Der Zweite Gedanke

Der Zweite Gedanke

By radio3 (Rundfunk Berlin-Brandenburg)Society & Culture
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Der Zweite Gedanke episodes

  • To be or not to be free - Fremde Freunde in Deutschland
    Der zweite Gedanke mit Natascha Freundel, Dany Cohn-Bendit und Hasnain Kazim

    Aufgezeichnet am 20.03.2026 beim Forum Offene Gesellschaft auf der Leipziger Buchmesse

    Treffen sich ein Jude und ein Muslim in Leipzig. So könnte ein Witz beginnen, aber der Humor von Dany Cohn-Bendit und Hasnain Kazim kommt gerade bei religiösen Fanatikern gar nicht gut an. Der eine ist vaterlandslos geboren, hat in Paris 1986 für die Studenten, in Deutschland für Multikulti und Die Grünen, im EU-Parlament für Europa gestritten und sagt: "Libertär bedeutet eine andere Gesellschaft, aber frei, nicht totalitär."
    Der andere stammt aus dem Alten Land bei Hamburg, aber auch aus Indien und Pakistan. Von dort kamen seine Eltern nach Deutschland, konvertierten vom Islam zum Christentum und ahnten nicht, dass ihr Sohn mal als Islamist, mal als Verräter beschimpft werden würde.
    Was bedeutet "Judentum" für Cohn-Bendit, was bedeutet "Islam" für Kazim? In jedem Fall: gegen religiöse Fanatiker und blinde Toleranz für die Freiheit zu streiten.

    Dany Cohn-Bendit, geb. 1945, ist heute als Dokumentarfilmer, Redner und Kommentator des Zeitgeschehens in französischen und deutschen Medien aktiv. Sein aktuelles Buch mit Marion van Renterghem heißt "Erinnerungen eines Vaterlandslosen" (Jacoby & Stuart).

    Hasnain Kazim, geb. 1974, war Auslandskorrespondent des Spiegel in Pakistan und der Türkei. Er ist Autor mehrerer Bücher über arabische und islamische Länder, aktuell: "Der Islam und ich" (Penguin).

    Kapitel:
    00:00:00 Intro
    00:03:20 Judentum für Dany Cohn-Bendit
    00:06:42 Libertär-liberal
    00:08:00 Vaterlandslosigkeit und Europa
    00:13:36 Celan und Paris 1968
    00:19:36 EU-Parlament
    00:22:05 7. Oktober
    00:24:43 Hasnain Kazim über seinen Islam
    00:27:38 Religionsfreiheit
    00:28:41 Islam aufklären
    00:35:15 Bunter Vogel mit gebrochenem Flügel
    00:40:38 Freiheit erstreiten
    00:44:49 Der zweite Gedanke

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    46 min
  • Der Krieg ist wieder da. Sind wir überfordert?

    Die Debatte mit Natascha Freundel, Alexander Kluge und Bettina Stagneth

    Wiederholung vom 20. April 2023

    "Der Krieg ist wieder da." In Alexander Kluges "Kriegsfibel 2023" ist weniges so sicher, wie dieser Satz. "Ich hätte nie angenommen", schrieb der Filmemacher, Jurist und Autor in diesem Buch, "dass es nach den Erfahrungen in Mitteleuropa von 1945 und 1918 noch einmal nötig sein würde, mit dem Denken neu anzufangen." Kluge denkt über den "Nebel des Kriegs" nach, über seine Unbeherrschbarkeit und über Auswege: "Anti-Krieg" und "Generosität". Zentral bleibt für ihn, wie er das Kriegsende 1945 als Dreizehnjähriger erlebte.

    Auch die Philosophin Bettina Stangneth fordert angesichts des neuen Kriegs ein neues Denken – gerade in Deutschland, aber ganz anders als Kluge. Ihr Buch "Überforderung. Putin und die Deutschen" (2023) wirft uns ein "ängstliches Denken" vor: "Überforderung ist die Angst, einer Situation nicht gewachsen zu sein, weil man den Gedanken an die eigenen Fehler nicht erträgt." Die "Weltmeister der 'Vergangenheitsbewältigung'" wollen Putins Verbrechen nicht sehen, um nicht an die eigenen Verbrechen erinnert zu werden, so ihre These.

    Alexander Kluge,
    geboren 1932 in Halberstadt, gestorben am 25.03.2026 in München, war Jurist, Autor, Filme- und Ausstellungsmacher; aber: "Mein Hauptwerk sind meine Bücher." Zu seinen Veröffentlichungen gehören "Das Buch der Kommentare" (2022) und "Zirkus/Kommentar" (2022), "Russland-Kontainer" (2020), "30. April 1945: Der Tag, an dem Hitler sich erschoß und die Westbindung der Deutschen begann" (2014), "Wer ein Wort des Trostes spricht, ist ein Verräter" (2013). Die Neuauflage seiner zweibändigen "Chronik der Gefühle" (2004) wie auch sein Buch "Kriegsfibel 2023" sind 2023 erschienen. Zuletzt erschien: "Sand und Zeit. Bilderatlas" (2025, alle Suhrkamp). Für sein Werk erhielt er viele Preise, darunter den Georg-Büchner-Preis und den Theodor-W.-Adorno-Preis, Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf und 2019 den Klopstock-Preis der Stadt Halberstadt.

    Bettina Stangneth,
    geboren 1966, ist unabhängige Philosophin. Sie studierte in Hamburg Philosophie und promovierte über Immanuel Kant und das Radikal Böse. Für ihr Buch "Eichmann vor Jerusalem" erhielt sie 2011 den NDRKultur-Sachbuch-Preis; die New York Times zählte es zu den besten Büchern des Jahres. Bei Rowohlt erschienen ihre hochgelobten Essays "Böses Denken" (2015), "Lügen lesen" (2017) und "Hässliches Sehen" (2019) sowie der Band "Sexkultur" (2021). 2022 erhielt sie den Internationalen Friedrich-Nietzsche-Preis. "Überforderung. Putin und die Deutschen" (2023) und "Club der Dilettanten" (2025) sind ebenfalls bei Rowohlt erschienen.

    54 min
  • Buchenwald neu denken?

    Die Debatte mit Natascha Freundel, Ines Geipel und Rikola-Gunnar Lüttgenau

    "Wir leisten uns ein DDR-Märchen." (Ines Geipel)

    In der DDR war Buchenwald die zentrale Mahn- und Gedenkstätte, die nicht dazu diente, die Verbrechen des Nationalsozialismus aufzuklären, sondern einen Mythos zu propagieren. Den Mythos des heroischen kommunistischen Widerstands, der solidarischen Antifaschisten, deren Traum von einem neuen, besseren Deutschland in der DDR realisiert wurde. Gerade heute, da Erinnerungspolitik von Rechts wie Links massiv unter Druck steht, sollten wir diesen Mythos, seine Entstehung und Wirksamkeit bis heute, genau betrachten. Dafür plädiert die Schriftstellerin und Sachbuchautorin Ines Geipel mit ihrem Buch „Landschaft ohne Zeugen. Buchenwald und der Riss der Erinnerung“. Der Historiker Rikola-Gunnar Lüttgenau arbeitet seit über 30 Jahren in der Gedenkstätte und sagt heute: "Ich begreife einen Ort wie Buchenwald nicht, wenn ich nur in Buchenwald nachschaue."

    Ines Geipel ist Autorin und Germanistin und war Spitzensportlerin in der DDR. Ihr Buch "Landschaft ohne Zeugen. Buchenwald und der Riss der Erinnerung" S. Fischer) ist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 in der Kategorie Sachbuch/Essayistik nominiert.

    Rikola-Gunnar Lüttgenau ist Historiker und leitet die Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Er arbeitet seit 1992 in der Gedenkstätte.

    Kapitel:

    00:00:13 Intro
    00:02:30 Staatsweihe und Trichterdidaktik
    00:09:00 Blinde Flecken
    00:15:24 Nackt unter Wölfen
    00:16:13 Täuschung im Symbolsystem der DDR
    00:19:33 Quellen und Zeugen
    00:27:22 Zahngold für die Stasi
    00:32:05 Sowjetisches Speziallager 2
    00:37:59 Streit um Universalismus und Omri Boehm
    00:40:35 Streit um Kufiya in Buchenwald
    00:48:18 Neue Methoden der Aufarbeitung
    00:50:52 Grabe, wo du stehst
    00:56:27 Der zweite Gedanke

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    59 min
  • Social Media für Kinder: verbieten oder regulieren?

    Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Nina Kolleck und Mario Voigt

    "Die Plattformen müssen sich an Regeln halten." (Nina Kolleck)

    Deutschland diskutiert über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche. Im Verbotslager deutet sich ein parteiübergreifender Konsens an: Die Regierungskoalition aus CDU, SPD und auch die Grünen sind dafür. Wissenschaftler warnen seit Längerem vor den Gefahren der Sucht und Manipulation durch Soziale Medien. So hat etwa die Nationalakademie Leopoldina bereits im vergangenen Jahr Maßnahmen vorgelegt, um Kinder und Jugendliche besser zu schützen. Der Ministerpräsident Thüringens, Mario Voigt (CDU) setzt sich für Verbotsmaßnahmen ein, die Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie Nina Kolleck spricht sich dagegen aus. Sie plädiert für eine stärkere Regulierung der Plattformen.

    Nina Kolleck ist Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie an der Universität Potsdam. Ihr Buch „Der Kampf in den Köpfen: Wie TikTok, Instagram und Co unsere Kinder manipulieren“ erscheint 2026 bei Rowohlt.

    Mario Voigt, geboren 1977 in Jena, ist seit Ende 2024 Ministerpräsident von Thüringen und seit 2022 Landesvorsitzender der CDU in Thüringen.

    Kapitel:

    00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke
    00:02:35 Pro Verbot Mario Voigt
    00:04:13 Contra Verbot Nina Kolleck
    00:9:27 Kinder digital nicht alleine lassen
    00:14:31 Social Media und Rollenbilder
    00:23:57 Psychische Gesundheit als Netzphänomen
    00:28:04 im Netz der Populisten
    00:41:00 Es gibt auch gutes Seiten
    00:47:38 Umsetzbarkeit eines Verbots
    00:51:06 Tipps für Eltern
    00:55:00 Der zweite Gedanke

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    56 min
  • Deutschlands Versagen, Europas Verteidigung

    Die Debatte mit Natascha Freundel, Katja Gloger und Jana Puglierin

    "Wir müssen uns vorbereiten." (Jana Puglierin)

    "Strategisches Versagen", so nennt die langjährige Russland-Journalistin Katja Gloger die deutsche Russlandpolitik spätestens ab dem Krim-Jahr 2014. Mit Georg Mascolo schreibt sie in ihrem jüngsten Buch: "Vieles wurde gesehen – und doch nicht ausreichend verstanden", etwa die frühen deutschen Geheimdienstinformationen über den russischen Präsidenten Putin. Als dieser vor 25 Jahren im Deutschen Bundestag sprach, hätten die Abgeordneten ihren Hoffnungen applaudiert: "Hoffnungen, die sich als Illusionen erwiesen."

    Und heute? Vier Jahre nach der Vollinvasion Russlands gegen die Ukraine fragt man sich in Deutschland: "Wer verteidigt Europa?" – so der Titel des neuen Buchs der Politikwissenschaftlerin Jana Puglierin. Längst ist von neuen Kriegsgefahren die Rede, während die Ukraine im Verteidigungskampf weiterhin nur eingeschränkte, hoch umstrittene Unterstützung erhält. Versagt auch die europäische Ukraine-Politik?)

    Katja Gloger ist Journalistin und Autorin mit den Schwerpunkten Russland und Sicherheitspolitik. Ihr Bestseller (mit Georg Mascolo) „Das Versagen. Eine investigative Geschichte der deutschen Russlandpolitik“ ist 2025 bei Ullstein erschienen)

    Jana Puglierin ist Politikwissenschaftlerin und Leiterin des Thinktanks „European Council on Foreign Relations“ (ECFR) in Berlin. Ihr neues Buch heißt „Wer verteidigt Europa? Die neuen Kriegsgefahren und was wir tun müssen, um uns zu schützen“ (Rowohlt, 2026). )

    Kapitel:

    00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke: Versagt unsere Ukraine-Politik?
    00:04:03 "Tschekist" Putin und Tschetschenienkrieg
    00:08:17 Illusionen: Putins Rede im Bundestag 2001 (mit O-Ton Werner Schulz),
    00:23:18 Euro-Maidan und Krim-Besetzung 2014
    00:31:30 Fehlende Fehlerkultur in der deutschen Politik: SPD, Angela Merkel
    00:37:02 Verteidigung Europas und der Ukraine (mit O-Ton Serhij Zhadan)
    00:41:17 Friedrich Merz und der Taurus
    00:51:38 Dystopie: Russischer Angriff auf Deutschland 2029?
    01:00:49 Versagt die europäische Verteidigung in der Ukraine?
    01:02:54 Outro/ Der zweite Gedanke

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    1 hr 5 min
  • Literatur als Selbsterhaltung (dt.-ukr. Fassung)

    Der ukrainische Autor Serhij Zhadan im Gespräch mit Natascha Freundel

    Deutsch-Ukrainisch ohne Overvoice. Deutsche Fassung siehe Podcast
    "Im Krieg entsteht eine neue Literatur." (Serhij Zhadan )
    „Die Dichtung ist und bleibt eine Form der Medizin. Nein, heilen kann sie nicht, aber sie kann die Hoffnung zurückgeben“, schreibt der ukrainische Schriftsteller, Musiker und Soldat Serhij Zhadan in seinem Gedichtband „Chronik des eigenen Atems“. In den zwölf Jahren des russischen Kriegs gegen die Ukraine, der in den vergangenen vier Jahren zu einem Vernichtungskrieg gegen das ganze Land geworden ist, hat Zhadan eine neue literarische Sprache gefunden. Eine Literatur, die von den Kriegsfolgen und von der Resilienz der Ukrainer erzählt. Schreiben, Singen und Übersetzen sind Formen der Selbsterhaltung für den wohl wichtigsten ukrainischen Autor der Gegenwart. Auch der erste Armeesender der Ukraine, "Radio Chartija", spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein Gedankenaustausch über Literatur im Krieg, über Paul Celan, Bruno Schulz und Bertolt Brecht, über Kinder und unsere Zukunft.
    Serhij Zhadan ist der derzeit erfolgreichste Schriftsteller, Übersetzer und Musiker der Ukraine. Im Frühjahr 2024 ist er der „Chartija“-Brigade der ukrainischen Nationalgarde beigetreten und leitet dort das von ihm aufgebaute „Radio Chartija“. Auf Deutsch erscheint sein Werk im Suhrkamp Verlag, zuletzt „Keiner wird um etwas bitten“ (2025). 2022 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2025 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur.
    Kapitel:
    00:00:00 Intro
    00:02:08 Literatur und Hoffnung im Krieg
    00:06:26 Lage in Charkiw
    00:10:53 Widerstandgeist und Armee in der Ukraine
    00:14:04 Entstehung einer neuen Kultur und Literatur
    00:21:00 Kinder, Konzerte und Zukunft
    00:24:41 Paul Celan und Bruno Schulz
    00:30:15 Von Russisch zu Ukrainisch
    00:31:38 Bertolt Brecht und Rilke
    00:35:23 Radio an der Front
    00:39:23 Europas Unterstützung der Ukraine
    00:42:34 Der zweite Gedanken von Serhij Zhadan
    00:43:56 Outro
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    39 min
  • Literatur als Selbsterhaltung
    Der ukrainische Autor Serhij Zhadan im Gespräch mit Natascha Freundel
    Deutsche Fassung. Übersetzung und Overvoice: Sofija Onufriv
    "Im Krieg entsteht eine neue Literatur." (Serhij Zhadan
    )
    „Die Dichtung ist und bleibt eine Form der Medizin. Nein, heilen kann sie nicht, aber sie kann die Hoffnung zurückgeben“, schreibt der ukrainische Schriftsteller, Musiker und Soldat Serhij Zhadan in seinem Gedichtband „Chronik des eigenen Atems“. In den zwölf Jahren des russischen Kriegs gegen die Ukraine, der in den vergangenen vier Jahren zu einem Vernichtungskrieg gegen das ganze Land geworden ist, hat Zhadan eine neue literarische Sprache gefunden. Eine Literatur, die von den Kriegsfolgen und von der Resilienz der Ukrainer erzählt.
    Schreiben, Singen und Übersetzen sind Formen der Selbsterhaltung für den wohl wichtigsten ukrainischen Autor der Gegenwart. Auch der erste Armeesender der Ukraine, "Radio Chartija", spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein Gedankenaustausch über Literatur im Krieg, über Paul Celan, Bruno Schulz und Bertolt Brecht, über Kinder und unsere Zukunft.
    Serhij Zhadan ist der derzeit erfolgreichste Schriftsteller, Übersetzer und Musiker der Ukraine. Im Frühjahr 2024 ist er der „Chartija“-Brigade der ukrainischen Nationalgarde beigetreten und leitet dort das von ihm aufgebaute „Radio Chartija“. Auf Deutsch erscheint sein Werk im Suhrkamp Verlag, zuletzt „Keiner wird um etwas bitten“ (2025). 2022 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2025 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur.
    Kapitel:
    00:00:00 Intro
    00:02:08 Literatur und Hoffnung im Krieg
    00:06:26 Lage in Charkiw
    00:10:53 Widerstandgeist und Armee in der Ukraine
    00:14:04 Entstehung einer neuen Kultur und Literatur
    00:21:00 Kinder, Konzerte und Zukunft
    00:24:41 Paul Celan und Bruno Schulz
    00:30:15 Von Russisch zu Ukrainisch
    00:31:38 Bertolt Brecht und Rilke
    00:35:23 Radio an der Front
    00:39:23 Europas Unterstützung der Ukraine
    00:42:34 Der zweite Gedanken von Serhij Zhadan
    00:43:56 Outro
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    45 min
  • Zwischen Protest und Autokratie - USA am Wendepunkt?

    Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Carolina Chimoy und Nell Zink

    "Das Musterland der Demokratie sehen wir so schnell nicht wieder." (Carolina Chimoy)
    Ein Jahr nach dem Amtsantritt von Donald Trump II kommt es zum ersten Aufbegehren der Zivilgesellschaft und der Kulturwelt gegen den immer autokratischer regierenden US-Präsidenten. Manche Beobachter sprechen jetzt von einem Wendepunkt. Spätestens seit den tödlichen Schüssen in Minneapolis scheint sich etwas gelöst zu haben: Zunächst demonstrierten Tausende auf den Straßen der Stadt, dann in über 40 Bundesstaaten und jetzt meldet sich auch die Kultur zu Wort. Auf den ganz großen Bühnen: Zuletzt in Person von Latin-Superstar Bad Bunny bei der Superbowl Halftime Show. Host Lukasz Tomaszewski spricht mit der Journalistin Carolina Chimoy und der Schriftstellerin Nell Zink über staatliche Repressionen und die zunehmende Angst im Land. Und über die ersten, die dagegen aufbegehren.
    Kapitel:
    00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke
    00:03:43 Trump-Gegner Bad Bunny
    00:12:42 Protesthymne von Bruce Springsteen
    00:15:30 Repressionen und Angst im Land of the Free
    00:26:20 Young Republicans und Dumpinglöhne
    00:30:29 Alptraum für Migranten
    00:35:23 Checks and Balances verloren?
    00:42:06 Protestformen
    00:44:57 Wendepunkt
    00:47:38 Der zweite Gedanke
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    49 min
  • Zugang zum See? Heimsuchung heute
    Die Debatte mit Natascha Freundel, Sabine Rennefanz und René Wilke
    Auf den ersten Blick hat sich Bad Saarow am Scharmützelsee zum Postkartenidyll entwickelt. Doch je länger der Abriss des Alten nach der DDR zurückliegt, desto lebendiger wirken die Gespenster der Vergangenheit – nicht nur im Osten Brandenburgs. Im Kontext der Inszenierung „Heimsuchung“ nach dem gleichnamigen Roman von Jenny Erpenbeck denken die in Beeskow geborene Autorin Sabine Rennefanz und der Innenminister des Landes Brandenburg, René Wilke, darüber nach, wer sich heute in der Idylle zu Hause fühlen darf und wie es politisch und gesellschaftlich weitergehen soll. Mit dabei: die in Bad Saarow lebende Architektin und Gemeinderätin Silke Wagenitz.

    Aufgezeichnet am 24. Januar 2026 im Deutschen Theater Berlin, in Kooperation mit DT Kontext.
    Sabine Rennefanz wurde in Beeskow geboren und arbeitet als Kolumnistin für Der Spiegel und Tagesspiegel. Zuletzt erschien der Roman „Kosakenberg“ (Aufbau).
    René Wilke ist Minister des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg. Von 2018 bis 2025 war er Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Frankfurt/Oder.
    Kapitel:
    00:00:00 Intro
    00:02:58 Scharmützelsee als Heimat
    00:09:00 Zugang zum See in der Vergangenheit Bad Saarows
    00:19:25 Kolonisierung heute?
    00:33:52 Warum AfD?
    00:36:42 Parteilose Politiker
    00:40:25 Brandmauer
    00:44:48 Wie weiter in Brandenburg?
    00:50:13 Publikumsfrage: Dritte Orte und Politik
    00:57:22 Zugang zu gemeinsamer Realität
    01:01:44 Outro/ Der zweite Gedanke
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    1 hr 4 min
  • Iran und die Sehnsucht nach Freiheit
    Die Debatte mit Natascha Freundel, Barbara Mittelhammer und Azadeh Zamirirad
    „Der Widerstand wird nicht nachlassen.“ (Azadeh Zamirirad)
    In der langen iranischen Revolutionstradition zeigen die aktuellen Proteste eine große Verzweiflung, zugleich ungeheuren Mut und Energie, meint die Politikwissenschaftlerin Azadeh Zamirirad. Den Protestierenden geht es um ein Leben in Freiheit, betont die Analystin Barbara Mittelhammer. Das Regime der Islamischen Republik reagiert mit extremer Gewalt und einem radikalen Internet-Shutdown. Doch der Widerstand im Land hat eine neue, landesweite Solidarität zwischen den Ethnien und Schichten entwickelt, und die diversen Oppositionskräfte – in den Gefängnissen, an Universitäten und auf Basaren - brauchen jetzt internationale Aufmerksamkeit und konkrete, humanitäre und technische Unterstützung.
    Azadeh Zamirirad ist Irananalystin und seit 2024 Leiterin der Forschungsgruppe Afrika und Mittlerer Osten bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin (SWP).
    Barbara Mittelhammer ist unabhängige politische Analystin. Sie berät Ministerien, Think Tanks, Stiftungen und zivilgesellschaftliche Organisationen zu feministischer Außenpolitik und Zivilgesellschaft in der Außen- und Sicherheitspolitik.
    Kapitel:
    00:00:00 Intro / Der erste Gedanke
    00:02:00 Breiter Protest, beispiellose Gewalt des Regimes
    00:15:06 Internet-Shutdown
    00:18:55 Machtstruktur der Islamischen Rep.
    00:27:26 Rolle der Diaspora und des "Kronprinzen" Reza Pahlavi
    00:33:05 Oppositionsgruppen und Solidarität in Iran
    00:35:40 Ethnische Vielfalt
    00:42:24 Rolle USA und Möglichkeiten der EU
    00:49:48 Der zweite Gedanke
    Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke
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    50 min

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