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  • Die dunkle Vergangenheit der Heinzelmännchen

    Heinzelmännchen machen heimlich unsere Arbeit. So steht es im Märchen von 1826. Geschichten über die Wesen gab es aber schon davor. Und die zeigen ein anderes Bild.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:

    • was düstere Hexenwesen und Dämonen mit den Heinzelmännchen zu tun haben,
    • warum Menschen an Hausgeister glauben,
    • dass eine Sage aus dem sächsischen Eilenburg Vorbild für die Kölner Heinzelmännchen gewesen sein könnte,
    • warum Neugierde in Erzählungen bestraft wird.

    Erstmals taucht die Figur des "Heinzelmanns" im 16. Jahrhundert auf. Der Theologe Erasmus Alberus schildert ihn als lästigen Störenfried, Martin Luther sogar als "teufliches Heintzlein", das den Tod bringt.

    Der Kölner Pädagoge und Karnevalist Ernst Weyden holt die Sage 1826 an den Rhein und verwandelt die düsteren Gestalten in freundliche, fleißige Hausmeister. Zehn Jahre später lässt August Kopisch die Kölner in seiner Ballade seufzen: "Wie war zu Cölln es doch vordem. Mit Heinzelmännchen so bequem!"
    Auch wenn der Geschichte nach die kleinen Wichtel Köln verlassen haben, begegnet man ihnen heute noch überall – am Heinzelmännchen-Brunnen, auf dem Heinzel-Weihnachtsmarkt, in den Buchläden und Souvenirgeschäften.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Hans-Jörg Uther, Literaturwisschenschaftler und Erzählforscher
    • August Kopisch: Die Heinzelmännchen zu Köln. Köln 1836
    • Ernst Weyden: Cöln`s Vorzeit. Geschichten, Legenden und Sagen Cöln´s, nebst einer Auswahl cölnischer Volkslieder. Cöln 1826
    • Brednich et. al. (Hgg.): Enzyklopädie des Märchens. Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden Erzählforschung. Göttingen 2015.
    • Pisarek, Janin / Schäfer, Florian: Hausgeister! Fast vergessene Gestalten der deutschsprachigen Märchen- und Sagenwelt. Köln / Weimar 2024.

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 06.01.1845 - Todestag des Märchensammlers Ferdinand Philipp Grimm
    • Zeitzeichen: 21.12.1844 - Hans Christian Andersens "Die Schneekönigin" erscheint

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Marko Rösseler
    Redaktion: Frank Zirpins, Jakob Schiffer

    15 min
  • Siegeszug des Saxophons: Aus der Militärkapelle in den Jazzclub

    Am 21.3.1846 reicht Adolphe Sax das Patent für das Saxophon ein. Seine Erfindung floppt: Er wird dafür bekämpft, verklagt, stirbt arm. Dann wird sein Instrument doch zum Erfolg.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:

    • warum es ein Wunder ist, dass Adolphe Sax seine Kindheit überlebt,
    • dass er ein ausgezeichneter Musiker ist,
    • welche Rolle das Militär bei der Erfindung des Saxophons spielt,
    • über den Siegeszug des Saxophons im 20. Jahrhundert.

    Es sind ungewöhnliche Töne, die aus der Werkstatt im 9. Pariser Arrondissement dringen. Dort tüftelt Adolphe Sax aus dem belgischen Dinant an einem neuen Blasinstrument. Ihm schwebt ein robuster Alleskönner vor, der in Militärkapellen laut und in Sinfonieorchester zart gespielt werden kann. Zudem sollte das Instrument für die militärischen Paraden wetterfest sein.

    Herausgekommen ist das Saxophon, gefertigt aus Messingblech mit einem Holzblasinstrumenten-Mundstück. Am 21. März 1846 lässt Adolphe Sax es patentieren. Schon damals ist das Saxophon so genial konstruiert, dass es bis heute kaum verändert wurde. Während Komponisten das neue Instrument feiern, führt die Konkurrenz einen erbitterten Kampf gegen Sax. Er stirbt verarmt 1894 in Paris. Nur wenige Jahrzehnte später erobert sein Saxophon die Welt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Matthias Schröder, Guido Grospietsch und Thorsten Floth (Pindakaas Saxophon Quartett)
    • Christine Rall (Raschèr Saxophon Quartett)
    • Frank Lunte: Saxophone. Ein Instrument und sein Erfinder. Berlin 2014
    • Pindakaas Saxophon Quartett: Die Abenteuer des Monsieur Sax. Ein Musikhörspiel. ClassicClips 2014
    • Dirk Joszok: Adolphe Sax. (Hör)Buch, Berlin 2008
    • Oscar Comettent: Histoire d’un inventeur au dix-neuvième sieècle. Adolphe Sax. Sis Ouvrages it sis luttes. Paris 1860

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 15. August 2015 - Todestag von Max Greger
    • Stichtag: 29. August 1920 – Geburtstag von Charlie Parker
    • Das Adolphe Sax-Haus, Museum in Dinant

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Kosfeld
    Redaktion: Carolin Rückl, David Rother

    15 min
  • Von der Kolonie zum Staat: Tunesien wird unabhängig

    Am 20. März 1956 endet die französische Vorherrschaft in Tunesien. Habib Bourguiba wird zum Vater der Nation - und regiert das Land jahrzehntelang mit harter Hand.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:

    • warum Tunesien jahrzehntelang unter französischer Kontrolle steht, obwohl ein lokaler Herrscher im Amt ist,
    • wie der Anwalt Habib Bourguiba die Unabhängigkeit mit Verhandlungen vorbereitet,
    • und weshalb der junge Staat nach 1956 Reformlabor und autoritär regiertes Land zugleich ist.

    Am 20. März 1956 unterzeichnet Frankreich in Paris den Vertrag über die Unabhängigkeit Tunesiens. Zuvor steht das nordafrikanische Land 75 Jahre lang unter französischem Protektorat: Der Bey von Tunis bleibt zwar formal Herrscher, doch Verwaltung, Wirtschaft und Militär liegen in französischer Hand.

    Schon früh regt sich Widerstand. Der wird vor allem von einer gebildeten Mittelschicht getragen. Aus ihr entsteht eine politische Bewegung, die schließlich von dem Anwalt Habib Bourguiba geprägt wird. Statt auf bewaffneten Aufstand setzt er auf Diplomatie und schrittweise Verhandlungen mit Frankreich.

    Nach Jahren in Gefängnissen und im Exil erreicht er sein Ziel: Tunesien wird unabhängig. Bourguiba wird Ministerpräsident, und kurz darauf Präsident eines neuen, strikt säkularen Staates.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professor Dr. Rachid Ouaissa, Politikwissenschaftler Naher und Mittlerer Osten, Universität Marburg
    • Professor Kmar Bendana, Historikerin für Zeitgeschichte, Universität Manouba (bei Tunis)
    • Tarkan Tek: Die Entkolonisierung Tunesiens. Über die langfristigen Auswirkungen des Arabischen Frühlings, Bielefeld 2024

    Weiterführende Links:
    • Wie ein Gemüsehändler den Arabischen Frühling startete
    • Abd el-Krim, Marokkos Freiheitskämpfer (Todestag, 06.02.1963)
    • Arabische Liga gegründet (am 22.3.1945)

    Das ist unser Hör-Tipp:
    • Alles Geschichte: Riefenstahl: Influencerin des Bösen

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    Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Marfa Heimbach
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Sarah Fitzek

    17 min
  • Ein Leben zwischen Mekka, Nil und Kamasutra: Richard F. Burton

    Wie im Wahn bereist der britische Abenteurer, Diplomat und Ethnograf Richard Francis Burton (geb. am 19.3.1821) fremde Kulturen. Als Autor und Übersetzer bricht er Tabus.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:

    • warum Richard Francis Burton als Pilger verkleidet nach Mekka reist, und damit sein Leben riskiert,
    • wie der britische Offizier fast dreißig Sprachen lernt, um fremde Kulturen wirklich zu verstehen,
    • und weshalb ausgerechnet die Übersetzung orientalischer Liebesliteratur ihn schließlich berühmt macht.

    Er ist ein wahrer Weltensammler: Indien, Arabien, Ostafrika. Kein Ort ist ihm zu weit, keine Expedition zu beschwerlich. Richard Francis Burton gehört zu den wagemutigsten Forschungsreisenden des 19. Jahrhunderts. Als erster Europäer erreicht er verkleidet die heiligen Städte Mekka und Medina, später den Tanganjikasee in Afrika.

    Der britische Offizier ist ein Kosmopolit mit außergewöhnlichem Sprachentalent. Fast dreißig Sprachen und zahlreiche Dialekte beherrscht er. Burton glaubt: Wer eine Kultur verstehen will, muss ihre Sprache sprechen. Sein Leben lang reist, schreibt und übersetzt er. Erst spät wird er berühmt: etwa mit seiner englischen Ausgabe der Geschichten aus "Tausendundeiner Nacht" oder mit der Übersetzung des "Kamasutra".

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Ilja Trojanow, Schriftsteller und Autor des Buches "Der Weltensammler"
    • Fawn M. Brodie: The Devil Drives. The Life of Sir Richard Burton, New York, 1984.
    • Ilija Trojanow: Der Weltensammler, Frankfurt am Main, 2006.
    • Thomas Wright: The Life of Sir Richard Burton, London, 1906.

    Weiterführende Links:
    • Project Gutenberg: Werke von Richard Francis Burton (digitale Sammlung)
    • Gertrude Bell, Orientalistin (Geburtstag 14.07.1868)
    • Heinrich Barth, dt. Afrikaforscher (Geburtstag 16.02.1821)
    • Kolonialismus kitschig verklärt: Frieda von Bülow
    • Forschungsreisender, Entdecker, Chauvinist: Nikolai Prschewalski

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    Autorin: Andrea Kath
    Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Ein linker US-Präsident rettet den Kapitalismus: Der "New Deal"

    Franklin D. Roosevelts "New Deal" erreicht 1936 den Höhepunkt: Gegen Widerstand der Superreichen setzt er auf wirtschaftlichen Aufschwung durch hohe Löhne und Investitionen - er behält Recht.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff:

    • warum US-Präsident Franklin D. Roosevelt in den 1930er-Jahren hohe Steuern für Millionäre fordert,
    • wie die Weltwirtschaftskrise Millionen US-Amerikaner in Armut und Verzweiflung stürzt,
    • weshalb das Reformprogramm "New Deal" nichts anderes bedeutet als: die Karten neu zu mischen.

    Nach dem Börsencrash von 1929 stecken die USA in der schwersten Krise ihrer Geschichte. Banken gehen pleite, ein Viertel der Bevölkerung ist arbeitslos, viele Menschen verlieren ihr Erspartes, Bauern ihr Land. Zeitzeugen erinnern sich an eine bedrückende Atmosphäre, und an eine Gesellschaft, die kaum noch Hoffnung hat.

    1933 wird Franklin D. Roosevelt Präsident. Er verspricht einen "New Deal": einen neuen Anfang für das US-amerikanische Volk. Der Staat investiert Milliarden in Straßen, Schulen und Staudämme, fördert Mindestlöhne und stärkt Gewerkschaften. Die Wirtschaft soll nicht länger nur den Interessen der Reichen folgen, sondern dem Gemeinwohl dienen.

    Historiker bringen die Wirkung dieser Politik später auf eine Formel: Roosevelt habe den Kapitalismus vor den Kapitalisten gerettet.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Steffen Lehndorff, Volkswirt und Arbeitsforscher, Köln
    • Ulrike Herrmann, Wirtschaftsjournalistin und Historikerin, Berlin
    • Steffen Lehndorff: New Deal heißt Mut zum Konflikt. Was wir von Roosevelts Reformpolitik der 1930er Jahre heute lernen können, Hamburg, 2020.
    • Ulrike Herrmann: Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung. Die Krise der heutigen Ökonomie oder Was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können, Frankfurt am Main, 2016.
    • Sven Beckert: Kapitalismus. Geschichte einer Weltrevolution, Hamburg, 2025.
    • Paul Krugman: Nach Bush. Das Ende der Neokonservativen und die Stunde der Demokraten, Frankfurt am Main, 2008.
    • Cédric Tourbe: Kapitalismus made in USA – Reichtum als Kult. Dreiteilige ARTE-Dokumentationsserie, Frankreich, 2023.

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Der Schwarze Freitag von 1929
    • John M. Keynes, brit. Ökonom (Todestag 21.04.1946)
    • Eleanor Roosevelt, amerik. Politikerin (Todestag 07.11.1962)
    • Franklin D. Roosevelt, 32. US-Präsident (Geburtstag, 30.01.1882)

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Pfaff
    Redaktion: David Rother
    Technik: Petra Laubach

    15 min
  • Mythos St. Patrick: Vom Sklaven zu Irlands Nationalheiligem

    Am 17. März wird in den Pubs weltweit auf St. Patrick angestoßen. Doch was ist dran an den vielen Legenden um den irischen Nationalhelden, der am 17.3.461 gestorben sein soll?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz:

    • über Patricks Zeit als Sklave in Irland,
    • wie er dort zu Gott gefunden hat,
    • warum Patrick von der Katholischen Kirche mit Skepsis beobachtet wird,
    • dass der irische Nationalheilige nie offiziell heiliggesprochen wurde.

    Nach sechs Jahren irischer Gefangenschaft gelingt Patrick die Flucht zurück in seine britische Heimat. Als die Eltern sterben, reist er 432 zurück, um die Iren zu missionieren – so hält er es zumindest in seiner Schrift Confessio fest. Ob er tatsächlich die Iren im Alleingang getauft hat oder ein vom Papst gesandter Missionar eine größere Reichweite hatte, verliert sich in der frühen Überlieferung.

    Doch als Jahrhunderte später aus den zersplitterten Königtümern und Sippen eine irische Nation werden soll, kommt Patricks Stunde. Er wird zum Nationalhelden auserkoren und sein Leben mit Legenden ausgeschmückt. So die Geschichte, dass er alle Schlangen von der Insel vertrieben hat - dabei hat es nie Schlangen auf der Insel gegeben.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Terry O'Hagan, Archäologe am University College in Dublin
    • Elva Johnston, Historikerin am University College in Dublin
    • Ludwig Bieler: The Patrician Texts in the Book of Armagh. Dublin: 1979
    • Thomas O’Loughlin: Discovering Saint Patrick Darton. Croydon. 2005

    Weiterführende Links:
    • Forschungs-Blog zur christlichen Geschichte Irlands: vox hiberionacum
    • Confessio

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Uwe Schulz
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Sie wollte nie Schokolade: Das tragische Leben der Trude Herr

    Trude Herr lässt die Nachkriegszeit lachen. Derb, kölsch und stolz auf ihre Wurzeln, hat sie die "kleinen Leute" im Blick. Am 16. März 1991 stirbt die Kölnerin in Südfrankreich.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer:

    • an welchem außergewöhnlichen Ort Trude Herr lernt, schlagfertig, spontan und witzig zu sein,
    • wie Trude Herr mit dem Kölner Volksschauspieler Willy Millowitsch auskommt,
    • warum der WDR Trude Herrs Dokumentarfilme über Afrika nicht senden will,
    • mit welchem Lied sich die Sängerin 1987 auf die Fidschi-Inseln verabschiedet,
    • wie Trude Herr nach Köln zurückkommt und schließlich in Südfrankreich stirbt.

    Trude Herr hat es nie leicht im Leben. Ihre Familie ist arm und wohnt Ende der 1920er-Jahre in Köln-Mülheim. Der Vater arbeitet als Lokführer in der Chemischen Fabrik Kalk. Er ist Kommunist und aktiv bei den Arbeiteraufständen, später im Naziregime kommt er ins Konzentrationslager.

    Im Beruf fühlt sie sich oft von Produzenten und Regisseuren zurückgesetzt. Trude Herr ist gerne mal laut und fährt den Leuten über den Mund. Immer mit dem Gefühl: Ich darf mich nicht unterkriegen lassen. 1977 pachtet sie ein Theater in der Kölner Südstadt. Das Haus ist oft ausverkauft. Ihre wenigen ernsten Stücke werden beachtet, erfolgreicher bleibt sie aber als Ulknudel.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Marina Barth (Buchautorin und Chefin des Kabarett-Theaters Klüngelpütz in Köln)
    • Uli Kievernagel (Stadtführer und Trauerredner in Köln)
    • Marina Barth: Am Kronleuchter hängen wir nicht immer. Köln 2024
    • Heike Beutel und Anna B. Hagin: Trude Herr. Ein Leben. Köln 2021

    Weiterführende Links:
    • WDR Retro: Interview mit Trude Herr (1964)
    • WDR: Scheidung auf Kölsch - Schwank von und mit Trude Herr (1981)
    • WDR: Die Millionärin - Volksstück von und mit Trude Herr (1984)

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    Autorin: Irene Geuer
    Redaktion: Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Koffein und Kunst: Karl Flach erfindet Afri Cola

    Eine Cola aus Köln wird Kult: Mit radikalen Bildern, Pop-Art und viel Provokation wird die Afri Cola zur Legende. 1931 wird sie von dem Kölner Karl Flach "erfunden".



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:

    • warum das von Karl Flach erfundene Getränk "Afri Cola" heißt,
    • welches Alleinstellungsmerkmal die Kölner Cola hat,
    • welcher bekannte Künstler eine Werbekampagne für "Afri Cola" gestaltet,
    • wie ein "Afri Cola"-Werbespot mit drei Nonnen 1968 schockiert und provoziert,
    • wie der Lieblingsspruch von Karl Flach lautet.

    1931 übernimmt der damals 25-jährige Karl Flach die Geschäftsführung eines Unternehmens mit dem etwas sperrigen Namen "F. Blumhoffer Nachfolger GmbH". Die Firma produziert Essenzen für die Getränkeherstellung. Um sich einen eigenen Namen zu machen, mischt der Kölner den Getränkemarkt auf - mit einer neuen Koffein-Limonade.

    Mit dem Cola-Hersteller aus Köln geht es auf und ab. 1988 zieht sich Karl Flach aus dem Geschäft zurück und übergibt es an seinen Sohn Alexander. Mit den Produktionsmengen der großen Cola-Hersteller kann er nicht mithalten. Deshalb sucht er sich eine Nische: Er beliefert in Berlin, Hamburg und Köln die Szene-Gastronomie. Inzwischen gehört "Afri Cola" einem Getränkehersteller in Baden-Württemberg.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Alexander Flach (Sohn des Erfinders Karl Flach)

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 16.11.1915: Die klassische Cola-Flasche wird patentiert
    • Planet Wissen: Schadet Cola den Knochen?
    • ARD-Marktcheck: "Afri Cola" im Check (2015)

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    Autorin: Martina Meißner
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Nicolas Dohle

    15 min
  • 16 Jahre unschuldig im Gefängnis: die "Birmingham Six"

    1975 werden sechs Männer als IRA-Attentäter verurteilt - trotz erpresster Geständnisse und frisierter Akten. Am 14.3.1991 kommen sie frei. Doch belangt wird für den Justizskandal niemand.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:

    • wie sich einer der Tatverdächtigen an seine Verhaftung erinnert,
    • welche brutalen Mittel die Polizei bei den Vernehmungen einsetzt,
    • wie ein Journalist Ungereimtheiten bei den Ermittlungen gegen die "Birmingham Six" aufdeckt,
    • wie die unschuldig Verurteilten sich nach der Freilassung über die Polizei äußern,
    • wer die Bomben wohl tatsächlich gelegt hat.

    Am 21. November 1974 explodieren in Birmingham im Nordwesten Englands in zwei Pubs Bomben. 21 Menschen sterben und mehr als 200 werden zum Teil schwer verletzt. Die Anschläge markieren einen blutigen Höhepunkt der "Troubles", des bürgerkriegsähnlichen Konflikts um Nordirland. Die "Irish Republican Army" (IRA) versucht seit 1969, die Loslösung Nordirlands von Großbritannien und die Wiedervereinigung Irlands herbeizubomben.

    Die Polizei nimmt kurz darauf sechs Nordiren fest. Es ist der Auftakt zu einem Polizei- und Justizskandal. Am 15. August 1975 werden die Männer zu lebenslanger Haft verurteilt - trotz fragwürdiger Beweise und kaum konsistenter, offenbar erzwungener Geständnisse. Erst nach fast 17 Jahren werden sie von der britischen Justiz freigelassen. Doch keiner der beteiligten Polizisten und Richter wird zur Rechenschaft gezogen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Chris Mullin (Investigativ-Journalist, Buchautor und Abgeordneter des britischen Parlaments)
    • Chris Mullin: Error of Justice. The Truth about the Birmingham Bombings. Dublin 1987

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 06.12.1922: Proklamation des Freistaates Irland
    • Zeitzeichen 03.08.1969: Beginn der bürgerkriegsähnlichen Unruhen in Irland
    • Planet Schule: Worum geht es im Nordirland-Konflikt?

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    Autor: Herwig Katzer
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

    15 min
  • Formt das Gesicht Preußens und Berlins: Karl Friedrich Schinkel

    Theater, Museen, Kirchen - seine Bauwerke stehen für Klarheit, Maß und klassizistische Strenge: Karl Friedrich Schinkel, geboren am 13. März 1781. Aber zunächst macht ihn nicht seine Architektur berühmt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:

    • wie es Schinkel schafft, sein Privatleben geheim zu halten,
    • von einem verheerenden Brand in seiner Heimatstadt Neuruppin,
    • wie Schinkels Friedrichswerdersche Kirche eine ganze Epoche begründet,
    • von seinen Dioramen - dem Kino des 19. Jahrhunderts.

    Die Berliner Stadtlandschaft wäre nicht, was sie ist - ohne den am 13. März 1781 geborenen Karl Friedrich Schinkel. Im Auftrag des Königs entwirft er Bauwerke und Plätze, die noch heute faszinieren: Die Neue Wache Unter den Linden zum Beispiel oder das Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Mit dem Alten Museum, seit 1999 Teil des Weltkulturerbes Berliner Museumsinsel, legt Schinkel den Grundstock zum "Spree-Athen" und begründet seinen Ruf als Wegbereiter der Moderne.

    Doch es ist nicht nur die Architektur, die ihn berühmt macht. Schinkel ist ein Universalgenie. Er schafft Gemälde und entwirft Bühnenbilder - legendär der tiefblaue Sternenhimmel für die Königin der Nacht in Mozarts Oper "Zauberflöte". Auch Innendekorationen, Möbel, Skulpturen und Kronleuchter gehören zu seinem Programm. Bis zu seinem Tod 1841 ist ein Skizzenblock sein ständiger Begleiter. Noch heute lagern 6.000 Blätter von seiner Hand im Kupferstichkabinett Berlin.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Andreas Bernhard, Kunsthistoriker, Berlin
    • Andreas Bernhard: Karl Friedrich Schinkel. Führer zu seinen Bauten. Band I und II. München, Berlin 2006
    • Jörg Trempler: Karl Friedrich Schinkel. Baumeister Preußens. München 2012

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 29.01.1996 - Todestag des Architekten Julius Posener
    • Zeitzeichen: 06.02.2006 - Der Palast der Republik wird abgerissen
    • Zeitzeichen: 26. Mai 2006 - Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs

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    Autorin: Almut Finck
    Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother
    Technik: Annette Skrzydlo

    15 min

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