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  • Ehen zwischen Siedlern und Indigenen in Namibia verboten

    Zu Beginn der Kolonie Deutsch-Südwestafrika heiraten Kolonisten auch einheimische Frauen. Der alltägliche Rassismus führt schließlich zu einem Eheverbot durch die Behörden.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer:

    • wie es zu einem Ehe-Verbot kommt, das auch rückwirkend gelten soll,
    • warum sich die Kolonialverwaltung vor Kindern fürchtet,
    • warum man davon ausgeht, weiße Frauen könnten dem Tropenklima nicht standhalten,
    • warum das Berliner Reichsjustizamt das Ehe-Verbot kritisch sieht,
    • welche Auswirkungen das Verbot auf das alltägliche Leben hat.

    Seit Gründung der Kolonie Deutsch-Südwestafrika 1884 bis zu ihrem Ende ziehen 15.000 Deutsche dorthin, um sich ein neues Leben aufzubauen. Viele sind jung, unverheiratet und getrennt von ihren Familien. Einige von ihnen heiraten deshalb einheimische Frauen.

    Doch bald wächst die Angst, diese Siedler könnten im fernen Afrika ihr Deutschsein verlieren. Zudem sind nach deutschem Staatsbürgerschaftsrecht sowohl die Ehefrauen als auch die Kinder deutscher Männer automatisch deutsche Staatsbürger. Auch das gefällt nicht jedem. So verbietet das Kolonialgouvernement 1905 Eheschließungen zwischen deutschen Siedlern und indigenen Frauen. Später müssen sogar bereits geschlossene Ehen wieder aufgelöst werden.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Livia Rigotti, Historikerin
    • Jürgen Zimmerer, Historiker
    • Horst Gründer: Geschichte der deutschen Kolonien, Paderborn 2012.
    • Gisela Graichen, Horst Gründer (Hgg.): Deutsche Kolonien: Traum und Trauma, Berlin 2005.
    • Jürgen Zimmerer: Deutsche Herrschaft über Afrikaner, Münster 2025.
    • Jürgen Zimmerer: Von Windhuk nach Auschwitz?, Münster 2025.

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Europas Kolonien
    • Zeitzeichen 16.07.1834: Geburtstag des Kaufmanns und Kolonialpolitikers Adolf Lüderitz
    • Akten des Reichskolonialamtes im Bundesarchiv

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Tobias Sauer
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Martin Kropp

    15 min
  • Sie brachte Nazis um: Die Studentin und Partisanin Hannie Schaft

    Niederlande: Hannie Schaft und ihre Freundinnen verübten während des Zweiten Weltkriegs Attentate auf deutsche Besatzer. Am 17.4.1945 wurde Hannie Schaft hingerichtet.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:

    • dass die Deutschen 75 Prozent der niederländischen Juden töten,
    • wo und warum Hannie Schaft Ausweise stiehlt,
    • dass Hannies Waffe bei ihrem ersten Tötungsversuch versagt,
    • wie sie nur durch einen tragischen Zufall kurz vor Kriegsende verhaftet wird.

    Aus dem Ersten Weltkrieg können sich die neutralen Niederlande noch heraushalten, doch aus dem Zweiten Weltkrieg nicht. Als die Niederlande besetzt werden, studiert Hannie Schaft Jura in Amsterdam. Sie sieht sofort, dass ihre jüdischen Freunde in allen möglichen Aktivitäten eingeschränkt werden und schließt sich dem Widerstand an, zunächst mit Worten, dann mit Waffen.

    Sie tötet Nazis, legt Brände in kriegswichtigen Anlagen und schmuggelt jüdische Kinder aus dem Land. Ihr größter Coup ist die Sprengung eines deutschen Munitionszuges nahe ihres Wohnortes. Die Gestapo sucht per Steckbrief lange nur nach dem "Mädchen mit den roten Haaren", weil sie ihren Namen nicht kennt. Doch kurz vor Kriegsende wird sie verhaftet und hingerichtet.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Historikerin Sophie Poldermans
    • Linda Kotzian: Hannie Schaft. In: NiederlandeNet der Universität Münster. April 2013.
    • Truus Menger, ehem. Kommandantin von Hannie Schaft (Archivmaterial)

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 16.09.1920: Geburtstag von Hannie Schaft
    • Hannie Schaft Stiftung

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Heiner Wember
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Der Masseur des Massenmörders: Felix Kersten, Himmlers Leibarzt

    Ein Heiler, ein Heuchler, ein Helfer? Felix Kersten (gestorben am 16.4.1960) linderte die Schmerzen von Holocaust-Organisator Heinrich Himmler - ob und wie viele Leben Kersten während der Massagen rettete, ist bis heute umstritten.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe:

    • in welchem Milieu Felix Kersten im Baltikum aufwächst,
    • welches Verhältnis NS-Größen zu ihren Ärzten haben,
    • wie Kerstens Sohn Arno seinen Vater sieht,
    • welche Auszeichnungen Felix Kersten nach Kriegsende erhält,
    • warum der Bestseller "The Man with Miraculous Hands" von 1960 heute ein neues Vorwort hat.

    Mitte der 1920er-Jahre kommt Felix Kersten nach Berlin. Eher durch Zufall hat er in Finnland eine Ausbildung zum Massage-Therapeuten absolviert. In der Weimarer Republik sind ostasiatische Heilkunde-Verfahren gerade angesagt. Kersten bildet sich in chinesischer Massage weiter und übernimmt eine florierende Praxis inklusive prominentem Patientenstamm.

    So massiert er auch dem "Reichsführer SS" Heinrich Himmler Krämpfe weg, die durch Verdauungsprobleme verursacht werden. Durch dieses besondere Verhältnis erreicht Kersten ab 1942 regelmäßig, dass KZ-Häftlinge entlassen werden. Hunderttausende habe er gerettet, behauptet Kersten nach Kriegsende. Doch mittlerweile haben Historiker offenkundige Ungereimtheiten in seinen Angaben festgestellt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Norman Ohler, Schriftsteller und Sachbuch-Autor
    • Joseph Kessel: The Man with Miraculous Hands. London 1960 (Neuauflage 2023)
    • Norman Ohler: Der totale Rausch - Drogen im "Dritten Reich". Köln 2019

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 20.01.1942: Wannsee-Konferenz findet in Berlin statt
    • Stichtag 07.09.1943: Himmler und Göring befehlen Taktik der verbrannten Erde
    • Planet Wissen: Die SS
    • ZDF: Die SS - Macht und Mythos

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Burkhard Hupe
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Ihr Platz in der Welt war der Circus: Frieda Sembach-Krone

    Als Tochter des Zirkusdirektors Carl Krone am 15.4.1915 geboren, wurde Frieda Krone schon als Kind ein Star in der Manege und später selbst Chefin des Circus Krone.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich:

    • welche Zirkustradition die Familie von Frieda Sembach-Krone hat,
    • wie viele Tiere der "Circus Krone" zu Hochzeiten in drei Sonderzügen transportiert,
    • was der "Circus Krone" mit Adolf Hitler und der NSDAP zu tun hat,
    • wie das Fernsehen und Prominente in den "Circus Krone" Einzug halten,
    • welche vier Tiere bis heute zum Wappen des "Circus Krone" gehören.

    Mit zwölf gibt Frieda Sembach-Krone ihr Zirkus-Debüt als Reiterin und wird als Prinzessin zu Pferd gefeiert. Als ihr Vater mitten im Zweiten Weltkrieg stirbt, führt sie 1943 sein Lebenswerk fort - wegen der Zerstörungen durch Luftangriffe zuerst in einem Holzprovisorium, dann im heute noch bestehenden Steinbau.

    Hier feiert Frieda Sembach-Krone fulminante Erfolge als Kunstreiterin, Elefantentrainerin und Direktorin. Bis in die 1970er-Jahre führt sie das Unternehmen und gibt ihm ein neues Gesicht. Sie ändert Show und Stil: Sembach-Krone bringt das Varieté in die Manege, rückt das Orchester ins Rampenlicht und setzt auf Tanzkombo statt Blaskapelle.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und InterviewpartnerInnen:
    • Ina Kuegler, Autorin und Journalistin
    • Frank Keller, Tierschutzbeauftragter und Berater des Circus Krone
    • Jana Mandana Lacey-Krone, Direktorin Circus Krone
    • Hans-Ludwig Suppmeier, Tierlehrer und Pferdetrainer
    • Kuegler, Ina: Manege frei! Die Geschichte des Circus Krone 1870 bis heute. Allitera Verlag. München 2020
    • Sembach-Krone, Frieda: Circus Krone. Eure Gunst – unser Streben. Eine autorisierte Aufzeichnung von Hellmuth Schramek. Verlag Ehrenwirth. München 1969

    Weiterführende Links:
    • NDR Retro: Frieda Sembach-Krone im Interview (1956)
    • BR Retro: Der "Circus Krone" eröffnet 1962 mit einer Gala den neuen Rundbau
    • BR Lebenslinien: Die Zirkus-Erbin Mandana Lacey-Krone

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Claudia Friedrich
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Vom Pädagogik-Paradies zum Skandalinternat: die Odenwaldschule

    Am 14.4.1910 startet die Odenwaldschule als reformpädagogisches Vorzeigeprojekt. Doch hinter der fortschrittlichen Fassade erleben Hunderte Schüler systematisch sexuelle Gewalt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Arp:

    • von der Idee der Reformpädagogik als Abkehr vom Rohrstock,
    • wie prominente Absolventen heute über ihre Zeit an der Odenwaldschule denken,
    • mit welchen Mitteln versucht wurde, den Missbrauch zu vertuschen,
    • was aus dem Gelände der ehemaligen Odenwaldschule geworden ist.

    Lange Jahre gilt die hessische Odenwaldschule als Vorzeigeinternat der Reformpädagogik. "Mit Kopf, Herz und Hand" sollen junge Menschen hier lernen. Mädchen und Jungen gemeinsam, nicht in Klassen, sondern in familienähnlichen Strukturen und nicht nur Theorie, sondern auch praktisches Handwerk.

    Doch 1999 deckt ein Zeitungsartikel auf: Über Jahrzehnte haben Schülerinnen und Schüler an der Odenwaldschule sexuelle Gewalt erlebt. Im Mittelpunkt der Anschuldigungen: Der ehemalige Schulleiter Gerold Becker. Auch von anderen Lehrern soll es Übergriffe gegeben haben, doch es wird von allen Beteiligten viel weggeschaut und vertuscht.

    2010 stirbt Becker, ohne strafrechtlich belangt worden zu sein. Die Odenwaldschule wird 2015 geschlossen - aus Geldmangel.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Jürgen Oelkers, emeritierter Pädagogik-Professor an der Universität Zürich
    • Margarita Kaufmann, ehemalige Direktorin an der Odenwaldschule
    • Jürgen Oelkers: Eros und Herrschaft - Die dunklen Seiten der Reformpädagogik, Beltz 2011
    • Christian Füller: Sündenfall - Wie die Reformschule ihre Ideale missbrauchte, Dumont 2011
    • Bernhard Pörksen: Zuhören - Die Kunst, sich der Welt zu öffnen, Hanser 2025

    Weiterführende Links:
    • WDR 5: Erlebte Geschichten mit Heinrich Kupffer
    • Zeitzeichen: 21.04.1920 - Erster Schultag im Internat Schloss Salem

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Anja Arp
    Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirprins

    15 min
  • "Der Staat bin ich": Der Satz, der nie gesagt wurde

    Kaum ein Satz macht das Selbstverständnis absoluter Herrscher so deutlich wie dieser: L'État c'est moi. Der Staat bin ich. Gesagt hat ihn angeblich Ludwig XIV., am 13.4.1655.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:

    • wie Ludwig XIV. sich als "Sonnenkönig" inszeniert und so das Bild des unantastbaren Herrschers etabliert,
    • dass der legendäre Satz "Der Staat bin ich" nicht von ihm stammt und doch immer wieder mit ihm in Verbindung gebracht wird,
    • wie ein Schloss zum Symbol der absoluten Macht, aber auch zur enormen finanziellen Belastung wird.

    Ludwig XIV., der als junger König das Pariser Parlament herausfordert, verkörpert das Ideal eines absoluten Monarchen. Im Alter von 15 Jahren wird er gekrönt, noch im Schatten des Premierministers Mazarin. Ein Jahr später, im April 1655, zieht er überraschend vor das Parlament und erklärt, dass er die politische Kontrolle in die eigenen Hände nimmt.

    Zwar existiert der berühmte Ausspruch "L’État, c’est moi" nicht in den historischen Aufzeichnungen dieses Tages, doch er bleibt als Symbol für den absolutistischen Führungsanspruch Ludwigs XIV. im kollektiven Gedächtnis verankert.

    Das ist unser Interviewpartner:
    • Prof. Dr. Lothar Schilling, Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit, Universität Augsburg

    Und das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Lothar Schilling: Das Jahrhundert Ludwigs XIV. Frankreich im Grand Siècle 1598-1715, Darmstadt 2010.
    • Olivier Bernier: Ludwig XIV. Eine Biographie, Zürich 1989.
    • Dagmar Freist: Absolutismus, Darmstadt 2008.
    • Leonhard Horowski: Die Belagerung des Thrones. Machtstrukturen und Karrieremechanismen am Hof von Frankreich 1661–1789. (Beihefte der Francia, Bd. 74.) Ostfildern, Thorbecke 2012, in: Historische Zeitschrift, vol. 301, no. 2, 2015, pp. 517-519.
    • Lothar Schilling (Hrsg.): Absolutismus, ein unersetzliches Forschungskonzept? L'absolutisme, un concept irremplaçable? Eine deutsch-französische Bilanz. Une mise au point franco-allemande, München 2008.
    • Uwe Schulz: Der Herrscher von Versailles. Ludwig XIV und seine Zeit, München 2006.

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen – Ludwig XIV
    • Zeitzeichen - Die Ära Ludwigs XIV. beginnt
    • ZeitZeichen-Klassiker 1973: Warum der König so stinkt

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christoph Vormweg
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Gipfelstürmer und Geschichtenerzähler: Luis Trenker

    Luis Trenker ist schon zu Lebzeiten eine Legende. In zahlreichen Filmen zeichnet das Multitalent ein idyllisches Bild seiner Südtiroler Bergheimat - das begeistert auch Hitler.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Jonas Colsman:

    • wie sehr die Erlebnisse des Ersten Weltkriegs Trenkers Leben prägen,
    • von seiner Beziehung zu Hitler und Eva Braun,
    • warum der erfolgreiche Schauspieler zum Gauner wird,
    • von Trenkers Liebe zum Rampenlicht.

    Luis Trenker ist ein Kind der Berge. Geboren 1892 in den Dolomiten besteigt er schon als Achtjähriger mehr als 3.000 Meter hohe Gipfel. Mit 14 Jahren legt er die Bergführerprüfung ab, ist während des Ersten Weltkriegs Offizier einer Bergführer-Kompanie.

    Nach Kriegsende bringt ihn ein Zufall zur Schauspielerei. Er prägt den Bergfilm der 1920er Jahre. Doch Trenker will mehr, dreht 1931 seinen ersten eigenen Film. In "Berge in Flammen" verarbeitet er als Regisseur und Hauptdarsteller persönliche Erinnerungen an den Krieg.

    Es folgen weitere Kassenschlager - was Trenker anfasst, wird zum Erfolg. Auch die Nationalsozialisten sind von Trenkers Werten begeistert. Seine völkisch eingefärbten Filme passen gut zu deren Propaganda. Ein überzeugter Nazi ist Trenker aber wohl nicht. Vielmehr ein Opportunist, der alles für seine Karriere tut. Luis Trenker stirbt am 12. April 1990 im Alter von 97 Jahren in Bozen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Stefan König, Autor und Bergexperte
    • Daniel Winkler, Filmwissenschaftler
    • Stefan König und Florian Trenker: Bera Luis. Das Phänomen Luis Trenker. Eine Biographie, München 2006

    Weiterführende Links:
    • WDR Retro: Luis Trenker über seinen Film "Flucht in die Dolomiten"
    • ttt - titel thesen temperamente: Bergführer Luis Trenker
    • SWR Retro: Wir trafen … Luis Trenker

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Jonas Colsman
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Entdecker der "Schüttellähmung": James Parkinson

    Anhand von nur sechs Fällen beschreibt James Parkinson (geb. am 11.4.1755) zum ersten Mal systematisch die Krankheit, die später nach ihm benannt wird: Morbus Parkinson.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Steffi Tenhaven:

    • warum es so schwierig ist, Parkinson früh zu erkennen,
    • was Betroffenen hilft, mit der Krankheit zu leben,
    • welche Ursachen Parkinson haben könnte,
    • welche Rolle Dopamin bei der Behandlung der Krankheit spielt.

    Parkinson ist nach Alzheimer die zweithäufigste neurologische Erkrankung in Deutschland. Rund 400.000 Menschen sind hierzulande betroffen. Charakteristisch ist das Zittern, vor allem aber Muskelsteifheit, der unsichere Gang und eine undeutlicher werdende Sprache.

    Benannt ist die Krankheit nach dem britischen Arzt James Parkinson. Er ist der Erste, der 1817 in seinem "Essay on the Shaking Palsy" systematisch die Erkrankung beschreibt. Parkinson selbst bezeichnet sie als "Schüttellähmung". Besonders erstaunlich: Für seine detaillierte Abhandlung beobachtet er nur sechs Patienten.

    Der am 11. April 1755 geborene Arzt vermutet seinerzeit, dass eine Veränderung des Rückenmarks die Symptome der von ihm beschriebenen Krankheit auslöst. Heute weiß man: "Morbus Parkinson" ist ein allmählicher Verfallsprozess im Gehirn. Die Ursachen sind vielfältig und auch fast 210 Jahre nach Parkinsons Entdeckung kaum geklärt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen:
    • Prof. Dr. Gisa Ellrichmann-Wilms, Direktorin der Klinik für Neurologie/Klinikum Dortmund
    • Kathrin Wersing, Dipl.-Sozialarbeiterin und Parkinson-Früherkrankte
    • Kathrin Wersing und Claudia Eyd: Jetzt erst recht. Positiv leben mit Parkinson. Das Buch zum Podcast mit 50 inspirierenden Lebensgeschichten, 2024
    • James Parkinson: "An Essay on the Shaking Palsy"

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Was passiert bei Parkinson im Körper?
    • Parkinson durch Pestizide - neue Berufskrankheit

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    Autor: Steffi Tenhaven
    Redaktion: Carolin Rückl und Sefa İnci Suvak
    Technik: Nico Söllner

    15 min
  • Potosí: Wie von Bolivien aus die Welt versilbert wurde

    Im April 1545 gründen spanische Eroberer im bolivianischen Hochland die Siedlung Potosí. Dadurch erlangen sie Zugriff auf das größte Silbervorkommen der Welt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff:

    • warum Potosí im 16. Jahrhundert zu einer der reichsten Städte der Welt wird,
    • wie das dort geförderte Silber die europäische Wirtschaft und den globalen Handel verändert,
    • welche Spuren die jahrhundertelange Ausbeutung bis heute hinterlässt,
    • und warum Zeitgenossen Potosí einen „Höllenschlund, der Indios zu Tausenden verschlingt“ nennen.

    Die Luft ist dünn in Potosí – mit 4090 Metern die höchstgelegene Großstadt der Erde. 1545 gründen die spanischen Kolonialherren die Stadt auf der Hochebene am Fuß des Cerro Rico, des „Reichen Berges“, in dem sie die größten Silbervorkommen der Welt entdecken. Binnen weniger Jahrzehnte wächst Potosí zu einer Metropole mit 150.000 Einwohnern heran – vergleichbar mit dem damaligen London oder Paris.

    Das Silber, das hier unter unmenschlichen Bedingungen von indigenen Zwangsarbeitern und afrikanischen Sklaven gefördert wird, fließt in die Schatzkammern Europas, finanziert Kriege und kurbelt die kapitalistische Wirtschaft an: Bis zu 200.000 Kilo Silber jährlich erreichen den Hafen von Sevilla. Doch der Reichtum ist für viele ein Fluch.

    Das sind unsere wichtigsten InterviewpartnerInnen:
    • Prof. Karoline Noack, Universität Bonn, Institut für Archäologie und Kulturanthropologie
    • Fabian Scheidler, Autor, Journalist und Historiker, Berlin

    Und das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Fabian Scheidler: Das Ende der Megamaschine, Wien 2024.
    • Martin Bentz, Nikolai Grube und Patrick Zeidler (Hrsg.): Abhängig! Globalhistorische Perspektiven auf Ressourcen und Sklaverei, Dresden 2024.
    • Eduardo Galeano: Die offenen Adern Lateinamerikas - die Geschichte eines Kontinents, Wuppertal 2002.
    • Immanuel Wallerstein: Das moderne Weltsystem, Wien 2012.
    • Alice Creischer: Das Potosí-Prinzip: Wie können wir das Lied des Herrn im fremden Land singen? Koloniale Bildproduktion in der globalen Ökonomie, Köln 2010.

    Weiterführende Links:
    • Schätze der Welt - Potosí, Bolivien
    • Planet Wissen – Kapitalismus
    • Planet Wissen – Geschichte des Kolonialismus

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    Autor:Thomas Pfaff
    Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother
    Technik: Petra Laubach

    15 min
  • Der Computer-Pionier aus Paderborn: Heinz Nixdorf

    Der Ingenieur Heinz Nixdorf, am 9.4.1925 in Paderborn geboren, sorgt mit auf Halbleitern basierenden Kleinrechnern in der 1960er-Jahren für eine technische Revolution.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz:

    • bei welchem Studi-Job Heinz Nixdorf technische Innovationen kennenlernt,
    • wie er für RWE einen Elektrorechner für die Stromabrechnung entwickelt,
    • mit welcher Idee er dem Marktführer IBM Kunden abjagen will,
    • wie er Paderborn zum Computer- und Wirtschaftsstandort macht,
    • was der Computer-Pionier für ein Mensch ist - beruflich und privat.

    Mit 27 Jahren schmeißt Heinz Nixdorf sein Physikstudium und gründet eine kleine Firma - ohne Uniabschluss, ohne Startkapital, ohne ein Produkt und ohne einen Markt dafür. Nur mit dem Wunsch, als Unternehmer tätig zu sein, schafft er einen Weltkonzern, der mehr als 31.000 Mitarbeitende beschäftigt und fünf Milliarden Mark Umsatz macht.

    Er bewirkt für einige Jahrzehnte, dass Deutschland auf dem internationalen Markt für Büromaschinen und Computer mithalten kann. Auf dem wirtschaftlichen Höhepunkt stirbt Heinz Nixdorf 1986 an einem Herzinfarkt, kurz vor seinem 61. Geburtstag. Ausgerechnet auf der ersten Computermesse Cebit in Hannover.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Martin Nixdorf (ältester Sohn von Heinz Nixdorf)
    • Jochen Viehoff (Geschäftsführer des Heinz Nixdorf MuseumsForum)
    • Josef Pieper (Fahrer von Heinz Nixdorf)
    • Lorenz Hanewinkel (Chefentwickler von Heinz Nixdorf)
    • Klaus Kemper: Heinz Nixdorf - eine deutsche Karriere. Landsberg/Lech 1986
    • Christian Berg: Heinz Nixdorf - eine Biografie. Paderborn 2016
    • Lorenz Hanewinkel: Computerevolution - Mein Weg mit Konrad Zuse und Heinz Nixdorf. Bielefeld 2010

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Geschichte des Computers
    • Stichtag 18.12.1995: Computererfinder Konrad Zuse stirbt
    • Zeitzeichen 05.07.1854: Der Schachtürke - der Urahn von Robotern und KI

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    Autorin: Jana Magdanz
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
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    15 min

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Adoptivbrüder – mit Hannes & Jeremy

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