Es gibt diese Sätze in der Politik, die in die Geschichte eingehen. Sätze, die im kollektiven Gedächtnis der Republik gespeichert sind, weil sie über den Moment hinaus etwas bedeuten. Dazu gehört auch der Satz von Bundeskanzlerin Merkel am 31. August 2015 vor laufenden Kameras: "Wir schaffen das!"
Es war ein Satz, der die einen motivierte, sich für die ankommenden Flüchtlinge zu engagieren, um zu zeigen, dass wir eine humane Gesellschaft sind, die Menschen in Not hilft und die es begrüßte, dass wir Deutschen uns das zutrauten. Die anderen zeigten sich entsetzt. Für sie wurde diese Aussage zum Synonym für ein falsches Staats- und Nationenverständnis. Die darin Kontrollverlust mit weitreichenden Folgen sahen und sich mit vielerlei Entwicklungen seither bestätigt fühlen.
Es ist ein Satz, der zehn Jahre später immer noch nachhallt und der die deutsche Gesellschaft tief gespalten hat. Darüber spricht MDR KULTUR-Redakteur Max Waibel mit dem österreichischen Migrationsforscher Gerald Knaus. Er nahm mit dem sogenannten "Flüchtlings-Deal" mit der Türkei den Druck aus der Wanderungsbewegung nach Deutschland.
Verfügbar bis 23. August 2026