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  • Formt das Gesicht Preußens und Berlins: Karl Friedrich Schinkel

    Theater, Museen, Kirchen - seine Bauwerke stehen für Klarheit, Maß und klassizistische Strenge: Karl Friedrich Schinkel, geboren am 13. März 1781. Aber zunächst macht ihn nicht seine Architektur berühmt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:

    • wie es Schinkel schafft, sein Privatleben geheim zu halten,
    • von einem verheerenden Brand in seiner Heimatstadt Neuruppin,
    • wie Schinkels Friedrichswerdersche Kirche eine ganze Epoche begründet,
    • von seinen Dioramen - dem Kino des 19. Jahrhunderts.

    Die Berliner Stadtlandschaft wäre nicht, was sie ist - ohne den am 13. März 1781 geborenen Karl Friedrich Schinkel. Im Auftrag des Königs entwirft er Bauwerke und Plätze, die noch heute faszinieren: Die Neue Wache Unter den Linden zum Beispiel oder das Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Mit dem Alten Museum, seit 1999 Teil des Weltkulturerbes Berliner Museumsinsel, legt Schinkel den Grundstock zum "Spree-Athen" und begründet seinen Ruf als Wegbereiter der Moderne.

    Doch es ist nicht nur die Architektur, die ihn berühmt macht. Schinkel ist ein Universalgenie. Er schafft Gemälde und entwirft Bühnenbilder - legendär der tiefblaue Sternenhimmel für die Königin der Nacht in Mozarts Oper "Zauberflöte". Auch Innendekorationen, Möbel, Skulpturen und Kronleuchter gehören zu seinem Programm. Bis zu seinem Tod 1841 ist ein Skizzenblock sein ständiger Begleiter. Noch heute lagern 6.000 Blätter von seiner Hand im Kupferstichkabinett Berlin.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Andreas Bernhard, Kunsthistoriker, Berlin
    • Andreas Bernhard: Karl Friedrich Schinkel. Führer zu seinen Bauten. Band I und II. München, Berlin 2006
    • Jörg Trempler: Karl Friedrich Schinkel. Baumeister Preußens. München 2012

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 29.01.1996 - Todestag des Architekten Julius Posener
    • Zeitzeichen: 06.02.2006 - Der Palast der Republik wird abgerissen
    • Zeitzeichen: 26. Mai 2006 - Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Almut Finck
    Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother
    Technik: Annette Skrzydlo

    15 min
  • Wie Lady Hester Stanhope zur "Königin der Wüste" wurde

    Ein Oberschicht-Leben im britischen Empire - das lehnt Lady Hester Stanhope (geb. am 12.3.1776) ab. Sie will sich ein neues Leben im Orient aufbauen. Und scheitert.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Seebaum:

    • von einer ungewöhnlichen Krönung unter dem Triumphbogen von Palmyra,
    • welchen Einfluss ein christlicher Sektengründer auf Stanhopes Leben nimmt,
    • wie opulent die Lady im libanesischen Bergdorf Djoun residiert,
    • warum das extravagante Leben der Lady Hester Stanhope in Armut und Einsamkeit endet.

    Lady Hester Stanford stammt aus bestem Hause und bewegt sich entsprechend in den besten Kreisen. Als ihr Onkel William im Jahr 1804 seine zweite Amtszeit als Premierminister antritt, zieht die 28-Jährige mit ihm in Downing Street 10 ein. Sie führt dem ewigen Junggesellen den Haushalt, organisiert das Sozialleben und erlebt nebenbei Ränkespiele und Doppelmoral der Reichen und Mächtigen aus nächster Nähe.

    Drei Jahre nach dem Tod ihres Onkels trifft sie im Jahr 1809 Vorbereitungen für eine größere Reise. Gemeinsam mit ihrem jungen Leibarzt Charles Meryon bricht sie in Richtung der britischen Festung Gibraltar auf. Dort lernt Stanhope den elf Jahre jüngeren Michael Bruce kennen und lieben.

    Gemeinsam ziehen sie immer weiter in Richtung Osten, bis in den Libanon. Dort herrscht Lady Hester Stanhope in einem verlassenen Bergkloster bis zu ihrem Tod, also für fast drei Jahrzehnte - und wird so zu Europas "Königin der Wüste" und zur "Mystery Lady of the Orient".

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Armin Strohmeyr, Autor und Stanhope-Biograf
    • Prof. Dr. Jens-Peter Hanßen, Leiter des Orient-Instituts der Max-Weber-Stiftung in Beirut
    • Armin Strohmeyr: Lady Hester Stanhope. Königin des Orients, Konstanz 2021
    • Christian Birch (Hg.): Denkwürdigkeiten der Lady Esther Stanhope. Erzählt von ihr selbst in Unterredungen mit ihrem Arzte, Stuttgart 1846. Nachdruck, London 2017

    Weiterführende Links:
    • WDR Zeitzeichen: 14.11.1889 - Nellie Bly und Elisabeth Bisland starten ihr Rennen um die Welt
    • Planet Wissen: Kolonialismus – Europas Kolonien
    • SWR Kultur: Wer war Lawrence von Arabien - Held oder Verräter?

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Seebaum
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Der Vater der Tigerente: Janosch wird 95

    Mit "Oh wie schön ist Panama" gelingt Janosch (geb. am 11.3.1931) ein Welterfolg. Dabei wollte er mit einem Kitschbuch Rache an der Welt nehmen. Es kommt zum Glück anders!  



    In diesem Zeitzeichen erzählt Fritz Schaefer:

    • wie Janosch unter dem Pseudonym "Wondrak" zum Kolumnisten im Zeit-Magazin wird,
    • wer dem Endzwanziger Horst Eckert den Künstlernamen "Janosch" gibt,
    • wie Janosch die Rechte an seinen eigenen Werken verliert,
    • warum Janosch gegen eine bestimmte Leberwurst eine Aversion hat.

    Geboren wird "Janosch" als Horst Eckert in Oberschlesien. Schon als Kind bekommt er den ersten Tuschkasten geschenkt. Er will Maler werden. Doch zunächst macht er eine Lehre als Schmied, besucht später eine Textilfachschule und arbeitet anschließend mehrere Jahre in einer Weberei. Sein Ziel bleibt aber die Kunst.

    Nach einigen Misserfolgen gelingt ihm 1978 mit der illustrierten Kindergeschichte "Oh wie schön ist Panama" ein internationaler Erfolg. Auch das Nachfolgewerk "Post für den Tiger" wird ein weltweiter Bestseller. Doch Janosch hadert mit dem Erfolg und dem Leben. Er gerät in Konflikte mit seinen Verlegern, verfällt wie sein Vater dem Alkohol, hat körperliche und seelische Probleme.

    Ruhe findet Janosch schließlich auf den Kanarischen Inseln. Seit den 1990er-Jahren lebt er dauerhaft auf Teneriffa.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Tillmann Prüfer (Leitender Redakteur bei der "Zeit" und betreuender Redakteur der "Wondrak"-Kolumne im "Zeit-Magazin"

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Helden in Kinderbüchern
    • Stichtag: 15. März 1978 - Janoschs Kinderbuch "Oh, wie schön ist Panama" erscheint
    • Planet Wissen: Lesen

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Fritz Schaefer
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Des Königs neue Kleiderordnung und der Hutaufstand von Madrid

    Am 23. März 1766 eskaliert in Spaniens Hauptstadt ein Volksprotest. Was mit neuen Kleidungsvorschriften begonnen hat, wächst sich zur veritablen Staatskrise aus.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:

    • warum besonders der Marqués de Esquilache den Zorn der Spanier weckt,
    • mit welchen Maßnahmen dieser Minister und König Karl III. Spanien modernisieren,
    • wovon König Karl III. und seine Frau Maria Amalia beim Einzug in Madrid schockiert sind,
    • unter welchem Beinamen König Karl III. in die Geschichte eingehen möchte,
    • warum der König die Bewohner Madrids mit Kindern vergleicht.

    Als Karl III. im Jahr 1759 unverhofft die Nachfolge auf dem Spanischen Thron antreten muss, unternimmt er große Anstrengungen, um sein Reich zu modernisieren. Das Land wird von Adelsfamilien und der Kirche dominiert. Karl beschneidet zu deren Missfallen die Privilegien beider Gruppen und belegt sie mit Steuern.

    Mit Verboten weckt er auch den Zorn des Volkes. Der Minister des Königs, der Marqués de Esquilache, überspannt schließlich den Bogen: Am 10. März 1766 verbietet er das Tragen breitkrempiger Sombreros und langer Mäntel. Den Spaniern wird befohlen, französische Kleidung zu tragen, kurze, enge Jacken und dazu einen Dreispitz.

    Es kommt zum Aufstand. Karl gibt dem Druck nach und macht den Aufständischen weitgehende Zugeständnisse. Eines ist die Verbannung von Esquilache, der aus der Regierung ausgeschlossen und als Botschafter nach Venedig geschickt wird.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professor Christian von Tschilschke, Uni Münster
    • Walther L. Bernecker und Horst Pietschmann: Geschichte Spaniens. Stuttgart 1993
    • Horst Pietschmann: Karl III. (1759–1788). In: Walther L. Bernecker, Carlos Collado Seidel und Paul Hoser (Hrsg.): Die spanischen Könige. 18 historische Porträts vom Mittelalter bis zur Gegenwart. München 1997

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Geschichte der Stadt Madrid
    • Rainer Wohlfeil: Brot - Olivenöl - Kichererbsen. Eine Studie zur „Lebensqualität“ der Unterschichten im Spanien Karls III.

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Maren Gottschalk
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Der Namensgeber Amerikas: Großer Entdecker oder ein Hochstapler?

    Amerigo Vespucci: Nach seinem Vornamen ist der Kontinent Amerika benannt. Doch wer war er (geboren wohl am 9.3.1451): Seefahrer und großer Entdecker - oder ein Hochstapler? 



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:

    • wie Vespucci 32 Seiten unsterblich machen,
    • warum er selbst nichts von seinem Ruhm mitbekommt,
    • wie aus dem Kaufmann Vespucci einer der besten Seefahrer seiner Zeit wird.

    Ist Amerigo Vespucci ein Hochstapler oder ein wagemutiger Seefahrer? Daran scheiden sich lange die Geister. Fest steht: Er ist der Mann, der Amerika den Namen gibt. Vespuccis Stunde schlägt erst nach den Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus: Mit mehreren Expeditionen, die endlich Reichtümer finden sollen, macht sich der Florentiner Patriziersohn und Buchhalter der Medici auf den Weg gen Westen.

    Sein Reisebericht "Mundus Novus" aus dem Jahr 1502 wird zum Bestseller, denn Vespucci präsentiert darin eine Sensation: Dort im Westen liegt nicht Indien, sondern ein riesiger, bisher unbekannter Kontinent. Diesen nennt der elsässische Kartograf Martin Waldseemüller in seiner neu erstellten Weltkarte von 1507 "Amerika" - in Anlehnung an Amerigo. Vespucci und Kolumbus teilen sich den Ruhm: Denn der hat die für Europäer "Neue Welt" entdeckt, aber Vespucci sie als solche erkannt.

    Das ist unsere wichtigste Quelle und Interviewpartnerin:
    • Ingrid Schwamborn, Romanistin und Übersetzerin des Soderini-Briefes
    • Robert Wallisch: Der Mundus Novus des Amerigo Vespucci, Wien 2012

    Weiterführende Links:
    • ZDF - Terra X: Der Mann, der Amerika seinen Namen gab - Amerigo Vespucci
    • Zeitzeichen: 12. Oktober 1492 - Christoph Kolumbus betritt den amerikanischen Kontinent
    • WDR: Christoph Kolumbus - Entdecker, Eroberer, Ausbeuter

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Andrea Kath
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Geschichte des Frauentags: Langer Kampf um Gleichberechtigung

    Was für eine Geschichte steckt hinter dem Internationalen Frauentag, der im März 1911 zum ersten Mal stattfindet - und wie hat er sich seitdem verändert? Eine Zeitzeichen‑Sonderfolge zusammen mit Lost‑Sheroes‑Host Milena Straube.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Franziska Rempe:

    • wie der Frauentag nach Deutschland kommt,
    • warum der Frauentag während der NS-Zeit zwar verboten, aber nicht vergessen ist,
    • welche Bedeutung der Tag heute noch hat.

    Die Geschichte des Internationalen Frauentags beginnt im Jahr 1910. Die Sozialistin Clara Zetkin setzt sich für einen Tag ein, an dem Frauen aus aller Welt zusammenkommen und ihre Forderungen nach Gleichberechtigung im Mittelpunkt stehen. Im März 1911 wird der Internationale Frauentag zum ersten Mal in Deutschland und seinen Nachbarländern gefeiert. Damals geht es vor allem um das Wahlrecht und bessere Arbeitsbedingungen für Frauen.

    Erst seit 1921 ist der 8. März Weltfrauentag. Das Datum erinnert an den Streik russischer Textilarbeiterinnen gegen das zaristische Russland. Es dauert noch bis 1977, ehe die UN-Generalversammlung den Frauentag offiziell anerkennt. Heute ist der Internationale Frauentag in 28 Ländern ein gesetzlicher Feiertag. Beendet ist der Kampf um Gleichberechtigung damit längst nicht.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Birgit Kiupel, Historikerin und Musikwissenschaftlerin, tätig beim Digitalen Deutschen Frauenarchiv
    • Angelika Schaser: Frauenbewegung in Deutschland 1848-1933. Darmstadt 2020
    • Gisela Notz: Der Internationale Frauentag und die Gewerkschaften. Geschichte(n) - Tradition und Aktualität

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 20. Juni 1933 - Todestag der KPD-Politikerin Clara Zetkin
    • WDR: Frauentag: Rolle rückwärts bei der Gleichberechtigung?
    • Digitales Deutsches Frauenarchiv: Mit Freundinnen die Welt verändern - raus zum 8. März!

    Hörtipp: Lost Sheroes mit Host Milena Straube

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    Autorin: Franziska Rempe
    Redaktion: Matti Hesse

    16 min
  • "Weiberwirtschaft": das Scheitern der ersten Frauenbank

    Im Jahr 1916 schließt im Deutschen Reich die erste Bank von Frauen für Frauen. Ihr Ende markiert einen Rückschlag auf dem Weg zu finanzieller Gleichstellung.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Doris Arp:

    • warum sich die Frauenbewegung kaum für Geld interessiert,
    • wie sich Frauen durch eine eigene Bank mehr Einfluss erhoffen,
    • wer zu den Kundinnen der Frauenbank zählt,
    • warum das Geldinstitut scheitert.

    Anfang des 20. Jahrhunderts haben Frauen zwar erste Rechte erkämpft, doch über ihr eigenes Geld bestimmen Väter, Ehemänner oder ein Vormund. Abhilfe schafft 1910 ein mutiges Projekt: ein ausschließlich von Frauen geführtes Kreditinstitut. In Berlin können Frauen nun erstmals selbstbestimmt ein Konto eröffnen, Geld anlegen oder Kredite aufnehmen.

    Das nötige Finanzwissen liefert die hauseigene Zeitschrift "Frauenkapital". Die männlich dominierte Finanzwelt ist empört und warnt vor einer angeblichen "Übernahme des Kapitals" durch die Frauen. Einige fürchten sogar eine weibliche Weltherrschaft. Dazu kommt es nicht, die Frauenbank muss wegen Zahlungsunfähigkeit 1916 wieder schließen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Gilla Dölle, Archiv der Deutschen Frauenbewegung Kassel
    • Helma Sick, Autorin und Gründerin einer der ersten Frauenfinanzberatungen (Frau & Geld)
    • Gilla Dölle: Die (un)heimliche Macht des Geldes. Finanzierungsstrategien der bürgerlichen Frauenbewegung in Deutschland zwischen 1865 und 1933. Frankfurt a.M. 1997
    • Helma Sick und Renate Fritz: Frau und Geld. Wie Frauen finanziell unabhängig werden. München 2021
    • Helma Sick und Renate Schmidt: Ein Mann ist keine Altersvorsorge. Warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist. München 2019

    Weiterführende Links:
    • Digitales Deutsches Frauenarchiv: Ohne ökonomische Macht keine Emanzipation - die Berliner Frauenbank (1910-1916)
    • Zeitzeichen: 30.11.1918 - Frauenwahlrecht in Deutschland
    • Zeitzeichen: 13.03.1895 - Die Feministin Louise Otto-Peters stirbt in Leipzig

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Doris Arp
    Redaktion: Christoph Tiegel und Seva Inci Suvak

    15 min
  • Kosmische Heldin und Putins Satellit: Walentina Tereschkowa

    Sie war die erste Frau im Weltall - bis heute ist Walentina Tereschkowa die einzige Frau, die alleine die Erde umkreist hat. Die 89-jährige Duma-Abgeordnete (geb. am 6.3.1937) sehnt sich nun auf den Mars.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:

    • dass der Flug von Tereschkowa nicht so glatt läuft, wie sie lange behauptet,
    • warum ihre Fähigkeiten beim Fallschirmsprung für sie überlebenswichtig sind,
    • von einem Wettkampf im All zwischen der Sowjetunion und den USA,
    • von der bis heute männerdominierten Welt der Raumfahrt.

    Sie wird gefeiert als Heldin des Sozialismus: Walentina Tereschkowa ist 1963 die erste Frau im Weltraum. Knapp drei Tage verbringt sie im All, in der engen Raumkapsel "Wostok 6".

    Tereschkowa war Arbeiterin in einer Textilfabrik, jetzt jubeln ihr tausende Menschen auf dem Roten Platz in Moskau zu. Unter den Gratulanten ist auch Staatschef Nikita Chruschtschow. Ihr Porträt im weißen Kosmonautenhelm erscheint auf Plakaten, Briefmarken - und in den Geschichtsbüchern. Trotzdem kommt die Gleichberechtigung im All auch nach ihrem Weltraumflug nur langsam voran.

    Heute sitzt Walentina Tereschkowa seit über zehn Jahren im russischen Parlament. Für die Partei, die vom alten Sowjetreich träumt, das sie so geprägt hat. Seite an Seite mit Wladimir Putin.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen:
    • Julia Richers, Osteuropa-Expertin, Historisches Institut Uni Bern
    • Maiken Nielsen, Wissenschaftsjournalistin und Buchautorin
    • Nicole Sehrig, stellvertretende Leitung Volkssternwarte Bochum
    • Maiken Nielsen: Space Girls, Hamburg 2019

    Weiterführende Links:
    • ARD Retro Spezial DDR: Valentina Tereschkowa und Juri Gagarin bei Kranzniederlegung
    • Ready for Liftoff! Der Raumfahrt-Podcast: "Gleichberechtigung im Kosmos" - Rabea Rogge, Walentina Tereschkowa und andere erste Frauen im All
    • SWR Retro: Juri Gagarin
    • Stichtag: 03. November 1957 - Sputnik II startet mit Hündin Laika an Bord

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    Autor: Ralph Erdenberger
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Rosa Luxemburg: Mut gegen Macht

    Nur 1,48 Meter groß, musste sich Rosa Luxemburg (geboren am 5.3.1871) oft auf einen Stuhl stellen, um gesehen zu werden. Was die mutige Denkerin und Politikerin zu sagen hatte, ist auch heute noch wichtig zu hören.



    In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock:

    • warum Rosa Luxemburg in der DDR zur verehrten Ikone wird und zugleich umstritten bleibt,
    • wie hinter der politischen Kämpferin ein sensibler, naturverbundener Mensch sichtbar wird,
    • und weshalb ihr kompromissloses Eintreten für Freiheit bis heute nachwirkt.

    Rosa Luxemburg, ein Name voller Gefühl, geprägt von Verehrung und Ablehnung zugleich. Geboren 1871 im damals russisch besetzten Polen, wächst sie unter einfachen Bedingungen auf, erfährt früh Diskriminierung und entwickelt einen unstillbaren Wissensdurst.

    In Zürich findet sie zur Politik, wird zur brillanten Rednerin, scharfzüngigen Denkerin und führenden Stimme der Arbeiterbewegung. Sie kämpft gegen Krieg, für soziale Gerechtigkeit und politische Freiheit, und scheut auch den Widerspruch in den eigenen Reihen nicht. Gleichzeitig zeigen ihre Briefe eine andere Seite: eine Frau, die Natur, Musik und die kleinen Momente des Lebens liebt.

    1919 wird Rosa Luxemburg ermordet. Sie bleibt eine prägende Figur der deutschen Geschichte, deren Leben und Denken bis heute viele Menschen beschäftigt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Sahra Wagenknecht, Politikerin
    • Jörn Schütrumpf, Historiker
    • Uwe Sonnenberg, Jörn Schütrumpf: Rosa Luxemburg in der deutschen Revolution. Eine Chronik, o.O., 2020
    • Rosa Luxemburg: Briefe. Herzlichst Ihre Rosa, Berlin, 1990
    • Max Gallo: Rosa Luxemburg. Eine Biographie, Zürich, 1993
    • Erhard Lucas-Busemann: Die Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts, Oldenburg, 1990

    Weiterführende Links:
    • Rosa-Luxemburg-Stiftung
    • WDR Zeitzeichen: Mit der "Roten Kapelle" gegen Hitler: Cato Bontjes van Beek
    • WDR Zeitzeichen: Rita Süssmuth wird Bundestagspräsidentin (am 25.11.1988)
    • WDR Zeitzeichen: Das weiblichste Parlament der Welt in Ruanda
    • WDR Zeitzeichen: Erna Scheffler - die erste Richterin am Bundesverfassungsgericht

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    Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Unschön fotografiert: So kam die Nofretete vom Nil an die Spree

    Im 14. Jahrhundert v. Chr. entsteht die berühmte Büste der Nofretete. Das altägyptische Meisterwerk ist bis heute rätselbehaftet – und Gegenstand einer Rückgabedebatte.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann:

    • warum 1912 ein deutsches Grabungsteam einen Sandhügel in Tell el-Armana freilegt,
    • mit welcher Systematik Forschungsleiter Ludwig Borchard vorgeht,
    • wie am 6. Dezember 1912 die Büste der Nofretete ausgegraben wird,
    • mit welcher List er die Ausfuhr des Kunstschatzes nach Berlin erreicht.

    "Lebensgroße bemalte Büste der Königin, 47 cm hoch. Farben wie eben aufgelegt. Arbeit ganz hervorragend. Beschreiben nützt nichts, ansehen!", notiert Ludwig Borchert am Abend des 6. Dezembers 1912 in sein Grabungstagebuch. Was der deutsche Forschungsleiter beschreibt, ist das rund 3.000 Jahre alte Abbild der Nofretete. Die Darstellung einer Frau, deren Schönheit die Zeit überdauert hat und über deren Leben und Tod wenig bekannt ist.

    Das deutsche Ausgrabungsteam spielt den Sensatonsfund gegenüber den zuständigen Beamten bewusst herunter, um die Büste nach Berlin bringen zu können. Erst 1924 wird sie dort erstmals öffentlich ausgestellt. Seither zählt Nofretete zu den großen Publikumsmagneten der Berliner Museen – und bis heute wird um ihre Rückgabe gestritten.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professor Friederike Seyfried, Leiterin des Ägyptischen Museums in Berlin
    • Professor Sebastian Conrad, Historiker mit dem Schwerpunkt Kolonialgeschichte
    • Sebastian Conrad: Die Königin – Nofretetes globale Karriere. Berlin 2024

    Weiterführende Links:
    • DW Doku: Nofretete – Botschafterin oder Geisel?
    • ZDF Info: Nofretete – Die Rätselhafte
    • Staatliche Museen zu Berlin: Die Büste der Nofretete
    • Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Ausstellung der Büste der Nofretete vor 100 Jahren

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    Autor: Christoph Tiemann
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min

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