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  • Hitler als Witzfigur: Charlie Chaplins "Der große Diktator"

    15. Oktober 1940: Premiere von Chaplins "Der große Diktator". Während Hitler Europa verwüstet, hält Chaplin eine Rede für Menschlichkeit - und gegen den Hass.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:

    • warum Charlie Chaplin in "Der große Diktator" zwei grundsätzlich gegensätzliche Rollen spielt - und welche das sind,
    • wie er mit Pantomime und Witz den Größenwahn des Faschismus entlarvt,
    • und weshalb seine berühmte Schlussrede bis heute nichts von ihrer Kraft verloren hat.

    Als "Der große Diktator" 1940 in die Kinos kommt, steht die Welt bereits in Flammen. Chaplin spielt Anton Hynkel, einen selbstverliebten Herrscher, der in Kauderwelsch Reden schwingt, das Volk aufpeitscht - und mit einer einzigen Geste zum Schweigen bringt.

    Doch dieser große Diktator ist mehr als eine Parodie auf Hitler: Er steht für alle, die ihre Macht missbrauchen. Chaplin macht ihn zur Karikatur und stellt ihm seine Figur des Tramps entgegen, in diesem Film als jüdischer Friseur - leise, menschlich, verletzlich. In der Gegenüberstellung dieser Figuren liegt die ganze Kraft des Films. Und wenn Chaplin am Ende aus seiner Rolle tritt, wird aus der Satire ein Aufruf: ein leidenschaftliches Plädoyer für Menschlichkeit, Vernunft und Hoffnung.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Norbert Aping (Chaplin-Experte, Schüren-Verlag Marburg)
    • Charles Chaplin: Die Geschichte meines Lebens, Frankfurt am Main, 1964.
    • Norbert Aping: Charlie Chaplin in Deutschland, Marburg, 2005.
    • Norbert Aping: Liberty Shtunk. Charlie Chaplin und die Nazis, Marburg, 2014.
    • Norbert Aping: Charlie Chaplin and the Nazis, Jefferson (North Carolina), 2014.

    Weiterführende Links:
    • 25.12.1977 - Todestag von Charlie Chaplin
    • 18.09.1952 - Charlie Chaplin verlässt Amerika
    • arte-Dokumentation "Chaplins Moderne Zeiten - der Abschied vom Stummfilm"

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Andrea Klasen
    Redakteur: Matti Hesse
    Technikerin: Sarah Fitzek

    14 min
  • Strafe in der DDR: Todesurteil für ein Flugblatt

    Der 18-jährige Oberschüler Hermann Flade wird mit Protest-Flugblättern gegen Wahlbetrug erwischt. In der DDR ein Grund für einen Schauprozess mit Todesurteil.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:

    • wie Hermann Flades Zeit in der Hitlerjugend ihn für den Protest in der DDR motiviert,
    • warum die Volkskammerwahlen in der DDR nicht demokratisch sind,
    • wie Flade beim Flugblattverteilen von einem vermeintlichen Liebespaar ertappt wird,
    • warum er zunächst kein Gnadengesuch angesichts des Todesurteils einreichen will,
    • wie Hermann Flade geheimer Informant der Stasi wird.

    Hermann Flade druckt mit verrutschten Großbuchstaben aus seinem Setzkasten aus Kinderzeiten Flugblätter. Er klebt sie in Olbernhau im Erzgebirge an Bushaltestellen und wirft sie in Briefkästen. Auf den Blättern stehen Slogans wie "Im Oktober geschieht der unglaublichste Wahlbetrug nach sowjetischem Muster" und "Noch ist Zeit zur Besinnung". Denn die ersten Volkskammerwahlen in der DDR sind weder frei noch geheim noch demokratisch.

    Das SED-Regime geht gegen jeden vor, der diese Wahlen kritisiert. Das Todesurteil gegen Flade wird auf Druck der Weltöffentlichkeit in eine 15-jährige Haftstrafe umgewandelt. Er kommt nach zehn Jahren Haft frei und zieht nach Westdeutschland. Er stirbt 1980 mit 47 Jahren – vermutlich an den Folgen seiner Haft.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Karin König (Autorin einer Biografie über Hermann Flade)
    • Daniela Münkel (Historikerin, Abteilungsleiterin im Stasi-Unterlagen-Archiv, Berlin)
    • Tatjana Flade (Journalistin und älteste Tochter von Hermann Flade)
    • Hermann Flade: Deutsche gegen Deutsche. Erlebnisbericht aus dem sowjetzonalen Zuchthaus. Freiburg 1963
    • Karin König: Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben. Hermann Flade – Eine Biographie. Berlin 2020

    Weiterführende Links:
    • NDR: Interview mit Hermann Flade vom 12. Dezember 1960
    • Bundesarchiv: Stasi-Bericht über die Verhandlung gegen Hermann Flade

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Andrea Kath
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Lenny Bruce: Der Comedian, den Trump heute stoppen würde

    Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel beruft sich auf Lenny Bruce: Stand-Up-Pionier und Verfechter der freien Rede, die in den USA unter Präsident Trump unter Beschuss gerät.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:

    • warum Lenny Bruce Vertreter diskriminierter Gruppen im Publikum mit Schimpfwörtern anspricht,
    • wie seine Drogenprobleme gegen ihn instrumentalisiert werden,
    • warum Bruce 1964 wegen obszöner Darbietungen zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt wird,
    • wie der Comedian mit nur 40 Jahren stirbt,
    • warum das Urteil gegen ihn 37 Jahre nach seinem Tod aufgehoben wird.

    Lenny Bruce ist der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt: Sein respektloser Witz und sprühender Charme kommen an beim Publikum, das sich in den christlich-prüden USA zwischen Kaltem Krieg und Ku-Klux-Klan nach freien Geistern und kritischen Tönen sehnt. Auf dem Cover einer seiner Schallplatten liegt er zum Beispiel gemütlich auf einer bunten Picknickdecke mitten auf einem Friedhof.

    Der Comedian tritt in berühmten Clubs wie dem New Yorker Village Vanguard auf, 1961 sogar in der ausverkauften Carnegie Hall, und immer wieder im Fernsehen. Doch als er öffentlich über Korruption in Justiz und Polizei spricht, überschreitet Lenny Bruce eine rote Linie. Kaum ein Clubbesitzer will ihn noch engagieren - aus Angst vor Lizenzverlust.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Bernhard Hiergeist (Freier Journalist, Comedy-Experte und Betreiber des Online-Magazins Setup/Punchline)
    • Lenny Bruce: How to talk dirty and influence people. Autobiografie. Chicago 1967
    • Dokumentarfilm "Swear to tell the truth" von Robert Weide. 1998
    • LP "The Best of Lenny Bruce". 1962
    • LPs "The Lenny Bruce Originals". 1992 und 1997

    Weiterführende Links:
    • Historic Films: Lenny Bruce in der Steve-Allen-Show am 5. April 1959
    • Real Time: Lenny Bruce performs at Basin Street West am 16. August 1965

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Kosfeld
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Okkulte Magie, Drogen und Sex: Das Rätsel Aleister Crowley

    In Großbritannien galt er als "bösester Mensch der Welt". Wer ist Aleister Crowley wirklich - und warum inspiriert er so viele Musikstars wie Mick Jagger und David Bowie?



    In diesem Zeitzeichen erzählen Markus Harmann und Joachim Heinz:

    • mit welcher Frage der elfjährige Aleister Crowley das erste Mal in der Schule aneckt,
    • wie er als Bergsteiger am K2 und im Himalaya unangenehm auffällt,
    • welche Rituale Crowley auf dem Herrensitz Boleskine House oberhalb des Loch Ness zelebriert,
    • warum der britische Geheimdienst sich im Zweiten Weltkrieg für ihn interessiert,
    • was James Bond mit Aleister Crowley zu tun hat.

    Aleister Crowley, der in der englischen Grafschaft Warwickshire zur Welt kommt, beginnt früh damit, bürgerliche Erwartungen zu brechen. Gegen das starre Sittenkostüm der viktorianischen Zeit setzt er auf Provokation – unter Einfluss von Esoterik, Sektiererei und Drogen.

    Bevor es soweit ist, beschreitet der junge Alexander Edward Crowley – den Namen Aleister nimmt er erst in seiner Studienzeit in Oxford an – den klassischen Bildungsweg der englischen Upper Class. Berühmt will er werden, egal wofür. Er entwickelt sich zu einem mehr als passablen Schachspieler, versucht sich als Dichter und wendet sich dem Bergsteigen zu.

    Er ist ständig auf Reisen, gehört zu den ersten westlichen Yoga-Jüngern, flirtet mit dem Buddhismus – und interessiert sich mehr und mehr für Magie, das Übersinnliche. Sein Leitsatz lautet: "Tu, was Du willst – das sei das ganze Gesetz!"

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Sabine Doering-Manteuffel (Ethnologin und Präsidentin der Universität Augsburg)
    • Manuel Trummer (Kulturwissenschaftler an der Ludwig-Maximilians-Universität München)
    • Colin Campbell (Mitglied im Stiftungsrat von Boleskine House in Schottland)
    • Sabine Doering-Manteuffel: Das Okkulte. Eine Erfolgsgeschichte im Schatten der Aufklärung. Von Gutenberg bis zum World Wide Web. München 2008
    • Lawrence Sutin: Do what thou wilt. A life of Aleister Crowley. New York 2000

    Weiterführende Links:
    • WDR: Sex, Drugs & Magie - Aleister Crowley
    • Arte: Aleister Crowley - Der böseste Mensch der Welt

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    Autoren: Markus Harmann und Joachim Heinz
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Christine Reinartz

    15 min
  • Macht Mathematik zur Frauensache: Sofja Kowalewskaja

    Im Oktober 1870 darf sie nicht offiziell eingeschrieben sein. Doch sie lernt beim berühmten Professor Weierstraß - und wird zur Pionierin in der Männerdomäne Mathematik.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:

    • wie Sofja in ihrem Kinderzimmer täglich Mathematik umgeben ist,
    • welche Rolle ihr Onkel Pjotr Wassiljewitsch in ihrem Leben spielt,
    • mit welchem Trick Sofja ihren Vater dazu bringt, sie ins Ausland reisen zu lassen,
    • wie Mathematik-Professor Karl Weierstraß seiner Privatschülerin einen offiziellen Studienabschluss ermöglicht,
    • warum Sofja Kowalewskaja gleich drei Doktorarbeiten schreibt.

    Sofja Kowalewskaja ist eine Pionierin. Sie erwirbt als erste Frau der Welt einen Doktortitel in Mathematik und wird weltweit die erste Professorin für Mathematik. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg in einer Welt, die damals noch vollständig von Männern dominiert wird.

    Geboren wird Sofja Kowalewskaja 1850 als mittleres von drei Kindern in Moskau. Die Familie gehört zum niederen russischen Adel. Der Vater ist General in der zaristischen Armee, die Mutter Tochter eines deutschen Offiziers in russischen Diensten. Sie erhält zwar eine gute Allgemeinbildung, aber Karriere ist für Frauen nicht vorgesehen.

    Sofja Kowalewskaja schafft es trotzdem, ihr mathematisches Ausnahmetalent zur Geltung zu bringen. Dank jahrelanger Ausdauer und der Hilfe von Professor Weierstraß, der für sie mehrmals Hindernisse aus dem Weg räumt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Eva Kaufholz-Soldat (Mathematikerin, Mathematikhistorikerin, Universität Koblenz)
    • Sonja Kowalewsky (= Sofja Kowalewskaja): Erinnerungen an meine Kindheit. Weimar 1960
    • Cordula Tollmien: Fürstin der Wissenschaft. Weinheim, Basel 1995

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: Fahrrad und Feminismus: die irische Pädagogin Sophie Bryant
    • Zeitzeichen: Ada Lovelace, Informatik-Pionierin
    • Zeitzeichen: Antiker Cold Case: Mord an der Universalgelehrten Hypatia
    • SWR Wissen: Sofja Kowalewskaja - Erste Mathematik-Professorin der Welt
    • SWR Wissen: Frauen im Portrait

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    Autorin: Marfa Heimbach
    Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Paulus "Ohm" Kruger: Ein Buren-Führer macht Weltgeschichte

    Ein Hinterwäldler wird zum Nationalheld: Paulus Kruger, geb. am 10.10.1825, führt den Buren-Aufstand gegen die britische Kolonialmacht an - und prägt Südafrika bis heute.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:

    • wie Paulus Krüger Generalkommandant der kleinen Republik Transvaal wird,
    • wie er nach der britischen Annektion von Transvaal für die Unabhängigkeit des Gebietes kämpft,
    • was hinter der sogenannten Krüger-Depesche steckt,
    • wie Krüger am Hafen von Marseille und am Kölner Hauptbahnhof gefeiert wird,
    • wie die Nationalsozialisten Kruger zum Volkshelden stilisieren.

    Die Buren stammen von europäischen Einwanderern ab. Von niederländischen, aber auch deutschen und französischen Siedlern, die seit dem 17. Jahrhundert am Kap der Guten Hoffnung seßhaft geworden sind. Sie sind Ackerbauern, Viehzüchter und Winzer.

    Dabei setzen sie auf billige Arbeitskräfte und versklaven die Schwarzen der Region, weil sie sie für Menschen zweiter Klasse halten. Paulus Krüger macht hier keine Ausnahme. Im Gegenteil: Er wird zum Präsidenten der Republik Transvaal gewählt. Die Buren sehen sich selbst als Afrikaner und nennen sich aus so: Afrikaners.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Christoph Marx (Professor für Außereuropäische Geschichte, Historisches Institut Universität Duisburg-Essen)
    • Paul Kruger, H. C. Bredell, Piet Grobler: The memoirs of Paul Kruger, four times president of the South African republic, told by himself. Toronto 1902
    • Albrecht Hagemann: Kleine Geschichte Südafrikas. München 2018
    • Christoph Marx: Südafrika. Geschichte und Gegenwart. Stuttgart 2022

    Weiterführende Links:
    • Das Kalenderblatt 26.03.1898: Paul Kruger gründet Tierreservat
    • ZDF: Der verschollene Buren-Schatz

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Wolfgang Meyer
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Ikone der Popkultur: John Lennons Rückzug ins Privatleben

    Warum John Lennon 1975 ausstieg: Der Ex-Beatle wird Vater, lässt Bühne, Beatlemania und Business vorerst hinter sich. Ein radikaler Neuanfang im privaten Luxusappartment.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Philip Ritter:

    • warum das FBI John Lennon nach der Beatles-Trennung überwacht,
    • welche 14 Monate Lennon später als "Lost Weekend" bezeichnet,
    • warum der vorübergehende Rückzug aus dem Musikgeschäft für ihn eine Erlösung ist,
    • wie John Lennon sich über sein Familienleben mit Sohn Sean freut,
    • was er rückblickend über seine erste Zeit als Familienvater mit Sohn Julian sagt.

    Im Song "Watch The Wheels" – veröffentlicht 1980, kurz vor seinem Tod – beschreibt John Lennon, wie er die vorangegangenen fünf Jahre verbracht hat: Als Privatmensch, der nicht länger auf dem sich so schnell drehenden Karussell sitzt, sondern nur noch genüsslich von außen zuschaut.

    Doch warum verlässt John Lennon Mitte der 1970er Jahre plötzlich das Rampenlicht? Was veranlasst den Superstar, der Welt des Showbusiness, nach einer beispiellosen Karriere, plötzlich den Rücken zu kehren?

    Der Tag, an dem sich John Lennon aus dem Hamsterrad befreit, ist sein 35. Geburtstag. Ein Zufall. Viel wichtiger: Der 9. Oktober 1975 ist auch der Geburtstag von Sean, dem gemeinsamen Sohn mit Yoko Ono. Anschließend zieht sich Lennon für fünf Jahre aus dem Musikgeschäft zurück.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Klaus Voormann (Grafiker, Musiker)
    • Ocke Bandixen (Journalist, Autor)
    • Philip Norman: John Lennon – The Life. New York 2009

    Weiterführende Links:
    • The Tomorrow Show: John Lennon im Interview am 04.08.1975
    • BBC Radio 1: John Lennon und Yoko Ono im Interview am 06.12.1980
    • Zeitzeichen 18.06.1942: Paul McCartney wird geboren
    • Zeitzeichen 27.08.1967: Der Beatles-Manager Brian Epstein stirbt
    • Zeitzeichen 11.10.1971: Die Singele "Imagine" von John Lennon und Yoko Ono erscheint

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    Heute gibt's gleich zwei musikalische Tipps:
    Der Beatles-Podcast "Becoming The Beatles - Die Hamburger Jahre" und außerdem ein ARD-Mediathek-Tipp: Hip Hopp in seiner Vielfalt

    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Philip Ritter
    Redaktion: Matti Hesse

    16 min
  • Von Eseln und Elfenköniginnen: Shakespeares Sommernachtstraum

    Liebesverwirrung, Elfenzauber und Theater im Theater: Shakespeares "Sommernachtstraum" mischt Poesie mit Klamauk. Erstmals gedruckt am 8.10.1600.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:

    • wann der "Sommernachtstraum" vermutlich entstanden ist,
    • welche unterschiedlichen Pole die Stadt Athen und der Wald im Stück symbolisieren,
    • wie Theater im 16. Jahrhundert zur Massenunterhaltung wird,
    • wie Shakespeares Karriere als Schauspieler, Autor und Theaterbetreiber Fahrt aufnimmt,
    • warum Frauenrollen zu Shakespeares Zeiten von Jungen gespielt werden.

    Der "Sommernachtstraum" ist nach wie vor eines der meistgespielten Stücke in Deutschland. Ein besonderer Reiz liegt in den verschiedenen Ebenen: Am Fürstenhof von Athen herrschen klare Vernunft und strenge Sitte, während im Wald Traum und Fantasie regieren. Das Schwanken zwischen Illusion und Realität macht offenbar die Attraktivität aus.

    Shakespeare führt außerdem vor, wie unberechenbar das Herz sein kann, wie brüchig die Identität und wie chaotisch die Gefühle. Die Rätsel seiner "Sommernacht" rühren an allgemein menschliche Themen, die uns auch heute noch bewegen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Sonja Fielitz (Professorin für Anglistik an der Philipps-Universität Marburg)
    • William Shakespeare: Ein Sommernachtstraum. München 2025
    • Sonja Fielitz: A Midsummer Night’s Dream. Essay in: William Shakespeare: Ein Sommernachtstraum. München 2025
    • Ina Schabert: Shakespeare-Handbuch. Die Zeit – Der Mensch – Das Werk – Die Nachwelt. Stuttgart 1992

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 23.04.1564: Shakespeare mutmaßlicher Geburtstag
    • Zeitzeichen 29.06.1613: Ein Brand zerstört

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    Autorin: Christiane Kopka
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Theo Kramer

    15 min
  • Rätselhafte Schrift aus dem Mittelalter: Das Voynich-Manuskript

    Dieses handschriftliche Rätsel ist und bleibt ein Mysterium: Am 7.10.1915 wird das geheimnisvolle Voynich-Manuskript der Öffentlichkeit vorgestellt. Doch was steht darin?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:

    • welche Spekulationen es über das Voynich-Manuskript gibt,
    • wo das Original-Dokument heute aufbewahrt wird,
    • welche Auffälligkeiten die 200 Pergament-Seiten aufweisen,
    • was außer Pflanzen und nackten Menschen sonst noch darin abgebildet ist,
    • was Kaiser Rudolf II. mit dem Manuskript zu tun hat.

    Mediävisten, Kryptologen, Stochastiker, Esoteriker, Verschwörungsideologen - viele Fachleute und solche, die sich dafür halten, versuchen, das sogenannte Voynich-Manuskript zu übersetzen. Gefunden hat es der Buchhändler Wilfried Voynich 1912 in der Villa Mondragone, einem Jesuitenstift bei Rom. Doch die mittelalterliche Handschrift kann niemand lesen - bis heute.

    Lange bevor Voynich das Manuskript wiederentdeckt, rätseln verschiedene Vorbesitzer bereits über dessen Ursprung, Sinn und Inhalt. Das ist zum Beispiel in einem Brief aus dem 17. Jahrhundert nachzulesen, den der Londoner Buchhändler zusammen mit der Schrift aus der verstaubten Bücherkiste klaubt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Jürgen Hermes (Computerlinguist, Universität Köln)
    • Torsten Timm (Informatiker)
    • Klaus Schmeh: Codeknacker gegen Codemacher. Die faszinierende Geschichte der Verschlüsselung. London 2007
    • Torsten Timm: How the Voynich Manuscript was created. Dresden 2017

    Weiterführende Links:
    • Das komplette Voynich-Manuskript als hoch auflösender Scan
    • Jürgen Hermes: Video-Vortrag zum Voynich-Manuskript. Institut für Digital Humanities, Universität Köln 2020

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    Autor: Martin Herzog
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Ferdinand von Richthofen: Erfinder der Seidenstraße

    Ferdinand von Richthofen kartierte China, prägte die Forschung zur Seidenstraße und legte Grundlagen für Europas China-Interesse. Er starb am 6. Oktober 1905.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:

    • was der Geologe Ferdinand von Richthofen auf sieben Expeditionen in China erforscht,
    • warum er dem deutschen Kaiserreich präzise Orte in China für mögliche Kolonien vorschlägt,
    • wie Richthofen schon mit 23 Jahren erkennt, dass die markanten Felsen der Dolomiten einst Korallenriffe waren,
    • wieso er die legendäre Seidenstraße nicht entdeckt, sondern am Schreibtisch neu "erfindet",
    • und wie seine Vision von Chinas Westöffnung bis in die heutige Belt-and-Road-Initiative nachwirkt.

    Ferdinand von Richthofen, 1833 in Schlesien geboren, ist ein Pionier der modernen Geowissenschaften. Vier Jahre lang reist er durch 13 chinesische Provinzen, kartiert Gebirge und Flüsse und sucht nach dem "schwarzen Gold": Kohle, der Treibstoff der Industrialisierung.

    Sein Blick von Ost nach West ist neu und weitsichtig: Er sieht ein China im Umbruch, voller künftiger Dynamik. Die berühmte Seidenstraße bereist er nie. Stattdessen puzzelt er Karten, Berichte und chinesische Quellen zusammen und erfindet das uralte Handelsnetz zwischen China und Europa neu. Am 6. Oktober 1905 stirbt er in Berlin, doch seine Idee von weltumspannenden Handelswegen lebt bis heute fort.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Marcus Hernig, Sinologe und Historiker, Professor an der Tongji-Universität Shanghai, Buchautor und Wirtschaftsberater
    • Marcus Hernig: Ferdinand von Richthofen. Der Erfinder der Seidenstraße. Berlin 2022.
    • Peter Frankopan: Die neuen Seidenstraßen. Gegenwart und Zukunft unserer Welt. Berlin 2019.
    • Jürgen Osterhammel: “Forschungsreise und Kolonialprogramm. Ferdinand von Richthofen und die Erschließung Chinas im 19. Jahrhundert”. In: Archiv für Kulturgeschichte 69 (1987, 1), S. 150-195, 171.

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Wege zur Macht - Chinas neue Seidenstraße
    • Planet Wissen: Methoden der Geologie
    • WDR Zeitzeichen: Revolutioniert die Geologie vom Schreibtisch aus: Marie Tharp

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    Autorin: Almut Finck
    Redaktion: Sefa Inci Suvak

    15 min

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