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  • Small is Beautiful: E.F. Schumachers revolutionäre Ökonomie

    Ein deutsch-britischer Manager fliegt 1955 nach Burma, um die Wirtschaft dort nach westlichen Standards auszurichten. Doch der Besuch in Asien ändert sein Leben und seinen Blick auf die Welt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:

    • wie der Ökonom Ernst Friedrich Schumacher seine Sicht auf die Wirtschaft grundlegend ändert,
    • warum Lebenszufriedenheit und Überflussgesellschaft nicht zusammenpassen,
    • wie der Buddhismus Schumacher zu einer neuen Wirtschaftslehre führt,
    • warum Schumachers Buch "Small is beautiful" zum Weltbestseller wird.

    Der Mann, der am 13. Januar 1955 in Rangun aus dem Flugzeug steigt, ist im Auftrag der UN unterwegs. Seine Mission: Die Regierung von Burma zu beraten, wie sie ihre Wirtschaft im westlichen Sinn entwickeln kann. Ernst Friedrich Schumacher gilt als Top-Manager und Wirtschaftsexperte.

    Ein US-amerikanisches Beraterteam hat der Regierung bereits Vorschläge unterbereitet, die Großprojekte zur Energiegewinnung vorsehen oder den Bau neuer Straßen quer durch den Dschungel. Doch je länger Schumacher das Land und seine glücklichen Menschen erlebt, desto fragwürdiger erscheinen ihm diese Konzepte.

    Seine Beschäftigung mit dem Buddhismus führt Schumacher zu einer Wirtschaftslehre, die auf sozialer Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit und Nachhaltigkeit beruht. Mit seinen Ideen blitzt Schumacher aber überwiegend ab. Wirklich Erfolg hat er nirgends, auch im globalen Süden ist letztlich die Versuchung zu groß, den vom globalen Norden vorgelebten Lebensstil zu übernehmen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professor Nico Paech, Nachhaltigkeitsforscher
    • Ernst F. Schumacher: Small ist Beautiful. Die Rückkehr zum menschlichen Maß, München 2019.
    • Barbara Wood: E. F. Schumacher: His Life and thought, 1984.
    • Benjamin Möckel: Auf der Suche nach ökonomischen Alternativen.
    • Ernst Friedrich Schumachers "Small is beautiful". In: "Zeithistorische Forschungen", Band 19 (2022), S. 600-607.
    • Nico Paech: Befreiung vom Überfluss. Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie, München 2012.
    • Maja Göpel: Unsere Welt neu denken. Eine Einladung, Berlin 2020.
    • Robert Leonoard: E.F. Schumacher and the Making of Buddhists Economics 1955-1973. Cambridge University Press, 1919.

    Weiterführende Links:
    • Verein für Nachhaltigkeit/Schumacher-Gesellschaft
    • Planet Wissen: Wirtschaft - Kapitalismus
    • Planet Wissen: Industrialisierung in Deutschland - Industrielle Revolution

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Christiane Kopka
    Redaktion: David Rother
    Technik: Theo Kramer

    15 min
  • Marc Chagall: fliegende Liebespaare und biblische Bilder

    Er verbindet relgiöse Symbolik mit den Farben seiner Kindheit im jüdischen Stetl. Chagalls Bilder erzählen von Liebe, Verlust und Mystik. Er stirbt am 28. März 1985 in Südfrankreich.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:

    • was seine streng gläubige Verwandtschaft von Chagalls Berufswunsch Maler hält,
    • welche Kunstströmungen seinen Stil beeinflussen,
    • wie seine große Liebe Bella zu seiner Muse wird,
    • warum Chagall einige seiner Bilder neu malt,
    • welche einzigartige Farbe nur er mischen kann.

    Marc Chagall kommt 1887 im Norden des heutigen Weißrussland zur Welt. Er erlebt all die großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts mit: die Weltkriege, die russische Revolution, Vertreibung, Flucht, anschwellenden Antisemitismus.

    Er erlebt selbst Pogrome. Auch das findet seinen Niederschlag in den Werken. Seine Themen, Symbole und Figuren sammelt er in der Kindheit. Sie wird für ihn zu einer reich gefüllten Vorratskammer, deren Tür er beim Malen öffnet, um hinein zu schlüpfen. Nach Lehrjahren in Paris hat er 1913 in Berlin seinen Durchbruch.

    In den 1930er-Jahren beginnt Chagall damit, sein Themenrepertoire zu erweitern. Er wendet sich christlichen Motiven zu und illustriert Geschichten aus der Bibel. Diese künstlerische Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift begleitet den Maler bis an sein Lebensende.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Susanne Meyer-Büser (Kunsthistorikerin, Kunstsammlung NRW)
    • Ausstellungskatalog der Albertina Wien und der Kunstsammlung NRW: Chagall. München 2024
    • Susan Compton: Marc Chagall - mein Leben, mein Traum. München 1997

    Weiterführende Links:
    • HR Retro: Marc Chagalls Wandbild fürs Theaterhaus in Frankfurt
    • NDR: Chagall über Saint-Paul-de-Vence
    • West-Art: Wunderkind der Moderne - Marc Chagall im K20 in Düsseldorf
    • Pfarrei St. Stephan Mainz: Führungen zu den Chagall-Fenstern

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Andrea Klasen
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Nicolas Dohle

    15 min
  • DDR-Jugendweihe: die sozialistische Alternative zur Konfirmation

    Am 27. März 1955 finden in der DDR die ersten Jugendweihen statt. Neben Hochzeiten etabliert sich das Staatsritual als absoluter Höhepunkt im familiären Alltagsleben.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:

    • mit welchen Methoden die FDJ den DDR-Nachwuchs auf die Jugendweihe vorbereitet,
    • wie viele Mädchen und Jungen 1955 die erste Jugendweihen durchlaufen,
    • in welchem Tonfall die Zeremonien ablaufen,
    • wie die Gelöbnisse über die Jahre verändert werden,
    • welches Ritual die Jugendweihe jeweils abschließt.

    Erwachsenwerden beginnt etwa mit 14 Jahren. Zeremonien wie Kommunion und Konfirmation sollen die Jugendlichen auf ihre Zukunft vorbereiten. In der DDR ist es die Jugendweihe, die im ostdeutschen Realsozialismus Teil der Staatsideologie ist.

    Dabei ist die Jugendweihe keine Erfindung der DDR. Es gibt sie schon seit 1857 in Deutschland - zunächst bei freireligiösen Gruppen, später in der Arbeiterbewegung. In der DDR wurde sie zum staatstragenden Pflichtprogramm für Jugendliche der achten Klassen. Offiziell ist die Teilnahme an der Jugendweihe freiwillig.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Petra Lange (Zeitzeugin)
    • Evelyn Geist (Zeitzeugin)
    • Wolf-Steffen Weißker (Zeitzeuge)
    • Kornelius Ens: Die Jugendweihe als zentrales Konfliktfeld des Erziehungsanspruchs zwischen Staat und evangelischer Kirche - Entwicklungen in der Zeit von 1954 bis 1959. Deutschland Archiv 02.11.2015

    Weiterführende Links:
    • DDR-Fernsehen: 10 Jahre Jugendweihe - Festveranstaltung in Berlin
    • Jugendopposition in der DDR: Jugendweihe
    • SWR Kultur: Jugendweihe - Renaissance eines Rituals
    • ARD-Morgenmagazin: Jugendweihe heute - Eintritt in ein neues Leben?

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    Autor: Thomas Klug
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Nackt im Museum: George Smith und seine Sintflut-Sensation

    George Smith, am 26.3.1840 in London geboren, bringt sich selbst die Keilschrift bei und entdeckt das Gilgamesch-Epos, die babylonische Version der Sintflutgeschichte.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:

    • wie sich George Smith selbst Hebräisch und die assyrische Schrift beibringt,
    • wie er Assistent der Assyriologie-Abteilung des Britischen Museums in London wird,
    • mit welcher freizügigen Aktion Smith seine Entdeckung der Keilschrift-Tafel feiert,
    • welche britische Prominenz sich über die Entdeckung informieren lässt,
    • wie George Smith mit 36 Jahren zu Tode kommt.

    Die Zeichen auf der zerbrochenen Tontafel sind winzig, dennoch gut erkennbar. Sie sehen aus wie eingeritzte oder eingedrückte Muster - eine Mischung aus Symbolen und Buchstaben. Es ist Keilschrift, an die 5.000 Jahre alt. Ausgegraben wird sie 1840 während einer Expedition in Mesopotamien, dem heutigen Irak.

    Doch gelesen wird die Tafel erst mehr als 30 Jahre später - von George Smith, der als Assistent im Britischen Museum in London arbeitet: "Ich sah sofort, dass ich mindestens einen Teil der babylonischen Sintflutgeschichte entdeckt hatte."

    Es wird sich als das letzte Kapitel des umfangreichen und heute berühmten Epos über den sagenhaften König Gilgamesch entpuppen. Eine der ältesten literarischen Texte der Menschheitsgeschichte. Viel älter als die Bibel.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Sabina Franke (Hg.): Das Gilgamesch-Epos. Ditzingen 2023
    • George Smith: Assyrian Discoveries. London 1875
    • Cornelius Heinrich: Schreiberübungen aus neuassyrischer Zeit. Wiesbaden 2023

    Weiterführende Links:
    • Stichtag 23.10.4004 v. Chr.: Gott erschafft die Welt
    • SWR: Die Keilschrift - Faszinierendes Kulturerbe
    • Planet Wissen: Babylonien
    • ZDF: Mythos - Das Geheimnis der Sintflut
    • ARD: Griechische Mythen: Sintflut - Deukalion und Pyrrha

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Wolfgang Meyer
    Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother

    15 min
  • Ein Gesetz, das Hitler hätte stoppen sollen

    Das "Gesetz zum Schutze der Republik" soll die Weimarer Demokratie vor inneren Feinden schützen. Am 25.3.1930 wird es neu beschlossen, ist gegen die NSDAP aber letztlich erfolglos.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:

    • wie ein Gericht Adolf Hitler vor der Ausweisung aus Deutschland bewahrt,
    • von einer Weimarer Republik, die von Verschwörungstheorien, Gewaltexzessen und Inflation bestimmt wird,
    • in welchen Fällen das Republikschutzgesetz zu harten Urteilen führt,
    • vom "Thüringen-Projekt", das heute vor autoritär-populistischen Parteien warnt.

    In den Anfangsjahren der Weimarer Republik verüben rechtsextremistische Verschwörer 354 politische Morde. Einer, der für besonderes Aufsehen sorgt, ist der an Reichsaußenminister Walther Rathenau. Nach seinem Tod wird 1922 das erste "Gesetz zum Schutze der Republik" verabschiedet. Es verbietet Organisationen, die sich gegen die "verfassungsmäßig festgestellte republikanische Staatsform" richten. Zudem verschärft es die Bestrafung politisch motivierter Gewalttaten gegen Regierungsmitglieder und schreibt die Einrichtung eines Staatsgerichthofs fest.

    Am 25. März 1930 wird das Gesetz durch eine zweite - deutlich abgeschwächte Version - ersetzt. Letztlich scheitert der Versuch, die Republik zu stabilisieren. Vor der Machtübernahme durch die NSDAP kann auch das Republikschutzgesetz die Weimarer Republik nicht schützen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Martin Sabrow, Historiker
    • Juliana Talg, Juristin
    • Martin Sabrow: Gewalt gegen Weimar. Zerreißproben der frühen Republik, 2023
    • Martin Sabrow: Der Rathenaumord und die deutsche Revolution, 2022
    • Verfassungsblog: Das Thüringen-Projekt

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Die Weimarer Republik
    • Zeitzeichen: 15.03.1920 - Wie ein Generalstreik Deutschlands Demokratie rettet

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Martina Meißner
    Redaktion: Carolin Rückl und Sefa Inci Suvak
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • 10 Jahre Germanwings-Absturz: Der Umgang mit dem Unfassbaren

    Zeitzeichen-Sonderfolge zum Germanwings-Absturz: Am 24.3.2015 sterben alle 150 Insassen des Flugzeugs. Der Co-Pilot habe die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht, verkündet die Staatsanwaltschaft schon zwei Tage später.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Nikolaus Steiner:

    • dass die Justiz die Frage nach der Verantwortung bis heute beschäftigt,
    • wie der Vater des Co-Piloten für den Ruf seines Sohnes kämpft,
    • von Klagen der Angehörigen gegen Ärzte und die Lufthansa,
    • von Schadensersatz und der Frage: Wie viel ist ein Menschenleben wert?

    Am 24. März 2015 erschüttert eine Katastrophe Deutschland und die Welt. Ein deutsches Passagierflugzeug stürzt ab und zerschellt an einem Berg in den französischen Alpen. An Bord der Maschine sind 150 Menschen, 150 Leben, 150 Geschichten.

    Der Germanwings-Absturz ist die größte Katastrophe in der Geschichte der bundesdeutschen Luftfahrt. Und für die Angehörigen der Beginn eines scheinbar nicht enden wollenden Albtraums. Laut Staatsanwaltschaft hat der Co-Pilot das Flugzeug absichtlich zum Absturz gebracht.

    Entstanden ist diese Zeitzeichen-Sonderfolge in Zusammenarbeit mit dem Team des WDR-Podcasts "Der Germanwings-Absturz - Zehn Jahre ohne euch". Darin erzählen Angehörige, wie sie die schreckliche Nachricht erreicht hat - und wie sie seitdem versuchen, mit dieser Katastrophe klarzukommen.

    Hörtipp:
    • Podcast: Der Germanwings-Absturz - Zehn Jahre ohne euch

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Klaus Radner, Angehöriger
    • Christoph Kumpa, Staatsanwalt
    • Elmar Giemulla, Rechtsanwalt

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 24. März 2015 - Absturz des Germanwings-Fluges 4U9525
    • WDR-Reportage: Trauer, Entsetzen, Fassungslosigkeit - Absturz von Flug 4U9525

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Nikolaus Steiner
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Eine Literatur aus Technik und Abenteuer: Jules Verne

    Jules Vernes Name steht wie kein zweiter für die Begeisterung für Entdeckungen und die Reise ins Unbekannte - weit über seinen Tod am 24.3.1905 hinaus.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg:

    • mit welchem Buch Jules Verne seinen literarischen Durchbruch hat,
    • wie umfassend sein Verleger Einfluss auf die Manuskripte nimmt,
    • auf wie vielen Karteikarten Verne seine Notizen festhält,
    • wie schwierig sich sein Privatleben gestaltet,
    • welches unveröffentlichte Werk mehr als 80 Jahre nach seinem Tod gefunden wird.

    Mit Jules Verne entsteht ein neues literarisches Genre: der naturwissenschaftliche Roman. Darin werden naturwissenschaftliche Fakten in Romanform dargestellt und für die Lesenden konsumierbar gemacht. Der Autor nimmt es mit den Fakten so genau wie möglich. Er informiert sich akribisch über die Entdeckungen und Erfindungen seiner Zeit.

    Er wird zum Technik-Visionär, indem er die Erfindungen plausibel weiterspinnt und zu Dingen kombiniert, die in späteren Jahrzehnten tatsächlich erfunden werden. Wie die "photographische Telegraphie", sprich: das Faxgerät oder das Bildtelefon. Doch Verne erkennt auch: Die Technik kann die Natur zerstören und in Kombination mit der menschlichen Überheblichkeit zur Gefahr werden.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Bernhard Krauth (Schiffskapitän und Vorsitzender des deutschen Jules-Verne-Clubs)
    • Volker Dehs: Jules Verne - Eine kritische Biographie. Ostfildern 2005
    • Ralf Junkerjürgen: Jules Verne. Darmstadt 2018
    • Jules Verne: Paris im 20. Jahrhundert. Wien 1996

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 14.11.1889: Nellie Bly und Elisabeth Bisland starten ihr Rennen um die Welt
    • WDR-Hörspiel: "Reise um die Erde in 80 Tagen"
    • MDR-Hörspiel: 20.000 Meilen unter den Meeren
    • ZDF: Reise ins Innere der Erde - Auf den Spuren von Jules Verne

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Daniela Wakonigg
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Die Challenger-Expedition: die tiefste Meeresstelle der Welt

    Die Challenger-Expedition misst die tiefste bekannte Meeresstelle im Marianengraben. Ein Meilenstein in der Meeresforschung und eine bahnbrechende Entdeckung am 23.3.1875.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau:

    • wie viel Geld die britische Königin Victoria in die Challenger-Expedition investiert,
    • was die Erfindung des Telegrafen mit der Tiefseeforschung zu tun hat,
    • welche Wassertemperatur das Thermometer bei 8.184 Metern Tiefe anzeigt,
    • was die Abyssus-Theorie über das Leben in der Tiefsee annimmt,
    • wie lange es dauert, alle Daten und Proben der Challenger-Expedition auszuwerten.

    Dreieinhalb Jahre lang reist das dreimastige Segelschiff, unterstützt von Dampfmotoren, durch fast alle Weltmeere. An die 130.000 Kilometer legt die HMS Challenger in dieser Zeit zurück. Im Pazifischen Ozean gelingt schließlich auf halber Strecke zwischen Papua-Neuguinea und Japan die Sensation: am 23. März 1875 erfasst das Forschungsschiff am südlichen Ende des Marianengrabens die tiefste bis dahin gemessene Meeresstelle.

    Es dauert fast 100 Jahre, bis Menschen in dieser Tiefe zum Meeresgrund tauchen. Der Schweizer Forscher Jacques Piccard und der US-Offizier Don Walsh erreichen im Januar 1960 mit ihrer Tauchkapsel "Trieste" als erste Menschen den Grund des Challenger-Grabens. Dabei stellt sich heraus: Das Meer ist noch tiefer, als von den Forschern der Challenger-Expedition angenommen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Katrin Kleemann (Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven)
    • Torben Riehl (Senckenberg Research Institute and Natural History Museum Frankfurt)
    • Rudolf von Willemoes-Suhm: Die Challenger-Expedition. Wiesbaden 2022
    • Royal Museums Greenwich: HMS Challenger
    • Originaltexte, Landkarten und Fotografien zur Challenger-Expedition

    Weiterführende Links:
    • Uni Bremen: Die Challenger-Expedition - Vom Lot zum Meeresboden-Bohrgerät
    • Zeitzeichen 27.07.1866: Erste dauerhafte Kabelverbindung über den Atlantik
    • Zeitzeichen 28.07.1922: Der Tiefseeforscher Jacques Piccard wird geboren
    • Planet Wissen: Die Rekord-Tauschfahrt der "Trieste"
    • Planet Wissen: Die Tiefsee

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    Autor: Thomas Mau
    Redaktion: Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Seitensprung mit grausamen Folgen: Das Pfählen von Ehebrechern

    Im Jahr 1340 wird im Wiener Stadtrecht das Pfählen von Ehebrechenden erlaubt. Das soll abschrecken, aber auch die Institution der Ehe schützen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:

    • wie im 12. Jahrhundert aus dem weltlichen Bund der Ehe eine kirchliche Angelegenheit wird,
    • was die sogenannte Ausnahmeregel für den Sex von Eheleuten bedeutet,
    • was Gott im mittelalterlichen Denken mit den Strafandrohungen zu tun hat,
    • welche Strafen für Ehebrecher:innen in Südfrankreich und in den Kreuzfahrerstaaten gelten,
    • wie König Lothar II. seine Gemahlin des Ehebruchs bezichtigt, um sie loszuwerden.

    Ehebruch gehört zu den Dingen, die Menschen einander am wenigsten verzeihen. Das ist auch im Mittelalter schon so. Während Untreue heute als Privatangelegenheit betrachtet wird, ist sie im Mittelalter jedoch mit harten Strafen bedroht.

    So ließ der österreichische Herzog Albrecht II. 1340 im Wiener Stadtrecht festschreiben, dass ehebrecherische Männer und Frauen mit einem Pfahl durchbohrt und auf diese Weise grausam ermordet werden sollen. Obwohl das Gesetz für beide Geschlechter gilt, werden deutlich mehr Frauen wegen Ehebruchs bestraft.

    Der Grund dafür liegt in der fast schon panischen Angst von Männern und Familien, man könnte ihnen einen illegitimen Erben unterjubeln. Um das zu verhindern, werden Mädchen und Frauen streng überwacht. Außerdem sollen sie durch die Androhung harter Strafen vom Ehebruch abgehalten werden.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Klaus van Eickels (Geschichtsprofessor, Universität Bamberg)
    • Linda Dohmen (Historikerin, Universität Bonn)
    • Leah Otis-Cour: Lust und Liebe - Geschichte der Paarbeziehungen im Mittelalter. Frankfurt am Main 2000
    • Georges Duby: Die Frau ohne Stimme. Berlin 1989
    • Michael Dallapiazza (Hrsg.): Wie ein Mann ein fromm Weib soll machen - Mittelalterliche Lehren über Ehe und Haushalt. Frankfurt am Main 1984

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 8.8.869: Der fränkische König Lothar II. stirbt in Piacenza
    • Stichtag 28.11.1996: Österreich streicht Ehebruch als Straftat
    • BR-Podcast "Die Frage": Verheiratet & Affäre mit dem besten Freund: Ab wann ist es Fremdgehen?
    • ZDF "37 Grad": Abenteuer Affäre - Leben mit dem Seitensprung

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    Autorin: Maren Gottschalk
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Rettet ein Scharlatan Johann Sebastian Bach vor der Erblindung?

    Johann Sebastian Bach droht zu erblinden, die Folge wäre der Ruin. Im März 1750 lässt er sich vom Augenarzt und Scharlatan John Taylor operieren: ein riskanter Entschluss!



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:

    • vom Augenleiden Bachs, das rasend schnell zur Erblindung führt,
    • wie genau die schmerzhafte Tortur des "Starstichs" funktioniert,
    • wer sonst noch zu den namhaften Patienten des John Taylor zählt,
    • vom einsamen Ende des Augenarztes: blind, in einem Kloster.

    Im März 1750 erreicht eine Kutsche die reiche Handelsstadt Leipzig. Sie ist über und über bemalt mit Augen. Der Mann in der Kutsche ist John Taylor, selbst ernannter "Oculist", "Augen-Operateur" und "Chevalier". Vor allem aber ist er Werbeprofi, zelebriert die großen und pompösen Auftritte.

    Taylor hat eine - sehr schmerzhafte und risikoreiche - Operationsmethode zur Behandlung des Grauen Stars entwickelt. Einer seiner Patienten ist der Komponist Johann Sebastian Bach. Dieser übersteht die OP und auch die anschließende Nachbehandlung mit Aderlässen und Augentropfen aus Taubenblut. Doch das Licht, das die erste Operation in Bachs Leben zurückbringt, schwindet nach wenigen Tagen.

    Taylor operiert ein zweites Mal - ohne Erfolg und wohl mit fatalen Folgen. Fast ein halbes Jahr kämpft Bach mit Infektionen und starkem Fieber. Dann jedoch scheint sich alles zum Guten zu wenden, er kann tatsächlich wieder sehen. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer: Zehn Tage später ist Bach tot. Die genaue Todesursache ist unklar.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Dr. Michael Maul, Intendant des Leipziger Bachfests, Mitarbeiter im Bach-Archiv Leipzig, Prof. an der Martin-Luther-Universität Halle
    • Christoph Wolff: Johann Sebastian Bach. Frankfurt am Main, 2000
    • Michael Maul: Bach - Eine Bildbiographie. Leipzig, 2021
    • Richard H. C. Zegers: The Eyes of Johann Sebastian Bach

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 28. Juli 1750 - Johann Sebastian Bach stirbt in Leipzig
    • Zeitzeichen: 22. August 1949 - Erste Netzhaut-Operation mit Sonnenlicht

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Kosfeld
    Redaktion: Matti Hesse

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Adoptivbrüder – mit Hannes & Jeremy by DASDING, Hannes & Jeremy

Adoptivbrüder – mit Hannes & Jeremy

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