Porträts. Göttingen 2019
    • Alice B. Toklas: Gertrude Stein - Autobiographie. Berlin 2021
    • Stefana Sabin: Gertrude Stein. Hamburg 1996
    • Uda Strätling (Hrsg.): Gertrude Stein - Das große Lesebuch. Frankfurt am Main 2017

    Weiterführende Links:
    • ARD Hörspiel-Speicher: Vier Heilige als Spanische Landschaft - Nach Gertrude Stein
    • The Metropolitan Museum: Pablo Picassos Bild von Gertrude Stein

    Hörtipp:
    Podcast von Bayern 2: Buchgefühl - Lesung und Gespräch

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    Die Macherin und die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Kosfeld
    Redaktion: Jakob Schiffer und Sefa Inci Suvak

    16 min
  • Rembrandt: Vom Star-Maler zum bankrotten Außenseiter

    Rembrandts Karriere in der Amsterdamer Kunstszene ist steil: Er profitiert vom Boom der Stadt, doch sein Eigensinn steht dem Erfolg im Weg. Am 26.7.1656 ist er bankrott.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Reinhardt:

    • wie Rembrandt von Leiden ins florierende Amsterdam zieht,
    • warum sich in seinen Bildern zahlreiche Selbstporträts finden,
    • über den frühen Tod seiner Frau Saskia,
    • womit er das liberale Amsterdamer Bürgertum provoziert.

    Rembrandt van Rijn ist nicht nur ein begnadeter Maler, er bedient auch perfekt den Geschmack der neuen Eliten im aufstrebenden Amsterdam. Das zahlt sich aus. Allein vom Honorar für seine berühmte "Nachtwache" kann er sich ein stattliches Haus kaufen, das er mit wertvollen Kunstwerken und kuriosen Raritäten füllt.

    Doch die Zeiten ändern sich, die Kunden wünschen sich gefälligere Bilder. Rembrandts Farbpalette hingegen wird dunkler, die Gesichter verletzlicher, die Bilder sperriger. Was die Kunstwelt heute als späten Rembrandt bewundert, kostet ihn zu Lebzeiten immer mehr Auftraggeber.

    Am 26. Juli 1656 erklärt er schließlich seine Zahlungsunfähigkeit und verliert infolgedessen seine Sammlungen und sein Haus.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Justus Lange, Leitung, Gemäldegalerie Alte Meister
    • Prof. Dr. Jochen Sander, stellvertretender Direktor des Städel Museums
    • Justus Lange/Timo Trümper: Rembrandt 1632. Entstehung einer Marke. Petersberg 2026
    • Jochen Sander: Rembrandts Amsterdam. Goldene Zeiten? München 2025
    • Stephanie S. Dicker/Jochen Sander: Nennt mich Rembrandt. Kreativität und Wettbewerb in Amsterdam um 1630-1655. München 2022

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Rembrandt
    • Stichtag: 6. April 1990 - Anschlag auf Rembrandts Nachtwache

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    Autorin: Anja Reinhardt
    Redaktion: Carolin Rückl

    15 min
  • Die Banditenkönigin Indiens: Phoolan Devi

    Sie wurde vergewaltigt, gejagt und eine gefürchtete Rebellin. Nach Jahren im Gefängnis zog sie ins Parlament ein. Am 25. Juli 2001 wurde Phoolan Devi erschossen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:

    • dass Phoolan Devi schon als Mädchen sexualisierte Gewalt erfährt,
    • warum sich vieles in ihrem Leben nicht zuverlässig rekonstruieren lässt,
    • weshalb sie bis heute für viele ein Symbol des Widerstands von Frauen aus unteren Kasten ist.

    Die Mörder kommen in der Mittagspause. Am 25. Juli 2001 wird Phoolan Devi, Abgeordnete der linken Samajwadi-Partei, vor ihrem Haus in Neu-Delhi erschossen Einer der Täter gibt später an, aus Rache für das Massaker im Dorf Behmai gehandelt zu haben.

    Dort war Phoolan Devi einst wochenlang festgehalten, gedemütigt und von Männern höherer Kasten vergewaltigt worden. Doch ihr gelingt die Flucht und sie schlägt zurück. Bei ihrem Vergeltungsangriff werden 20 Männer erschossen – bis heute ist umstritten, welche Rolle sie selbst dabei spielte.

    Das Blutbad begründet ihren Mythos als Banditenkönigin und Rächerin der unteren Kaste. Elf Jahre sitzt sie ohne Gerichtsverfahren im Gefängnis, nach ihrer überraschenden Freilassung wird sie als Symbolfigur der unteren Kasten zweimal ins indische Unterhaus gewählt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Nadja-Christina Schneider, Professorin am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin
    • Phoolan Devi: Ich war die Königin der Banditen - Ein legendäres Leben. Bergisch Gladbach 2002
    • Mala Sen: Bandit Queen - Die Geschichte der Phoolan Devi. München 1993
    • Veena Kade-Luthra: Phoolan Devi - Die Legende einer indischen Banditin. Frankfurt/Main 1983

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Frauen in Indien

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    Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Christiane Kopka
    Redaktion: Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Ende der Altsteinzeit: Wie friedlich waren unsere Vorfahren?

    Vor rund 10.000 Jahren endet die Altsteinzeit. Sie prägt bis heute unser Bild vom "wilden Urmenschen". Steckt das "Recht des Stärkeren" wirklich in unseren Genen?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff:

    • wie hartnäckig sich das Bild vom brutalen Keulenmenschen hält,
    • warum Charles Darwins Evolutionstheorie oft missverstanden wird,
    • wieso in der Altsteinzeit Zusammenarbeit und Lernen wichtiger sind als körperliche Stärke,
    • weshalb damals Gleichberechtigung und flexible Rollen das Leben bestimmen,
    • wie die Frage nach der wahren Natur des Menschen heute beantwortet werden kann.

    Das Bild vom gewalttätigen Urmenschen ist tief im kollektiven Gedächtnis verankert. Filme und populäre Darstellungen zeigen Kämpfe um Ressourcen als treibende Kraft der Evolution. Doch die Forschung zeichnet ein anderes Bild: Entscheidend ist über Millionen von Jahren nicht Stärke, sondern Anpassungsfähigkeit, Kooperation und Wissen.

    Der entscheidende Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte findet erst mit dem Ende der Altsteinzeit statt. Vor rund 10.000 Jahren werden die Jäger und Sammler zu Bauern und Viehzüchtern. Damit ändert sich das Zusammenleben grundlegend: Es gibt erste Hinweise auf beginnende Hierarchien, Herrschaft, Privateigentum, auf Überfälle, Krieg, Sklaverei und Patriarchat.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Thorsten Uthmeier (Professor für Ur- und Frühgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen)
    • Andreas Pastoors (Professor für Ur- und Frühgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen)
    • Thorsten Uthmeier und Doris Mischka (Hg.): Steinzeit in Bayern. Freiburg im Breisgau 2023
    • David Graeber und David Wengrow: Anfänge – eine neue Geschichte der Menschheit. Stuttgart 2022
    • Marshall Sahlins: Das Menschenbild des Westens. Ein Missverständnis? Berlin 2017
    • Marylène Patou-Mathis: Weibliche Unsichtbarkeit – wie alles begann. München 2022

    Weiterführende Links:
    • Planet-Wissen: Steinzeit
    • TerraX: Sternstunden der Steinzeit

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Pfaff
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • König Roderich und der Untergang des Westgotenreichs

    Im Juli 711 stirbt der letzte Westgotenkönig Roderich im Kampf gegen ein Heer aus Berbern und Arabern. Es folgen fast 800 Jahre muslimischer Herrschaft auf der iberischen Halbinsel.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer:

    • warum König Roderich mit seinen Adligen im Streit liegt,
    • welche Schätze die Araber auf der Iberischen Halbinsel suchen,
    • dass Roderichs Witwe sich mit einem Eroberer neu verheiratet,
    • wie sein Tod eine 700-jährige muslimische Herrschaft einläutet.

    Der Legende nach verbündet sich Julian, Statthalter auf der nordafrikanischen Seite der Straße von Gebraltar, mit den Arabern. Der Grund: Der westgotische König Roderich soll Julians Tochter geschwängert haben. Die Rache endet tödlich: Der König fällt im Juli 711 im Kampf gegen die arabisch-berberischen Truppen.

    Historiker halten es jedoch für wahrscheinlicher, dass die Araber zu einem Beutezug übers Meer gesetzt haben - ohne Julians Hilfe. Der Tod Roderichts eröffnet ihnen dann unerwartet die Chance, die Herrschaft über die Iberische Halbinsel zu übernehmen. Zumal der Widerstand nicht zu groß ist. Teile der westgotischen Eliten arrangieren sich rasch mit den neuen Machthabern.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Sabine Panzram, Professorin für Alte Geschichte, Universität Hamburg
    • Ibn Abd-el-Hakem: The Islamic Conquest of Spain. Whitefish 2010
    • Roger Collins: Visigothic Spain, 409 – 711. Malden, Mass. 2004
    • Roger Collins: The Arab conquest of Spain: 710 – 797. Oxford 1998

    Weiterführende Links:
    • Uni Köln: Chronica Muzarabica
    • SWR 2 Wissen: Al-Andalus heute – Spaniens muslimisches Erbe

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Tobias Sauer
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
    Technik: Martin Kropp

    15 min
  • Goethes dickster Wälzer: Der Tragödie zweiter Teil

    "Faust I" ist Goethes bekanntestes Werk. Aber die Geschichte geht noch 12.000 Verse weiter, in "Faust II". Als Goethe am 22.7.1831 den letzten Vers geschrieben hatte, wollte er das Werk selbst niemals gedruckt sehen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:

    • über die Ursprungsgeschichte des Dr. Faust,
    • welche Rolle Friedrich Schiller bei der Entstehung der Bücher spielt,
    • warum "Faust II" eine Teamarbeit ist,
    • wo sich Künstliche Intelligenz im "Faust II" entdecken lässt.

    "Das Hauptgeschäft zu Stande gebracht", notiert der schon greise Goethe am 22. Juli 1831 in sein Tagebuch. Mehr als zwei Jahrzehnte nach "Faust I" vollendet er der Tragödie zweiten Teil.

    Veröffentlichen will Goethe die Fortsetzung des suchenden Fausts und des teuflischen Mephistos nicht: "Da kommen sie und fragen, welche Idee ich in meinem Faust zu verkörpern gesucht. Als ob ich das selber wüsste und aussprechen könnte."

    Erst nach seinem Tod erscheint "Faust II" und bis heute wird darüber gestritten, ob am Ende Faust oder Mephisto die Wette gewinnt
    .
    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Anne Bohnenkamp-Renken (Literaturwissenschaftlerin und Direktorin des freien deutschen Hochstifts, zu dem auch das Goethe-Haus in Frankfurt gehört)
    • Historisch-kritische Edition von Goethes Faust. DFG-Projekt unter der Leitung von Anne Bohnenkamp-Renken (Freies Deutsches Hochstift), Silke Henke (Goethe- und Schiller-Archiv) und Fotis Jannidis (Julius-Maximilians-Universität Würzburg). Hybride Publikation
    • Karl Otto Conrady: Goethe. Leben und Werk. Düsseldorf/Zürich 1999.

    Weiterführende Links:
    • ARD Sounds: Faust Forward – Der Teufel steckt im Detail
    • ZeitZeichen - 18. Juni 1788: Goethe kehrt von seiner Italienreise zurück

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    Autor: Marko Rösseler
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Entdeckt die geheime Schrift im Licht: Joseph Fraunhofer

    Am 21.7.1801 stürzt in München eine Werkstatt ein - unter den Trümmern begraben: der Lehrling Joseph Fraunhofer. Er überlebt und wird später zum Pionier der Optik.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:

    • wie Napoleon das Leben von Joseph Fraunhofer beeinflusst,
    • dass sein Perfektionismus ihn in die Forschung drängt,
    • was sich hinter den Fraunhofer-Linien verbirgt,
    • wie er zum Ritter von Fraunhofer aufsteigt,
    • über den frühen Tod des Unternehmers und Wissenschaftlers.

    Als Vollwaise landet Joseph Fraunhofer als Handlanger eines Spiegelmachers in München. Da hockt er in einer fensterlosen Kammer und schuftet für seinen mickrigen Lebensunterhalt. Bis das marode Haus über ihm zusammenbricht - und er wie durch ein Wunder gerettet wird.

    Sein Schicksal rührt die Münchner, davon will Kurfürst Max profitieren und gibt Joseph eine großzügige Geldsumme. Es ist der Grundstock für seine erste Glasschneidemaschine. Bald produziert er hochwertiges Glas für Brillen, Operngläser, Mikroskope und Fernrohre.

    Zur Verbesserung seiner optischen Geräte experimentiert Fraunhofer - und wird zum angesehenen Wissenschaftler der Optik. Heute ist er Namenspatron der Fraunhofer-Gesellschaft, die mit 75 Instituten angewandte Forschung betreibt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Andreas Martin Bräu, Biograf
    • Andreas Martin Bräu: Die Gesetze des Lichts. Das erstaunliche leben des Joseph von Fraunhofer. München 2026

    Weiterführende Links:
    • Fraunhofer Gesellschaft: Joseph von Fraunhofer
    • Deutsches Museum: Joseph Fraunhofer: Sein letztes Geheimnis

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    Autor: Heiner Wember
    Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min

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