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WDR Zeitzeichen episodes

  • Wie das Aufstauen der Alster Hamburg groß machte

    Wer heute von der Hamburger Alster spricht, meint meistens den idyllischen innerstädtischen See. Seinen Ursprung hat er in einem Wassermühlenbau im Jahr 1195.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Heide Soltau:

    • was in der einzigen heute noch existierenden Urkunde zur Entstehung des Alstersees steht,
    • was das Domkapitel der katholischen Bischofskirche Hamburg mit der Überflutung von Wiesen zu tun hat,
    • was im 17. Jahrhundert zur Trennung von Binnen- und Außenalster führt,
    • welche Umweltprobleme die wirtschaftliche Nutzung der Alster im 19. Jahrhundert verursacht,
    • welche Bedeutung die Alster heute für Kultur und Freizeit hat.

    Von der Quelle in Schleswig-Holstein schlängelt sich die Alster über 52 Kilometer durch die norddeutsche Landschaft, bis sie in Hamburg ankommt. Dort hat im 12. Jahrhundert die Obrigkeit ein großes Interesse am Aufstauen des Flusses. Denn dadurch können die Mühlen effizient betrieben werden - und deren Erträge stehen dem Landesherrn zu. Es wird Getreide gemahlen und Malz für die Bierherstellung geschrotet.

    Die zweite, bedeutendere Aufstauung des Alsterflusses findet vermutlich zwischen 1230 und 1235 statt. Adolf IV. von Holstein und Stormarn lässt einen weitaus größeren Damm bauen und macht Hamburg im Mittelalter zur bedeutenden Bierstadt. Geplant ist das alles nicht: Die Hamburger verdanken ihre "Alster", wie sie den See liebevoll nennen, gewissermaßen einem Kollateralschaden - und zu einem großen Teil auch dem Bier.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Kapitän Jörg Ipsen (Alster-Touristik)
    • Ralf Wiechmann (Historiker)
    • Sönke Knopp (Historiker und Kurator, Museum für Hamburgische Geschichte)
    • Olaf Matthes (Historiker, Museum für Hamburgische Geschichte)
    • Friedrich von Hagedorn: Die Alster. Hamburg 1744
    • Volker Looks: Die Alster. Der Fluss und die Stadt. Neumünster 2012
    • Wilhelm Melhop: Die Alster. Geschichtlich, ortskundlich und flussbautechnisch beschrieben. Hamburg 1932

    Weiterführende Links:
    • NDR: Sommer auf allen Kanälen - Ganz Hamburg auf der Alster
    • NDR: Die Alster - Hamburgs blaue Mitte

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    Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Heide Soltau
    Redaktion: Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Flucht vor der Wirklichkeit: Der Regisseur Terry Gilliam

    Als "sechster Monty Python" stand Terry Gilliam (geboren am 22.11.1940) selten vor der Kamera - er schuf die markanten Animationen. Berühmt wurde er mit Filmen wie "Brazil" und "12 Monkeys".



    In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg :

    • wie ausgerechnet ein Amerikaner den britischen Humor revolutioniert,
    • wie aus ausgeschnittenen Engeln, Hühnerkörpern und Luftmalerei Kunst wird,
    • und warum Realität und Fantasie bei Terry Gilliam nie klar zu trennen sind.

    Terry Gilliam, geboren 1940 in Minnesota, wächst zwischen Farbtöpfen, Holzspänen und Kinoleinwänden auf. Früh entdeckt er seine Liebe zu allem, was schrill und absonderlich ist: im Zirkus, in Comics, später in der Satire. Als die USA gegen Vietnam Krieg führen, zieht er nach England und schließt sich John Cleese und der Truppe von Monty Python’s Flying Circus an. Seine wilden Collage-Animationen verbinden die Sketche der Komiker - grotesk, verspielt, unverwechselbar.

    Bald wagt Gilliam den Sprung zum Spielfilm. In Werken wie Brazil, 12 Monkeys oder Time Bandits kämpft er mit Fantasie gegen die Enge der Wirklichkeit. Hollywood nennt ihn schwierig, Fans nennen ihn visionär. Er selbst sagt: "Ich wollte immer wissen, wo die Klippe ist - und bin dann einfach einen Schritt weitergegangen."

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Harald Mühlbeyer, Filmwissenschaftler und Filmbuchverleger
    • Harald Mühlbeyer: Perception is a strange thing - Die Filme von Terry Gilliam, Marburg, 2010.
    • Terry Gilliam: Gilliamesque - Meine Prä-posthumen Memoiren, München, 2015.
    • BBC4 Interview mit Terry Gilliam

    Weiterführende Links:
    • Offizielle Webseite von Terry Gilliam
    • WDR Zeitzeichen: Peter Sellers: Monty Pythons Comedy-Vorbild
    • WDR Zeitzeichen: Monty Python's Flying Circus in der ARD (am 03.01.1972)
    • WDR Zeitzeichen: "Das Leben des Brian" wird gedreht (ab dem 16.9.1978)

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Daniela Wakonigg
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Frieden für Bosnien und Herzegowina: das Dayton-Abkommen

    Am 21.11.1995 einigen sich in Dayton, Ohio, Vertreter Bosniens, Kroatiens und Serbiens auf ein Friedensabkommen: Ende des Bosnienkriegs, in dem 100.000 Menschen starben.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:

    • welchen Einfluss der Tod Titos auf die Region hat,
    • wie sich aus ethnischen Spannungen auf dem Balkan ein Krieg entwickelt, der Nachbarn zu Feinden macht,
    • wie US-Diplomatie einen der längsten und blutigsten Kriege Europas beendet,
    • warum der Friede von Dayton zwar hält, aber nie wirklich heilte,
    • und weshalb Bosnien-Herzegowina bis heute ein Staat mit zwei Seelen ist.

    Einen Krieg zu beenden ist schwer. Im November 1995 gelingt es - nach dreieinhalb Jahren Belagerung, Vertreibung und Massakern. In Dayton, Ohio, sitzen sich die Präsidenten Serbiens, Kroatiens und Bosnien-Herzegowinas an einem US-Luftwaffenstützpunkt gegenüber. Drei Wochen lang wird verhandelt, gestritten, gezögert - bis der Durchbruch kommt. Das Abkommen von Dayton macht den Weg frei für Frieden, aber nicht für Versöhnung.

    Bosnien bleibt ein Land, geteilt in zwei eigenständige Teile: die Föderation der Bosniaken und Kroaten - und die Republik Srpska. Präsident Alija Izetbegovic sagt damals: „Das ist kein gerechter Friede. Aber er ist besser als die Fortsetzung des Krieges.“ Dreißig Jahre später gilt das noch immer. Der Friede von Dayton hält – fragil, aber ungebrochen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Harry Blain, Politikwissenschaftler an der California State University in Sacramento
    • The Futility of Force: The U.S. Intelligence Community and the War in Bosnia,
    • Fink, Matthias: Srebrenica. Chronologie eines Völkermords oder Was geschah mit Mirnes Osmanović, Hamburg, 2015.

    Weiterführende Links:
    • BpB: Vor 30 Jahren: Beginn des Bosnienkriegs
    • Landeszentrale für politische Bildung: Jugoslavienkriege
    • WDR Zeitzeichen: Josip Broz Tito: Autokrat und Lebemann, verehrt und verachtet
    • Planet Schule: Bosnien - ein Krieg, der in den Köpfen weiterlebt

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    Autor: Heiner Wember
    Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Der wahre Moby Dick: Wie ein Pottwal die Essex angriff

    20.11.1820: Ein Pottwal rammt ein Walfangschiff - der Gejagte schlägt zurück. Melville macht daraus Moby Dick. Eine Geschichte von Gier, Kannibalismus und Überleben.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting:

    • wie ein Pottwal im Jahr 1820 zum Angreifer und seine Jäger zu Gejagten werden,
    • wie die Männer der Essex am Ende selbst zu dem werden, was sie so sehr fürchten,
    • und wie der Untergang des Walfangschiffs zur Vorlage für Herman Melvilles Moby Dick wird.

    Im Sommer 1819 verlässt die Essex den Hafen von Nantucket, damals die Welthauptstadt des Walfangs. An Bord: 20 Männer auf der Suche nach Walöl, dem Brennstoff der frühen Industrialisierung. Was als Routinefahrt beginnt, endet in einer Katastrophe, die Geschichte schreibt.

    Ein riesiger Pottwal rammt das Schiff zweimal, bis es sinkt. Wochenlang treiben die Überlebenden in kleinen Booten über den Pazifik, geplagt von Hunger, Durst und Verzweiflung. Ihr Bericht wird später den jungen Schriftsteller Herman Melville inspirieren. Aus der wahren Begebenheit macht er einen Roman über Rache, Hybris - und die zerstörerische Beziehung zwischen Mensch und Natur.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Oliver Völker, Literaturwissenschaftler, Melville- und Moby-Dick-Kenner
    • Professor Dr. Hal Whitehead, Walforscher, Canada
    • Robert M Kucharavy, Nantucket Historical Association, Experte für die Geschichte des Walfangs
    • Owen Chase: Narrative of the Most Extraordinary and Distressing Shipwreck of the Whale-ship Essex, New York 1821.
    • Matthias Thome: Der wahre "Moby Dick" Wie ein Pottwal seine Jäger auf hoher See versenkte
    • Josef Schnelle: Die Wucht der Erkenntis, 2. Juni 2021
    • Essex Gam: The Tragedy of a Whaleship Stove by a Whale, Nantucket Whaling Museum

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Gefährdete Wale
    • ZDF Meer Crime: Wale - geliebt und gejagt
    • Deutsche Stiftung Meeresschutz: Walfang
    • WDR Zeitzeichen: 01.08.1819 - Geburtstag von Herman Melville

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    Autor: Stephan Beuting
    Redaktion: Matti Hesse

    16 min
  • Suez-Triumph und Panama-Pleite: Ferdinand de Lesseps

    Am 19.11.1805 wird Ferdinand de Lesseps geboren. Der Bau des Suezkanals macht den französischen Diplomaten zum Nationalhelden. Am Panamakanal scheitert er.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:

    • welche Rolle der Suezkanal im Kampf der Franzosen und Engländer um koloniale Vorherrschaft spielt,
    • wie der Franzose Ferdinand de Lesseps vom Diplomaten zum Ingenieur wird,
    • mit welchen Mitteln die Engländer den Bau des Suezkanals bei jeder Gelegenheit stören,
    • wie Ferdinand de Lesseps nach seinem Erfolg mit dem Suezkanal am Projekt Panama-Kanal scheitert.

    Der französische Jurist und Diplomat Ferdinand de Lesseps befasst sich schon während der Jahre als Diplomat in Alexandria und Kairo mit den Ideen eines Kanals. Als er im Alter von 55 Jahren im unfreiwilligen Ruhestand ist, wird sein Jugendfreund Muhammad Said zum ägyptischen Vizekönig ernannt. Lesseps gratuliert, wird nach Ägypten eingeladen und kann Said von der Idee für einen Kanal überzeugen. Lesseps bekommt eine erste Konzession für den Bau des Suezkanals.

    Großbritannien übt diplomatischen Druck aus, um den Kanalbau zu verhindern, kann Lesseps aber nicht davon abhalten. Am 17. November 1869 findet im Beisein vieler Fürsten und geladener Europäer die feierliche Eröffnung des Kanals statt. Die dreitägigen Festlichkeiten sollen rund 20 Millionen Francs gekostet haben.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Thierry Chambolle, Ehemaliger Präsident der "Association du Souvenir de Ferdinand de Lesseps et du Canal de Suez"
    • Dr. Caroline Piquet, Historikerin an der Sorbonne und Suez-Kanal-Expertin
    • Ghislain de Diesbach: Ferdinand de Lesseps. Biographie. Perrin, Paris 1998.
    • Christian Schmidt-Häuer: Tatort Panama. Konquistadoren, Kanalbauer, Steuerflüchtige. 500 Jahre Kolonialisierung und Globalisierung. Münster 2018.

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Neuzeit Kolonialismus - Europas Kolonien
    • Planet Wissen: Schifffahrt - Geschichte der Schifffahrt

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    Autor: Christoph Vormweg
    Redaktion: Christoph Tiegel, Sefa-Inci Suvak
    Technik: Jürgen Beiner

    15 min
  • Neue Heimat im Meer: Die ersten Wikinger auf Island

    Die Namen der ersten Siedler auf Island sind im Landnahmebuch erfasst. Aber wer überwinterte eigentlich als Erster auf der Insel? Und war das wirklich im Jahr 870?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:

    • warum Island für Archäologen eine Schatzkammer ist,
    • was ein "Pape" im Ortsnamen über die Besiedlung aussagt,
    • wie die ersten Siedler sich gegen die Kälte wappnen,
    • welche Rätsel römische Kupfermünzen den Historikern aufgeben.

    Um die erste Besiedelung Islands ranken sich viele Sagen und Legenden. Der Schwede Gardar Svavarsson soll einst zufällig auf der Insel gestrandet und dann am 18.11.870 zum Überwintern zurück gekehrt sein. Lyrischer ist die Geschichte um Flóki Vilgerdarson. Der Norweger hat angeblich drei Raben ausgesetzt, die seinem Schiff den Weg nach Island zeigten.

    Die isländische Geschichtsschreibung nennt Ingólfr Arnarson und Hjörleifr Hródmarsson als erste Dauersiedler. Wer tatsächlich als erster Mensch auf Island übernachtet hat, ist bis heute nicht bewiesen.

    Belegt ist hingegen, dass um 870 die ersten Wikinger aus Norwegen Island besiedelt haben. Nach der Machtübernahme durch Harald Schönhaar waren sie auf der Suche nach einer neuen Heimat – und richten sich mit Fellen und viel Gras auf der eisigen Vulkaninsel ein.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Natascha Mehler, Universität Tübingen
    • Natascha Mehler: Viking age and medieval craft in Iceland: Adaptation to extraordinary living conditions on the edge of the Old World
    • Rudolf Siemeck: Die Wikinger, München 1998

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 25.09.1066 – Todestag Harald des Harten
    • Zeitzeichen 28.03.845 – Wikinger brandschatzen Paris
    • Zeitzeichen: 8. Juni 793 - Wikinger überfallen die englische Klosterinsel Lindisfarne

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    Autor: Wolfgang Meyer
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Die Computermaus: Zwei Erfinder, eine Revolution

    Gleichzeitig in den USA und Deutschland entwickelt, wird die Maus am 17.11.1970 patentiert. Der Durchbruch kommt erst 15 Jahre später - dank einer anderen Erfindung.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Seebaum:

    • warum die Erfindung des Mikroprozessors die Computer-Geschichte innerhalb weniger Jahre verändert,
    • wie der Zufallsfund in einer philippinischen Pfahlhütte die Geschichte des Computers anschiebt,
    • wo die Maus erst 15 Jahre nach ihrer Entwicklung eine passende Anwendungsmöglichkeit bekommt,
    • von der Vorteilen der Maus gegenüber der Touch-Interaktion direkt auf dem Display.

    In den 1960er-Jahren probieren der US-amerikanische Computertechniker Doug Engelbart und sein Team in Stanford, Kalifornien, systematisch verschiedene Steuerungsmöglichkeiten für Computer aus: Den Joystick etwa oder den Light Pen, bei dem mit einem an einem dicken Kabel hängenden Stift direkt am Bildschirm markiert wird. Auch exotische Lösungen wie die Steuerung mit Pedalen oder mit dem Knie mittels einer unter den Schreibtisch montierten Apparatur werden getestet.

    Mitte der 1960er-Jahre fällt die Entscheidung für das Eingabegerät der Wahl. Inzwischen ist der Computeringenieur Bill English zu Engelbarts Team gestoßen und hat den ersten Prototyp einer Maus gebaut, aus Holz und mit der Ergonomie einer Butterdose. Sie steht auf zwei um 90 Grad versetzten Rädchen, die jeweils die horizontale und vertikale Bewegung registrieren.

    Die studentischen Probanden lieben die Maus, weil sie schnell ist und präzise. 1967 stellt Engelbarts einen Patentantrag. Am 17. November 1970 wird es ihm als Patent US3541541 zugewiesen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Stefan Kastigen, Gründer und Leiter des Bielefelder Computermuseums
    • Professorin Marion Koelle, lehrt an der Hochschule RheinMain Medieninformatik
    • Quarks-Story-Folge zur Revolution Computermaus


    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Computer und Roboter - Geschichte des Computers
    • Stichtag: 24. Januar 1984 - Apple stellt den Macintosh 128 vor
    • Zeitzeichen: 24.02.1955 - Der Geburtstag von Steve Jobs

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Seebaum
    Redaktion: Carolin Rückl

    15 min
  • Wie ein Missverständnis Coca-Cola groß machte

    Am 16.11.1915 patentiert Coca-Cola eine eigene Flasche. Ihre Form sticht heraus und verhilft der Marke zum Durchbruch. Dabei basiert das Design auf einem Missverständnis.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Laura Dresch:

    • Mit welchem Problem Coca-Cola Anfang des 20. Jahrhunderts zu kämpfen hat,
    • vom vielleicht besten Missverständnis aller Zeiten,
    • warum das erste Flaschendesign nicht in Produktion geht,
    • wie ausgerechnet der Weihnachtsmann zum Getränke-Maskottchen wird,
    • welchen großen Fehler das Unternehmen in den 1980er-Jahren macht.Bei mehr als 170 Konkurrenzprodukten will Coca-Cola Anfang des 20. Jahrhunderts auf Nummer sicher gehen und eine einzigartige Flasche designen. Man soll sie selbst erkennen, wenn man sie im Dunkeln anfasst. Aber noch besser, wenn die Flasche zerbrochen ist, soll man aus einer einzelnen Scherbe sehen können, das es eine Coca-Cola-Flasche ist.

    Coca-Cola schreibt einen Wettbewerb für eine unverwechselbare Flasche aus. Unter den Teilnehmern: Die Root Glass Company aus Indiana. Auf der Suche nach besonderen Formen schickt der Betriebsleiter zwei Mitarbeiter in die Stadtbibliothek. Einer von ihnen heißt Earl Dean.

    Dean schlägt in der Encyclopædia Britannica bei C nach und findet neben dem Wort Cacao das Bild einer Kakaoschote. Die hat zwar nichts mit Coca-Cola zu tun, sieht aber wunderschön aus. Coca-Cola ist begeistert von der kurvenreichen Flasche mit den markanten Rippen. 16. November 1915 wird das Patent angemeldet.

    Der Flaschendesigner Earl Dean erhält gerade mal 500 Dollar für seinen Entwurf. Möglicherweise gingen die nicht einmal an ihn selbst, sondern an seinen Arbeitgeber. Dean wird in der Designgeschichte kaum erwähnt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

    • Prof. Cordula Meier, Folkwang Universität der Künste
    • Dr. Peter Zec, Leiter des Design Zentrums Nordrhein-Westfalen, Initiator und CEO von Red Dot
    • Norman L. Dean: The Man Behind The Bottle: The Origin and History of the Classic Contour Coca-Cola Bottle As Told By The Son Of Its Creator. 2010

    Weiterführende Links:

    • Stichtag: 8. Juli 1831: Coca-Cola-Erfinder John S. Pemberton geboren
    • Stichtag: 8. Mai 1886: Coca-Cola kommt auf den Markt
    • Planet Wissen: Werkstoffe - Glas

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    Autorin: Laura Dresch
    Redaktion: Jakob Schiffer / David Rother

    14 min
  • Albertus Magnus: Der Bettelmönch, der alles wissen wollte

    Er war bedeutendste Gelehrte seiner Zeit. Kölns klügstem Star im Mittelalter (gestorben am 15.11.1280) verdankt die Domstadt nicht zuletzt ihren Weltruhm.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich:

    • was über die Jugendjahre von Albertus Magnus bekannt ist,
    • wie der Theologe in Paris in den Talmud-Streit gerät,
    • was sich hinter der "Scholastik" verbirgt,
    • warum Albertus Magnus zum Star des Mittelalters avanciert.

    Auf einer Reise nach Padua tritt der junge Albertus Magnus dem Dominikaner-Orden bei. Sein Noviziat absolviert er in Köln, später lehrt er als Professor an der angesehenen Universität von Paris. 1248 kehrt er an den Rhein zurück, um im Auftrag seines Ordens in der größten und reichsten Stadt nördlich der Alpen ein Generalstudium einzurichten. Es ist der Vorläufer der späteren Universität zu Köln.

    Der Theologe taucht in alle Bereiche der damaligen Wissenschaft ein und übernimmt von Aristoteles den Ansatz, die Welt mit rationalen Mitteln und eigener Anschauung zu deuten. So schafft Albertus Magnus den Spagat, rationale Wissenschaft mit christlicher Schöpfungslehre zu verbinden. Seine Lehre und Schriften machen ihn schon zu Lebzeiten weltbekannt. Thomas von Aquin ist sein wohl berühmtester Schüler.

    Wenn Albertus Magnus nicht lehrt, forscht und schreibt, vermittelt er in Konflikten zwischen der Bürgerschaft und der Kirche oder besucht Frauenklöster in ganz Europa. Am 15. November 1280 stirbt er in Köln – hochgeachtet und rund 80 Jahre alt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Maria Burger, Theologin am Albertus-Magnus-Institut Bonn
    • Alexander Fidora, Professor für Philosophie an der Autonomen Universität Barcelona
    • Andreas Speer, Philosophieprofessor an der Universität zu Köln
    • Maria Burger: Codex 30 der Dombibliothek Köln. Ein Arbeitsexemplar für Thomas von Aquin als Assistent Alberts des Großen, in: Symposion "Mittelalterliche Handschriften der Kölner Dombibliothek", Köln 2005
    • Maria Burger: Albertus Magnus. Über Theologie als Wissenschaft, in: Karl Lehmann: Zum Begriff der Theologie bei Albertus Magnus (Lectio Albertina 8), Münster 2006
    • Alexander Fidora: Albertus Magnus und der Talmud. Münster 2020
    • Andreas Speer: "Göttin der Wissenschaften" – "Torheit vor Gott". Albertus Magnus über philosophische und biblische Weisheit, Münster 2018

    Weiterführende Links:
    • Albertus-Magnus-Institut
    • Thomas-Institut der Universität zu Köln
    • ICREA – Catalan Institution for Research and Advanced Studies

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    Autor: Claudia Friedrich
    Redaktion: Matti Hesse und Hildegard Schulte
    Technik: Thomas Bleul und Claudia Friedrich

    15 min
  • Mit der "Roten Kapelle" gegen Hitler: Cato Bontjes van Beek

    Sie liebt das Leben, die Freiheit und das Fliegen. Mit 22 Jahren wird Cato Bontjes van Beek (geb. 14.11.1920) hingerichtet - weil sie Flugblätter gegen den Krieg verteilt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Heide Soltau:

    • dass Cato ein fröhliches Mädchen ist, das sich gern verkleidet, improvisiert und andere imitiert,
    • wie aus ihr eine junge Frau wird, die Gestapo-Verhören standhält,
    • warum Cato Bontjes van Beek selbst nach ihrem Todesurteil ihre Hoffnung und Menschlichkeit bewahrt,
    • warum ihre letzten Zeilen an die Mutter kein Pathos enthalten, sondern den Wunsch, dass Schmerz in Kunst verwandelt wird.

    Cato Bontjes van Beek wird 1920 in Fischerhude geboren: in ein offenes und künstlerisches Elternhaus, in dem Freiheit und Neugier selbstverständlich sind. Als Kind reist sie allein nach Amsterdam, später lebt sie in England, lernt Sprachen und macht den Pilotinnenschein. Sie fliegt Loopings und lacht gern und oft. Doch ihre Welt verändert sich: Mit dem Erstarken des Nationalsozialismus wird Cato ernst.

    In Berlin tritt sie einer Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysen bei, verteilt Flugschriften, versteckt Verfolgte. 1942 wird sie verhaftet. Im Gefängnis schreibt sie Briefe voller Klarheit und Trost - für andere, nicht für sich. Selbst nach ihrem Todesurteil bleibt sie furchtlos und menschlich.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Cato Bontjes van Beek, Hermann Vinke (Hrsg.): Leben will ich, leben, leben. Die junge Frau, die gegen die Nazis kämpfte und ihr Leben ließ, München 2020.
    • Hermann Vinke: Cato Bontjes van Beek. Ein Porträt, Fischerhude 2021.
    • Hermann Vinke: Leben will, leben, leben - Die lange Nacht über die Widerstandkämpferin Cato Bontjes van Beek. Deutschlandfunkkultur, August 2023.
    • CATO Konzertfilm von Helge Burggrabe zum 100. Geburtstag der Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek. Mit Julia Jentsch, Lorenz Meyboden, Christoph Jöde. Gesang: Vokalensemble SJAELLA.

    Und das sind unsere InterviewpartnerInnen:
    • Saskia Bontjes van Beek, Verwalterin des Familienarchivs
    • Hermann Vinke, Journalist und Autor
    • Johannes Tuchel, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin

    Weiterführende Links:
    • Stolpersteine Berlin: Cato Bontjes van Beek
    • Planet Wissen: Cato Bontjes van Beek
    • WDR Zeitzeichen: Widerstand als Lebensweg: Lisa Fittko
    • WDR Zeitzeichen: Zweimal im Widerstand: Das Leben der Anne Beaumanoir
    • WDR Zeitzeichen: Corrie ten Boom, NS-Widerstand

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    Autor: Heide Soltau
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    Technik: Sarah Fitzek

    15 min

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