Christine Wunnicke ist eine Ausnahmegestalt im deutschen Literaturbetrieb ist: Sie schreibt die schmalsten und dabei opulentesten Historienromane, aus denen Tragik und Komik und Wissen sprühen. Mit ihrem Roman "Wachs" erzählt sie die Geschichte der Apothekerstochter Marie Bihéron, geboren 1719 in Paris, die eine begabte Illustratorin ist und sich bereits als Kind Leichen besorgt, um deren Inneres zu malen. Das vorrevolutionäre Paris Christine Wunnickes ist bevölkert von queeren Liebespaaren und dargestellt mit einem fabelhaften Detailwissen, mit krausen Volten, Lust am feinen Witz.
Für ihr Werk wurde die Schriftstellerin 2025 mit dem renommierten Jean Paul Preis, dem Bayerischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet. Jetzt, am 24. Oktober 2026, wird ihr in Darmstadt der Büchner-Preis 2026 überreicht, die Laudatio hält Judith Schalansky.
Im Gespräch mit MDR KULTUR-Literaturredakteurin Katrin Schumacher erzählt Christine Wunnicke, was sie an Jean Paul seit Kindertagen fasziniert und wie sie ihre Figuren aus der Geschichte birgt.
Das Gespräch wurde 2025 aufgenommen, es ist bis zum 17. Oktober 2027 verfügbar.