Der Zweite Gedanke

Der Zweite Gedanke

By radio3 (Rundfunk Berlin-Brandenburg)Society & Culture
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Der Zweite Gedanke episodes

  • Fremde Heimat. Deutsch-jüdisches Exil gestern und heute
    Die Debatte mit Michael Brenner, Ursula Krechel und Sebastian Schirrmeister
    Moderation: Natascha Freundel

    Im deutsch-jüdischen Kontext haben die Begriffe „Heimat“ und „Exil“ ein besonderes Gewicht, ging es doch im Nationalsozialismus darum, der Ermordung zu entkommen. Wer nach 1945 nach Deutschland zurückkehrte – als „Minderheit einer Minderheit“ (Ursula Krechel) – erlebte oft ein zweites Exil, eine doppelte Heimatlosigkeit.
    Wie offen ist Deutschland heute für Menschen, die ihre Heimat aus verschiedensten Gründen verlassen? Über Exil-Erfahrungen gestern und heute, die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs „Remigration“, die neue europäische Abschottungspolitik und die Vielfalt migrationsgeprägter Literatur sprachen am 10. Juni 2026 in der W. M. Blumenthal Akademie des Jüdischen Museums Berlin die Schriftstellerin Ursula Krechel, der Historiker Michael Brenner und der Literaturwissenschaftler Sebastian Schirrmeister.

    Eine Kooperation mit dem Leo Baeck Institut: https://fuf-leobaeck.de/

    Michael Brenner ist Professor für Jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der American University in Washington, D.C. Seit 2013 ist er Internationaler Präsident des Leo Baeck Instituts für deutsch-jüdische Geschichte und Kultur. Sein jüngstes Buch heißt "Der lange Schatten der Revolution: Juden und Antisemiten in Hitlers München" (Suhrkamp, 2025).

    Ursula Krechel schreibt Gedichte, Romane, Essays, Theaterstücke. Ihr Roman „Landgericht“ (Jung und Jung, 2012) wurde mit dem Deutschen Buchpreis prämiert, 2025 erhielt Krechel den Georg-Büchner-Preis. Zuletzt erschienen der Roman „Sehr geehrte Frau Ministerin“ und der Essay „Vom Herzasthma des Exils“ (beide Klett-Cotta, 2025).

    Sebastian Schirrmeister ist Literaturwissenschaftler und forscht an der Universität Hamburg, Er ist Autor zweier Monografien zum deutsch-jüdischen ‚Exil‘ in Palästina/Israel („Das Gastspiel“, 2012 und „Begegnungen auf fremder Erde“ 2019) sowie vieler Aufsätze über deutsch-hebräische Literaturbeziehungen. Er ist auch aktiv im Jüdischen Salon in Hamburg.

    Kapitel:

    00:00:00 Intro
    00:02:09 Der erste Gedanke: Heute über Exil sprechen
    00:05:07 Deutsch-jüdisches Exil nach 1945
    00:13:14 Begriff Remigration
    00:15:49 Zweite Heimatlosigkeit?
    00:23:33 Neues jüdisches Leben in Deutschland?
    00:29:43 Jüdisches Leben nach dem 7. Oktober
    00:34:33 EU-Asylpolitik heute (GEAS)
    00:40:59 Migrationserfahrungen in der Literatur
    00:43:51 Weltbürgerrecht?
    00:50:26 Deutschland heute verlassen?
    00:53:13 Publikumsgespräch (u.a. mit Raphael Gross, Bodo Ramelow)
    01:14:40 Humanismus - Wie schaffen wir das?

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    1 hr 21 min
  • NSDAP-Akten online: Wandel der Erinnerungskultur?

    Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Andrea Genest und Maite Billerbeck

    "Die Jugendlichen einbeziehen mit Emotionen." (Maite Billerbeck)

    Das US-Nationalarchiv hat Millionen von Mitgliederkarteien der NSDAP ins Internet gestellt, für alle frei zugänglich. Mehrere deutsche Wochen- und Online-Magazine haben aus diesem Datenwust ein digitales Tool gebaut. Seitdem recherchieren Millionen Deutsche, ob die eigenen Familienangehören in Hitlers Partei waren. Verändert das Recherchetool unsere Erinnerungskultur?

    "Immer mehr Menschen fragen, wie konnte es dazu kommen, wie konnten Menschen im Nationalsozialismus mitmachen, Das lernen wir über die Biografien und die Sozialgeschichte der Täterschaft, so Gedenkstättenleiterin Andrea Genest.

    "Wenn wir Erinnerungskultur lebendig machen wollen, müssen wir die Jugendlichen einbeziehen mit Emotionen, mit ihrem Gefühl", betont Maite Billerbeck, Psychologin und Gründerin des Vereins zur Förderung der Erinnerungskultur.

    Dr. Andrea Genst ist Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.Zuvor hat sie u.a. in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin gearbeitet.

    Maite Billerbeckist Psychologin und Gründerin des Vereins zur Förderung der Erinnerungskultur e.V., nach Recherchen in der eigenen Familiengeschichte. Der Dokumentarfilm "Das vergessene Massaker - Tikun Olam 2025: ein deutsch-italienischer Schüleraustausch“ (Regie: Richard Moritz Schmidt) wurde im April 2026 uraufgeführt.

    Kapitel:

    00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke
    00:02:26 Die persönlichen Familiengeschichten
    00:07:48 Die Morde am Lago Maggiore
    00:09:41 Die neuen Recherchetools
    00:14:28 Tikkun Olam
    00:17:23 Mauer des Schweigens und transgenerationelles Trauma
    00:22:50 Wandel der Erinnerungskultur?
    00:24:40 Jugendprojekt zwischen Berlin und Mailand
    00:30:56 Herausforderungen der Gedenkstätten
    00:35:52 Begegnung der Nachkommen von Opfern und Tätern
    00:39:15 Baseballschlägerjahre haben Kinder bekommen
    00:45:27 Der Zweite Gedanke

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    Hörtipp: Wie wir ticken – Euer Psychologie Podcast

    https://www.ardsounds.de/sendung/wie-wir-ticken-euer-psychologie-podcast/urn:ard:show:be34348e7e107ac6/

    Darin besonders: Traumata der NS Zeit - Wie sie Kinder und Enkel belasten

    https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:bd2bb39edaa22434/

    48 min
  • Müssen wir wieder lernen, die Bombe zu lieben?

    Die Debatte mit Natascha Freundel, Marko Martin und Kateryna Mishchenko

    "Die Dystopie klarer denken, um sie nicht Gestalt werden zu lassen." (Marko Martin)

    "Atomkraft? Nein danke" war schon zum Motto der gesamtdeutschen Energiepolitik geworden, da zeigte Russlands umfassender Überfall auf die Ukraine, wie abhängig Deutschland von russischen Energielieferungen war. Mehr noch: Russland droht Europa mit Atomwaffen und hält damit die europäische Verteidigung in Schach. Plötzlich taucht in der deutschen Energie- und Verteidigungspolitik eine neue Atom-Debatte auf.

    Der Schriftsteller Marko Martin und die ukrainische Essayistin und Verlegerin Kateryna Mishchenko über den Supergau in Tschernobyl vor 40 Jahren, über den deutschen Atomausstieg und die russische Besetzung der AKW Tschernobyl und Saporischschja in der Ukraine. Aufgezeichnet im Deutschen Theater Berlin am 18. Mai 2025 – in Kooperation mit DT Kontext zu "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt.

    Marko Martin ist Schriftsteller und Sachbuchautor. Zuletzt erschien von ihm "Freiheitsaufgaben" (Klett-Cotta/Tropen 2025), worin er beschreibt, wie er zur vieldiskutierten Rede beim Bundespräsidenten im Schloss Bellevue im Februar 2024 kam.

    Kateryna Mishchenko ist eine ukrainische Essayistin, Übersetzerin und Verlegerin. 2023 erschien ihr zusammen mit Katharina Raabe herausgegebenes Buch „Aus dem Nebel des Krieges. Die Gegenwart der Ukraine“. 2025 folgte darauf "Geteilter Horizont, Die Zukunft der Ukraine".

    Kapitel:

    00:00:00 Into/ Der erste Gedanke
    00:01:50 Müssen wir die Atombombe wieder fürchten?
    00:13:35 Supergau Tschernobyl 1986 – Erfahrungen DDR und Ukraine
    00:27:03 Besetzung AKW Saporischschja und Tschernobyl (2022)
    00:33:29 Atomausstieg Deutschland und neue Atomkraft-Debatte (SMR)
    00:42:29 Russlands Atombomben-Drohung
    00:48:39 Neue europäische Abschreckung mit Frankreich und Großbritannien?
    00:54:06 Zuschauerfrage: Von Kubrick zum MAD-Magazin
    00:56:50 Alltagsheldinnen, Verantwortung, Widerstand, Würde
    01:00:20 Outro/ Der zweite Gedanke

    Podcast-Tipp: NEIN DANKE? - Warum Atomkraft uns spaltet (6 Folgen) https://www.ardsounds.de/sendung/nein-danke-warum-atomkraft-uns-spaltet/urn:ard:show:455af99291b87cc8/

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    1 hr 4 min
  • Ungarn und Polen: Ist der Rechtspopulismus besiegt?

    Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Martin Adam und Terézia Mora

    „Wir müssen bei Null anfangen.“ (Terézia Mora)

    Ungarn hat einen neuen Ministerpräsidenten: Péter Magyar hat den Rechtspopulisten Viktor Orbán besiegt und verspricht, das korrupte System seines Vorgängers zu beseitigen und Ungarn zu liberalisieren. Ähnlich wie schon drei Jahre zuvor Donald Tusk in Polen. Dessen Bürgerkoalition gewann 2023 gegen die PiS-Partei. Ist der Rechtspopulismus in Polen und Ungarn damit besiegt? Oder sind die Schäden am Rechtsstaat irreparabel? Weder Magyar noch Tusk sind links, doch bei allen Ähnlichkeiten gibt es deutliche Unterschiede zwischen Ungarn und Polen auf dem Weg zurück zu liberalen demokratischen Strukturen.

    Die deutsch-ungarische Schriftstellerin Terézia Mora nennt Magyar einen Populisten, der aber sehr inklusive Inhalte vertrete. Der ehemalige Warschau-Korrespondent Martin Adam beobachtet eine Schädigung des politischen Systems durch Illiberale, die nur mit eigenen, liberalen Ideen zu besiegen seien. Der ungarische Historiker Krisztián Ungváry zieht Parallelen zum Mauerfall 1989.

    Martin Adam ist freier Journalist und war bis September 2025 ARD-Korrespondent in Warschau und Host des Podcasts „In Polen“. Im Quadriga-Verlag ist sein Buch erschienen: „Experyment - Was wir aus Polens Kampf gegen den Rechtspopulismus lernen können“.

    Terézia Mora ist Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Übersetzerin. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis, dem Deutschen Buchpreis sowie dem Georg-Büchner-Preis für ihr Gesamtwerk.

    Kapitel:

    00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke
    00:02:31 Aktuelle Aufbruchstimmung in Ungarn
    00:06:49 Die Wende in Polen 2023
    00:10:37 Lebensrealität unter FIDESZ und PiS
    00:15:55 It´s the economy stupid- Es geht um Geld
    00:22:38 Schreckgespenst EU-Austritt
    00:29:40 Unterschiede Ungarn und Polen
    00:31:16 Kann der Wandel schnell kommen?
    00:36:40 Stolpersteine Gerichte und Präsident
    00:40:23 Herausforderer sind keine Linken
    00:48:45 Was kann Deutschland lernen?
    00:54:57 Der Zweite Gedanke

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    56 min
  • Wie frei ist unsere Kunstfreiheit?

    Die Debatte mit Natascha Freundel, Christoph Möllers und Thea Dorn

    "Dass der Verfassungsschutz Buchhandlungen beurteilt, ist wahrscheinlich rechtswidrig." (Christoph Möllers)

    Vom Antisemitismus-Skandal bei der documenta fifteen über Förderklauseln und die Fördergeldaffäre in Berlin zu „verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen“ beim Buchhandlungspreis – im deutschen Kulturbetrieb wachsen Misstrauen, Verunsicherung, Vorwürfe. Kunst und Kultur sind aktivistisch-politischer geworden, die Kulturpolitik in Bund und Ländern restriktiver, wem sie Kulturförderung zukommen lässt. Der Verfassungsschutz kontrolliert, der Kulturstaatsminister kolportiert Extremismusverdacht, ohne dass Details an die Öffentlichkeit gelangen. Wir frei ist unsere grundgesetzlich garantierte Kunstfreiheit?

    Thea Dorn und Christoph Möllers debattieren an vielen konkreten Beispielen über Kunst, die polarisiert und Kulturpolitik, die offenbar die Kunst- und Meinungsfreiheit scheut.

    Christoph Möllers ist Verfassungsrechtler an der HU Berlin und ab Herbst 2026 Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Seine jüngsten Bücher zum Thema sind „Unverbindlicher Eigensinn“ und mit Nils Weinberg: „Öffentliche Kunstfreiheit“ (Suhrkamp, 2026) – hervorgegangen aus zwei Rechtsgutachten für das BKM nach der documenta 15.

    Thea Dorn ist Schriftstellerin, Sachbuchautorin und Sprecherin des PEN Berlin (mit Deniz Yücel). Von 2017 bis 2019 war sie festes Mitglied beim »Literarischen Quartett« im ZDF, seit 2020 ist sie die Gastgeberin der Sendung.

    Kapitel:

    00:00:00 Intro
    00:05:20 Kunstfreiheit im Grundgesetz und wehrhafte Demokratie
    00:13:16 Kulturförderung in Deutschland
    00:23:42 documenta fifteen 2022 und Fassbinder "Der Müll, die Stadt und der Tod" 1985
    00:29:24 Überforderung und Angst in Kulturinstitutionen?
    00:34:10 Förderrichtlinien in Bund und Ländern und Fördergeldaffäre Berlin
    00:41:33 Haber-Verfahren: Verfassungsschutz-Kontrolle der Kulturförderung?
    00:48:22 Kunstfreiheit wie Wissenschaftsfreiheit verteidigen
    00:52:35 Resilienz und freiwillige Selbstbeschränkung?
    00:57:29 Outro / Der zweite Gedanke

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    59 min
  • Wie frei ist unsere Meinungsfreiheit?

    Die Debatte mit Natascha Freundel, Ingrid Brodnig und Ronen Steinke

    "Es ist wertvoll, wenn die Menschen schimpfen." (Ronen Steinke)

    "Die Meinungsfreiheit hat eindeutig ihre Grenzen", betont die Digitalisierungs-Expertin Ingrid Brodnig in ihrem neuen Buch "Feindbild Frau": Es gäbe keinen "Freibrief, andere abzuwerten; zu bedrohen; zu hetzen; Menschen mittels falscher Vorwürfe verächtlich zu machen". Eindeutig? Der Jurist und SZ-Journalist Ronen Steinke warnt vor juristischen Einschränkungen der Meinungsfreiheit: "Noch nie hat es hierzulande so viele Ermittlungen wegen bloßer Worte gegeben." Wie unterscheiden wir "bloße Worte" von "digitaler Gewalt"? Müssen besonders Frauen vor Hassrede geschützt werden? Wie sorgen wir alle für die Meinungsfreiheit und für Schutz vor digitaler Gewalt? Eine Kontroverse mit vielen, auch unschönen Beispielen aus den nicht immer "Sozialen Medien".

    Ingrid Brodnig ist Digital-Expertin, Autorin und Journalistin. Ihr aktuelles Buch: "Feindbild Frau. Wie Politikerinnen im Netz bedroht, beleidigt und verdrängt werden - und was wir alle dagegen tun können" ist im Brandstätter Verlag erschienen.

    Ronen Steinke ist Jurist, Leitender Redakteur im Politikressort der Süddeutschen Zeitung und Lehrbeauftragter an der Goethe-Uni Frankfurt/M.. Sein neues Buch: "Meinungsfreiheit. Wie Polizei und Justiz unser Grundrecht einschränken – und wie wir es verteidigen" (Berlin Verlag) ist für den Deutschen Sachbuchpreis 2026 nominiert.

    Kapitel:

    00:00:00 Intro
    00:02:18 Werden Frauen stärker bedroht, seit es Social Media gibt, Ingrid Brodnig?
    00:03:43 Wird die Meinungsfreiheit mit den Mitteln des Rechts verändert, Ronen Steinke?
    00:04:37 Wie unterscheiden wir "bloße Worte" von "digitaler Gewalt"?
    00:18:35 Hass ist keine Meinung?
    00:27:06 Beschimpfungen gegen Renate Künast vor Gericht
    00:36:10 Grenzen der Meinungsfreiheit und Chilling-Effekt
    00:42:25 Mehr Schutz für Frauen gegen digitale Gewalt?
    00:53:40 Wie verteidigen wir unsere Meinungsfreiheit, Ronen Steinke?
    00:55:40 Was können wir alle gegen digitale Gewalt tun, Ingrid Brodnig?
    00:58:17 Outro/ Der zweite Gedanke

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    1 hr
  • Israel, Iran und die Golfstaaten. Vom Schwert leben?

    Die Debatte mit Natascha Freundel, Steffi Hentschke und Rainer Hermann

    "Es gibt keinen Frieden zwischen religiös aufgeladenen Staaten." (Rainer Hermann)

    Ist der Nahe Osten zu einem ewigen Kreislauf der Gewalt verdammt? Spätestens seit dem 7. Oktober 2023 scheinen alle Hoffnungen auf Frieden in der Region zerstört worden zu sein. Durch den Terror der Hamas gegen Israelis, durch die Gewalt jüdischer Siedler gegen Palästinenser im besetzten Westjordanland, durch die Kriege zwischen Iran, Hisbollah, Hamas und Huthi auf der einen Seite und Israel mit den USA auf der anderen Seite. „Manchmal würde ich gern schreien“, bekennt die in Tel Aviv lebende Nahostkorrespondentin Steffi Hentschke in ihrem neuen Buch. Der Islamwissenschaftler Rainer Hermann betrachtet die aktuellen Entwicklungen im Kontext konkurrierender Mächte: „Die Machtbalance im Nahen Osten verschiebt sich. Dabei nimmt die geopolitische Bedeutung Israels ab und die der Golfmonarchien zu.“ Hat ein friedliches Miteinander, hat eine neue Vernetzung der so verschiedenen Staaten irgendeine Chance?

    Steffi Hentschke berichtet als Nahostkorrespondentin aus Tel Aviv. Ihr Buch „Manchmal würde ich gern schreien. Mein Ringen um eine Haltung im Nahostkonflikt“ ist 2026 im Aufbau-Verlag erschienen.

    Rainer Hermann ist Sachbuchautor, Islamwissenschaftler und war Korrespondent und Redakteur der FAZ im Nahen Osten und der Türkei. Sein jüngstes Buch „Die Zerstörung des Nahen Ostens - Trump, Netanjahu, die Hamas und die neue Ordnung des Schreckens“ ist 2026 bei Klett-Cotta erschienen.

    Kapitel:

    00:00:00 Intro
    00:05:20 Erster Gedanke: Haben USA und Israel die Verteidigungskraft Irans unterschätzt?
    00:08:55 Israel nach dem 7. Oktober 2023: Hegemon der Region?
    00:26:03 Islamische Republik Iran: Generationswechsel, Achse des Widerstands, Opposition
    00:35:52 Golfstaaten: Saudi-Arabiens Vision 2030
    00:43:41 Ist der Nahe Osten zu einem ewigen Krieg verdammt?
    00:46:15 Leidenschaft für den Nahen Osten
    00:49:31 Outro/ Zweiter Gedanke
    00:50:38 Podcast-Tipp: "7 Tage wach" https://1.ard.de/7TageWach?cp=dzg

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    52 min
  • Was ist wahr und wann ist das gefährlich?

    Boualem Sansal im Gespräch mit Katajun Amirpur, Thea Dorn und Irina Scherbakowa.

    Moderation: Natascha Freundel

    Mitschnitt vom 19.03.2026 aus dem Paulinum Leipzig

    Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Inhaftierung erklärte der Friedenspreisträger Boualem Sansal, wie er die Haft in Algerien erlebte und warum er nach seiner Begnadigung einen gerechten Prozess fordert. Im anschließenden Gespräch mit Sansal, Katajun Amirpur, Thea Dorn und Irina Scherbakowa ging es um die Bedeutung und den Missbrauch des Wahrheitsbegriffs heute und vor allem um die Frage: Was können Intellektuelle im Ausland für die Meinungsfreiheit in Diktaturen tun?

    Eine Veranstaltung im Rahmen des Friedenspreises in Kooperation mit der Stiftung Freedom of Expression, radio3 vom rbb, PEN Berlin e.V., Merlin Verlag und der Leipziger Initiative des Literaturhauses, die sich 2025 gemeinsam für die Freilassung von Boualem Sansal eingesetzt haben. Simultan-Dolmetscher waren Daniel Bintener und Elisabeth Körner-Székelyhidi. Sprecher der Übersetzung von Boualem Sansal für radio3: Matthias Scherwenikas.

    Boualem Sansal ist algerisch-französischer Schriftsteller, promovierter Ökonom und Ingenieur. Als Kritiker der algerischen Politik und des Islam wurde er im November 2024 in Algerien verhaftet und ein Jahr später nach europaweiten Protesten und diplomatischen Interventionen Deutschlands begnadigt. 2011 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seine Werke erscheinen auf Deutsch im Merlin Verlag.

    Katajun Amirpur ist Professorin für Islamwissenschaft und Iranexpertin an der Universität zu Köln. Zuletzt erschien von ihr mit Dina El Omari und Ingrid Overbeck (Hrsg.): "Frau, Leben, Freiheit. Emanzipatorische Potenziale" (2025).

    Thea Dorn ist Schriftstellerin, Sprecherin des PEN Berlin und Moderatorin des Literarischen Quartetts im ZDF. Zuletzt erschienen von ihr u.a. "Deutsch, nicht dumpf" (2018) und "Trost. Briefe an Max" (2021)

    Irina Scherbakowa ist Historikerin, Germanistin und Mitbegründerin der russischen Menschenrechtsorganisation "Memorial", die 2022 in Russland verboten wurde. In Berlin ist sie Vorständin von "Zukunft Memorial". Sie ist Mitherausgeberin des Bandes "Memorial. Erinnern ist Widerstand" (C.H. Beck 2025). 2022 erhielt "Memorial" den Friedensnobelpreis.

    Kapitel:

    00:00:00 Intro
    00:03:37 Sansal über Deutschland und den Friedenspreis
    00:06:22 Sansal: Ich war eine Geisel Algeriens
    00:11:00 Sansal über Exil und Begnadigung: "inakzeptabel"
    00:15:33 Sansal über Haftsituation
    00:23:13 Sansal über Verlagswechsel
    00:32:05 Scherbakowa über Memorial und Wahrheit
    00:34:40 Dorn über Instrumentalisierung von Wahrheit heute
    00:38:40 Amirpur über Informationsgewalt des iranischen Regimes
    00:42:41 Sansal über Isolation von Diktaturen und Schwächung der Demokratie
    00:50:08 Dorn über den "zwanglosen Zwang des besseren Arguments" (Habermas)
    00:55:07 Amirpur und Scherbakowa über Rolle Intellektueller im Ausland
    01:06:25 Amirpur über gespaltene Exiliraner
    01:10:33 Was gibt Ihnen Hoffnung?
    01:17:55 Sansal über Demokratie und islamische Länder
    01:22:55 Kooperationspartner

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    1 hr 25 min
  • Was ist wahr und wann ist das gefährlich? (Deutsch-französische Version)

    Boualem Sansal im Gespräch mit Katajun Amirpur, Thea Dorn und Irina Scherbakowa.

    Moderation: Natascha Freundel

    Mitschnitt vom 19.03.2026 aus dem Paulinum Leipzig

    Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Inhaftierung erklärte der Friedenspreisträger Boualem Sansal, wie er die Haft in Algerien erlebte und warum er nach seiner Begnadigung einen gerechten Prozess fordert. Im anschließenden Gespräch mit Sansal, Katajun Amirpur, Thea Dorn und Irina Scherbakowa ging es um die Bedeutung und den Missbrauch des Wahrheitsbegriffs heute und vor allem um die Frage: Was können Intellektuelle im Ausland für die Meinungsfreiheit in Diktaturen tun?

    Eine Veranstaltung im Rahmen des Friedenspreises in Kooperation mit der Stiftung Freedom of Expression, radio3 vom rbb, PEN Berlin e.V., Merlin Verlag und der Leipziger Initiative des Literaturhauses, die sich 2025 gemeinsam für die Freilassung von Boualem Sansal eingesetzt haben. Simultan-Dolmetscher waren Daniel Bintener und Elisabeth Körner-Székelyhidi.

    Im Podcast finden Sie auch die deutsche Version, mit Matthias Scherwenikas als Sprecher der Übersetzung von Boualem Sansal für radio3.

    Boualem Sansal ist algerisch-französischer Schriftsteller, promovierter Ökonom und Ingenieur. Als Kritiker der algerischen Politik und des Islam wurde er im November 2024 in Algerien verhaftet und ein Jahr später nach europaweiten Protesten und diplomatischen Interventionen Deutschlands begnadigt. 2011 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seine Werke erscheinen auf Deutsch im Merlin Verlag.

    Katajun Amirpur ist Professorin für Islamwissenschaft und Iranexpertin an der Universität zu Köln. Zuletzt erschien von ihr mit Dina El Omari und Ingrid Overbeck (Hrsg.): "Frau, Leben, Freiheit. Emanzipatorische Potenziale" (2025).

    Thea Dorn ist Schriftstellerin, Sprecherin des PEN Berlin und Moderatorin des Literarischen Quartetts im ZDF. Zuletzt erschienen von ihr u.a. "Deutsch, nicht dumpf" (2018) und "Trost. Briefe an Max" (2021)

    Irina Scherbakowa ist Historikerin, Germanistin und Mitbegründerin der russischen Menschenrechtsorganisation "Memorial", die 2022 in Russland verboten wurde. In Berlin ist sie Vorständin von "Zukunft Memorial". Sie ist Mitherausgeberin des Bandes "Memorial. Erinnern ist Widerstand" (C.H. Beck 2025). 2022 erhielt "Memorial" den Friedensnobelpreis.

    Kapitel:

    00:00:00 Intro
    00:03:37 Sansal über Deutschland und den Friedenspreis
    00:06:22 Sansal: Ich war eine Geisel Algeriens
    00:11:00 Sansal über Exil und Begnadigung: "inakzeptabel"
    00:15:33 Sansal über Haftsituation
    00:23:13 Sansal über Verlagswechsel
    00:32:05 Scherbakowa über Memorial und Wahrheit
    00:34:40 Dorn über Instrumentalisierung von Wahrheit heute
    00:38:40 Amirpur über Informationsgewalt des iranischen Regimes
    00:42:41 Sansal über Isolation von Diktaturen und Schwächung der Demokratie
    00:50:08 Dorn über den "zwanglosen Zwang des besseren Arguments" (Habermas)
    00:55:07 Amirpur und Scherbakowa über Rolle Intellektueller im Ausland
    01:06:25 Amirpur über gespaltene Exiliraner
    01:10:33 Was gibt Ihnen Hoffnung?
    01:17:55 Sansal über Demokratie und islamische Länder
    01:22:55 Kooperationspartner

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    1 hr 25 min
  • Kunstfreiheit schützen und fördern

    Der zweite Gedanke mit Lukasz Tomaszewski, Monika Grütters und Katarzyna Wielga-Skolimowska

    "Mutige Künstler sind der Stachel im Fleisch einer Gesellschaft." (Monika Grütters)

    Angesichts der Kontroversen rund um die Berlinale oder den Buchhandlungspreis ist der deutsche Kulturbetrieb verunsichert. Fragen zur Kunstfreiheit, zu politischer Einflussnahme, zu Kriterien für finanzielle Förderung stehen im Raum. Zwei der renommiertesten Expertinnen der Kulturpolitik sprechen über die Bedeutung der Kunstfreiheit und Kulturförderung in Deutschland. Monika Grütters, Beauftragte für Kultur und Medien a.D., sagt: "Wenn man das avantgardistische Schaffen fördern und stimulieren will, bedeutet das, man muss Künstler ermutigen zum Experiment. Und jedes Experiment schließt das Risiko des Scheiterns ein".

    Katarzyna Wielga-Skolimowska, Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, meint: "Ich würde mir ein bisschen weniger Empörung wünschen. Das betrifft auch die Medien. Unsere Erfahrung mit der Welt generell ist gerade von Empörung getrieben."

    Monika Grütters war von 2013 bis 2021 Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Kulturpolitikerin der CDU saß von 2005 bis 2025 als Abgeordnete für die CDU im Deutschen Bundestag.

    Katarzyna Wielga-Skolimowska stammt aus Warschau und ist seit 2023 Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes. Sie arbeitete am Adam-Mickiewicz-Institut, war Direktorin des Polnischen Instituts Berlin und am Goethe-Institut in München und Riad, Saudi-Arabien, tätig.

    Kapitel:

    00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke
    00:02:37 Für welche Kunst und Kultur ist Bund zuständig?
    00:06:03 Möglichkeiten der staatlichen Förderung
    00:09:30 Kunst und Wissenschaft sind frei
    00:14:32 Förderstrukturen
    00:20:42 Rolle und Auswahl der Fachjurys
    00:26:02 Beispiel Polen: Einfluss der Rechtspopulisten
    00:32:35 Horizontaler und vertikaler Druck
    00:38:01 Einschränkung der Kunstfreiheit in den USA
    00:45:51 Gibt es eine institutionelle Immunisierung?
    00:51:40 Der zweite Gedanke

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    53 min

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Hier wird nicht nur debattiert, hier wird auch zusammen nachgedacht. Über alles, was unser Miteinander betrifft. Bildung, Digitalisierung, Demokratie, Einsamkeit, Freiheit, Klima, Kultur, Städtebau,…

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