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  • Rotes Kreuz: Leben retten zwischen Waffen

    Als am 1.2.1871 französische Soldaten in der Schweiz Zuflucht suchen, beginnt die erste Bewährungsprobe des Roten Kreuzes: Ist im Krieg Hilfe für alle möglich?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:

    • wie der Schweizer Kaufmann Henri Dunant zum "Vater des Roten Kreuzes" wird,
    • warum das Logo ein rotes Kreuz auf weißem Grund ist,
    • was in den Kriegen des 19. Jahrhunderts wertvoller ist als ein Soldat,
    • vom Stellenwert der Frauen in der Hilfsgesellschaft.

    Der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich von 1870/71 ist historisch der erste bewaffnete Konflikt, in dem die Genfer Konvention befolgt wird. Die besagt unter anderem, dass alle Verwundeten mit Menschlichkeit behandelt werden sollen. So finden am 1. Februar 1871 knapp 90.000 französische Soldaten der Bourbaki-Armee Zuflucht in der Schweiz.

    Für das Land ist es die bis dahin größte Flüchtlingsaufnahme seiner Geschichte. In vielen Gemeinden wird alles, was ein Dach hat, als Notunterkunft genutzt. An die 5.000 Soldaten müssen medizinisch behandelt werden. Das gerade einmal acht Jahre alte Rote Kreuz bildet das Rückgrat dieser Großaktion - die erste große Bewährungsprobe, die ein voller Erfolg wird.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Andrea Brinckmann, Universität Hamburg, Historikergenossenschaft
    • Christina Wildenauer, Gabriele Rössler: Menschlichkeit im Sozialmarkt. Die Grundsätze des Roten Kreuzes. Wiesbaden 2007
    • Kurt W. Böhme: Gesucht wird … - Die dramatische Geschichte des Suchdienstes. München 1970
    • Andrea Brinckmann: Beständig im Wandel. Die Geschichte des Roten Kreuzes in Hamburg 1864-1990. Hamburg 2014

    Weiterführende Links:
    • WDR Retro: Jubiläum - 100 Jahre Deutsches Rotes Kreuz
    • Stichtag: 8. Mai 1828 - Geburtstag von Rot-Kreuz-Gründer Henri Dunant
    • Stichtag: 26. Oktober 1863 - Konferenz zur Gründung des Roten Kreuzes beginnt

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Wolfgang Meyer
    Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Grönland - Objekt der Begierde: Von Hans Egede bis Donald Trump

    Hans Egede (geb. 31.1.1686) will dort Wikinger missionieren - es kommt anders: Grönland erlebt Jahrhunderte der Fremdbestimmung - bis heute mit dem US-Anspruch unter Trump.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:

    • wie Egede statt vom "täglichen Brot" vom "täglichen Seehund" predigt,
    • warum das Christentum auch Seuchen ins Land bringt,
    • warum sich Donald Trump im Kampf um Grönland auf dünnes Eis begibt,
    • wie ausgerechnet Trumps Pläne dafür sorgen, dass Dänemark Grönland endlich ernst nimmt.

    Hans Egede wird auch der Apostel der Grönländer genannt. Denn der am 31. Januar 1686 in Norwegen geborene Pastor leitet die protestantische Missionierung und europäische Kolonisierung Grönlands ein.

    Im 18. Jahrhundert reist Egede in diese kalte Gegend, um Grönlands "verschollene Wikinger" zu suchen. Doch statt christlichen Siedlern findet er "nur heidnische" Inuit, die an eine beseelte Natur, an Geister und an das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur glauben. Die Missionierung verfolgt Egede mit Eifer und Härte - und wenn nötig auch mit Zwangstaufen. Er baut eine Kirche und gründet eine Siedlung, aus der später die grönländische Hauptstadt Nuuk hervorgeht.

    Seit 1922 steht dort auf einer Anhöhe ein Denkmal des Missionars. Doch seine Rolle in der grönländischen Geschichte wird mittlerweile kritisch gesehen. So wird im Sommer 2020 Egedes Statue mit roter Farbe beschmiert. Samt der Parole: "Decolonize!"

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Ebbe Volquardsen, Politik- und Kulturwissenschaftler
    • Joachim Grage, Skandinavist an der Uni Freiburg
    • Joachim Grage: Die zweite Landnahme - Hans Egede und die dänische Kolonialisierung Grönlands im 18.Jahrhundert. Im Sammelband: "Land in Sicht". Berlin 2021
    • Ebbe Volquardsen: Der Kampf um Grönland - Versöhnung als Geopolitik. In: Blätter für deutsche und internationale Politik (1/2026)

    Weiterführende Links:
    • Deutschlandfunk - Der Rest ist Geschichte: Wem gehört Grönland?
    • Zeitzeichen 03.07.1721 - Hans Egede landet auf Grönland
    • Dänischer Politiker im Interview: "Trump kennt die Grönländer nicht"
    • Stichtag: 10. Oktober 1861 - Geburtstag des Polarforschers Fridtjof Nansen

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Ralph Erdenberger
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Wie eine Bombe Martin Luther King zur Gewaltfreiheit motiviert

    Am 30.1.1956 explodiert eine Bombe vor Kings Familienhaus. Statt einzuschüchtern, wird der Anschlag zum Wendepunkt für den gewaltfreien Widerstand der Bürgerrechtsbewegung.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Jonas Colsman:

    • wie nicht nur der Ku-Klux-Klan mit Terror und Einschüchterung die Rassentrennung sichern will,
    • von Rosa Parks und dem Busboykott von Montgomery,
    • wie gewaltfreier Massenprotest das Machtgefüge in den USA erschüttert,
    • wie Kings Frau ihren Mann trotz aller Drohungen unterstützt.

    Im Montgomery der 1960er Jahre sind explodierende Bomben keine Seltenheit. Der Süden der USA ist ein Hotspot politisch motivierter Gewalt gegen die Schwarze Bevölkerung. In der Nacht des 30. Januar 1956 trifft es das Haus von Martin Luther King. Er selbst ist zu dem Zeitpunkt auf einer Kirchenversammlung. Seine Frau und das wenige Wochen alte Baby sind zu Hause - beide bleiben aber unverletzt. Die Attentäter werden nie gefasst.

    Der Anschlag auf Kings Haus soll Angst verbreiten. Stattdessen entsteht aus ihm ein öffentliches Versprechen zur Gewaltfreiheit. Tausende Schwarze folgen Kings Forderung: "Greift nicht zu den Waffen. Wir müssen Hass mit Liebe begegnen."

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Britta Waldschmidt-Nelson, Autorin und Historikerin
    • Tahir Della, Sprecher der "Initiative Schwarze Menschen in Deutschland"
    • Jonathan Eig: Martin Luther King. Ein Leben. München 2024

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 4.4.1968: Todestag von Martin Luther King
    • Zeitzeichen 28.8.1963: "I have a dream" - Martin Luther Kings berühmte Vision
    • Zeitzeichen 2.3.1955: Vor Rosa Parks gegen Rassentrennung im Bus - Claudette Colvin

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Jonas Colsman
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
    Technik: Sascha Schiemann

    14 min
  • Zeppeline gegen Paris: die Erfindung des Bombenterrors

    Am 29.1.1916 wird Paris Ziel eines deutschen Zeppelin-Angriffs. Militärisch ist der Schaden begrenzt. Psycholgisch wirkt der Angriff aus der Luft umso stärker.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:

    • wie Zeppeline im Ersten Weltkrieg Angst, aber auch Neugier wecken,
    • von der Idee des Zeppelins bis zum ersten Modell im Jahr 1900,
    • warum die Bombardements aus der Luft wenig militärischen Wert haben,
    • weshalb gut zwei Drittel der Luftschiffe im Laufe des Ersten Weltkriegs verloren gehen.

    Bis heute ist der Ruf der Zeppelin-Luftschiffe bestimmt vom Bild des freundlichen Giganten der Lüfte. Doch das ist bestenfalls die halbe Geschichte. Die Nacht des 29. Januar 1916 zeigt, dass Zeppeline auch eine militär- und machtpolitische Rolle spielen: Ein deutsches Luftschiff wirft über Paris Brandbomben ab, die mit brennbaren Materialien und weißem Phosphor gefüllt sind. Das Bombardement dauert nur wenige Minuten, fordert aber 26 Menschenleben.

    Es ist nur einer von vielen Zeppelinangriffen während des Ersten Weltkriegs - danach haben Luftschiffe als Waffe ausgedient. Flugzeuge sind inzwischen billiger und schneller. Was dagegen überlebt, ist die Idee von der Zermürbung der Zivilbevölkerung durch den Terror von oben.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Jürgen Bleibler, Zeppelin-Museum Friedrichshafen
    • Guillaume de Syon: Zeppelin! Germany and the Airship 1900-1939. Baltimore 2002
    • Felix Banzhaf: Die militärische Nutzung von Zeppelinen

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 8. März 1917 - Luftschiffpionier Graf Ferdinand von Zeppelin stirbt
    • WDR: Drei Dinge zum Weitersagen - Über Zeppeline

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Martin Herzog
    Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother

    15 min
  • Traum in Trümmern: Warum die "Challenger" explodierte

    Sieben Menschen sind tot, weil eine dünne Dichtung nicht gehalten hat. Dabei hätte die Katastrophe beim Start der "Challenger" am 28.1.1986 verhindert werden können.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz:

    • warum die Explosion der Raumfähre Challenger kein Zufall ist,
    • wie Warnungen von Ingenieuren unter Entscheidungsdruck überhört werden,
    • weshalb dieses Unglück die Raumfahrt für immer verändert hat.

    Der 28. Januar 1986 ist ein kalter Morgen in Florida. Eis liegt auf der Startrampe, als die Challenger abhebt. Wenige Sekunden später zerbricht sie am Himmel. Sieben Menschen sterben.

    Was wie technisches Versagen aussieht, entpuppt sich später als vorhersehbare Katastrophe. Seit Monaten wissen Ingenieure von beschädigten Dichtungsringen in den Feststoffraketen. Doch Zeitdruck, Routine und politischer Ehrgeiz wiegen schwerer als Zweifel. Und führen in ein Unglück, das weit über die Raumfahrt hinaus bis heute nachwirkt.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Dirk Wagner, Journalist und Weltraumexperte der ARD
    • Roger Boisjoly, Maschinenbau-Ingenieur beim NASA-Zulieferer Morton Thiokol

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 30.8.1984: Der Jungfernflug der US-Raumfähre "Discovery"
    • Zeitzeichen 17.7.1975: Treffen sich zwei Raumschiffe - Annäherung von USA und UdSSR
    • Planet Wissen: Weltraumforschung
    • Das Erste, Panorama: Raumfahrtunglück - Explosion Challenger
    • ARD Archivradio: Die Raumfähre Challenger explodiert

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Uwe Schulz
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • "Regenmacher" Charles Hatfield setzt San Diego unter Wasser

    Charles Hatfield verspricht, Regen in die Dürre Kaliforniens zu bringen. Oft hat er Erfolg, manchmal vielleicht aus Zufall. Im Januar 1916 endet seine Arbeit in einer Katastrophe.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Francis Nenik:

    • wie ein unscheinbarer Mann aus Kansas zum Hoffnungsträger durstender Farmer wird,
    • wie er zwischen Wissenschaft und Beschwörung einen Regen-Mythos erschafft,
    • weshalb sein größter Erfolg zur Katastrophe wird.

    Anfang des 20. Jahrhunderts träumen viele Amerikaner davon, das Wetter zu beherrschen. Einer, der diesen Traum scheinbar Wirklichkeit werden lässt, heißt Charles Hatfield. Geboren 1875 in Kansas, wächst er in einem von Dürre geprägten Land auf. Während andere beten, baut Hatfield Türme, erhitzt Chemikalien und schickt Dunst in den Himmel. Oft folgt Regen.

    Hatfield reist durchs Land, wird verehrt und angefeindet. Doch solange es regnet, glaubt man ihm. 1915 erhält er seinen größten Auftrag: San Diego braucht Wasser. Hatfield verspricht "biblischen Regen". Und der kommt. Im Januar 1916 ziehen Stürme durch die Region, Dämme brechen, Menschen sterben.

    Bezahlt wird Hatfield nicht, sein Geheimnis bleibt ungelüftet. Als er stirbt, nimmt er es mit ins Grab. Am Tag seiner Beerdigung bleibt der Himmel blau.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Manuel Kaiser, Institut für Medizingeschichte der Uni Bern
    • Mark Arax, US-amerikanischer Schriftsteller
    • Manuel Kaiser: Den Himmel zähmen. Wetter- und Klimabeeinflussung im 20. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2024
    • Mark Arax: Risse in der Erde. Auf den Spuren von Wasser und Staub durch Kalifornien, Berlin 2023
    • Larry Dane Brimner: The Rain Wizard. The Amazing, Mysterious, True Life of Charles Mallory Hatfield, Honesdale 2015
    • Milford Wayne Donaldson: Charles Mallory Hatfield. Pluviculturist Extraordinaire, San Diego 2000
    • Steve Schoenherr: The Great Flood of 1916, Chula Vista 2016

    Weiterführende Links:
    • San Diego History Center: Hatfield the Rainmaker
    • STRG_F: Die Regenmacher - Können sie das Wetter beeinflussen?
    • Planet Wissen: Geschichte der Wettervorhersage

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Francis Nenik
    Redaktion: David Rother
    Technik: Nicolas Dohle

    15 min
  • Der erste Eremit: Wie Antonius das Mönchtum erfand

    Nach dem Tod seiner Eltern sucht Antonius Hilfe bei Gott. Bis zu seinem Tod im Jahr 356 lebt er einsam und in strenger Askese in der Wüste - und wird damit zum Pionier des Mönchtums.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer:

    • wie ein junger Erbe aus dem ägyptischen Niltal alles aufgibt, was Sicherheit verspricht,
    • warum er für seinen Glauben in die Wüste zieht,
    • was Antonius zum Begründer des Mönchtums macht,
    • wie aus einem Einsiedler eine der prägendsten Gestalten des frühen Christentums wird.

    Antonius wächst behütet auf, bis der frühe Tod der Eltern sein Leben erschüttert. Kaum zwanzig Jahre alt, hört er in der Kirche einen Satz aus dem Matthäus-Evangelium, der ihn nicht mehr loslässt: Verkaufe alles und folge mir nach. Antonius nimmt diese Worte wörtlich. Er versorgt seine Schwester, verschenkt seinen Besitz und zieht sich zurück.

    Was folgt, ist ein radikales Leben in Askese: wenig Schlaf, kaum Nahrung, Gebet statt Komfort. Antonius stirbt hochbetagt im Jahr 356, längst als gläubiger Einsiedler berühmt. Er prägt ein Ideal, das bis heute nachwirkt: Konzentration auf das Wesentliche.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Peter Gemeinhardt, Kirchenhistoriker, Universität Göttingen
    • Athanasius von Alexandrien: Leben des Antonius. Eingeleitet, übersetzt und kommentiert von Peter Gemeinhardt, Freiburg im Breisgau 2017
    • Benedicta Ward (Hg.): The Desert Fathers. Sayings of the Early Christian Monks, London 2003
    • Peter Gemeinhardt: Antonius. Der erste Mönch. Leben, Lehre, Legende, München 2023

    Weiterführende Links:
    • Kloster Habsthal: Der Hl. Antonius und seine Briefe. Übersetzt von Pius Agreiter
    • Zeitzeichen 14.9.1715: Dom Pérignon - der Mönch und der Champagner-Mythos
    • Planet Wissen: Ordensleute - Mönche und Nonnen

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Tobias Sauer
    Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Suvak
    Technik: Holger Maerten

    14 min
  • China nach Mao: Abrechnung mit der "Viererbande"

    25.1.1981: In China fällt das Urteil gegen die "Viererbande" um Maos Witwe. Gerechtigkeit für die Opfer der Kulturrevolution - oder ein Schauprozess mit Sündenböcken?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:

    • wie der 1958 von Mao propagierte "Große Sprung nach vorne" in einer Katastrophe für China endet,
    • was die "Kulturrevolution" von 1966 damit zu tun hat,
    • wie brutal die "Roten Garden zur Verteidigung der Mao-Zedong-Ideen" gegen die Bevölkerung vorgehen,
    • welcher Machtkampf nach Maos Tod in der Kommunistischen Partei Chinas ausbricht,
    • zu welchen Strafen die Mitglieder der "Viererbande" verurteilt werden.

    Jiang Qing gilt als die Anführerin der "Viererbande", die nach dem Tod Maos im September 1976 die Macht in China an sich reißen will. Doch die Clique scheitert und wird nur einen Monat später festgenommen. Nun wird vor allem Jiang Qing, Maos Witwe, in der Öffentlichkeit dargestellt als das personifizierte Böse.

    Sie sei verantwortlich für die grausamen Exzesse während der chinesischen Kulturrevolution. Das sind offiziell die Jahre 1966 bis 1976 - eine der finstersten Zeiten der chinesischen Geschichte. Doch eigentlich handelt es sich um eine "Fünferbande", zu der auch der frühere Große Vorsitzende Mao gehört. Er bestimmte seit Ende der 1940er-Jahre maßgeblich die Politik Chinas.

    Doch die neue Führung Chinas will Mao von allen Vorwürfen freihalten. Der Prozess gegen die "Viererbande" soll dazu dienen, Mao als Lichtgestalt der Kommunistischen Partei des Landes zu erhalten.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Daniel Leese (Sinologe an der Universität Freiburg und Experte für chinesische Geschichte und Politik)
    • Zhang Man (Sinologin an der Universität München und Expertin für chinesische Geschichte und Politik)
    • Daniel Leese: Die Chinesische Kulturrevolution 1966-1976. München 2016
    • Daniel Leese: Maos langer Schatten. Chinas Umgang mit der Vergangenheit. München 2020
    • Zhang Man: Die politischen Strafprozesse gegen die Viererbande im China nach Mao. In: Lexikon der politischen Strafprozesse. Hamburg 2025

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: China unter Mao (1966 bis 1976)
    • Bayern2: Madame Mao - Jiang Qing und die Kulturrevolution
    • Alles Geschichte: Kommunistisches China - Die Kulturrevolution

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Andrea Kath
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Antikes Rom: Warum Kaiser Caligula besser war als sein Ruf

    Am 24.1.41 wird der römische Kaiser Gaius, genannt Caligula, ermordet. In Geschichtsbüchern gilt er lange als wahnsinnig. Doch inzwischen gibt es Zweifel an diesem Bild.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:

    • dass "Caligula" eigentlich "Gaius" heißt,
    • warum der Name ihn diffamiert,
    • dass der Kaiser bei der Bevölkerung beliebt ist,
    • ob Caligula sein Pferd wirklich zum Konsul machen will,
    • was Caligula und Donald Trump verbindet.

    Caligula ist nach Augustus und Tiberius erst der dritte Kaiser Roms. So wollen die Senatoren der einst mächtigen Republik – wie seit Jahrhunderten zuvor – weiterhin Einfluss auf die Regierung nehmen. Doch Caligula macht schnell klar: Er allein herrscht – ohne sie.

    Das bringt die Senatoren gegen ihn auf, sie nennen ihn einen Tyrannen und Despoten. Der junge Kaiser zögert nicht und ordnet Hinrichtungen an. Am 24. Januar 41 endet seine Herrschaft abrupt: Caligula wird mit nur 28 Jahren erstochen.

    Erst lange nach seinem Tod schmücken Geschichtsschreiber seine Regierungszeit als Horrormärchen aus. Caligula gilt nun als wahnsinnig. Zu Unrecht, wie die moderne Forschung zeigt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Aloys Winterling, (Historiker, Humboldt-Universität zu Berlin)
    • Aloys Winterling: Caligula. München 2025
    • Sueton: Cäsarenleben. Stuttgart 1986

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 18.10.0033 – Agrippina die Ältere: vom Volk geliebt, vom Kaiser verbannt
    • Zeitzeichen: 16.03.0037: Todestag des römischen Kaisers Tiberius
    • Zeitzeichen: 19.08.0014: Todestag Augustus, Begründer des römischen Kaiserreichs

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    Autorin: Maren Gottschalk
    Redaktion: Jakob Schiffer und Matti Hesse

    14 min
  • Wilbur Atwater: Der Vater aller Diäten

    Körperfülle galt lange als Wohlstandssymbol. 1896 misst Wilbur Atwater Nahrung erstmals genau. Die Kalorie wird Maß für Disziplin – und prägt ein neues Schönheitsideal.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer:

    • woher das Zitat "lasst dicke Männer um mich gehen" stammt,
    • wie sich der Körperkult vom Dicksein zum Schlanksein im Laufe der Jahrhunderte wandelt,
    • warum der US-Bestatter William Banting die Ernährung von Millionen Amerikanern verändert,
    • dass Atwaters Experimente von Münchner Ernährungswissenschaftlern inspiriert sind.

    Um den Kalorienverbrauch des Körpers zu messen, entwickelt der US-Agrarwissenschaftler Wilbur Atwater ein Kalorimeter: Ein spezieller Respirationsapparat erfasst bei freiwilligen Probanden die Einnahmen und Ausscheidungen des Körpers.

    Aus seinen Erkenntnissen leitet Atwater Ernährungsempfehlungen für arme Familien ab – und befeuert damit zugleich einen Schlankheitskult im Bürgertum.

    Die Forschungen werden nicht nur zum Wohl der Menschen eingesetzt: Großindustrielle nutzen sie, um Mindestrationen für ihre Arbeiter festzulegen. Später tragen sie zu Vorgaben für Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangene bei.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Uwe Spiekermann (Ernährungshistoriker, Göttingen)
    • Uwe Spiekermann: Die erste moderne Diät – William Bantings Kur gegen Korpulenz in Mitteleuropa. 2022
    • Sam Prescott: Quantifying the Calorie: The Mixed-Up Files of Mr. Wilbur O. Atwater. 2017
    • Podcast: Was bisher geschah - Die Geschichte der Diät.

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: Im Juli 1920 – Der Fastenarzt Otto Buchinger behandelt erste Patienten
    • Zeitzeichen: 17. April 2003 – Diätentwickler Robert Atkins stirbt in New York

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    Autor: Erik Hlacer
    Redaktion: Sefa-Inci Suvak
    Technik: Nico Söllner

    15 min

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