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Steffen Schwarzkopf ist zurück in Deutschland. Vorübergehend zumindest. Im Zuge von Präsident Joe Bidens erstem Europa-Besuch mitgereist, darf er während der EM hier als Fußballreporter reüssieren. Und dabei ein Wechselbad der Gefühle aus Wiedersehens- und Gaumenfreuden, Aha-Erlebnissen und Fremdscham-Momenten erleben. Denn wie amerikanisiert unser Korrespondent nach fünf Jahren in Washington schon geworden ist, wird ihm selbst wohl jetzt erst klar. So gerät die „Heimkehr“ von Bethesda in Maryland nach Berlin-Zehlendorf zu einem überraschend heftigen Kulturschock.
Sie tun es gerne und sie tun es oft, die Amerikaner: Reisen. Jetzt, wo in weiten Teilen der USA die Corona-Pandemie auf dem Rückzug zu sein scheint, machen sie sich wieder auf den Weg, kreuz und quer durchs Land. Nicht selten in raumschiff-artigen Wohnmobilen. So ein mobiles Zuhause kann schnell ein Vermögen kosten. Teuer sind übrigens auch die Urlaubsreisen der US-Präsidenten, ob nach Mar-a-Lago oder Wilmington, Delaware. Auch unser Reporter plant schon seinen Sommerurlaub mit der Familie – natürlich im Wohnmobil. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es bereits in dieser Folge: Steffen, Til und Jette erzählen von einem Trip auf die Inselgruppe Outer Banks.
Woche für Woche geht es hier um die Marotten der Amerikaner, um die Machtkämpfe ihrer Politiker und die Merkwürdigkeiten ihres way of life. Drehen wir den Spieß doch mal um: Anlässlich eines Streits mit seinen Nachbarn kam Steffen in dieser Woche auf die Idee, sich in seinem Bekanntenkreis umzuhören, was die Amerikaner eigentlich über uns Deutsche denken. Schließlich haben viele von ihnen deutsche Vorfahren, und wenn nicht, so haben sie zumindest Zeit in Deutschland verbracht. Als Soldat, als Angehöriger, oder die Kinder studieren dort. Egal, wohin man kommt in diesem Land, ständig begegnet man Leuten, die irgendeine Beziehung zu Germany haben. Sind wir in ihren Augen ein seltsames Volk? Diejenigen, die dafür bekannt sind, immer pünktlich und akkurat zu sein, ständig einen Plan haben müssen und als Korinthenkacker durch die Welt laufen?
100 Tage ist Präsident Joe Biden jetzt im Amt. Traditionell ist das die Gelegenheit für eine allererste Bilanz. Und die kann sich durchaus sehen lassen. Nichts mit „Sleepy Joe“, wie sein Vorgänger ihn gern nannte. Biden hat losgelegt wie die Feuerwehr: 40 Executive Orders, darunter der Wiedereintritt in die WHO und das Pariser Klimaschutzabkommen. 220 Millionen Impfungen gegen das Coronavirus. Ein 1,9 Billionen Dollar schweres Gesetzespaket verabschiedet, das vielen Amerikanern finanzielle Unterstützung bringt. Und weitere Großprojekte sind schon in Arbeit. Doch nicht alles ist der neuen Administration im Weißen Haus geglückt. Auf die Krise an der mexikanischen Grenze hat sie noch keine überzeugende Antwort gefunden. Steffen Schwarzkopf diskutiert mit US-Korrespondent Daniel Sturm über die ersten 100 Tage Joe Biden, die so ganz anders waren als die vier Jahre davor.
George Washington und Thomas Jefferson waren Sklavenhalter. Abraham Lincoln hat Amerikas Ureinwohner unterdrückt. Müssen Schulen, die ihre Namen tragen, umbenannt werden? Ein Sportverein der US-Hauptstadt heißt seit letztem Jahr „Washington Football Team“. „Redskins“ – das ging einfach nicht mehr. Und mehrere Titel der beliebten Kinderbücher von Dr. Seuss wurden wegen möglicher rassistischer Inhalte aus dem Verkehr gezogen. Amerika handelt, so scheint es. Doch was bringt Symbolpolitik, wenn zugleich in Minnesota während des Prozesses zum Tod von George Floyd ein weiterer unbewaffneter Schwarzer durch die Hand einer Polizistin stirbt? Unser Reporter begibt sich heute auf dünnes Eis und macht sich seine Gedanken zu einem unendlich komplexen Thema.
Der Prozess gegen Derek Chauvin in Minneapolis hat begonnen, den Ex-Polizisten, der im vergangenen Jahr mehr als neun Minuten auf dem Hals von George Floyd kniete, bis dieser starb. Was hat sich verändert seit den Ereignissen vom 25. Mai und den von hier ausgehenden weltweiten „Black Lives Matter“-Protesten? Steffen Schwarzkopf hat sich dieser Tage in der Stadt umgesehen, auch im Verbrechens-Hotspot Ward 5 in Norden, wo der Drogenhandel blüht und schwer bewaffnete Gangs das Sagen haben. Die Polizei scheint hilflos, die Stadtverwaltung ratlos. Change, Veränderung? Danach sucht man nicht nur als Reporter in Minneapolis vergeblich.
New York, New York? New York! Die Stadt, die einmal im Ruf stand, niemals zu schlafen, wurde im vergangenen Jahr schwer vom Coronavirus gebeutelt. So schwer, dass so mancher sie bereits totgesagt hat. Tatsächlich wirkte die Metropole streckenweise wie eine Stadt in Auflösung. Kann sich der „Big Apple“ noch einmal berappeln? Steffen Schwarzkopf hat ein Jahr nach dem Beginn der Pandemie mal nachgeschaut, wie es dort inzwischen aussieht und sich ins wiedererwachte Getümmel gestürzt. Wie alle New Yorker - mit Maske und Sicherheitsabstand.
Vorzeitig abgebrochene Pressekonferenzen, sinkende Zustimmungswerte und sogar verwahrloste Hunde im Weißen Haus: Konservative US-Sender wie Fox News oder Newsmax lassen kein gutes Haar an am neuen Präsidenten Joe Biden. Doch was ist dran an der Kritik an der neuen Biden-Administration nach den ersten Wochen im Amt? Welche Wahlversprechen konnte Joe Biden bislang einlösen und welche wurden gleich zu Anfang beerdigt? Steffen Schwarzkopf und Korrespondenten-Kollege Daniel Friedrich Sturm ziehen gemeinsam eine Zwischenbilanz in Sachen Pandemie-Bekämpfung, illegale Einwanderungen, Mindestlohn und Sanktionen gegen Saudi-Arabien, nachdem ein neuer CIA-Bericht über den Mord am Journalisten Jamal Khashoggi vorliegt.
Wir freuen uns über Feedback an [email protected].
Der gewaltsame Angriff auf das Kapitol vom 6. Januar wird Amerika noch lange beschäftigen. Doch schon naht der nächste Tag, an dem es in Washington und andernorts zu Ausschreitungen kommen könnte: Am 4. März, so kursiert es in einschlägigen Gruppen in den sozialen Medien, werde Donald Trump als „wahrer Präsident“ wieder die Macht im Lande übernehmen. Humbug? Gewiss, aber hunderttausende, vielleicht sogar Millionen von Menschen in den USA glauben daran. Verzapft wird der gemeingefährliche Unsinn von der QAnon-Bewegung, deren Verschwörungsfantasien mäßig originell, aber übermäßig erfolgreich sind. Steffen Schwarzkopf hat sich mit einer QAnon-Aussteigerin unterhalten.
Vier Jahre lang ist Steffen Schwarzkopf morgens mit Donald Trump aufgestanden und abends ins Bett gegangen. Dann, auf einmal: Keine beleidigenden Tweets mehr am Morgen, kein „Chopper Talk“ am Mittag, keine pikanten Enthüllungen am Abend. Gut, die ersten Tage mit dem neuen Präsidenten Joe Biden waren noch aufregend. Inzwischen jedoch macht der Mann einfach seinen Job. Eine längst vergessene Ruhe ist eingekehrt in Washington. Und die löst bei unserem Reporter allmählich Phantomschmerzen aus. In seiner Verzweiflung produziert Steffen inzwischen schon Beiträge über ¬die Pandas im Zoo und das Wetter. Gut, dass nächste Woche das Impeachment-Verfahren gegen den Ex-Präsidenten im Senat beginnt.
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