WDR Zeitzeichen

WDR Zeitzeichen

By WDRHistory
Download on the App Store
  • Favorites

    307

    Followers

  • Typical duration

    15 min

    per episode

  • If it hooks

    78%

    finish an episode

Based on Podcast App listening data

WDR Zeitzeichen episodes

  • Tod in Moskau: Potsdams Bürgermeister verschwindet aus der DDR

    Erwin Köhler und seine Frau setzen sich für eine unabhängige CDU ein. Wegen Antisowjethetze und Spionage verurteilt, werden sie im Februar 1951 hingerichtet - fernab der DDR.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:

    • wie der Potsdamer CDU-Politiker Erwin Köhler und seine Frau Charlotte 1950 verhaftet werden,
    • warum ein sowjetisches Militärtribunal ihnen "Antisowjethetze" und Spionage vorwirft,
    • wie ihre Kinder jahrelang über das Schicksal der Eltern im Ungewissen bleiben.

    Potsdam, Frühjahr 1950: Erwin Köhler, Vizebürgermeister und CDU-Kreisvorsitzender, setzt sich für die Unabhängigkeit seiner Partei ein. In der jungen DDR ist das nicht erwünscht. Ein eingeschleuster Spitzel drängt ihn aus dem Amt, kurz darauf verhaften sowjetische Sicherheitskräfte ihn und seine Frau.

    Das Urteil fällt vor einem sowjetischen Militärtribunal. Grundlage ist der berüchtigte Artikel 58, ein Gummiparagraph, mit dem sich mit der passenden Auslegung im Stalinismus politische Gegner ausschalten ließen. Der Vorwurf: Spionage, unter anderem wegen einer Fahrt durch West-Berlin. Das Todesurteil wird in Moskau vollstreckt.

    Ihre Namen werden aus der Potsdamer Stadtgeschichte und der Geschichte der CDU gelöscht. Ein Beispiel für das stalinistische Prinzip, Menschen nicht nur zu töten, sondern auch aus der Geschichte verschwinden zu lassen. Erst Jahre später erfahren die Kinder, dass ihre Eltern 1951 "verstorben" seien.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Anna Kaminsky (Direktorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)
    • Dr. Jörg Morré (Direktor des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst)

    Weiterführende Links:
    • Digitales Totenbuch Donskoje 1950-1953
    • Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße
    • Planet Wissen: Leben in der DDR
    • bpb: DDR kompakt: 1949 - 1953

    Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
    Gerne her damit: Einfach schreiben an [email protected]
    Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

    Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Klug
    Redaktion: Carolin Rückl, Matti Hesse
    Technik: Holger Maerten

    15 min
  • Das Green Book: Überlebenshilfe für Schwarze auf US-Straßen

    Ohne das "Green Book" wird für Schwarze Familien jede Autofahrt zum Risiko. Der unscheinbare Reiseführer von 1936 weist ihnen den Weg zu sicheren Orten in einem streng getrennten Amerika.



    In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock:

    • warum afroamerikanische Familien auf Reisen ein spezielles Handbuch brauchen,
    • wie Postboten in den USA ein landesweites Netzwerk sicherer Adressen aufbauen
    • und weshalb selbst berühmte Musiker ohne dieses Buch oft keine Unterkunft finden.

    1936 erscheint in den USA ein unscheinbares Heft: das "Negro Motorist Green Book", wie es offiziell heißt. Für Schwarze Reisende wird es schnell unverzichtbar. Denn Hotels, Restaurants oder Tankstellen weisen sie vielerorts ab. In manchen Städten, den sogenannten "Sundown Towns", ist es für Nichtweiße lebensgefährlich, nach Sonnenuntergang zu bleiben. So wird das "Green Book" zur Hilfe gegen den Rassenterror.

    Herausgeber Victor Green, ein Postbote aus Harlem, sammelt deshalb Adressen von Pensionen, Werkstätten und Geschäften, die afroamerikanische Kunden willkommen heißen. Kollegen aus dem Postnetz liefern ihm Hinweise aus allen Bundesstaaten. Das jährlich erscheinende "Green Book" wird so zu einem Symbol für Sicherheit, Selbsthilfe und Reisefreiheit. Längst ist mehr ist als ein kleiner Ratgeber für Autofahrer, es ist jetzt ein richtiger Reiseführer für Schwarze. Auf über 100 Seiten listet das "Green Book" nun Ziele in allen 50 Bundesstaaten, Kanada und der Karibik auf.

    1966 wird die letzte Ausgabe gedruckt. Nach dem Ende der gesetzlichen Rassentrennung verschwindet das "Green Book" aus den Autos und aus dem kollektiven Gedächtnis.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Candacy Taylor, Historikerin, Autorin, Dokumentarin (USA)
    • Smithsonian Institution Traveling Exhibition Service: The Negro Motorist Green Book
    • Library of congress: The Negro motorist Green-book
    • National Underground Railroad Center: The Negro Motorist Green Book

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Die Bürgerrechtsbewegung in den USA
    • Februar 1964: Uraufführung von Nina Simones "Mississippi Goddam"
    • Wie eine Bombe Martin Luther King zur Gewaltfreiheit motiviert
    • Vor Rosa Parks gegen Rassentrennung im Bus: Claudette Colvin

    Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
    Gerne her damit: Einfach schreiben an [email protected]
    Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

    Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • War selbst ziemlich verrückt nach Tulpen: Carolus Clusius

    Carolus Clusius, am 19.2.1526 in Flandern geboren, wird zum Mitbegründer der modernen Botanik und maßgeblich mitverantwortlich für den sogenannten Tulpenwahn.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:

    • wie der weitgereiste Gelehrte Carolus Clusius zum "Vater der Tulpe" wird,
    • warum ihn die farbenprächtigen Blumen aus dem Osmanischen Reich nicht mehr loslassen,
    • wie seine Pflanzenleidenschaft den berühmten Tulpenwahn auslöste
    • und ob all die Erzählungen um ihn als erste große Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte wirklich stimmen.

    Als der alte, gebrechliche Botaniker 1593 in Leiden ankommt, gilt er als einer der bekanntesten Pflanzenkundler Europas: Carolus Clusius, geboren 1526 im damals spanisch beherrschten Arras, hat in mehreren Ländern studiert, sieben Sprachen gelernt und ein riesiges Netzwerk von Gelehrten aufgebaut. Statt als Arzt zu arbeiten, widmet er sich ganz der Schönheit und Vielfalt der Pflanzen.

    Sein größter Schatz: eine Sammlung Tulpenzwiebeln aus dem Osmanischen Reich, die er in Wien kennengelernt hat. Im Botanischen Garten von Leiden pflanzt er die seltenen Gewächse an – und macht sie damit in den Niederlanden begehrt. Reiche Bürger reißen sich um die exotischen Blumen. Aus der Leidenschaft eines Gelehrten entsteht so ein Fieber, das bald ganz Holland erfasst. Bis heute gilt die Tulpenmanie als Musterbeispiel für eine Spekulationsblase. Sie soll die gesamte Wirtschaft der Niederlande schwer geschädigt und unzählige Menschen ruiniert haben. Doch neuere Forschungen sprechen dafür, dass dies so nicht der historischen Realität entspricht.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Gerda van Uffelen (Botanikerin, ehemalige Kuratorin des Hortus botanicus in Leiden)
    • Apl. Professor Dr. Ralf Banken (Wirtschaftshistoriker, Goethe-Universität Frankfurt)
    • Mike Dash: Tulpenwahn. Die verrückteste Spekulation der Geschichte, Berlin 2005
    • Anne Goldgar: Tulipmania. Money, Honor, and Knowledge in the Dutch Golden Age, Chicago und London 2007
    • Anna Pavord: Die Tulpe. Eine Kulturgeschichte, Frankfurt am Main und Leipzig 2003
    • Peter M. Garber: Famous First Bubbles: The Fundamentals of Early Manias, Cambrige 2000

    Weiterführende Links:
    • Internet-Seite des „Hortus botanicus“ in Leiden
    • Planet Wissen – Die Tulpe
    • Planet Wissen: Pflanzenkunde

    Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
    Gerne her damit: Einfach schreiben an [email protected]
    Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

    Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Christiane Kopka
    Redaktion: Christoph Tiegel, Matti Hesse
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Englands blutige Königin: Mit Gewalt gegen Protestanten

    Die Engländer bejubeln Maria, als sie den Thron besteigt. Geboren als Tochter von Heinrich VIII. (am 18.2.1516), bringt sie das Volk als strenge Katholikin und Gewaltherrscherin rasch gegen sich auf.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:

    • wie sich Heinrich VIII. für einen männlichen Nachkommen gegen den Papst stellt,
    • warum die Wahl von Marias Ehemann in England für einen Aufschrei sorgt,
    • was Calais mit ihrem politischen Niedergang zu tun hat,
    • von ihrer Nachfolgerin Elisabeth I., Begründerin des englischen Weltreichs.

    Am 18. Februar 1516 kommt Mary Tudor zur Welt. Da der einzige männliche Nachkomme ihres Vaters Heinrich VIII. bereits mit 15 Jahren stirbt, steigt sie 1553 zur ersten Königin Englands auf.

    Kaum an der Macht, leitet Maria I. die Rekatholisierung ihres Reiches ein. Gilt sie zunächst noch als milde und tolerante, vom Volk umjubelte Hoffnungsträgerin, wandelt sie sich rasch zur mörderischen Monarchin. Ketzer werden unerbittlich verfolgt. Selbst abtrünnige Geistliche und Adelige in höchsten Ämtern sterben auf dem Scheiterhaufen.

    In ständiger Angst vor Marias katholischem Terrorregime wendet sich das Volk von ihr ab - und jubelt regelrecht, als sie 1558 an Grippe stirbt. Was bleibt, ist eine lange Opferliste: Etwa 300 Protestanten hat Maria I. in ihren gerade einmal fünf Regierungsjahren brutal hinrichten lassen. Sie geht als "Bloody Mary" in die Geschichte ein.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Helga Schnabel-Schüle, Historikerin, Uni Trier
    • Peter Wende (Hg.): Englische Könige und Königinnen der Neuzeit. Von Heinrich VII. bis Elisabeth II., München 1982

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 28. Juni 1491 - König Heinrich VIII. von England, wird geboren
    • Stichtag: 8. Dezember 1542 - Königin Maria Stuart wird geboren

    Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
    Gerne her damit: Einfach schreiben an [email protected]
    Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

    Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Herwig Katzer
    Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

    15 min
  • Heinrich Heine: Warum ein Dichter für seine Worte fliehen muss

    Am 17.2.1856 stirbt Heinrich Heine im Exil in Paris - der Dichter, den Zensur und Anfeindungen aus Deutschland treiben, weil seine Worte zu frei und zu politisch sind.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz:

    • wie sehr Heine der Einzug Napoleons in Düsseldorf prägt,
    • dass ihn seine Heimat Deutschland trotz aller Zensur nie loslässt,
    • von Heines Ironie und seinen oft verkannten Musikkritiken,
    • von seinen letzten Jahren, in denen er krank, aber nicht einsam ist.

    Heinrich Heine ist einer der größten, scharfsinnigsten und populärsten Dichter deutscher Sprache. Der gebürtige Düsseldorfer ist gerade 25, da erscheint in Berlin ein schmaler Band mit Lyrik: 58 Texte, darunter später so berühmte Gedichte wie "Belsatzar" oder "Die Grenadiere". Heine entpuppt sich als genauer Beobachter mit spitzer Zunge. Wegen seiner Kritik an bestimmten kirchlichen Zusammenhängen, an Willkürherrschaften und Fürstentümern kommen seine Werke in Deutschland auf den Index.

    1831 flüchtet Heine nach Paris, wo er den Rest seines Lebens bleiben wird. Hier lernt er seine große Liebe kennen und macht den Zensoren zuhause auf seine unvergleichliche Art den Prozess: in Feuilletons, Reiseberichten und Gedichten. In seinen letzten Jahren ist Heine an sein Pariser Bett gefesselt. Trotz der schweren Nervenkrankheit lassen seine Schaffenskraft und sein Wille zur politischen Kritik bis zum Tod nicht nach. Der Dichter stirbt am 17. Februar 1856 mit nur 58 Jahren.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Sabine Brenner-Wilczek, Direktorin des Heinrich-Heine-Instituts Düsseldorf
    • Manfred Windfuhr und das Heinrich-Heine-Institut (Hg.): Heinrich Heine. Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke. Hamburg 1973-97
    • Gerhard Höhn: Heine-Handbuch. Zeit, Person, Werk. Stuttgart 1987
    • Joseph A. Kruse (Hg.): "Ich Narr des Glücks". Heinrich Heine 1797-1856. Bilder einer Ausstellung. Stuttgart/Weimar 1997
    • Michael Mann: Heinrich Heines Musikkritiken. Hamburg 1971

    Weiterführende Links:
    • Planet Schule: Dichter dran - Heinrich Heine
    • Heinrich Heine: Reise nach Italien

    Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
    Gerne her damit: Einfach schreiben an [email protected]
    Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

    Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christoph Vratz
    Redaktion: Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Voyeur für die Wissenschaft: Der Sex-Forscher William Masters

    Die Forschung von William H. Masters zur menschlichen Sexualität ist bahnbrechend - auch Dank seiner Partnerin Virginia Johnson. Er stirbt am 16.2.2001.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi:

    • warum Masters' erste Untersuchungen nicht im Labor, sondern im Bordell stattfinden,
    • wie Johnson trotz fehlender akademischer Meriten seine Forschung in Schwung bringt,
    • wie Masters seine junge Assistentin hinter den Kulissen zum Sex zwingt,
    • wie sich Masters durch seine steinzeitlichen Ansichten ins wissenschaftliche Abseits spielt.

    William Masters leistet gemeinsam mit seiner Ehefrau Virginia Johnson Pionierarbeit in der Sexualforschung. Dabei widerlegt er viele falsche Vorstellungen über Sexualität. Denn anders als seine Vorgänger - etwa Alfred Kinsey - setzt er nicht nur auf Befragungen, sondern beobachtet seine Probandinnen und Probanden beim Sex. Er will den Sex buchstäblich vermessen, will wissen, was vor, während und nach einem Orgasmus im Körper passiert.

    Zusammen bringen Masters und Johnson 1966 ihr bahnbrechendes Werk "Die sexuelle Reaktion" auf den Markt - es wird ein Riesenerfolg. Doch Ende der 1970er-Jahre verspielt Masters seinen Ruhm, als er behauptet, er könne schwule Männer zu Heterosexuellen umformen. Später schürt er entgegen des Forschungsstands die Angst vor Aids. Am 16. Februar 2001 stirbt William Masters im Alter von 85 Jahren an Parkinson.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Richard Kühl, Sexualforscher, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
    • Johannes Fuß, forensischer Psychiater, Sexualforscher, LVR-Universitätsklinik Essen
    • Heinz-Jürgen Voß, Sexualforscher, Uni Merseburg
    • William Masters und Virginia Johnson: Das verdrängte Risiko. Sexualverhalten im Aidszeitalter, München 1988
    • William Masters und Virginia Johnson: Liebe und Sexualität, Frankfurt am Main 1993

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 23. Juni 1894 - Geburtstag des Sexualforschers Alfred Kinsey
    • Süddeutsche Zeitung: Als die CSU in den Krieg gegen Aids zog

    Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
    Gerne her damit: Einfach schreiben an [email protected]
    Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

    Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Murat Kayi
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Die ENIAC-Frauen: Die wahre Geschichte des ersten Universalcomputers

    Am 15.2.1946 wird der erste programmierbare elektronische Computer vorgestellt und ändert unsere Welt. Doch die Frauen, die ihn programmierten, geraten in Vergessenheit.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Werthschulte:

    • dass die sechs ENIAC-Frauen ohne den Krieg nie als Mathematikerinnen hätten arbeiten dürfen,
    • warum Frauen in der Tech-Branche bis heute im Schatten stehen,
    • wie der Fokus auf die Hardware und weniger aufs Programmieren gelegt wird,
    • warum die ENIAC-Frauen trotz fehlender Wertschätzung stolze Pionierinnen waren.

    Ab 1942 entwickelt das US-Militär einen Universalrechner, der die komplizierten Flugbahnen von Geschossen berechnet soll. Der ENIAC ist ein gigantische Ungetüm: 27 Tonnen schwer und im Rohzustand nicht mehr als eine Ansammlung von Stahl, Röhren und Kabeln.

    Zum Leben erwecken sollen ihn sechs Mathematikerinnen, die zuvor stundenlang Flugbahnen per Hand berechnet haben: Jean Jennings Bartik, Betty Snyder Holberton, Frances Bilas Spence, Ruth Lichterman Teitelbaum, Kathleen "Kay" McNulty Mauchly und Marlyn Meltzer Wescoff. Eine Mammutaufgabe, denn es gibt keine Programmiersprache, sondern lediglich einen Schaltplan. Die sechs Frauen müssen sich alleine zurechtfinden – und leisten echte Pionierarbeit.

    Am 15. Februar 1946 ist es dann soweit: Der ENIAC wird öffentlich vorgestellt und spuckt in sekundenschnelle eine Flugbahn aus. Politiker, Militärs und Geldgeber sind begeistert und feiern sich selbst - nicht aber die Mathematikerinnen, die den Computer ans Laufen gebracht haben.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Kathy Kleiman, Professorin für Internet-Gesetzgebung, American University Washington
    • Kathy Kleiman: Proving Ground. The Untold Story of the Six Women Who Programmed the World's First Modern Computer, New York 2023
    • Jennifer S. Light: When women were computers, in Technology and Culture, Baltimore 1999

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Geschichte des Computers
    • Zeitzeichen 19.3.1927: US-Informatiker Allen Newell wird geboren
    • Zeitzeichen 09.4.1925: Der Computer-Pionier aus Paderborn – Heinz Nixdorf
    • Zeitzeichen 23.6.1912: Der Mathematiker Alan Turing wird geboren
    • Zeitzeichen 27.11.1852: Die Mathematikerin Ada Lovelace stirbt in London

    Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
    Gerne her damit: Einfach schreiben an [email protected]
    Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

    Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Werthschulte
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Nicolas Dohle

    15 min
  • Ägyptens vergessener Rivale: die antike Großmacht der Hethiter

    Die Hethiter schließen im 12. Jahrhundert v. Chr. den wohl ältesten Friedensvertrag der Geschichte, dann verschwinden sie spurlos. Erst Jahrtausende später wird ihr Weltreich wiederentdeckt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:

    • wie Zufallsfunde im 19. Jahrhundert das Großreich der Hethiter wieder ans Licht der Geschichte bringen,
    • warum der britische Forscher Archibald Sayce Ausgangs des 19. Jahrhunderts für seine Theorien belächelt wird,
    • wer hinter dem etwas merkwürdigen Namen Schuppiluliuma steckt,
    • warum das hethitische Reich von Anbeginn auf Messers Schneide steht.

    Das Reich der Hethiter ist zwischen 1.600 und 1.200 v. Chr. der große Rivale Ägyptens. Vielleicht sogar der militärisch überlegene Rivale. Funde belegen, dass die Hethiter als erste das Speichenrad verwenden, leichter und wendiger als die behäbigen Scheibenräder der Ägypter. Sie sind Pioniere der Eisenverarbeitung und entwickeln eine frühe Form der Stahlgewinnung. Ideal für Waffen und Werkzeug.

    Ihr Untergang ist rätselhaft und ihre Spuren verlieren sich für über 3.000 Jahre im Dunkel der Geschichte. Herodot, der Vater der Geschichtsschreibung, erwähnt sie schon im 5. Jahrhundert vor Chr. nicht mehr.

    Doch im 19. Jahrhundert gibt es Zufallsfunde. Ohne Zusammenhang, Tausende Kilometer voneinander entfernt. Seit 120 Jahren graben Archäologen nun in Hattuscha/Boğazköy (Zentralanatolien) und sammeln jedes Jahr mehr Wissen über die Hethiter. Das archäologische Puzzle fügt sich Stück für Stück zusammen und lässt das versunkene Großreich der Hethiter wieder ins Licht der Geschichte treten.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professor Dr. Andreas Schachner, Altorientalischer Archäologe, Deutsches Archäologisches Institut Istanbul
    • Andreas Schachner: Hattuscha - Auf der Suche nach dem sagenhaften Großreich der Hethiter. 2021.
    • C.W. Ceram: Enge Schlucht und Schwarzer Berg. 1955.
    • Jörg Klinger: Die Hethiter. 2012.
    • Horst Klengel: Hattuschili und Ramses - ihr langer Weg zum Frieden. 2002.

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Ausgrabungen in Troja
    • Planet Wissen: Pharaonen

    Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
    Gerne her damit: Einfach schreiben an [email protected]
    Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

    Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Marfa Heimbach
    Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak
    Technik: Nicolas Dohle

    15 min
  • Verschiffte Winterkälte in die Karibik: Eiskönig Frederic Tudor

    Im kalten Nordosten der USA lässt er tonnenweise Natureis ernten, um es in der Karibik zu Geld zu machen. Am 13.2.1806 startet Frederic Tudor sein kühnstes Unternehmen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand:

    • warum sein Vater Frederic Tudor als Enttäuschung sieht,
    • wie viele seiner gewagten Geschäftsideen scheitern,
    • warum die Bostoner Handelsleute ihn für "verrückt" halten,
    • wie seine kühne Eis-Export-Idee ihn sogar ins Gefängnis bringt
    • und ihn schließlich doch zu einem reichen Mann macht.

    Anstatt die Schulbank zu drücken, verbringt Frederic Tudor seine Jugend auf dem Landgut seiner Familie in der Nähe von Boston. Fasziniert beobachtet er dort, wie Arbeiter mächtige Eisblöcke aus dem zugefrorenen See schneiden und für den Sommer einlagern. Der junge Tudor fragt sich: Ließe sich mit dem kostenlosen Eis nicht eine Menge Geld verdienen, dort wo es heiß ist - etwa in der Karibik?

    Kurzerhand investiert Tudor sein ganzes Geld in ein eigenes Schiff, das am 13. Februar 1806 Richtung Karibik ausläuft. Tatsächlich übersteht das Eis die Fahrt erstaunlich gut. Doch mangels geeigneter Lager schmilzt es ebenso schnell wie sein Kapital.

    Trotz dieser und noch vieler weiterer Rückschläge gibt Frederic Tudor seine Vision nicht auf - und wird schließlich als "Eiskönig von Boston" in die Geschichte eingehen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Andrew Robichaud, Historiker, Boston University
    • Gavin Weightman: The Frozen Water Trade. How Ice from New England Lakes Kept the World Cool. New York: 2002
    • Carl Seabrug; Stanley Paterson: The Ice King: Frederic Tudor and His Circle. Hrsg. Alan Seaburg. Boston/Mystic: 2003
    • Philip Chadwick Foster Smith: Crystal Blocks of Yankee Coldness: The Development of the Massachusetts Ice Trade from Frederick Tudor to Wenham Lake, 1806-1886. Salem, Massachusetts: 1962

    Weiterführende Links:
    • Spektrum.de: Kleine Geschichte über den Eiskönig von Boston
    • Boston University: Tracing the History of New England’s Ice Trade
    • Geschichten aus der Geschichte: Tudor und der Eishandel
    • Zeitzeichen: 06.03.1930 - Erste Tiefkühlkost im US-Handel

    Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
    Gerne her damit: Einfach schreiben an [email protected]
    Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

    Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Kolja Sand
    Redaktion: Christoph Tiegel/David Rother

    15 min
  • Freiheitshunger und Wissensdurst: Denkerin Lou Andreas-Salomé

    Friedrich Nietzsche liegt ihr zu Füßen, ohne Chancen: Lou Andreas-Salomé ist eine Femme fatale. Die Schriftstellerin und Psychoanalytikerin wird am 12.2.1861 geboren.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Dänzer-Vanotti:

    • in welche damals unkonventionelle Dreier-Wohngemeinschaft Lou Andreas-Salomé 1882 einzieht,
    • welche teils dramatischen Folgen es hat, dass Lou Andreas-Salomé Männer magnetisch anzieht, ohne ihrem Werben nachzugeben,
    • warum der Tod Paul Rées für Spekulationen über einen Suizid aus verschmähter Liebe sorgt,
    • wie die Begegnung mit dem 14 Jahre jüngeren Rainer Maria Rilke für beide zur Lebenswende wird.

    Louise von Salomé wird am 12. Februar 1861 in Sankt Petersburg in eine wohlhabende deutsch-russische Familie mit fünf wesentlich älteren Brüdern geboren. Ihr Vater vergöttert sie, die Mutter ist eher kühl. Lou erdenkt sich schon als kleines Mädchen Beistand von höchster Stelle, von Gott.

    Sie tut ausschließlich, was sie für richtig hält, ohne Rücksicht auf Konvention oder auf Gefühle anderer Menschen. Eine von Lous Lebensregeln lautet, "ich habe getan, wozu mich mein total entriegelter Freiheitsdrang veranlasste."
    Ihr erstes Buch heißt "Im Kampf um Gott", wobei sie als Jugendliche auch mit der Kirche ringt. Dabei spielt der Pfarrer Hendrik Gillot eine Rolle, manche vermuten: eine prägende, unheilvolle Rolle, denn er wird übergriffig und bestürmt schon die 16-Jährige ihn zu heiraten. Er wird der erste, den sie ablehnt. Noch etliche Jahre lang hält sie Männer, die sie umschwärmen, auf Distanz.

    Im Herbst 1911 lernt Lou Andreas-Salomé auf dem Weimarer psychoanalytischen Kongress Sigmund Freud kennen. Der bekannte Psychoanalytiker lacht sie für ihre Vehemenz die Psychoanalyse lernen zu wollen, aus. Tatsächlich wird sie aber eine der ersten Psychoanalytikerinnen. Zuvor üben nur Männer diesen Beruf aus.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen:
    • Iris Radisch, Biografin von Rainer Maria Rilke, ZEIT-Redakteurin
    • Dr. Brigitte Rempp, Psychoanalytikerin am Lou Andreas-Salomé-Institut, Göttingen
    • Kerstin Decker: Lou Andreas-Salomé. Der bittersüße Funke Ich - Biographie. 2010
    • Lou Andreas-Salomé: Lebensrückblick. 1951

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 15.10.1844 - Der Geburtstag von Friedrich Nietzsche
    • Zeitzeichen: 21.11.1849 - Geburtstag von Paul Rée
    • Stichtag: 23. September 1939: Sigmund Freud stirbt in London
    • Planet Wissen: Psychologie - Geschichte der Psychotherapie

    Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
    Gerne her damit: Einfach schreiben an [email protected]
    Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

    Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Irene Dänzer-Vanotti
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Christina Gabriel

    15 min

About WDR Zeitzeichen

From the publisher's feed

Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George…

Best of WDR Zeitzeichen

Ranked by our users in the last 21 days

More shows like WDR Zeitzeichen

Radiowissen by Bayerischer Rundfunk

Radiowissen

110 Listeners

WDR 2 Kabarett by WDR 2

WDR 2 Kabarett

18 Listeners

Urteile der Woche von MDR AKTUELL by Mitteldeutscher Rundfunk

Urteile der Woche von MDR AKTUELL

5 Listeners

IQ - Wissenschaft und Forschung by Bayerischer Rundfunk

IQ - Wissenschaft und Forschung

52 Listeners

Blue Moon by Fritz (rbb)

Blue Moon

5 Listeners

ZeitZeichen by SR

ZeitZeichen

5 Listeners

Geschichten aus der Geschichte by Richard Hemmer und Daniel Meßner

Geschichten aus der Geschichte

185 Listeners

Das Wissen | SWR by SWR

Das Wissen | SWR

104 Listeners

Eine Stunde History - Deutschlandfunk Nova by Deutschlandfunk Nova

Eine Stunde History - Deutschlandfunk Nova

105 Listeners

SWR Kultur Forum by SWR

SWR Kultur Forum

9 Listeners

Der Stichtag – Die Chronik der ARD by Radio Bremen

Der Stichtag – Die Chronik der ARD

7 Listeners

Talk ohne Gast by Moritz Neumeier und Till Reiners | ARD

Talk ohne Gast

14 Listeners

His2Go - Geschichte Podcast by David Jokerst & Victor Söll

His2Go - Geschichte Podcast

26 Listeners

MDR Investigativ – Hinter der Recherche by Mitteldeutscher Rundfunk

MDR Investigativ – Hinter der Recherche

0 Listeners

Epochentrotter - erzählte Geschichte by Katharina Gedigk und Marvin Gedigk

Epochentrotter - erzählte Geschichte

7 Listeners

Kein Mucks! – Der Krimi-Podcast mit Bastian Pastewka by ARD

Kein Mucks! – Der Krimi-Podcast mit Bastian Pastewka

41 Listeners

DAMALS und heute - Der Podcast zur Geschichte by David Neuhäuser, Felix Melching

DAMALS und heute - Der Podcast zur Geschichte

12 Listeners

Im Visier – Verbrecherjagd in Berlin und Brandenburg by rbb

Im Visier – Verbrecherjagd in Berlin und Brandenburg

34 Listeners

Alles Geschichte - Der History-Podcast by ARD

Alles Geschichte - Der History-Podcast

67 Listeners

Y-Kollektiv – Der Podcast by Radio Bremen | rbb

Y-Kollektiv – Der Podcast

4 Listeners

Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten by Radio Bremen

Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten

0 Listeners

Kompost und Konfetti – der ARD Garten-Podcast by Mitteldeutscher Rundfunk

Kompost und Konfetti – der ARD Garten-Podcast

1 Listeners

Tatort Geschichte - True Crime meets History by Bayerischer Rundfunk

Tatort Geschichte - True Crime meets History

37 Listeners

ZEIT Geschichte. Wie war das noch mal? by DIE ZEIT

ZEIT Geschichte. Wie war das noch mal?

34 Listeners

Terra X History - Der Podcast by ZDF - Terra X

Terra X History - Der Podcast

9 Listeners

Der Rest ist Geschichte by Deutschlandfunk

Der Rest ist Geschichte

16 Listeners

Was bisher geschah - Geschichtspodcast by Joachim Telgenbüscher, Nils Minkmar

Was bisher geschah - Geschichtspodcast

54 Listeners

KI und jetzt? by SR

KI und jetzt?

1 Listeners

Adoptivbrüder – mit Hannes & Jeremy by DASDING, Hannes & Jeremy

Adoptivbrüder – mit Hannes & Jeremy

0 Listeners