Der ukrainische Autor Serhij Zhadan im Gespräch mit Natascha Freundel
Deutsche Fassung. Übersetzung und Overvoice: Sofija Onufriv
"Im Krieg entsteht eine neue Literatur." (Serhij Zhadan
)
„Die Dichtung ist und bleibt eine Form der Medizin. Nein, heilen kann sie nicht, aber sie kann die Hoffnung zurückgeben“, schreibt der ukrainische Schriftsteller, Musiker und Soldat Serhij Zhadan in seinem Gedichtband „Chronik des eigenen Atems“. In den zwölf Jahren des russischen Kriegs gegen die Ukraine, der in den vergangenen vier Jahren zu einem Vernichtungskrieg gegen das ganze Land geworden ist, hat Zhadan eine neue literarische Sprache gefunden. Eine Literatur, die von den Kriegsfolgen und von der Resilienz der Ukrainer erzählt.
Schreiben, Singen und Übersetzen sind Formen der Selbsterhaltung für den wohl wichtigsten ukrainischen Autor der Gegenwart. Auch der erste Armeesender der Ukraine, "Radio Chartija", spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein Gedankenaustausch über Literatur im Krieg, über Paul Celan, Bruno Schulz und Bertolt Brecht, über Kinder und unsere Zukunft.
Serhij Zhadan ist der derzeit erfolgreichste Schriftsteller, Übersetzer und Musiker der Ukraine. Im Frühjahr 2024 ist er der „Chartija“-Brigade der ukrainischen Nationalgarde beigetreten und leitet dort das von ihm aufgebaute „Radio Chartija“. Auf Deutsch erscheint sein Werk im Suhrkamp Verlag, zuletzt „Keiner wird um etwas bitten“ (2025). 2022 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2025 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur.
Kapitel:
00:00:00 Intro
00:02:08 Literatur und Hoffnung im Krieg
00:06:26 Lage in Charkiw
00:10:53 Widerstandgeist und Armee in der Ukraine
00:14:04 Entstehung einer neuen Kultur und Literatur
00:21:00 Kinder, Konzerte und Zukunft
00:24:41 Paul Celan und Bruno Schulz
00:30:15 Von Russisch zu Ukrainisch
00:31:38 Bertolt Brecht und Rilke
00:35:23 Radio an der Front
00:39:23 Europas Unterstützung der Ukraine
00:42:34 Der zweite Gedanken von Serhij Zhadan
00:43:56 Outro
Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke
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