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Wie lässt sich Arbeit besser an persönliche Stärken, Bedürfnisse und Interessen anpassen? Svenja Hofert und Dr. Nico Rose betrachten Jobcrafting als selbstgesteuerte Veränderung der eigenen Rolle – von kleinen Erleichterungen bis zur Neuverteilung von Aufgaben im Team.
Themen der Folge:
- Aufgaben abgeben und Neues hinzufügen: Warum Jobcrafting mehr ist als das Streichen ungeliebter Tätigkeiten.
- Spielräume bei Arbeitsort, Arbeitszeit, Aufgaben, Zusammenarbeit und der eigenen Sicht auf die Arbeit erkennen.
- Stärken und Kompetenzen unterscheiden: Etwas gut zu können heißt nicht automatisch, daraus Energie zu ziehen.
- Vom einzelnen Arbeitsplatz zur Teamentwicklung: Was passiert, wenn eine ungeliebte Aufgabe für jemand anderen attraktiv ist.
- KI als Unterstützung bei Routineaufgaben und kreativer Arbeit – samt offenen Fragen zu Beschäftigung und Originalität.
Praktische Impulse:
- Die acht bis zehn wichtigsten Tätigkeiten notieren und auf einer Skala von eins bis zehn bewerten: Was möchtest du behalten, was weniger machen?
- Bei ungeliebten Aufgaben konkret fragen: Wer sagt, dass ich das machen muss? Welche Vorgaben sind verbindlich, welche Vereinbarungen verhandelbar?
- Für Gespräche mit der Führungskraft drei Dinge sammeln, die du weniger machen möchtest, und drei, die du gern übernehmen würdest.
- Wünsche zunächst einzeln besprechen und anschließend im Team prüfen, ob Aufgaben getauscht oder anders verteilt werden können.
Das Buch: Nico Rose
Arbeit à la CarteStellen Sie sich vor, heute käme ein Außerirdischer in Ihr Meeting. Die Reaktionen wären vermutlich sehr unterschiedlich: die einen alarmiert, die anderen fasziniert, ein paar würden ihn schlicht nicht bemerken. Tauschen wir den Außerirdischen gegen eine neue Strategie, bleibt oft selbst die Irritation aus. Nichts, jedenfalls nichts Neues, passiert.
Genau das ist der Ausgangspunkt dieser Folge: Was macht Predictive Processing aus, jenes Modell, nach dem unser Gehirn ständig Vorhersagen trifft und die Welt vor allem als Abweichung von diesen Vorhersagen wahrnimmt? Und warum sind wir einerseits so unendlich lernfähig, andererseits so starr? Darüber spricht Svenja Hofert mit dem Neurowissenschaftler Dr. Dr. Damir del Monte gesprochen, gut 90 Minuten lang, in drei Teilen:
Grundlagen: Was Predictive Processing bedeutet
Ich absolviere bei Damir gerade selbst eine Ausbildung zum Neuroscience Expert, und habe ihn bewusst gewählt: Er kann Sachverhalte präzise und zugleich rhetorisch galant erklären und sie in größere Zusammenhänge einordnen, im Bewusstsein, dass wir sehr viel nicht wissen, und mit der Demut, die das verlangt.
Unser Kopf lebt in seiner eigenen kleinen Welt, ganz allein mit sich. Trotzdem ist er nie losgelöst von der Umwelt, die ihn ständig neu kalibriert. Vielleicht ist das die eigentliche Pointe: Nicht dass wir zu wenig lernen, sondern dass wir gelernt haben, wegzuhören, sobald etwas nicht in die Vorhersage passt. Der Außerirdische im Meeting bleibt unsichtbar, nicht weil wir ihn nicht sehen könnten, sondern weil unser Gehirn längst entschieden hat, dass es nichts Neues zu sehen gibt.
Mehr zu Damir Delmonte
Prominenz und Kompetenz gehen keineswegs immer Hand in Hand. Das zeigt sich nirgends deutlicher als in der Psychoindustrie - dem Geschäft mit trivialisierten Psychokonzepten wie dem “inneren Kind”, das angeblich ein Zuhause braucht. Und langsam regt sich auch in den sozialen Medien Kritik an solchen Vereinfachungen.
Das Geschäft mit der Psyche bewegt mich seit längeren auch aus der Coaching-Perspektive. Doch auch der therapeutische Raum ist keineswegs frei von Auswüchsen: Auch hier geht es immer öfter vor allem auch um Geld. Das sich mit einfachen Konzepten und linearen Versprechungen wie “mach das, dann passiert jenes” leichter verdienen lässt.
Über das Geschäft mit der Psyche habe ich mit Dr. Diana Pflichthofer gesprochen. Ihre Bücher überzeugen, etwa weil sie nachweist, was andere nur behaupten: dass zitierte Studien teils gar nicht existieren – oder in Wahrheit eine Nullaussage treffen.
Das “innere Kind” steht stellvertretend für ein größeres Muster. Ich selbst habe mir an anderer Stelle die in Unternehmen beliebte “psychologische Sicherheit” vorgenommen – dieselbe Mechanik, nur im Organisationskontext. Pflichthofer nennt das Kind beim Namen: Psychoindustrie, so der Titel ihres Buchs. Sie grenzt sie von berechtigtem Psychotainment ab. Die Industrie entsteht ihrer Meinung nach dort, wo eine Grenze überschritten wird und das Geldverdienen wichtiger ist als der Mensch.
Gedeckt wird sie auch von Medien, die an der Prominenz von Psycholog:innen und Coachs kräftig mitverdienen – und deshalb wenig Interesse an Aufklärung haben.
Aufklärung kann dabei niemals schwarzweiß sein, niemals eindeutig. Genau das macht sie zu einem Fall für Differenzierung und systemische Einordnung – eben Weiterdenken.
Inhalte
Was ist Psychoindustrie?
Vertiefende Beiträge auf der Website von Diana Pflichthofer
Die Kernthese der Episode: Ein Begriff ist nützlich, solange er Fragen öffnet. Er wird gefährlich, wenn er Fragen ausschließt.
Inhalte:
Mehr zu Ausbildung, Selbstlernkursen und Seminaren: akademie.svenja-hofert.de. Newsletter: svenjahofert.substack.com
Worüber wir sprechen:
Aufzählungs-TextWarum Verantwortung auf Teamebene nicht automatisch funktioniert – und was stattdessen hilft
Aufzählungs-TextDas Dilemma zwischen Einheits- und Teamverantwortung in großen Strukturen
Aufzählungs-TextWas man bei einer Transformation wissen sollte, bevor man sie beginnt
Aufzählungs-TextWie Organisationsrahmen individuelle Entwicklung prägen – mehr als jedes Coaching
Aufzählungs-TextFührung in komplexen, skalierenden Strukturen: was Leadership-Modelle leisten und wo sie scheitern
Aufzählungs-TextKI und Automatisierung: welche Fragen für Führung noch keine Antwort haben
Aufzählungs-TextWas agile Organisationsentwicklung im Konzernumfeld wirklich bedeutet
Aufzählungs-TextWebsite des Podcasts: www.svenja-hofert.de
Aufzählungs-TextAufzählungs-TextDaniels Website: www.inspectandadopt.de
Hat KI eine Persönlichkeit?
Big Five & Co.: Psychologische Modelle als Werkzeug, um KI-Charaktere zu modellieren
Kapitel
Einführung: KI und Persönlichkeit
Resources & Links
“Der meint das nicht böse, der ist halt so.”
Kein Wunder: Narzisstische Muster sind im beruflichen Alltag und gerade in der Führung allgegenwärtig. Die meisten Menschen reden darüber wie über eine Charaktereigenschaft. “Der ist eben kratzbürstig/toxisch/schwierig…” Punkt.
Narzissmus ist jedoch kein statisches Label, sondern ein System aus Rollen, die das Ich nutzt, um den Selbstwert zu regulieren und Macht zu erhalten.
Wie zeigt sich Narzissmus im Führungs- und Businesskontext? Im Podcast sprechen die Narzissmusforscher Pablo Hagemeyer und Ramzi Fatfouta mit Svenja Hofert über Narzissmus in Führungsrollen. Die Folge beleuchtet, wie sich unterschiedliche Formen von Narzissmus in Führung zeigen, wo sie funktional sein können und wann sie für Organisationen problematisch werden.
Die Themen:
Unter anderem wird das OK, BUP!-Modell vorgestellt. Da dies in einem Interview nicht so einfach zu erklären ist, hier die Details.
Es geht um fünf narzisstische Personas, die in Teams, Organisationen und darüber hinaus wirken:
Jede Persona hat eigene Trigger, eigene Abwehrmechanismen und eigene Hebel für Veränderung.
Die aktuellen Umbrüche in der Arbeitswelt fordern einen neuen Blick auf die Interpretation dessen, was wir als Stärken bewerten. Denn Veränderung, nicht selten verbunden mit Kreativität und Neudenken, wird oft von ganz anderen Menschen getrieben als jenen, die die klassische Karriereleiter hochgewandert sind. Es ist also auch ein Führungsthema. Dieser Hypothese auf der Spur spricht Svenja Hofert mit Prof. Dr. André Frank Zimpel über Stärken, die erst in den letzten Jahren mehr und mehr m Fokus liegen.
Wahnsinnig intelligent - das sind wir alle. Nur auf unterschiedliche Weise. In dieser Folge des Weiterdenken Podcasts spreche ich mit dem Neurodiversitätsforscher Prof. André Zimpel über Neurodiversität, Neurodivergenz, Autismus, ADHS und die Frage, warum gesellschaftliche Bewertungen viele Stärken unsichtbar machen – oder sogar als Schwäche interpretieren.
Gerade die aktuellen Umbrüche in der Arbeitswelt fordern einen neuen Blick auf die Interpretation dessen, was wir als Stärken bewerten. Denn Veränderung, nicht selten verbunden mit Kreativität und Neudenken, wird oft von ganz anderen Stärken getrieben.
Wir starten:
Wir sprechen dann darüber,
Am Ende geht es um frühe und radikale Stärkenorientierung, denn auch das "Neurotypische" ist eine Illusion. Wer Menschen nur verwaltet, statt sie zu verstehen, verliert Potenzial. Wer Unterschiede erkennt und ernst nimmt, schafft Lern- und Arbeitsumgebungen, in denen Entwicklung möglich wird.
Diese Folge verbindet wissenschaftliche Perspektive und persönliche Erfahrung. Sie richtet sich an Eltern, Pädagoginnen, Führungskräfte, Coaches und alle Menschen, die Intelligenz nicht eindimensional anhand des IQ denken wollen.
Mehr über Prof. Dr. Andre Frank Zimpel:
Prof. Dr. habil. André Frank Zimpel ist Professor für Erziehungswissenschaft (Schwerpunkt Lernen und Entwicklung) an der Universität Hamburg, Zentrum für Neurodiversitätsforschung (ZNDF).
Mehr über Svenja Hofert:
Was passiert derzeit auf dem Arbeitsmarkt?
Immer mehr Menschen erleben, dass auch langjährige Kolleg:innen und Freund:innen ihren Job verlieren. Führungskräfte mit Jahrzehnten Erfahrung stehen plötzlich vor Neuorientierung.
In dieser Folge spricht Svenja Hofert mit Attila Khan, einem Karriereberater und Arbeitsmarktexperten, dessen Unternehmen Top-Führungskräfte in Übergangsphasen begleitet. Er ist nah an den Entwicklungen und schildert, was sich tatsächlich verändert – jenseits medialer Schlagzeilen.
Wir sprechen über:
Ein nüchternes Gespräch mit praktischen Ansatzpunkten. Und vielleicht überraschend: Es gibt gute Gründe für Zuversicht – gerade für erfahrene Führungskräfte. Gleichwohl gibt es natürliche unterschiedliche Erfahrungen und so habe ich eine kleine Umfrage eingebaut.
Über Attila Khan
Website von The Boardroom: Website von The Boardroom
Über mich
In diesem Podcast geht es um eine differenzierende Betrachtung von Achtsamkeit und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Trend. Dieser Beitrag stammt von 2023 und wurde neu geschnitten.
Das sind die Tipps, die sich aus dem Gespräch ergeben:
Weitere Infos:
Über Svenja Hofert:
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