Hannah Arendt mit Zigarette, Thomas Mann am Schreibtisch, der lächelnde Einstein, Brecht im Profil. Diese Aufnahmen sind weltberühmt, ihr Fotograf ist weitgehend unbekannt. Fred Stein – ein Meister der Porträtfotografie, seine Bilder ein wahres "Who’s who" des 20. Jahrhunderts.
In der ersten Fred-Stein-Biografie überhaupt zeichnet der Historiker Daniel Siemens Leben und Leistungen des Manns hinter der Kamera nach. 1933 flieht der jüdische Jurist mit Frau Lilo unter dem Vorwand einer Hochzeitsreise ins Exil: von Dresden nach Paris, später nach New York. Die gebrauchte Leica, die das Paar kauft, ist dabei erst der Anfang. Ein Gespräch über Fred Stein in Dresden, sein Leben in Paris, wo er und seine Frau unter anderem mit Gerda Taro in einer WG lebten. Und die Frage, was das Exil eigentlich für die menschlichen Existenz bedeutet.
Das Gespräch mit dem Historiker und Biograf Daniel Siemens führt Katrin Wenzel. Es ist bis zum 15. April 2027 verfügbar.
Tipp: Derzeit sind zwei Ausstellungen mit Fotos von Fred Stein in Leipzig zu sehen. "Fred Stein und der Spanische Bürgerkrieg" - bis 31. Juli 2026 im Capa-Haus sowie "Out of Exile. The Photography of Fred Stein" - bis 4. Juli 2026 in der Deutschen Nationalbibliothek.