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In zwei vorangegangenen Podcastfolgen haben wir bereits das Thema Bildungsgerechtigkeit behandelt: In einem Überblicksbeitrag zum Thema mit Interviews von verschiedenen Wissenschaftler*innen und in einem Interview zur Lage Studierender mit Behinderung an deutschen Hochschulen.
Das Dossier befasst sich mit Maßnahmen zur Erreichung von mehr Bildungsgerechtigkeit in den zentralen Bildungsbereichen und legt dabei den Fokus auf die Aspekte Betreuung und Unterstützung, finanzielle Förderung, Grundbildung und Sprachförderung, Abschlüsse und Durchlässigkeit sowie Digitalisierung und Medienkompetenz.
Der Podcastjingle verwendet einen Ausschnitt aus dem Track Tupac Lives von John Bartmann, lizenziert unter CC0 Public Domain.
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Luca Mollenhauer für Deutscher Bildungsserver
Anlässlich der Bundestagswahl 2021 am 26. September 2021 hat Caroline Hartmann, Redakteurin beim Deutschen Bildungsserver, kostenlose Unterrichtsmaterialien zum Thema für Sie zusammengestellt.
Zum Dossier des Deutschen Bildungsservers mit kostenlosen Arbeitsblättern, Filmen und digitalen Unterrichtsmaterialien zur Bundestagswahl für Grundschule und Sek I/II.
Kind 1: „Bei der Bundestagswahl kann jeder Erwachsene auf einem Wahlzettel ankreuzen, welche Partei für die nächsten vier Jahre an die Macht kommen sollte. Danach wird gezählt, welche Partei die meisten Stimmen hat.“
Kind 2: „Damit eine Regierungskoalition eigenständig arbeiten kann, ist das Ziel, dass sie mehr als 50 Prozent der Stimmen haben. Außerdem gibt es eine sogenannte Fünf-Prozent-Hürde. Das heißt, dass eine Partei mehr als 5 Prozent der Stimmen braucht, um in den Bundestag einzuziehen.
Soweit das Wissen meiner Kinder zu den Bundestagswahlen.
Vier bewegte Jahre liegen hinter uns: Fridays for Future, die Pandemie und die Hochwasserkatastrophe. Am 26. September entscheiden die Bürgerinnen und Bürger nun, wer das Land in den nächsten vier Jahren regieren soll.
Ich begrüße Sie ganz herzlich bei „Bildung auf die Ohren“ – dem Podcast des Deutschen Bildungsservers.
Mein Name ist Caroline Hartmann und heute stelle ich Ihnen für Ihren Unterricht in der Primar- und Sekundarstufe besonders empfehlenswerte kostenlose Materialien zur diesjährigen Bundestagswahl vor.
Für den digitalen und medienpädagogischen Unterricht in der Grundschule lege ich Ihnen ganz besonders das Portal „Hanisauland“ der Bundeszentrale für politische Bildung mit seinen leicht verständlichen Informationen zur Bundestagswahl, seinen interaktiven Angeboten, seinen Rätseln und dem kleinen Online-Quiz ans Herz.
Bei „kupperkucker“ finden Sie weiterhin den knapp vier-minütigen Film „Wie funktioniert die Bundestagswahl?“, der die Schülerinnen und Schüler kindgerecht in das Thema einführt.
Zudem können sie der Kuppelkucker-Redaktion ihre ganz speziellen Fragen zur Bundestagswahl schicken und damit auch an einer Verlosung teilnehmen. Ich denke, auch der animierte Comic zum Thema Wahlen, Wahlkampf und Kandidaten kann auch die Jüngsten sehr gut bei der Stange halten.
Für die Sekundarstufe I kann ich Ihnen ganz besonders das Heft „Mach’s klar“ zur Bundestagswahl 2021 der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg empfehlen. Das Heft ist für eine Schulstunde konzipiert und umfasst vier Seiten im DINA4-Format, die Sie auch gleich als Kopier- oder Folienvorlagen verwenden können.
Die Handreichung ist mit Schaubildern, Tabellen und Lückentexten ansprechend aufbereitet und enthält zusätzliche Arbeitsaufgaben.
Weitere Hintergrundinformationen zum Thema finden Sie auch in dem Dossier „Bundestagswahl 2021“ der Bundeszentrale für politische Bildung.
Zudem bietet es sich in diesem Zusammenhang an, den Schülerinnen und Schülern einmal den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung vorzustellen.
Hier können die Jugendlichen sehen, welche Partei der eigenen politischen Position am nächsten steht. Zahlreiche Thesen können mit „stimme zu“, „stimme nicht zu“, „neutral“ oder „These überspringen“ beantwortet werden.
Auf diese Weise können die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Meinungen mit denen der Parteien abgleichen. Danach wird der Grad der Übereinstimmung mit den ausgewählten Parteien errechnet.
Wer das Thema Bundestagswahlen vielleicht ein wenig erweitern möchte und dieses als geeigneten Anlass sieht, mit seinen Schülerinnen und Schülern aus der Oberstufe über die Themen Demokratie und Gerechtigkeit oder auch über Hate Speech im Netz zu diskutieren, findet in dem Unterrichtsmodul von „Spiegel Ed“ hilfreiche Anregungen für die Projektarbeit im Klassenzimmer.
Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall eine sehr interessante Vorbereitungszeit auf die diesjährigen Bundestagswahlen und dazu viele angeregte Diskussionen im Klassenzimmer.
Der Podcastjingle verwendet einen Ausschnitt aus dem Track Tupac Lives von John Bartmann, lizenziert unter CC0 Public Domain.
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Caroline Hartmann für Deutscher Bildungsserver
Studieren mit Behinderung ist eine Herausforderung, der sich rund 11 Prozent der Studierenden in Deutschland stellen müssen. Wie meistern sie ihr Studium? Mit welchen Barrieren kämpfen sie, und was hilft ihnen dabei? Zwei Redakteurinnen des Deutschen Bildungsservers, Gwendolyn Schulte und Christine Schumann, im Gespräch mit Dr. Birgit Drolshagen und Dr. Anne Haage von der Beratungsstelle Behinderung und Studium der TU Dortmund, DoBuS, und dem Studenten Nima Saleh-Ebrahimi. Wie war das Studium mit Behinderung vor 25 Jahren, und was ist heute anders? Wir sprachen über Barrierefreiheit, Nachteilsausgleiche und vieles mehr – ganz persönlich, denn einige von uns sind selbst (seh)behindert.
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dr. Gwendolyn Schulte für Deutscher Bildungsserver
Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni stellt die Redakteurin Caroline Hartmann ein paar herausragende Webseiten mit kostenlosen Unterrichtsmaterialien zum Thema Flucht und Migration vor.
Zum Dossier des Deutschen Bildungsservers mit Linktipps und Materialien für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit.
Kind 1: „Menschen flüchten, wenn sie Angst haben und wenn sie mit ihren Familien in Sicherheit leben wollen.“
Kind 2: „Migration nennt man, wenn Menschen aus einem Land in ein anderes abwandern, weil sie zum Beispiel verfolgt werden, oder auch, weil Krieg im Land herrscht oder weil ein Teil der Familie schon im neuen Land wohnt und sie zu ihnen ziehen wollen.“
Sie sehen, das Wissen meiner Kinder in puncto Flucht und Migration ist durchaus noch ausbaufähig. Und damit stehen sie wohl nicht allein da – und so widme ich mich diesem Thema in einer neuen Folge von „Bildung auf die Ohren“, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Caroline Hartmann.
Auch wenn die Themen „Flucht“ und „Migration“ in der Öffentlichkeit derzeit etwas in den Hintergrund getreten sind, so sind sie deswegen keinesfalls weniger relevant und sollten auch weiterhin einen wichtigen Platz in der Unterrichtsgestaltung sowohl in der Grundschule als auch in den Sekundarstufen einnehmen. Dafür habe ich ein paar kostenlose digitale Materialien für Sie zusammengestellt, die bei Ihrer Unterrichtsvorbereitung sehr hilfreich sein könnten.
Für den Unterricht in der Primarstufe eignet sich besonders das Grundschulmaterial von UNICEF „Angekommen – Flüchtlingskinder in Deutschland“. Hier erzählen die Goldfische Cäsar und Kleopatra von ihren Gefühlen, als zwei fremde Fische in ihr Aquarium gesetzt werden. Die Geschichte ermöglicht eine praxisnahe Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation in vielen Schulen. Die sieben Arbeitsblätter in jeweils zwei Schwierigkeitsgraden unterstützen den Integrationsprozess, indem „das Gemeinsame“ herauszufinden ist.
Für die Grundschüler bietet sich zudem der Film „Migranten und Flüchtlinge – logo! erklärt“ vom ZDF als schöner Einstieg an, während sich die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe mit dem Erklärfilm „Migration“ von Wissenswerte einen sehr guten ersten Überblick über die Thematik verschaffen können.
Sehr zu empfehlen sind auch die Unterrichtsmaterialien „Meine. Deine. Unsere Heimat“ von CARE Deutschland für die Sekundarstufe ab Klasse 7. Im PDF-Handbuch werden vier Themenbereiche für die Einbindung in den Unterricht zur Verfügung gestellt: Heimat und Herkunft, Flucht und Migration verstehen, Respekt und Toleranz sowie Integration und Willkommenskultur. So können sich Schülerinnen und Schüler praktisch in die Themenkomplexe hineindenken, Zusammenhänge und Ursachen besser verstehen und eine Willkommenskultur an ihrer Schule gestalten.
Speziell für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe I bieten sich die Unterrichtsmaterialien „Flucht und Migration“ von Misereor an. Die Musterstunde zum Download lädt Schülerinnen und Schüler dazu ein, sich mit dem Leben der Flüchtlinge u.a. im Nordirak und den Fluchtursachen auseinanderzusetzen und sich weiterführend mit der Situation junger Flüchtlinge in Deutschland zu befassen.
Um nicht im Abstrakten zu verharren und um den Schülerinnen und Schülern die einzelnen Schicksale der Geflüchteten ein wenig näher zu bringen, eignen sich auch besonders die Fluchtgeschichten, die Sie im Falter Heft der Bundeszentrale für politische Bildung finden. Hier lassen Wisam und Kibrom aus Syrien und Eritrea Schülerinnen und Schüler an ihren Erfahrungen auf ihrer langen Flucht teilhaben.
Wenn Sie für das Thema noch ein klein wenig mehr Unterrichtszeit zur Verfügung haben, bietet sich das Unterrichtsmodul „Geflüchtet vor Krieg und Verfolgung“ von Eduskills+ an. Dieses ist für 3 Unterrichtsstunden angelegt. Im Rahmen dieses Moduls setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Fluchthilfe auseinander. Mit einem Blick auf die nationalsozialistische Vergangenheit diskutieren sie Fragen der Legitimität und der Legalität von Fluchthilfe in der europäischen Vergangenheit und Gegenwart.
Mit Hilfe eines Rollenspiels erhalten sie darüber hinaus einen Einblick, welche offizielle Haltung die verschiedenen EU-Mitgliedstaaten in Bezug auf die Migrationsfrage einnehmen und mit welchen unterschiedlichen Herausforderungen sie sich konfrontiert sehen. Am Ende des Moduls lernen die Schülerinnen und Schüler den UN-Migrationspakt als einen internationalen Lösungsansatz kennen.
Ganz besonders werden Ihren Schülerinnen und Schülern bestimmt auch die Computerspiele gefallen, die sich dem Thema Flucht und Migration annehmen und bei medienpaedagogik-praxis.de zu finden sind. Die Spiele bieten darüber hinaus eine gute Basis zur anschließenden Diskussion im Unterricht.
Welche Materialien Sie auch wählen, um sich mit Ihren Schülerinnen und Schülern über dieses Thema auszutauschen, ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg damit.
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dr. Caroline Hartmann für Deutscher Bildungsserver
Anlässlich des Europa-Tags am 9. Mai und des Europa-Projekttags an Schulen am 14. Juni hat unsere Redakteurin Dr. Caroline Hartmann Ihnen ein paar besonders gelungene digitale Unterrichtsmaterialien zum Thema Europäische Union zusammengestellt.
Kind 1: „Die EU bedeutet für mich, dass man in seinem Land nicht so alleine ist und dass die Pässe in Europa nicht kontrolliert werden und dass es auch für die Wirtschaft gut ist.“
Kind 2: „Also für mich bedeutet die EU vor allem leichteres Reisen, keine Zölle, der Zusammenhalt Europas …und viel auswendig lernen in Geo.“
So äußerten sich meine Kinder, als ich sie nach der Bedeutung der Europäischen Union für ihr Leben gefragt habe. Ich denke, ihr Wissen wäre hier durchaus noch ausbaufähig.
Willkommen bei Bildung auf die Ohren, dem Podcast des deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Caroline Hartmann.
Die Vermittlung der Europa-Idee ist fest in den Empfehlungen der Kultusministerkonferenz verankert: Ziel der pädagogischen Arbeit an Schulen sei es, die Europakompetenz bei Kindern und Jugendlichen zu fördern und somit das Bewusstsein einer europäischen Identität als Ergänzung zu den lokalen, regionalen und nationalen Identitäten zu ermöglichen.
Ich habe Ihnen hierfür ein paar herausragende kostenlose Angebote für Ihre Unterrichtsgestaltung herausgesucht.
In der Grundschule bietet sich als spielerischer Einstieg in das Themenfeld „Europäische Union“ das mehrsprachige Portal europa.eu an. Hier finden sich neben zahlreichen interaktiven Spielen, Malbüchern, Bastelvorlagen, Kinderbüchern und einem Online-Puzzle auch erste kleine Aufgaben zum kostenlosen Download.
Alternativ gibt auch die ZDF-Logo-Sendung „Vorteile der EU“ einen tollen kindgerechten ersten Überblick über die Aufgaben der Europäischen Union.
Für den Themeneinstieg in der Sekundarstufe eignet sich insbesondere das Quiz der Bundeszentrale für politische Bildung zu der Geschichte, zu den Mitgliedsstaaten und zu den Aufgaben der EU.
In dem Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung finden Sie zudem weitreichende Hintergrundinformationen zu den Institutionen der EU sowie CC-lizensierte Themengrafiken zum EU-Haushalt, zum europäischen Innenmarkt, zur Agrarpolitik oder zur europäischen Gesetzgebung.
Besonders empfehlenswert für die Sekundarstufe sind auch die Unterrichtsmaterialien von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Das Themenheft „Europa im Unterricht“ beschäftigt sich mit dem Einfluss der Europäischen Union auf den Alltag der Menschen.
Dargestellt werden die Phasen von Erweiterung und Vertiefung im europäischen Einigungsprozess. Ebenso kommen die EU-Organe und ihr Zusammenspiel im Gesetzgebungsprozess zur Sprache. Ein ganz aktueller „Baustein“ widmet sich dem europäischen Handeln in der Corona-Krise am Beispiel von gemeinschaftlichen Schulden. Passend zu diesen Bausteinen stehen Ihnen zahlreiche Arbeitsblätter mit Lösungsvorschlagen zur Verfügung.
Wenn Sie Ihren Unterricht in der Sekundarstufe mit einer digitalen Politiksimulation auflockern wollen, dann kann ich Ihnen das 90-minütige Lernspiel „Unionslabor“ der Bertelsmann und Heinz Nixdorf Stiftung sehr empfehlen. In dem Unionslabor treffen Ihre SchülerInnen und Schüler als Staatschefinnen und Staatschefs wichtige Entscheidungen, die für ihre Länder unterschiedliche Folgen haben können. Entsprechend dem Blended-Learning-Ansatz wird hier gleichzeitig am Handy oder Tablet gearbeitet und mündlich diskutiert. Entscheidungen werden besprochen und Argumente ausgetauscht, während die Auswirklungen der Entscheidungen digital berechnet und über das Internet übertragen werden. Zudem stehen für die Vertiefung der Lernerfahrung ergänzende Lehrmaterialien und Arbeitsblätter bereit.
Sollte im Rahmen einer Projektwoche oder vielleicht in den letzten Wochen vor den Sommerferien einmal Zeit für Angebote außerhalb der strikten Lehrpläne bleiben, kann ich Ihnen noch die Workshops der Young European Professionals empfehlen. Bisherige Einsatzthemen reichen von Simulationen von Abstimmungsprozessen des Europäischen Parlaments bis hin zu Themenfeldern wie Migrationspolitik oder EU-Haushalt.
Für welche Materialien oder Angebote Sie sich auch entscheiden, ich wünsche Ihnen angeregte Diskussionen im Klassenzimmer, die Ihren Schülerinnen und Schülern die Herausforderungen und die Schwierigkeiten, aber auch die Chancen der Europäischen Union vielleicht ein wenig näherbringen können.
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dr. Caroline Hartmann für Deutscher Bildungsserver
Mit der Corona-Pandemie, den Schulschließungen und dem digitalen Fernunterricht ist das Thema Bildungsgerechtigkeit mit Wucht in die öffentliche bildungspolitische Diskussion zurückgekehrt. Doch was genau meint eigentlich Bildungsgerechtigkeit? Im ersten Beitrag unserer Podcast-Reihe zu Bildungsgerechtigkeit hat Christine Schumann fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gefragt, wo sie in der frühen Bildung, in der Schule, beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Studium und in der Weiterbildung Ungerechtigkeiten identifiziert haben. Und mit welchen Ansätzen man ihnen entgegenwirken kann.
Das Dossier befasst sich mit Maßnahmen zur Erreichung von mehr Bildungsgerechtigkeit in den zentralen Bildungsbereichen und legt dabei den Fokus auf die Aspekte Betreuung und Unterstützung, finanzielle Förderung, Grundbildung und Sprachförderung, Abschlüsse und Durchlässigkeit sowie Digitalisierung und Medienkompetenz.
Bildungsgerechtigkeit – wie nähert man sich diesem Thema, das spätestens mit der Corona-Pandemie, den Schulschließungen und dem digitalen Fernunterricht mit Wucht in die öffentliche bildungspolitische Diskussion zurückgekehrt ist? Über eine grundlegende Definition oder Erklärung, was darunter genau zu verstehen ist? Über die Betrachtung von Gruppen, denen Bildungschancen verwehrt bleiben – zum Beispiel von Kindern mit schwierigem sozio-ökonomischen Hintergrund oder Kindern aus geflüchteten Familien?
Guten Tag und herzlich willkommen bei Bildung auf die Ohren, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Christine Schumann. Im ersten Podcast unserer Reihe zu Bildungsgerechtigkeit habe ich mich auf die Suche gemacht, wo sich in den einzelnen Bildungsbereichen Ungerechtigkeiten zeigen.
Das Thema ist unübersichtlich und – ja, in gewisser Weise auch überfrachtet. Bildung, so sagt es Heinz-Elmar Tenorth im Interview mit der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ vom März 2021, werde überschätzt – sie erzeuge immer Differenz und löse auch kein gesellschaftliches Problem, auch nicht den Umbau der Sozialstruktur. Schon linke Sozialdemokraten vor hundert Jahren hätten vor einem „Bildungswahn“ gewarnt, der darin bestehe, die politisch-ökonomische Herstellung einer gerechten Nation zu versäumen und alle Hoffnung in die Bildung zu setzen, sagt der Bildungshistoriker.
Wenn an Bildung seit jeher so hohe Ansprüche gestellt werden, verwundert es auch nicht, dass Bildungsgerechtigkeit ein so schwer einzugrenzendes Thema ist.
Also, was tun, wenn man in der Redaktion des Deutschen Bildungsservers beschlossen hat, eine Podcast-Reihe zum Thema Bildungsgerechtigkeit zu produzieren? Nach einer ersten Recherche habe ich fünf Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler gefragt, wo sie in der frühen Bildung, in der Schule, beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Studium und in der Weiterbildung Ungerechtigkeiten identifiziert haben. Und mit welchen Ansätzen man ihnen entgegenwirken kann. Beginnen will ich mit Hans Anand Pant, dem Direktor der Deutschen Schulakademie. Er erläutert den Begriff der „Bildungsgerechtigkeit“ und unterscheidet seine verschiedenen Ebenen aus erziehungswissenschaftlicher Sicht.
O-Ton Prof. Dr. Hans Anand Pant (3.45min)
„Was bedeutet eigentlich Bildungsgerechtigkeit?“ Ausschnitt aus einer Liveübertragung eines Vortrags von Prof. Dr. Hans Anand Pant in der Reihe „Digitale Impulse für Schulentwicklung“ (26. Mai 2020) der Deutschen Schulakademie. (CC BY 4.0-Lizenz)
Tja, was meinen wir eigentlich mit Gerechtigkeit? Teilhabegerechtigkeit? Leistungsgerechtigkeit? Anerkennungsgerechtigkeit? Tanja Betz,Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kindheitsforschung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, unterscheidet im Bereich der frühen Bildung mehrere Faktoren, die zu einer Ungleichbehandlung von Kindern führen; wenn man so will, kann man die von ihr angeführten Aspekte vor allem der Teilhabegerechtigkeit zuordnen, denn vor allem der Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Kindertagesbetreuung ist vielen Eltern verwehrt. Aber auch die Qualität der Beziehungen zwischen Erzieherinnen, Kindern und Eltern spielen für die Kindheitsforscherin eine wichtige Rolle – genauso wie die Auswahl und Qualifizierung des pädagogischen Personals.
O-Ton Prof. Dr. Tanja Betz
Gibt es erfolgversprechende Ansätze, diesen ungleichen und letztlich ungerechten Rahmenbedingungen und Verhaltensweisen entgegenzuwirken?
O-Ton Prof. Dr. Tanja Betz
Weiß man denn schon was über die Wirksamkeit solcher Fortbildungen?
O-Ton Prof. Dr. Tanja Betz
Grundsätzlich empfiehlt Frau Betz, beim Thema Bildungsgerechtigkeit im Elementarbereich den Blick zu weiten und nicht nur die Kindertagesbetreuung, sondern das gesamte Umfeld des Kindes anzuschauen. Also die familiäre Situation, die sozialen Strukturen und das politische Gefüge.
Auch im Bereich der beruflichen Ausbildung sind es mehr Faktoren als soziale Herkunft, Migrationshintergrund und Geschlecht, die zu Bildungsungerechtigkeiten führen. Da gibt es das Sprachvermögen, die Ambitionen, das regionale Arbeitsplatzangebot und viele wechselseitige Abhängigkeiten. Warum die Sache mit dem Übergang von der Schule zur Ausbildung so komplex ist, erklärt Dr. Katharina Wessling, Forschungskoordinatorin beim BIBB:
O-Ton Dr. Katharina Wessling
Das ist sind ja recht viele Faktoren, die einen gelungenen Übergang von der Schule zur Berufsausbildung markieren. Wie kann man denn angesichts einer so komplexen Situation, mit konkreten Maßnahmen entgegensteuern?
O-Ton Dr. Katharina Wessling
Also, Kinder, deren Eltern eine Berufsausbildung absolviert haben, haben bessere Chancen, weil ihnen das System der berufsbildenden Ausbildung vertraut ist und sie mehr Berufe kennen. Migrantin oder migrantischer Herkunft zu sein ist kein Faktor, der zwangsläufig zu Ungerechtigkeit bei der Ausbildungssuche führt – es ist die niedrigere soziale Herkunft, die für Probleme sorgt und oft auch mit Informationsdefiziten und schlechterer Sprachbeherrschung einhergeht. Und es sind Umfeldmerkmale wie soziale Beziehungen, der Wohnort, die Schule oder der Ausbildungsmarkt in der Region, die zu Bildungsungerechtigkeiten führen.
Für Prof. Axel Plünnecke vom IW Köln beginnt die eigentliche Bildungsungerechtigkeit schon viel früher – in der frühkindlichen Bildung und in der Schule. Bevor man an eine Hochschule oder Universität gelangt, hat ja bereits ein Ausleseprozess stattgefunden. Beim Übergang von der Schule oder vom Beruf in eine Hochschule fallen ihm vor allem die unterschiedlichen Kompetenzen der Studienanfänger auf. Um den Wissensstand anzugleichen, empfiehlt Axel Plünnecke deshalb, Mentoringprogramme einzusetzen und Brückenkurse für diejenigen zu konzipieren, die aus einem Beruf heraus ein Studium beginnen. Für ihn sind das die wichtigsten Maßnahmen, um die Durchlässigkeit zwischen Schule und Hochschule und zwischen Beruf und Hochschule zu kompensieren.
O-Ton Prof. Dr. Axel Plünnecke
Was können oder müssen solche Mentoring-Programme leisten?
O-Ton Prof. Dr. Axel Plünnecke
Studiengebühren als Bildungshürde haben wir in Deutschland ja nicht. Aber ist nicht dennoch die Frage der Studienfinanzierung im Hinblick auf Bildungsgerechtigkeit wichtig?
O-Ton Prof. Dr. Axel Plünnecke
Und wie sieht es mit den Ungerechtigkeiten in der Weiterbildung aus? Das habe ich Dieter Dohmen vom Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (fibs) gefragt. Er geht das Thema von einer anderen Seite an und nimmt vor allem die Menschen in den Blick, die man bislang mit Weiterbildung nicht erreichen konnte, für die sie aber besonders wichtig wäre. Nämlich die Geringqualifizierten. Wenn man diese Gruppe zum Weiterlernen motivieren will, darf man Weiterbildungsangebote nicht schulähnlich aufbauen, sagt er. Der Direktor des Forschungsinstituts geht davon aus, dass Geringqualifizierte schon früh die Erfahrung gemacht haben, dass Schule eben nichts für sie sei – und sie deshalb auch keinen oder einen schlechten Schulabschluss gemacht haben. Dazu kommen noch einige weitere Hürden – darunter auch bürokratische.
O-Ton Dr. Dieter Dohmen, Direktor fibs
Das war ein sehr kompakter Strauß von Hürden, den Herr Dohmen da präsentiert hat. Wie kann man sie abbauen? Indem man den Zugang zu Weiterbildung grundsätzlich niedrigschwellig hält, also Anträge verständlicher und weniger bürokratisch formuliert. Und indem man den Einzelnen mit seinen Lerninteressen, seiner Motivation und seinen Kapazitäten in den Blick nimmt und Lehrende in der Weiterbildung eher zu Lernbegleitern ausbildet. Auch Gamification-Ansätze können helfen und – ganz wichtig – eine höhere Wertschätzung niedrig qualifizierter Menschen und deren Arbeit in Form von großzügigen Weiterbildungsangeboten.
Zugegeben: Das war jetzt wirklich ein Parforceritt durch das Thema Bildungsgerechtigkeit. Aber die Gespräche mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben gezeigt, dass es viele Ansätze gibt, für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen. Viele Ungerechtigkeiten allerdings sind dem berühmten sozio-ökonomischen Hintergrund geschuldet. Und ob es allein mit Bildung getan ist, ihnen entgegenzuwirken – oder es nicht doch eher eine Überfrachtung ist?
Vielleicht geben die weiteren Folgen unserer Podcast-Reihe zur Bildungsgerechtigkeit mehr Aufschluss. Mit ihnen wollen wir nämlich tiefer in die einzelnen Bildungsbereiche eintauchen und nach vielversprechenden Ansätzen für mehr Gerechtigkeit suchen.
Wir freuen uns, wenn Sie dabei bleiben! Und: Vielen Dank für‘s Zuhören!
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Christine Schumann für Deutscher Bildungsserver
Nach der Pandemie rückt hoffentlich auch die Ganztagsschule wieder in den Blick der Bildungspolitik: Ihre Finanzierung und ihr Ausbau und damit auch die Möglichkeit, neue Schul- und Unterrichtskonzepte zu entwickeln und für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen. Christine Schumann stellt interessante Seiten zum Thema Qualität und Ganztagsschule aus dem Informationsangebot des Deutschen Bildungsservers vor.
Ganztagsschule – ein Wort, das man sich zurzeit kaum mehr auszusprechen traut… ist in Zeiten der Corona-Pandemie der Schulbesuch und die Unterrichtsteilnahme an sich fast schon als Glück anzusehen! Aber wenn die Pandemie hoffentlich irgendwann vorbei sein wird, rückt bestimmt auch die Ganztagsschule wieder in den Blick der Bildungspolitik: Ihre Finanzierung und ihr Ausbau und damit auch die Möglichkeit, neue Schul- und Unterrichtskonzepte zu entwickeln und – das hoffe ich sehr – für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen.
Guten Tag und herzlich willkommen bei Bildung auf die Ohren, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Christine Schumann. Aus dem Informationsangebot des Deutschen Bildungsservers habe ich für diese Folge interessante Seiten zum Thema Qualität und Ganztagsschule herausgesucht.
Auf der bildungspolitischen Tagesordnung jedenfalls ist das Thema Ganztagsschule präsent. Vor nicht einmal einem Jahr – nämlich im Juni 2020 – hat die Kultusministerkonferenz gemeinsam mit der Jugend- und Familienministerkonferenz Empfehlungen beschlossen, um die kooperative Ganztagsbildung in der Sekundarstufe I zu entwickeln und auszubauen. Kooperativ meint dabei, dass Angebote außerschulischer Partner der Jugendhilfe und anderer Bildungspartner in die Ganztagsschulen eingebunden werden. Die Empfehlungen der beiden Gremien beziehen sich ganz konkret auf konzeptionelle und strukturelle Aspekte. Zum Beispiel auf die Frage wie der Austausch zwischen Fach-und Führungskräften der Schule und der Jugendhilfe kooperativ und multiprofessionell geregelt werden kann, was bei der Finanzierung beachtet und welche rechtlichen Fragen berücksichtigt werden müssen. Die Empfehlungen sind auf der Seite der KMK zu finden: https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2020/2020_06_18-KMK-JFMK-Ganztag-Sek-I.pdf
Bis wann die Empfehlungen umgesetzt werden sollten? Darüber wird leider nichts gesagt. Beim Thema Hort und Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder sieht das anders aus: Hier will das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend immerhin bis 2025 einen Rechtsanspruch schaffen.
Soviel zu den bildungspolitischen Empfehlungen. Aber wie sieht es mit der Qualität in Ganztagsschulen aus? Es geht ja nicht nur darum, dass Kinder möglichst den ganzen Tag in Schulen „aufbewahrt“ werden. Wichtig ist vor allem, dass die Qualität des Ganztagsangebots stimmt. Dass den Schülerinnen und Schülern vielfältiger und klug verzahnter Unterricht angeboten wird, der sie dazu motiviert ihre Fähigkeiten und ihre Leistung zu entwickeln und einzubringen. Und bei dem es darum geht, bildungsbenachteiligte Kinder zu unterstützen und angemessen zu fördern. Damit das gelingt, gibt es den „Wissenschaftsgeleiteten Qualitätsdialog zum Ganztag“. Das ist eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Veranstaltungsreihe bei der sich seit Januar und noch bis Mai 2021 Fachleute aus Forschung, Verwaltung und Praxis zum Thema austauschen. Unter anderem darüber, wie man Ziele klar formulieren und auf dieser Basis gute Angebote konzipieren und umsetzen kann. Wie man Rahmenbedingungen für gute soziale Beziehungen zwischen allen Beteiligten schaffen kann – oder auch wie in multiprofessionellen und institutionenübergreifenden Teams harmonisch zusammengearbeitet werden kann. Einen Bericht über den ersten Ganztagsdialog gibt’s auf der Webseite ganztagsschulen.org. Und wer Interesse hat kann sich auf der DIPF-Website – unter der Rubrik Veranstaltungen – noch für die kommenden Workshops anmelden.
Das Portal ganztagsschulen.org ist überhaupt eine gute Anlaufstelle, um sich einen Überblick über den Stand der Diskussionen, gelungene Umsetzungen oder über konkrete Konzepte zum Thema Ganztagsschule zu informieren. Seit 2003 wird hier nämlich laufend über bundesweite Entwicklungen berichtet – in Schulporträts, Interviews und Veranstaltungsberichten. Außerdem gibt es hier noch einen Ganztagsschulfinder, einen Veranstaltungskalender und auch ausgewählte Materialien.
Bei der Entwicklung und dem Ausbau einer Ganztagsschule müssen nicht nur die Lehrkräfte und die Fachleute der Jugendeinrichtungen gut miteinander arbeiten. Auch die Schulaufsicht und die Schulleitung müssen an einem Strang ziehen, um einen qualitativ hochwertigen Ganztag zu organisieren. Auf dem Onlineportal „Schulaufsicht“ werden Erfahrungen, Ergebnisse und gute Praxis zur Zusammenarbeit vorgestellt, mit denen die Qualität an Ganztagsschulen weiter entwickelt und individualisiertes Lernen gefördert werden kann. Das Portal ist ein Angebot im Rahmen des Programms „LiGa – Lernen im Ganztag“ von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Stiftung Mercator. Rund 80 Mitarbeitende der Schulaufsicht aus mehreren Bundesländern haben daran teilgenommen.
Zum Schluss noch zwei Empfehlungen für Wissenschaftler*innen:
Der 2020 im „Journal for educational research online“ erschienene wissenschaftliche Aufsatz „Die Entwicklung multiprofessioneller Kooperation an Ganztagsschulen aus der Perspektive von Expertinnen und Experten. Eine Qualitative Inhaltsanalyse“, beschreibt sechs Kategorien, die für eine gute Zusammenarbeit von multiprofessionellen Teams ausschlaggebend sind und bringt so Struktur in die große Bandbreite an Forschungsergebnissen – die haben in den letzten Jahren nämlich erheblich zugenommen! Der Aufsatz ist über pedocs kostenfrei als Download erhältlich. Jede Menge weiterer Fachliteratur zum Thema kann natürlich noch im Fachportal Pädagogik recherchiert werden.
Und allen, die selbst wissenschaftlich zum Thema Ganztagsschule arbeiten wollen, kann ich die Forschungsdaten ans Herz legen, die in der ersten Förderphase der Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG) erhoben wurden. Sie stehen auf den Seiten des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) zur Sekundäranalyse zur Verfügung
Allen anderen sei unser Bildungsserver-Dossier zu Ganztagsschulen empfohlen. Das waren meine Audio-Linkempfehlungen zum Thema Ganztagsschule. Vielen Dank für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal.
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Christine Schumann für Deutscher Bildungsserver.
Anlässlich des diesjährigen Safer Internet Days hat Luca Mollenhauer mit Stefanie Fächner vom Projekt klicksafe gesprochen und verschiedene Linktipps zum Thema Medienkompetenz und Fake News zusammengestellt.
Für die Risiken im Internet zu sensibilisieren und Kinder, Eltern und Lehrer:innen mit der entsprechenden Medienkompetenz auszustatten ist seit vielen Jahren ein Dauerthema und hat nichts von seiner Relevanz verloren. Ein Baustein dieser Bemühungen ist der Safer Internet Day, der jedes Jahr zahlreiche Aktionen bündelt und sichtbar macht.
Das Projekt klicksafe betreut den Safer Internet Day in Deutschland und hat den Auftrag, Internetnutzer:innen die kompetente und kritische Nutzung von Internet und Medien zu vermitteln und ein Bewusstsein für problematische Bereiche dieser Angebote zu schaffen.
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Luca Mollenhauer für Deutscher Bildungsserver
Anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Holocaust am 27. Januar stellt Caroline Hartmann besonders eindrückliche Unterrichtsmaterialien zu dem Thema vor.
„Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“ So Roman Herzog in seiner Proklamation am 3. Januar 1996. Ich heiße Sie herzlich willkommen bei „Bildung auf die Ohren“, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Caroline Hartmann.
Seit 1996 gedenkt Deutschland jedes Jahr am 27. Januar offiziell der Opfer des Nationalsozialismus. Dieser Tag wurde bewusst gewählt. Am 27. Januar 1945 erreichte die Rote Armee Auschwitz. In den drei Komplexen des größten deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers waren nur noch knapp 8.000 Häftlinge am Leben. Zwischen 1940 und 1945 wurden hier mehr als eine Million Menschen ermordet: Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure.
Am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust sind ganz besonders die Schulen aufgerufen, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Ich habe dafür ein paar besonders eindrucksvolle Materialien für Sie herausgesucht. Wer im Unterricht am liebsten mit herkömmlichen Arbeitsblättern arbeitet, findet bei der Bundeszentrale für politische Bildung die schönen Themenblätter „Erinnern und Verschweigen“. Die Unterrichtsmaterialien versuchen, mit Begriffen, Bildern, Zeitzeugenberichten, Zahlen und Fakten darzustellen, dass kein Erinnern ohne Wissen möglich sein kann. Der individuelle, ganz persönliche Umgang mit der Shoah wird durch fünf Darstellungen thematisiert und zur Diskussion gestellt.
Das Fritz Bauer Institut bietet zudem umfassende Online-Unterrichtsmodule und pädagogische Materialien für die Sekundarstufe I und II rund um den Holocaust. Ganz besonders eindrucksvoll sind auch die Tonbandmitschnitte des Auschwitz-Prozesses. Neben der Transkription des 430-stündigen Mitschnitts finden Sie 100 Stunden O-Ton ausgewählter Vernehmungen.
Weiterhin kann ich Ihnen das Portal #uploading_holocaust sehr ans Herz legen. Die grundlegende Frage hier laut: Wie geht Erinnern heute? Mit Hilfe von Videomaterial und interaktivem Fragebogen werden die Schülerinnen und Schüler dazu aufgefordert, die eigene Haltung in Bezug auf den Holocaust zu reflektieren.
Zudem kann ich Ihnen die WDR History App sehr empfehlen. Da die Schülerinnen und Schüler wahrscheinlich am besten an die Erfahrungen von Anne Frank anknüpfen können, halte ich gerade das zweite Kapitel für besonders ergreifend. Die Nutzer der App lernen Anne Frank durch die Augen ihrer beiden engsten Freundinnen kennen und erleben die bewegende Geschichte mitten im Klassenzimmer oder Zuhause.
Weiterhin finden Sie bei der Bundeszentrale für politische Bildung das Oral-History-Projekt „The Library of Rescued Memories – die Bibliothek der geretteten Erinnerungen“ der Wiener Organisation CENTROPA. Mit Hilfe von animierten Fotos und Karten sowie autobiographischen Erzählungen werden hier die Lebenswege europäischer Juden eindrucksvoll nachgezeichnet.
Ich bedanke mich, dass Sie heute mit dabei waren. Ich hoffe, Sie haben ein paar außergewöhnliche Ideen für Ihre Unterrichtsgestaltung mitnehmen können, an die sich Ihre Schülerinnen und Schüler noch lange erinnern werden – und die, wie Roman Herzog meinte, auch in die Zukunft wirkt.
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dr. Caroline Hartmann für Deutscher Bildungsserver
Caroline Hartmann, beim Deutschen Bildungsserver verantwortlich für den Themenbereich Schule, reflektiert die Diskussion über eine notwendige Digitalisierung in den Schulen. Erst mit den Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie ist deutlich geworden, wie wenig Lehrkräfte und Schulen auf Fernunterricht oder auch Unterricht mit digitalen Medien vorbereitet sind. Sie ist der Überzeigung, dass wir die Digitalisierung nur schaffen, wenn es gelingt, eine neue Lern- und Arbeitskultur in den Schulen zu etablieren.
„2020 war ein schreckliches Jahr – ich wollte noch nie so gerne wieder in die Schule gehen!“
„Also, das einzig Gute an den Schulschließungen war, dass ich nicht so früh aufstehen musste!“ So urteilen meine Kinder. Ich selbst muss gestehen, dass ich während der Schulschließungen wirklich an meine Grenzen gestoßen bin.
Von einem Tag auf den anderen waren Schulen gezwungen, mit bewährten Mustern zu brechen und ganz neue Ideen zum Lehren und Lernen zu entwickeln.
Lassen wir zunächst einmal ein paar Zahlen für sich sprechen. Ich kann Ihnen hierfür insbesondere das „Deutsche Schulbarometer Spezial zur Corona-Krise“ ans Herz legen. Bei der repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der ZEIT wurden Lehrkräfte während der Schulschließungen gefragt, wie sie die neuen Aufgaben bewältigten und welche Konsequenzen sie für die eigene Arbeit und die Weiterentwicklung ihrer Schule sähen.
28 % der Befragten nannten den Mangel an digitaler Ausstattung der Schüler als die größte Herausforderung angesichts der Schulschließungen. Gleich an zweiter Stelle der am häufigsten genannten Probleme folgte die fehlende Erfahrung der Lehrkräfte beim Erstellen digitaler Unterrichtsinhalte.
Eine große Mehrheit von 86 Prozent meinte zudem, dass sich durch die Schulschließung die Auswirkungen der sozialen Ungleichheiten noch verstärkt hätten.
Heinz-Elmar Tenorth, ehemals Professor am Institut für Erziehungswissenschaften der Humboldt-Universität, geht in seiner Analyse sogar noch weiter: Ihm zufolge habe Corona nahezu Bildungsverhältnisse der Vormoderne neu erzeugt, als Unterricht Recht und Pflicht der Eltern war, die sich den Hauslehrer oder die private Betreuung leisten konnten.
Doch ist die Digitalisierung der Schulen die Antwort auf alle Probleme? Im Interview mit dem „Deutschen Schulportal“ erklärt Prof. Dr. Dieter Spanhel, dass selbst mit einer guten Medienausstattung der Schulen, einem verstärkten Medieneinsatz und einer fundierten Medienbildung das gegenwärtige Problem unserer Schulen nicht zu lösen sei.
Bereits ein Jahr vor der Corona-Krise mahnte auch Prof. Dr. Klaus Zierer von der Universität Augsburg bei einem Vortrag beim Leibniz-Institut, dass das Potential von digitalen Medien nicht ausgeschöpft werde, wenn diese nur als Ersatz für traditionelle Medien genützt würden. Lernen mit digitalen Medien müsse vielmehr heißen, neue Formen der Interaktion, des Gesprächs und der Zusammenarbeit in Lehr-Lern-Prozesse zu integrieren.
Ich kann Prof. Spanhel und Prof. Zierer nur Recht geben. Selbstbestimmtes Lernen setzt Autonomie voraus. Diese muss den Schülerinnen und Schülern erst nähergebracht werden.
Doch es gibt Hoffnung: Immerhin gaben bei dem „Deutschen Schulbarometer Spezial“ 67% der Lehrerkräfte an, dass sie ihre Schülerinnen und Schüler künftig stärker dazu befähigen würden, mehr Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess zu übernehmen. Ob ihnen dies gelingen wird, das wird sich erst noch zeigen.
Was nehmen wir also für die Zukunft mit? Mein Sohn sieht das so: „Es macht schon Spaß, auf dem Tablett Aufgaben zu machen, aber am liebsten höre ich eigentlich meiner Lehrerin zu.“
Dies zu vereinen, das wird wohl die zukünftige Aufgabe der Schule sein. Ja, wir müssen die Digitalisierung der Schulen in jeder Hinsicht weiter vorantreiben, aber wirklich gelingen kann sie nur dann, wenn wir es schaffen, eine neue Lern- und Arbeitskultur an den Schulen zu etablieren, die über den Einsatz von digitalen Medien noch weit hinausgeht.
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Caroline Hartmann für Deutscher Bildungsserver.
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