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  • Wie Aborigines in Australien unterdrückt wurden

    Der Aborigines Act wurde am 23.12.1905 in Australien verabschiedet. Das Gesetz hat für die Indigenen vor allem eines bedeutet: Bevormundung und Unterdrückung.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:

    • wie sich die Kolonisierung Australiens von Süden nach Norden vollzieht,
    • wie brutal die weißen Kolonisten dabei gegen die Aborigines vorgehen,
    • welche rassistische Politik sich hinter sogenannten Schutzgesetzen für Ureinwohner verbirgt.

    Die Briten wollen die indigene Bevölkerung besser kontrollieren. Darum erlassen sie 1905 für Westaustralien das Aborigines-Gesetz, um ihre Apartheidspolitik zu festigen. Sie führen damit auch das Amt des "Chief Protector of Aborigines" ein, also des "Chef-Beschützers der Aborigines". Doch mit Schutz hat das nichts zu tun.

    Der "Chief Protector" hat die gesetzliche Vormundschaft über die Kinder der Aborigines inne. Da er laut Gesetz das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht über alle Aborigines-Kinder unter 16 Jahren hat, kann er sie aus ihren Familien reißen. Die Kinder müssen zwangsweise in Erziehungsheimen, Schulen oder bei weißen Familien leben. Die schwarze Haut der Ureinwohner soll später durch gemischte Ehen verschwinden.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Henry Reynolds (australischer Historiker)
    • Jacinta Walsh (Wissenschaftlerin am Monash Indigenous Studies Center)
    • Henry Reynolds: Looking from the North. Australian history from the top down. Sydney 2025
    • Jacinta Walsh: Married to a British Subject. Australian Journal of Politics & History 2023
    • Gerhard Leitner: Geschichte Australiens. Ditzingen 2016

    Weiterführende Links:
    • DLF Kultur: Australiens Indigene – Aboriginal-Herkunft als Trend
    • Funk: Die wahre Geschichte von Australiens Ureinwohnern
    • ZDF: Australien-Saga - Auf den Spuren der Entdecker

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Andrea Kath
    Redaktion: Jakob Schiffer und Matti Hesse

    15 min
  • Musterstaat des Mittelalters: Das Königreich Sizilien Rogers II.

    Der junge normannische Graf Roger (geb. am 22.12.1095) macht Sizilien und den Süden Italiens zu einem modernen Staat – und zu seiner Machtbasis im Mittelmeer.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:

    • warum noch unklar ist, was die Normannen aus dem Norden nach Süditalien verschlagen hat,
    • wie Roger II. nur durch den Tod des Bruders zum Thronfolger wird,
    • welche Rolle die Hochzeit seiner verwitweten Mutter für seinen Aufstieg spielt,
    • weshalb es nach seinem Tod mit Sizilien bergab geht.

    Die Wurzeln des Königreichs Sizilien liegen bei den Normannen in Nordfrankreich und Skandinavien. Von dort macht sich Roger I. auf nach Süditalien und erobert Sizilien, wo Juden, Griechen, Lateiner und Araber zusammen leben. Damit er sich nicht im Kampf gegen die Minderheiten aufreibt, räumt er ihnen weitreichende Rechte ein.

    Nach seinem Tod übernimmt sein Sohn Roger II. die Herrschaft. Gut ausgebildet und visionär, fördert er die Seidenproduktion und baut eine Handelsflotte auf. Er schafft eine effiziente Verwaltung, die Gesetze in Latein, Griechisch und Arabisch festhält. So entsteht ein weitgehend friedliches Miteinander der Kulturen. Als er 1154 stirbt, hinterlässt er ein wohlhabendes und mächtiges Reich.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Theresa Jäckh, Historikerin, Universität Tübingen
    • Theresa Jäckh: Raumgeschichte einer Hauptstadt: Palermo unter muslimischer und christlicher Herrschaft (ca. 800-1200). Berlin 2023
    • Hubert Houben: Die Normannen. München 2024
    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Sizilien unter normannischer Herrschaft
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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Heiner Wember
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Ein Leben wie im eigenen Roman: Francis Scott Fitzgerald

    Am 21.12.1940 stirbt F. Scott Fitzgerald, im Alter von 44 Jahren. Erst posthum erlangt er Weltruhm mit seinem Roman "The Great Gatsby" - ein Klassiker des "Jazz Age".



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:

    • dass Francis Scott Fitzgerald trotz Alkoholverbot in Amerika ständig trinkt,
    • welche Kränkung er durch seine Armut als Schriftsteller erfährt,
    • über das Leben der Fitzgeralds als Glamourpaar,
    • warum er fast zerbricht, als "Der große Gatsby" nicht zum Bestseller wird.

    Francis Scott Fitzgerald hat nur einen Wunsch: Er möchte dazugehören – zur glanzvollen Upper Class Amerikas. Seine Eintrittskarte wird seine Frau Zelda. Sie ist zwar nicht reich, aber schön, schillernd und voller Glamour. 1920 heiraten die beiden und stürzen sich in der Leben der wilden Zwanziger Jahre: frei von Konventionen, mit exklusiven Partys in New York, Paris und an der Côte d’Azur.

    Dort trinkt er viel Alkohol und sammelt Ideen. Fitzgerald schreibt im Akkord Kurzgeschichten, um seinen ausschweifenden Lebensstil zu finanzieren. Sein eigentliches Ziel ist ein Roman, der ihn unsterblich macht. 1924 entsteht "Der große Gatsby" – und findet kaum Beachtung. Erst nach seinem Tod am 21. Dezember 1940, wird der Roman zum Bestseller und Klassiker.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Horst Lauinger, Verleger Manesse-Verlag
    • Michaela Karl, Biografin
    • F. Scott Fitzgerald: Der Große Gatsby. neu übersetzt von Bernhard Robben. Zurück 2025
    • Michaela Karl: Wir brechen die 10 Gebote und uns den Hals – Zelda und F. Scott Fitzgerald – Eine Biografie. München 2013

    Weiterführende Links:
    • Deutschlandfunk: 100 Jahre "Der große Gatsby": Die übersehene Figur – der Nachbar Nick Carraway
    • ARD Audiothek: Der Große Gatsby wird 100

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    Autorin: Andrea Klasen
    Redaktion: Christoph Tiegel, Sefa Inci Suvak
    Technik: Nicolas Dohle

    15 min
  • Mutige Antikriegs-Mission: zwei Studenten "besetzen" Helgoland

    Am 20.12.1950 setzen zwei junge Heidelberger per Boot nach Helgoland über. Sie protestieren gegen britische Bombentests und fordern die Rückgabe der Insel an Deutschland.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:

    • was billiger Schnaps und Heinrich Heine mit Helgoland zu tun haben,
    • warum die Briten seit Ende des Zweiten Weltkrieges Helgoland als Bombenübungsplatz nutzen,
    • weshalb viele Helgoländer gegen die Besetzung durch die Studenten sind,
    • dass René Leudesdorff und Georg von Hatzfeld für ihr Helgoland-Engagement das Bundesverdienstkreuz bekommen.

    1950 ist von Helgolands Schönheit nicht mehr viel übrig: Der britische Bombenhagel im Krieg und die folgende Sprengung des riesigen U-Boot-Bunkers haben die Insulaner aufs Festland vertrieben. Das ist ein klarer Rechtsbruch, finden die Studenten René Leudesdorff und Georg von Hatzfeld im fernen Heidelberg und entwickeln während einer Völkerrechtsvorlesung die kühne Idee: "Wir befreien Helgoland".

    Kurz vor Weihnachten 1950 brechen die beiden mit einem Schiffskutter zur Insel auf. Sie können die britischen Aufpasser passieren und hissen am einzigen noch stehende Gebäude die Flaggen von Deutschland, Europa und Helgoland. Die mitgereisten Journalisten bringen die Aktion in die Schlagzeilen – und damit das Schicksal der Helgoländer zurück ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Martin Krieger (Historiker, Universität Kiel)
    • Martin Krieger: Die Geschichte Helgolands: Geschichte einer Insel. Hamburg 2015
    • Martin Krieger: Helgoland und der Kreis Pinneberg 1932–1952. Sonderedition 2022 im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Helgoländer Geschichte(n) – eine Insel im Wandel"
    • René Leudesdorff: Wir befreiten Helgoland. Ein historischer Krimi. Bremen 1998

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Die Geschichte Helgolands
    • Zeitzeichen: 02.08.1997 – Todestag des Schriftstellers James Krüss
    • Stichtag: 18.04.1947 – Militäranlagen auf Helgoland werden gesprengt
    • Zeitzeichen: 09.08.1890 – Helgoland geht in deutschen Besitz über
    • Zeitzeichen: 26.08.1841 – Fallersleben dichtet "Deutschlandlied"

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    Autorin: Martina Meißner
    Redaktion: Christoph Tiegel, Frank Zirpins
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Stammzellforschung: Wissenschaftsrevolution aus Großbritannien

    Am 19.12.2000 erlaubt das britische Parlament als erstes in Europa das Klonen von Embryos für die Forschung. In Deutschland fragt man sich: Wie weit darf Wissenschaft gehen?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Doris Arp:

    • wie viele Versuche es braucht, um das Schaf Dolly zu klonen,
    • warum Dolly Begeisterung und Angst zugleich erzeugt,
    • dass für die Forschung in Deutschland kein Embryo sterben darf,
    • warum andere Länder andere Maßstäbe ansetzen,
    • warum die Aufregung um die Stammzellenforschung sich wieder gelegt hat.

    Wann beginnt der Mensch mit allen fundamentalen Schutzrechten? Für die einen ab dem Moment der Verschmelzung von Ei und Samenzelle, andere sehen nur eine kleine Zellkugel, ohne Schmerzempfinden und ohne Menschenwürde.

    Der Bundestag befasst sich im Jahr 2002 mit drei Anträgen zu Import und Forschung an Stammzellen - und wählt in dieser schwierigen Frage schließlich den Mittelweg. Großbritannien ist da schon deutlich weiter: Am 19. Dezember 2000 erlaubt das britische Unterhaus Wissenschaftlern, menschliche Embryonen extra für die Forschung zu züchten.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Sigrid Graumann, Biologin und Philosophin an der evangelischen Fachhochschule Bochum
    • Prof. Oliver Brüstle, Stammzellforscher am Bonner Institut für Reproduktive Stammzellforschung
    • Hartmut Kreß: Medizinische Ethik. Gesundheitsschutz, Selbstbestimmung, Rechtspolitik. Stuttgart 2024

    Weiterführende Links:
    • Stichtag 25.07.1978: Erstes Retorten-Baby der Welt geboren
    • 22. Tätigkeitsbericht der Zentralen Ethik-Kommission für Stammzellenforschung
    •  Fachkonferenz des BMBF zur Verwendung von humanen Embryonen in der medizinischen Forschung

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    Autorin: Doris Arp
    Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak
    Technik: Nikita Sulzhenko

    15 min
  • "Der weiße Hai": Urängste im Kinosaal

    Als "Der weiße Hai" am 18.12.1975 in die deutschen Kinos kommt, verändert er den Blick aufs Meer. Steven Spielberg hat ein Monster erschaffen, das die Menschen das Fürchten lehrt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Ulli Schäfer:

    • wie "Der weiße Hai" mit einer unsichtbaren Bedrohung Millionen fesselt,
    • warum der Hai im Film nur selten zu sehen ist,
    • wie aus einer chaotischen Produktion ein Welterfolg wird.

    Als Steven Spielbergs "Der weiße Hai" 1975 in die Kinos kommt, trifft er einen Nerv. Ein rätselhafter Angriff im Meer, ein Badeort in Aufruhr und ein Monster, das man kaum sieht, aber umso stärker fürchtet: Spielberg spielt mit Andeutungen und Erwartungen und baut so Spannung auf.

    Einen großen Einfluss hat auch die markante Musik von John Williams, die mit wenigen Tönen Gefahr ankündigt und die Unsichtbarkeit des Hais noch wirkungsvoller macht. Trotz explodierender Kosten, endloser Drehtage und eines unfertigen Drehbuchs wird „Der weiße Hai“ zum Kinoerfolg des Jahres - und der erst 27-jährige Regisseur schlagartig bekannt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Gerhard Wegner, Taucher, Haiexperte und Gründer der Haischutzorganisation "Sharkproject"
    • Prof. Nicole Maruo-Schröder, Amerikanistin und Kulturwissenschaftlerin, Uni Koblenz
    • Wieland Schwanebeck: Der weiße Hai revisited: Steven Spielbergs Jaws und die Geburt eines amerikanischen Albtraums, München 2015
    • Gerhard Wegner und Christine Gstöttner: Blind Dates. Das große Buch der Haibegegnungen. Hrsg.: Sharkproject International e.V., München 2019

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 20.11.1820: Der wahre Moby Dick - Wie ein Pottwal die Essex angriff
    • Planet Wissen: Tiere im Wasser - Haie
    • Planet Wissen: Der weiße Hai

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Ulli Schäfer
    Redaktion: Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Wie ein Gemüsehändler den Arabischen Frühling startete

    Massenarbeitslosigkeit, Armut und Korruption: In der Jasmin-Revolution tragen die Tunesier ihren Unmut lautstark auf die Straße – und stürzen ihren Diktator.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:

    • von der Euphorie beim Ausbruch des Arabischen Frühlings,
    • welche Rolle Social Media bei der Jasmin-Revolution gespielt hat,
    • wie die Revolution den Islamismus befeuert,
    • warum der Arabische Frühling heute als gescheitert gilt.

    Seit sein Vater tot ist, muss Mohamed Bouazizi Mutter und Geschwister ernähren. Dafür verkauft der Tunesier Gemüse auf der Straße. Als die Polizei wieder einmal grundlos seinen Wagen konfisziert, übergießt sich der 26-Jährige mit Benzin und zündet sich vor der Stadtverwaltung an. Ein Protest gegen Willkür und Korruption des Systems.

    Mohamed Bouazizis Selbstverbrennung löst landesweite Proteste gegen die Alleinherrschaft von Präsident Zine el-Abidine Ben Ali aus – und gilt als Initialzündung des Arabischen Frühlings. Von Tunesien aus schwappt die Bewegung bald in die Nachbarländer Ägypten, Libyen und Syrien. Millionen Menschen fordern: Freiheit, Würde, Arbeit und Demokratie.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Julia Gerlach, von 2008 bis 2015 freie Korrespondentin für Nordafrika, Buchautorin
    • Dr. Maria Josua, Giga-Institut Hamburg
    • Prof. Kmar Bendana, Geschichte der Gegenwart, Universität von Manouba (unweit von Tunis)
    • Julia Gerlach: Der verpasste Frühling. Woran die Arabellion gescheitert ist. Berlin 2016
    • Jörg Armbruster: Der arabische Frühling. Als die islamische Jugend begann, die Welt zu verändern. Frankfurt/Main 2011
    • Gilles Kepel: Chaos. Die Krisen in Nordafrika und im Nahen Osten verstehen. München 2019
    • Domenica Preysing: Tunesien: Vorreiter des Aufbruchs, Vorbild des Wandels? In: Annette Jünemann, Anja Zorob: Arabellions. Zur Vielfalt von Protest und Revolte im Nahen Osten und Nordafrika. Wiesbaden 2013

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 25.07.1957 – Tunesien wird Republik
    • Stichtag: 25. Januar 2011– Ägyptischer Volksaufstand beginnt
    • Planet Wissen: Der Arabische Frühling 2011

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christoph Vormweg
    Redaktion: Jakob Schiffer, David Rother
    Technik: Thomas Bleul

    15 min
  • Vorbild für den Paten: Mafia-Boss Paul Castellano

    Als Castellano am 16.12.1985 erschossen wird, endet die große Zeit der Cosa Nostra in New York. Neue kriminelle Organisationen übernehmen, doch ganz verschwindet die Mafia nicht.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:

    • wie die Prohibition in den 1920er-Jahren der Mafia zu enormer wirtschaftlicher Macht verhilft,
    • warum der Mord an Paul Castellano wie eine Szene aus einem Hollywoodfilm wirkt,
    • wie die Cosa Nostra mit Angst und Bestechung ihre Macht absicher und ihr kriminelles Imperium erweitert,
    • welche Rolle die Mafia in den USA heute noch spielt.

    Paul Castellano, Italo-Amerikaner der zweiten Generation und Boss der Gambino-Familie, steigt vom jungen Fleischer zum "Paten der US-Mafia" auf. Er herrscht mit Terror, kauft Gewerkschaften und kontrolliert das Bau- und Transportgewerbe in New York. Am 16. Dezember 1985 endet seine Macht abrupt: Drei Männer erschießen ihn vor einem Steak House in Manhattan.

    Sein Tod steht im Kontext einer Reihe großer Mafia-Prozesse, wegen der die Cosa Nostra ihre Schlagkraft einbüßt. Doch noch heute wird vermutet, die Mafia stecke hinter zahlreichen Betrugsfällen. Sicher ist allerdings nur: Ganz verschwunden ist sie nie.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Misha Glenny, Historiker und Direktor des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (Wien), Experte für globales organisiertes Verbrechen
    • Jeffrey Sussman: Big Apple Gangsters. The Rise and Decline of the Mob in New York, London 2020
    • Misha Glenny: McMafia. Die grenzenlose Welt des organisierten Verbrechens, München 2008
    • Joseph F. O’Brian und Andris Kurins: Boss of Bosses. The FBI and Paul Castellano, New York 1991

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Geschichte der Mafia
    • Zeitzeichen 18.05.1938: Todfeind der Mafia - Der italienische Richter Giovanni Falcone
    • ZDF: Mafia Killer

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    Autor: Almut Finck
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
    Technik: Annette Skrzydlo

    15 min
  • Sitting Bull: Unbeugsamer Chief und sein gewaltsames Ende

    Am 15.12.1890 wird Sitting Bull, Stammesführer der Sioux, erschossen. Sein Tod markiert das Ende des Widerstands - was bleibt von seinem Kampf bis heute?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer:

    • über den Morgen, an dem Soldaten Sitting Bull töten,
    • wie zwei Wochen nach seinem Tod indigene Frauen und Mädchen bei einem Massaker sterben,
    • was Deutschland mit der Ausbeutung der indigenen US-Bevölkerung zu tun hat,
    • warum heute ausgerechnet Spielcasinos den Indigenen helfen.

    Sein Vater nennt ihn Tatanka Iyotake, bekannt wird der 1831 geborene indigene Junge allerdings als Sitting Bull. Der Name beschreibt einen widerständigen Büffel und steht für Stolz und Entschlossenheit. Tatsächlich entwickelt sich Sitting Bull zu einem mutigen Häuptling, vor allem im Kampf gegen die Übergriffe der Siedler.

    Im Sommer 1876 gelingt ihm sein wohl größter Coup: Er bringt mehrere Stämme zusammen; gemeinsam besiegen sie die Regierungs-Truppen von George Armstrong Custer. Der Sieg am Little Bighorn River macht Sitting Bull zur Legende. Doch die Freude währt nicht lange – die US-Regierung schränkt die Rechte der Native Americans immer weiter ein.

    Sitting Bull kämpft weiter gegen Enteignung und Verfolgung. Zeitweise reist er mit einer Unterhaltungsshow durchs Land, um sein Volk vorzustellen und die Siedlerpolitik zu kritisieren. Seine Mühen sind vergeblich: Am 15. Dezember 1890 wird er von Truppen der US-Regierung erschossen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Norbert Finzsch, em. Professor für amerikanische Geschichte, Köln, Berlin
    • Michael Koch, Verein Tokata-LPSG RheinMain e.V. (Verein zur Unterstützung indianischer Jugend-, Kultur- und Menschenrechtsprojekte)
    • Ernie Lapointe (Urenkel von Sitting Bull): Sitting Bull. Sein Leben und Vermächtnis, Hohenthann 2011

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 25. Juni 1876 – Die Schlacht am Little Bighorn River
    • SWR Kultur: Darf man noch "Indianer" sagen?
    • Planet Wissen: Indianer / Indigene Völker

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    Autorin: Irene Geuer
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Joseph Baader

    15 min
  • Paul Löbe: Ein Leben für Demokratie - und gegen die Extreme

    Paul Löbe (geb. 14.12.1875) kann davon berichten, wie eine parlamentarische Demokratie aufgebaut wird, wie sie funktioniert und wie schnell sie zu Grunde gehen kann.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Rüdiger Weidenfeld-Kramer:

    • welchen Beruf Paul Löbe ursprünglich lernt,
    • wie sein Motto lautet,
    • welche Höhen und Tiefen des deutschen Parlamentarismus Löbe in vier politischen Systemen erlebt,
    • wie das Paul-Löbe-Haus in Berlin zu seinem Namen kommt,
    • wie der Politiker nach 1945 zum viel interviewten "Elder Statesman" wird.

    Eigentlich will Paul Löbe nicht in die Politik. Seine Parteifreunde von der SPD sind da anderer Meinung: Sie wollen ihn in den Reichstag schicken, als es nach der deutschen Revolution von 1918 um eine verfassungsgebende Versammlung geht. Löbe wird einstimmig als Kandidat nominiert und gibt schließlich nach.

    Nachdem die SPD 1920 bei der ersten Reichstagswahl die stärkste Fraktion geworden ist, macht Löbe Karriere als Parlamentspräsident der Weimarer Republik - von 1920 bis 1932, unterbrochen nur durch wenige Monate. Dann wird die NSDAP stärkste Fraktion und Hermann Göring sein Nachfolger.

    Auch im letzten Akt seines langen politischen Werdegangs bekleidet Paul Löbe noch einmal ein Amt, das er sich nicht selbst ausgesucht hat: Er wird der Alterspräsident des ersten deutschen Bundestages.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Victoria Krummel (Löbe-Biografin und Redenschreiberin mehrerer Bundestagspräsidenten)
    • Victoria Krummel: Paul Löbe - Ein Leben für die Demokratie. Hamburg 2025
    • Thomas Mergel: Parlamentarische Kultur in der Weimarer Republik - Politische Kommunikation, symbolische Politik und Öffentlichkeit im Reichstag. Düsseldorf 2002
    • Philipp Austermann: Der Weimarer Reichstag: Die schleichende Ausschaltung, Entmachtung und Zerstörung eines Parlaments. Wien/Köln/Weimar 2020
    • Paul Löbe: Der Weg war lang - Lebenserinnerungen von Paul Löbe. Berlin 1954

    Weiterführende Links:
    • RBB: Wie ich angefangen habe: Paul Löbe (1957)
    • WDR: Paul Löbe erklärt Geschichte und Funktion einer Volksvertretung (1953)
    • SWR: Der Reichstag vor Hitler - Parlamentsdebatten 1931 bis 1933

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    Autor: Rüdiger Weidenfeld-Kramer
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Nico Söllner

    15 min

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