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Blutdruck wirklich richtig messen


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Hoher Blutdruck, die besten Tips zur Messung
Blutdruck richtig messen: Warum der Ruheblutdruck so wichtig ist

Die korrekte Messung des Blutdrucks ist oft schwieriger, als es scheint. Viele Menschen messen ihren Blutdruck regelmäßig, doch kleine Fehler können große Auswirkungen haben. Eine ungenaue Messung kann zu falschen Therapieentscheidungen führen, die entweder unwirksam sind oder sogar Schaden anrichten. Es ist wichtig, die Technik zu beherrschen, um verlässliche Werte zu erhalten. Nur so kann eine gezielte Behandlung erfolgen, die Ihre Gesundheit schützt und Folgeschäden vermeidet.

Ein zu hoher Blutdruck bereitet zunächst keine Schmerzen. Das macht ihn zu einem heimtückischen Gegner. Viele Betroffene wissen nichts von ihrer Erkrankung, bis es zu spät ist. Spätschäden an Organen wie Herz, Nieren oder Gehirn können die Folge sein. Eine frühzeitige Erkennung und korrekte Behandlung sind daher unerlässlich. Der erste Schritt hierzu ist immer eine präzise Blutdruckmessung.

Häufige Fehler beim Blutdruckmessen vermeiden

Das Blutdruckmessen ist eine sensible Angelegenheit. Fehler schleichen sich schnell ein, selbst bei Routine. Ein häufiges Szenario ist die Messung unmittelbar nach körperlicher Anstrengung. Wer gerade Treppen gestiegen ist oder schwere Einkäufe getragen hat, misst oft einen zu hohen Wert. Der Körper ist dann aktiviert. Adrenalin und Noradrenalin erhöhen den Blutdruck temporär, um die Leistung zu ermöglichen. Eine solche Messung spiegelt nicht den wahren Blutdruck wider, der für eine Therapieentscheidung relevant ist. Sie führt stattdessen zu einer falschen Einschätzung und möglicherweise zu einer unnötigen oder überhöhten Medikation.

Emotionale oder psychische Belastungen beeinflussen den Blutdruck ebenso stark wie physische. Stress im Alltag, Ärger oder Angst lassen den Blutdruck temporär ansteigen. Auch dies sind keine geeigneten Bedingungen für eine Messung. Es ist wichtig, eine Umgebung der Ruhe zu schaffen. Nur so können Sie sicherstellen, dass die ermittelten Werte aussagekräftig sind.

Die Bedeutung des Ruheblutdrucks

Der Ruheblutdruck ist der verlässlichste Wert für eine langfristige Therapieplanung. Er gibt Aufschluss über den Zustand Ihrer Gefäße und Organe, wenn der Körper entspannt ist. Um diesen Wert präzise zu ermitteln, ist eine bewusste Vorbereitung notwendig. Setzen Sie sich vor der Messung für fünf bis zehn Minuten entspannt hin. Denken Sie an nichts Besonderes. Bringen Sie sich in einen Zustand innerer Ruhe. Erst dann sollten Sie zur Messung schreiten.

Die tageszeitlichen Schwankungen des Blutdrucks sind ebenfalls ein wichtiger Faktor. Der Blutdruck verhält sich im Tagesverlauf dynamisch. Er passt sich den Aktivitäten und dem Biorhythmus an. Für eine therapeutische Entscheidung hat sich die morgendliche Messung bewährt. Direkt nach dem Aufwachen, noch bevor der Tag richtig beginnt, ist der Blutdruck oft am höchsten. Zu diesem Zeitpunkt ist er hauptsächlich von der Gefäßweite und der individuellen Blutdruckregulation abhängig.

So messen Sie den Ruheblutdruck richtig

Morgens, direkt nach dem Aufwachen, ist der ideale Zeitpunkt für die Messung des Ruheblutdrucks. Die Messung sollte auf der Bettkante erfolgen, bevor Sie aufstehen oder sich betätigen. Wachen Sie auf, warten Sie zwei bis drei Minuten. Nehmen Sie dann eine aufrechte Sitzposition ein. Messen Sie dreimal im Abstand von drei Minuten. Nutzen Sie ein Oberarm- oder Handgelenksmessgerät gemäß der Anleitung.

Notieren Sie sich die drei gemessenen Blutdruckwerte. Für die Auswertung wählen Sie den niedrigsten systolischen und den niedrigsten diastolischen Wert dieser drei Messungen. Nicht den höchsten, denn hohe Werte sind oft durch Nervosität beeinflusst. Die niedrigsten Werte korrelieren am besten mit einer 24-Stunden-Blutdruckmessung. Wiederholen Sie diesen Vorgang an fünf aufeinanderfolgenden Tagen.

Tragen Sie die niedrigsten Werte jedes Tages in eine Tabelle ein. Auf meiner Webseite (den Link finden Sie in den Shownotes) können Sie Ihre Werte eintragen. Das System berechnet dann automatisch den Mittelwert aus diesen fünf Tagen. Dieser Mittelwert ist Ihr Ruheblutdruck. Drucken Sie diese Tabelle aus und nehmen Sie sie zu Ihrem Hausarzt mit.

Warum der Ruheblutdruck therapeutisch entscheidend ist

Der Ruheblutdruck ist der einzige Wert, der verlässliche Aussagen über die Langzeitprognose trifft. Er zeigt, ob Ihre Organe wie Herz, Nieren und Gehirn durch hohen Blutdruck geschädigt werden könnten. Die Bestimmung dieses Wertes ist somit für die Prävention von Folgeschäden essenziell.

Ihr Hausarzt kann auf Basis dieser präzisen Daten eine fundierte Therapieentscheidung treffen. Er erkennt, ob eine Behandlung erforderlich ist. Er sieht auch, ob die aktuelle Therapie angepasst werden muss. Eine genaue Kenntnis des Ruheblutdrucks ermöglicht eine individuelle Anpassung der Medikation. So wird Über- oder Unterdosierung vermieden.

Zielwerte und individuelle Therapie

Die Festlegung von Therapiezielen beim Bluthochdruck ist nicht pauschal möglich. Es gibt zwar allgemeine Richtwerte, doch die individuelle Situation zählt. Ein Blutdruck von 130 zu 80 oder 130 zu 85 mmHg gilt im Allgemeinen als unbedenklich. Liegt der Blutdruck jedoch bei 145 zu 85 oder 95 mmHg, ist eine genauere Betrachtung notwendig. Hier können bereits leichte therapeutische Maßnahmen angezeigt sein.

Es ist wichtig, dass die Therapie auf Ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Studien, die von Pharmafirmen gesponsert werden, tendieren oft dazu, sehr niedrige Zielwerte zu propagieren. Diese Ergebnisse spiegeln nicht immer die Realität wider. Sie sind in einer kontrollierten Umgebung entstanden, die sich vom Alltag unterscheidet. Ihr Hausarzt wird im Gespräch mit Ihnen die passende Strategie entwickeln. Hierfür ist der von Ihnen ermittelte Ruheblutdruck von unschätzbarem Wert.

Konservative Maßnahmen zur Blutdrucksenkung

Medikamente sind nicht die einzige Option zur Blutdrucksenkung. Konservative Maßnahmen spielen eine ebenso wichtige, wenn nicht sogar wichtigere Rolle. Diese sollten stets die erste Wahl sein, besonders bei einem frisch diagnostizierten Bluthochdruck. Eine Änderung des Lebensstils kann oft bereits signifikante Verbesserungen bewirken.

Die wichtigsten konservativen Maßnahmen sind:

  • Gewichtsreduktion: Übergewicht belastet das Herz-Kreislauf-System erheblich. Schon eine moderate Gewichtsabnahme kann den Blutdruck senken.
  • Reduzierung des Salzkonsums: Salz bindet Wasser im Körper und erhöht das Blutvolumen, was den Blutdruck steigen lässt. Eine salzarme Ernährung entlastet das System.
  • Mäßigung des Alkoholkonsums: Übermäßiger Alkoholkonsum schädigt die Gefäße und kann den Blutdruck erhöhen. Eine Reduzierung wirkt sich positiv aus.
  • Neben diesen Punkten sind auch regelmäßige körperliche Aktivität und Stressmanagement entscheidend. Bewegung stärkt das Herz und verbessert die Gefäßelastizität. Entspannungstechniken helfen, Stress abzubauen und temporäre Blutdruckspitzen zu vermeiden. Nutzen Sie diese Möglichkeiten, um Ihren Blutdruck auf natürliche Weise zu beeinflussen.

    Alltagsmessungen: Wann sie aussagekräftig sind

    Blutdruckmessungen im Alltag, die nicht in vollständiger Ruhe erfolgen, haben für die Therapieentscheidung kaum Wert. Ein erhöhter Wert nach dem Treppensteigen oder einem kurzen Sprint ist normal. Der Körper passt den Blutdruck kurzfristig an die Belastung an. Danach sinkt er wieder auf den Normalwert ab. Sportler beispielsweise haben während intensiver Belastung sehr hohe Blutdruckwerte, erleiden aber keine Schäden, da der Blutdruck danach rasch wieder fällt.

    Interessanterweise kann der Blutdruck nach einer Belastung sogar niedriger sein als im Ruhezustand. Etwa 5 bis 15 Minuten nach dem Sport sind die Muskelgefäße noch erweitert. Dies fördert den Abtransport von Stoffwechselprodukten und kann den Blutdruck temporär senken. Dieser Effekt zeigt, wie positiv sich Bewegung auf die Blutdruckregulation auswirkt. Der Körper lernt, die Gefäße zu weiten und den Blutdruck zu senken. Das hat langfristig eine positive Wirkung.

    Es ist also wichtig, den Zweck einer Blutdruckmessung zu verstehen. Eine Messung nach körperlicher Anstrengung dient lediglich der Momentaufnahme der Reaktion des Körpers auf Belastung. Für die medizinische Diagnose und Therapie ist ausschließlich der Ruheblutdruck relevant. Vergessen Sie Messungen, die unter Stress oder direkter Belastung erfolgen. Konzentrieren Sie sich auf die systematische Ermittlung Ihres Ruheblutdrucks.

    Fazit: Ihr Weg zu präzisen Blutdruckwerten

    Die präzise Messung des Blutdrucks ist der Grundstein für eine wirksame Therapie. Konzentrieren Sie sich auf die Bestimmung Ihres Ruheblutdrucks, morgens auf der Bettkante. Messen Sie an fünf aufeinanderfolgenden Tagen und wählen Sie jeweils die niedrigsten Werte. Nutzen Sie die verlinkten Ressourcen, um Ihre Werte zu protokollieren und den Mittelwert zu berechnen.

    Dieses Vorgehen liefert Ihrem Arzt eine verlässliche Datengrundlage. Er kann damit eine individuelle und angepasste Therapieentscheidung treffen. Denken Sie auch an die Bedeutung konservativer Maßnahmen. Gewichtsreduktion, reduzierter Salz- und Alkoholkonsum können einen signifikanten Beitrag leisten. Ihre Gesundheit liegt in Ihrer Hand. Eine korrekte Blutdruckmessung ist der erste Schritt zu einem gut eingestellten Blutdruck und einem gesunden Leben.

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    Runter mit dem BlutdruckBy Dr. Harald Messner


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