Hebammen begleiten den ersten Atemzug eines neuen Lebens. Sie erleben Schmerz und Angst, aber auch unendliches Glück. Sie stehen Frauen in einer der intensivsten Phasen ihres Lebens bei. Doch in den vergangenen Monaten hat ein neuer Hebammenhilfevertrag für massive Kritik gesorgt - und für Verunsicherung in der Branche. Wie viel verdienen Hebammen wirklich? Warum verdienen manche Hebammen plötzlich weniger? Und welche Folgen hat das für die Geburtshilfe in Südbaden?
In dieser Folge von BZ am Ohr zu hören sind Sophia Martin, die als freiberufliche Hebamme im Freiburger Umland Hausgeburten und Wochenbetten betreut, und Carolin Ströbel, Dienstbeleghebamme am Ortenau-Klinikum in Offenburg. Die beiden sprechen über ihre Arbeit, ihre Motivation, die Herausforderungen des neuen Vertrags - aber auch die positiven Seiten, denn die gibt es auch. Während die Wochenbettbetreuung deutlich aufgewertet wurde, leiden vor allem Beleghebammen unter Einkommenseinbußen von um die 15 Prozent. In Offenburg haben bereits Kolleginnen gekündigt, in Tettnang am Bodensee schließt sogar die ganze Geburtshilfe.
Auch wenn sich die Hebammenverbände und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) einigen konnten: Der Frust und die Verunsicherung bleiben bei vielen Hebammen. Und das in einer Zeit, in der es ohnehin in vielen Regionen schwierig ist, eine Hebamme zu finden, etwa in der Ortenau oder im Kreis Lörrach. Warum Carolin Ströbel und Sophia Martin diesen Beruf trotz allem jedenfalls nicht ganz aufgeben wollen, erzählen sie in dieser Folge von BZ am Ohr.
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Die Hebammenstudie 2025 gibt's hier zum Nachlesen.
Die Vernetzungsstelle für Familien und Hebammen in der Ortenau findet ihr hier.