Archivradio – Geschichte im Original

Archivradio – Geschichte im Original

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Archivradio – Geschichte im Original episodes

  • Aus für den "Schwarzen Kanal" | 31.10.1989
    Die Mauer ist zwar noch nicht gefallen, aber die Umbrüche in der DDR bedeuten bereits das Ende einer Fernseh-Legende: "Der Schwarze Kanal". Das war die Propagandasendung im DDR-Fernsehen, in der Chefkommentator Karl-Eduard von Schnitzler Stimmung gegen die Bundesrepublik machte, und die immer mit einer verzerrten Version der bundesdeutschen Nationalhymne begann.
    "Der Schwarze Kanal" wird am 31. Oktober 1989 nach fast 30 Jahren abgeschafft. Die letzte Folge endet mit einer Erklärung von Karl-Eduard von Schnitzler.
    Der Süddeutsche Rundfunk berichtet darüber in seiner Sendung Südfunk aktuell.
    6 min
  • DDR-Gericht verurteilt NS-Verbrecher Heinz Barth zu lebenslanger Haft | 7.6.1983
    Das Stadtbezirksgericht Berlin verhandelt im Juni 1983 gegen den DDR-Bürger Heinz Barth (1920 - 2007). Der Angeklagte war im Juni 1944 als Offizier der Waffen-SS am Massaker in dem französischen Dorf Oradour-sur-Glane beteiligt gewesen.
    In diesem von der Stasi mitgeschnittenen Prozess-Originalton beschreibt er seine Beteiligung an diesem Verbrechen am 10. Juni 1944. Es folgt das Urteil: lebenslänglich.
    3 hr 35 min
  • DDR-Prozess gegen NS-Verbrecher Heinz Barth beginnt | 25.5.1983
    Beteiligung am Massaker in Oradour-sur-Glane
    In einem voll besetzten kleinen Saal des Stadtbezirksgerichts Berlin beginnt der DDR-Strafprozess gegen Heinz Barth (1920 - 2007). Barth wird vorgeworfen, im Zweiten Weltkrieg an Erschießungen von tschechischen Zivilisten und am Massaker im französischen Dorf Oradour-sur-Glane beteiligt gewesen zu sein.
    Heinz Barth in Frankreich in Abwesenheit bereits zum Tod verurteilt
    30 Jahre zuvor hatte ein Militärgericht in Bordeaux über die Täter verhandelt und Heinz Barth in Abwesenheit zum Tode verurteilt.
    Barth arbeitete in einem Konsum-Geschäft in Gransee und hatte 1981 mit einer Verhaftung durch die DDR-Justiz nicht gerechnet.
    Teilnahme an Erschießung in Böhmen
    Der Originalton dokumentiert den Beginn des Verfahrens mit der Anklage und der ersten Vernehmung des Angeklagten. Dieser beschreibt ein Schlüsselerlebnis, nämlich seine Teilnahme an einer Erschießung in Böhmen.
    1 hr 8 min
  • DDR-Urteil gegen Hans Globke: Wie der bundesdeutsche Rundfunk berichtete | 23.7.1963
    Das Oberste Gericht der DDR verurteilt den Chef des Kanzleramts Hans Globke (1898 - 1973) in Abwesenheit zu lebenslangem Zuchthaus.
    Wie die westdeutsche Presse damit umging, zeigt sich anhand von zwei Rundfunkbeiträgen. Zunächst eine halbstündige Sendung des Deutschlandfunks, in der auch der spätere Kanzlerkandidat der Union, Rainer Barzel, zu Wort kommt. Im Anschluss daran ein kurzer Kommentar des Südwestfunks Baden-Baden.
    30 min
  • DDR-Gericht verurteilt Kanzleramtschef Hans Globke: "Lebenslänglich" | 23.7.1963
    Juli 1963. Das Oberste Gericht der DDR verhandelt gegen den Angeklagten Hans Globke (1898 - 1973). Globke war Jurist und während des Nationalsozialismus in Hitlers Reichsinnenministerium maßgeblich mit der Formulierung der Rassengesetzgebung beschäftigt. Auf ihn gehen Mechanismen der Nazis zurück, wie man angeblich Juden erkennen kann.
    Die DDR führte diesen Schauprozess in Abwesenheit des Angeklagten durch, denn dieser war Kanzleramtschef unter dem ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer in Bonn. Auch wenn Globke 1963 in den Ruhestand ging, schadete der DDR-Prozess seinem Ansehen nachhaltig.
    Die Tonqualität des von der Stasi angefertigten Prozessmitschnittes ist nicht überragend. Nach dem Staatsanwalt ist die Verteidigung zu hören, dann das Urteil und schließlich ein Teil der Urteilsbegründung.
    1 hr 6 min
  • "Achtung! Achtung!" – So begann die erste Rundfunksendung | 29.10.1923
    Friedrich Georg Knöpfke: Direktor der Funkstunde Berlin
    Am 29. Oktober 1923 begann der Rundfunkbetrieb. Friedrich Georg Knöpfke (1874 - 1933) sprach die berühmten Worte "Achtung, Achtung! Hier ist die Sendestelle Berlin, im Vox Haus. Auf Welle 400 Meter."
    Friedrich Georg Knöpfke war Direktor der Funkstunde Berlin. Er fuhr fort: "Meine Damen und Herren, wir machen Ihnen davon Mitteilung, dass am heutigen Tage der Unterhaltungsrundfunkdienst mit Verbreitung von Musikvorführungen auf drahtlos-telefonischem Wege beginnt. Die Benutzung ist genehmigungspflichtig. Als erste Nummer bringen wir: Cellosolo mit Klavierbegleitung, Andantino von Kreisler, gespielt von Herrn Kapellmeister Otto Urak, am Flügel Herr Fritz Goldschmidt."
    Das Vox-Haus war das Gebäude der Vox Sprechplatten- und Sprechmaschinen AG in der Potsdamer Straße. Von dort wurde die Funkstunde gesendet. Bei der Ansage von Friedrich Georg Knöpfe handelt es sich nicht um einen Original-Mitschnitt der ersten Sendung, Er hat sie vielmehr später noch einmal aufgenommen.
    Rundfunk-Beitrag: 350 Milliarden Mark
    Es gab damals, im Oktober 1923, genau 253 Personen, die sowohl ein Radio-Empfangsgerät besaßen als auch eine Lizenz zum Zuhören. Wer das Programm hören wollte, musste nämlich bei der Post eine Lizenz kaufen, eine sogenannte "Hör-Gewährung" – sozusagen ein früher Rundfunk-Beitrag ... Der Preis damals: 350 Milliarden Mark. Es war die Zeit der großen Inflation.
    Hans Bredow hat den Sendestart spontan entschieden
    Ebenfalls an jenem Abend mit dabei war Otto Urak – das war der Kapellmeister, den Knöpfke am Ende seiner Ansage angekündigt hat. 1953 – zum 30-jährigen Rundfunkjubiläum erzählt Otto Urak in einem Radiointerview mit dem Sender Freies Berlin, dass Hans Bredow sehr spontan entschieden hat, dass an jenem Abend die erste Sendung stattfinden solle.
    Alfred Braun sprach regelmäßig Ansagen
    Auch der Schauspieler und spätere Reporter Alfred Braun sprach regelmäßig die Ansagen. Von ihm existiert eine Aufnahme aus dem Jahr 1925.
    5 min
  • Der Weg zum Rundfunk – Von der ältesten Tonaufnahme bis zur ersten Sendung | 100 Jahre Radio | Archivradio-Gespräch
    Bilder malten Menschen schon in der Steinzeit. Texte wurden schon im Mittelalter vervielfältigt, doch erst 1860 entstand in Frankreich die älteste Tonaufnahme. Die Erfindung des Telefons und das Funken mit Radiowellen waren weitere wichtige Etappen, bis 1923 der reguläre Rundfunkbetrieb in Deutschland begann – maßgeblich vorangetrieben vom weitgereisten Ingenieur und Ministerialdirektor Hans Bredow. Gábor Paál im Archivradio-Gespräch mit Hans-Ulrich Wagner, Leibniz-Institut für Medienforschung (SWR 2023) | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: [email protected] | Mehr über uns: http://archivradio.de/ | Folgt uns auf Mastodon: https://ard.social/@Archivradio
    36 min
  • DDR-Urteil gegen Bundesvertriebenenminister Oberländer: "Lebenslänglich" wegen NS-Verbrechen | 29.4.1960
    April 1960. Das Oberste Gericht der DDR verhandelt gegen Theodor Oberländer (1905 - 1998) wegen seiner Betätigungen im Nationalsozialismus.
    Der Angeklagte ist zu der Zeit Minister im Kabinett des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Deswegen findet der Strafprozess in Abwesenheit statt.
    DDR-Schauprozess, aber Bundesminister muss seinen Posten aufgeben
    Die DDR inszeniert das Verfahren als Schauprozess, wegen dem Oberländer jedoch wenig später seinen Westdeutschen Ministerposten aufgeben muss.
    Zeugen berichten detailliert über die Lage in der ukrainischen Großstadt Lwiw, als die Wehrmacht und Oberländers Geheimdiensttruppe "Nachtigall" Ende Juni 1941 ankamen. In der folgenden Woche wurden dort 10.000 Menschen von den Nazis umgebracht.
    Das Gericht spielt in der Beweisaufnahme auch einen kurzen Originalton des Angeklagten ab. Zuletzt der Urteilsspruch vom 29. April 1960.
    4 hr 22 min
  • DDR-Prozess gegen Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer | 20.4.1960
    April 1960. Das Oberste Gericht der DDR verhandelt gegen den Angeklagten Theodor Oberländer (1905 - 1998). Oberländer war während des Nationalsozialismus Professor für Agrarökonomie. Mit seinen Veröffentlichungen stellte er einen akademischen Rahmen für Hitlers Vorstellung von "Volk und Raum" her, insbesondere, sich den Osten untertan zu machen.
    Welche Rolle spielte Oberländer bei den Morden in Lemberg 1941?
    Als die Wehrmacht 1941 die Sowjetunion angriff, war Oberländer an vorderster Front und marschierte als Oberleutnant mit einer eigenen Truppe namens "Nachtigall" in der westukrainischen Stadt Lwiw ein. Innerhalb einer Woche wurden dort 10.000 Menschen von den Nazis umgebracht.
    Mit der Gründung von Bundesrepublik und DDR 1949 stieg Theodor Oberländer in die Politik ein und wurde Vertriebenenminister unter dem ersten Bundesdeutschen Kanzler Konrad Adenauer in Bonn. Das war seine Position, als die DDR in Abwesenheit den Prozess gegen ihn abhielt – einen Schauprozess. Theodor Oberländer musste danach seinen Ministerposten in Bonn räumen.
    Hier ist der erste Teil der Verhandlung, mit der Eröffnung und Anklage.
    1 hr 37 min
  • Willy Brandt will "Mehr Demokratie wagen" | 28.10.1969
    Das ist auch eine Reaktion auf die Ereignisse von 1968. Brandt dekliniert "Mehr Demokratie wagen" durch: Herabsetzung des Wahlalters, Herabsetzung der Volljährigkeitsgrenze, mehr Diskurs, mehr Mitbestimmung. Über all das redet er gleich am Anfang.
    Weitere Themen sind: Europa und das deutsch-deutsche Verhältnis, das er entkrampfen will.
    58 min

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Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert…

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