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WDR Zeitzeichen episodes

  • Weil's auch dem König so gefiel: erste Doktorin der Medizin

    Dorothea Christiane Erxleben, geboren am 13.11.1715, erreicht, was für Frauen damals eigentlich nicht vorgesehen war. Sie promoviert in Medizin. Als erste in Deutschland.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Steffi Tenhaven:

    • wie Dorothea Christiane Erxleben schon früh mit dem Fach Medizin in Berührung kommt,
    • mit welchen Mitteln sie als 23-Jährige gängige Vorurteile gegen Frauen entlarvt,
    • warum sie 1753 von drei Ärzten angezeigt wird,
    • wie ungleich Frauen und Männer heutzutage im Medizinstudium behandelt werden.

    Dorothea Christiane Erxleben traut sich was. Weil Frauen damals nicht studieren dürfen, schreibt sie an Friedrich den Großen und bittet ihn, ihr das Medizinstudium und die Promotion an der Universität in Halle zu gestatten. Der König zeigt sich großzügig und erteilt 1741 seine Genehmigung.

    Doch das Leben hat zunächst andere Pläne. Als eine Cousine stirbt und fünf kleine Kinder hinterlässt, kümmert sie sich um die Halbwaisen und heiratet später den Witwer – den Diakon Johann Christian Erxleben. Mit 26 Jahren ist sie plötzlich Stiefmutter, Hausfrau und Pfarrersfrau.

    Vier eigene Kinder bekommt sie auch noch. Erst Jahre später kann sie von ihrer königlichen Sondergenehmigung Gebrauch machen und wird, inzwischen 38 Jahre alt, Deutschlands erste Ärztin mit Doktortitel.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professorin Eva Brinkschulte (emeritierte Medizinhistorikerin und Medizinethikerin)
    • Jule Stock (Ärztin, Doktorarbeit zur Genderdiskriminierung an medizinischen Fakultäten in Deutschland)
    • Eva Brinkschulte: Dorothea Christiane Erxleben - Weibliche Gelehrsamkeit und medizinische Profession seit dem 18. Jahrhundert. Halle 2006
    • Dorothea Christiane Erxleben: Academische Abhandlung von der gar zu geschwinden und angenehmen, aber deswegen öfters unsichern Heilung der Krankheiten. Reprint der Dissertation von 1755. Dößel 2006

    • Jule Stock und Andrea Kaifie: The effects of gender discrimination on medical students‘ choice of specialty for their (junior) residency – a survey among medical students in Germany. Berlin 2024

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 24.01.1712: Friedrich II. von Preußen wird geboren
    • Zeitzeichen 30.10.1889: Geburtstag der Gynäkologin Anne-Marie Durand-Wever
    • Zeitzeichen 09.02.1907: Suffragetten demonstrieren in London für Frauenwahlrecht

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Steffi Tenhaven
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Neil Young wird 80: Der ewige Rebell des Rock

    Am 12.11.1945 wird Neil Young geboren: Rocklegende, Umweltaktivist, Eigenbrötler. Ein Musiker, der nie mit dem Strom schwimmt - und damit Generationen prägt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christopher Heimer:

    • wie Neil Young auf einem 5.400-Kilometer-Roadtrip in einem alten Leichenwagen nach Los Angeles gelangt,
    • wie er mit brüchiger Stimme alle Trends ignoriert und trotzdem Rockgeschichte schreibt,
    • wie er mit der radikal ehrlichen, düsteren Ditch-Trilogie seine Karriere riskiert und zugleich sein wahrhaftigstes Werk schafft,
    • und wie er bis heute unbeirrbar für Umwelt, Freiheit und die eigenen Überzeugungen kämpft.

    "It’s better to burn out than to fade away" - dieser berühmte Satz fasst Neil Youngs Karriere wohl am besten zusammen. Über 50 Alben, Hall-of-Fame-Ehren als Solokünstler und mit der Band Buffalo Springfield: Der Sänger bleibt ständig in Bewegung. Mal leise mit Akustikgitarre, mal laut mit der Gruppe Crazy Horse, immer kompromisslos und eigenwillig.

    Schon früh von Bob Dylan inspiriert, wagt er den Sprung von Kanada nach Los Angeles, wird Stimme der Protestgeneration und landet Welthits wie "Heart of Gold". Der Ruhm bremst ihn nicht. Er singt gegen Krieg, Umweltzerstörung und Ungerechtigkeit, baut ein Elektroauto und nimmt Alben auf, als wären es musikalische Tagebucheinträge. Bis heute bleibt Neil Young der unbequeme, leidenschaftlich Suchende. Und ein Musiker, der lieber riskiert auszubrennen, als stehenzubleiben.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Heinz Rebellius – Musiker und Journalist
    • Neil Young: Ein Hippie-Traum. Köln 2012
    • Navid Kermani: Das Buch der von Neil Young getöteten Kinder. Berlin 2013
    • Scott Young: Neil & Me. Ontario 1984

    Weiterführende Links:
    • WDR Rockpalast: Neil Young – Interview und Konzertmitschnitt
    • WDR Rockpalast: Alles zu Neil Young
    • WDR Kulturnachrichten: Neil Young besorgt um Wiedereinreise in die USA
    • Under The Rusted Moon: All about Neil Young

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christopher Heimer
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Tupaia: James Cooks vergessener Navigator

    Er kennt den Pazifik wie kein Europäer: Tupaia, der polynesische Navigator, führt James Cook über unbekannte Meere – und zahlt am 11.11.1770 mit seinem Leben.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand:

    • welche Hoffnung Tupaia in James Cook setzt,
    • wie Tupaia anhand der Sterne Schiffe navigieren kann,
    • warum sein Neffe Taiato auf der Expedition zu "everybody's darling" wird,
    • dass Tupaia sich trotz sichtlichem Vitamin-C-Mangel weigert, vitaminreiches Sauerkraut und Zitronengelee zu essen.

    Als James Cook vor Tahiti ankert, kommt es schon bald zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Indigenen. Tupaia, ein Priester von einer der Nachbarinseln Tahitis, versucht zu vermitteln und bringt die Anliegen der Inselbewohner vor.

    Cook erkennt schnell, dass Tupaia nicht nur ein geschickter Diplomat ist, sondern sich auch im Pazifik bestens auskennt. Er kann Tupaia überzeugen, mit ihm in See zu stechen. Dank Tupaias Navigationskunst erreichen die Briten bald Neuseeland. Dort kann sich Tupaia mit den Māori verständigen und ermöglicht Cook so, Neuseeland zu erkunden.

    Ohne Tupaia wäre Cook wahrscheinlich nicht als erfolgreicher Entdecker in die Geschichte eingegangen. Erwähnt hat er ihn in seinen Berichten dennoch kaum – obwohl Tupaia im Dienste Cooks stirbt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Frank Vorpahl, Historiker, Journalist und Autor
    • Frank Vorpahl: Aufbruch im Licht der Sterne. Wie Tupaia, Maheine und Mai Captain Cook den Weg durch die Südsee erschlossen, Köln 2023
    • James Cook: Captain Cook’s Journal During His First Voyage Round the World, made in H.M. Bark Endeavour, 1768-71, London 1893

    Weiterführende Links:
    • Uni Potsdam: Zur Entschlüsselung von Tupaias Karte
    • Planet Wissen: James Cook
    • Planet Wissen: Skorbut
    • Stichtag: 24.12.1777 – James Cook entdeckt die Weihnachtsinsel
    • Zeitzeichen: 11.06.1770 – James Cook entdeckt das Great Barrier Reef

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Kolja Sand
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Der Gammelfleisch-Skandal 2005

    Ein Fund in einem Kühlhaus löst Entsetzen aus: Verdorbenes Fleisch, trotzdem verkauft. Im November 2005 erreicht der Skandal seinen Höhepunkt - mit Ekel-Funden in ganz Deutschland.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Gerdener:

    • was die Rinderseuche BSE mit dem Gammelfleisch zu tun hat,
    • warum niemand kontrolliert, wo Fleischabfälle landen,
    • was die Politik in Folge des Skandals ändert.

    Ein Hotelzimmer zur Dauermiete und ein Telefon. Mehr braucht Uwe Domenz nicht, um seine Geschäfte zu führen. Er kauft und verkauft massenhaft Fleisch, vor allem günstiges - mit gutem Gewinn. Sein Geschäftsmodell platzt nach einer unangemeldeten Routinekontrolle in einem Gelsenkirchener Kühlhaus. Die Lebensmittelprüfer stellen fest: Das von Domenz angebotene Fleisch hat das Mindesthaltbarkeitsdatum längst überschritten.

    Das Veterinäramt stellt weitere Tonnen Fleisch sicher – seit Jahren tiefgefroren und überlagert. Am Ende sind es 400 Tonnen "Gammelfleisch", die Uwe Domenz den Verbrauchern unterjubelt: Abfälle, die in Würstchen und Dönerspießen landen, Tierfutter, das als Spanferkel etikettiert wird, Straußenfleisch, das als Rindergulasch verkauft wird.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Matthias Wolfschmidt, Foodwatch
    • Kai Purnhagen, Professor für Lebensmittelrecht, Uni Bayreuth

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 31. August 2006 – "Gammelfleischskandal" in Bayern
    • Stichtag: 4. März 1985 – Weinpanscher zu Haftstrafen verurteilt

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Gerdener
    Redaktion: Matti Hesse und David Rother

    15 min
  • Stockholmer Blutbad: Wie eine Krönung zur tödlichen Falle wird

    Die Krönung von Christian II. zum König von Schweden im November 1520 beginnt als fröhliches Fest. Sie endet mit mehr als 100 toten Gästen - nur ein Feind Christians entkommt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau:

    • wie ein prunkvolles Krönungsfest zum Schauplatz politischer Abrechnung wird,
    • warum der Vorwurf der Ketzerei entscheidend ist,
    • wie Christian II. versucht, sein Handeln gegenüber Rom zu rechtfertigen,
    • warum der Vatikan trotz Kenntnis der Vorgänge nicht einschreitet,
    • wie das "Stockholmer Blutbad" zu einem Wendepunkt der schwedischen Geschichte wird.

    Anfang November 1520 strömt die schwedische Elite nach Stockholm. Der dänische König Christian II. feiert seine Krönung zum Herrscher über Schweden. Drei Tage lang scheint alles in bester Ordnung: freundliche Gesten, festliche Stimmung, Versprechen von Amnestie für ehemalige Kontrahenten. Der Schein trügt.

    Am dritten Tag werden die Türen des Schlosses geschlossen. Erzbischof Gustav Trolle erhebt schwere Anklagen: Ketzerei und Hochverrat hätten die begangen, die seinen und damit Christians Rivalen unterstützt haben. Was folgt, ist ein Akt kalkulierter Gewalt. Auf dem Marktplatz werden mehr als 120 Adlige, Geistliche und Bürger hingerichtet. Ein Schock für das ganze Land.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professor Dr. Heiko Droste (Professor für Geschichte an der Universität Stockholm)
    • Heiko Droste und Kurt Villads Jensen: The Stockholm Bloodbath of 1520, Amsterdam 2025
    • Sven Ekdahl: Das Stockholmer Blutbad 1520, München 1990

    Weiterführende Links:
    • Stadtgeschichtliche Internetseite Stockholms zum Blutbad
    • Zeitzeichen 20.07.1397: Die "Union von Kalmar" wird geschlossen
    • Zeitzeichen 12.01.1528: Gustav I. Wasa wird König von Schweden

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    Autor: Thomas Mau
    Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins

    15 min
  • Nobelpreis für einen Zufall: Röntgens revolutionäre Strahlen

    Am 8.11.1895 entdeckt Wilhelm Röntgen Strahlen, die alles durchdringen. Erst gefährliches Jahrmarkt-Spektakel, retten sie bald Leben und bringen Röntgen den ersten Nobelpreis ein.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer:

    • wie ein Professor in Zürich den jungen Tüftler fördert und ihm damit Türen öffnet,
    • wie ein schlichtes Experiment die Welt der Medizin revolutioniert,
    • wie Röntgens Entdeckung in Rekordzeit um die Welt geht, lange vor Internet und E-Mail,
    • weshalb seine Strahlen erst Begeisterung, dann auch Schrecken auslösen.

    Es ist der 8. November 1895. Im Physikalischen Institut in Würzburg brennt noch Licht. Wilhelm Conrad Röntgen sitzt über einer Glasröhre, als plötzlich ein Leuchtschirm aufblitzt, auch dann noch, als er die Röhre abdeckt. Bücher, Leder, Holz: Nichts hält das geheimnisvolle Leuchten auf. Kurz darauf entsteht das erste Bild einer Hand - Knochen und Ehering klar zu erkennen.

    Die Nachricht verbreitet sich rasend schnell, ein weltweites Röntgenfieber setzt ein. Ärzte, Schausteller, sogar Schuhläden nutzen die neue Technik. Lange, bevor man ihre Risiken kennt. Röntgen selbst bleibt bescheiden, lehnt Adelstitel ab und meldet kein Patent an. 1901 erhält er den ersten Nobelpreis der Geschichte.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und InterviewpartnerInnen:
    • Anna Kätker (stellvertretende Direktorin des Deutschen Röntgen-Museums)
    • Thorsten Bley (Direktor des Instituts für Radiologie am Universitätsklinikum Würzburg)
    • Wilhelm Conrad Röntgen: Über eine neue Art von Strahlen, Leipzig 1898
    • Uwe Busch: Wilhelm Conrad Röntgen. Den X-Strahlen auf der Spur, Remscheid 2020
    • Julius-Maximilians-Universität Würzburg: Wilhelm Conrad Röntgen - 125 Jahre neue Einsichten - Festakt zum Röntgenjubiläum

    Weiterführende Links:
    • 10.12.1954: Der Physiker Max Born erhält den Nobelpreis
    • 10.12.1933: Der Brite Paul Dirac erhält den Physiknobelpreis
    • Planet Wissen: Nobelpreisträger - Conrad Röntgen und die Entdeckung der Röntgenstrahlen

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    Das ganze Zeitzeichen-Archiv gibt’s hier.

    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Erik Hlacer
    Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak
    Technik: Christine Reinartz

    15 min
  • Mord mit Ansage: Die Kentucky-Tragödie

    Am 7.11.1825 wird Solomon P. Sharp ermordet. Die daraus folgende "Kentucky-Tragödie" ist eine blutige Bühne für verletzte Ehre, Doppelmoral, Rache und politische Intrigen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayı:

    • wie sich eine Affäre zu einem Medienereignis entwickelt,
    • dass Anna Cooke eine für ihre Zeit ungewöhnlich emanzipierte Frau ist,
    • welche Rolle die Wirtschaftskrise beim Mord spielt,
    • warum hinter der Kentucky-Tragödie auch ein politisches Komplott vermutet wird.

    Anna Cooke bringt 1819 ein uneheliches Kind tot zur Welt. Im biederen Kentucky eine Katastrophe. Solomon P. Sharp, ein angesehener Jurist und aufstrebender Politiker, streitet die Vaterschaft beharrlich ab. Und während er weiter die Karriereleiter hochsteigt, lebt Anna Cooke geächtet und isoliert.

    Ein gesellschaftlich akzeptiertes Verhalten, mit dem Sharp vermutlich durchgekommen wäre – wäre nicht Jeroboam Beauchamp ins Leben von Anna Cooke getreten. Gemeinsam schmieden sie einen Racheplan, der am 7.11.1825 nicht nur den vermeintlichen Kindsvater das Leben kostet, sondern später auch Beauchamp und Cooke selbst.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Michael Hochgeschwender, Prof. für Nordamerikanische Kulturgeschichte und Kulturanthropologie, LMU München
    • J.W. Cooke: Portrait of a Murderess: Anna Cooke Beauchamp. The Filson Club History Quarterly, Louisville 1991

    Weiterführende Links:
    • Murder by Gaslight: The Kentucky Tragedy
    • Zeitzeichen: 31.01.1910 – Mysteriöser Kriminallfall: Cora Crippen

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    Autor: Murat Kayı
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Rivale des Shōgun: Samurai Ishida Mitsunari

    Ishida Mitsunaris größte Schlacht ist ein Wendepunkt in Japans Geschichte. Doch der Samurai ist kein Stratege - und verliert. Am 6.11.1600 wird er hingerichtet.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:

    • wie Japan im 16. Jahrhundert in mehrere hundert Fürstentümer zersplittert ist,
    • warum Samurai-Kämpfer mehr als nur Krieger sind,
    • dass die unerschütterliche Treue der Samurai ein Mythos ist,
    • wie Ishida Mitsunaris Leben anstelle einer Hinrichtung enden hätte sollen.

    Unter Toyotomi Hideyoshi erlebt Japan Ende des 16. Jahrhunderts eine relativ friedliche Phase. Mit seinem Tod endet diese abrupt. Der folgende Machtkampf um die Vorherrschaft im Land mündet in die Schlacht bei Sekigahara, eine der blutigsten Auseinandersetzungen dieser Zeit.

    Im Oktober 1600 treffen im Tal von Sekigahara zwei große Heere aufeinander: die Westarmee unter der Führung von Ishida Mitsunari und die Ostarmee unter Tokugawa Ieyasu. Mitsunari, einst die rechte Hand Hideyoshis, gilt als fähiger Verwaltungsbeamter, aber weniger begabter Diplomat und Feldherr.

    Tokugawa Ieyasu hingegen erweist sich als brillanter Stratege. Eine übergelaufene Armee-Einheit verhilft ihm zum Sieg. Ishida Mitsunari muss fliehen, wird jedoch gefasst und am 6. November 1600 mit einem Samurai-Schwert geköpft. Seinen abgeschlagenen Schädel findet man 1907 zufällig in einem Tempel in Kyoto. Wer ihn dort begraben hat, ist bis heute ein Rätsel.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Reinhard Zöllner, Japanologe an der Universität Bonn
    • Julien Peltier, Historiker und Samurai-Experte
    • Anthony J. Bryant: Sekigahara 1600: The final struggle for power. Oxford 1995
    • Chris Glenn: The Battle of Sekigahara. The Greatest, Bloodiest, Most Decisive Samurai Battle Ever. Barnsley 2021
    • Julien Peltier: Sekigahara. La plus grande bataille de samouraïs. Paris 2020
    • Stephen Turnbull: The Samurai and the Sacred – The Path of the Warrior. Oxford 2011

    Weiterführende Links:
    • Sekigahara Town History & Folklore Museum
    • Zeitzeichen: 14.06.1585: Der Jesuit Luis Froís beschreibt Japan
    • Zeitzeichen: 21.08.1192 – Beginn der Shōgun-Herrschaft in Japan
    • Zeitzeichen: 18.11.794 – Kyōto wird Japans Hauptstadt

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin Andrea Kath
    Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins
    Technik: Christina Gabriel

    15 min
  • Beinahe hätte er England gesprengt: Guy Fawkes

    Am 5.11.1605 fliegt in London eine Verschwörung auf. Guy Fawkes und seine Mitstreiter scheitern im Versuch, Parlament und protestantischen König in die Luft zu sprengen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:

    • woran der Anschlag scheitert und was der englische Geheimdienst damit zu tun haben könnte,
    • wie der festgenommene Guy Fawkes zum Reden gebracht werden soll,
    • warum die Verschwörer das Gegenteil ihres Zieles erreichen,
    • welches globale Beben ein gelungener Anschlag wohl ausgelöst hätte,
    • wie der 5. November heute in England begangen wird.

    Es geht um Religion und um Macht. Als der Papst sich im 16. Jahrhundert weigert, eine der vielen Ehen von Englands König Heinrich VIII. für nichtig zu erklären, sagt sich der Herrscher von der Katholischen Kirche los und gründet einfach seine eigene: die Anglikanische Kirche. Jahrzehnte später drangsaliert König Jakob seine katholischen Untertanen.

    Eine katholische Verschwörergruppe bildet sich. Sie will Englands politische Elite mit einem Schlag in die Luft jagen. Das Attentat soll bei der feierlichen Eröffnung des Parlaments durch den König im Palast von Westminster stattfinden. Dort versammeln sich alle einmal im Jahr in einem Raum.

    Am 5. November 1605 ist es wieder soweit. Sprengmeister Guy Fawkes will mehr als zwei Tonnen Schwarzpulver in 36 Fässern gleichzeitig zur Explosion bringen. Doch der Plan fliegt auf – und Fawkes wird im Keller des Gebäudes verhaftet.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professor André Krischer (Historiker an der Universität Freiburg)
    • André Krischer (Hg.): Verräter. Geschichte eines Deutungsmusters. Köln 2019
    • Nick Holland: The real Guy Fawkes. Barnsley 2017

    Weiterführende Links:
    • Stichtag 28.06.1491: König Heinrich VIII. von England wird geboren
    • Arte: Anonymous - I saw the sign

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    Autor: Heiner Wember
    Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse
    Technik: Alexander Buske

    16 min
  • Túpac Amaru II, der letzte große Inka-Rebell

    In Peru starten Ende des 18. Jahrhunderts Túpac Amaru II. und seine Frau Micaela Bastidas eine Rebellion gegen Spaniens Kolonialmacht. Den Kampf gewinnen sie beinahe.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich:

    • warum Túpac Amaru II. den Glauben ans spanische Rechtssystem verliert,
    • wie die Rebellion mit einem Mittagessen und einer Entführung beginnt,
    • dass eine öffentliche Hinrichtung die indigene Bevölkerung mobilisiert,
    • wie Micaela Bastidas als Logistikerin die Revolution organisiert,
    • mit welchen Methoden die Spanier den jahrelangen Aufstand niederschlagen können.

    Im Kolonialstaat Peru sind Mitte des 18. Jahrhunderts Spanisch die offizielle Sprache und der Katholizismus die vorherrschende Religion. Doch nach wie vor sprechen die indigenen Menschen Quechua und kleiden sich in der Tradition der Inka - obwohl die spanische Krone alles versucht, die indigenen Wurzeln zu kappen.

    Im Dienste des spanischen Königs Karl III. peitschen Beamte Reformen durch, die Geld in Spaniens Staatskasse spülen sollen. Leidtragende sind die bäuerlichen Familien im Hochland. Unter grausamen Bedingungen verrichten sie Arbeitsdienste auf Kokafeldern, in Textilfabriken und Silberminen. Sie werden mit hohen Kopfsteuern und Zwangshandel belegt.

    1780 starten indigene Menschen deshalb die größte Rebellion in der spanischen Kolonialgeschichte Amerikas. An der Spitze stehen Túpac Amaru und seine Frau Micaela Bastidas - bis sie in einem Gewaltexzess der spanischen Kolonialbehörden im Frühling 1781 getötet werden. Den Aufstand jedoch können die Spanier erst gut zwei Jahre später niederschlagen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Charles Walker (Professor für Geschichte an der University of California)
    • Charles Walker: The Tupac Amaru Rebellion. Cambridge, Massachusetts, London 2014
    • Charles Walker (Text) und Liz Clarke (Illustrationen): Witness to the Age of Revolution: The Odyssey of Juan Bautista Tupac Amaru. Oxford 2020
    • Charles Walker: Tu ausencia ha sido causa para todo esto: Cartas de amor y guerra. Túpac Amaru, Micaela Bastidas, Tomasa Tito Condemayta. München 2024

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 24.09.1572: Hinrichtung des letzten Inka Herrschers Tupac Amaru
    • Zeitzeichen 24.07.1911: Die Inka-Stadt Machu Picchu wird wiederentdeckt
    • ZDF: Konquistadoren: Angriff auf die Goldene Stadt

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    Autorin: Claudia Friedrich    
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min

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