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Die erste Folge widmet sich dem Thema Nachhaltigkeit und wie diese in Schule und Unterricht verankert werden kann.
Die Schülerin Marie und DIPF-Forscher Prof. Dr. Johannes Hartig gehen dabei vor allem der Frage auf den Grund, ob es ein Schulfach „Nachhaltigkeit“ geben und ob man manche bisherigen Unterrichtsinhalte streichen und stattdessen nachhaltige Lebens- und Arbeitsweisen erlernen sollte.
Der dreiteilige Podcast „FutureSchool“ ist im Rahmen des BMBF-Projekts „enorM – Lernen von (ÜBER)MORGEN“ entstanden. In dem Projekt im Rahmen des „Wissenschaftsjahrs 2022 – Nachgefragt!“ haben sich Schüler*innen und Forschende in zahlreichen Formaten zum Beispiel über neue Unterrichtsfächer und digitale Lernunterstützung ausgetauscht.
Dieser Podcast steht unter der CC BY ND 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation. Internet: https://www.lernenvonmorgen.de/
In dieser Folge beleuchtet Christine Schumann wie es nach dem nunmehr 15jährigen Engagement für BNE um die Berufsbildung für Nachhaltige Entwicklung, auch mit BBNE abgekürzt, in Deutschland bestellt ist. Sie spricht dazu mit Christian Michaelis von der Universität Göttingen, der 2021 gemeinsam mit Florian Berding den Sammelband „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung. Umsetzungsbarrieren und interdisziplinäre Forschungsfragen“ herausgegeben hat. Und Gesprächspartner zum Thema, wie der Erkenntnistransfer von der Berufsbildungsforschung in die Praxis gelingen kann, ist Moritz Ansmann, langjähriger Experte für Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung vom Bundesinstitut für Berufsbildung.
Im Dezember 2022 veröffentlicht das BIBB eine erste Förderrichtlinie zur Stärkung der nachhaltigkeitsbezogenen Kompetenzen beim ausbildenden Personal. Gefördert werden Projekte, die entsprechende Weiterbildungs- und Qualifizierungskonzepte umsetzen, verbreiten und damit zur Verankerung von Nachhaltigkeit in der betrieblichen und überbetrieblichen Ausbildungspraxis beitragen. Bewerben können sich u.a. Bildungsträger, Kammern, Verbände, Hochschulen, Ausbildungsunternehmen etc.
Weitere Infos gibt es über den Info-Newsletter auf der Website des Förderprogramms „Nachhaltig im Beruf – zukunftsorientiert ausbilden“ (NIB).
BNE allgemein
Berufsbildung für Nachhaltige Entwicklung
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Christine Schumann für Deutscher Bildungsserver
Gerhard de Haan, FU Berlin. Bildrechte: privat, Foto: Eva Häberle
Im Interview mit Bildung auf die Ohren ist heute Gerhard de Haan, Professor an der Freien Universität Berlin und Leiter des Instituts Futur, dem Zentrum für erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung. Er war u.a. Vorsitzender des Nationalkomitees der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE, in Deutschland.
Luca Mollenhauer spricht mit ihm über das Konzept von BNE, wie sie von institutionellen Konzepten ihren Weg zum Individuum findet und inwieweit es eine Diskrepanz zwischen dem Wissen über nachhaltiges Handeln und dem tatsächlichen individuellen Handeln gibt.
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Luca Mollenhauer für Deutscher Bildungsserver
Im Rahmen der Blog-Reihe „Förderung von Medienkompetenz“ des Deutschen Bildungsservers stellt Caroline Hartmann Workshops für Schülerinnen und Schüler sowie Fortbildungskurse für Lehrkräfte in diesem Bereich vor.
Weitere Angebote sowie kostenlose Unterrichtsmaterialien zum Thema Medienpädagogik finden Sie auch im Dossier „Medienkompetenz“ des Deutschen Bildungsservers
Audio-Linkempfehlungen für Fortbildungen und Workshops im Bereich Medienpädagogik
Ich begrüße Sie ganz herzlich bei „Bildung auf die Ohren“, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Caroline Hartmann.
Auch wenn mittlerweile sehr viele Schulleitungen die Medienpädagogik als einen zentralen Bestandteil des heutigen Curriculums sehen und ihren Schülerinnen und Schülern auch sehr gerne weitere Angebote in diesem Bereich machen würden, so fehlt es hier doch häufig an geschultem Personal. Und damit wächst auch der Wunsch nach Hilfe von außerschulischen Organisationen. Aus diesem Grund möchte ich Ihnen hier ein paar bundesweite und regionale medienpädagogische Fortbildungen für Lehrkräfte sowie empfehlenswerte Workshops für Schülerinnen und Schüler vorstellen.
Viele Kultusministerien in den verschiedenen Bundesländern bieten ihre eigenen Fortbildungsmaßnahmen an, jedoch gibt es auch einige bundesweite Stiftungen, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, hier ganz konkrete Unterstützung zu leisten. Zum Beispiel bietet hier Spiegel Ed gemeinsam mit jungen Medien-Fellows der Schwarzkopf Stiftung Junges Europa von der Stiftung Mercator geförderte medienpädagogische Workshops für weiterbildende und berufsbildende Schulen ab Klasse 9 an, die entweder vor Ort in der jeweiligen Schule oder auch in digitaler Form über Zoom durchgeführt werden können.
Aufbauend auf den Mediengewohnheiten der Jugendlichen vermitteln diese Workshops nicht nur ein Verständnis für journalistische Arbeitsweisen, sondern insbesondere auch den Wert einer freien Presse für die demokratische Kultur. Gleichzeitig regen sie dazu an, den eigenen Umgang mit Nachrichten zu reflektieren.
Die Hopp Foundation unterstützt Schulen in der Metropolregion Rhein-Neckar nicht nur bei der Umsetzung digitaler Unterrichtsformate und neuer Lehr- und Lernmethoden, sondern widmet sich auch Themen aus der Medienpädagogik. Hier bietet die Hopp Foundation nicht nur Online Workshops für Lehrkräfte, sondern auch für Schülerinnen und Schüler an.
Die Medienbildung München ist ein gemeinsames Projekt des Referats für Bildung und Sport, des Sozialreferats und des Kulturreferats der Landeshauptstadt München. Ihre kostenlosen Online-Fortbildungen bieten mehr Flexibilität und Unabhängigkeit beim Lernen. Auf der Website finden Sie auch Videoaufzeichnungen, die jederzeit zum Nachschauen einladen. Zudem gibt es hier auch Selbstlernkurse und Aufzeichnungen aktueller Fachtage.
Das BPS Bildungsportal Sachsen bietet zudem den E-Learning Kurs „Medien unterrichten – Skills für LehrerInnen und JugendarbeiterInnen“ an. Der Kurs gibt zunächst einen Überblick über relevante Schlüsselthemen und Trends in der Medienvermittlung. Hier finden Sie auch praktische Aktivitäten und Werkzeuge sowie weitere Lesevorschläge und praktische Anregungen für Unterrichtsaktivitäten, die innerhalb des Kurses heruntergeladen werden können.
Vielleicht helfen auch gerade diese Impulse von außen, medienpädagogische Themen als feste Bestandteile in den Lehrplänen weiter zu verankern und Lehrkräfte bei ihrer Arbeit in den Klassen zu unterstützen.
2002 hat die Kultusministerkonferenz beschlossen, Bildungsstandards in den Bundesländern zu entwickeln – als bildungspolitische Antwort auf den PISA-Schock zwei Jahre zuvor. Seitdem wurden nicht nur Bildungsstandards für alle Schulstufen und verschiedene Fächer entwickelt, auch ein Bildungsmonitoring wurde eingeführt. Die Ergebnisse dieser nationalen Lernstandserhebungen und Ländervergleichsstudien geben klare Hinweise, wo und auch wie die Bildungspolitik steuernd eingreifen könnte. Beim Bildungspolitischen Forum des Leibniz-Forschungsnetzwerks „Bildungspotenziale“ am 27. September diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ob und wie Mindeststandards einen Beitrag zu besserer Bildung für alle schaffen können – nicht nur in der Schule, sondern auch in der Elementarbildung, der Aus- bzw. Berufsbildung und der Hochschulbildung.
Als Informations- und Diskussionsgrundlage empfiehlt Christine Schumann einige ausgewählte Seiten und Quellen zum Thema Mindeststandards aus dem Pool des Deutschen Bildungsservers.
„Mindeststandards – ein Beitrag zu besserer Bildung für alle?“
Bildungsstandards – im Mai 2002, also vor ziemlich genau zwanzig Jahren, hat die Kultusministerkonferenz beschlossen, Bildungsstandards in den Bundesländern zu entwickeln – als bildungspolitische Antwort auf den PISA-Schock zwei Jahre zuvor. Seitdem wurden in den Ländern nicht nur Bildungsstandards für alle Schulstufen und verschiedene Fächer entwickelt, es wurde auch ein Bildungsmonitoring eingeführt. Die Ergebnisse dieser nationalen Lernstandserhebungen und Ländervergleichsstudien geben klare Hinweise, wo und auch wie die Bildungspolitik steuernd eingreifen könnte.
Wie wichtig solche Studien sind, beweisen die im Juli 2022 veröffentlichten Bildungstrends des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, des IQB. Sie zeigen wie sich die Schulschließungen und der Fernunterricht während der Corona-Pandemie auf das Leistungsniveau der Viertklässler ausgewirkt haben: Im Jahr 2021 lagen sie in Mathematik und Lesen ein Viertel bis ein Drittel eines Schuljahrs hinter dem Niveau von vor 5 Jahren.
Am 27. September diskutieren nun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beim Bildungspolitischen Forum des Leibniz-Forschungsnetzwerks „Bildungspotenziale“, ob und wie Mindeststandards einen Beitrag zu besserer Bildung für alle schaffen können – also nicht nur in der Schule, sondern auch in der Elementarbildung, der Aus- bzw. Berufsbildung und der Hochschulbildung.
Guten Tag und herzlich willkommen bei Bildung auf die Ohren, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Christine Schumann.
Ich möchte Ihnen heute – gewissermaßen als Informations- und Diskussionsgrundlage – einige ausgewählte Seiten und Quellen zum Thema Mindeststandards aus dem Pool des Deutschen Bildungsservers empfehlen.
Um in der Kita sinnvolle, nicht zu unterschreitende Bildungsstandards zu diskutieren, muss man sich erstmal über den Bildungsauftrag frühkindlicher Betreuungseinrichtungen klar werden. Im 2004 von der Jugend- und Familienministerkonferenz und der Kultusministerkonferenz beschlossenen „Gemeinsamen Rahmen der Länder für die frühe Bildung in Kindertageseinrichtungen“ haben sich die Länder auf länderübergreifende Bildungsziele und Bildungsbereiche verständigt. Diese jüngst umfassend aktualisierten Grundsätze der Bildungs- und Erziehungsarbeit von Kitas werden mithilfe von Bildungsplänen auf Landesebene konkretisiert. Den gemeinsamen Rahmen, die darauf aufbauenden Bildungspläne der Bundesländer und Informationen zu den Umsetzungen finden Sie im Dossier „Zum Bildungsauftrag in Kindertagesbetreuung“
Damit Kinder ein bestimmtes Bildungsziel in der Kita erreichen können, muss natürlich auch die Qualität stimmen. Deshalb sind verbindliche und einheitliche Qualitätsstandards seitens der Kita Voraussetzung für den Bildungserfolg. Ein Anfang wurde mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung gemacht, dem „Gute-Kita-Gesetz“. Was es genau beinhaltet, wie es in den Bundesländern umgesetzt wird und welche Positionen verschiedene Akteure dazu haben, können Sie über unsere Seite „Gute-Kita-Gesetz -Umsetzung in den Bundesländern“ einsehen.
Ein weiterer Aspekt, der bei der Diskussion um Bildungsstandards in der Elementarbildung zentral ist, ist die Frage nach der „Schulfähigkeit“ oder Schulbereitschaft des Kindes und was die Kita dazu beitragen kann. Welche Kriterien hier eine Rolle spielen, darüber können Sie sich im Dossier „Übergang Kindergarten Grundschule“ informieren. Dort sind auch die Regelungen aller Bundesländer rund um die Einschulung zu finden.
Und wie sieht es mit Bildungsstandards in der Ausbildung aus? Zumindest in der dualen Berufsausbildung existieren sie: 2020 haben Bund, Länder, Arbeitgeber und Gewerkschaften ausbildungsübergreifende Mindeststandards für die berufliche Bildung beschlossen. Seitdem müssen Betriebe und Berufsschulen den Auszubildenden Kompetenzen aus vier übergreifenden Themenbereichen vermitteln – Digitalisierung, Nachhaltigkeit, betriebliche Organisation, Sicherheit und Gesundheit.
Diese modernen Kompetenzfelder werden in den – Achtung, jetzt kommt ein bürokratisches Wortungetüm – Standardberufsbildpositionen geregelt. Sie gelten für alle anerkannten Ausbildungsberufe und sollen mit ausbildungsspezifischen Themen vermittelt werden. Weiterhin gibt es berufsspezifische Berufsbildpositionen und bundesweite Rahmenlehrpläne sowie standardisierte Anforderungen an Zwischen- oder Abschlussprüfungen. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Seite Standards in der beruflichen Bildung.
In der vollzeitschulischen Ausbildung und im Übergangsbereich gibt es solche Mindeststandards eher nicht. Anknüpfungspunkte geben eventuell bestehende Förderkonzepte und Informationen zur Berufsausbildungsvorbereitung in den Bundesländern. Auf der gleichnamigen Seite beim Deutschen Bildungsserver könnte es dazu einiges zu entdecken geben.
Ja, auch im Hinblick auf die Studierfähigkeit lässt sich über Mindestanforderungen diskutieren. Weil es an Universitäten und Hochschulen in vielen – vor allem eher naturwissenschaftlichen – Studiengängen hohe Abbruchquoten gibt, wurden dort spezielle Brückenkurse für Erstsemester entwickelt. Sich solche Angebote genauer anzuschauen und zu analysieren, könnte bei der Entwicklung von Mindeststandards auch in Hinblick auf die allgemeine Hochschulreife hilfreich sein. Beim Deutschen Bildungsserver sind in diesem Zusammenhang die Seiten zu den MINT-Studienfächern und zu den Studienwahltests interessant.
Und was Bildungs- oder Mindeststandards im Bereich digitale Kompetenzen – sowohl für die Lehreraus- und weiterbildung wie für Schülerinnen und Schüler angeht, empfehle ich unsere Seite „Digitales Lernen und Lehren in der Schule“. Die dort verlinkten Studien, Institutionen und Berichte bieten einen guten ersten Einblick. Für eine vertiefende Literaturrecherche empfehle ich das Fachportal Pädagogik, das bei einer einfachen Freitext-Suche ab 2010 zu „Digitale Kompetenzen“ und dem Schlagwort LEHRER 91 Treffer auflistet.
Ob ich Sie mit meinen Linkempfehlungen aus dem Deutschen Bildungsserver ein wenig neugierig auf das Thema Bildungsstandards / Mindeststandards machen konnte? Ich würde mich freuen! Vielleicht schauen Sie sich im Vorfeld – oder auch im Nachgang – des Bildungspolitischen Forums auf den vorgeschlagenen Seiten um.
Vielen Dank für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal.
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Christine Schumann für Deutscher Bildungsserver
Anlässlich der Veröffentlichung des Nationalen Bildungsberichts „Bildung in Deutschland 2022“ mit dem Schwerpunkt „Bildungspersonal: Struktur, Entwicklung, Qualität und Professionalisierung“ empfiehlt Christine Schumann allen, die sich für einen pädagogischen Beruf in Schule und Kindertagesstätten interessieren, fundierte und qualitativ Informationsquellen, die darüber informieren, welche Wege es gibt Erzieher*in oder Lehrer*in zu werden.
Der Bildungsbericht 2022 hat noch einmal mit Zahlen untermauert, was wir eigentlich alle schon sehr, sehr lange wissen: Es gibt nicht genug Lehrerinnen und Lehrer in Deutschlands Schulen – und auch in der Kindertagesbetreuung sieht es mau aus: Zwar gibt es in Kitas im Vergleich zu 2011 75 Prozent mehr Erzieherinnen – und im Vergleich zu Anfang 2000, als es noch gar keine Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren gab, gibt es 2020 immerhin 800.000 Plätze! Doch trotz des seit 2013 bestehenden Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz fehlen noch immer zwei- bis dreihunderttausend Plätze. Das sagt Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Leiter der Nationalen Bildungsberichterstattung am Deutschen Jugendinstitut (DJI); das liege zum einen daran, dass immer mehr Eltern ihre Kinder in die frühkindliche Betreuung brächten und es schlicht und ergreifend einfach 300.000 Kinder mehr gäbe als noch vor zehn, fünfzehn Jahren.
Noch schlimmer sieht es in den Schulen aus: An den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen haben 2020 insgesamt 1.109.500 Menschen gearbeitet, gegenüber 2010 sind das gerade mal 3 Prozent mehr. An den beruflichen Schulen ist die Zahl der Lehrkräfte sogar um 4 Prozent auf 180.000 Personen gefallen. Um den Bedarf zu decken müssten bis 2030 17.300 Lehrerinnen und Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen eingestellt werden – und an den berufsbildenden Schulen 13.200 Lehrkräfte. Doch an diesen Zahlen gibt es bereits Kritik: In einer Prognose des Bildungsforschers Klaus Klemm, die im Januar 2022 vom Verband Bildung und Erziehung veröffentlicht wurde, ist bis 2035 von einem Defizit von 127.100 neu ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern die Rede. Das sind viermal so viele…
Guten Tag und herzlich willkommen bei Bildung auf die Ohren, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Christine Schumann.
An diesem bedrohlichem Befund können wir vom Deutschen Bildungsserver leider nichts ändern, auch Werbung für das Erlernen pädagogischen Berufe dürfte von unserer Seite nicht allzu erfolgsversprechend sein. Aber was wir machen können, ist: Allen, die sich für einen pädagogischen Beruf in Schule und Kindertagesstätten interessieren, ein paar fundierte und qualitativ verlässliche Informationsquellen zu empfehlen, die dabei helfen, herauszubekommen, wie man Erzieher /Erzieherin oder Lehrer /Lehrerin wird.
Ich fang mal damit an, wie man herausfindet, ob man für den Lehrerberuf geeignet ist. Viele Universitäten, an denen man auf Lehramt studieren kann, bieten vor und während des Studiums Unterstützung an, um die Eignung für den Beruf herauszufinden. Aber es gibt auch einen Selbsttest, mit dem man online prüfen kann, ob einem das Unterrichten liegt. Er heißt Career Counselling for Teachers und richtet sich an vier Personengruppen: Studieninteressierte, Studierende, Berufseinsteiger*innen und erfahrene Lehrpersonen. Neben Fragebögen zur Selbsterkundung bietet die Seite zusätzlich Informationstexte über Schule, Lehrerberuf und Laufbahnplanung an – außerdem geführte Touren und Reportagen über Menschen, die zum Lehrerberuf gefunden haben. Sehr empfehlenswert!
Dann gibt es natürlich die Seite „Lehrerbildung“ beim Deutschen Bildungsserver, die angehende Lehrkräfte auf ihrem Weg von der Studienentscheidung bis zu den ersten Berufsjahren mit wichtigen Informationen begleiten will. Da finden sich gute Hinweise auf Webseiten zum Thema „Berufswunsch Lehrer/in“ oder zu Lehramtsstudium und Vorbereitungsdienst / Referendariat in den verschiedenen Bundesländern. Und natürlich gibt es – systematisiert nach Bundesländern – auch Informationen zum Bewerbungsverfahren als Lehrer*in und detaillierte Informationen für den Seiten- und Quereinstieg in den Schuldienst. An der Stelle noch eine kleine aber feine Unterscheidung mit wichtigen Auswirkungen: Seiteneinsteiger haben weder Lehramt studiert noch ein Referendariat abgeschlossen. Quereinsteiger haben zwar auch nicht auf Lehramt studiert, sind aber im Gegensatz zu Seiteneinsteigern verpflichtet ein Referendariat zu machen. Die spezifischen Bedingungen und Möglichkeiten sind je nach Bundesland verschieden.
Das Portal „Lehrer werden“, das das FWU Institut für Film und Bild gemeinsam mit dem Deutschen Bildungsserver betreibt, bietet eine interaktive Karte, mit der man herausfinden kann, in welchem Bundesland welche Lehrerinnen und Lehrer gesucht werden. Und wenn Sie schon wissen, für welche Schulart Sie sich interessieren, werden Sie direkt zu den passenden Info-Seiten der jeweiligen Bundesländer geführt.
Auch die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin / zum staatlich anerkannten Erzieher wird in Deutschland jeweils von den Bundesländern geregelt.
Und wie werde ich Erzieherin bzw. Erzieher? Wie lange dauert eine Ausbildung und wie ist sie eigentlich aufgebaut? Die Wege in den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers sind vielfältig, und der Berufseinstieg variiert je nach Bundesland, Schulabschluss, beruflichen Vorerfahrungen und Ausbildungsmodellen. Und auch die Zugangsvoraussetzungen, die Finanzierungsmöglichkeiten, der Aufbau und die Dauer der Ausbildung gestalten sich in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Grundsätzlich lässt sich zwischen vollzeitschulischen, teilzeitschulischen und praxisintegrierten Ausbildungsmodellen unterscheiden.
Für mehr Klarheit kann hier die Seite des Bundesprogramms „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher“ sorgen. Sie bietet umfassende Informationen zu Einstiegsmöglichkeiten in die Ausbildung und den Beruf je Bundesland. Wer sich persönlich – telefonisch oder per E-Mail informieren möchte, kann sich auch direkt an die Beratungsstelle wenden:
Die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin und zum Erzieher findet an Fachschulen bzw. Fachakademien für Sozialpädagogik statt. Auch wenn ein Großteil der Fachkräfte später in Kindertageseinrichtungen arbeitet, qualifiziert die Ausbildung auch für den Bereich der Hilfen zur Erziehung, der Ganztagsschulen sowie der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Die Ausbildung an den Fachschulen dauert in der Regel drei Jahre, mindestens jedoch zwei Jahre. Erforderlich sind ein mittlerer Schulabschluss und eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung (oder eine gleichwertig anerkannte Qualifizierung). Das beim Deutschen Jugendinstitut DJI angesiedelte Portal Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte, kurz WiFF genannt, gibt einen Überblick über Organisationsformen der Ausbildung sowie über die unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Bundesländern.
Und wer sich für ein Studium der Früh- oder Kindheitspädagogik interessiert, dem empfehlen wir einen Blick in die Studiengangsdatenbank Frühpädagogik des WIFF, in der man u.a. nach Abschlüssen, Ort und Bundesland, Studienform und Hochschultyp recherchieren kann. Ein Hinweis noch für diejenigen, die aufgrund ihrer Arbeit oder anderer Verpflichtungen kein Vollzeitstudium machen können: Die Datenbank weist auch Teilzeitstudiengänge aus!
Und zum Abschluss noch ein besonderes Schmankerl: Im Rahmen der Internationalisierung werden durch das EU-Programm Erasmus+ Auslandspraktika während der Erzieherausbildung, Weiterbildungen und interkulturelle Bildung von Erzieherinnen und Erziehern gefördert. Außerdem bieten verschiedene Fachschulen sogenannte „Europaklassen“ oder den Bildungsweg „Europaerzieher/-in“ an. So soll die interkulturelle Kompetenz der angehenden Erzieherinnen und Erzieher geschult werden und spezielle Sprachkenntnisse für die Arbeit in anderen Ländern gefördert werden.
Vielleicht konnte ich ja Ihr Interesse an den Berufen Lehrer*in und Erzieher*in wecken und Sie schauen sich die ein oder andere genannte Quelle mal an? Ich möchte Sie ausdrücklich dazu ermuntern, auch selbst noch weiter zu stöbern. Sie finden alle Informationen auf den beiden Seiten „Frühpädagogische Fachkraft werden – Ausbildung und Studium“ und „Lehrerbildung“:
Vielen Dank für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal.
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Michaela Achenbach für Deutscher Bildungsserver
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Kommentar *
Mit dem fünften Teil und dem Blick auf den digitalen Wandel im Bildungssektor Schule setzen wir unsere Podcast-Reihe „Digitalisierung und Organisationsentwicklung“ fort. Anna Heinemann von der Universität Duisburg-Essen berichtet aus dem Forschungsprojekt Digi-SchulNet und nimmt Stellung zu einem Statement von Dr. Bettina Waffner, Autorin des Critical Reviews für den Bildungssektor Schule im zweiten Reviewband des Metavorhabens „Digitalisierung im Bildungsbereich“ (Digi-EBF).
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Bildung auf die Ohren – dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. In unserer fünften und abschließenden Folge der Reihe „Digitalisierung und Organisationsentwicklung“ schauen wir heute auf den Bildungssektor Schule und die Frage „Wie muss sich Schule verändern, damit Digitalisierung gelingen kann?“.
Mein Name ist Michaela Achenbach und ich spreche dazu mit Anna Heinemann von der Universität Duisburg-Essen. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im BMBF-Metavorhaben „Digitalisierung im Bildungsbereich“ und forschte bis September 2021 im Projekt „Digitale Schulentwicklung in Netzwerken“.
Frau Heinemann wird uns ihr Forschungsprojekt näher vorstellen und zudem zu einem Statement von Frau Dr. Bettina Waffner aus ihrer Forschungsperspektive Stellung beziehen. Bettina Waffner war bis Ende 2021 Koordinatorin des BMBF-Metavorhabens Digitalisierung im Bildungsbereich und ist Autorin des Reviews „Schulentwicklung in der digital geprägten Welt: Strategien, Rahmenbedingungen und Implikationen für Schulleitungshandeln“, welches im 2. Reviewband des Metavorhabens veröffentlicht wurde.
AH: Hallo, schön dass ich heute hier sein kann.
AH: Unsere übergeordnete Forschungsfrage lautete: Wie kann der Transfer von Innovationen in innerschulischen sowie in Netzwerken zwischen Schulen und weiteren Akteuren gelingen?
Miteinbezogen wurden in das Forschungsprojekt als Praxispartner Schulen aus regionalen Netzwerken, wobei unser Schwerpunkt auf Digitalisierungsnetzwerken lag.
Zunächst wurde im Forschungsprojekt eine Dokumentenanalyse durchgeführt, in die v.a. Medienkonzepte, Digitalisierungsstrategien Fortbildungskonzepte von Schulen mit einflossen, um wichtige Rollen im Schulentwicklungsprozess der Digitalisierung zu identifizieren. Einbezogen wurden Dokumente aus Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs. Die Schlüsselfunktionen, die wir identifizieren konnten und dann für die weitere Forschung kontaktierten, waren die Schulleitung, der oder die Medienbeauftragte sowie die Didaktische Leitung bzw. Mitglieder der Steuergruppe.
Die weitere Forschung im Projekt wurde auf zwei Wegen durchgeführt. Zum einen wurden zu zwei Zeitpunkten im Projekt, einmal 2019 und einmal 2020 bzw. 2021, Interviews mit möglichst denselben Schlüsselfunktionen an Netzwerkschulen durchgeführt. Die teilnehmenden Lehrkräfte wurden nach den Entwicklungen und ihren Einschätzungen zu innerschulischen sowie netzwerkbezogenen Prozessen in der nahen Vergangenheit gefragt. Wichtig zu erwähnen ist, dass hier Schulen einbezogen wurden, die bereits länger Mitglied in den Netzwerken waren, um die genannte retrospektive Perspektive bezüglich der Schulentwicklung zu beleuchten.
Die andere Forschungsmethodik, die angewandt wurde, waren egozentrierte Netzwerkanalysen mit Schulen, die in neugegründeten Netzwerken teilnahmen, die ich hier nur kurz skizziere, da ich in den Interviews gearbeitet habe und vorrangig die Ergebnisse daraus vorstellen werde. Für die längsschnittliche Analyse von Schulentwicklungsprozessen im Kontext der Digitalisierung wurden also Lehrpersonen regelmäßig über einen Zeitraum von 27 Monaten zu Kommunikations- und Kooperationsanlässen sowohl in der Einzelschule als auch im Netzwerk befragt.
Schließlich haben wir unsere Ergebnisse der verschiedenen Forschungsmethoden immer wieder gemeinsam besprochen und im Sinne einer Triangulation z.B. gemeinsame Artikel und Konferenzbeiträge erstellt sowie ein Themenheft initiiert.
AH: In den Interviews konnten wir Gelingensbedingungen sowie hemmende Faktoren auf ganz unterschiedlichen Ebenen der Schulorganisation identifizieren. Ich werde hier natürlich nicht alle Ergebnisse benennen können, aber wichtige Teilergebnisse vorstellen.
Hinsichtlich der Organisationsentwicklung konnten wir u.a. folgendes feststellen:
Bezüglich der Unterrichtsentwicklung konnten wir u.a. folgende Faktoren identifizieren:
Bezüglich der Personalentwicklung können wir folgendes zentrales Ergebnis vorstellen, welches tlw. auch für die gemeinsame Unterrichtsentwicklung als Gelingensbedingung genannt wurde:
Hinsichtlich der Dimension der Technikentwicklung konnten wir folgende Teilergebnisse identifizieren. Wichtig ist hierbei nochmal der Verweis, dass wir ausschließlich mit Lehrkräften an Schulen und nicht mit Personal der Schulträger gesprochen haben:
AH: Wie bereits erwähnt konnten wir auch hemmende Faktoren auf unterschiedlichen Ebenen der Schule finden. Hier kann ich folgende exemplarisch nennen:
Als hemmende Faktoren wurden v.a. mangelnde zeitliche, personelle und finanzielle Ressourcen von Lehrkräften genannt. Oftmals wurde berichtet, dass der Lehrerberuf zu wenig Raum und Zeit lässt für die gemeinsame Erarbeitung des Schulentwicklungsprozesses. Weiterhin wurde teilweise eine unklare Rolle des Administrators an der Schule genannt. Bzw. die Herausforderung, dass Lehrkräfte diese Rolle neben ihren Unterrichtsstunden besetzen müssen. Dies implementiert auch, dass Personen, diese Rolle besetzen, die nicht unbedingt eine Ausbildung für infrastrukturelle Fragen haben.
Abschließend lässt sich festhalten, dass Schulen die wichtige Aufgabe haben, die genannten Faktoren Aspekte miteinander zu denken und basierend auf ihren individuellen Gegebenheiten, gemeinsam Lösungen und Wege zu erarbeiten. Die Kooperation mit anderen Schulen und weiteren Akteuren, wie dem Schulträger, z.B. in Form von Netzwerken, kann bei diesem Prozess unterstützend wirken.
AH: Lehrkräfte wurden in den Interviews auch dazu gefragt, ob die Schulentwicklung durch die Teilnahme am Netzwerk profitieren kann und wenn ja, wie. Des Weiteren wurden sie gebeten, Angaben darüber zu machen inwiefern die Teilnahme am Netzwerk oder die Berichte aus dem Netzwerk für ihren eigenen beruflichen Alltag eine Rolle spielen.
In den Interviews kamen hierbei u.a. folgende Ergebnisse heraus.
AH: Die moderierende Person / Institution sollte Fachwissen haben. Weiterhin darf die Autonomie der Schule darf nicht verloren gehen. Die Kommune sollte eng miteinbezogen werden, damit die Perspektivübernahme der verschiedenen Akteure und somit ein effizienteres Kooperieren gefördert wird. Auch sollten Netzwerkgruppen nicht zu groß geplant werden. In der Folge bedeutet das, dass Vertrauen aufbauen in kleineren Gruppen schneller und einfacher funktioniert. Die Wege sind kürzer, man ruft sich dann beispielsweise auch eher mal außerhalb der Netzwerktreffen bei Problemen und Fragen an. Und auch der Peer-to-Peer-Austausch für die verschiedenen Funktionen (Schulleitung, Medienbeauftragte, Fachlehrkräfte, etc.) muss ermöglicht werden, z.B. durch Schulleitungsrunden.
BW: Es besteht weitgehend gesellschaftlicher Konsens darüber, dass die Möglichkeiten digitaler Medien für eine Verbesserung von Lernprozessen nutzbar gemacht werden können. Die Verfügbarkeit digitaler Medien allein wird dabei gleichwohl keine hinreichende Bedingung darstellen. Innovative Potenziale für das Lernen und Lehren im Konnex der Digitalität sind nur dann zu erwarten, wenn neben technischen und pädagogisch-didaktischen Unterstützungssystemen für Lehrkräfte Professionalisierungen durch Fort- und Weiterbildung erfolgen, die mit einer veränderten Rolle als Lehrkraft einhergehen. Darüber hinaus erfordert es eine Anpassung organisationaler Abläufe in der Schule. Diese Prozesse greifen ineinander und münden in einem strategisch angelegten Schulentwicklungsprozess, der Führung durch Schulleiterinnen und Schulleiter erfordert, um Schule in der digital geprägten Welt zu gestalten.
Angesichts der enormen Geschwindigkeit des digitalen Wandels, braucht es ein neues Narrativ, wofür Schule als Bildungseinrichtung steht. Seit der Bildungsreform zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die mit Wilhelm von Humboldt verbunden ist, zeichnet sich das Schulsystem durch eine hohe Beständigkeit und Stabilität aus. In der digital geprägten Welt wird Schule als System eher für Entwicklung und Wandel stehen. Dieses neue Narrativ gilt es partizipativ zu gestalten, strategisch umzusetzen und als Qualitätsmerkmal in die Schulkultur zu integrieren.
AH: Das lässt sich so nicht unbedingt konkret aus dem Projekt beantworten, da es keine Forschungsfrage von uns war. Was aber herausgefunden wurde ist, dass Schulen von der Implementierung organisationaler Strukturen im Sinne des Digitalisierungsprozesses profitieren und dass Netzwerke bei diesem Prozess unterstützend wirken können. Somit können wir uns BW dahingehend anschließen, dass Schulen sich aufgrund der Digitalisierung v.a. organisational so aufstellen sollten, dass die Digitalisierung als ganzheitlicher Prozess aufgenommen wird, der alle Schulentwicklungsebenen durchdringt. Der Aspekt der Kooperation kann diesen Wandel gewinnbringend mitgestalten – sowohl innerhalb der Schule als gelebte Schulkultur, als auch im Netzwerk mit anderen Schulen und Akteuren, wie dem Schulträger. Somit können auch wir die Aussage bekräftigen, dass Partizipation und Teilhabe sich in unserem Forschungsprojekt als wichtiger Faktor erwiesen hat. Dies zeigt sich z.B. dadurch, dass Lehrkräfte betonten, dass Medienkonzepte und Leitstrategien der Schule im besten Fall gemeinsam und arbeitsteilig erstellt werden sollten. Aber auch die Steuergruppen und die klare Verteilung von Kompetenzen, wie z.B. durch den/die Medienbeauftragte, wurden hinsichtlich der Partizipation von Lehrkräften am Schulentwicklungsprozess positiv bewertet.
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Michaela Achenbach für Deutscher Bildungsserver
Das Dossier „Wie sieht die Schule der Zukunft aus?“ des Deutschen Bildungsservers.Im Rahmen unserer bildungsserverBlog-Reihe „Schule der Zukunft“ stellt Caroline Hartmann interessante Veröffentlichungen, einige herausragende Projekte und Initiativen rund um das Thema Zukunftsperspektiven im deutschen Schulwesen vor. Vielleicht können sie Bildungsakteure und -akteurinnen zur Reflexion darüber anregen, wie wir zukünftig unsere Schulen und unseren Unterricht gestalten sollten?
Ich begrüße Sie ganz herzlich bei „Bildung auf die Ohren“, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Caroline Hartmann.
Zum Einstieg in das Thema kann ich Ihnen das Gutachten des politisch unabhängigen Gremiums Aktionsrat Bildung mit dem Titel „Bildung 2030 – veränderte Welt“ empfehlen. Der Aktionsrat identifiziert hier zwölf große Entwicklungs- und Wandlungsprozesse unserer Gesellschaft, die unser gesamtes Bildungssystem in den kommenden Jahren nachhaltig beeinflussen werden. Neben der Frage nach dem Umgang mit der Globalisierung und Digitalisierung stellt der Aktionsrat Bildung auch die Frage, wie sich das Bildungssystem auf die komplexe Wertedynamik in unserer Gesellschaft einstellen kann. Auch Migrationsbewegungen und Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur werden einen Einfluss auf die Bildungsbereiche haben.
Weiterhin lege ich Ihnen die Publikation „Lernkompass 2030“ der OECD ans Herz. Als ein Rahmenkonzept für zukünftiges Lernen beschreibt diese die Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler benötigen, um sich für ihr persönliches und das gesellschaftliche Wohlergehen einzusetzen. Zentral seien hier neben Wissen und Skills auch Haltungen und Werte. Dieser gesamte Lernprozess wird als Antizipations-, Aktions- und Reflexionszyklus beschrieben, in dem die Lernenden ihr Denken kontinuierlich verbessern und somit zielgerichtet und verantwortungsvoll handeln.
Zudem hat das Forum Bildung Digitalisierung das Impulspapier „Personalentwicklung und die Rolle von Schulleitungen – Impulse zum Zusammenwirken von inneren und äußeren Schulangelegenheiten“ herausgegeben. Das Forum Bildung Digitalisierung setzt sich für systemische Veränderungen und eine nachhaltige digitale Transformation im Bildungsbereich ein. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen die Potenziale digitaler Medien für die Schul- und Unterrichtsentwicklung. Das Impulspapier untersucht, welche rechtlichen Rahmenbedingungen für Schulleitungen gelten und wie Schulträger und Schulaufsichten als Schlüsselakteure für die Personalentwicklung in ihrer Zusammenarbeit so gestärkt werden können, dass digitale Schulentwicklungsprozesse im guten Austausch gelingen können. Es richtet sich vorrangig an die Ebenen der Schulleitungen, Schulträger und Schulverwaltung und gibt hier Handlungsempfehlungen für die unterschiedlichen Entscheidungsebenen.
Auch beim Deutschen Schulportal der Robert Bosch Stiftung und beim Bürgerrat Bildung und Lernen der Montag Stiftung Denkwerkstatt und finden Sie viele konkrete Ideen und Konzepte, wie der Schulalltag zukünftig besser gestalten werden kann. Hier werden Schulen vorgestellt, die sich in verschiedenen Bereichen besonders engagieren und sich bereits hervorgetan haben.
Ich hoffe, diese Hinweise und Publikationen motivieren Sie, selbst über neue und zukunftsweisende Wege der Wissens- und Kompetenzvermittlung nachzudenken und sich mit all Ihren Möglichkeiten hier auch selbst einzubringen.
Der Podcastjingle verwendet einen Ausschnitt aus dem Track Tupac Lives von John Bartmann, lizenziert unter CC0 Public Domain.
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Deutscher Bildungsserver
Caroline Hartmann hat für den Themenbereich Schule des Deutschen Bildungsservers Unterrichtsmaterialien zum Thema Ukraine-Krieg zusammengestellt. In ihren Audio-Linkempfehlungen weist sie auf die wichtigsten hin.
Bildrechte: Geralt / Pixabay
Weitere Unterrichtsmaterialien zum Thema finden Sie im Dossier „Der Ukraine-Krieg – Arbeitsblätter und weitere Unterrichtsmaterialien“ des Deutschen Bildungsservers.
Ich begrüße Sie ganz herzlich bei „Bildung auf die Ohren“, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Caroline Hartmann.
Der Podcastjingle verwendet einen Ausschnitt aus dem Track Tupac Lives von John Bartmann, lizenziert unter CC0 Public Domain.
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Deutscher Bildungsserver
Im vierten Teil der Podcast-Reihe „Digitalisierung und Organisationsentwicklung“ beschäftigt sich Michaela Achenbach mit der beruflichen Bildung und der Frage „Wie verändern sich Lernortkooperationen unter den Bedingungen der Digitalisierung?“. Dazu spricht sie mit Professor Thomas Freiling von der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) und Thomas Schley vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb), die uns ihr Verbundprojekt LoK-DiBB und ihre Forschungsergebnisse zur Lernortkooperation in der dualen Ausbildung näher vorstellen.
Hallo und herzlich willkommen bei Bildung auf die Ohren – dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Michaela Achenbach. In dieser vierten Folge in der Reihe „Digitalisierung und Organisationsentwicklung“ schauen wir auf die berufliche Bildung und das Thema Lernortkooperation. Wie verändern sich Lernortkooperationen unter den Bedingungen der Digitalisierung? Darüber spreche ich mit Professor Thomas Freiling von der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit und Thomas Schley vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung. Sie forschen beide im Verbundvorhaben Lok-DiBB, welches durch das BMBF-Metavorhaben „Digitalisierung im Bildungsbereich“ begleitet wird.
Hallo Herr Freiling, hallo Herr Schley, ich grüße Sie. Schön, dass Sie heute da sind.
TF: Ich grüße Sie, Frau Achenbach.
TF: Im Grunde geht es um die Identifizierung von Faktoren und Bedingungen, die dazu beitragen, die bisherige Zusammenarbeit der Lernorte beruflicher Bildung, also von Berufsbildenden Schulen, Ausbildungsbetrieben und auch den überbetrieblichen Bildungseinrichtungen insbesondere auf inhaltlicher Ebene im Ausbildungsalltag zu intensivieren. Bislang stehen organisatorisch-probleminduzierte Anlässe im Vordergrund, beispielsweise wenn es um einen Austausch zum Leistungsstand von Auszubildenden zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule geht.
Insbesondere die Veränderungen der Arbeitswelt durch digitale Transformationsprozesse bringen neuartige Anforderungen an die Ausbildung mit sich, die über eine Intensivierung der Zusammenarbeit (Kooperation) eher zu bewältigen sind und für die beteiligten Lernorte Synergieeffekte schaffen können, z.B. in der gemeinsamen Nutzung technologischer Ressourcen.
TS: In erster Linie ging es im Forschungsprojekt darum, zentrale Faktoren zu identifizieren, die zu einer gelingenden Lernortkooperation beitragen oder diese beleben können. Die Erkenntnisse fließen zum einen in einen projekteigenen Sammelband ein, der Beispiele unterschiedlicher Netzwerke illustriert und die zentralen Ergebnisse für die interessierte Öffentlichkeit aufbereitet. Ferner wurde ein Tool zur Einordnung und Weiterentwicklung von Lernortkooperationen – der LoK-DiBB-Online-Selbstcheck entwickelt. Mit dessen Hilfe kann der Stand zur LOK im eigenen Berufsbildungsnetzwerk ermitteln und reflektiert werden. Die Ergebnisse geben Anhaltspunkte und Empfehlungen für mögliche Entwicklungsbedarfe der eigenen LOK-Aktivitäten. Ein kostenfrei verfügbare Handlungsleitfaden für die Bildungspraxis ergänzt den LoK-DiBB-Selbstcheck.
TS: Es zeigt sich aus den durchgeführten qualitativen Interviews mit Akteuren beruflicher Bildung an den Lernorten und auch aus der bundesweit durchgeführten quantitativen Befragung, dass die Zusammenarbeit zwischen den Lernorten eher zu organisatorischen Aspekten erfolgt und es zumeist nicht zur Bearbeitung vertieft inhaltlich-konzeptioneller Themen kommt. LOK kommt häufig zum Tagesgeschehen „on top“ und deshalb nicht selten das Nachsehen. Es gibt einige Hürden, die einer elaborierten Lernortkooperation im Weg stehen: technische und/oder personelle Ressourcen stehen nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung, es bestehen sehr unterschiedliche Interessen unterschiedlicher Akteure (z.B. ökonomische versus didaktisch-methodisch orientierte), die Stringenz in der Organisation der Kooperation ist zu wenig erkennbar (z. B. fehlende verbindliche Arbeitstreffen) oder inhaltliche Aspekte wie z. B. Abstimmungen zu neueren Ausbildungsinhalten in Schule und Betrieb erscheinen zu komplex.
TF: Die relevanten Akteure arbeiten regelmäßig zu interessierenden Themen (organisatorisch, curricular, methodisch) und in Richtung gemeinsam abgestimmter Ziele in vertrauensvoller Atmosphäre auf Augenhöhe (Beziehungsgeflecht) zusammen. Sie informieren sich zu wichtigen Belangen, unterstützen sich gegenseitig und kennen die Bedingungen am anderen Lernort. Die Organisation und das Management der Zusammenarbeit sind geregelt (Steuerung) und die Ressourcen erlauben eine Regelmäßigkeit in der Kooperation und die Bearbeitung der gesetzten Themen.
TF: In der Tat bestehen auffällige Parallelen: Es wird deutlich, dass digitale Tools eine wichtige Voraussetzung sind, die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten zu systematisieren und teilweise auch zu erleichtern. Aber es sind keine hinreichenden Voraussetzungen. Entsprechend unseres Modells bestehen fünf Dimensionen, die das Gelingen einer Zusammenarbeit beeinflussen: Die Akteure, das Beziehungsgeflecht, relevante Themen, die Ressourcen und die Steuerung von Netzwerken zur Lernortkooperation. Qualität hat somit mehrere Facetten. Auch sollte die Frage der Tools nicht zu weit im Vordergrund stehen, da netzwerktheoretisch die Akteure und das vertrauensvolle Miteinander wichtige Voraussetzungen für das Gelingen einer Kooperation darstellen. Aber es sind sehr hilfreiche Instrumente, um die Kommunikation und die Zusammenarbeit – denken wir an Netzwerke im ländlichen Raum – zu unterstützen. In manchen Regionen bekommen daher auch Lernmanagementsysteme oder netzbasierte Dokumentenablagesysteme eine wichtige Funktion zugewiesen.
TS: Ich denke, mit diesem Fokus lässt sich auch die zweite These kommentieren. Das persönliche Kennenlernen und der Austausch in Präsenz haben weiterhin einen hohen Stellenwert bei allen Beteiligten – insbesondere was den Aufbau eines Kooperationsnetzwerkes angeht: Das notwendige Vertrauen baut sich besser von Person zu Person auf. Ein paralleles oder späteres ausweichen auf digitale Tools fällt leichter, wenn bereits eine Beziehung untereinander existiert. Die Intensivierung der Zusammenarbeit ist damit nicht wirklich von Tools abhängig, sondern von vertrauensvollen und ergiebigen Kontakten im Netzwerk. Digitale Tools erleichtern natürlich die Zusammenarbeit insbesondere über Distanzen hinweg. Eine gemeinsame Lernplattform kann beispielsweise den Grundstein für gemeinsame didaktische Überlegungen legen und die Kenntnis der Arbeit der anderen Lernorte befördern. Das hilft allerdings erst dann weiter, wenn die Bereitschaft zur beiderseitigen inhaltlichen Zusammenarbeit vorhanden ist.
TF: Zunächst einmal die technische Infrastruktur: Diese ist deutschlandweit extrem unterschiedlich aufgestellt: von bestehenden Lernfabriken 4.0 in Berufsschulen bis hin zu Klassenzimmern ohne jegliche W-LAN Anbindung. Es fehlen nach wie vor adäquate Anbindungslösungen für die Schulen in der Breite. Auch Datenschutzfragen sind auch nach langer Zeit nicht gelöst. Zudem ist die Kompetenz des Bildungspersonals aller Lernorte zu adressieren, um die methodisch-didaktische Variationsbreite auch nutzen zu können. Auch bedarf es eines Motivationslevels, das die Kooperationsaktivitäten bereichert und durch das Maß an Engagement die Netzwerkarbeit voranbringt. Der LOK sollte auch dergestalt Bedeutung beigemessen werden, dass engagierten Lehrkräften und Ausbilder*innen zeitliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, Kooperationsbeziehungen aktiv zu gestalten.
Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Michaela Achenbach für Deutscher Bildungsserver
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