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  • Paul Bocuse: Der Mann, der Köche zu Stars machte

    Vom Wirtshaus der Eltern zur Weltrevolution der Küche - das ist der Lebensweg von Paul Bouse, geboren vor 100 Jahren am 11.2.1926. Die Geschichte des Star-Kochs der "Nouvelle Cuisine", der Sahne, Butter und Käse liebte.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Fabian Elsäßer:

    • warum Paul Bocuse scherzhaft sagt, dass auch amerikanisches Blut in seinen Adern fließt,
    • warum sich der Begriff "Nouvelle Cuisine" nicht allein auf die Speisen bezieht,
    • was der Spitzenkoch Paul Bocuse überhaupt nicht mag,
    • an welchem Bocuse-Gericht man sich leicht die Nase verbrennt.

    Paul Bocuse wird am 11. Februar 1926 im Gasthaus "L’Auberge du Pont" in Collonges au Mont d’or in der Nähe von Lyon geboren. Seine Eltern und Großeltern sind Gastronomen. Der kleine Paul assistiert seinem Vater schon mit neun Jahren in der Küche. Mit 16 schicken ihn seine Eltern in die Kochlehre nach Lyon ins Restaurant "La Soierie".

    Bocuse steht bis heute für die Erneuerung der französischen Küche im 20. Jahrhundert, leicht, saisonal, modern. Ein Trend, der sich weltweit durchsetzt. Schon zu Lebzeiten baut er als einer der ersten, ganz ohne Internet und soziale Medien, ein regelrechtes Gastro-Imperium auf, das noch heute existiert. Herzstück ist weiterhin das Restaurant seiner Vorfahren.

    Nach dem Tod des Vaters 2018 taufen seine Kinder es von "Restaurant Paul Bocuse" wieder auf den Namen um, unter dem es schon Bocuses Eltern geführt haben. Und obwohl es inzwischen "nur" noch zwei statt drei Sterne hat, läuft es immer noch blendend und hat fast 100 Mitarbeiter.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Franz Keller, Sternekoch und Bocuse-Lehrling
    • Lea Linster, Sterneköchin und Gewinnerin des "Bocuse d’Or"
    • Éva-Marie Zizza-Lalu: Paul Bocuse, Le feu sacré. Édition Glénat. Grenoble 2005

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Gourmetküche - Berühmte Köche
    • Zeitzeichen: 19.11.1979 - Eckart Witzigmanns Restaurant "Aubergine" erhält dritten Michelinstern

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    Hörtipp:
    Alles in Butter zur Winterküche - aber auf italienisch.

    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Fabian Elsäßer
    Redaktion: Matti Hesse

    16 min
  • Der Gangsterboss, der das Verbrechen organisierte

    Es ist der amerikanische Traum: "Lucky" Luciano arbeitet sich von ganz unten zum Boss hoch. Und erfindet das organisierte Verbrechen neu. Am 10.2.1946 muss er die USA für immer verlassen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:

    • warum Lucky Luciano als "sizilianischer Robin Hood" gilt,
    • was ihn von Al Capone unterscheidet,
    • wie Luciano es an die Spitze seiner Organisation schafft,
    • warum er in der Geschichte der Mafia eine bedeutende Rolle spielt,
    • warum er nach Italien abgeschoben wird.

    Erst dealt er mit Heroin, dann steigt er ins Alkohol-Geschäft ein. Schließlich kommen noch Glücksspiel und Prostitution hinzu: Lucky Luciano ist in den 1920er und frühen 1930er Jahren einer der mächtigsten Gangsterbosse New Yorks. Wie andere Mafiosi auch sieht er sich selbst weniger als Kriminellen denn als Geschäftsmann. Luciano entwirft eine völlig neue Art von Mafia-Organisation: "die Kommission", organisiert wie ein Aktienunternehmen.

    Doch Mitte der 1930er Jahre dreht sich der Wind in New York. Luciano wird verhaftet und zu mindestens 30 Jahren Haft verurteilt. Doch die muss er nicht in den USA absitzen. 1946 wird er nach Italien überführt. Dort ist er wenig später zwar ein freier, aber auch ein deprimierter Mann, weil er nie wieder in die USA zurückkehren kann.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Christian Cipollini, True-Crime-Historiker, San José
    • Claire White, Historikerin, The National Mob Museum, Las Vegas
    • Christian Cipollini: Lucky Luciano. Mysterious Tales of a Gangland Legend, Strategic Media Inc., Rock Hill 2014

    Weiterführende Links:
    • The Mob Museum: Eighty years ago, Lucky Luciano traded prison for exile
    • Stichtag 05.12.1933: Aufhebung der Prohibition in den USA
    • Zeitzeichen 25.01.1947: Mafia-Boss Al Capone stirbt in Miami Beach

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Martin Herzog
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Laut, witzig, unangepasst: Sophie Tuckers unglaubliche Karriere

    Die Rolle als hübsche Frau auf der Bühne ist ihr zu wenig - schon in den 1920ern. Mit Witz, Selbstbewusstsein und einer tollen Jazz-Stimme schafft es Sophie Tucker (gestorben am 9.2.1966) aus den schäbigen Theatern bis an den Broadway.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau:

    • warum Sophie Tuckers Karriere mit Blackfacing beginnt,
    • wie sie es schafft, sich davon zu befreien,
    • warum sie lange nicht vor ihren Eltern auftreten will,
    • dass sie für ihre Karriere Mann und Kind verlässt,
    • wie sie lange vor Social Media ein analoges Netzwerk erschafft.

    Sophie Tucker begeistert schon früh durch ihre Stimme. Aber sie entspricht nicht den Schönheitsidealen ihrer Zeit. Am Anfang ihrer Karriere wird sie deshalb gezwungen, verkleidet auf die Bühne zu gehen. Erst nach Jahren kann sie sich so zeigen, wie sie ist. Das Publikum liebt sie dennoch - oder gerade deswegen.

    Durch ihre Offenheit und ihr Selbstbewusstsein gewinnt sie auch viele prominente Freunde wie Charlie Chaplin oder Frank Sinatra. Bette Midler nimmt sie sogar als Vorbild für ihre eigenen Shows. Sie alle verehren Tucker für ihren schlagfertigen Humor, ihr großes Herz - und ihren geschickten Umgang mit den Zumutungen des Showbusiness.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Lauren Rebecca Sklaroff, University of South Carolina, Columbia
    • Lauren Rebecca Sklaroff: Red Hot Mama - The Life of Sophie Tucker. Austin 2018
    • Sophie Tucker: Some of these days. The Autobiography of Sophie Tucker. New York 1945

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 06.12.1898: Gründung "Deutsche Grammophon Gesellschaft"
    • Zeitzeichen 12.12.1915: Geburtstag von Frank Sinatra
    • Zeitzeichen 25.12.1977: Todestag von Charlie Chaplin

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Mau
    Redaktion: David Rother

    14 min
  • "German Hair Force": Mit langem Haar im Bundeswehr-Dienst

    In den 70ern will die SPD das Land modernisieren, auch die Bundeswehr. Der Haarnetz-Erlass vom 8.2.1971 erlaubt Soldaten lange Haare - allerdings nur im Netz und nur für 15 Monate.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Nikolas Fischer:

    • warum lange Haare bei der Bundeswehr erlaubt werden,
    • welchen Orden Helmut Schmidt dafür erhält,
    • warum das Haarnetz zu mehr Krankschreibungen führt,
    • weshalb auch Lockenwickler im Gespräch sind,
    • wie die Bundeswehr im Ausland verspottet wird.

    Ende der 1960er Jahre, mitten im Kalten Krieg, ist Abschreckung eine wichtige Eigenschaft einer Armee - auch der Bundeswehr. Lange Haare passen da nicht ins Bild. Doch die sind gerade sehr in Mode, auch bei vielen Wehrpflichtigen. Das muss auch Verteidigungsminister Helmut Schmidt anerkennen - und erlaubt, dass Haare vor Dienstantritt nicht mehr abgeschnitten werden müssen.

    Ganz offen dürfen lange Haare aber nicht getragen werden. Sie müssen unter Haarnetzen verborgen werden. Doch das führt zu vielen Problemen: Es gibt nicht genügend Haarnetze, Soldaten werden öfter krank und die Bundeswehr wird im Ausland als "German Hair Force" verspottet. Ab Mai 1972 muss Männerhaar wieder so geschnitten werden, dass es den Uniformkragen nicht berührt. Frauen dürfen ihre langen Haare behalten - auch ohne Haarnetz.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Kapitänleutnant Mischa Bose, Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw), Potsdam
    • Prof. Dr. Elisabeth Rossa, Universität der Bundeswehr, München
    • Sven Lange und Heiner Möllers (Hg.): Geschichte der Bundeswehr in 100 Objekten, Berlin 2025

    Weiterführende Links:
    • Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung: German Hair Force
    • Das Parlament: Kapitulation vor langen Haaren
    • Zeitzeichen 12.11.1955: Ernennung der ersten Soldaten der Bundeswehr

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Nikolas Fischer
    Redaktion: Carolin Rückl, David Rother

    14 min
  • Zu schlau fürs Fernsehen: Der Publizist Roger Willemsen

    Als boulevardtauglicher Intellektueller erobert Roger Willemsen Anfang der 90er die Herzen des TV-Publikums. Er bleibt bis zu seinem Tod am 7.2.2016 eine wichtige Stimme.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Anke Rebbert:

    • welche drei Leben Roger Willemsen in seine kurzen 60 Jahre packt,
    • mit welchen vier Zahlen sein öffentliches Leben beginnt,
    • warum Willemsen Ende der 1990er-Jahre aus dem Talkshow-Geschäft aussteigt,
    • wie es der Womanizer mit der Liebe hält,
    • aus welcher besonders exotischen Idee ein Bestseller wird.

    Roger Willemsen hat über Robert Musil promoviert und ist eigentlich auf dem Weg zum Germanistik-Professor, als das Fernsehen in sein Leben platzt. Seine Moderationen sind legendär: Er staunt, hört zu, ist scharf und witzig zugleich und fragt wie keiner sonst.

    Roger Willemsen gilt als Fernseh-Wunder und wird preisgekrönt - unter anderem mit dem Grimme-Preis in Gold. Seine Produktivität kennt keine Grenzen: Er verfasst auch 36 Bücher. Darunter sind viele Bestseller. Dazu kommen Essays, Aufsätze, Artikel und unzählige Reisen zu den entlegensten Enden der Welt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Insa Wilke (Nachlassverwalterin)
    • Insa Wilke: Der leidenschaftliche Zeitgenosse. Frankfurt am Main 2018
    • Roger Willemsen: Liegen Sie bequem. Frankfurt am Main 2025
    • Roger Willemsen: Das Hohe Haus. Frankfurt am Main 2024

    Weiterführende Links:
    • Phoenix: Alfred Schier interviewt Roger Willemsen (2010)
    • Im Gedenken an Roger Willemsen: Youtube-Kanal mit TV- und Radiobeiträgen
    • Roger-Willemsen-Stiftung: Angaben zur Person

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Anke Rebbert
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Sarah Fitzek

    14 min
  • Palast der Republik: Wie eine Abrissdebatte Deutschland spaltet

    1990 wird der Palast der Republik wegen Asbest geräumt. Es folgt eine 15-jährige Debatte über deutsche Identität, die auch mit dem Abriss-Start am 6.2.2006 nicht endet.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Susanne Rabsahl:

    • dass es in der Diskussion um den Abriss um mehr als nur die Asbest-Belastung geht,
    • warum der Abriss als beispielhaft für den Umgang mit dem Erbe der DDR bezeichnet wird,
    • wofür der Palast der Republik bei seiner Eröffnung 1973 steht,
    • dass Karten für das Theater im Palast als "Goldstaub" gelten.

    Die Räumung des Palastes der Republik bildet am 19. September 1990 den Auftakt zu einem Streit, der zeigt, dass der Umgang mit Erinnerungskultur auch über ein Gebäude ausgetragen werden kann.
    Spätestens mit der Wende wird der Palast zum Ballast der Republik. Der verbaute Spritzasbest ist seit 1969 verboten. Doch im Palast sind 5.000 Tonnen als Brandschutz und auch als Mörtel verwendet worden. Der gesamte Palast muss bei der Sanierung regelrecht ausgekratzt werden.

    Danach besteht der ehemalige Prunkbau nur noch aus Stahl, Glas und Beton. Aber auch die Tage dieser Ruine sind gezählt. Der Bundestag stimmt 2006 zum 2. Mal für den Abriss.

    Der Abriss läuft nach ausgeklügeltem Konzept. Kleinste Erschütterungen können umliegende Gebäude wie den Berliner Dom gefährden. Daher wird der Koloss schichtweise abgetragen. Und parallel Sand in eine Beton-Wanne unterhalb des Gebäude gefüllt. Ein Teil des Stahls wird in VW-Motoren verbaut, ein weiterer Teil steckt in dem höchsten Gebäude der Welt in Dubai.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Hartmut Dorgelow Generalintendant Humboldt Forum im Berliner Schloss

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Leben in der DDR
    • Stichtag: 29. Oktober 1976 - Vor 30 Jahren: Erich Honecker wird Staatsratsvorsitzender der DDR

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    Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Susanne Rabsahl
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
    Technik: Annette Skrzydlo

    15 min
  • Zeitzeugnis und hohe Tratschkunst: Marie de Sévignés Briefe

    Ihre zahlreichen Briefe sind persönlich, klug, witzig und machen sie zur Chronistin Frankreichs im 17. Jahrhundert. Marie de Sévigné wird am 5.2.1626 geboren.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Monika Buschey:

    • von einer Frau, die kein größeres Vergnügen kennt als das Schreiben,
    • über welche Trennung Madame de Sévigné sich mit dem Schreiben tröstet,
    • was Madame de Sévigné über die Willkür des Sonnenkönigs, Ludwig XIV., schreibt,
    • was der Schriftsteller Marcel Proust an Madame de Sévigné bewundert.

    Marie de Rabutin-Chantal wird am 5. Februar 1626 in Paris geboren. Nach dem frühen Tod der Eltern bildet die reiche Verwandtschaft die Waise zu einer mehrsprachigen, kulturell bewanderten jungen Frau aus.
    An ihrem 25. Geburtstag wird Marie de Sévigné schon Witwe und nutzt die neue Freiheit, um abwechselnd in Paris und in ihrem Schloss Les Rochers in der Bretagne Hof zu halten.

    In Adelskreisen ist sie eine beliebte Gesprächspartnerin. Als ihre Tochter das Haus verlässt, lässt sie diese über Briefe an ihrem Leben teilhaben. Sie berichtet vom Hof des Sonnenkönigs.

    Marie de Sévigné beschreibt in ihren Briefen an Verwandte und vor allem an ihre Tochter, was der Tag bringt, was sie beobachtet und welche Schlüsse sie aus Erlebnissen zieht. Auf sehr persönliche Weise wird sie zur Chronistin ihrer Zeit. Noch heute werden ihre Briefe als Zeitzeugnisse gerne gelesen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Jacob Burckhardt, Historiker
    • Madame de Sévigné: Briefe, übersetzt von Theodora der Mühll, 2019
    • Gerlinde Krau: Bedeutende Französinnen, 2006

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Persönlichkeiten Ludwig XIV. - der "Sonnenkönig"
    • Zeitzeichen: 18. November 1922 - Der Schriftsteller Marcel Proust stirbt in Paris

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Monika Buschey
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Christina Gabriel

    14 min
  • Die moderne Redefreiheit: Soll man alles sagen dürfen?

    Das wird man ja noch sagen dürfen - finden zumindest Thomas Gordon und John Trenchard in ihrem 15. Cato-Brief, den sie am 4.2.1721 veröffentlichen. Der Beginn eines Missverständnisses.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Uli Hufen:

    • vom Platzen der Südseeblase und der darauf folgenden Finanzkrise,
    • wie Zeitungen als neue Massenmedien eine erste Kommunikationsrevolution auslösen,
    • vom Abwägen zwischen der Redefreiheit und ihrem Missbrauch,
    • welchen Einfluss die Cato-Briefe auf den ersten Zusatzartikel zur US-amerikanischen Verfassung haben,
    • wie man im Kalten Krieg in den USA beginnt, das First Amendment enger zu interpretieren.

    Nach der Revolution von 1688 ist England eine parlamentarische Monarchie, die Macht des Königs ist entscheidend eingeschränkt. Ideale Voraussetzungen für das Entstehen einer völlig neuen Idee: das Recht auf freie Rede.

    Es ist das erste Zeitalter der Zeitungen in London. Eine dieser neuen Zeitungen heißt "The London Journal". Im November 1720 erscheint hier der erste von insgesamt 144 "Cato- Briefen". Die anonymen Autoren der Kolumne nutzen den Namen eines römischen Senators, der als Kämpfer gegen die Tyrannei Julius Caesars in die Geschichte eingeht. Am 4. Februar 1721 erscheint der fünfzehnte Brief mit der zentralen Feststellung: "Die Meinungsfreiheit ist die Grundlage aller anderen Freiheiten."

    Die Cato-Briefe von John Trenchard und Thomas Gordon machen das London Journal zur meistgelesenen Zeitung in England. Doch ihre größte Wirkkraft erreichen die Cato-Briefe in den englischen Kolonien auf der anderen Seite des Atlantiks.

    Als 1776 die amerikanische Revolution ausbricht, greifen die Kolonisten auf die Cato-Briefe zurück. Aus ihnen geht 1789 das First Amendment hervor, der erste Zusatzartikel zur US-amerikanischen Verfassung.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Fara Dabhoiwala, Historiker, Princeton University
    • CATO, oder Briefe von der Freyheit und dem Glücke eines Volkes unter einer guten Regierung. Nach der fünften Englischen Ausgabe, aus dem Englischen von Johann Gottfried Gellius, Göttingen, 1756–1757
    • Jonathan Swift: Über die Kunst der politischen Lüge, in: Das Blättchen, 17. Jahrgang, Nummer 22, 27. Oktober 2014

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Das antike Rom - Julius Cäsar
    • Planet Wissen: Skandale und Presse
    • Planet Wissen: Die deutsche Presse nach 1945
    • Zeitzeichen: 19.10.1745 - Todestag von Jonathan Swift

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Uli Hufen
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Jürgen Beiner

    15 min
  • Der Chef testet selbst: Der Autobauer August Horch

    August Horch heuert zunächst bei Carl Benz an. Doch der lässt ihn keine Autos bauen. Trotzdem hat er Erfolg: Bis zu seinem Tod am 3.2.1951 gründet er zwei Automarken.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe:

    • warum August Horch mehr Konstrukteur als Unternehmer ist,
    • was der Name Horch und die Automarke Audi miteinander zu tun haben,
    • welche seiner Ideen Horch "den dümmsten Einfall" seines Lebens nennt,
    • welcher Diktator dem Autokonstrukteur zu dessen 75. Geburtstag gratuliert,
    • welches Holz-Fahrzeug der August Horst als Letztes baut.

    August Horch kommt am 12. Oktober 1868 als Sohn des Dorfschmieds von Winningen an der Mosel auf die Welt. Er studiert in Mittweida Maschinen- und Motorenbau. Bei einem Besuch der Leipziger Pferderennbahn erlebt er zum ersten Mal die Vorführung eines Motorrades. Das löst in ihm den Wunsch aus, Kraftfahrzeuge zu konstruieren.

    Nach einer Stippvisite bei Carl Benz setzt Horch seine eigenen Ideen um. Nicht immer hat er dabei unternehmerischen Erfolg. Doch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten macht er noch einmal Karriere. Auf Druck der NS-Führung wird er 1933 in den Aufsichtsrat der Auto-Union gewählt.

    August Horch ist zwar kein NSDAP-Mitglied, aber mindestens ein patriotischer Mitläufer. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird der 81-jährige Horch noch einmal in den Aufsichtsrat der neu gegründeten Auto-Union in Ingolstadt berufen.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Peter Kirchberg (Automobil-Historiker und Autor)

    Weiterführende Links:
    • SWR: August Horch - Gründer von Audi
    • MDR: August Horch erklärt - Promis der Geschichte
    • tagesschau.de: Die Automobilgeschichte im August-Horch-Museum Zwickau

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    Autor: Burkhard Hupe
    Redaktion: Ronald Feisel und Frank Zirpins

    15 min
  • Symbol imperialer Größe: die Verbotene Stadt in Peking

    Am 2. Februar 1421 weiht Kaiser Yongle sein neues Machtzentrum in Peking ein. Der prachtvolle Palastkomplex wird für fast 500 Jahre Sitz der chinesischen Kaiser sein.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:

    • warum die Verbotene Stadt zu Kaiserzeiten für geschlechtsfähige Männer verschlossen bleibt,
    • mit welchen Tricks es der Palast schafft, dass Menschen sich klein darin fühlen,
    • dass das Herrschaftszentrum eines der vollkommensten Feng-Shui-Bauwerke der Welt ist,
    • vom Wandel zum Weltkulturerbe und täglichen Touristenscharen.

    Die Verbotene Stadt in Peking ist eine der größten Palastanlagen der Welt. Äußerlich ein Prachtbau, kann sie für die, die in ihr leben müssen, auch zu einem Gefängnis werden. Errichtet wird sie innerhalb von 14 Jahren von mehr als einer Million Arbeitern und 100.000 Handwerkern. Am 2. Februar 1421 weiht Kaiser Yongle die Verbotene Stadt als Herrschaftszentrum ein. Damals heißt sie noch schlicht "Kaiserpalast".

    Doch lange kann er sein beeindruckendes Machtzentrum nicht nutzen. Nur dreieinhalb Jahre nach der Einweihung stirbt Kaiser Yongle während eines Kampfes gegen die Mongolen. Nach ihm werden noch dreiundzwanzig weitere Kaiser die Palastanlage bewohnen, bis die Revolution 1911 die Monarchie in China beendet. Dann ist es auch "Normalsterblichen" möglich, in die Verbotene Stadt vorzudringen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Eduard Kögel, Bauhistoriker aus Berlin
    • Geo Epoche Nr. 93: "Das kaiserliche China"
    • Geo Epoche Nr. 31: "China - Kaiserzeit und Kommunismus: Die Geschichte einer Großmacht von 221 v. Chr. bis heute"
    • Pearl S. Buck: Das Mädchen Orchidee, Zürich 2025

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 25.02.1850 - Chinas Kaiser Daoguang stirbt in Beijing
    • Zeitzeichen: 24. Juni 1398 - Der erste Ming-Kaiser Hongwu stirbt
    • Zeitzeichen: 13.11.1908 - Pu Yi wird zum Kaiser von China bestimmt

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    Autorin: Andrea Klasen
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
    Technik: Christina Gabriel

    15 min

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