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  • Hollywoods Leinwandgöttin: Platinblond und selbstbewusst

    Geboren als Harlean Harlow Carpenter (am 3.3.1911) wird Jean Harlow zu einem der größten Stars der Leinwand - bis zu ihrem frühen Tod. Ihr Look macht sie zur Ikone des Kinos.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Gianna Felicita Scholten:

    • wie aus Harlean Carpenter durch Zufall und Inszenierung der Star Jean Harlow wird,
    • warum die "Platinblonde" zum Symbol einer neuen, selbstbestimmten Frauengeneration avanciert,
    • und welchen Anteil Ruhm, Rollenbilder und Studiosystem an ihrem frühen Tod haben.

    Hollywood, 1937: Jean Harlow steht vor der Kamera - jung, berühmt, erschöpft. Wenige Tage später ist sie tot, mit nur 26 Jahren. Geboren 1911 in Kansas City, wächst Harlean Carpenter behütet auf, folgt ihrer Mutter nach Kalifornien und rutscht eher zufällig ins Filmgeschäft. Aus kleinen Statistenrollen entsteht rasch ein Starimage: platinblondes Haar, selbstbewusst, provokant.

    Sie prägt ein neues Frauenbild - aktiv, sichtbar, eigenständig. Doch mit dem Ruhm wächst der Druck. Verträge, Rollenklischees und gesundheitliche Probleme bestimmen ihr Leben. Während Hollywood sie zur Ikone macht, verliert sie zunehmend die Kontrolle über ihr eigenes Bild. Jean Harlow wird zur Projektionsfläche einer Branche, und bezahlt dafür einen hohen Preis.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Vinzenz Hediger (Leiter der Cinémathèque suisse, Filmwissenschaftler)
    • David Stenn: Bombshell: The Life and Death of Jean Harlow, 1993
    • Curtis F. Brown: Jean Harlow: ihre Filme - ihr Leben, Heyne, 1979

    Weiterführende Links:
    • WDR Zeitzeichen: Filmzensur im Namen von Moral und Glauben
    • WDR Zeitzeichen: Tagsüber Hollywooddiva, nachts Erfinderin: Hedy Lamarr
    • WDR Zeitzeichen: Hattie McDaniel: Ausgegrenzt bis in den Tod
    • ARTE: Brainwashed: Sexismus im Kino

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Gianna Felicita Scholten
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Nikita Sulzhenko

    13 min
  • Anna Maria Christmann: Als Mann verkleidet zog sie in den Krieg

    Am 2. März 1761 stirbt Anna Maria Christmann -  eine weitgehend unbekannte Frau, die sich als Mann verkleidete und im Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg kämpfte. Doch ist die Geschichte auch wahr?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:

    • wie ein Bettelmädchen aus Dürnau in Männerkleidern in den Krieg zieht,
    • warum Anna Maria Christmann lange Zeit als Legende gilt,
    • und wie ein unscheinbares Archivdokument ihre Geschichte bestätigt.

    Anna Maria Christmann wächst um 1700 in bitterer Armut auf, verliert früh ihre Eltern und schlägt sich als Bettelmädchen durch. Um zu überleben, verkleidet sie sich als Mann, arbeitet als Knecht und lässt sich schließlich als Soldat anwerben - unter dem Namen ihres Vaters.

    Sie kämpft im Türkenkrieg, wird verwundet, desertiert, wird zum Tode verurteilt und erst in letzter Minute begnadigt. Ihr bewegtes Leben endet schließlich in Stuttgart, wo sie als Briefträgerin arbeitet. Lange bleibt unklar, ob ihre Geschichte wirklich stimmt, die Quellen sind lückenhaft. Doch ein wiederentdecktes Gnadenschreiben des Herzogs belegt: Anna Maria Christmann hat tatsächlich als Soldat gedient.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Manfred Wolfhard, Heimatforscher aus Dürnau (Geburtsort Anna Maria Christmann)
    • Charlotte Wagner (Studentin, die ihre Bachelor-Arbeit über Anna Maria Christmann geschrieben hat)
    • Dorothea Keuler: Provokante Weibsbilder: Historische Skandale aus Baden und Württemberg. Silberburg, Tübingen 2011
    • Allgemeine deutsche Bürger- und Bauern-Zeitung: ein Organ zur Verhandlung allgemein interessanter Volks-Angelegenheiten, […], Bd. 3, Regensburg 1833, S. 614

    Weiterführende Links:
    • WDR Zeitzeichen: Todestag von Eleonore Prochaska, Soldatin in Männerkleidung
    • WDR Zeitzeichen: Reporterin an vorderster Front: Marguerite Higgins
    • WDR Zeitzeichen: Boudicca: Wie die keltische Rebellin London niederbrannte
    • WDR Zeitzeichen: "Die tollkühnste Frau der Welt": Lola Montez

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Marko Rösseler
    Redakteur: Matti Hesse
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Frauen in der Polizei: Von der Notbesetzung zur Gleichstellung

    Im März 1961 sorgen vier Frauen in Uniform für Aufsehen: Erstmals überwachen Polizistinnen den Parkraum. Ein Erfolg im jahrelangen Kampf um Gleichberechtigung im Dienst.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz:

    • wann eine Frau zum ersten Mal die Mitarbeit von Frauen im Polizeidienst fordert,
    • welche Aufgaben die Weibliche Kriminalpolizei in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus hat,
    • wie holprig die Integration von Frauen in den regulären Polizeidienst ab den 1970er-Jahren verläuft,
    • wie es heute mit der Gleichberechtigung bei der Polizei aussieht.

    Frankfurt am Main ist die erste Stadt im Bundesgebiet, in der auch Frauen die Polizeiuniform tragen. Die ersten vier Hilfspolizistinnen erhalten vier Wochen lang eine Kurzausbildung. Auch wenn sie zunächst nur prüfen, ob die Parkuhren abgelaufen sind – ihr Einsatz in Uniform ist ein Meilenstein, nachdem Frauen lange von der klassischen Polizeiarbeit ausgeschlossen waren.

    Frauen fordern damals zwar seit Langem, zum Polizeiberuf zugelassen zu werden. Erlaubt wird ihnen das 1961 aber nur, weil Arbeitskräfte fehlen. Davor hat es immer mal wieder Frauen bei der Polizei gegeben. 1903 wird Henriette Arendt als erste Frau Polizeiassistentin, in Stuttgart bei der kommunalen Polizei. Sie kümmert sich um verwahrloste Kinder, kriminelle Jugendliche und weibliche Opfer von Straftaten. Auch in anderen Städten werden später Frauen bei der Polizei zunächst nur für soziale Aufgaben eingesetzt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dirk Götting (Historiker, Lehrbeauftragter Polizeiakademie, Leiter Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte)
    • Ute Dirks (Polizistin)
    • Cathrin Bergjohann (Polizeikommissarin, Leiterin der Geschäftsstelle Polizeischutz für die Demokratie an der Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte)
    • Bettina Blum: "Frauenwohlfahrtspolizei" - "Emma Peels" - "Winkermiezen". Frauen in der deutschen Polizei 1903 bis 1970. SIAK-Journal 2012

    Weiterführende Links:
    • SWR: Frauen in der Kriminalpolizei - Der lange Weg zur Ermittlerin
    • ARD alpha: Bundespolizistin in der Bundespolizei-Inspektion Freilassing
    • ZDF 37 Grad: Im Dienste des Staates - Ich werde Polizist*in

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    Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Jana Magdanz
    Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Ein AKW spaltet die Gesellschaft: Protest gegen Brokdorf

    Zehntausende ziehen schon in den Tagen vor dem 28.2.1981 zur Baustelle der Atomanlage von Brokdorf - um gegen Atomenergie zu protestieren, notfalls ohne Genehmigung.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting:

    • mit welchen Argumenten die Stromwirtschaft ein AKW in der Wilstermarsch bauen will,
    • welche Sorgen und Bedenken die Atomkraft-Gegner haben,
    • was mit der "Schlacht von Brokdorf" gemeint ist,
    • warum die Situation am 28. Februar 1981 zum Teil eskaliert,
    • wie 1985 der Brokdorf-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts die Demokratie stärkt.

    Am 6. Februar 1981 rollen Bagger auf das Baugelände des geplanten AKW Brokdorf. Das löst eine der größten Protestwellen in der Geschichte der Bundesrepublik aus: 50 Organisationen von Atomkraftgegnern rufen zu einer Demonstration auf, die man heute als "Großdemonstration Brokdorf" kennt.

    Am 23. Februar 1981, fünf Tage vor der Großdemo, erlässt der Landrat des Kreises Steinburg eine Allgemeinverfügung: Sie verbietet jegliche Proteste am Bauplatz und in der gesamten Wilstermarsch. Zunächst können die Veranstalter die Durchführung der Demonstration gerichtlich durchsetzen.

    Einen Tag vor der Großdemo bestätigt wiederum das Oberverwaltungsgericht Lüneburg das Versammlungsverbot in weiten Teilen. Doch zu diesem Zeitpunkt sind die Demonstranten längst auf der Anreise. Rund 10.000 Polizisten und 100.000 Protestierende treffen aufeinander.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Frank Uekötter (Professor für Technik- und Umweltgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum)
    • Heinrich Voss (Landwirt und Demonstrant aus Brokdorf)
    • Frank Uekötter: Atomare Demokratie. Eine Geschichte der Kernenergie in Deutschland. Stuttgart 2023

    Weiterführende Links:
    • Panorama: AKW Brokdorf - Die Demonstranten und die Polizei
    • Panorama: Das Fahndungsfoto - Ermittlungen im Fall "Brokdorf" 1981
    • tagesschau.de: Aus für die Atomenergie - "Eine gewisse Genugtuung"

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    Das sind die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Stephan Beuting
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Iwan Pawlow: Mehr als der berühmte "Pawlowsche Hund"

    Warum war die Entdeckung des Speichelreflexes vom "Pawlowschen Hund" ein derartiger Paukenschlag? Und wieso prägte Iwan Pawlow (gestorben am 27.2.1936) Medizin und Psychologie dauerhaft?  



    In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg:

    • wie ein Zufall im Labor Pawlow auf die Spur des Lernens durch Reize bringt,
    • warum seine Forschung die bisher vorherrschende Trennung von Körper und Geist infrage stellt,
    • warum seine Experimente mit Hunden heute auch kritisch gesehen werden,
    • und weshalb seine Ideen dennoch bis heute Psychologie und Verhaltenstherapie prägen.

    Wer den Namen Pawlow hört, denkt fast automatisch an den Hund, der beim Klang einer Glocke zu sabbern beginnt. Was wie ein simples Experiment wirkt, ist Anfang des 20. Jahrhunderts eine wissenschaftliche Sensation. Der russische Physiologe Iwan Pawlow zeigt, dass Körperreaktionen erlernt werden können: Wird die Futtergabe immer wieder mit einem Ton gekoppelt, reicht irgendwann der Ton allein, um Speichelfluss auszulösen.

    Geboren 1849 als Sohn eines Priesters, sollte Pawlow selbst Geistlicher werden.
    Doch im Seminar entdeckt er seine Leidenschaft für die Naturwissenschaften. In St. Petersburg erforscht er Herz, Nerven und Verdauung, erhält 1904 den Nobelpreis und wird weltberühmt. Seine Versuche zeigen: Verhalten lässt sich durch Reize formen. Sowohl beim Tier als auch beim Menschen. Damit wird Pawlow zu einem Pionier der modernen Verhaltensforschung und Psychosomatik.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professor Igor Polianski, Medizinhistoriker an der Universität Ulm
    • Daniel P. Todes: Ivan Pavlow, A Russian Life in Science, 2014.
    • The Nobel Prize: Ivan Pavlov

    Weiterführende Links:
    • Nobelpreis für einen Zufall: Röntgens revolutionäre Strahlen
    • Begründer der Allergielehre - Der Kinderarzt Clemens von Pirquet
    • Ernst Kretschmer, Psychiater (Geburtstag 08.10.1888)
    • Barbara McClintock, US-Genetikerin (Geburtstag, 16.06.1902)

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    Autorin: Daniela Wakonigg
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Prädikat Spätlese: Qualitätswein aus faulen Trauben

    Ein verspäteter Reiter, verschrumpelte Trauben und ein überraschend süßer Geschmack: So entsteht 1776 am Johannisberg aus einem Zufall die berühmte Spätlese.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:

    • wie ein verspäteter Bote im Rheingau die erste berühmte Spätlese möglich macht,
    • warum ein Fürstabt im 18. Jahrhundert auf weniger Menge, aber bessere Qualität setzt,
    • und wie verschrumpelte, von Edelfäule befallene Trauben zu kostbarem Wein werden.

    Seit mehr als tausend Jahren wird am Johannisberg im Rheingau Wein angebaut. Doch im Jahr 1775 geschieht dort ein kleines "Ohngefähr", wie man damals Zufall sagt: Der Bote, der die Erlaubnis zur Lese aus Fulda bringen soll, kommt viel zu spät zurück. Die Trauben hängen länger am Stock, schrumpeln, werden von einem Pilz befallen. Die Mönche haben keine Wahl, sie keltern trotzdem.

    Das Ergebnis überrascht alle: ein süßer, aromatischer Wein, wie ihn noch niemand gekostet hat. Aus diesem Missgeschick wird eine neue Regel. Fortan wartet man bewusst länger mit der Ernte. So entsteht die Spätlese, ein Zufallsprodukt, das den Johannisberg weltberühmt macht.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Leo Gros (Weinkenner und Liebhaber, Chemiker)
    • Stefan Doktor (Geschäftsführer Weingut Johannisberg)
    • die Rheingauer Weinprinzessin "Alina"

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Geschichte des Weins
    • Dom Pérignon: Der Mönch und der Champagner-Mythos
    • Vom Fusel zum Qualitätswein? Das Weinpanscherurteil
    • Thomas Jefferson, amerikanischer Präsident (Geburtstag 13.04.1743)

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    Autor: Marko Rösseler
    Redaktion: Carolin Rückl , Frank Zirpins
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Renoir: Mit angebundenen Pinseln malt er gegen den Schmerz

    Als die Welt der Moderne grauer wird, findet Pierre-Auguste Renoir im Impressionismus sein Glück in den Farben- und malt auch im Rollstuhl weiter.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Laura Dresch:

    • wie ein Schneidersohn aus Limoges zu einem der berühmtesten Maler Frankreichs wird,
    • warum ein Mangel an schwarzer Farbe den Impressionismus mitprägt,
    • und wieso Renoir trotz schwerer Krankheit bis zuletzt Bilder voller Lebensfreude malt.

    Am 25. Februar 1841 wird Pierre-Auguste Renoir geboren. Seine Eltern sind Schneider, die Familie lebt bescheiden. Als Teenager arbeitet er zunächst als Porzellanmaler, lernt präzises Handwerk, bevor er an der Kunsthochschule seine Leidenschaft entdeckt. In Paris erlebt er eine Stadt im Umbruch: neue Boulevards, ein wachsendes Bürgertum, ein neues Lebensgefühl.

    Mit Freunden wie Claude Monet malt Renoir draußen in der Natur. Statt strenger Linien setzt er auf helle Farben und flüchtige Eindrücke. So entsteht der Impressionismus, zunächst verspottet, später weltberühmt. Renoir zeigt vor allem das schöne Leben: tanzende Paare, elegante Frauen, Menschen im Grünen.

    Doch im Alter macht ihm rheumatische Arthritis schwer zu schaffen. Er sitzt im Rollstuhl, lässt sich die Pinsel an die Hände binden, und malt weiter. Bis zu seinem Tod 1919 bleibt ihm die Kunst Trost und Lebenselixier. Oder, wie er selbst sagt: Der Schmerz vergeht, die Schönheit bleibt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Markus Stegmann, Kunsthistoriker und Direktor des Museum Langmatt, Baden, Schweiz
    • Julius Meier-Graefe: Auguste Renoir, 1920.
    • Alexander Eiling: Renoir. Rococo Revival, 2022.
    • Barbara Schaefer (Hg.): Paris 1863 · 1874: Revolution in der Kunst. Vom Salon zum Impressionismus, 2024.
    • Barbara Schaefer: Meisterwerke des Impressionismus. Meisterwerke aus der Sammlung Langmatt, 2025.

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Die Côte d'Azur und die Künstler
    • Planet Wissen: Berühmte Künstler - Claude Monet
    • Zeitzeichen: Auguste Renoir, französischer Maler
    • ARTE: Renoir in Love (Dokumentation, ab 14. März)
    • Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln
    • Auguste Renoir im Museum Barberini, Potsdam

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Laura Dresch
    Redaktion: David Rother

    14 min
  • Kopernikus vs. Kirche: Kampf um das Weltbild

    Nikolaus Kopernikus entwirft ein Weltbild, das mit dem Alten Testament nicht vereinbar ist. Aufsehen erregt seine Theorie aber erst lange nach seinem Tod.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg:

    • warum Kopernikus alles andere als ein Revolutionär war,
    • vom ptolemäischen Weltbild mit der Erde als Zentrum,
    • wie ein heimlich ergänztes Vorwort in Kopernikus' Werk die katholische Kirche beruhigt,
    • wie Kopernikus' Theorie erst von Galilei verteidigt und dann von Kepler verbessert wird.

    Mit seiner Theorie, dass die Erde die Sonne umkreise und nicht umgekehrt, stellt Nikolaus Kopernikus das seit fast eineinhalb Jahrtausenden gültige Weltbild in Frage. Als bibelfester Wissenschaftler zögert er lange, ehe er sie der breiten Öffentlichkeit vorstellt. Als sein Werk "De Revolutionibus Orbium Caelestium" ("Über die Kreisbewegungen der Himmelskörper") 1543 erscheint, liegt Kopernikus bereits im Sterben.

    Großes Aufsehen erregt seine Schrift zunächst nicht. Die Theorien gelten eher als Hypothesen, denn als Umsturz der alten Ordnung. Erst Jahrzehnte später fühlt sich die katholische Kirche herausgefordert - durch Galileo Galilei. Er kommt zu dem Schluss dass das heliozentrische Weltbild des Kopernikus richtig sein müsse.

    Um Galilei anklagen zu können, wird am 24. Februar 1616 die Lehre des Kopernikus von der Inquisition offiziell zur Irrlehre erklärt. Wenige Tage später landet sein Hauptwerk auf dem Index der verbotenen Bücher. Aufhalten lässt sich die "kopernikanische Wende" dadurch aber nicht mehr.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Martin Carrier, Professor für Wissenschaftsphilosophie an der Universität Bielefeld und Kopernikus-Biograf
    • Martin Carrier: Nikolaus Kopernikus. München 2001
    • Hubert Wolf: Kontrolle des Wissens. Kirche im Spannungsfeld zwischen Forschung und Zensur. S. 11-21. In: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte 2009, Band 28. Ostfildern 2011

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Der Streit zwischen Kirche und Wissenschaft
    • Stichtag: 24. Mai 1543 - Todestag des Astronomen Nikolaus Kopernikus
    • ZeitZeichen: 13. Februar 1633 - Galileo Galilei stellt sich in Rom der Inquisition

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    15 min
  • Das bewegte Leben von "Löwenzahn"-Moderator Peter Lustig

    Mehr als Bauwagen, Latzhose und Erfindertum: Das Leben von "Löwenzahn"‑Moderator Peter Lustig (gestorben am 23.2.2016) war geprägt von Kreativität, Traumata und Brüchen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Fritz Schaefer:

    • was ein Ei und eine Glatze mit Lustigs Karriere zu tun haben,
    • von Peters traumatischer Flucht aus Breslau,
    • von seiner Ehe mit "Bibi Blocksberg"-Autorin Elfie Donnelly,
    • von Lustigs Leben als Bhagwan-Jünger,
    • wie eine Krebserkrankung sein Leben radikal ändert.

    Peter Lustig ist das Gesicht von "Löwenzahn". Klar, so kennt man ihn. Fast 25 Jahre lang gibt er für die junge Zielgruppe den Tüftler-Eremiten in Latzhose. Wohnhaft in einem umgebauten Bauwagen, umgeben von den für ihn typischen Erfindungen. Darunter etwa eine Treppe aus Stühlen oder die sprechende Ukulelen-Türklingel "Klaus-Dieter".

    Doch Peter Lustig ist nicht nur Kinderfernsehpionier. Er ist auch Flüchtlingskind, Bhagwan-Anhänger und Patient. 1984 wird bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert. Nach mehreren Operationen bleibt ihm nur ein Lungenflügel. Trotzdem macht er weiter. Neben Lustigs Neugier ist vor allem seine Authentizität ein Erfolgsfaktor: Er ist kein Lehrertyp, doziert nicht streng pädagogisch. Lustig bricht mit Konventionen und erzählt Wissen neu.

    Für die Arbeit an "Löwenzahn" wird Peter Lustig unter anderem mit zwei Grimme-Preisen ausgezeichnet. Zudem erhält er das Bundesverdienstkreuz. Am 23. Februar 2016 stirbt der sanfte "Welterklärer" im Alter von 78 Jahren.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Elfie Donnelly, Autorin; Ex-Frau von Peter Lustig und Mutter des gemeinsamen Sohnes
    • Elfie Donnelly: Peters Flucht. Wien 1986

    Weiterführende Links:
    • ARD-Podcast: Stars unserer Kindheit: Peter Lustig & Elfie Donnelly
    • Zeitzeichen: Bhagwan - Guru für Gutverdiener und Bürgerschreck
    • Stichtag: 7. Juli 1977 - "Töröö!" - Erstes Benjamin-Blümchen-Hörspiel

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    Autor: Fritz Schaefer
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • People Power Revolution: Manila, Marcos und die Macht der Straße

    Am 22. Januar 1986 beginnt auf den Philippinen ein Volksaufstand gegen Wahlbetrug und autoritäre Herrschaft. Er gilt als Beispiel für gewaltfreien politischen Umbruch.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi:

    • wie der Schuss auf Benigno Aquino die Philippinen verändert,
    • von Corazon Aquino - einer starken Witwe, die den Kampf ihres Mannes weiterführt,
    • von Imelda Marcos, die in Reichtum schwelgt, während die Philippiner hungern,
    • von einer friedlichen Revolution, die letztlich nichts revolutioniert.

    Nach dreijährigem Exil kehrt Benigno Aquino auf die Philippinen zurück. Er wird noch auf dem Flugfeld erschossen. Ob der Oppositionsführer gegen das Regime von Ferdinand Marcos mit Billigung oder gar auf Befehl des Diktators erschossen wird, ist bis heute ungeklärt. Dieses Attentat vor den Augen der Weltöffentlichkeit markiert den Anfang vom Ende der Marcos-Ära.

    Ferdinand Marcos plündert das Land aus und regiert es über Jahre diktatorisch mit Hilfe des Kriegsrechts. Sein dreister Wahlbetrug, um den Sieg von Aquinos Witwe Corazon zu verhindern, ist schließlich der Tropen auf dem heißen Stein. Am 22. Februar 1986 revoltieren philippinische Militäreinheiten gegen den Diktator. Binnen Stunden schließen sich Hunderttausende Zivilisten an und blockieren Manilas berühmten EDSA-Boulevard. Drei Tage lang, stellen sich die Philippiner friedlich gegen Waffen. Dann akzeptiert Marcos den US-Vorschlag, mitsamt seiner Frau das Land in Richtung Hawaii zu verlassen.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Diana Ramos-Dehn, Zeitzeugin und Aktivistin
    • Mirjam Overhoff, philippinenbüro e.V.
    • Stephanie Schüller, Missio Deutschland

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 16.03.1521 - Magellan entdeckt die Philippinen
    • Stichtag: 24. Juni 1571 - Manila wird Hauptstadt der spanischen Kolonie Philippinen

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    Autor: Murat Kayi
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

    15 min

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