Heute vor 400 Jahren, am 20. August 1619, legte die White Lion in Comfort Point, Virginia, an. An Bord ca. 30 schwarze Männer aus Afrika, die gegen Lebensmittel eingetauscht wurden. Sie waren die ersten Sklaven in den nordamerikanischen Kolonien und stammten von einem Schiff, das vor der mexikanischen Küste aufgebracht worden war. Mit diesen Männern begann ein Abschnitt der amerikanischen Geschichte, der bis in die Gegenwart hineinreicht, denn Diskriminierung und Rassenhass betrifft vor allem schwarze Mitbürger. Offiziell ist Sklaverei weltweit verboten, Ausbeutung aber ist eine wirtschaftlich kalkulierte Praxis. Bauarbeiter, die um ihren Lohn geprellt werden, Frauen, die in Textilfabriken unter menschenunwürdigen Bedingungen T-Shirts nähen, Kinder, die Rohstoffe für Smartphones abbauen und ganze Familien, die auf Müllhalden leben, um die verwertbaren Reste einzusammeln. All das sind moderne Formen der Zwangsarbeit, von Kindersoldaten ganz zu schweigen. Sklaven gab es seit der Mensch über den Menschen zu herrschen begann, und ein Ende ist nicht abzusehen.