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Du weißt genau, was du tun müsstest – und machst trotzdem erstmal etwas anderes. Prokrastinieren nennt man das: etwas aufschieben, von dem man weiß, dass es sowieso erledigt werden muss und es eher Nachteile hat, es zu schieben. Fanny tendiert ein bisschen dazu, steuert aber gegen. Berni dagegen macht eher das Gegenteil Er erledigt Dinge am liebsten sofort. Und tatsächlich hat auch das einen Namen: Präkrastination.
In dieser Folge von "Gefühlslage" geht es nicht darum, wie man möglichst alles sofort erledigt. Berni und Fanny sprechen darüber, wie man zum richtigen Zeitpunkt ins Handeln kommt, und wann der überhaupt ist. Warum schieben wir unangenehme Aufgaben auf, obwohl wir wissen, dass der Stress dadurch nur größer wird? Wann ist Aufschieben absolut sinnvoll? Warum kann auch vorschnelles Erledigen ineffizient sein? Und welche Strategien helfen tatsächlich dabei, den entscheidenden Schritt von „Ich müsste“ zu „Ich fange jetzt an“ zu schaffen?
Studien:
Steel (2007): The nature of procrastination: A meta-analytic and theoretical review of quintessential self-regulatory failure, Psychological Bulletin, 133(1), 65–94.
Sirois & Pychyl (2013): Procrastination and the Priority of Short-Term Mood Regulation: Consequences for Future Self, Social and Personality Psychology Compass, 7(2), 115–127.
Rosenbaum, Gong & Potts (2014): Pre-Crastination: Hastening Subgoal Completion at the Expense of Extra Physical Effort, Psychological Science, 25(7), 1487–1496.
Fournier et al. (2019): Which task will we choose first? Precrastination and cognitive load in task ordering, Attention, Perception, & Psychophysics, 81, 489–503.
Gollwitzer & Sheeran (2006): Implementation Intentions and Goal Achievement: A Meta-analysis of Effects and Processes, Advances in Experimental Social Psychology, 38, 69–119.
Wohl, Pychyl & Bennett (2010): I forgive myself, now I can study: How self-forgiveness for procrastinating can reduce future procrastination, Personality and Individual Differences, 48(7), 803–808.
Zhou et al. (2026): Beyond positive thinking: A randomized trial of mental contrasting with implementation intentions to curb academic procrastination, Acta Psychologica, 262, 106168.
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Du bist gut in deinem Job. Vielleicht war er lange sogar genau richtig für dich. Und trotzdem merkst du irgendwann: Etwas stimmt nicht mehr. Liegt es am Job? Am Unternehmen? Oder daran, dass du dich selbst verändert hast?
In dieser Folge geht es darum, warum wir uns Arbeit teilweise passend zu unserer Persönlichkeit aussuchen – und warum diese Passung trotzdem nicht automatisch zufrieden macht. Was passiert, wenn der Job zwar zu unseren Stärken passt, aber nicht mehr zu unseren Werten oder Bedürfnissen? Und kann Arbeit uns über die Jahre sogar selbst verändern?
Außerdem: Drei Fragen, mit denen ihr herausfinden könnt, was genau eigentlich nicht mehr passt: die Tätigkeit, die Art zu arbeiten oder der Ort, an dem ihr sie macht.
Studien:
Yu et al. (2026): Reciprocal relationships between personality traits and job satisfaction? A continuous time approach with two investigations, Journal of Applied Psychology. Die Studie zeigt wechselseitige Zusammenhänge zwischen Jobzufriedenheit und bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen über die Zeit.
Roberts, Caspi & Moffitt (2003): Work experiences and personality development in young adulthood, Journal of Personality and Social Psychology. Persönlichkeit sagte spätere Arbeitserfahrungen voraus; zugleich hingen Arbeitserfahrungen mit Persönlichkeitsveränderungen zusammen.
Ghetta et al. (2020): Birds of a feather flock together: How congruence between worker and occupational personality relates to job satisfaction over time, Journal of Vocational Behavior. Eine stärkere Ähnlichkeit zwischen eigener Persönlichkeit und dem typischen Persönlichkeitsprofil des Berufs bedeutete über die Zeit nicht automatisch mehr Jobzufriedenheit.
Verquer, Beehr & Wagner (2003): A meta-analysis of relations between person–organization fit and work attitudes, Journal of Vocational Behavior. Besonders die Passung zwischen eigenen und den Werten der Organisation hing mit Jobzufriedenheit und Commitment zusammen.
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In dieser BONUS-FOLGE hört ihr, wie Fanny zu Gast im Podcast "FettUcation" im Gespräch mit Serdar folgende Frage auslotet: Mein Ziel ist erreicht, warum bin ich nicht glücklich?
In Serdars Beispiel geht es darum, beim Abnehmen ein Ziel zu erreichen, einen Meilenstein oder das Wunschgewicht. Oft glauben wir, dass sich mit einem bestimmten Zielgewicht alles anders anfühlen wird. Die Kleidung passt wieder, die Zahl auf der Waage sinkt, man erreicht einen Meilenstein und trotzdem fühlt es sich manchmal nicht so groß an, wie man es sich vorher vorgestellt hat.
Ein Grund dafür ist, dass wir ziemlich schlecht darin sind, unseren zukünftigen emotionalen Zustand vorherzusagen. Affective Forecasting nennen Psychologen das. Wir denken: Wenn ich zehn, zwanzig oder dreißig Kilo abgenommen habe, dann bin ich glücklich. Dabei blenden wir aber aus, dass Job, Stress, Schlaf, Alltag, Familie, Sorgen und Social Media weiterhin mitentscheiden, wie es uns wirklich geht. Außerdem geht es um hedonistische Anpassung: darum, dass sich auch große Veränderungen irgendwann normal anfühlen. Die ersten zehn Kilo können sich riesig anfühlen, die nächsten zehn vielleicht schon weniger, obwohl sie objektiv genauso wichtig sind.
Wir sprechen darüber, warum der Weg oft wichtiger ist als der Endpunkt. Nicht nur die Zahl auf der Waage am Ende macht etwas mit uns, sondern vor allem die kleinen Momente von Selbstwirksamkeit: eine Woche drangeblieben, besser gegessen, trainiert, reflektiert, alte Muster erkannt oder einfach nicht aufgegeben. Eine Folge über Abnehmen, Glück, Erwartungsdruck und Selbstwirksamkeit.
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„Du bist aber auch empfindlich.“ Vielleicht hat dir das schon einmal jemand gesagt – oder du sagst es dir selbst. War der Kommentar wirklich respektlos? War das Verhalten tatsächlich eine Grenzüberschreitung? Oder reagiert mein inneres Alarmsystem gerade stärker, als die Situation es hergibt?
In dieser kurzen Folge geht es darum, warum Menschen unterschiedlich sensibel auf mögliche Zurückweisung reagieren, weshalb ein starkes Gefühl noch kein Beweis für eine Grenzverletzung ist, und warum wir uns echte Grenzüberschreitungen trotzdem nicht wegargumentieren sollten.
Entscheidend sind unter anderem drei Fragen: Wie eindeutig war das Verhalten? Ist es Teil eines Musters? Und was passiert, wenn ich meine Grenze klar ausspreche?
Quellen:
Downey & Feldman (1996), Journal of Personality and Social Psychology
Gao et al. (2017), Clinical Psychology Review
Deci et al. (2006), Personality and Social Psychology Bulletin
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Was, wenn eigentlich noch gar nichts passiert ist, dein Kopf aber längst sämtliche Katastrophen der nächsten Jahre durchspielt? Jobverlust, Geld, Krankheit, Krieg, KI, die falsche Entscheidung: Gerade nachts kann aus realer Unsicherheit eine Endlosschleife werden.
In dieser längeren Folge sprechen Fanny und Berni darüber, warum manche Menschen ein offenes „Ich weiß es noch nicht“ besonders schwer aushalten, wann vernünftige Vorsorge ins Grübeln kippt und warum sich Sorgen nachts oft so viel bedrohlicher anfühlen. Außerdem: Wie trennt man reale Risiken von Katastrophenketten? Wie viel Vorbereitung ist genug? Und was hilft, wenn um drei Uhr morgens der Kopf einfach nicht aufhören will, Gedankenschleifen zu drehen?
Studien:
Dugas, Koerner & Freeston (2026): State of the Science: Intolerance of Uncertainty, Behavior Therapy, 57(1), 17–36.
Åkerstedt, Kecklund & Axelsson (2007): Impaired sleep after bedtime stress and worries, Biological Psychology, 76(3), 170–173.
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Eine gute Führungskraft merkt, wenn jemand unsicher, überfordert oder frustriert ist, und kann darauf eingehen. Dieselbe Fähigkeit lässt sich theoretisch allerdings auch anders nutzen: Wer sehr gut versteht, was andere fühlen, weiß möglicherweise auch ziemlich genau, wie er sie beeinflussen kann.
In dieser Folge geht es um die Frage, ob emotionale Intelligenz automatisch gute Führung bedeutet. Oder ob sie erstmal nur eine Fähigkeit ist, die unterschiedlichen Zielen dienen kann. Wann wird Menschenkenntnis zur Manipulation? Und woran merkt man, ob eine Führungskraft Emotionen nutzt, um Menschen besser zu verstehen – oder um ihren Widerstand geschickter zu umgehen?
Studien:
Miao, Humphrey & Qian (2018): A cross-cultural meta-analysis of how leader emotional intelligence influences subordinate task performance and organizational citizenship behavior
Côté et al. (2011): The Jekyll and Hyde of Emotional Intelligence
Kilduff, Chiaburu & Menges (2010): Strategic use of emotional intelligence in organizational settings: Exploring the dark side
Miao et al. (2019): The relationship between emotional intelligence and the dark triad personality traits: A meta-analytic review
Türkoğlu (2026): Emotional manipulation and selective competencies: the predictive role of emotional intelligence and Machiavellianism subdimensions among higher education administrators
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Manche Ziele verfolgen wir jahrelang: die nächste Beförderung, den perfekten Körper, die eigene Firma. Aber wollen wir wirklich das Leben, das dahinterliegt? Oder vor allem das Gefühl, erfolgreich, bewundert oder endlich „gut genug“ zu sein?
In dieser Folge geht es darum, warum Anerkennung ein starker Motivator sein kann, wann ein Ziel zum Selbstwertprojekt wird – und warum selbst großer Erfolg manchmal erstaunlich wenig verändert. Wie erkennt man, ob ein Ziel wirklich zu den eigenen Interessen und Werten passt? Und würde man es auch noch wollen, wenn niemand davon erfahren würde?
Quellen:
Sheldon & Elliot (1999), Journal of Personality and Social Psychology
Crocker et al. (2003), Journal of Personality and Social Psychology
Crocker & Park (2004), Psychological Bulletin
Niemiec, Ryan & Deci (2009), Journal of Research in Personality
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Ihr streitet über Ordnung, Geld, Pünktlichkeit, Nähe oder das Handy – und eigentlich kennt ihr die Diskussion längst auswendig. Denn ihr habt sie schon oft genau so führt. Trotzdem taucht sie immer wieder auf. Bedeutet das, dass ihr das Problem einfach noch nicht richtig gelöst habt? Oder gibt es Konflikte in Beziehungen, die sich gar nicht endgültig lösen lassen?
In dieser Folge von „Never Mind – Psychologie in 15 Minuten“ spricht Fanny darüber, warum viele Paarkonflikte auf ziemlich stabilen Unterschieden in Persönlichkeit und Bedürfnissen beruhen, wie man lösbare von dauerhaften Problemen unterscheiden kann – und warum akzeptieren nicht bedeutet, alles einfach hinzunehmen.
Quellen und weiterführende Literatur:
ElitePartner-Studie 2026: Belastungsproben und Krisen in Beziehungen
Forschung von John Gottman zu lösbaren und dauerhaften Beziehungskonflikten („solvable“ vs. „perpetual problems“)
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Wenn ihr euch für die Psychologie des Investierens interessiert, dann ist diese Episode genau das Richtige für euch.
In einer gemeinsamen Folge von „Never Mind – Psychologie in 15 Minuten“ und dem Börsen-Podcast „Alles auf Aktien“ geht es um die Psychologie der Börse. Neben AAA-Moderatorin Lea Oetjen ist Psychologieprofessorin Johanna Peetz von der Carleton University in Ottawa dabei. Sie erforscht, wie Menschen finanzielle Ziele verfolgen und wie Paare über Geld sprechen, streiten und gemeinsam planen. Die Psychologin erklärt, warum gute Sparvorsätze noch keine guten Finanzpläne ergeben, worüber Paare bei Geldkonflikten wirklich streiten und welche Regeln helfen, bevor Angst, Euphorie oder Beziehungsmacht das Depot übernehmen. Fanny spricht darüber wie Verlustaversion, FOMO, Selbstüberschätzung und die Sunk-Cost-Falle unsere Anlageentscheidungen beeinflussen.
Außerdem geht es um die Fragen wie:
Und wenn ihr euch für Money Psychology grundsätzlich interessiert, hört auch auch in diese Never Mind-Folgen rein:
Hinweis: Die Folgen dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageberatung dar.
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Der Job wird immer wichtiger, die Tage immer länger, die gemeinsame Zeit rarer. Und irgendwann sagt einer: So möchte ich keine Beziehung führen. Aber wer muss sich jetzt bewegen? Derjenige, der viel arbeitet? Oder der Partner, der mehr gemeinsame Zeit und Aufmerksamkeit einfordert?
Zum ersten Mal ist in dieser Folge Berni Mayer mit dabei, Coach und ab jetzt immer mal wieder Co-Host bei Never Mind. Gemeinsam schauen wir auf ein Dilemma, bei dem beide Seiten ziemlich gute Argumente haben. Wir sprechen darüber, wann beruflicher Stress wirklich zum Beziehungsproblem wird, warum es einen Unterschied macht, ob die Belastung nur eine Phase oder ein Lebensmodell ist, wie viel Ambition eine Partnerschaft aushalten muss und wer den Preis für dieses Lebensmodell zahlt.
Ausgangspunkt ist eine aktuelle ElitePartner-Erhebung: Knapp ein Drittel der Befragten hat in der eigenen Beziehung bereits starke berufliche Überlastung erlebt. Viele empfinden sie als sehr belastend, vergleichsweise wenige Beziehungen stehen aber allein deswegen vor dem Aus. Also: Wie viel darf ich meinem Partner für meine Karriere zumuten? Und wann wird aus meiner persönlichen Entscheidung eine gemeinsame?
Quelle: ElitePartner-Studie 2026: Belastungsproben und Krisen in Beziehungen
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Bleiben oder gehen? Nachgeben oder Konflikt riskieren? Sicherheit wählen oder etwas wagen?
Never Mind ist der Psychologie-Podcast für die Momente, in denen keine Entscheidung…
In "15 Minuten Psychologie" widmet sich Psychologin und Journalistin Dr. Fanny Jimenez jedem Dienstag einem psychologischen Thema aus dem Alltag – es geht um Beziehungen, Arbeit und das ganz normale Chaos im eigenen Kopf. In "Gefühlslage" schaut sie zum Ende der Woche gemeinsam mit Coach und Autor Berni Mayer ausgeruht und mit viel Hintergrund auf ein konkretes Dilemma: Warum bleiben wir in Situationen, die uns nicht guttun? Wann ist Zweifel ein wichtiges Signal – und wann hält er uns im Status quo gefangen? Und wie treffen wir Entscheidungen, obwohl uns die letzte Sicherheit fehlt? Die Antworten kommen nicht aus dem Bauch heraus. Never Mind greift aktuelle Studien auf, ordnet den psychologischen Forschungsstand ein und übersetzt wissenschaftliche Erkenntnisse in überraschende Perspektiven und konkrete Hilfestellungen für den Alltag.
Für alle, die nicht an zu wenig Optionen scheitern, sondern an zu vielen guten Gründen.
Neue Folgen gibt es jeden Dienstag und Freitag. Jetzt folgen für bessere Entscheidungen in einer Welt ohne eindeutige Antworten.
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