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  • Nach Hitler: Die Entnazifizierung Deutschlands nach dem Krieg

    Am 12.1.1946 ordnen die Alliierten die Entnazifizierung an: Wer war Täter, Mitläufer, entlastet? Ein gigantischer Versuch politischer Umerziehung und Demokratisierung.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:

    • über die sowjetischen Speziallager in Deutschland,
    • was die US-Amerikaner im Umgang mit den Faschisten in Italien lernen,
    • warum der Begriff "Persilschein" umstritten ist,
    • wie erfolgreich die Entnazifizierung am Ende ist.

    "Waren Sie in der NSDAP?", "Haben Sie während der NS-Zeit von Ihrer Tätigkeit profitiert?" Mit mehr als 130 solcher Fragen wollen die US-Amerikaner feststellen, wer sich aktiv am Nazi-Terror beteiligt hat.

    Der Fragebogen ist für viele Menschen in der US-Zone die erste Auseinandersetzung mit ihrer Rolle während der NS-Zeit. Die meisten weisen eine Mitverantwortung entschieden von sich, legen Entlastungsdokumente vor, die später "Persilscheine" genannt werden.

    Für Unmut sorgt, dass zunächst die einfachen Fälle abgehandelt werden, damit mehr belastendes Material für die Haupttäter gesammelt werden kann. Vielen ehemaligen NS-Funktionären gelingt es später aber trotz der Entnazifizierungsmaßnahmen, in der jungen Bundesrepublik wieder auf ihre alten Posten zurückzukehren.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Hanne Leßau (Historikerin)
    • Hanne Leßau: Entnazifizierungsgeschichten. Die Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Vergangenheit in der frühen Nachkriegszeit, Göttingen 2020
    • Bettina Greiner: Verdrängter Terror. Geschichte und Wahrnehmung sowjetischer Speziallager in Deutschland, Hamburg 2010
    • Heiner Wember: Umerziehung im Lager. Internierung und Bestrafung von Nationalsozialisten in der britischen Besatzungszone Deutschlands, Essen 1991

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Entnazifizierung
    • Planet Wissen: Nachkriegszeit
    • Zeitzeichen 25.04.1945: Handschlag an der Elbe - US-Truppen und Rotarmisten treffen sich in Torgau

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Heiner Wember
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Der Mann, der Paris komplett renoviert: Georges-Eugène Haussmann

    Im Auftrag des Kaisers macht er Paris heller, weiter, kontrollierbarer. Als rücksichtsloser Stadterneuerer. Am 11.1.1891 stirbt Georges-Eugène Haussmann.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:

    • woher der Name "Aufschlitzer von Paris" rührt,
    • welche Stadt Georges-Eugène Haussmann als Vorbild dient,
    • was er zum heutigen "Pariser Charme" beiträgt,
    • über die wackelige Finanzierung der Modernisierung.

    Es ist der Auftrag seines Lebens: Baron Georges-Eugène Haussmann soll Mitte des 19. Jahrhunderts das schmutzige und stinkende Paris in eine moderne Metropole umbauen. Rücksichtslos lässt er 20.000 Häuser abreißen. Sie schaffen Platz für die großen Boulevards, die neuen Verkehrsachsen der Stadt.

    Entlang der Boulevards entstehen flächendeckend die typischen Haussmann-Häuser mit Geschäftsräumen im Erdgeschoss und Wohnungen darüber. Dort zu leben, können sich allerdings nur noch gut situierte Pariser leisten. Die mittellosen Bewohner, die zuvor in der Altstadt hausten, werden an den Stadtrand gedrängt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Peter Geimer (Professor für Kunstgeschichte, FU Berlin)
    • Victor Hugo: Der Glöckner von Notre-Dame, Projekt Gutenberg
    • Walter Benjamin: Passagen, Durchgänge, Übergänge. Dietzingen 2020
    • Charles Baudelaire: Der Spleen von Paris. Berlin 2011
    • Daumier und sein Paris, Katalog der gleichnamigen Ausstellung des Baden-Badener Museums für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts, Baden-Baden 2010

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 19.07.1839: Das erste öffentliche Pissoir in Paris
    • Zeitzeichen 20.04.1808: Geburtstag von Kaiser Napoleon III.
    • Planet Wissen: Paris

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Andrea Klasen
    Redaktion: Christoph Tiegel, David Rother
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Coco Chanel: Mode-Ikone und Nazi-Spionin

    Chanel (gest. am 10.1.1971) befreit Frauen aus Kleidungszwängen. Um ihr Unternehmen erfolgreich zu machen, umgarnt sie immer wieder Männer - auch Nazis, wenn es sein muss.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Reinhardt:

    • dass Gabrielle "Coco" Chanel vom Vater als Kind in ein Waisenhaus abgeschoben wird,
    • wo sie das Nähen lernt,
    • wie sie im Krieg versucht, ihre jüdischen Miteigentümer loszuwerden,
    • über ihre frühe Bekanntschaft mit Winston Churchill und wie sie diese für ihre Zwecke nutzt.

    Mit ihren weiten Hosen, Matrosenpullovern und Tweed-Kostümen kreiert Coco Chanel einen radikalen Gegenentwurf zu den Rüschen, Volants und Spitzen ihrer Zeit. "Eine Frau, die nicht zumindest ein Chanel-Modell besitzt, ist hoffnungslos aus der Mode", schreibt die Modezeitschrift Harper's Bazar 1915, mitten im Ersten Weltkrieg. Das Parfum Chanel No. 5 wird 1921 ihr nächster Coup.

    Coco Chanel will sich ihren Erfolg auch im Zweiten Weltkrieg nicht nehmen lassen – und kollaboriert mit den in Paris einmarschierten Nationalsozialisten. Nach Kriegsende taucht sie zunächst in der Schweiz unter. Doch die Franzosen vergeben ihrer Stil-Ikone: Coco Chanel stirbt am 10. Januar 1971 als gefeierte Modemacherin in Paris.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Alfons Kaiser (Modejournalist FAZ)
    • Jan Björn Potthast (Historiker beim Deutschen Patentamt)
    • Hal Vaughn: Coco Chanel - Der schwarze Engel. Ein Leben als Nazi-Agentin, Hamburg 2011
    • Anne de Courcy: Coco Chanels Riviera. Vom Lieben, Leben und Überleben an der Cote d'Azur, Berlin 2022
    • Karl Schlögel: Der Duft der Imperien. "Chanel No 5" und "Rotes Moskau", München 2025

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 19.02.2019 – Modemacher Karl Lagerfeld stirbt in Paris
    • Zeitzeichen: 14.01.1965 – Winston Churchill stirbt in London
    • Zeitzeichen: 5. Mai 1921 – Chanel No. 5 kommt auf den Markt
    • Planet Wissen: Coco Chanel

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    Autor: Anja Reinhardt
    Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Held in Alkohol: Vize-Admiral Horatio Nelson

    Ein Draufgänger war Horatio Nelson, ein Nationalheld ist er bis heute. Mit 47 Jahren starb er bei Trafalgar - am 9.1.1806 wurde er in St. Paul's Cathedral beigesetzt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:

    • mit welchem patriotischen Lied Horatio Nelson aufwächst,
    • vom harten Weg bei der Navy, den Nelson schon mit zwölf Jahren einschlägt,
    • was man unter dem "Nelson Touch" versteht,
    • welche Seuche der Weltmeere die Royal Navy eindämmt.

    Horatio Nelson ist mit 20 Jahren der jüngste militärische Kapitän Großbritanniens. Als 1793 das revolutionäre Frankreich gegen England in den Krieg zieht, wird Nelson zum Helden: 1798 besiegt er vor Alexandria die Flotte Napoleon Bonapartes.

    Als Napoleon die Invasion Englands plant, stellt Nelson sich auf See entgegen. Südlich von Cadiz stellt seine Flotte die überlegene Seestreitmacht der Verbündeten Frankreich und Spanien. Am 18. Oktober 1805 kommt es nahe des Kaps von Trafalgar zur Schlacht. Der ordenbehängte Nelson präsentiert sich im Inferno des Nahkampfes als leuchtendes Ziel an Deck seines Schiffes. Ein französischer Scharfschütze trifft ihn.

    Als der Vizeadmiral am Nachmittag stirbt, hat Großbritannien die Schlacht gewonnen. Und einen toten, aber doch unsterblichen Seehelden. So einer darf kein Seemannsgrab erhalten, sondern muss zurück in die Heimat. Angeblich wochenlang eingelegt in einem Fass mit Alkohol. Der Volksheld bekommt am 9. Januar 1806 ein Begräbnis allererster Klasse in der St. Paul's Cathedral.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Jann Markus Witt, Historiker

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Napoleon Bonaparte
    • Zeitzeichen: 15.08.1769 - Geburtstag von Napoleon Bonaparte
    • Zeitzeichen: 02.07.1798 - Napoleon Bonaparte erobert Alexandria

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    Autor: Heiner Wember
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • René Carmille: Mit Lochkarten gegen Hitler?

    War er ein Widerstandskämpfer oder ein Bürokrat, der mit Statistik spielte und sich verstrickte? Am 8.1.1886 wurde René Carmille, der Mann mit den Lochkarten, geboren.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:

    • wie René Carmille die Historiker Frankreichs spaltet,
    • der "Blitzkrieg" der Deutschen die Franzosen überrascht,
    • warum Carmilles Lochkarten für den französischen Widerstand und die deutschen Besatzer gleichermaßen interessant sind.

    René Carmille macht im Ersten Weltkrieg in der Spionageabwehr beim Militär Karriere. Die Buchführung der Artillerie ist seine Obsession. Er will der Verschwendung von Geschossen Einhalt gebieten. Politisch ist Carmille zweifellos ein Antikommunist, ein Rechter.

    Unter der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg will Carmille mit seinen Lochkarten die Bevölkerung über Personenkennzahlen genau gruppieren. In Lyon nutzt er das zivile Amt für Statistik als Tarnkappe für seine illegale Wehrerfassung. Er beginnt, vorhandene Karteien mit seiner Lochkarten-Technik zu aktualisieren. Gleichzeitig registriert er junge, wehrfähige, patriotisch gesinnte Franzosen.

    Am 3. Februar 1944 verhaftet die Gestapo Carmille. Nicht sein geheimes Mobilisierungsprojekt ist aufgeflogen, sondern man hat ihn persönlich denunziert. Die Begründung: Er habe Kontakte zu General de Gaulles Widerstand in London und unterstütze terroristische Gruppen. Anfang 1945 stirbt René Carmille in Dachau im Alter von 59 Jahren an Typhus.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Béatrice Touchelay, Universität Lille, Centre Marc Bloch
    • Tal Bruttmann, Historiker, Forscher über die antijüdischen Maßnahmen während der deutschen Besatzung Frankreichs

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 14. August 1945: Todesurteil gegen Henri Philippe Pétain
    • Zeitzeichen: 09.11.1970 - Todestag von Charles de Gaulle 
    • Planet Wissen: Erste Phase: "Blitzkrieg" und Westfeldzug

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christoph Vormweg
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Christiane Blanke und Petra Laubach

    15 min
  • Tingel-Tangel-Theater: Satire gegen Hitlers Schergen

    Am 7.1.1931 eröffnet Friedrich Hollaender sein Kabarett, in dem spätere Hollywood-Stars auf der Bühne stehen. Mit Kleinkunst widersetzt er sich den Nazis - bis er fliehen muss.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:

    • von der bewegten Geschichte der Räumlichkeiten schon vor Eröffnung des Tingel-Tangel,
    • dass Friedrich Hollaender schon berühmt ist, als er das Tingel-Tangel eröffnet,
    • mit welchen kleinen Waffen Hollaender den großen Gefahren der Welt Widerstand leisten möchte,
    • wie Friedrich Hollaender und seine Frau Hedi Schoop den Nationalsozialisten knapp entkommen können.

    Nach einem Musikstudium bei Engelbert Humperdinck wird Friedrich Hollaender einer der bedeutendsten Komponisten der Berliner Kabarettszene. Er arbeitet mit Max Reinhardt und Marlene Dietrich zusammen. Sein Lied "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" erlangt im Ufa-Film "Der Blaue Engel" Weltruhm.

    Berlin, 1931. Braune SA-Uniformen und Hakenkreuzfahnen tauchen im Stadtbild auf. Wirkt das nur ein bisschen bedrohlich? Oder baut sich eine reale Gefahr auf? Friedrich Hollaender will handeln und aufrütteln. Das Tingel-Tangel-Theater, unweit vom Bahnhof Zoo, soll sein Sprachrohr sein. Kein Ort, an dem sich die Mächtigen in ihren eigenen Logen feiern lassen, sondern ein Ort, an dem ihnen auch mal wehgetan wird. Es geht gut los. Sehr gut.

    Friedrich Hollaender muss Deutschland 1933 verlassen. 1935, knapp zwei Jahre nach seiner Flucht und Hitlers Machtübernahme, schließt das Tingel-Tangel-Theater für immer. Und wird bald vergessen.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Thimo Butzmann, Betriebstechniker und Archivbeauftragter für das Theater des Westens.

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 19. Februar 1926 - Erste Kabarett-Revue von Friedrich Hollaender
    • Stichtag: 22. Dezember 1969 - Todestag des Regisseurs Josef von Sternberg
    • Zeitzeichen: 06.05.1992 - Todestag von Marlene Dietrich

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    Autor: Thomas Klug
    Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins
    Technik: Holger Maerten

    15 min
  • Trump-Anhänger stürmen das Kapitol: Der "Day of Rage"

    Weil sie glauben, dass Donald Trump der Sieg bei der Präsidenschaftswahl 2020 gestohlen wurde, dringt am 6.1.2021 eine wütende Meute ins Kapitol ein. Mehrere Menschen sterben - und die US-Demokratie bleibt verwundet zurück.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting:

    • wie Donald Trump die Stimmung mit der Lüge der "gestohlenen Wahl" anheizt,
    • dass die Menschen, die das Capitol stürmen, größtenteils keine polizeibekannten Extremisten sind,
    • wie Politiker und Journalisten den 6. Januar 2021 erleben,
    • von hunderten Festgenommenen - und ihrer späteren Begnadigung durch Präsident Trump.

    Am 6. Januar 2021 dringt ein Mob aus mehreren hundert Menschen in das Kapitol in Washington ein - bereit zur Gewalt und angestachelt von Donald Trumps Lüge vom gestohlenen Wahlsieg. Es ist der Versuch, die Ernennung von Joe Biden zum 46. Präsidenten der USA doch noch zu verhindern.

    Politiker müssen sich vor den Eindringlingen verstecken. Polizisten werden bedroht und verprügelt, Räume verwüstet. Der 6. Januar geht für viele als "Schwarzer Tag für die Demokratie" in die Geschichte ein.

    Erst nach Stunden gewinnen die Sicherheitskräfte nach und nach die Oberhand. Die Bilanz: 30 Millionen US-Dollar Sachschaden, mehr als 140 verletzte Sicherheitskräfte. Fünf Menschen sterben im Zusammenhang mit dem Angriff, darunter ein Polizist. In den Tagen nach dem 6. Januar nehmen sich vier weitere Polizisten das Leben.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Robert A. Pape, Politikwissenschaftler, University of Chicago
    • Claudia Buckenmaier, Journalistin, USA-Korrespondentin für die ARD in der Zeit 2017 bis 2022
    • January 6th - Final report of the select committee (engl.)

    Weiterführende Links:
    • Tagesschau: Dokumentarfilm über die Stürmung des US-Kapitols am 6. Januar 2021
    • ZDF: USA extrem - Die gespaltenen Staaten von Amerika

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Stephan Beuting
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Lässt die USA an Kanadas Grenze scheitern: Sir George Prevost

    Am 5. Januar 1816 stirbt Sir George Prevost. Als britischer Gouverneur hat er Kanada im Krieg von 1812 gegen die USA verteidigt. Seinen Kritikern war er dabei zu vorsichtig.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Nik Berger:

    • wie George Prevost mit zwölf Jahren seine Karriere in der britischen Armee beginnt,
    • wie der Offizier aus New Jersey über die Karibik nach Kanada gelangt,
    • wie die kanadische Bevölkerung zur loyalen Unterstützerin der britischen Kolonialmacht wird,
    • mit welcher militärischen Strategie der Brite die angreifenden Amerikaner in Schach hält,
    • warum George Prevost trotz seines Erfolges als Verlierer aus dem Krieg rausgeht.

    Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg ist seit rund 30 Jahren vorbei, als es in Nordamerika erneut zu einem Krieg zwischen den USA und Großbritannien kommt. Anfang des 19. Jahrhunderts führt die britische Krone Krieg gegen Frankreich unter Napoleon und versucht deshalb, den Handel zwischen den USA und Frankreich zu unterbinden.

    Das lassen sich die Amerikaner nicht gefallen und rüsten zum Angriff. Sie wollen die britische Kolonie Kanada einnehmen, um ein Druckmittel zu haben. Doch der Plan geht nicht auf. Sir George Prevost als General-Gouverneur der Kolonie verteidigt das Gebiet knapp zweieinhalb Jahre lang. Die Kanadier fühlen sich zum ersten Mal vereinigt - und die Beziehung zwischen Großbritannien und den USA verbessert sich Schritt für Schritt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Donald R. Hickey (emeritierter Professor für Geschichte am Wayne State College in Nebraska, USA)
    • Donald R. Hickey: The War of 1812 - A Forgotten Conflict. Illinois 2012
    • Peter Burroughs: Prevost, Sir George. In: Dictionary of Canadian Biography. Toronto/Québec City 2004
    • John R. Grodzinski: Defender of Canada - Sir George Prevost and The War of 1812. Oklahoma 2013

    Weiterführende Links:
    • ZDF: Die Geschichte der USA
    • DLF: USA - Vor 250 Jahren begann der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg
    • Planet-Wissen: Europäer in Kanada

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    Autor: Nik Berger
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Sultan wider Willen: Der letzte Monarch der Osmanen

    Als 19. Sohn des osmanischen Herrschers am 4.1.1861 geboren, rechnet sich Mehmed Vahdettin keine Chancen auf den Thron aus. Als er 1922 abdankt, macht er Platz für die moderne Türkei.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Melahat Simsek:

    • wie das Osmanische Reich Anfang des 20. Jahrhunderts ins Wanken gerät,
    • wie der junge Offizier Mustafa Kemal nach der gewonnenen Schlacht von Gallipoli gefeiert wird,
    • wie Mehmed VI. unerwartet Sultan wird,
    • vom Ende des Sultanats im Osmanischen Reich

    Mehmed Vahdettin ist der jüngste der 19 Söhne des Sultans Abdülmecid I. Nach dem frühen Tod seiner Eltern erfährt der Prinz Unterstützung durch seinen älteren Halbbruder Sultan Abdülhamid II., der seit 1876 das Osmanische Reich regiert.

    Mehmed Vahdettin ist ein stiller Intellektueller, der nach dem Tod seines Halbbruders als Mehmed VI. am 4. Juli 1918 im Alter von 57 Jahren überraschend den Thron besteigen muss. Vier Monate vor Ende des 1. Weltkriegs, unter denkbar ungünstigen Bedingungen.

    Das Osmanische Reich geht schwer angeschlagen aus dem Ersten Weltkrieg hervor. Die europäischen Alliierten teilen das ehemalige Weltreich unter sich auf. Eine neu gegründete türkische Nationalversammlung unter der Führung von Mustafa Kemal (Atatürk) tritt in Ankara zur Organisation eines Befreiungskampfs zusammen. Das Sultanat wird im November 1922 abgeschafft, nach mehr als 600 Jahren. Mehmed VI. verlässt Istanbul an Bord eines britischen Kriegsschiffs. Er geht ins Exil und stirbt am 16.5.1926 in San Remo.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professor Dr. Maurus Reinkowski, Turkologe und Historiker an der Universität Basel
    • Professor Dr. Mehmet Hacisalihoglu, Leiter des Instituts für Turkologie an der LMU München
    • Professor Dr. Markus Koller, Historiker und spezialisiert auf Osmanisches Reich und Turkologie an der Ruhr-Universität Bochum
    • Maurus Reinkowski: Geschichte der Türkei. Von Atatürk bis zur Gegenwart. München 2021
    • Jan Erik Zürcher: Turkey. a Modern History. London 2019
    • Cambridge History of Turkey, Vol. 4: Turkey in the Modern World. Cambridge 2008
    • Cevdet Küçük: Mehmed VI. In: Türkiye Diyanet Vakfı İslâm Ansiklopedisi. Bd. 28, Türkiye Diyanet Vakfı Yayınları, Ankara 2003

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 19. Mai 1881 - Geburtstag des Staatsgründers Atatürk
    • Zeitzeichen: 10.11.1938 - Tod des türkischen Präsidenten und Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk
    • Planet Wissen: Geschichte der Türkei

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    Autorin: Melahat Simsek
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Christoph Schneider

    15 min
  • Das Foucaultsche Pendel: sichtbarer Beweis der Erdrotation

    Wir spüren sie nicht, aber sie ist da: die Erdrotation. Mit einer Versuchsreihe ab 3.1.1851 macht Léon Foucault sie sichtbar - mit einem Pendel, das Geschichte schreibt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:

    • warum Léon Foucault unter Wissenschaftlern zunächst kein besonders hohes Ansehen genießt,
    • wie der Keller von Foucaults Mutter zur Wiege eines bahnbrechenden Experiments wird,
    • wie das Foucaultsche Pendel auch eine politische Botschaft sendet.

    Léon Foucault ist Physiker, Journalist, Erfinder. Bei allen Begabungen hat der Autodidakt keinen Studienabschluss und versteht wenig von Mathematik. Das hindert ihn nicht am Tüfteln und so führt er am 3. Januar 1851 im Keller des Hauses seiner Mutter einen Versuch durch, bei dem er ein zwei Meter langes Pendel dicht über dem Boden schwingen lässt und dessen Bahn genau markiert.

    Foucault beobachtet, wie sich die Schwingungsebene des Pendels langsam dreht. Da die Schwerkraft nur senkrecht wirkt, kann sie diese Drehung nicht verursachen. Also ist es nicht das Pendel, sondern der Boden, der seine Ausrichtung ändert. Ohne astronomische Beobachtungen am Himmel kann Foucault damit die Erdrotation nachweisen.

    Louis-Napoléon Bonaparte, später Kaiser Napoleon III., wird auf den ambitionierten Tüftler aufmerksam. Napoléon ist selbst technikbegeistert und der Meinung, dass die Demonstration wissenschaftlicher Phänomene zur Aufklärung und Modernisierung im Frankreich des 19. Jahrhunderts dazugehört. Und so wird das Foucaultsche Pendel Mitte März 1851 der Weltöffentlichkeit im Pantheon präsentiert.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Michael Hagner, Professor für Wissenschaftsgeschichte (em.) und Buchautor
    • Max Metelmann, Physiklehrer
    • Gerhard Wandsleben, ehemaliger Physiklehrer
    • Michael Hagner: Foucaults Pendel und wir, Köln 2021

    Weiterführende Links:
    • Das Pendel am Gymnasium Schloss Benrath
    • Das Pendel in der Dominikanerkirche Münster
    • Planet Wissen: Übersichtsseite - Physik

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    Autor: Ralph Erdenberger
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    15 min

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