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41,2 Grad. Das ist bislang die höchste Temperatur, die in Deutschland je gemessen wurde. 2019 war das. Kommende Woche könnte dieser Rekord aber überholt werden: 45 Grad tauchen in Modellrechnungen zum ersten Mal als mögliches Szenario auf.
Was bedeuten diese Rechnungen? Darüber spricht Marlene Weiß, Leiterin des SZ-Ressorts Wissen. Sie sagt: “Die 45 Grad, die sind das Ergebnis einer Modellrechnung. Das ist nicht die fertige Vorhersage, aber es ist trotzdem was Neues, dass das einfach in den Bereich des Möglichen rückt.” Daran sehe man sehr deutlich, wie sehr die Klimakrise selbst Mitteleuropa jetzt schon verändert habe. Das Wichtigste sei jetzt, das Schlimmste noch zu verhindern, so Weiß.
SZ-Klimatool, mit dem Sie schauen können, wie sich das Wetter am Ort Ihrer Wahl verändert.
Weitere Nachrichten: Misstrauensvotum UK, weltweiter Hunger
Sie haben Fragen oder Anregungen? Dann schreiben Sie uns: [email protected].
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Jakob Arnu
Seit Montagmorgen fließt kein Gas mehr durch die Pipeline Nord Stream 1. Das war zuletzt die wichtigste Erdgasverbindung von Russland nach Deutschland. Jetzt ist sie wegen geplanter Wartungsarbeiten für mindestens zehn Tage abgeschaltet. Aber viele befürchten, dass Russland auch danach kein Gas nach Deutschland schicken könnte.
Russland hatte die Gaslieferungen nach Deutschland ja sowieso schon seit Mitte Juni reduziert. Zuletzt kamen nur noch 40 Prozent der Menge an, die eigentlich vereinbart ist. Offiziell wegen “technischer Probleme”. Tatsächlich aber wohl als Reaktion auf die Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs. Und jetzt befürchten eben viele, dass Russland die aktuelle Wartung auch wieder als Vorwand benutzt, um einfach dauerhaft kein Gas mehr nach Deutschland zu schicken. Wie wahrscheinlich das ist und welche Folgen das haben würde, darüber spricht Roland Preuß, SZ-Korrespondent in Berlin.
“Russland ist kein zuverlässiger Lieferant mehr”, so Preuß. Der Kreml werde immer Vorwände finden, um die Gaslieferungen zu reduzieren oder sogar ganz einzustellen. Preuß sagt, dass niemand sicher sagen kann, ob in zehn Tagen wieder Gas durch Nord Stream 1 läuft. Die Politik habe “viel getan” um sich auf den schlimmsten Fall vorzubereiten – aber das reiche nicht aus, um sicherzustellen, dass wir gut durch den Winter kommen. Das Problem sei auf die Schnelle kaum zu lösen. Die neuen Gesetze und Sonderregelungen seien dazu da “die Not zu lindern, aber sie können sie nicht abwenden.” Es drohe ein harter Winter, in dem das Gas im schlimmsten Fall nicht mal mehr für alle Privathaushalte reichen könnte. Die Gasknappheit könnte außerdem eine Wirtschaftskrise auslösen. Preuß sagt aber auch: “Es gibt verschiedene Szenarien” – und es hänge alles von Russland ab.
Weitere Nachrichten: Ukrainischer Botschafter Melnyk abberufen, Baerbock in Tokio.
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Franziska von Malsen, Joschka Moravek
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über ARD
In den USA verbieten immer mehr Bundesstaaten Abtreibungen, seit der Supreme Court das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche gekippt hat. So musste bereits Mississippis letzte Abtreibungsklinik nach New Mexiko umziehen. Die Unsicherheit sei groß, sagt SZ-Korrespondent Fabian Fellmann in Washington. Viele Frauen wissen nicht, ob sie sich überhaupt noch über Abtreibungen informieren können.
In naher Zukunft stehen aber noch weitere wichtige Urteile des Obersten US-Gerichts an. Unter anderem eine Entscheidung über den Ablauf der Wahlen - und die könnte den Republikanern künftig einen Vorteil verschaffen. Das könnte auch Donald Trumps Ambitionen, noch einmal Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden, stärken. Fellmann ist sich sicher, dass die (erz-)konservative Ausrichtung des Obersten Gerichtshofs die politischen Vorhaben des demokratischen Präsidenten Joe Biden weiterhin erschweren wird.
Weitere Nachrichten: Japans Ex-Premier Abe stirbt nach Attentat, Lawrow sorgt bei G20 für Eklat.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderried, Joschka Moravek
Produktion: Jakob Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über RNC Research
Am Ende war der Druck zu groß: Boris Johnson gibt am Donnerstagnachmittag bekannt, dass er zurücktritt – als Vorsitzender der konservativen Partei und als Konsequenz auch als britischer Premierminister.
Stefan Kornelius, Leiter des SZ-Politikressorts, sagt: “Boris Johnson hatte gar keine andere Chance, als zurückzutreten.” Der Premier habe keinerlei Rückhalt mehr gehabt, weder im Kabinett noch in der eigenen Partei “und nun war der Moment, wo er das selbst auch einsehen musste”. Dabei hätten die Tories sehr lange zu Johnson gehalten. Die Partei, so Kornelius, “war gefangen von ihm”. Johnson habe wie kein anderer den Brexit verkörpert und die britische Politik habe sich in den vergangenen Jahren auf dieses eine Thema verengt.
Nun stünden die Tories aber vor dem nächsten Dilemma: Denn Johnson will solange Premierminister bleiben, bis ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden ist. Viele Parteikollegen und -kolleginnen wollen ihn aber lieber heute als morgen abgelöst sehen. Allerdings: Die Suche könnte schwierig sein: “Es gibt keine beherrschende Strömung innerhalb der Tories,” so Kornelius. Die nächste Führungsfigur entscheide deshalb auch über den zukünftigen Charakter der Partei und der Regierung.
Podcast “München persönlich”: https://www.sueddeutsche.de/thema/SZ-Podcast_-_M%C3%BCnchen_pers%C3%B6nlich
Weitere Nachrichten: Gesetzespaket zu Wind- und Solarenergie, Impfpflicht für Soldaten bestätigt.
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Joschka Moravek
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über BBC
Die russische Armee hat am Sonntag die seit Wochen umkämpfte Stadt Lyssytschansk eingenommen. Damit befindet sich die gesamte Region Luhansk unter der Kontrolle Russlands. SZ-Korrespondentin Cathrin Kahlweit erklärt, was das bedeutet und wie die Stimmung im ukrainischen Militär ist. Sie war bis vor kurzem in der Ukraine. Dort hat sie unter anderem auch einen Ort besucht, den die Ukraine wieder zurückerobern konnte. Das Ausmaß der Zerstörung, das sie dort gesehen hat, beschreibt sie als eines der “grauenhaftesten Erlebnisse”.
Die ukrainische Regierung schätzt die bis jetzt entstandenen Schäden aktuell auf 720 Milliarden Euro. Anfang dieser Woche hat sie sich mit Vertretern von rund 40 Staaten und internationalen Organisationen zu einer Konferenz in Lugano getroffen, um den Wiederaufbau des Landes nach dem Krieg zu planen. Beim Treffen in der Schweiz wurden sieben Prinzipien festgelegt, die nach dem Krieg gelten sollen. Dabei geht es um Themen wie Digitalisierung oder die Bekämpfung von Korruption.
Weitere Nachrichten: Boris Johnson unter Druck, Gas- und Atomstrom gelten in der EU als nachhaltig.
Den Klima-Rechner finden Sie hier.
Moderation, Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Antonia Franz, Joschka Moravek
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über dpa
Lange Warteschlangen, abgesagte Flüge und Menschen, die ihre Koffer suchen. An Deutschlands Flughäfen herrscht Chaos. In sämtlichen Bereichen fehlt es an Personal: bei Sicherheitskräften, Flugbegleiterinnen und Piloten. In Europa sind ungefähr ein Drittel aller Arbeitsplätze in der Luftfahrt verloren gegangen. Diese wieder aufzubauen, dauert länger als gedacht.
Aus der Politik gibt es Vorschläge, die Probleme mit Arbeitskräften aus dem Ausland lösen. Mittelfristig sei das sinnvoll, sagt SZ-Frankfurt-Korrespondent Jens Flottau. “Man muss sich aber von der Illusion verabschieden, dass das jetzt im Sommer noch irgendwas bringt.” Er rät Reisenden, möglichst kein Gepäck aufzugeben, sich zu überlegen, ob man nicht noch auf das Auto oder die Bahn umsteigen kann. Wer doch fliegen will oder muss, sollte möglichst viel Zeit einplanen. Erst ab Herbst könnte sich die Situation wieder normalisieren.
Weitere Nachrichten: Bluttat in Chicago, Notstand wegen Dürre in Norditalien.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Franziska von Malsen, Joschka Moravek
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über ARD und Die Welt
Die Inflation treibt die Preise. Die Löhne aber bleiben gleich. Viele fürchten ihre Lebenshaltungskosten nicht mehr zahlen können. Höhere Löhne würden helfen. Doch wegen höherer Löhne können Unternehmen wieder höhere Preise für ihre Produkte verlangen. Montagnachmittag haben Spitzenvertreter der Arbeitnehmer, Unternehmerverbände und Bundesbank im Kanzleramt deshalb Lösungsansätze aus der Preisspirale diskutiert. Vorbild ist die sogenannte “Konzertierte Aktion”, die 1967 der damalige SPD-Wirtschaftsminister Karl Schiller erfunden hatte und die unterschiedlichen Interessen "an den runden Tisch der Vernunft gebracht” hatte.
Diesmal hat Kanzler Olaf Scholz (SPD) zur Konzertierten Aktion gerufen. Mit der Beteiligung an diesem Treffen habe man zunächst erstmal "guten Willen" zeigen wollen, sagt SZ-Hauptstadt-Korrespondent Roland Preuß. Ergebnisse seien erst im Herbst zu erwarten. Die Liste der Vorschläge reiche von Umverteilung, einer steuerbefreiten Einmalzahlung bis hin zu Steuererleichterungen. Zudem habe SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil den Vorschlag eines "sozialen Klima-Geldes" unterbreitet. Demnach solle man Bürgerinnen und Bürgern mit niedrigen und mittleren Einkommen gestaffelt eine Summe zukommen lassen, um die Preissteigerungen auszugleichen. Bei vielen Wirtschaftswissenschaftlern aber gehe die Meinung "ziemlich weit auseinander", so Preuß, welcher nun der sinnvollste Hebel sei.
Weitere Nachrichten: Russland erobert ukrainische Region Luhansk, Amoklauf in Dänemark.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über Bundesregierung und Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Sommer drei mit dem Coronavirus, der erste General-Lockdown liegt zweieinviertel Jahre und einige Virus-Varianten zurück. Von allgemeiner Maskenpflicht bis Impfnachweis: Die meisten Maßnahmen kommen einem ziemlich lang her vor. Und die wenigen, die es noch gibt, laufen Ende September erstmal aus, da endet das Infektionsschutzgesetz in seiner aktuellen Fassung. Was kommt dann?
Um das möglichst gut vorzubereiten, hat die Bundesregierung einen Sachverständigenausschuss beauftragt. Der sollte beurteilen: Welche Corona-Maßnahme hat wie gut geholfen? Und welche nicht? Über die Ergebnisse und was von ihnen zu halten ist, spricht die promovierte Immunbiologin Christina Berndt.
Und sie sagt: “Tatsächlich sind wir noch nie besonders gut aufgestellt gewesen in Deutschland bei Daten und vor allem nicht bei Daten und Gesundheit.” Das liege auch daran, dass der Datenschutz hier sehr, sehr stark sei, sagt Berndt, “das ist ja auch was Positives”. Aber es stünde dann eben umgekehrt einer vernünftigen Evaluierung auch im Weg.
Weitere Nachrichten: Schulleistungen von Kindern, Bundeshaushalt
Den Text von Nele Pollatschek, was Jüdischsein in Deutschland bedeutet, lesen Sie hier.
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Tami Holderried, Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Imanuel Pedersen
Seit Dienstag treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der 30 Nato-Mitgliedsländer in Madrid. Und wenn man die Ergebnisse des Gipfels am Donnerstagnachmittag kurz zusammenfassen will, dann vllt so: Die Mitglieder im Bündnis sind so geeint wie nie. Und wollen überall in Europa ihre Kräfte ausbauen. Außerdem kommen zwei neue Mitglieder dazu: Schweden und Finnland. Wie reagiert Putin auf die neue Nato-Positionierung? Und was bedeuten die geplanten Verstärkungen für die Bundeswehr in Dtl? Darüber spricht EU-Korrespondent Matthias Kolb, der den Gipfel für die SZ in Madrid beobachtet hat.
“Wenn es darum geht, einen Bündnispartner zu verteidigen, dann muss man schon dafür sorgen, dass die Truppen, die man versprochen hat, dass die auch wirklich bereit sind innerhalb der vorgesehenen Zeit”, sagt Kolb. Für die Bundeswehr sei das wirklich eine Zeitenwende. “Und ich glaub, dass das sehr vielen in Politik und Bevölkerung noch nicht so ganz klar ist.”
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Justin Patchett
_Zusätzliches Audiomaterial über _ Phoenix, Nato
Am Dienstag gab es kurzfristig eine Sitzung des US-Untersuchungsausschusses zum Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021. Mit einer Zeugin, deren Aussagen es in sich haben. Die Ex-Mitarbeiterin Cassidy Hutchinson hat geschildert, dass Donald Trump sich offenbar nach der verlorenen Präsidentschaftswahl 2020 um jeden Preis die Macht sichern wollte. Er soll etwa einem Fahrer ins Lenkrad gegriffen haben, damit der ihn zu den Ausschreitungen ans Kapitol bringt, wo der US-Präsident sich an die Spitze einer gewalttätigen Bewegung stellen wollte. Schon lange sei geplant gewesen, am 6. Januar zum Kapitol zu gehen. Trump habe gewusst, dass seine Anhänger dort schwere Waffen tragen – und sie trotzdem aufgehetzt.
SZ-Korrespondent Fabian Fellmann hält die Aussagen von Hutchinson für glaubwürdig. Sie habe große Risiken auf sich genommen, diese Aussage zu machen. Weil Trump-Anhänger und Verbündete sie nun bedrohen. Für Fellmann ist klar: “Trump und seine Leute planten einen Putsch und sie planten auch einen Putsch mit gewaltsamen Mitteln.” Strafrechtlich belangt werden könne Trump allerdings allein aufgrund der Aussagen von Hutchinson wahrscheinlich aber noch nicht.
Weitere Nachrichten: Bundesregierung will Flughafenchaos mildern, Nato beschließt neues strategisches Konzept
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Franziska von Malsen
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über January6thCommittee
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