ZeitZeichen

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ZeitZeichen episodes

  • Der Todestag von Rainer Werner Fassbinder (10.6.1982)
    Warum macht er so viel und so schnell? Rainer Werner Fassbinder drehte in etwas mehr als einem Jahrzehnt mehr als 40 teils bahnbrechende Filme. Sein hochtouriges Leben endete am 10. Juni 1982: Er starb im Alter von 37 Jahren an einer Mischung aus Schlafmitteln und Kokain. Fassbinder war ein aufgeweckter Junge, der sich früh für Kunst und Literatur interessierte. Seine Schulnoten waren nicht berauschend. Er brach die Schule ab und nahm Schauspielunterricht. Vergeblich bewarb er sich den der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Fassbinder wirkte bei freien Theatergruppen mit, schrieb Stücke und begann zu inszenieren. Nach zwei Kurzfilmen drehte er seinen ersten Spielfilm: Liebe ist kälter als der Tod. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehören: "Die Ehe der Maria Braun", "Effi Briest", "Lola" und "Berlin Alexanderplatz". Er war jetzt der produktivste Filmemacher des Neuen Deutschen Films – bis zu seinem plötzlichen Tod.
    15 min
  • Der Geburtstag von Zar Peter dem Großen (9.6.1672)
    Was macht einen Herrscher groß? Der russische Zar Peter hat den Beinamen "der Große" bekommen, denn er hatte weitreichende Visionen. Aber er war auch ein brutaler Herrscher. Zar Peter war schon zu Lebzeiten heftig umstritten. Sein Blick war nach Westen gerichtet. Zar Peter der Große, der ungestüme, energische Modernisierer, holte sich seine Ideen in Wien, London und Amsterdam. Dann begann er, die alten Bärte in der traditionellen russischen Gesellschaft abzuschneiden. Mit seinem heftigen Vorgehen gegen die Traditionen brachte er die Menschen in seinem Reich gegen sich auf, nur wenige teilten seine Visionen und Ziele. Peters Antwort auf Widerstand aber war blutig und grausam, seinen eigenen Sohn ließ er zu Tode foltern.
    14 min
  • Der Todestag des islamischen Propheten und Religionsstifters Mohammed (8.6.632)
    Muhammad ibn Abdallah war Kaufmann und Karawanenreisender, er war nach dem frühen Tod der Eltern in ärmlichen Verhältnissen in Mekka aufgewachsen. Und er verkündete im 7. Jahrhundert eine neue Weltreligion: den Islam. Mohammed vereinte in knapp 20 Jahren die vielen zerstrittenen Stämme des alten Arabiens unter dem gemeinsamen Glauben und schuf die Basis für ein islamisches Weltreich. Schon die älteste islamische Überlieferung zeichnete genauestens alle Stationen seines Lebens auf: Die Reisen als Kaufmann, die Heirat mit Chadidscha, das Berufungserlebnis, die Auswanderung von Mekka nach Medina, die Ausbreitung der muslimischen Glaubensgemeinschaft und der Tod in Medina. Über keinen Propheten der Religionsgeschichte glaubt man so viel zu wissen wie über Mohammed. Und dennoch – auf dem schwierigen Grad zwischen historischer Rationalität und religiöser Verklärung – bleibt Mohammed eine schwer zu fassende Persönlichkeit der Weltgeschichte.
    15 min
  • Der Geburtstag der Dichterin Mascha Kaléko (7.6.1907)
    "Sei klug und halte dich an Wunder" – diese Zeile wirkt rückblickend wie ein Faden, der sich durch das Leben einer Frau zieht, die seit ihrer Kindheit Emigrantin war. Als Golda Maika Aufen wird sie als Tochter mit jüdischen Wurzeln in West-Galizien geboren. Die erste Flucht – ausgelöst - durch den Ersten Weltkrieg erlebt sie mit sieben Jahren. Weder in Frankfurt noch in Marburg wird sie glücklich. Die leuchtenden Jahre erlebt Mascha in Berlin im Kreis einer Künstler-Bohème mit Schauspielern und Literaten wie Erich Kästner, Kurt Tucholsky oder Ringelnatz. Inspiriert verfasst sie ihre erste "Gebrauchslyrik" bis sie vor dem Zweiten Weltkrieg erneut emigrieren muss. Diesmal nach New York, wo 1968 ihr musikalisch begabter Sohn stirbt. "Den eigenen Tod den stirbt man nur", dichtet Kaléko selbst getroffen: "Mit dem Tod der anderen muss man leben." In ihren Versen verarbeitet sie den Verlust und die Heimatsuche, die sie nach Israel und zurück nach Europa führt. "Zur Heimat erkor ich mir die Liebe" fasst sie die Odyssee ihres Lebens zusammen. Die Sehnsucht scheint am Ende unerfüllt geblieben zu sein.
    15 min
  • Die Gründung des Reiches Afghanistan (im Jahr 1747)
    Krieg in Afghanistan – soweit die Erinnerung zurückreicht: die Briten, das zaristische Russland, die Sowjets, der Kampf der USA gegen die Taliban. Viele Weltmächte haben versucht, Afghanistan zu beherrschen. Alle sind gescheitert. Die Geschichte des Landes Afghanistan beginnt im Jahr 1747. Der Stammesführer Ahmad Shah Durrani erobert das weite Gebirgsland am Hindukusch und schließt einen Pakt mit den zahlreichen heimischen Stammesverbänden: Sie sollen ihn als Oberhaupt anerkennen, dafür überlässt er ihnen im Stammesgebiet ihre lokale Macht. Das war die Keimzelle des späteren Staates Afghanistan, der bis heute zwischen nie überwundenen Stammesstrukturen, internationalen Interessensphären, Mujaheddin und Taliban zerrissen wird. Daher erscheint das Land aus westlicher Perspektive als dauernder Kriegsherd: Drei blutige Kriege führten im 19. Jahrhundert die Briten und das zaristische Russland um das Gebirgsland mit den wichtigsten Handelsrouten nach Indien und Asien. Im 20. Jh. marschierten die Sowjets in Afghanistan ein, um das kommunistische Regime zu unterstützen. Und 2001 besetzten die USA und Nato-Truppen das Land, um den Terroristen Osama bin Laden zu jagen, der für den Anschlag auf das World Trade Center in New York verantwortlich gemacht wurde. Jüngst haben die Taliban wieder weitgehend die Macht im Land übernommen. Ob Afghanistan je zur Ruhe kommt?
    15 min
  • Der Todestag des italienischen Freiheitskämpfers Giuseppe Garibaldi (2.6.1882)
    Italien vereinen! Die Fremdherrschaft abschütteln, Bourbonen und Österreicher endlich rauswerfen – das wollen im 19. Jahrhundert viele, aber niemand mit Erfolg. Bis Giuseppe Garibaldi mit 1000 schlecht gerüsteten, aber idealistischen Soldaten ins Geschehen eingreift. Garibaldis "Zug der Tausend" im Sommer 1860 ist legendär: 1000 Freischärler schlagen die königliche High-Tech-Armee der Bourbonen auf Sizilien und dann auch in Neapel in die Flucht. Wie konnte das sein? Historiker wissen heute, dass Garibaldi nicht nur ein unerschrockener, charismatischer Militärführer war. Sondern dass er sich neapolitanische Offiziere durch Bestechung gefügig machte und nicht davor zurückschreckte, die Camorra als Hilfspolizei einzusetzen. Der italienischen Einigung im Jahr 1861 hat er dennoch den Boden bereitet – und sein Mythos ist bis heute intakt.
    15 min
  • Der Geburtstag von Konstantin Wecker (01.06.1947)
    Der Münchner hat das, was man ein "pralles" Leben nennt: Musik, Ruhm, Geld, Sex & Drugs – Konstantin Wecker nimmt alles mit. Weckers Liedtexte sind zärtlich poetisch und klar politisch, immer gegen Krieg und Rechtsextremismus. Als Sohn eines Opernsängers lernt Konstantin Wecker früh Klavier, Geige und Gitarre, singt mit dem Vater im Wohnzimmer Arien. Musiklehrer rühmen seine Stimme beim "Ave Maria". Als er als junger Erwachsener zur Bundeswehr soll, zerreißt der Vater seinen Einberufungsbefehl: Er sei bei den Nazis nicht beim Militär gewesen, sein Sohn werde auch nicht zum Militär gehen. Der Vater hat ihn gelehrt, ungehorsam zu sein, sagt Wecker. Die Mutter: stark und immer für ihn da. Seine Musikkarriere beginnt Konstantin Wecker im Kinderchor, kann sowohl Oper als auch Blues und hat heute über 600 Lieder, Musicals und Filmmusiken geschrieben. In den 70er Jahren lässt er´s filmisch krachen in "unterm Dirndl wird gejodelt" und betäubt sich mit Kokain. Doch bleibt er immer produktiv und gewinnt als Kabarettist, Musiker und Liedermacher zahlreiche Preise.
    15 min
  • Das Ende des Zweiten Burenkrieges in Südafrika (31.5.1902)
    Gold und das Duell zweier ungleicher Mächte. Auf diese kurze Formel könnte man die Ursachen des Zweiten Burenkrieges in Südafrika bringen. Ein grausamer Krieg Großbritanniens und der Burenrepubliken, der tief im kollektiven Gedächtnis der Südafrikaner verankert ist. Ein Krieg, der vor allem für die Briten sehr viel länger dauerte als geplant. Militärisch übermächtig waren die Briten sich sicher, die beiden unabhängigen Burenrepubliken Oranje-Freistaat und Transvaal ohne große Gegenwehr rasch besetzen zu können. Ein Irrtum, wie sich schon kurz nach Kriegsbeginn 1899 herausstellte. Die Briten wollten Südafrika endlich vereinigen, dessen größter Teil ihnen schon seit 1806 gehörte. Die beiden Burenrepubliken standen nach ihren Gründungen in der Mitte des 19. Jahrhunderts diesem Expansionsdrang im Wege. 1886 wurden ausgerechnet in Transvaal riesige Goldlagerstätten gefunden. Dem daraufhin einsetzenden Goldrausch schob die südafrikanische Regierung schnell einen Riegel vor. "Uitlanders", und damit auch Briten, konnten keine Staatsbürger werden, und damit nicht so ohne Weiteres an Schürfrechte kommen. Diese vermeintliche Ausländerfeindlichkeit nahmen die Briten zum Anlass, gegen die Burenrepubliken einen Krieg zu beginnen – um ungestört das begehrte Gold ausbeuten zu können. Dafür änderte die britische Armee im Kriegsverlauf ihre Strategie. Überall hinterließ sie "verbrannte Erde": Sie zerstörte die Farmen der Buren, vernichtete die Ernte, hungerte ihre Gegner aus. Rund 120.000 Farmbewohner, vor allem Frauen und Kinder wurden in Lagern interniert. Etwa ein Viertel davon starb an Hunger und Krankheiten.
    15 min
  • Der Geburtstag der Luftfahrtpionierin Elly Beinhorn (30.5.1907)
    Frauen in Flugzeugen - vor hundert Jahren wurden sie abschätzig als "Luftschätzchen" oder "Unterrock-Piloten" bezeichnet. Aber dann kam Elly Beinhorn. Die Abenteurerin wagte mehr als jeder Mann und wurde zur "Pionierin der Lüfte". Es ist das Jahr 1931: Ganz Deutschland wartet auf ein Lebenszeichen der verschollenen jungen Fliegerin, die Anfang des Jahres mit einem stoffbespannten Klemm-Leichtflugzeug alleine nach Afrika aufgebrochen war - ohne Funk, Radar und Navigationssystem. Dann traf ein Telegramm aus Timbuktu ein und die Presse titelte: Elly lebt! Bei ihrer Rückkehr in Berlin wurde Elly Beinhorn gefeiert wie ein Weltstar. Es war der Anfang einer ungewöhnlichen Karriere. Denn das Fliegen war zu diesem Zeitpunkt eine exklusiv männliche Domäne. Aber die Tochter einer angesehenen Hannoveraner Kaufmannsfamilie hatte gegen den Willen ihrer entsetzten Eltern bereits als 20jährige den Sportflugflugschein erworben, flog seitdem um die Welt und stellte Langstreckenrekorde auf. 1936 heiratete sie den populären Autorennfahrer Bernd Rosemeyer, wurde Mutter und zog sich aus der Fliegerei zurück. Aber ihr Mann starb bereits 1938 bei einem Unfall. Noch im selben Jahr begann Elly Beinhorn wieder mit dem Fliegen und gab ihren Pilotenschein erst in den 70er Jahren ab. Elly Beinhorn wurde 100 Jahre alt.
    15 min
  • Der Anschlag auf Reinhard Heydrich (27.5.1942)
    Sein zweiter Vorname "Tristan" zeigt, dass Heydrichs Eltern den feingliedrigen Reinhard gerne als Künstler, als Musiker gesehen hätten. Doch der Nachwelt blieb er als kaltherziger Organisator der Judenvernichtung unter den Nazis in Erinnerung. Reinhard Heydrich war der Spross eines Komponisten und Opernsängers, der seinen Sohn gern in seinen musikalischen Fußstapfen gesehen hätte. Das Zeug dazu hatte er, auch blieb Heydrich Zeit seines Lebens dem Geigenspiel verbunden. Seinen kreativen Ehrgeiz investierte er von 1931 an aber in den Aufbau des nationalsozialistischen Sicherheitsapparats unter Leitung seines Entdeckers und Förderers Heinrich Himmler. Binnen weniger Jahre wandelte sich der nationalkonservative Oberleutnant zur See zum ehrgeizigen Organisator der sogenannten "Endlösung der Judenfrage". Er war der höchstrangige Helfer Hitlers, der einem Mordanschlag zum Opfer fiel.
    15 min

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