Inka trieben keine Überweidung und setzten auf Vorratshaltung
Oft werden die Inka als Ökowegweiser für unsere heutige Gesellschaft gesehen. Das Ressourcen-Management der Inka war selbstsuffizient und nicht im Übermaße ausbeuterisch und damit, wie man heute sagt, nachhaltig. Es gab keine Überweidung, die Landwirtschaft wurde experimentell betrieben, man hat sich drauf eingestellt, Vorräte zu halten, über alle Klimaperioden hinweg. Es wurden Hungersnöte vermieden, man hat aus der Geschichte gelernt.
Die Vorgängerkulturen sind untergegangen deswegen, die Maya auch. Sie waren schon untergegangen, als die Spanier kamen. Die Azteken sind dafür bekannt, dass sie exzessiv Menschenopfer betrieben haben. Das haben die Inka nicht so exzessiv gemacht, wenn sie auch Bergopfer gebracht haben.
Ihr intensiver Anbau in diesen steilen Andenbergen, die sie mit Terrassen übersät haben, was die Erosion verhindert hat, machte eine intensive Bewässerung nötig. Man musste die Bewässerungskanäle drei-, viermal im Jahr reinigen und bearbeiten. Die Inka haben dafür gesorgt, dass sie in Notzeiten durch tausende Speicher mit Mais, Kartoffeln, Quinoa und anderen Nahrungsmitteln gut versorgt waren.
Die Inka betrieben also einen bewussten und nachhaltigen Umgang mit der Natur, besaßen diplomatisches Geschick in der Politik und waren kunsthandwerklich und technisch eine sehr hochstehende Kultur?
Genau. Und sie vermieden exzessiven öffentlichen Luxus, wie das in den Gräbern der Pharaonen, im alten Ägypten bis zu dem Gräbern der Maya oder anderen berühmten Gräbern der Fall ist, wo man sogar im Jenseits als der große Machthaber da stehen wollte. Das haben die Inka nicht gemacht. Sie haben sich mumifizieren lassen und lebten wie normale Menschen.