Katrin Zipse: Moosland. 1949
Vier Jahre nach Kriegsende veröffentlichte der Isländische Bauernverband eine Anzeige in den Lübecker Nachrichten. Gesucht wurden junge deutsche Frauen, die auf isländischen Bauernhöfen mitarbeiten würden. Viele Isländerinnen waren damals in die Städte abgewandert oder mit den abziehenden amerikanischen GIs in die USA gegangen. Einige Bauern suchten also nicht nur Arbeitskräfte, sondern auch Heiratskandidatinnen. Etwa 300 junge deutsche Frauen folgten dem Aufruf. Für Katrin Zipse Stoff für ihren Roman Moosland. Claudia Ingenhoven hat das Buch gelesen.
Steffen Kopetzky: Die Harzreise
Vor 200 Jahren durchwanderte Heinrich Heine den Harz und schuf mit seiner Harzreise ein bis heute berühmtes literarisches Reisebild. 200 Jahre später folgt der Autor Steffen Kopetzky dieser Spur und findet eine von sozialen und ökologischen Veränderungen geprägte Landschaft. Und wie Heine auch hat Kopetzky seine Beobachtungen und Erfahrungen von unterwegs in einem literarischen Text festgehalten, nun erschienen beim Rowohlt Verlag. "Die Harzreise - eine Deutschlanderkundung" ist durchaus ein Buch übers Wandern und ist doch zugleich voller kluger Gedanken zur politischen Gegenwart. Jörg Schieke hat sich mit Steffen Kopetky über diese Harzreise unterhalten.
Christine Thürmer: Hiking Asia.
Zu gern schauen wir Anderen bei ihren Abenteuern zu. In Videos, Lichtbildvorträgen, Büchern und natürlich im Internet verfolgen wir, wie sie sich die Welt etwa erwandern. Eine von ihnen ist Christine Thürmer. Sie bezeichnet sich selbst als die "meistgewanderte Frau der Welt" und verweist auf ihrer Webseite auf unfassbare 70.000 Kilometer zu Fuß, 37.000 Kilometer mit dem Fahrrad und 7.000 Kilometer mit dem Boot. Christine Thürmer hat mehrere Bücher geschrieben. Das Neueste erzählt von ihren Touren durch Japan, Südkorea und Taiwan. Sabine Frank stellt es vor.
Felicitas Hoppe: Reisen
Seit die Autorin 2012 mit dem Georg-Büchner-Preis prämiert wurde, ist sie in aller Munde, denn diese Auszeichnung gilt als wichtigste Literaturtrophäe im deutschsprachigen Raum. Insgesamt veröffentlichte die 1965 in Hameln geborene Schriftstellerin bisher mehr als zwei Dutzend Werke, darunter die von der Kritik euphorisch gefeierten Reiseromane "Pigafetta" und "Paradiese, Übersee". Jetzt hat die Künstlerin dem Thema Reisen einen Essayband gewidmet. Ulf Heise stellt ihn vor.
Ali Smith: Gliff
Die Schottin Ali Smith gehört in Großbritannien zu den ganz großen zeitgenössischen Schriftstellerinnen. Schon mit ihrer Jahreszeiten-Tetralogie war sie sowas wie eine literarische Ersthelferin für alle, die von den damals aktuellen politischen Entwicklungen überrannt wurden: Egal, ob es der Brexit war, der Rechtsruck oder die Corona-Pandemie. Auch in ihrem neuen Roman gibt sich Ali Smith politisch. Das Buch hört auf den rätselhaften "Gliff" und Kais Harrabi stellt es vor.
Und der Tipp zum Schluss: Moni Ports wunderbares kleine Buch "Women’s Words. Fünfzig Frauen, fünfzig Sätze". Mit besten Empfehlungen!