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„Unbedingt! Ich wollte immer schon mal sagen: ‚Das kommt in die Shownotes!‘“ Stefan Arens vermittelt, dass bei familiärer Hypercholesterinämie (FH) Lebensstiländerung zur Senkung des LDL-Cholesterins nicht reicht. Deshalb ist ihm die Tabelle zur Statintherapie im Kindesalter so wichtig. Der Leiter der Lipidambulanz am Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT in Hannover ist Mitautor der neuen AWMF-Leitlinie.
Jedes Kind kann eine Dyslipidämie haben, keineswegs nur Kinder mit Adipositas. Die FH ist die mit Abstand häufigste angeborene Stoffwechselerkrankung, dabei sehr einfach zu erkennen und zu therapieren. Für eine medikamentöse LDL-Senkung ist manchmal Überzeugungsarbeit nötig, schließlich verhindert sie kardiovaskuläre Ereignisse, die weit in der Zukunft liegen.
Muss die Blutentnahme nüchtern erfolgen? Wie sichert man die Diagnose? Welche Rolle spielt Lipoprotein(a) und wie häufig ist „weißes Serum“? Neben Antworten auf diese Fragen schnürt der Lipidologe ein „Servicepaket“ und lädt Kinderärzte ein, die Eltern „mitzunehmen“: Nur 5 % der Erwachsenen mit FH wissen, dass auch sie betroffen sind.
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„Da musst du wach sein“. Prof. Dr. Carsten Bergmann nennt Beispiele, wann frühzeitiges Entdecken von Mutationen hilft, so dass für den Fall des Krankheitsprogresses nichts verpasst wird. Der Experte ist in zwei Welten zuhause. Er leitet die medizinische Genetik von Limbach Genetics in Mainz und hat eine Forschungsprofessur in Freiburg.
Wichtig zu wissen: Bei Kindern mit Symptomen darf jeder Kinderarzt genetische Untersuchungen beauftragen. Die Angst vor Regress ist unbegründet. Wer sich als „Anwalt des Kindes“ versteht, stellt vorher sicher, dass tatsächlich ein Mehrwert zu erwarten ist.
Sind genetische Untersuchungen teuer oder sogar kosteneffizient? Was ist bei syndromalen Erkrankungen zu beachten? Welche Details zum Next Generation Sequencing sollte der Kliniker kennen? Eine Ganzgenom-Sequenzierung ist oft gar nicht nötig, um „schnell und sicher ans Ziel“ zu kommen. Das Labor sollte beraten und maßgeschneiderte Lösungen etablieren.
„Ein klinisch-interdisziplinärer Ansatz ist das, was uns voranbringt“, meint der Humangenetiker. Aus einem guten genetischen Befundbericht muss die Interpretation für den Kliniker klar hervorgehen. Deshalb wünscht er sich: „Kommt zur Sache!“
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„Das Sepsis-Screening-Tool seid ihr!“ So einfach wie treffend beschreibt Dr. Friedrich Reichert, klinischer Akut- und Notfallmediziner und ärztlicher Leiter der Pädiatrischen Interdisziplinären Notaufnahme (PINA) am „Olgäle“ in Stuttgart, die Bedeutung des ärztlichen Blicks. Der Phoenix-Sepsis-Score hilft bei der Eingrenzung dieser lebensbedrohlichen Organdysfunktion und Labordiagnostik ist wichtig. Doch entscheidend dafür, die „Nadel im Heuhaufen“ zu finden, ist das Erkennen des Musters: das Gesamtbild.
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„Hier ist die Box, greif rein, such dir was aus!“ Skills sind eine richtig gute Therapiemöglichkeit bei selbstverletzendem Verhalten, aber so sollte man sie nicht „herschenken“. Sie müssen gut kontextualisiert werden, warnt Prof. Dr. Paul Plener. Der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie ist der erste Gast im neuen KJP-Podcast. Moderator Dr. Thomas Lempp begrüßt den Lehrstuhlinhaber für Kinder- und Jugendpsychiatrie aus Wien gemeinsam mit dem Host des bewährten consilium Pädiatrie-Podcasts Dr. Axel Enninger.
„Die meisten Tage beschäftigen wir uns mit dem Leben und nicht mit dem Sterbeprozess.“ Dr. Holger Hauch, Oberarzt am Kinderpalliativzentrum in Datteln, räumt mit dieser verbreiteten Vorstellung auf. Es geht ums Leben-Gestalten bei lebensbegrenzenden Erkrankungen. Letztere sind fast so individuell wie die Kinder und Jugendlichen selbst. Nicht nur onkologische Patienten werden auf Palliativstationen und durch SAPV-Teams versorgt: Bei 100 Patienten gibt es 80 bis 90 verschiedene Diagnosen.
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„Dieser Test ist ganz, ganz wertvoll, weil man wenig braucht, weil er schnell ist, billig und hocheffektiv.“ Exakt und anschaulich beschreibt Prof. Dr. Wolf Lagrèze die Durchführung des Brückner-Tests. Für den Facharzt für Augenheilkunde und Lehrstuhlinhaber für Neuroophthalmologie und Kinderophthalmologie an der Universität in Freiburg ist die Kinderophthalmologie eine innere Mission, und er ist den Kinder- und Jugendärzten dankbar für ihren Beitrag zur Früherkennung. Den Brückner-Test kann jeder Pädiater mit etwas Vorbereitung und Übung „total einfach“ durchführen.
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„Du hast Adipositas, ich helfe dir dabei.“ Ein solcher Satz kann Kinder und Jugendliche, deren Gewicht über der 97ten Perzentile liegt, tatsächlich entlasten. Ein „Iss mal ein bisschen weniger und beweg dich mehr“ ist dagegen nicht günstig, das belegen Daten. Prof. Dr. Martin Wabitsch, Sektionsleiter für Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Ulm und Leiter der interdisziplinären Adipositas-Ambulanz informiert darüber, dass der Anteil der Gewichtsreduktion, der durch Lebensstiländerungen erreicht wird, mit durchschnittlich 5 % „erschütternd gering“ ist.
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„Durch Telefon und Hose geht keine Diagnose.“ Der Leitspruch gilt für Neurodermatosen ganz besonders findet Prof. Dr. Gerhard Kurlemann. 30 Jahre lang widmete er sich neurokutanen Erkrankungen und Epilepsie, davon 20 Jahre als Bereichsleiter Neuropädiatrie der Uniklinik Münster. Nur ein Teil der neurokutanen Syndrome ist gut zu diagnostizieren, wenn die Patienten ausschließlich bekleidet gesehen werden.
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„Ein Maßband ist hilfreich!“ Dr. Frank Dressler objektiviert damit schnell und einfach Gelenkschwellungen. Der Leiter der kinderrheumatologischen Ambulanz an der MHH hat praktische Tipps und gibt wichtige klinische Hinweise, wie Gelenkbeschwerden rasch eingeordnet werden können. Fieber, Schmerzen, Rötung, Ausschlag: harmlos oder weiter abklären?
Bei reinen Arthralgien sind Bildgebung und aufwändige Diagnostik meist verzichtbar, bitte keine ANAs bestimmen! Steht eine Arthritis im Raum, sollten Blutbild, Transaminase-, Leber- und Nierenwerte sowie CRP besser vorliegen. Rheumafaktoren bei Kindern unter 9 machen dagegen keinen Sinn. Genauso wenig, „jeden, der durch die Tür kommt, mit einer Borrelien-Serologie zu versehen.“
Eingängig definiert der Experte klassische Konstellationen: der Zehnjährige mit schmerzender Achillessehne, das kleine Mädchen mit Oligoarthritis (frühzeitige Augenuntersuchung!), Hüftschnupfen usw. Beruhigend: Die Therapiemöglichkeiten sind zahlreich und mit Biologika als Gamechanger ist heute zum Glück der Rollstuhl für Kinder mit Rheuma passé.
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„Ich sehe Eltern, deren Kind an SUDEP gestorben ist, und sie fragen mich: ‚Warum hat mein Arzt mir das nicht erzählt?‘“ Über den Sudden Unexpected Death in Epilepsy müssen Eltern informiert sein, findet Prof. Dr. Angela Kaindl. Sie ist Direktorin der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Neurologie an der Charité und leitet das SPZ mit dem Deutschen Epilepsiezentrum für Kinder und Jugendliche an der Charité sowie die Forschungsgruppe für Epilepsie und Hirnentwicklungsstörungen. Ihre Stimme hat Nachdruck, wenn es um die Risiken geht, denn keine Epilepsie ist „benigne“.
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