Für die Eltern kommt es möglicherweise als Schock: die vierjährige Tochter singt nicht mehr ein Lied nach dem anderen, sondern nur noch ein einziges, das aber bei jeder Gelegenheit. "Ich lass los, lass jetzt los“ oder so ähnlich. Dann besteht sie darauf, beim nächsten Geburtstag ein eisblaues Kostüm mit Krönchen zu bekommen, das es im Internet gibt, und spätestens jetzt ist es Zeit, herauszubekommen, wem die Tochter da verfallen ist: Elsa, der Eiskönigin. Sie ist mit ihrer kleinen Schwester Anna und Olaf, dem Schneemann, der vom Sommer träumt, Heldin des Disney-Animationsfilms Frozen (deutsch: "Die Eiskönigin“) von 2013. Der Erfolg bei den ganz jungen Zuschauerinnen war und ist überwältigend, an der Kinokasse und im Kinderzimmer. David Cameron, Kevin Costner, Ben Affleck und unzählige weniger prominente Eltern erzählen, wie ihre Töchter regelrecht besessen sind von Elsas Lied "Let it go“, deutsch "Ich lass los“. In dem sie die Bedenken und Rücksichten ihrer Erziehung wegfegt und dabei mit magischen Kräften ein Eisschloss um sich herum baut. Und auch Elsas Schwester Anna ist keine Klischeeprinzessin. Handelt es sich bei Disneys erfolgreichstem Animationsfilm etwa um ein feministisches Werk, wie einige Kritikerinnen andeuten? Es ist Zeit, das herauszufinden, denn die Fortsetzung kommt diese Woche in die deutschen Kinos, und wer wissen will, wie es mit Frauen (und Männern) weitergeht, sollte genau hinschauen, mit welchen Vorbildern die Generation Elsa ins Leben startet.