Archivradio – Geschichte im Original

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Archivradio – Geschichte im Original episodes

  • Bürger stimmen mehrheitlich für Atomkraftwerk Wyhl | 12.1.1975 | Kernenergie
    Diffuser Widerstand in Wyhl entwickelt sich zur Anti-Atomkraft-Bewegung
    Der Widerstand gegen das geplante Kernkraftwerk Wyhl am Kaiserstuhl gehört zu den Ereignissen, die dazu beigetragen haben, aus einem diffusen Widerstand gegen die Kernenergie eine Bewegung zu machen.
    Zunächst war das Kraftwerk im nahegelegenen Breisach geplant, 1973 wurde der Standort dann aber nach Wyhl verlegt. Dass der Kraftwerksbau jetzt forciert wird, ist auch eine Folge der Ölkrise. Gerade Baden-Württemberg, das überdurchschnittlich stark vom Öl abhängt, plant eine ganze Reihe von Kraftwerken.
    Naturschutz steht zunächst im Vordergrund der Bedenken
    Doch gleichzeitig wächst der Widerstand – gerade auch in Wyhl. Die Bürgerinitiativen begründeten ihre Ablehnung gar nicht so sehr mit der Angst vor einem Atomunfall oder dem Austreten von Radioaktivität, sondern eher mit Naturschutzargumenten. Der Rhein könne sich übertrieben aufheizen, der aus den Kühltürmen austretende Wasserdampf zu weniger Sonne und mehr Nebel führen. Man wolle kein zweites Ruhrgebiet am Oberrhein. Viele sehen im Kraftwerk allerdings auch die Chance auf Arbeitsplätze.
    Bürgerentscheid: auch die unterlegenen Wyhl-Gegner fühlen sich als Sieger
    Am 12. Januar 1975 kommt es zu einem Bürgerentscheid darüber, ob das vorgesehene Grundstück an die Kraftwerksbetreiber verkauft werden sollen. Die Mehrheit stimmt zwar dafür, doch die Gegner sehen sich ebenfalls als Sieger.
    Im Bild: Umweltaktivisten und Anti-Atom-Demonstranten besetzen am 18. Februar 1975 die Baustelle des geplanten Atomkraftwerks im süddeutschen Wyhl
    4 min
  • Erste Weltfahrt mit dem Luftschiff – Hugo Eckener erzählt | 1.8.1929 / 5.7.1938
    Am 1. August 1929 beginnt die erste Weltumfahrung mit einem Luftschiff, der LZ 127. Sie dauert etwas mehr einen Monat und führt über Sibirien, Japan und den Pazifik.
    Hugo Eckener, Nachfolger von Ferdinand Graf von Zeppelin, erzählt am 5. Juli 1938 davon in einem Interview. Er erklärt, warum er sich für die eingeschlagene Route über Sibirien entschieden hat und wie euphorisch er in Japan begrüßt worden sei.
    10 min
  • Graf Zeppelin über die Zukunft der Luftschiffe | 24.8.1908
    Als Anfang August die LZ4 in Echterdingen abstürzt und verbrennt, beginnt noch am Unglücksort eine große Spendensammlung. In den folgenden drei Wochen kamen über dieses "Crowdfunding" sechs Millionen Reichsmark zusammen. "Damit konnte Zeppelin beginnen, Tochterunternehmen zu gründen, Forschung zu finanzieren und in die Wetterkunde zu investieren", sagt Jürgen Bleibler vom Zeppelinmuseum in Friedrichshafen.
    Ferdinand Zeppelin – ein ehemaliger General - denkt bei seinen Luftschiffe vor allem an militärische Zwecke. Der damals durchaus übliche nationalistische Unterton ist nicht zu überhören.
    Seine Ansprache wurde auf einer einseitig bespielten Schellackplatte am 24. August 1908 festgehalten. Aufnahmeort war die Favorite GmbH in Hannover-Linden.
    Zeppelins Rede im Wortlaut
    "Ein Wort an das deutsche Volk! Die Fahrten meines Luftschiffes in das Herz der Schweiz und dann den Rhein hinunter nach Mainz und zurück über Stuttgart haben überall den glauben erwachsen lassen, das von mir verheißene sichere Durchfahren des Luftreiches sei der Erfüllung nahe. Die gezwungenen Landungen während der Dauerfahrt und die schließliche Vernichtung des stolzen Fahrzeuges durch Sturmes- und Feuergewalt haben das gewonnene Vertrauen nicht mehr zu erschüttern vermocht.
    Ganz Deutschland, wie ein Mann entschlossen, die kostbare Errungenschaft festzuhalten, hat sich zu der Tat zusammengetan, durch opferfreudige Gaben mir die Vollendung des begonnenen zu ermöglichen. Wie traurig wäre es, wenn das begeisterte Hoffen zuschanden würde, wenn der herrliche Aufschwung, den das deutsche Volk in dieser Sache genommen, im Sande verlaufen müsste. Gott sei Dank, wir brauchen diese Furcht nicht zu haben. Was Unkenntnis des wahren Sachverhaltes auch an Zweifeln verbreiten mag, die fachmännische Untersuchung und die wissenschaftliche Beurteilung aller Vorkommnisse bei den Fahrten bis zum tragischen Ende haben das Zutreffen meiner alten Annahmen in allen Hauptsachen nur zu bestätigen vermocht.
    Meine Luftschiffe werden bald zu den betriebssichersten Fahrzeugen zählen, mit welchen weite Reisen bei verhältnismäßig geringster Gefahr für Leib und Leben der Insassen ausführbar sind.Mit froher Zuversicht darf das deutsche Volk demnach annehmen, dass es sich mit seiner hochherzigen Spende einen gangbaren Weg zur wahrhaftigen Eroberung des Luftmeeres aufgetan hat, dass es bald im Besitz von Luftschiffen sein wird, die zur Erhöhung der Wehrkraft und damit zur Erhaltung des Friedens beitragen und in mancherlei Weise dem Verkehr, der Erderforschung und allerlei Aufgaben der Kultur dienen. Wenn mir noch ein paar Jahre des Schaffens geschenkt werden, so werde ich das seltene hohe Glück haben, den vollen Erfolg einer bedeutsamen Erfindung, zu deren Werkzeug ich erkoren war, erleben zu dürfen.
    Am höchsten aber ist Gott dafür zu preisen, das mein Schaffen mit seinen wechselvollen Schicksalen in der Seele des deutschen Volkes eine allen gemeinsame und darum alles verbindende begeisterte Teilnahme wachgerufen hat. Mein Werk konnte nur wachsen und reifen, weil ich ausreichende Bildung zum Begreifen der mir gestellten Aufgabe und die Lebensstellung sowie die Mittel besaß, um mir das Wissen und das Können, die Geschicklichkeit und die Leistung von Gelehrten, Ingenieuren und von Arbeitern jeder Art vom Feinmechaniker bis zum Tagelöhner dienstbar zu machen. Alle waren unentbehrlich.
    Aber je weniger Schule, Vorkenntnisse und Fertigkeit die verschiedenen Aufgaben erforderten, desto leichter waren die mit diesem Betrauten zu ersetzen. Nur selten war ein Wechsel notwendig, da das gesteckte Ziel alle ohne Unterschied des Stammes, der Lebensstellung, der religiösen und politischen Anschauung und des Besitzstandes zum stolzen, freudigen Zusammenwirken begeisterte; und alle haben auch – mit Ausnahme bisher des kapitalgebenden Unternehmers – Vorteil und Verdienst dabei gefunden.
    Nur mit solcher geordneten Verbindung der verschiedenen abgestuften Gaben und Kräfte war das hohe Ziel zu erreichen. So stellt der Erfolg meines Unternehmens ein Bild dar dessen was sich heute einmal wieder in der herzerhebendsten Weise in Deutschland vollzieht: Gleiches Wollen hat alle, Fürsten und Volk, reich und arm, alt und jung, zu gleicher Tat vereint, der die wertvolle Frucht nicht versagt bleibt. Möge die Freude des gesamten deutschen Volkes an seiner Tat stets erneutem einigen Zusammengehen, ohne welches die ihm innewohnende Kraft niemals zur vollen Wirkung kommen kann, anfeuern, zum Nutzen und zum Heile des Vaterlandes."
    5 min
  • Explosion der "Hindenburg" in Lakehurst | 6.5.1937
    1936 geht das damals größte Luftschiff der Welt "Hindenburg" in Betrieb. Es fährt 63 mal über den Atlantik, sowohl nach Rio de Janeiro als auch nach Lakehurst bei New York. Am 6. Mai 1937 jedoch kommt es zur Katastrophe.
    Hergang der Hindenburg-Katastrophe
    Die Fahrt von Frankfurt am Main über den Atlantik war zunächst ruhig verlaufen. 97 Personen sind an Bord. An der amerikanischen Küste gibt es eine Gewitterwarnung, dadurch verzögert sich die Landung. Als der Zeppelin Lakehurst erreicht, entzündet sich der Wasserstoff im hinteren Teil des Luftschiffs, es sinkt zu Boden. Durch die Flammen gerät schließlich auch der Dieselkraftstoff in Brand. 35 Menschen sterben.
    Die Live-Reportage von Herbert Morrison wurde weltberühmt.
    40 min
  • Die frühe Luftfahrt – Als Zeppeline die Zukunft waren | Archivradio-Gespräch
    1919 kreuzte erstmals ein Zeppelin den Atlantik. Zehn Jahre später folgte die erste Weltumfahrung. Historische Tonaufnahmen erinnern an die Ära der Luftschiffe, die mit der Explosion der Hindenburg 1937 jäh endet. Gábor Paál im Gespräch mit Jürgen Bleibler vom Zeppelin-Museum Friedrichshafen (SWR 2019/2023) | Die historischen Aufnahmen in voller Länge stehen im Podcast "Archivradio - Geschichte im Original" sowie hier: http://swr.li/archivradio-luftfahrt Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: [email protected] | Folgt dem Archivradio auf Mastodon: https://ard.social/@Archivradio
    29 min
  • Thomas Alva Edison über den Ersten Weltkrieg | 2.1.1919
    Patriotisches Grußwort von Thomas Alva Edison
    Der große Erfinder Thomas Alva Edison, dem die Welt die Glühbirne und den ersten Phonographen verdankt, spricht nach Ende des Krieges ein patriotisches Grußwort. Die Aufnahme stammt vom 2. Januar 1919.
    In der Ansage heißt es, es sei die erste öffentliche Tonaufnahme Edisons. Edison sagt, der Weltkrieg werde für die nächsten hundert Jahre fest im Gedächtnis der Amerikaner bleiben:
    Edison schließt mit der Bemerkung: Die Nationalhymnen von Frankreich, Großbritannien, Italien und Belgien sollten genauso bekannt sein wie das "Star Spangled Banner" der USA.
    Im Anschluss an seine Worte sind die französische, die britische und die US-amerikanische Nationalhymne zu hören.
    8 min
  • Das Dosenpfand ist da | 2.1.2003
    Weniger Müll, vor allem weniger Einwegverpackungen, das hat sich die rot-grüne Bundesregierung 2002 für ihre zweite Legislaturperiode vorgenommen. Pfandflaschen gab es schon lange, es war auch akzeptiert, weil die Flaschen ja wiederverwendet werden.
    Nun setzt Bundesumweltminister Jürgen Trittin von den Grünen auch ein Pfand auf Getränkedosen durch. Gegen den massiven Widerstand der Getränkeindustrie. Es tritt am 1. Januar 2003 in Kraft.
    Am 2. Januar – dem ersten Werktag im neuen Jahr – zieht SWR4 in einer Hintergrundsendung eine erste Bilanz.
    13 min
  • Aufregung um "Röschenhof" – Legendärer Höreranruf und Faktencheck | 31.12.2002
    Hörer echauffiert sich über falsche Aussprache
    Ein Höreranruf beim MDR in Sachsen bringt es im Jahr 2002 zu bundesweiter Bekanntschaft. Bei Leipzig gibt es nämlich ein Altenpflegeheim, den Röschenhof, und "die im Radio" sprechen das "sch" aus wie ein "sch": "Röschen" wie "Flaschen".
    Bis es ein Hörer nicht mehr aushält, zum Telefon greift und der Redaktion lautstark erklärt, es heiße "Rös'chen" – denn das komme von kleinen Rosen. Der Hörer steigert sich immer weiter hinein und wiederholt die nach seiner Auffassung richtige Aussprache, "Rös'chenhof! Merkt euch das endlich!".
    Altenheim doch nicht nach den hübschen Blumen benannt?
    Der MDR lässt diesen Anruf nicht auf sich sitzen. Er versucht, auch über Aufrufe in der Sendung, den anonymen Hörer ausfindig zu machen – ohne Erfolg. Und er setzt seinen Sprachexperten Dirk Hentze auf das Thema an, um die Fakten zu checken: Stimmt das wirklich mit dem "Rös’chenhof"?
    4 min

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Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert…

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