ZeitZeichen

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ZeitZeichen episodes

  • Die Premiere des ersten Star Wars-Films (25.5.1977)
    "Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis." So steht es am Anfang des ersten "Star Wars"-Films in blauer Schrift auf der Leinwand. Ein leiser, bescheidener Beginn für eines der bekanntesten und finanziell lukrativsten Märchen der ModerneDer märchenhafte Beginn der Star Wars-Saga lässt nur leise erahnen, was anschließend im ersten Film auf der Leinwand zu sehen ist. Wesen von fernen Planeten, Roboter mit Intelligenz und Seele, und natürlich der Kampf der guten Rebellion gegen das böse Imperium. Als George Lucas‘ "Star Wars – Eine neue Hoffnung" Premiere hat, ist das der Auftakt zu insgesamt neun Episoden und unzähligen Franchises und Spin-Offs. Heute gehört die Weltraum-Saga zu den weltweit bekanntesten Marken und ist ein Milliardengeschäft.
    15 min
  • "Singe, wem Gesang gegeben" - Ludwig Uhland notiert die berühmte Zeile (24.5.1812)
    Der Satz gehört in jede Zitatesammlung: "Singe, wem Gesang gegeben!" Nur auf den ersten Blick passt die Zeile zu aktuellen Casting-Shows, wo Menschen versuchen zu beweisen, dass ihnen Gesang gegeben sei. Die Bedeutung wurzelt tiefer. Es gibt Worte, die flattern durch die Welt, während längst vergessen ist, wer der dazugehörige Autor war. Die fragliche Zeile hat sich der schwäbische Dichter Ludwig Uhland ausgedacht und am 24. Mai 1812 in seinem Tagebuch notiert. Uhland gehört zu den Dichtern der Romantik, die gegen die festen Formen der Klassik anschreiben. Gedichte sollen klingen wie Volkslieder, denn Gedichte werden in dieser Zeit umgehend vertont. Das Singen wird organisiert, es entstehen Liedertafeln und Gesangsvereine. Dort wird aber nicht nur gesungen, sondern auch debattiert. Sogar die Schranke zwischen Bürger und Adel soll durch den Gesang niedergerissen und die Zerstückelung Deutschlands in hunderte Fürstentümer überwunden werden - indem es sich auf gemeinsame Wurzeln im Volkslied besinnt. Wieviel Gemeinschaft wohnt im Gesang? Historisch wie aktuell?
    14 min
  • Der Kunstdünger wird zum Patent angemeldet (23.5.1842)
    Für die Industrielle Revolution brauchte es Dampfmaschinen, Eisenbahnen – und John Bennet Lawes! Denn ohne sein Superphosphat als Kunstdünger wäre die Ernährung einer wachsenden, nicht in der Landwirtschaft arbeitenden Bevölkerung nicht möglich gewesen. John Bennet Lawes war neugierig, tüchtig, zuverlässig, ausdauernd und großzügig. Gute Eigenschaften für eine Erfindung, genauso gute Eigenschaften für eine wunderbare Freundschaft. Die hegte er über 50 Jahre lang mit Henry Gilbert, der ihn, obwohl fast blind, in allem unterstützte. Und dann hatten die beiden noch Ehefrauen, die Zeichnungen anfertigten oder das Lesen von Abhandlungen übernahmen. Kurzum: Lawes hatte Land, Initiative, eine Idee und drei Verbündete. Mit denen sorgte er für die Lösung eines großen Problems: Genügend Nahrung zu haben für eine rasant wachsende Bevölkerung. Sein Rezept für Superphosphat war ein Durchbruch in der Geschichte des Kunstdüngers.
    15 min
  • Der Geburtstag des Gestalters Dieter Rams (20.5.1932)
    Eigentlich wollte er nur aufräumen. Schnörkel und Chaos beseitigen. Damit wurde Dieter Rams eine Ikone des Industriedesigns. Das Aussehen von Apple-Produkten ohne die Vorarbeit von Dieter Rams? Undenkbar. Heute kann man Dieter Rams´ Entwürfe für den Elektronikhersteller Braun im Museum of Modern Art in New York besichtigen. Es gibt Bücher und Ausstellungen über sein Schaffen. Begonnen hat alles mit einem ersten Job bei einem deutschen Traditionsunternehmen: Nach dem Studium der Architektur ergatterte Rams mit 23 eine Stelle beim Elektrohersteller Braun. Einer seiner ersten Entwürfe gemeinsam mit Hans Gugelot war der SK4. Eine Kombination aus Radio und Plattenspieler. In deutschen Wohnzimmern der 50er standen klobige, holzfurnierte Musiktruhen. Dagegen wirkte der weiße Quader mit Plexiglasdeckel, auch Schneewittchensarg genannt, wie vom Himmel gefallen. Dieter Rams blieb über 40 Jahre bei Braun und entwarf mit seinem Team so ziemlich alles für den Haushalt, was einen Stecker hat, zudem Uhren und Taschenrechner. Rams' klare Gestaltung ohne Schnickschnack inspirierte auch den Chefdesigner von Apple. Anfang der 70er formulierte Dieter Rams 10 Thesen für gutes Design, die bis heute gültig sind. Darunter: Gutes Design muss innovativ, langlebig und umweltfreundlich sein. Die letzte These: Gutes Design ist so wenig Design wie möglich.
    14 min
  • Der Todestag des Schriftstellers und Übersetzers Hans Wollschläger (19.5.2007)
    Der Sinn des Lebens? Für Hans Wollschläger war das vor allem: schöpferisch sein. Deshalb war der Pastorensohn aus Minden auch in fast jedem Bereich der Kultur tätig, als berühmter Übersetzer von Joyce´s "Ulysses", aber auch als Musiker und Religionskritiker. Die Kulturgeschichte ist das zentrale Element in Hans Wollschlägers Leben, sie ist das Fundament seiner Lebensauffassung. Geboren 1935, hat Wollschläger mit der Musik angefangen und nach und nach so viele Felder beackert, dass es schwer fällt, sie in einem Satz zu benennen. Er ist als Schriftsteller hervorgetreten, als Übersetzer, als Religionskritiker und Literaturhistoriker. Die Psychoanalyse hat ihn fasziniert, er hat sich mit Karl May und Friedrich Rückert beschäftigt und seinen beiden geistigen Vätern, wie er sie nennt, Adorno und Arno Schmidt, Portraits gewidmet. In der literarischen Welt berühmt gemacht hat ihn 1975 die Übersetzung eines Jahrhundertromans, "Ulysses" von James Joyce. Seine besondere Verehrung gilt dem Komponisten Gustav Mahler. Man müsse von der Welt, um alles darüber zu wissen, sagt Hans Wollschläger, nichts anderes wissen, als das, was in Mahlers Musik darüber gesagt wird.
    15 min
  • Der Todestag des Sängers Dietrich Fischer-Dieskau (18.5.2012)
    Kaum ein Sänger hat so viel Bewunderung auf sich gezogen wie Dietrich Fischer-Dieskau. Der lyrische Bariton ist als Jahrhundertsänger bezeichnet worden und als größter lebender Liedsänger. Dietrich Fischer-Dieskau hat Opern gesungen, aber auch Messen und Kantaten, er hat Bücher geschrieben, Melodramen rezitiert, Bilder gemalt und Konzerte dirigiert. Berühmt geworden ist er aber mit einer Nischenkultur, dem Liedgesang. Schon als 16-jähriger soll er 1942 in Berlin erstmals öffentlich Franz Schuberts "Winterreise" gesungen haben. Mehr als dreißig Mal hat er im Laufe seiner Karriere diesen Liederzyklus aufgenommen. Mit seiner Textverständlichkeit und seinem Nuancenreichtum setzte Dietrich Fischer-Dieskau Maßstäbe. Seine Kollegin Brigitte Fassbaender erinnerte sich: "Wo ich als junge Sängerin oft großzügig gehudelt habe, da hat er akribisch getüftelt." Diese Akribie - vor allem im Umgang mit dem Text - führte aber auch zu Kritik. Manchem Kritiker war sie zu manieriert. Im Alter von 86 Jahren ist Fischer-Dieskau am 18. Mai 2012 in Berg bei Starnberg gestorben.
    15 min
  • Der Beschluss zur Räumung der Höhlenstadt Matera (17.5.1952)
    Weltkulturerbe. Filmkulisse für einen James Bond-Film und Pier Paolo Pasolini. Aber auch die ehemalige "Schande Italiens": Matera in Süditalien ist eine faszinierende Stadt und eine der ältesten menschlichen Siedlungen der Welt. In Matera hausten ab der Jungsteinzeit bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Menschen in Höhlen, zusammen mit ihrem Vieh, unter steinzeitlichen hygienischen Bedingungen. Sie arbeiteten als Bauern und Hirten auf den Latifundien der Feudalherren, die in der Oberstadt lebten. Als der Schriftsteller Carlo Levi 1944 in seinem Roman "Christus kam nur bis Eboli" die Zustände in Matera drastisch beschrieb, wurden die Behörden aufmerksam und nannten die Stadt eine "nationale Schande". Mit dem Dekret vom 17. Mai 1952 wurden die 20.000 Einwohner der alten "Sassi" in die moderne Vorstadt umgesiedelt. Später entdeckten Filmschaffende die einzigartige Höhlenlandschaft als Filmkulisse. Seit Matera 1993 ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurde, werden immer mehr Höhlen saniert. 2019 präsentierte sich Matera als Kulturhauptstadt Europas.
    15 min
  • Der Todestag der Theaterleiterin Louise Dumont (16.5.1932)
    Sie formte Ausnahmetalente wie Gustaf Gründgens. Sie machte Düsseldorf vor über 100 Jahren zur Spitzenadresse für Schauspielkunst. Die streitbare Louise Dumont war ein Glücksfall für das deutsche Theater. Zusammen mit ihrem späteren Ehemann Gustav Lindemann, brachte Louise Dumont ab 1904 Spitzen-Theater nach Düsseldorf. In der ihrem Schauspielhaus angeschlossenen "Hochschule für Bühnenkunst" lernte der Schauspiel-Nachwuchs von ihr. Spätere Theater- und Filmstars wie Gustaf Gründgens starteten hier ihre Karriere. Für die 1862 in Köln geborene Louise Dumont war es ein langer Weg bis zur Düsseldorfer Intendantin. Der Durchbruch als Schauspielerin gelang ihr – nach Stationen in Wien und Stuttgart - Ende des 19. Jahrhunderts. In den Stücken der Naturalisten sorgte sie in Berlin unter der Regie von Otto Brahm für Furore. Doch suchte Louise Dumont die volle Unabhängigkeit. Sie wollte ein Theater durchsetzen, das von den Ideen der Reformbewegungen geprägt war. Die Zuschauer, so ihre Devise, müssten "wie in einer Hypnose umgeschaffen werden". Gleichzeitig tat sie alles, um die soziale Stellung der Schauspielerinnen zu heben. Bis zu ihrem Tod im Alter von 70 Jahren stand Louise Dumont in großen Rollen auf der Bühne des Düsseldorfer Schauspielhauses.
    15 min
  • Der Geburtstag des Malariaforschers Ronald Ross (13.5.1857)
    Vor 125 Jahren entdeckte der britische Militärarzt Ronald Ross, dass spezielle Stechmücken den Malariaerreger auf den Menschen übertragen. Seitdem hat die Wissenschaft viel über Malaria geforscht. Nur einen Impfstoff gibt es immer noch nicht. So gehört die Malaria bis heute zu den gefährlichsten Krankheiten der Menschheit. Laut WHO stieg die Zahl der Infizierten und Toten im Vergleich zu 2019 sogar wieder an, weil sich die Aufmerksamkeit in den vergangenen zwei Jahren vor allem auf die Bekämpfung des Corona-Virus richtete. Von den weltweit rund 241 Millionen Malariakranken fielen 627 000 Menschen der Krankheit zum Opfer, davon 96 Prozent in Afrika. Betroffen waren zu mehr als zwei Drittel Kinder unter 5 Jahren. Die WHO hat sich das Ziel gesetzt, bei der Malaria die Inzidenz- und Mortalitätsrate und Mortalitätsraten bis zum Jahr 2030 um mindestens 90 Prozent zu senken. Ob das gelingt, ist auch eine Frage finanzieller Ressourcen. Und daran mangelte es in der Vergangenheit. Anders als Covid-19 ist Malaria vor allem eine Krankheit der Armen in Afrika und deshalb für Pharmakonzerne und ihre Investoren weit weniger interessant.
    15 min
  • Der Geburtstag der Schauspielerin Katharine Hepburn (12.5.1907)
    Niemand in der Schauspielbranche war bei den Oscars erfolgreicher – und zugleich gab es wohl niemanden, der sich weniger daraus gemacht hat. Viermal hat Katharine Hepburn die weltweit wichtigste Schauspielauszeichnung gewonnen. Nicht einen ihrer Oscars hat sie persönlich in Empfang genommen. Dass zwischen dem ersten und dem vierten Gewinn stolze 48 Jahre liegen, zeigt, warum Hepburns Laufbahn eine echte Jahrhundertkarriere war: holprige Anfänge im Theater, großer Durchbruch, eine jahrelange Durststrecke – und schließlich so manche ihrer größten Erfolge in einem Alter, in dem Hollywood viele Frauen längst abgeschrieben hat. Zum "Mythos Hepburn" trägt neben ihren Filmen auch bei, dass Hepburn wenig auf die Erwartungen ihrer Zeit gibt: Sie trägt grundsätzlich Hosen, ihr Privatleben hält sie unter Verschluss – auch über die jahrzehntelange Beziehung zu ihrem Schauspielkollegen Spencer Tracy spricht sie erst nach dessen Tod. Hepburn selbst stirbt 2003. Ein Jahr später spielt Cate Blanchett die große Hepburn in dem Film "Aviator" – und gewinnt für die Rolle wiederum einen Oscar.
    15 min

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