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WDR Zeitzeichen episodes

  • Mörder mit päpstlichem Freibrief: Goldschmied Benvenuto Cellini

    Er vergewaltigt und tötet gleich mehrfach. Benvenuto Cellini (geb. 3.11.1500) wird von den Mächtigen hofiert und posthum als Genie verehrt – auch wegen seiner Brutalität.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Reinhardt:

    • von Cellinis Leben voller Gewalt, Sex und Kunst,
    • von seinen Morden und warum er immer ohne Strafe davonkommt,
    • dass Cellini nicht nur Künstler, sondern auch Geschäftsmann ist,
    • von seinem Wandel im Alter – ohne Kunst, dafür mit fünf Kindern.

    Der am 3. November 1500 geborene Benvenuto Cellini ist weder bescheiden noch diplomatisch. Er ist hochmütig, jähzornig und frauenverachtend. Gleichzeitig ist er einer der berühmtesten Renaissance-Künstler, umworben von Fürsten und Päpsten. Nach seinem Tod 1571 gerät er in Vergessenheit – bis seine Autobiografie rund 150 Jahre später wiederentdeckt wird.

    Es ist ein Lebensbericht, in dem er sich selbst zum Mythos stilisiert. So drastisch, so anekdotisch und auch so komisch, dass der Goldschmied und Bildhauer seitdem als Inbegriff des "genialischen, ungezähmten Künstlers" gilt. Hector Berlioz widmet ihm eine Oper, Alexandre Dumas einen Roman. Und das, obwohl Cellini in seiner Autobiografie mehrere Morde gesteht. Er prägt ein Künstlerbild, das bis heute nachwirkt – trotz oder vielleicht sogar wegen der Brutalität.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Andreas Beyer, Kunsthistoriker
    • Benvenuto Cellini: Mein Leben. Die Autobiographie eines Künstlers aus der Renaissance. Zürich 2000
    • Andreas Beyer: Cellini. Ein Leben im Furor. Berlin 2024
    • Martin Warnke: Künstlerlegenden. Kritische Ansichten. Göttingen 2019
    • Horst Bredekamp: Der Künstler als Verbrecher. Carl Friedrich von Siemens Stiftung, 2008

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 05.03.1570 - Krönung des ersten Großherzogs von Florenz, Cosimo I. de Medici
    • Stichtag: 2. Mai 1519 - Todestag von Leonardo da Vinci
    • Zeitzeichen: 12.09.1494 - Geburtstag von Franz I., König von Frankreich

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Anja Reinhardt      
    Redaktion: Carolin Rückl und David Rother

    15 min
  • Der Mann, der die Nazis auslachte: Karl Küpper

    Karnevalist Karl Küpper (geb. am 2.11.1905) macht Witze über den Hitlergruß, als die meisten anderen Narren schon zu Nazi-Märschen feiern. Gewürdigt wird Küppers Mut erst nach seinem Tod.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:

    • wie sich Küpper als der "Verdötschte" weit über Köln hinaus einen Namen macht,
    • dass für ihn Karneval nicht bloß Volksbelustigung ist,
    • wie ihn sein Humor sogar in Lebensgefahr bringt,
    • von Küppers kraftraubendem Kampf, Alkohol und einem stillen Ende.

    Eine Karnevalssitzung in Köln, im Februar 1939. Ein Mann mit riesig geschminktem Mund, Gumminase, Brille und Hütchen betritt die Bühne: Karl Küpper. Er hebt den Arm zum obligatorischen Hitlergruß und sagt dann nur: "Es et am rähne?" - Regnet es? Wegen seiner aufmüpfigen Witze erhält er von den Nazis ein "lebenslanges Redeverbot".

    Geboren wird Küpper am 2. November 1905 in Düsseldorf. Unbeugsam stellt er sich allen Widerständen entgegen. Auch nach dem Krieg ist seine Kritik unerwünscht. Selbst Bundeskanzler Konrad Adenauer übt über die Kölner Bürgermeister Druck auf die Karnevalsgesellschaften aus, ihn nicht mehr zu buchen. So bleibt Küpper die Anerkennung für seine Zivilcourage bis an sein Lebensende verwehrt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Fritz Bilz, Historiker und Küpper-Biograf
    • Gerhard A. Küpper, Sohn von Karl Küpper
    • Fritz Bilz: Unangepasst und widerborstig. Der Kölner Karnevalist Karl Küpper 1905-1970, 3. Auflage, Köln 2020

    Weiterführende Links:
    • Lokalzeit: Hans David Tobar - der "verdöttschte Jüdd"
    • Stichtag: 11. November 1948 - Karl Berbuer stellt "Trizonesien-Song" vor
    • Stichtag: 7. März 1341 - Kölner Karneval erstmals schriftlich erwähnt

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Christiane Kopka      
    Redaktion: David Rother
    Technik: Theo Kramer

    15 min
  • Christoph 1: Rettung aus der Luft

    Am 1.11.1970 hebt "Christoph 1" in München ab, Deutschlands erster Rettungshubschrauber. Ein Wendepunkt im Kampf um Minuten und Leben.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann:

    • vom minutiös geplanten Ablauf zwischen Notruf und Start des Rettungshubschraubers,
    • warum es heute deutlich weniger Tote auf Deutschlands Straßen gibt,
    • von der Dauer-Debatte um die Kosten der Luftrettung.

    Die Zahl der Verkehrstoten ist im Jahr 1970 mit knapp 20.000 so hoch wie nie. Fast eine halbe Million Schwerverletzte gibt es auf Deutschlands Straßen. Schnelle Hilfe soll ab jetzt aus der Luft kommen: Am 1. November 1970 nimmt der erste zivile Rettungshubschrauber "Christoph 1" seinen Dienst auf.

    Verantwortlich ist damals wie heute der ADAC. Der Funkname "Christoph" geht auf die Legende des Heiligen Christophorus zurück, den Schutzpatron der Reisenden. Doch Luftrettung ist teuer. Gleich mehrfach unterstützen Stars wie Udo Jürgens, Gitte oder Heino mit Benefizplatten die Finanzierung.

    Mittlerweile gibt es bundesweit ein dichtes Luftrettungsnetz. Der ADAC und die Deutsche Rettungsflugwacht DRF teilen sich fast alle Einsätze. Da es inzwischen deutlich weniger Verkehrsopfer gibt, werden die Rettungshubschrauber heute auch bei anderen Notfällen eingesetzt – etwa bei Schlaganfällen oder Herzinfarkten.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Thomas Kade, Notfallsanitäter und Stationsleiter von "Christoph 8"
    • Bettina Braunschmidt, Forscherin und Autorin
    • Nicolas Eick, Anästhesist
    • Krystian Pracz, Geschäftsführer der DRF-Luftrettung

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 1. Januar 1976 - Anlegen von Auto-Sicherheitsgurten wird Pflicht
    • Stichtag: 23. September 1973 - Einführung der Notrufnummern 110 und 112
    • Zeitzeichen: 04.02.1966 - "Der 7. Sinn" wird erstmals ausgestrahlt
    • Stichtag: 31. August 1869 - Mary Ward stirbt als erstes bekanntes Todesopfer bei einem Autounfall
    • Stichtag: 10. Dezember 1868 - Inbetriebnahme der ersten Verkehrsampel in London

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Kay Bandermann      
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Nicolas Dohle

    15 min
  • "Christoph 1": Rettung aus der Luft

    Am 1.11.1970 hebt "Christoph 1" in München ab, Deutschlands erster Rettungshubschrauber. Ein Wendepunkt im Kampf um Minuten und Leben.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann:

    • vom minutiös geplanten Ablauf zwischen Notruf und Start des Rettungshubschraubers,
    • warum es heute deutlich weniger Tote auf Deutschlands Straßen gibt,
    • von der Dauer-Debatte um die Kosten der Luftrettung.

    Die Zahl der Verkehrstoten ist im Jahr 1970 mit knapp 20.000 so hoch wie nie. Fast eine halbe Million Schwerverletzte gibt es auf Deutschlands Straßen. Schnelle Hilfe soll ab jetzt aus der Luft kommen: Am 1. November 1970 nimmt der erste zivile Rettungshubschrauber "Christoph 1" seinen Dienst auf.

    Verantwortlich ist damals wie heute der ADAC. Der Funkname "Christoph" geht auf die Legende des Heiligen Christophorus zurück, den Schutzpatron der Reisenden. Doch Luftrettung ist teuer. Gleich mehrfach unterstützen Stars wie Udo Jürgens, Gitte oder Heino mit Benefizplatten die Finanzierung.

    Mittlerweile gibt es bundesweit ein dichtes Luftrettungsnetz. Der ADAC und die Deutsche Rettungsflugwacht DRF teilen sich fast alle Einsätze. Da es inzwischen deutlich weniger Verkehrsopfer gibt, werden die Rettungshubschrauber heute auch bei anderen Notfällen eingesetzt – etwa bei Schlaganfällen oder Herzinfarkten.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Thomas Kade, Notfallsanitäter und Stationsleiter von "Christoph 8"
    • Bettina Braunschmidt, Forscherin und Autorin
    • Nicolas Eick, Anästhesist
    • Krystian Pracz, Geschäftsführer der DRF-Luftrettung

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 1. Januar 1976 - Anlegen von Auto-Sicherheitsgurten wird Pflicht
    • Stichtag: 23. September 1973 - Einführung der Notrufnummern 110 und 112
    • Zeitzeichen: 04.02.1966 - "Der 7. Sinn" wird erstmals ausgestrahlt
    • Stichtag: 31. August 1869 - Mary Ward stirbt als erstes bekanntes Todesopfer bei einem Autounfall
    • Stichtag: 10. Dezember 1868 - Inbetriebnahme der ersten Verkehrsampel in London

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    Autor: Kay Bandermann      
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Nicolas Dohle

    15 min
  • Sigmund Freuds Lehrmeisterin: Patientin "Cäcilie M."

    Anna von Lieben (gest. 31.10.1900) ist reich, gebildet und unglücklich. Ihre "Hysterie" kann nicht einmal Freud heilen. Doch sie hilft ihm, die Psychoanalyse zu entwickeln.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammmüller:

    • warum Anna von Lieben am liebsten Schachspielerin geworden wäre,
    • weshalb sie stattdessen einen zwölf Jahre älteren Mann heiraten muss,
    • welche Ursache Ärzte sich für die Diagnose "Hysterie" ausdenken,
    • was Sigmund Freud dank seiner Patientin "Cäcilie M." entdeckt.

    Als Anna von Lieben 1889 auf den jungen Neurologen Sigmund Freud trifft, hat sie schon eine lange Leidensgeschichte hinter sich: elektrische Pinselungen, alkalische Wasser, Abführmittel – sogar sieben gesunde Zähne sind ihr gezogen worden.

    Wie viele Frauen im Wiener Großbürgertum leidet Anna von Lieben unter "Hysterie". Eine gängige Diagnose für Frauen im 19. Jahrhundert, die sich den gesellschaftlichen Normen nicht beugen wollen und darüber krank werden.

    Für Sigmund Freud ist Anna von Lieben ein Glücksgriff. In seinen Studien über Hysterie erwähnt er sie immer wieder unter dem Pseudonym "Cäcilie M.". Mehrmals pro Woche besucht er sie und kehrt dabei die Machtverhältnisse um: Sie spricht, er hört zu, verborgen hinter der Couch.

    "Mein schwerster und lehrreichster Fall", notiert Freud später. Helfen kann er ihr nicht. Anna von Lieben betäubt ihre Leiden mit Morphium und stirbt am 31. Oktober 1900 mit 53 Jahren.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Daniela Finzi, wissenschaftliche Leiterin des Sigmund-Freud-Museums, Wien
    • Michaela Lindinger, Kuratorin am Wien Museum
    • Prof. Karen Nolte, Medizinhistorikerin, Universität Heidelberg
    • Josef Breuer, Siegmund Freud: Studien über Hysterie (8. Aufl.), Frankfurt 2022
    • Elisabeth Roudinesco und Michel Plon: Wörterbuch der Psychoanalyse, Wien 2004
    • Michaela Lindinger: Außenseiter, Sonderlinge, Femmes fatales. Das "andere" Wien um 1900, Wien 2015

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 23.9.1939 – Todestag von Sigmund Freud
    • Zeitzeichen: 3.12.1895 – Geburtstag der Psychoanalytikerin Anna Freud
    • Planet Wissen: Geschichte der Psychotherapie

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    Autorin: Edda Dammmüller      
    Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak
    Technik: Nicolas Dohle

    14 min
  • "Max und Moritz": als Kinderbuch gründlich missverstanden

    Ende Oktober 1865 erscheint Wilhelm Buschs Bildergeschichte "Max und Moritz". Sie gilt als Vorläufer des Comics und als Klassiker der deutschen Kinderliteratur.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe:

    • dass die Geschichten von "Max und Moritz" bis heute falsch interpretiert werden,
    • wer die Vorbilder für die "Bubengeschichte in sieben Streichen" sind,
    • von Wilhelm Buschs früher Kindheit als jüngstes von sieben Geschwistern,
    • in welchem Land "Max und Moritz" zunächst aus pädagogischen Gründen verboten ist.

    Als Wilhelm Busch seinem Verleger Kaspar Braun die Bildergeschichte von "Max und Moritz" schickt, glaubt er selbst nicht mehr an seinen Durchbruch. Seit einigen Jahren zeichnet und textet Busch für die satirische Wochenzeitung "Fliegende Blätter" und für "Der Münchener Bilderbogen". Er kann davon leben, aber stolz ist er darauf nicht.

    Kaspar Braun ist sofort begeistert und trifft zwei wegweisende und riskante Entscheidungen. Erstens: "Max und Moritz" werden nicht als Bildergeschichte in einer seiner Wochenzeitschriften erscheinen, sondern als gebundenes Buch. Und zweitens: Kaspar Braun kauft von Wilhelm Busch für 1.000 Gulden sämtliche Rechte an "Max und Moritz". Das ist damals das Jahresseinkommen eines Arbeiters.

    Innerhalb weniger Jahre gehören "Max und Moritz" zum festen Inventar deutscher Kinderzimmer. Bis heute ist "Die Bubengeschichte" in rund 300 Sprachen übersetzt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Ralph Unger, Bürgermeister von Wiedensahl
    • Tobias Deterding, Leiter der Wilhelm-Busch-Welt in Wiedensahl
    • Dr. Julian Auringer, Comicforscher
    • Eva Jandl-Jörg, Leiterin des Wilhelm-Busch-Museums in Hannover
    • Gert Ueding (Hrsg.): Das Beste von Wilhelm Busch. Ditzingen 2020
    • Eva Weissweiler: Wilhelm Busch. Der lachende Pessimist. Köln 2007

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 15. April 1832 - Humorist Wilhelm Busch wird geboren
    • Planet Wissen: Geschichte der Erziehung
    • Planet Wissen: Kinderliteratur
    • Stichtag: 25. September 1949 - "Pippi Langstrumpf" erscheint in Deutschland
    • Stichtag: 8. November 2000 - Gesetz zur gewaltfreien Erziehung in Kraft

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Burkhard Hupe
    Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse

    15 min
  • Schießbilder und Nanas: Die Kunstrebellin Niki de Saint Phalle

    Ihre üppigen und bunten "Nanas" sprengen die Konventionen und feiern Weiblichkeit mit Mut und Humor. Geboren wurde Niki de Saint Phalle am 29.10.1930.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Sabine Mann:

    • wie Niki de Saint Phalle lernt, Wut und Schmerz zum künstlerischen Motor zu machen,
    • wie barsch Niki de Saint Phalle abgekanzelt wird, als sie den ersten Kontakt zur Pariser Kunstszene wagt,
    • was ein Stück Butter damit zu tun hat, dass Niki de Saint Phalle sich in Jean Tinguely verliebt,
    • warum de Saint Phalle auch aufblasbare Skulpturen produziert.

    1961 betritt Niki de Saint Phalle die Kunstszene mit einem Paukenschlag: Mit einem Gewehr schießt sie auf Farbbeutel, deren Inhalt sich auf weiße Objekte ergießt. Ihre Motivation ist pure Wut – auf die Religion, ihre wohlhabende, aber strenge Familie, die sexualisierte Gewalt des Vaters.

    Sie verlässt ihren verständnisvollen Ehemann für die Kunst und trifft in Paris Jean Tinguely. Der hemdsärmelige Künstler schweißt aus Schrott schräge Kreaturen und bizarre Maschinen. Gemeinsam inspirieren und ergänzen sie sich – auch lange, nachdem ihre Liebesbeziehung endet.

    Bekannt wird Niki de Saint Phalle vor allem durch ihre üppigen, farbenfrohen und überdimensionalen Frauenskulpturen, die "Nanas". Vom Erfolg der drallen Damen überwältigt, flüchtet sich die Künstlerin in die Toskana und erfüllt sich ihren Lebenstraum: einen eigenen Skulpturengarten.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen und -partner:
    • Bloum Cardenas, Präsidentin der Niki Charitable Art Foundation
    • Sophie Duplaix, Chefkuratorin der zeitgenössischen Sammlungen im Staatlichen Museum für moderne Kunst, Centre Pompidou
    • Claes Britton, Biograph von Pontus Hultén
    • Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely, Pontus Hultén: Grand Palais/Rmn Editions/Centre Pompidou. Paris 2025
    • Claes Britton: Pontus Hultén. Commander of Modern Art, Köln 2025
    • Catherine Francblin: Niki de Saint Phalle La révolte à l‘œuvre, Paris 2013
    • Niki de Saint Phalle, Éditions Serpenoise, Metz 2010

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 30. August 1991 – Todestag von Jean Tinguely
    • Stichtag: 31. Januar 1977 – Centre Pompidou wird eröffnet
    • NDR: "Nanas" in Hannover feiern 50. Geburtstag
    • Ausstellung GrandPalais Paris: Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely, Pontus Hultén
    • NDR: Nikis Nanas ganz neu

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    Autorin: Sabine Mann
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Jürgen Beiner

    15 min
  • Bhagwan: Guru für Gutverdiener und Bürgerschreck

    Bhagwan verspricht Erleuchtung und kassiert Millionen, bis das FBI sein Imperium am 28.10.1985 zum Einsturz bringt – und Baghwan und seine Sekretärin Sheela hinter Gitter.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christopher Heimer:

    • wie die Utopie eines freien Lebens in Paranoia, Exzess, Gewalt und Missbrauch endet,
    • wie Bhagwans Lehre spirituelle und kapitalistische Ideen mischt,
    • was viele 68er wie den langjährigen Grobschnitt-Bassisten Milla Kapolke an Bhagwans Lehre fasziniert,
    • warum der Guru Ärger mit den Finanzbehörden bekommt.

    1974 gründet Philosophieprofessor Chandra Mohan Jain seinen ersten Ashram. Er nennt sich Bhagwan, der Göttliche, bezeichnet sich als "Guru der Reichen" und "verkauft Erleuchtung".

    Bhagwan hat das Produkt, seine persönliche Sekretärin Ma Anand Sheela macht es zur finanzkräftigen Marke. In der Wüste Oregons schafft sie für ihren geliebten Anführer ein Königreich, das sie zu einem globalen Imperium ausbaut und mit harter Hand regiert, während der Guru sich nur noch im Rolls Royce sehen lässt.

    Sheela setzt sich im Herbst 1985 von der Sekte ab und wird damit für Bhagwan und seine Jünger zur Verräterin. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen sie. Tatsächlich findet das FBI in Sheelas Wohnung Abhöranlagen, Mordanschlagspläne und Bioterror-Versuchseinrichtungen.

    Am 28. Oktober 1985 werden Sheela und Bhagwan festgenommen. Beiden wird der bis dato größte Einwanderungsbetrug der US-Geschichte vorgeworfen. Sheela wird Anfang 1986 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, aber schon am 13. Dezember 1988 wegen guter Führung entlassen. Heute lebt sie in der Schweiz und leitet zwei Pflegeheime. Bhagwan kommt nach einem Deal mit der Staatsanwaltschaft schon nach zwölf Tagen aus dem Gefängnis. Bis zu seinem Tod 1990 wirkt er als Osho, als der er heute noch vielen als Achtsamkeitsguru und spirituelle Instanz gilt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Eva Sudholt, Journalistin
    • Milla Kapolke, Musiker, ehemaliger Neo-Sannyasin
    • Mudita Kapolke, Musikerin, ehemalige Neo-Sannyasin
    • Deva Tattva, Musiker, ehemaliger Neo-Sannyasin
    • Martin Papenheim: Der tanzende Spiegel – Bhagwan und die Deutschen 1970-2020. Paderborn 2025
    • Leela Goldmund: Wenn ich groß bin, bin ich erleuchtet – Oshos vergessene Kinder. Kirchheim 2024
    • Erich Follath: Die Frau an Bhagwans Seite. Zeit Magazin, 2020
    • Kai Strittmatter/Thomas Schuler: Bhagwans verlorene Kinder. Süddeutsche Zeitung 2025

    Weiterführende Links:
    • WDR 5 - Erlebte Geschichten: Von der Waffen SS zu Bhagwan - Jörg Andrees Elten
    • WDR 5 -Tiefenblick: Ekstase statt Askese - Bhagwan in Köln
    • ARD Mediathek: Als Bhagwan in den Norden kam
    • ARD Mediathek: 10 Sommer in Orange
    • wdr.de: Ansturm auf NRW-Sektenberatungsstelle in der Krise
    • WDR-Rockpalast über "Grobschnitt"

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christopher Heimer
    Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Vom Volk gefeierte Millionen-Betrügerin: Adele Spitzeder

    Gegen gute Zinsen legen Tausende ihr Erspartes bei Adele Spitzeder (gest. 27.10.1895) an. Die finanziert sich mit dem Schneeballsystem ihr Luxusleben – und verliert fast alles.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Melahat Simsek:

    • wie Adele Spitzeder das vermutlich erste Schneeballsystem der Finanzgeschichte ins Rollen bringt,
    • wie sie mit Charisma, Schauspielkunst und betonter Frömmigkeit ihre Geldanleger überzeugt,
    • mit welcher List Polizei und Innenministerium Spitzeders System sprengen,
    • warum Adele Spitzeder zwar zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wird – aber nicht wegen Betrugs.

    Adele Spitzeder lebt Mitte des 19. Jahrhunderts in Hotels und Gasthäusern und beschäftigt eine Privatangestellte. Als mäßig erfolgreiche Schauspielerin kann sie sich diesen Lebensstil jedoch nicht leisten.

    Um ihren aufwendigen Lebensstil trotzdem zu halten, muss sich die Schauspielerin immer wieder Geld leihen. Bis sie auf die Idee kommt, gegen ein Zinsversprechen von stolzen zehn Prozent pro Monat das Geld anderer Leute einzusammeln. Die Zinsen zahlt sie aus dem frischen Geld, das sie mit eben diesem Versprechen einwirbt. Und so weiter.

    Schnell blüht das Geschäft. Doch es gibt auch Gegenwind. Die Neueste Münchener Zeitung enthüllt die Praktiken der "Dachauer Bank" als höchst unseriös. Am 12. November 1872 leitet eine behördliche Kommission einen Haftbefehl gegen die Laien-Bankerin ein. Alles Geld, alle Wertgegenstände und Geschäftspapiere werden beschlagnahmt und Adele Spitzeder vor Gericht gestellt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Julian Nebel, Jurist
    • Marita Panzer, Historikerin und Autorin
    • Dr. Marita Panzer: Adele Spitzeder - Schauspielerin, Bankgründerin, Betrügerin. Regensburg 2023
    • Julian Nebel: Adele Spitzeder. Der größte Bankbetrug aller Zeiten. München 2018
    • Adele Spitzeder: Geschichte meines Lebens. Autobiographie. Der große Münchner Bankskandal 1872. München 1996.

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Zinsen
    • Planet Wissen: Geld ohne Geld

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    Autorin: Melahat Simsek
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    15 min
  • Der Mann, der Pinocchio erfand: Carlo Collodi

    Carlo Collodi (gestorben am 26.10.1890) erfindet mit Pinocchio eine berühmte Figur der Weltliteratur. Wer ist der Mann hinter der Holzpuppe, deren Nase beim Lügen wächst?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Monika Buschey:

    • warum der Straßenjunge Carlo Lorenzini trotz seiner Lebensumstände eine gute Ausbildung erhält,
    • was ihn später als Journalist zum Pseudonym Collodi inspiriert,
    • was Pinocchio mit der italienischen Alphabetisierungskampagne der 1880er-Jahre zu tun hat,
    • warum Pinocchio zwischendurch stirbt und wieder aufersteht.

    Ein Stück Holz, das spricht. Darum wird aus ihm kein Tischbein, sondern ein kleiner Kopf. Als Meister Geppetto die Nase zu Ende schnitzt, passiert es: Sie wächst und wächst. Und wenn er sie kleiner machen will, wächst sie noch mehr. Der fertige Holzbengel bekommt den Namen Pinocchio. Er setzt sich aus dem italienischen Wort "pino" (Pinie/Kiefer) und der Verniedlichungsform von "pinco" (Dummkopf) und "occhio" (Auge) zusammen.

    Pinocchio wird zum Star. Kein Medium kommt ohne ihn aus. Mit dem Disney-Film erobert er weltweit das Kinopublikum. Pinocchio als ein Spiegel der italienischen Seele: verspielt, genussfreudig, ungehorsam, nicht zu entmutigen und heiter. Generationen lassen sich von ihm bezaubern.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Carlo Collodi: Die Abenteuer des Pinocchio – Geschichte einer Holzpuppe. Ditzingen 2022
    • Dieter Richter: Carlo Collodi und sein Pinocchio – Ein weitgereister Holzbengel und seine toskanische Geschichte. Berlin 2004

    Weiterführende Links:
    • Projekt Gutenberg: Pinocchio - Die Geschichte vom hölzernen Bengele (1881)
    • WDR Zeitzeichen: 15.12.1966 - Todestag von Walt Disney

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    Autorin: Monika Buschey
    Redaktion: David Rother
    Technik: Christina Gabriel

    13 min

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Der Stichtag – Die Chronik der ARD by Radio Bremen

Der Stichtag – Die Chronik der ARD

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Talk ohne Gast by Moritz Neumeier und Till Reiners | ARD

Talk ohne Gast

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His2Go - Geschichte Podcast by David Jokerst & Victor Söll

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MDR Investigativ – Hinter der Recherche by Mitteldeutscher Rundfunk

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Epochentrotter - erzählte Geschichte by Katharina Gedigk und Marvin Gedigk

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Kein Mucks! – Der Krimi-Podcast mit Bastian Pastewka by ARD

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DAMALS und heute - Der Podcast zur Geschichte by David Neuhäuser, Felix Melching

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Im Visier – Verbrecherjagd in Berlin und Brandenburg by rbb

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Tatort Geschichte - True Crime meets History by Bayerischer Rundfunk

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ZEIT Geschichte. Wie war das noch mal? by DIE ZEIT

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Terra X History - Der Podcast by ZDF - Terra X

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Der Rest ist Geschichte by Deutschlandfunk

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Was bisher geschah - Geschichtspodcast by Joachim Telgenbüscher, Nils Minkmar

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KI und jetzt? by SR

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Adoptivbrüder – mit Hannes & Jeremy by DASDING, Hannes & Jeremy

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